Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. MĂ€rz 2023 bis Samstag 18. MĂ€rz 2023

Dritte Woche der Fastenzeit

Ilka Haiberger

Göttliche SpeiseSonntag
Jesus hat AutoritÀtMontag
Wie wenig Gott erbittet und wie großzĂŒgig er vergibt!Dienstag
Was ist wichtig?Mittwoch
DĂ€monen und das HimmelreichDonnerstag
Gott ist derselbe, gestern, heute und in EwigkeitFreitag
Wir sollen unsere Gerechtigkeit ganz empfangenSamstag


Göttliche Speise

12. MĂ€rz 2023

Dritter Fastensonntag
„Oculi“

Ilka Haiberger

Joh 4,5-42
In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in SamĂĄrien, die Sychar hieß und nahe bei dem GrundstĂŒck lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war mĂŒde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine Frau aus SamĂĄrien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine JĂŒnger waren nĂ€mlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die SamarĂ­terin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine SamarĂ­terin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nĂ€mlich nicht mit den SamarĂ­tern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wĂŒsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hĂ€ttest du ihn gebeten und er hĂ€tte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein SchöpfgefĂ€ĂŸ und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa grĂ¶ĂŸer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fĂŒnf MĂ€nner hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere VĂ€ter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die StĂ€tte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, mĂŒssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkĂŒnden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine JĂŒnger zurĂŒckgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte: Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr? Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte zurĂŒck in die Stadt und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus? Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. WĂ€hrenddessen baten ihn seine JĂŒnger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. Da sagten die JĂŒnger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Sieh, ich sage euch: Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte! Schon empfĂ€ngt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht fĂŒr das ewige Leben, sodass sich der SĂ€mann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sĂ€t und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt zu ernten, wofĂŒr ihr euch nicht abgemĂŒht habt; andere haben sich abgemĂŒht und euch ist ihre MĂŒhe zugutegekommen. Aus jener Stadt kamen viele SamarĂ­ter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die SamarĂ­ter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, durch dich wurden Himmel und Erde erschaffen, du hast auch den Menschen geschaffen. Du gabst uns die Freiheit und hast Geduld mit unseren Fehlern und SĂŒnden. Damit wir trotzdem das ewige Leben in Herrlichkeit haben, bist du fĂŒr uns gestorben. Ich liebe dich, ich preise dich!

Bitte: Lieber Jesus, du bist mein Herr und Erlöser. Ich möchte nĂ€her zu dir. Lass mich dich ansehen, dir zuhören, dich erleben.

1. Jesus ist der Christus. Die Juden, aber genauso auch die Samariter, erwarteten sehnsĂŒchtig den Messias, das heißt, den Christus, den Erlöser. Die Ă€ußere Unfreiheit aufgrund der römischen Besatzung ließ das Volk umso mehr auf den Erlöser warten. Und Jesus gibt in dieser Evangeliensstelle eine seiner seltenen AuskĂŒnfte ĂŒber sich selber. Als die Frau bekennt, dass der Messias kommen wird, gibt sich Jesus zu erkennen: „Ich bin es, ich, der mit dir spricht.“ Jesus ist der Erlöser, auf den die Menschen sehnsĂŒchtig gewartet haben. Er ist es, der uns erlöst – von unseren SĂŒnden, damit wir in der Freiheit der Kinder Gottes uns fĂŒr ihn entscheiden und in ihm leben können!

2. Die ErfĂŒllung meines Verlangens. Jesus möchte unseren Durst stillen, und zwar richtig. Sehnsucht, Verlangen und Traum sind je Synonyme fĂŒr den Durst, den wir im Herzen, in der Seele und im Geist verspĂŒren. Jesus wird unsere Sehnsucht erfĂŒllen, er wird unser Verlangen stillen, beziehungsweise unsere TrĂ€ume erfĂŒllen. Er verspricht, dass wir nie wieder durstig werden, wenn wir von dem Wasser trinken, das er uns gibt. Vielmehr wird dieses Wasser in uns zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.

3. Jesu Verlangen und dessen ErfĂŒllung. Ein Synonym fĂŒr Hunger heißt Verlangen. Eine Speise zu essen, heißt demnach, ein Verlangen zu stillen. Jesus ist gesĂ€ttigt von der Speise, die heißt, den Willen des Vaters zu tun und sein Werk zu vollenden. Es ist spannend, dass Jesus das menschliche BedĂŒrfnis nach Essen nicht mehr spĂŒrt, da er den Willen des Vaters erfĂŒllt. Die JĂŒnger fordern ihn auf zu essen, doch er möchte nicht. Er ist so erfĂŒllt von der Begegnung mit der Samariterin, die sich bekehrt hat. Er hat eine Speise verkostet, die die JĂŒnger nicht kennen und die seinen Hunger, sein Verlangen gestillt hat.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, ich liebe dich und möchte bei dir sein. Du hast mir von dem Wasser erzĂ€hlt, das in mir zu einer Quelle wird, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Gib mir von diesem, deinem Wasser! ErfĂŒlle mich mit diesem Wasser, damit ich ĂŒberfließe und all meine SehnsĂŒchte fĂŒr immer erfĂŒllt sind.

Vorsatz: Ich möchte in meinem Leben, in meinem Alltag auf den Willen des Vaters schauen und diesen erfĂŒllen, damit ich von der Speise koste, die Jesus erfĂŒllt.


Jesus hat AutoritÀt

13. MĂ€rz 2023

Montag der dritten Woche der Fastenzeit
Jahrestag der Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus

Ilka Haiberger

Lk 4,24-30
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel fĂŒr drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot ĂŒber das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele AussĂ€tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstĂŒrzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, diese Zeit jetzt gehört dir und nur dir allein. Du bist meine erste PrioritĂ€t und deswegen widme ich dir Zeit.

Bitte: Jesus, lass unsere gemeinsame Zeit Frucht bringen, damit ich fĂŒr dich in dieser Welt arbeiten kann.

1. Jesus provoziert. Warum reibt Jesus dem glĂ€ubigen Volk in Nazaret die Tatsache unter die Nase, dass ein Prophet in der Heimat nicht anerkannt wird? Zuvor hatte sich Jesus nach der Lesung aus dem Buch Jesaja selbst offenbart und die Leute wunderten sich, denn er war ja bekannt als der Sohn Josefs, des Zimmermanns. Erkennt Jesus hierin Glaubenszweifel? Er erwĂ€hnt nun spektakulĂ€re Wunder des Alten Testamentes, die Gott eben nicht in Israel an den Juden, sondern durch Elija im Libanon an einer Witwe und durch Elischa an einem Syrer bewirkte. Wer weiß, wie sensationslustig die Leute waren und sich gerne etwas auf die gemeinsame Heimat eingebildet hĂ€tten?

2. Die UnbestĂ€ndigkeit der Menschen. Zuvor waren die Leute noch erstaunt, wie begnadet Jesus redete und spendeten Beifall. Nun aber gerieten sie alle in Wut. In ihrer Wut trieben sie Jesus aus der Synagoge, hinaus aus der Stadt und brachten ihn an einen Abhang, um ihn von dort hinabzustĂŒrzen. Wie schnell sich die allgemeine Meinung wandeln kann! Die Stimmung im Volk ist von einem Moment zum anderen gekippt. Wehe dem, der sich von solchen VorgĂ€ngen anstecken lĂ€sst. Er ist wie ein FĂ€hnchen im Wind.

3. Jesus ist mutig und stark. Doch Jesus schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg. Ich stelle mir das ruhig und mĂ€chtig vor, wie Jesus sich mit AutoritĂ€t den Weg bahnt und verschwindet. Niemand aus dem wĂŒtenden Mob traut sich, ihm zu folgen oder ihm etwas anzutun. Es ist ein einziger kurzer Satz, der doch eine unendliche Selbstbestimmung und SouverĂ€nitĂ€t offenbart. Jesus ist kein FĂ€hnchen im Wind, sondern der feste Fels, auf den Verlass ist und an dem ich mich festhalten kann. Jesus begann nicht zu argumentieren, er suchte nicht doch die Anerkennung der Leute. Auf die ist er nicht angewiesen. Er bietet sich den Menschen an, aber er drĂ€ngt sich nicht auf.

GesprĂ€ch mit Christus: Nicht jeder Tag ist gleich in meinem Leben. Gestern noch war es so einfach, dich, Herr, zu lieben und das auch von morgens bis abends zu spĂŒren. Und heute ist alles anders. Wenn ich das Evangelium heute lese, dann sehe ich, dass es dir nicht anders ging. Jesus, ich will dich bitten, gib mir Glauben und Vertrauen auf dich in guten wie in schlechten Tagen. Öffne mein Herz fĂŒr dich, auch wenn meine GefĂŒhle „erkĂ€ltet“ sind.

Vorsatz: Ich möchte Jesus lieben, auch wenn meine Emotionen und die Welt um mich herum wie ein FĂ€hnchen im Wind sind.


Wie wenig Gott erbittet und wie großzĂŒgig er vergibt!

14. MĂ€rz 2023

Dienstag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Mathilde, Königin

Ilka Haiberger

Mt 18,21-35
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versĂŒndigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurĂŒckzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurĂŒckzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, wĂŒrgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurĂŒckzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins GefĂ€ngnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die ĂŒbrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrĂŒbt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. HĂ€ttest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben mĂŒssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn ĂŒbergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, es ist ein neuer Tag und ich komme zu dir, so wie ich bin. Evangelium heißt frohe Botschaft. Und doch bin ich gar nicht so sehr froh, wenn ich das heutige Tagesevangelium gelesen habe. Ganz ehrlich: Viele deiner Worte sind hart und am liebsten wĂŒrde ich sie nicht hören mĂŒssen!

Bitte: Herr, ich bitte dich, lass mich verstehen, was du mir sagen willst. Gib mir Liebe und Treue zu deinem Wort und lass mich heilig werden.

1. Die „Grausamkeit“ Gottes? Mir sagte letzte Woche eine Frau, sie könne nicht mehr das Evangelium lesen, denn es sei so grausam. Sie glaube zwar an Gott, aber mit der Kirche und der Bibel wolle sie nichts mehr zu tun haben. Und nun lese ich hier: In seinem Zorn ĂŒbergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. So erzĂ€hlt Jesus vom Himmelreich und von der inneren Haltung, derer es bedarf, um darin einzutreten! Ja, unser himmlischer Vater ist so viel grĂ¶ĂŸer als wir. Aber muss er im Zorn so grausam sein? Ja, dieser Diener war auch sehr grausam. Und wer nicht ĂŒber den Pfad der Barmherzigkeit in das Himmelreich eingehen will, muss den Pfad der Gerechtigkeit nehmen. Und dennoch: Könnte Gott nicht trotzdem nett und freundlich sein? Die Frage ist nur: WĂŒrden wir uns dann bekehren?

2. Unendlich oft. Jesus antwortet mit diesem Gleichnis auf die Frage Petri, wie oft er seinem Bruder vergeben mĂŒsse, wenn er sich gegen ihn versĂŒndigt. Petrus schlĂ€gt siebenmal vor. Das klingt ja schon ganz ordentlich. Ich tue mich oft schon mit einem Mal schwer. Wenn dann mein NĂ€chster noch einmal gegen mich sĂŒndigt, wird es echt herausfordernd. Doch Jesus antwortet: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Damit meint er nicht wirklich 77. Wenn sich jemand erneut gegen mich versĂŒndigt, soll ich ihm natĂŒrlich erneut vergeben! Die Sieben versinnbildlicht in der Bibel die FĂŒlle und Ganzheitlichkeit. Sie besteht aus 4 (alle 4 Himmelsrichtungen und Winde) und der 3 (Dreifaltigkeit Gottes) und gilt als vollkommen. Umso vollkommener ist also 77? Irgendwie ist es eine Zahl fĂŒr „unendlich“.

3. Gottes GĂŒte und Barmherzigkeit. Die gute Nachricht dieses Gleichnisses ist, dass der König dem Diener die ganze Schuld erlĂ€sst, obwohl sie sehr, sehr groß ist. Und das nur, weil er ihn anfleht! Er erwartet danach lediglich, dass auch der Diener barmherzig an den anderen Dienern handelt. 1 Talent entsprach wohl 6000 Denaren, laut Wikipedia kostete ein typisches Segelschiff ein Talent. Ein Arbeiter im Weinberg erhielt fĂŒr den ganzen Tag 1 Denar. Der Diener schuldete dem König 10 000 Talente, das wĂ€ren 60 Millionen Denare. Das war sehr viel. Der andere Diener schuldete ihm 100 Denare. Wie verschwindend wenig im Vergleich dazu!

GesprĂ€ch mit Christus: O Jesus, beim genaueren Hinsehen verstehe ich, was du meinst. Wie groß war die Schuld, die der König dem ersten Diener erlassen hatte! Und wie klein im Vergleich die Schulden des zweiten Dieners beim ersten Diener. Es ist unglaublich, wie grausam der Diener ist, dessen Schuld soeben erlassen wurde! Möge auch ich begreifen, wie groß meine Schuld gegenĂŒber Gott ist!

Vorsatz: Heute möchte ich genau hinschauen, welche Schuld ich auf mich geladen habe – besonders in Hinblick auf die GĂŒte Gottes. Sicherlich wĂ€re es gut, gleich im Anschluss eine Beichte abzulegen und dann allen BrĂŒdern und Schwestern, die an mir demgegenĂŒber nur ein kleines bisschen schuldig wurden, von Herzen sofort, immer und alles zu verzeihen!


Was ist wichtig?

15. MĂ€rz 2023

Mittwoch der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Klemens Maria Hofbauer, Ordenspriester, Stadtpatron von Wien

Ilka Haiberger

Mt 5,17-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfĂŒllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hĂ€lt und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, hier bin ich. Ich will Abstand nehmen zu allem, was diese Welt laut macht. Lass mich dich sehen und dir zuhören. Sprich zu mir.

Bitte: Herr, ich bitte dich, lass mich weiter wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

1. Das Gesetz und die Propheten. Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen. Jesus stellt klar, dass die Gebote gelten. Immer und ĂŒberall bis zum Ende der Welt. Die Gesetze des Alten Testamentes sind gĂŒltig. Auch fĂŒr uns. Auch wenn es unbequem ist. Auch wenn die Welt um mich herum anders denkt. Auch wenn ich von den Kanzeln der Welt anderes gelehrt werde. Jesus spricht klar und deutlich. Er nimmt nichts weg vom Gesetz. Er ist gekommen, um es zu erfĂŒllen!

2. Den Juden wurde das Gesetz offenbart und zu ihnen sprach Gott durch die Propheten. Jesus selber ist Jude und er spricht ĂŒber das Gesetz und die Propheten. Wie gut kenne ich das Alte Testament? Weiß ich, was Gott mich durch die Schrift lehren will? Wann habe ich mich das letzte Mal ernsthaft mit den Propheten und mit den Gesetzen beschĂ€ftigt? Woanders heißt es auch: Das Heil kommt von den Juden. Wie viel Respekt und Liebe habe ich zum Volk der Juden? Kenne ich vielleicht jemanden, der diesem Volk angehört?

3. Himmel und Erde werden vergehen. Wir leben nicht in der endgĂŒltigen Welt. Es ist gut, dass der Herr mich daran erinnert, dass wir hier auf Erden nur Pilger sind. Eine gemĂŒtliche Wohnung, eine gute Arbeitsstelle, Freunde und meine Familie könnten „Sicherheiten“ sein, die mein Pilgern in dieser Welt bequemer machen. Auch die ĂŒberall gewĂŒnschte Gesundheit spielt vielleicht eine zu große Rolle. Oder auch: Unter welchem Aspekt interessiert mich als Christ eine Pandemie? Oder Naturkatastrophen? Wenn ich wirklich mit meinem Glauben im Herrn verankert bin und zu jedem Zeitpunkt die Liebe zu Gott und den Mitmenschen leidenschaftlich lebe, werden mich auch außergewöhnliche Ereignisse letztlich nicht im Innersten beunruhigen. Es sind dann alles Stationen auf dem Weg hin zu unserem Herrn.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr und mein Gott, ich danke dir, dass du meine Augen auf dich und auf die Ewigkeit richten lĂ€sst. So wird der Alltag zu einem ernsthaften Weg der LĂ€uterung zur Heiligkeit. Ich möchte lernen, auf rechte Weise im Hier und Heute zu lieben, zu hoffen und zu glauben.

Vorsatz: Heute möchte ich etwas ĂŒber das Judentum lernen. Entweder ich suche den persönlichen Kontakt – oder lese etwas ĂŒber ihre BrĂ€uche, z.B. im Zusammenhang mit dem Pascha (oder Pessach)-Fest.


DĂ€monen und das Himmelreich

16. MĂ€rz 2023

Donnerstag der dritten Woche der Fastenzeit

Ilka Haiberger

Lk 11,14-23
In jener Zeit trieb Jesus einen DĂ€mon aus, der stumm war. Als der DĂ€mon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem AnfĂŒhrer der DĂ€monen, treibt er die DĂ€monen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stĂŒrzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die DĂ€monen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die DĂ€monen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure AnhĂ€nger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die DĂ€monen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein StĂ€rkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der StĂ€rkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht fĂŒr mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr ich glaube an dich. Deswegen bin ich jetzt hier und will von dir lernen. Ich setze mich zu deinen FĂŒĂŸen und öffne dir mein Herz.

Bitte: Mein Herr und mein Gott, sprich, denn dein Diener hört.

1. DĂ€monen stellen sich dem Reich Gottes entgegen. Der DĂ€mon ĂŒbertrĂ€gt seine Stummheit auf den Mann, denn solange er in ihm war, konnte auch der Mann nicht sprechen. Wir sind heute nicht mehr geschult, hinter dem Unvermögen, in FĂŒlle zu leben, gleich das Wirken geistiger Wesen zu erkennen. Zum Beispiel wenn jemand nicht fĂ€hig ist, Verantwortung zu ĂŒbernehmen, Zeugnis zu geben, Frieden zu schließen, Streit zu schlichten, konstruktiv an der Welt mitzubauen, seine Pflichten nachzugehen, sich auch um sich selber zu kĂŒmmern, seine TrĂ€gheit zu ĂŒberwinden
 Jesus aber kann alle Fesseln lösen, auch diese, damit wir wirklich und in FĂŒlle leben können!

2. DĂ€monenaustreibung gab es schon vor Jesus. Die AnhĂ€nger der Leute, mit denen Jesus sprach, trieben offensichtlich auch DĂ€monen aus. Und sie taten es im Namen Gottes. Es war fĂŒr den glĂ€ubigen Juden also etwas Bekanntes, das im Volk verstanden und praktiziert wurde, noch bevor Jesus in Erscheinung trat.

3. Das Himmelreich ist mitten unter uns. Jesus gibt zu erkennen, dass mit der Austreibung der DĂ€monen das Reich Gottes schon zeichenhaft gekommen ist. Dort, wo DĂ€monen ausgetrieben werden, wo also Gottes Liebe regiert, wo es keine LĂŒge, keine TĂ€uschung und keinen Neid mehr gibt, wo das Wahrhaftige und die Liebe herrschen, dort ist das Reich Gottes mitten unter uns.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du da bist, dass du mein Retter und mein Lehrer bist. Befreie mich von allem, was mich auf dem Weg der Heiligkeit bremst. Nimm alles von mir, was mich hindert, ganz bei dir zu sein.

Vorsatz: Ich möchte ganz bewusst beten, dass das Reich Gottes anbreche. Ich möchte mein Denken, Reden und Tun ganz unter die Worte stellen: Dein Reich komme!


Gott ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit

17. MĂ€rz 2023

Freitag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Gertrud von Nivelles, Äbtissin
Hl. Patrick, Bischof, Glaubensbote in Irland

Ilka Haiberger

Mk 12,28b-34
In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist grĂ¶ĂŸer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den NĂ€chsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit VerstĂ€ndnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, gib mir ein, was ich reden, denken und tun soll und begleite mich mit deiner Gnade, damit alles, was ich bin, zu deiner Ehre gereiche.

Bitte: Herr, öffne und stĂ€rke mein Herz, damit ich mich dir ganz zur VerfĂŒgung stellen kann.

1. Es gibt eine PrioritĂ€t. Wir lernen viel im geistlichen Leben. Es gibt unzĂ€hlige VortrĂ€ge und Predigten zu hören, Enzykliken, BĂŒcher und Zeitschriften zu lesen und Heilige zu kennen. Bei den Juden gab es die ErzĂ€hlungen der VĂ€ter, die Propheten und unzĂ€hlige Gebote zu erfĂŒllen – doch Jesus wird gefragt, was oberste PrioritĂ€t besitzt. Und Jesus antwortet, ohne zu zögern. Es ist so klar und selbstverstĂ€ndlich, dass ihm der Fragende nur zustimmen kann und es keiner mehr wagte, Jesus eine weitere Frage zu stellen.

2. Das erste Gebot. â€žDer Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.“ Jesus wiederholt damit ein Gebot, das im Buch Deuteronomium (6,4-5) aufgeschrieben ist. Dort steht dann weiter: „Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn werden. Du sollst sie auf die TĂŒrpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben.“

3. Und gleichberechtigt kommt dazu 
 Neben dem Hauptgebot der Gottesliebe setzt Jesus gleichberechtigt hinzu: „Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst.“ Auch das ist aus dem Pentateuch, den ersten fĂŒnf BĂŒchern der Heiligen Schrift. Hier heißt es: „An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rĂ€chen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“ (Lev 19,18) Schon allein der Respekt vor mir selber ist schwierig. Ich soll mich nicht rĂ€chen, nichts nachtragen – auch nicht mir selber. Dann bin ich im Geiste ein Kind. Dann kann ich das Reich Gottes annehmen wie ein Kind. Sagt nicht Jesus: Wer nicht umkehrt und wird wie ein Kind, kann nicht ins Himmelreich gelangen?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr deine klaren Worte. In diesem kurzen Evangelium ist die ganze Lebensweisheit aller Zeiten enthalten. Und es ist so schön, wie im Alten Testament ausgefĂŒhrt wird, wie diese Worte in meinem Leben Wirklichkeit werden können.

Vorsatz: Ich möchte meinen geistigen Kindern die Worte wiederholen: „Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.“


Wir sollen unsere Gerechtigkeit ganz empfangen

18. MĂ€rz 2023

Samstag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Cyrill von Jerusalem, Bischof, Kirchenlehrer

Ilka Haiberger

Lk 18,9-14
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit ĂŒberzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei MĂ€nner gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein PharisĂ€er, der andere ein Zöllner. Der PharisĂ€er stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die RĂ€uber, BetrĂŒger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir SĂŒnder gnĂ€dig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurĂŒck, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir und steh vor dir, so, wie ich bin. Alles, was mich bewegt, lege ich vor dich hin. Herr, ich komme zu dir und ich schĂŒtte mein Herz bei dir aus.

Bitte: Was mich hindert, ganz bei dir zu sein, nimm hinweg!

1. Gott sieht das Gute, was wir tun. Mit dem Fasten und der Abgabe des Zehnten an den Tempel leistet der PharisĂ€er schon ganz schön viel. Daran ist sicher nichts Schlechtes. Gott sieht das Gute, das wir tun. Nur macht es uns nicht gerecht! Niemals werden wir aus eigener Kraft heilig werden. Wir brauchen die Barmherzigkeit Gottes. Wir mĂŒssen uns dessen bewusst sein, dass wir auf ihn angewiesen sind. Und wir sind nicht weniger angewiesen auf Gott als offenkundige SĂŒnder. Wir brauchen uns von ihnen nicht zu distanzieren und haben keinen Grund, sie zu verachten.

2. Meine SĂŒnden und meine Sorgen sind Gott nicht verborgen.  Der Zöllner bittet um Gnade. Gnade ist die verzeihende GĂŒte Gottes. Er weiß, dass er aus eigener Kraft nicht gerecht werden kann. Und er kennt Gott. Er vertraut sich Gott an. Dem Zöllner sind seine SĂŒnden bewusst, und er weiß um die GrĂ¶ĂŸe und Macht Gottes. Er weiß auch, dass seine SĂŒnden Gott bekannt sind. Deswegen sagt er nur: „Gott, sei mir SĂŒnder gnĂ€dig!“

3. Das Bekenntnis, dass ich SĂŒnder bin, macht mich gerecht. Der Zöllner kehrte als Gerechter nach Hause zurĂŒck, da allein das Bekennen, dass ich SĂŒnder bin, und die an Gott gerichtete Bitte um Verzeihung gerecht macht. Wie befreit bin ich nach einer heiligen Messe, in der ich zu Beginn das Schuldbekenntnis spreche: „Ich bekenne Gott, dem AllmĂ€chtigen, und allen BrĂŒdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe – ich habe gesĂŒndigt in Gedanken, Worten und Werken 
“

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, das Beispiel, das du uns erzĂ€hlst, lĂ€sst mich umkehren zu dir. Ich komme zu dir und lege alles vor dich hin. Ich schaue voll Vertrauen auf dich und möchte dich mit ungeteiltem Herzen lieben. Danke, dass du da bist und mich immer liebst.

Vorsatz: Ich möchte das Schuldbekenntnis beten und auch fĂŒr alle beten, um deren Belastungen ich weiß.