Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Februar 2023 bis Samstag 25. Februar 2023

Siebente Woche im Jahreskreis

P. Thomas Fox LC, P. Anton Vogelsang LC, Sarah Briemle, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Darf uns Gott noch etwas sagen?Sonntag
O du ungläubige Generation!Montag
Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefertDienstag
Vom SprechfastenMittwoch
Im Zeichen des KreuzesDonnerstag
Gottes FreundschaftsangebotFreitag
Ich glaube an die heilige KircheSamstag


Darf uns Gott noch etwas sagen?

19. Februar 2023

Siebenter Sonntag im Jahreskreis

P. Thomas Fox LC

Mt 5,38-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin! Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel! Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm! Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab! Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, öffne mein Herz! Darin herrscht noch allzu oft das WĂĽstengesetz. Wie unähnlich ich dann dem Vater bin! Wie gering meine Bereitschaft, ĂĽber das hinauszugehen, was „sich gehört“! Jesus Christus, Sohn des Vaters, erbarme dich meiner, wie der Vater selbst, und lass mich deine bedingungslose Hingabe in Kreuz und Eucharistie betrachten, wo du dich immer wieder so „umsonst“ und maĂźlos fĂĽr mich verströmst.

Bitte: Herr, ich möchte heute endlich einmal nicht im Geiste abschalten, weil du „so vollkommen“ bist und ich so chancenlos weit entfernt davon! Lass mich vielmehr als dein Kind die wunderbare Quelle finden – dich, verborgen in mir – aus der du, trotz allem, treu und zuverlässig mich und andere immer wieder nährst.

1. Halte ihm auch die andere Wange hin. Ă„uĂźere Schläge sind manchmal leichter einzustecken als solche, die unseren inneren Menschen getroffen haben. Vielleicht legt deshalb ein WĂĽstenvater diese Stelle im Evangelium so aus: Wärest du bereit, den Schlag, den du auf die äuĂźere Wange empfangen hast, auch im inneren Menschen zu empfangen? Das sei die größere Stärke und das Ende der Gewalt. Denn schau: Wer den Schlag ausgeteilt hat, ist der weitaus Schwächere und Verletztere, mit dem wir Erbarmen haben sollten. Und wie sonst könnten wir jemals die Gewaltspirale durchbrechen? – Ja, es ist weitaus schwieriger: nicht zurĂĽckzuschlagen und die Verletzung mit Christus im Herzen geduldig zu ertragen, als dem WĂĽstengesetz zu folgen und Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

2. Der Vater im Himmel kennt nur die Liebe. Lassen wir uns einmal ernsthaft auf den Gedanken ein, dass Gott durch und durch Licht ist und keine Finsternis in ihm (1 Joh 1,5). – Ja, aus ihm flieĂźt nur Gutes und nur Gutes kann ihm entströmen. Ein solches Verständnis vom Vater musste auch Maria immer in sich verteidigt haben, denn sonst hätten ihr beim Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel und vor dessen Antwort („Wusstet ihr nicht …?“) die Ressourcen gefehlt. Tatsächlich fragte sie zunächst: „Kind, warum hast du uns das angetan?“ Was aber hier wie ein Vorwurf begann, endete fĂĽr Maria dank des Austauschs mit Jesus in der Erkenntnis, dass der Unfassbare unfassbar handelt, auch wenn er Mensch geworden ist. So bereitete er sie schon darauf vor, immer an der lichten Gewissheit festzuhalten: Er ist gut, Er ist die Liebe! Kein noch so finsterer Moment sollte das dann infrage stellen können. Auch nicht das Kreuz.

3. Welche Liebe? Gott liebt anders, als wir zu lieben pflegen. Er traut sich, Geschöpfe zu schaffen, die sich ihm dann widersetzen, und er erhält sie am Leben. Er traut sich, uns eine Freiheit zu schenken, die uns allerhöchsten Gefahren aussetzt. Er traut sich, einer von uns zu werden und unter Wölfen als Lamm zu leben. Er fĂĽrchtet sich nicht vor der Macht des Bösen und nicht vor dem Tod. Ja, wenn es nach uns ginge, wĂĽrden wir sagen: Er traut sich viel zu viel! – Aber wir vergessen dabei: Er ist unzerstörbares Leben und trägt deshalb unzerstörbare Hoffnung in sich: Er hofft wirklich, dass wir das Leben wählen. Er sagt sich: Zuletzt wird sie doch noch meine Liebe berĂĽhren und sie entscheiden sich fĂĽr mich!

Gespräch mit Christus: Jesus, beim Betrachten Deines Herzens und Deiner UneigennĂĽtzigkeit wird mir ganz anders. Wie kann nur ein Quäntchen Deiner glĂĽhenden Liebe in meinem Herzen brennen und aktiv werden? Manchmal ist es schon geschehen. Das bezeuge ich mir selbst. Herr, wiederhole Deine Wunder! Ich sehne mich so sehr danach!! Tu das auch an anderen Menschen und an allen, die Du mir gegeben hast!

Vorsatz: Ich werde heute in einem Gebetsmoment ĂĽber die Welt Jesu Liebe ausgieĂźen und einen konkreten Akt des Dienstes tun.


O du ungläubige Generation!

20. Februar 2023

Montag der siebenten Woche im Jahreskreis
Rosenmontag

P. Anton Vogelsang LC

Mk 9,14-29
In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer, wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, dir sind alle Dinge möglich, weil du Gott bist. Hilf mir, dir mehr zu vertrauen, besonders in den Momenten, in denen ich versucht bin zu verzweifeln.

Bitte: Jesus, lehre mich wahres Vertrauen in deine Liebe.

1. O du ungläubige Generation! Zusammen mit den Aposteln, die während seiner Verklärung bei ihm waren, steigt Jesus den Berg hinab. Sie sehen eine groĂźe Menschenmenge und die Schriftgelehrten, wie sie mit anderen JĂĽngern streiten. Jesus fragt, worĂĽber sie streiten. Ein Mann erklärt, dass er sein Kind zu den Aposteln gebracht habe, weil es von einem stummen Geist besessen sei, doch sie seien unfähig gewesen, den Dämon auszutreiben. Jesus entgegnet: „O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein?“ In seiner Entgegnung kommt seine Herzenspein ĂĽber das anhaltende Unverständnis und den Unglauben seiner Umgebung zum Ausdruck. Obwohl sich der Vorwurf an seine JĂĽnger richtet, betrifft er auch uns, die wir häufig verbohrt und ungläubig sind, selbst angesichts der Gnade Gottes.

2. FĂĽr Gott ist alles möglich. Der Vater schreit voller Schmerz: „Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!“ Jesus antwortet: „Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt.“ Der Mann äuĂźert eine vorsichtige, zaghafte Hoffnung, dass Jesus irgendwie helfen kann. Jesus lädt ihn ein, mehr zu vertrauen. FĂĽr Jesus ist es keine Frage, „ob er kann“. Seine Macht ist unbegrenzt. Das einzige Hindernis wird durch den Unglauben errichtet. „FĂĽr Gott ist alles möglich.“ (Mk 10,27)

3. FĂĽr jemanden, der leidet, beten. Nur Bischöfe und Priester mit einer besonderen Erlaubnis dĂĽrfen den GroĂźen Exorzismus durchfĂĽhren. Aber auch wir können uns durch Gebet um andere kĂĽmmern. Das heutige Evangelium zeigt uns, welche Schritte wir einhalten mĂĽssen, wenn wir fĂĽr jemanden, der leidet, beten wollen: Zuerst stellen wir Fragen, um zu erfahren, welcher Art das Problem ist. Dann laden wir die betreffende Person zu einem Glaubensakt an Jesus ein. Wir bringen die Person im Gebet zu Jesus und verbinden das - wenn möglich - mit Fasten. Wir harren auf diese Weise im Glauben aus, auch wenn es vergeblich zu sein scheint.

Gespräch mit Christus: Jesus, oft ist mein Glaube sehr schwach, besonders in den Momenten, in denen es mir schlecht geht. Wie der Vater des kranken Jungen bete ich zu dir: Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!

Vorsatz: Ich werde jemanden, der krank oder einsam ist, besuchen oder anrufen und zusammen mit ihm oder fĂĽr ihn beten.


Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert

21. Februar 2023

Dienstag der siebenten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Damiani, Bischof, Kirchenlehrer

P. Anton Vogelsang LC

Mk 9,30-37
In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen. Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich preise dich und liebe dich. Trotz deiner Gottheit bist du so demĂĽtig, dass du dich ausliefern und ans Kreuz hast schlagen lassen. Lass mich von deinem Beispiel lernen, damit ich dir folgen kann.

Bitte: Herr, verhilf mir zu aufrichtiger Reue und echter Umkehr.

1. Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert. Jesus zieht weiter auf dem Weg von Galiläa nach Jerusalem. Hat er vorher zur Menge gesprochen, so möchte er nun mit seinen JĂĽngern allein sein und sie ĂĽber sein Leiden und seinen Tod belehren. „Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten.“ Das zeigt, dass Jesus nicht ein hilfloses Opfer von Mächten war, die auĂźerhalb seiner Kontrolle lagen. Er lieferte sich selber aus - dem Plan seines Vaters liebevoll gehorsam.

2. Drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Obwohl Jesus ĂĽber sein Leiden und seinen Tod spricht, schlieĂźt er mit einer hoffnungsfrohen Botschaft. Sein Leiden ist nur der notwendige Auftakt fĂĽr seinen glorreichen Triumph. „Drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.“ Die Verben „ausgeliefert werden“ und „getötet werden“ stehen im Passiv. Sie deuten Handlungen an, denen Jesus ausgesetzt sein wird. Aber das Verb „auferstehen“ hat eine aktivische Bedeutung. Jesus lässt zu, dass er ausgeliefert und getötet wird, aber er hat die göttliche Macht, sein Leben wieder zu nehmen. Er bleibt immer der Souverän seines Schicksals.

3. Handeln wir nicht genauso? Die Reaktion der JĂĽnger auf Jesu LeidensankĂĽndigung ist, gelinde gesagt, völlig unangemessen. Während Jesus davon spricht, dass er ZurĂĽckweisung und Tod willig annehmen wird, streiten sich die Apostel ĂĽber Vorteile und Privilegien. Es ist leicht, deshalb auf sie herabzublicken, aber handeln wir nicht genauso? Wie oft suchen wir unseren Vorteil, auch wenn das bedeutet, dass wir dafĂĽr andere klein machen? Diese Haltung beeinträchtigt unsere Beziehung zu Gott. Wir mĂĽssen unsere Herzen ändern.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, wie oft handle ich genau wie die Apostel. Ich denke nur an meine Interessen. Wie anders bist du, o mein Jesus! Du denkst nicht an deine Interessen, sondern gibst dein Leben fĂĽr uns hin. Hilf mir, Jesus, dich nachzuahmen.

Vorsatz: Heute werde ich ĂĽber nichts klagen und nur Positives sagen.


Vom Sprechfasten

22. Februar 2023

Aschermittwoch
Kathedra Petri

P. Thomas Fox LC

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂĽngern: HĂĽtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die StraĂźenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schlieĂź die TĂĽr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trĂĽbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, das Geheimnis deines Wortes ist so tief. Danke, dass du mir dein Wort geschenkt hast. Lege es jetzt in mein Herz und lass es mich in Ruhe und Dankbarkeit aufnehmen. Es soll mich nähren und Frucht bringen nach deinem Willen.

Bitte: Herr, lass mich in dieser Fastenzeit wissen, auf was ich fĂĽr dich verzichten und was ich fĂĽr dich tun kann!

1. Am Wort fasten. Es ist so notwendig, immer wieder auf unsere Worte zu achten und damit besonnener umzugehen. Denn wie wir mit gesunder Nahrung, die wir in uns aufnehmen, die Grundlage fĂĽr einen gesunden Leib legen, so pflegen wir die Gesundheit unserer Seele, wenn wir gesunde Worte hören und uns heilsamen Gedanken hingeben. Es heiĂźt doch: „Der Mensch lebt von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt“ (vgl. Mt 4,4). Und andersartige Worte fĂĽgen seiner Seele und seinem Geist Schaden zu, wenn er sich von ihnen „ernährt“. Ich könnte also darauf achten, dass meine Worte respektvoll und nicht unĂĽberlegt, aufbauend und nicht verletzend sind. Wie der Heilige Jakobus sagt (Jak 3,1): „Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaum halten.“

2. Ohne Worte beten. Im Gebet lerne ich, am Wort zu fasten. Jesus sagt doch, dass der Vater im Verborgenen ist und dass er das Verborgene sieht. Dort, in der verborgenen Kammer liest er von weitem meine Gedanken und sogar die Regungen meines Herzens, noch ehe ich sie ĂĽberhaupt in Worte gefasst habe. Ist das nicht eine wunderbare Schule des Vertrauens? Wenn ich vor ihm still sein darf; wenn ich jeden Gedanken und jede Herzensregung ganz ruhig wahrnehmen, direkt vor ihn hintragen darf und daraus mein Gebet wird? Wenn ich nichts erfinden und nichts produzieren, sondern nur da sein muss? Wenn ich nicht in erster Linie mit meinem Kopf arbeite, sondern nur von Herzen immer wieder aufmerksam meinen Willen auf ihn ausrichte, – gehöre ich ihm dann nicht ganz?

3. Almosen geben. Wenn ich meinen Mitmenschen den Almosen meines Wohlwollens geben möchte, kann ich das, indem ich ruhige Worte fĂĽr sie habe, einfache und klare Botschaften sende. So viel MĂĽhe verdient mein Nächster. Es hilft, dazu innerlich zu schweigen und sich immer wieder auf das Wohl des anderen auszurichten. Wenn das gelingt, sehe ich die Not des anderen, nehme sie wahr und meine Worte legen Zeugnis fĂĽr mein Wohlwollen ab. Manchmal brauchen die Menschen gerade meine Zeit und diese Art von Zuwendung am meisten. Die Ausrichtung auf das Wohl des anderen kann ich auch ĂĽben, indem ich jemandem gebe, was er braucht, ehe er darum bitten muss oder wenn ich ĂĽber seine kleinen Fehler schweige und sie nicht vor anderen breittrete.

Gespräch mit Christus: Herr, wenn ich mich zwinge zu schweigen, erfahre ich, wie die Welt eines stummen Menschen aussieht. Wie kostbar ist doch diese Gabe: die Fähigkeit zu sprechen, sich mitzuteilen. Lass mich gewissenhaft damit umgehen, meine Zunge als Werkzeug des Friedens einsetzen.

Vorsatz: Ich werde in diesen Tagen ganz besonders auf meine Worte achten und Gott dadurch mit allen meinen Gedanken zu lieben suchen.


Im Zeichen des Kreuzes

23. Februar 2023

Donnerstag nach Aschermittwoch
Hl. Polykarp, Bischof, Märtyrer
Gedenktag

P. Thomas Fox LC

Lk 9,22-25
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

EinfĂĽhrendes Gebet: Beim Katechismusunterricht erlebte ich in Mexiko, wie dort den Kindern das Kreuzzeichen beigebracht wird: Sie machen das Kreuzzeichen viermal hintereinander und sprechen dabei einen Text, der rhythmisch dazu passt und ein kleines Gebet darstellt: „Durch das heilige Kreuzzeichen – befreie uns, Herr, unser Gott – von unseren Feinden – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Dabei wurde mir klar, dass das Kreuzzeichen tatsächlich das einfachste Gebet der Christen ist. Unter dem Schutz und Banner dieses Zeichens und der göttlichen Personen beginnen wir jedes Gebet. Auch dieses.

Bitte: Herr, du hast mein Kreuz getragen. Jetzt will ich dieser Gnade und allen Gnaden, die du mir geschenkt hast, entsprechen!

1. Wer mein JĂĽnger sein will. Als Jesus sich entschlossen nach Jerusalem wandte, um dort als Leidensknecht fĂĽr uns zu sterben, richtete er an seine JĂĽnger eine klare Ansage. Nur der könne ihm wirklich nachfolgen, der das auch von ganzem Herzen will. Das war die erste Voraussetzung fĂĽr die Nachfolge und sie lag schon in der Aufforderung „Wer mein JĂĽnger sein will“ enthalten: Jesus macht uns darauf aufmerksam, dass wir das echt wollen mĂĽssen: ihm folgen, und damit die Gesinnung eines JĂĽngers im Herzen tragen, der seinen Blick ganz auf ihn richtet. In Jerusalem erwarteten Jesus zahllose Leiden und eine Feindschaft bis auf den Tod. Jesus will, dass wir in alldem uns nicht von seinem Herzen trennen und dass wir unseren Blick gezielt auf ihn richten, innerlich miterfahren, was er erfährt. Und das geschieht nur, wenn wir es wirklich wollen.

2. â€¦ der verleugne sich selbst. Unser Herz ist sprunghaft. Es gibt dort Triebfedern, die aus der Reihe tanzen, manchmal beständig. Daher werden wir zuweilen selbst das ablehnen mĂĽssen, was uns Herz und Nieren spontan eingeben wĂĽrden. Vergessen wir dann nicht, dass Gott uns zur Wegweisung Engel, Adel und Noblesse mit auf den Weg gegeben hat. Schon Plato hatte die Seele mit einem doppelten Pferdegespann verglichen. Nach diesem Bild versuche eines der Pferde immer und grundsätzlich vom Weg abzukommen und das Gespann dementsprechend aus der Fuhr zu bringen. Aber dann ist da auch noch das zweite, noble und brave Pferd in uns, das immer den rechten Weg verfolgt. Die Peitsche und das, wofĂĽr man sie verwendet, ist ein gutes Gleichnis fĂĽr die innere Zucht, mit der wir das unedle Pferd auf dem rechten Weg halten können. Ăśbergeben wir dem Herrn die ZĂĽgel unserer Seele, damit er uns den rechten Weg entlangfĂĽhrt und alles Aufständische in uns mäßigt.

3. â€¦ nehme täglich sein Kreuz auf sich. Teils schenkt der Herr uns Kreuze, die auf uns abgestimmt sind und die wir schwerlich abwerfen können, teils lässt er uns bei anderen Kreuzen die Freiheit, sie zu tragen. Was tue ich mit meinen Kreuzen? Laufe ich davor weg, lehne ich sie ab, beschwere ich mich ĂĽber sie? Oder nehme ich sie in Liebe an? Fulton J. Sheen, ehemaliger Bischof von Rochester (USA) und damals eine bekannte Medienpersönlichkeit, klagte am Ende seines Lebens oft darĂĽber, dass so viel Leid in der Welt unnĂĽtz verschwendet werde. Verschwende ich mein Leid oder gebe ich ihm seinen erlösenden Wert? Christus fordert mich doch dazu auf, mit ihm zu leiden. Könnte ich mich nicht auch am Kreuz in seiner Nähe aufhalten? Richtet mich das nicht innerlich auf?

Gespräch mit Christus: Herr, im Kreuz erschlieĂźt du uns die Tiefe deiner Freundschaft. Um meinetwillen hast du Unsägliches erlitten. Du hast es aus Liebe und an meiner Stelle getan, denn die Strafe lag ursprĂĽnglich auf mir. Mach mich bereit, fĂĽr dich und meine Mitmenschen Lasten zu tragen.

Vorsatz: Ich werde heute versuchen, „mein Kreuz“ in allen seinen Dimensionen einmal wieder ganz und bewusst zu bejahen.


Gottes Freundschaftsangebot

24. Februar 2023

Freitag nach Aschermittwoch
Hl. Matthias, Apostel
Fest

Sarah Briemle

Joh 15,9-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich will dich sehen. Ich will dich erkennen, so wie du wirklich bist. Stärke meinen schwachen Glauben, wo andere Stimmen ihm seinen Vorrang streitig machen wollen. Lege Hoffnung in mein Herz, wenn Dunkelheit mein Leben ĂĽberschatten will. FĂĽhre mich den Weg der Liebe. Ich weiĂź, dass nur dieser Weg mich frei machen wird.

Bitte: Jesus, schenke mir ein neues Herz. Nimm mein Herz aus Stein und hilf mir zu lieben.

1. Freunde! â€žIhr seid meine Freunde.“ Wie schnell fliegen wir ĂĽber diese Worte Jesu hinweg! Freunde sind nicht auf Eigennutz aus. Freunde freuen sich mit einem. Freunde trauern mit einem. Freunde tragen einen. Noch vieles mehr könnten wir hier aufzählen. Ein Element ist dabei aber vielleicht das Entscheidendste und wird dennoch oftmals vergessen: Wahre Freundschaft kann nur Menschen untereinander verbinden. Nur Wesensgleiche können Freunde sein. Wie kann Gott uns als Menschen dann Freunde nennen? „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ FĂĽr uns Menschen wäre es unmöglich, Christus, Gott selber, als Freund zu wählen. Es ist Gott selber, der uns seine Freundschaft anbietet und uns ihm ähnlich macht. „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ Er erhebt unsere Natur auf eine göttliche Ebene und macht uns fähig, seine Freunde zu sein. Von Herz zu Herz kann ich nun mit Gott in eine Beziehung treten. Ich bin Gott nicht nĂĽtzlich. Er will meine Freundschaft, weil er mich liebt und nicht das, was ich ihm geben könnte.

2. Auf Gottesebene. Bevor Jesus seine JĂĽnger Freunde nennt, spricht er jedoch auch mit Inbrunst ĂĽber den Weg, den die JĂĽnger zu gehen haben: „Liebt einander.“ Dass diese Worte sein Freundschaftsangebot an uns einleiten, ist keineswegs Zufall. Es ist gerade die Liebe, die uns auf Gottesebene erhebt. Vieles können wir Menschen tun. Wir können Leistungen erbringen, die uns selber in Staunen versetzen. Menschliches Wissen und Können ist zu atemberaubenden Werken fähig. Doch die Liebe? Wer befähigt uns zu lieben? Und die Liebe ist genau die Eigenschaft, die dem Wesen Gottes entspricht. Niemals könnte der Mensch aus eigener Kraft lieben. Wahre Hingabe, wirkliche Vergebung, authentische Barmherzigkeit, dazu kann uns nur Gott selber fähig machen, und zwar, wenn er uns an seinem „Gott-sein“ teilhaben lässt. Gott bietet uns seine Freundschaft an. Doch nur wer in der Liebe bleibt, kann auf Gottesebene bleiben. Die Freundschaft mit Christus setzt keine Perfektion voraus. Ebenso wenig ist sie fĂĽr den Menschen aus eigenen Kräften erschwinglich. Nur die Liebe macht uns zu Freunden Gottes.

3. Wonach wir uns alle sehnen. Vollkommene Freude und ein Leben voller FrĂĽchte – danach sehnen wir uns alle. Wieviel Frust baut sich in unserem Alltag auf, gerade weil wir diese Sehnsucht nicht erfĂĽllt sehen. Unsere Probleme, Leiden, Sorgen und Konflikte lassen unsere Freude verblassen. Misserfolge lassen unser Leben unfruchtbar erscheinen. Frusterfahrungen sind immer Andeutungen auf eine tiefe Sehnsucht in unserem Herzen und diese offenzulegen ist mit Sicherheit ein Wegweiser zu Gott – zu dem Wasser, das unsere Sehnsucht wirklich stillen wird. Jesus verspricht uns kein problemloses Leben, nein, er fordert seine JĂĽnger auf, ihr Leben hinzugeben, was sicherlich nicht geschehen wird, ohne dass wir Tränen vergieĂźen. Und doch verspricht er uns die ErfĂĽllung unserer SehnsĂĽchte und zeigt uns den Weg: „Liebt einander!“

Gespräch mit Christus: Jesus, wie oft bin ich in meinem Leben unzufrieden und erhoffe mir eine Antwort von dir. Dabei hast du mir den Weg schon gezeigt. Die Liebe ist mein einziger Weg. Danke, dass du mich zuerst geliebt hast. Danke fĂĽr deine Freundschaft. Nimm mir mein allzu menschlich denkendes und schwaches Herz und gib mir deines. Erneuere mich. Hilf mir zu lieben.

Vorsatz: Wenn ich heute Frust oder Unzufriedenheit erfahre, werde ich bewusst nach einem Weg suchen, um in der Liebe zu wachsen.


Ich glaube an die heilige Kirche

25. Februar 2023

Samstag nach Aschermittwoch
Hl. Walburga, Ă„btissin

P. Thomas Fox LC

Lk 5,27-32
In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, oft fĂĽhlt sich mein Inneres und die Welt so an, als wĂĽrden sie voller Widerstände und Blockaden stecken, die dich nicht an sie heranlassen! Und dennoch machst du dich auf zu mir und wirbst um mich, findest Vorwände, um mich zu entschuldigen. Du hast wirklich nur mich „im Visier“ und schaust nicht auf die Kosten.

Bitte: Herr, dein Ruf ergeht auch heute an mich. Lass nicht zu, dass ich mir diese Gelegenheit entgehen lasse!

1. Wie eine reife Frucht. Jesus ruft Levi, den Sohn des Alphäus, den späteren Apostel und Evangelisten Matthäus, in seine Nachfolge und es scheint fast so, als ob er ihn wie eine reife Frucht vom Baum pflĂĽcken wĂĽrde – so leicht und ohne Widerstand kann er ihn vom Zolltisch wegbewegen. Dem gehen wohl entweder Jahre tief empfundener innerer Leere und Sehnsucht voraus oder dieser Abgrund entstand in einem Augenblick völliger Klarheit vor dem inneren Auge des Matthäus, als er sein Leben im Lichtglanz dessen betrachtete, der da vor ihm stand und um alles wusste.

2. Teil des Problems, Teil der Lösung. Wenn man auf die ErlösungsbedĂĽrftigkeit der Welt schaut, war Levi vorher ein Teil des Problems. Sein Leben war den Menschen ein Dorn im Auge gewesen. Doch mit Jesus schaffte er den Sprung auf die Gegenseite und wurde in der aufrichtigen Lebensgemeinschaft mit ihm zu einem Mitarbeiter an der Lösung des Problems. Da er seine Freunde zu sich einlud, lernten dadurch mehr Menschen Jesus persönlich kennen und stellten, wie er, ihr Leben auf eine neue Grundlage in Gott. Letztendlich dauerte das Festmahl, das er fĂĽr Jesus gab, ein Leben lang, denn seine Bekehrung war grĂĽndlich und er harrte in dieser Haltung aus. – Die Kirche ist dort am lebendigsten wo sie eine Kirche von Bekehrten ist. „Ex maculatis immaculata“ (vgl. KKK 827).

3. Null-Toleranz oder Einverständnis zum ärztlichen Eingriff? Die Pharisäer treten auf und machen Lärm. Sie fordern gegenĂĽber SĂĽndern eine „Null-Toleranz“. Doch sie sind von gestern. Erstens, weil sie nicht wissen, dass die Grenzlinie zwischen Gut und Böse mitten durchs Herz jedes einzelnen Menschen verläuft. Und zweitens, weil Levi nur bis gestern in SĂĽnde war und nun ein reuiges Herz hat. Jedem Arzt genĂĽgt das Einverständnis des Patienten zur Operation, damit er ihm seine Hilfe nicht versagt. Eine „Null-Toleranz“ gibt es nur gegenĂĽber der SĂĽnde, nicht gegenĂĽber dem SĂĽnder, zumal, wenn er klare Anzeichen der Reue und der Bereitschaft zur Besserung zeigt. Jedenfalls hat Jesus die Pharisäer ihren Traum von der in Eigenregie erarbeiteten Gesetzesgerechtigkeit allein träumen lassen und sich als Arzt ins Feldlazarett von Kirche und Welt begeben, um dort mit denen zusammenzuwirken, die arm sind vor Gott. Was wäre aus uns geworden, wenn Jesus uns nicht in seine Kirche gerufen hätte? Sicher, auch sie muss geläutert werden. Aber gerade dafĂĽr steht ja die Fastenzeit – nichts soll unter den Tisch gekehrt werden. Geben wir Jesus unser Einverständnis dafĂĽr, dass er in uns seine Kirche läutert!

Gespräch mit Christus: Herr, dein Wort ergeht täglich an uns. Du rufst uns damit aus der Finsternis in dein wunderbares Licht. Was bedeutet dein Wort einer Seele, die sich ansonsten der nackten Finsternis gegenĂĽbersehen wĂĽrde? „Ja, du lässt meine Leuchte erstrahlen, der Herr, mein Gott, macht meine Finsternis hell. Ja, mit dir ĂĽberrenne ich Scharen, mit meinem Gott ĂĽberspringe ich Mauern (Ps 18,29-30).

Vorsatz: Ich werde heute ein Gebet oder eine gute Tat aufopfern, um mich ans Herz Jesu zu schmiegen und die Kirche zu heiligen.