Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. April 2023 bis Samstag 15. April 2023

Osteroktav

Elias Hamperl

Der Stein ist wegSonntag
Brennende HerzenMontag
Teil der g├Âttlichen FamilieDienstag
Hinh├ÂrenMittwoch
VerwundetDonnerstag
Spannender QuerverweisFreitag
Innere HindernisseSamstag


Der Stein ist weg

9. April 2023

Ostersonntag

Elias Hamperl

Joh 20,1-9
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr├╝hmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen J├╝nger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere J├╝nger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere J├╝nger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schwei├čtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere J├╝nger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen m├╝sse.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich m├Âchte dich und das, was du f├╝r mich getan hast, ernst nehmen. Du hast den Stein weggerollt, der mir den Weg zu dir versperrt hat. An dem Tag deiner Auferstehung hast mir auch den Weg in den Himmel er├Âffnet. Danke!

Bitte: Lass mich erkennen, was dieses Ereignis f├╝r mich bedeuten kann, wenn ich das Geschenk der Erl├Âsung annehme.

1. Vermeintlicher Diebstahl. Obwohl Jesus seinen J├╝ngern schon mehrmals angek├╝ndigt hatte, dass er erst leiden m├╝sse, aber dann von den Toten auferstehen werde, ist angesichts des leeren Grabes Maria Magdalenas erster Gedanke, dass der Leichnam gestohlen wurde. Auch wir h├Âren oft die Versprechen Jesu, glauben aber nicht wirklich, dass sie etwas mit der Realit├Ąt zu tun haben.

2. Der J├╝nger, den Jesus liebte. Ist es nicht ein wenig dreist von Johannes (dem Autor des Evangeliums), sich als den J├╝nger zu bezeichnen, den Jesus liebte? Was ist mit den anderen Aposteln ÔÇô wurden sie etwa nicht von ihm geliebt? Doch Johannes geht es dabei nur um die Beschreibung seiner Beziehung zu Jesus. Die Liebe Jesu zu ihm ist ihm sogar wichtiger als sein eigener Name. Sie zeichnet seine Identit├Ąt aus und ist auch ein Platzhalter daf├╝r, das andere sich damit identifizieren k├Ânnen.

3. Er sah und glaubte. Auch Johannes ist sich anfangs nicht sicher, er z├Âgert, ins Grab hinein zu gehen. Vielleicht hat er Angst davor, was ihn drinnen erwartet. Doch im Gegensatz zu Petrus kann er sofort glauben, als er die Leinenbinden und das Schwei├čtuch ordentlich gefaltet sieht (also so, wie es Grabr├Ąuber niemals hinterlassen h├Ątten). Warum k├Ânnen zwei Personen das Gleiche sehen und dennoch anders darauf reagieren? Den Unterschied macht hier die Liebe aus. Sie erleichtert es Johannes, als Erster zu glauben.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, oft f├╝hle ich mich noch nicht erl├Âst. Da ist immer noch die Last der Alltagssorgen und meiner S├╝nden. All das m├Âchtest du mir nehmen. Lass mich eintauchen in diese innere Leichtigkeit, die du mir als Auferstandener schenken m├Âchtest.

Vorsatz: Mit einer Person aus meinem Umfeld dar├╝ber sprechen, was Ostern f├╝r mich bedeutet.


Brennende Herzen

10. April 2023

Ostermontag

Elias Hamperl

Lk 24,13-35
Am ersten Tag der Woche waren zwei von den J├╝ngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander ├╝ber all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah: W├Ąhrend sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das f├╝r Dinge, ├╝ber die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen ÔÇô er hie├č Kl├ęopas ÔÇô antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht wei├čt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, m├Ąchtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und F├╝hrer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erl├Âsen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in gro├če Aufregung versetzt. Sie waren in der Fr├╝he beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zur├╝ckkamen, erz├Ąhlten sie, es seien ihnen Engel erschienen und h├Ątten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverst├Ąndigen, deren Herz zu tr├Ąge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift ├╝ber ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie dr├Ąngten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah: Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften er├Âffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zur├╝ck und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erz├Ąhlten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, wie die Emmaus-J├╝nger, so bitte auch ich dich, dass du bei mir bleiben m├Âgest. Du dr├Ąngst dich mir nicht auf, sondern wartest auf meine Einladung. So bitte ich dich: Komm und sei mein Gast.

Bitte: Lass mein Herz brennen, wenn ich dir in dieser Zeit begegne.

1. Ins Gespr├Ąch kommen. Eine M├Âglichkeit, Jesus zu begegnen, ist das Gebet. Eigentlich wei├č Jesus schon, wor├╝ber sich die beiden J├╝nger unterhalten, aber er stellt trotzdem Fragen und m├Âchte es von ihnen h├Âren. So ist es auch mit unseren Sorgen: Obwohl Jesus sie bereits kennt, freut er sich, wenn wir mit ihm dar├╝ber sprechen.

2. Die Heilige Schrift l├Ąsst uns besser verstehen. Es ist schon faszinierend, wie viele Prophezeiungen es ├╝ber den Messias gibt. Wenn wir in der Bibel lesen, k├Ânnen wir Jesus mehr und mehr kennenlernen. Er selbst hat den beiden J├╝ngern ausf├╝hrlich erkl├Ąrt, welche Bedeutung die einzelnen Passagen haben. Was ├╝ber ihn geschrieben steht, bringt uns in Kontakt mit ihm und wo immer das Wort Gottes vorgelesen wird, tritt Er in unsere Mitte.

3. Das Brotbrechen. Die dritte Form der Begegnung mit Christus, die im Evangelium beschrieben wird, ist die Eucharistie. Die J├╝nger erkannten ihn am Brotbrechen. Genauso wie er den J├╝ngern in diesem Moment ganz und leibhaftig erschienen war, so ist er in jeder heiligen Messe mit Geist, Seele und Leib gegenw├Ąrtig.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich m├Âchte mich in dieser Zeit so mit dir unterhalten wie du damals mit den J├╝ngern. Wenn du mir jetzt etwas sagen m├Âchtest, bin ich bereit, es zu h├Âren.

Vorsatz: Einen Ausschnitt aus der Bibel lesen und Jesus fragen, was er mir damit sagen m├Âchte.


Teil der g├Âttlichen Familie

11. April 2023

Dienstag der Osteroktav
Hl. Stanislaus, Bischof, M├Ąrtyrer
Gedenktag

Elias Hamperl

Mt 28,8-15
Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verlie├čen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und gro├čer Freude zu seinen J├╝ngern, um ihnen die Botschaft zu verk├╝nden. Pl├Âtzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegr├╝├čt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine F├╝├če. Da sagte Jesus zu ihnen: F├╝rchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Br├╝dern, sie sollen nach Galil├Ąa gehen, und dort werden sie mich sehen. Noch w├Ąhrend die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den W├Ąchtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese fassten gemeinsam mit den ├ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erz├Ąhlt den Leuten: Seine J├╝nger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, w├Ąhrend wir schliefen. Falls der Statthalter davon h├Ârt, werden wir ihn beschwichtigen und daf├╝r sorgen, dass ihr nichts zu bef├╝rchten habt. Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Ger├╝cht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich m├Âchte mich innerlich vor dir niederwerfen und dich ber├╝hren. Zeige mir deine verkl├Ąrte Gestalt.

Bitte: Lass mich begreifen, dass du mich zu einem Teil der g├Âttlichen Familie gemacht hast, der ich angeh├Âre.

1. F├╝rchtet euch nicht! Dieser Satz spielt nicht nur in diesem Evangelium eine entscheidende Rolle, sondern kommt sogar als Aufforderung am h├Ąufigsten in der gesamten Bibel vor. Jesus baut sein Reich n├Ąmlich nicht wie andere Herrscher auf die Angst seiner Untergebenen auf, sondern m├Âchte, dass wir Teil seiner Familie sind.

2. Die Apostel als Br├╝der Jesu. Erst nach der Auferstehung spricht Jesus von den Aposteln als seinen Br├╝dern. Vorher hat er sie Freunde (anstatt Knechte) genannt. Aber durch sein S├╝hnopfer hat er uns zum Mitglied der g├Âttlichen Familie gemacht.

3. Das gewohnte Umfeld. Jesus fordert die Apostel auf, zur├╝ck nach Galil├Ąa, also zu ihrem fr├╝heren Lebensumfeld, zu gehen. Dort werden sie ihn sehen. Jesus m├Âchte sich auch uns in unserem Alltag zeigen.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, du hast mich nicht nur aus der Knechtschaft der S├╝nde befreit, sondern hast mich zus├Ątzlich noch auf Augenh├Âhe mit dir erhoben. Ich danke dir, dass ich ein Kind Gottes sein darf. Hilf mir, diese Wahrheit so zu verinnerlichen, dass ich mich selbst so sehen und wertsch├Ątzen kann.

Vorsatz: Mindestens eine Sache richtig genie├čen, weil ich es mir als ein wahres Kind Gottes gut gehen lassen darf.


Hinh├Âren

12. April 2023

Mittwoch der Osteroktav

Elias Hamperl

Joh 20,11-18
In jener Zeit stand Maria drau├čen vor dem Grab und weinte. W├Ąhrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in wei├čen Gew├Ąndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die F├╝├če des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich wei├č nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G├Ąrtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebr├Ąisch zu ihm: Rabbuni!, das hei├čt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Br├╝dern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den J├╝ngern und verk├╝ndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Einf├╝hrendes Gebet: Rabbuni, mein geliebter Meister! Ich m├Âchte mich von dir mit meinem Namen ansprechen lassen, wenn wir nun in ein Gespr├Ąch kommen.

Bitte: Richte meinen Blick auf das Positive in meinem Leben.

1. Perspektivwechsel. Oft ist unser Blick verengt und wir achten darauf, was uns zu fehlen scheint ÔÇô dabei sehen wir dann nicht mehr, was uns bereits gegeben ist. Es tut gut, das Haupt zu erheben und sich umzuschauen. Dann wird man wahrnehmen, f├╝r wie viele Dinge man dankbar sein darf.

2. Jesus nicht fassen k├Ânnen. Maria sollte Jesus nicht festhalten. Das ging vielleicht sowieso nicht, weil man das ├ťbernat├╝rliche nicht einfach nach weltlichen Ma├čst├Ąben f├╝hlen noch begreifen kann. Der Glaube ist eben eine Gewissheit von Dingen, die man mit den Sinnesverm├Âgen und dem Verstand allein nicht erkennen kann. Man kann es aber mit der geistigen Wahrnehmungsf├Ąhigkeit, die wir in der Schule Jesu entwickeln.

3. Beim Namen gerufen. Namen hatten im Judentum eine noch gr├Â├čere Bedeutung als heute bei uns. In diesem Evangelium spricht Jesus Maria Magdalena mit ihrem Namen an. Wahrscheinlich ist es vor allem auch seine Stimme, an der Maria erkennt, dass es Jesus sein muss.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich w├╝nsche mir eine so vertraue Beziehung zu dir, wie du sie mit Maria Magdalena hattest. Ich m├Âchte deine Stimme durch mein Gewissen so feinf├╝hlig unterscheiden k├Ânnen, dass ich sie direkt erkenne, wenn du mir etwas sagen m├Âchtest.

Vorsatz: Heute auf einen inneren Impuls warten, wenn ich jemandem etwas Gutes tun kann und mich danach fragen, woran ich das erkannt habe, damit es in Zukunft leichter ist.


Verwundet

13. April 2023

Donnerstag der Osteroktav
Hl. Martin I., Papst, M├Ąrtyrer

Elias Hamperl

Lk 24,35-48
Die beiden J├╝nger, die von Emmaus zur├╝ckgekehrt waren, erz├Ąhlten den Elf und den anderen J├╝ngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. W├Ąhrend sie noch dar├╝ber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten gro├če Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so best├╝rzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine H├Ąnde und meine F├╝├če an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und F├╝├če. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein St├╝ck gebratenen Fisch; er nahm es und a├č es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erf├╝llung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen ├╝ber mich gesagt ist. Darauf ├Âffnete er ihnen die Augen f├╝r das Verst├Ąndnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, verk├╝nden, sie sollen umkehren, damit ihre S├╝nden vergeben werden. Ihr seid Zeugen daf├╝r.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich m├Âchte jetzt zur Ruhe kommen. Wenn mir das nicht so gelingt, ist das kein Problem, denn du bist auch mitten in das Gespr├Ąch der Apostel hinein erschienen.

Bitte: Lass mich dich und deine Wunden ber├╝hren.

1. Kennzeichen der Gegenwart Gottes. Das Erste, was Jesus sagt, ist: ÔÇ×Friede sei mit euch!ÔÇť. Sein Hauptanliegen ist, dass wir keine Angst vor ihm haben. Scheint aber bei den J├╝ngern erst einmal nicht so gut geklappt zu haben ÔÇŽ Aber letztlich herrscht dort, wo Gott ist, auch immer ein tiefer Friede.

2. Echte Liebe. Die J├╝nger d├╝rfen Jesus anfassen. Er hat sich f├╝r jeden ber├╝hrbar und daher auch verwundbar gemacht. Jeder, der Liebe zeigen und empfinden m├Âchte, macht sich auch verwundbar. Und dennoch ist Jesus dieses Risiko f├╝r mich eingegangen.

3. Jesus ist ganz Mensch. Er tr├Ągt n├Ąmlich sowohl die Wunden (oder zumindest noch die Narben) von der Kreuzigung, und hat auch die F├Ąhigkeit zu essen. Das bietet er selbst als Beweis seiner Echtheit an. Zu unserem Menschsein geh├Âren Wunden und unsere Unvollkommenheiten. Indem Jesus als Auferstandener am Leib nicht ohne die Male seiner Wunden war, weist er darauf hin, dass es ihm nicht um einen ├Ąu├čeren Perfektionismus geht.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, durch deine Wunden m├Âchtest du mich heilen. Bitte zeige mir, worauf es bei dir ankommt. Nimm mir die Vorstellung, fehlerfrei sein zu m├╝ssen und lass mich verstehen, worin wahre Heiligkeit besteht.

Vorsatz: Auf einen Zettel meine inneren Wunden schreiben und Jesus bei jeder einzelnen um Heilung bitten.


Spannender Querverweis

14. April 2023

Freitag der Osteroktav

Elias Hamperl

Joh 21,1-14
In jener Zeit offenbarte Jesus sich den J├╝ngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natana├źl aus Kana in Galil├Ąa, die S├Âhne des Zebed├Ąus und zwei andere von seinen J├╝ngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die J├╝nger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der J├╝nger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus h├Ârte, dass es der Herr sei, g├╝rtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen J├╝nger mit dem Boot - sie waren n├Ąmlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundf├╝nfzig gro├čen Fischen gef├╝llt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den J├╝ngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den J├╝ngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist mein Freund. Ich stelle mir vor, wie wir beide gem├╝tlich am Strand sitzen ÔÇô um ein Feuer, das du vorbereitet hast und auf dem du f├╝r uns beide einen Fisch grillst.

Bitte: Lass mich in dieser Zeit verstehen, dass du f├╝r mich tats├Ąchlich wie ein guter Freund sein m├Âchtest.

1. Drei fragw├╝rdige Personen? Die drei Apostel, die hier mit Namen genannt werden, haben alle ihre schwachen Seiten: Petrus, der Jesus verleugnet hat. Thomas, der zweifelt, bis er selbst sieht, und Natana├źl, der sich nicht ohne Vorurteile fragt, ob aus Nazaret ├╝berhaupt etwas Gutes kommen kann. Dennoch hat Jesus sie f├╝r seine Liebe gewonnen.

2. An Gottes Segen ist alles gelegen. Die Apostel kennen sich eigentlich mit Fischen aus, aber mit blo├čer M├╝he oder Talent ist noch lange kein Erfolg garantiert. Erst durch das H├Âren auf Jesus, passieren unerwartete und gro├če Dinge.

3. Die mystische Zahl 153. Es ist schon auff├Ąllig, dass die Anzahl der gefangenen Fische so punktgenau angegeben wird. Hier bezieht sich der Evangelist auf eine Stelle aus dem Alten Testament (Ez 47,9), in der eine Prophezeiungen von Ezechiel beschrieben wird, die durch Jesus in Erf├╝llung geht. Ein Teil der Region, wo das geschieht, hei├čt ÔÇ×EglajimÔÇť und der Zahlenwert dieses Wortes ist 153.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, es ist total spannend, wie viele Querverweise es in der Bibel gibt. Oft hat das Geschriebene so viel mehr Bedeutung und Hintergrund, als wir erahnen. Ich m├Âchte dein Wort genau lesen und herausfinden, was du mir damit sagen m├Âchtest.

Vorsatz: Die Stelle aus dem Alten Testament (Ezechiel 47,7ÔÇô10) lesen und versuchen, sie in den Kontext des Tagesevangeliums einzuordnen.


Innere Hindernisse

15. April 2023

Samstag der Osteroktav

Elias Hamperl

Mk 16,9-15
Als Jesus am fr├╝hen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben D├Ąmonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammen gewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie h├Ârten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht. Sp├Ąter erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verk├╝ndet das Evangelium allen Gesch├Âpfen!

Einf├╝hrendes Gebet: Heiliger Geist, ich bitte darum, dass du in mir betest und mir den Sinn dieser Worte offenbarst.

Bitte: Lass nicht zu, dass ich mich an die Bibel oder ans Gebet gew├Âhne, sondern halte den Glauben in mir lebendig.

1. Warum Maria zuerst? Warum ist er nicht seinen Aposteln oder seiner eigenen Mutter zuerst erschienen (vielleicht ist Letzteres zu selbstverst├Ąndlich, als dass es extra erw├Ąhnt werden m├╝sste)? Maria Magdalenas Liebe zu Jesus wird ├╝bergro├č gewesen sein, da Jesus ihr viel geschenkt hat. Wie wir lesen, wurden aus ihr sieben D├Ąmonen ausgetrieben.

2. Starrk├Âpfigkeit. Die J├╝nger h├Âren von verschiedenen Seiten, dass Jesus auferstanden sei, aber k├Ânnen es sich beim besten Willen nicht vorstellen. Wie oft h├Ąngen wir an unseren Vorstellungen und wollen uns nicht f├╝r Neues ├Âffnen. F├╝r Jesus kann das ein echtes Hindernis darstellen.

3. Das Evangelium. Jesus gibt seinen Aposteln und letztlich auch uns den Auftrag, davon zu erz├Ąhlen, was wir mit ihm erlebt haben. Das ist eine gute Neuigkeit, die im Tiefsten alle Gesch├Âpfe h├Âren wollen und sollen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich danke dir f├╝r die Befreiung, die ich in meinem Leben durch dich schon erfahren habe. Durch dich bin ich weniger von der S├╝nde beeintr├Ąchtigt und kann mich in gr├Â├čerer Freiheit entfalten.

Vorsatz: In Stichpunkten aufschreiben, wo ich innere Hindernisse schon ├╝berwunden habe, aber auch die, die mich noch blockieren. F├╝r letztere bitte ich Jesus um Hilfe und f├╝r erstere danke ich ihm.