Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 5. Februar 2023 bis Samstag 11. Februar 2023

F├╝nfte Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Das Salz und das LichtSonntag
Jesus ber├╝hrenMontag
Gott von Herzen ehrenDienstag
Was reine H├Ąnde mit einem reinen Herz zu tun habenMittwoch
Jesus und die HeidinDonnerstag
├ľffne dich!Freitag
Gro├čz├╝gigkeit GottesSamstag


Das Salz und das Licht

5. Februar 2023

F├╝nfter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Agatha, Jungfrau, M├Ąrtyrin

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, au├čer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man z├╝ndet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Einf├╝hrendes Gebet: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele d├╝rstet nach dir (Psalm 63). Hilf mir, dich zu suchen und dich zu finden. Schenke mir deinen Heiligen Geist, lehre mich, dir im Gebet zu begegnen und mich von dir verwandeln zu lassen.

Bitte: Gib mir die Gnade, besser zu verstehen, wie ich in dir Salz der Erde und Licht der Welt sein soll.

1. Salz der Erde. Jesus spricht zu seinen J├╝ngern und auch ich darf mich angesprochen wissen. Auch zu mir sagt er heute: Du bist das Salz der Erde. Was kann das bedeuten? Das Salz ist einfach, man braucht nicht viel davon, aber es ist sehr n├╝tzlich: Es gibt zum Beispiel der Speise mehr Geschmack. Ich als Christ habe eine Rolle zu spielen, etwas beizutragen, wo auch immer ich bin. Vielleicht Freude, N├Ąchstenliebe, Vergebung, Gerechtigkeit, Geduld, HoffnungÔÇŽ Habe ich einmal dar├╝ber nachgedacht? Habe ich sogar Erfahrungen gemacht, bei denen mir das klar und ersichtlich wurde?

2. Licht der Welt. Ein zweites Bild, das Jesus f├╝r uns verwendet, ist das Licht. Das Licht hilft den Menschen, klar zu sehen, besser unterscheiden zu k├Ânnen, mit Sicherheit zum Ziel zu schreiten. Auch wenn unsere Gesellschaft scheinbar immer weniger von Gott wei├č, hat das christliche Menschenbild immer noch die Kraft, den Menschen ihre wahre Identit├Ąt zu zeigen. Ein authentischer Christ ist ein authentischer Mensch. Wenn ich authentisch lebe, helfe ich dadurch schon vielen anderen Menschen.

3. Geschmack und Ausstrahlung bewahren. Als Christen haben wir von Gott so viel bekommen, dass wir andere beschenken k├Ânnen, sogar einfach mit unserem Dasein. Unsere Aufgabe ist es, diesen Schatz zu bewahren und zug├Ąnglich zu machen. Wir Christen sind in der heutigen Welt eine Minderheit und manchmal kann es schwerfallen, Zeugnis zu geben. Jesus m├Âchte uns heute ermutigen: Wir sollen die Werte, f├╝r die wir einstehen, nicht verlieren und uns nicht verstecken. Die Welt braucht das Salz und das Licht Gottes.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, danke, dass du auch durch mich dich in diese Welt ausstrahlen m├Âchtest. Ich vertraue auf dich. Schenke mir bitte die Weisheit und die Kraft, in dieser Welt als dein J├╝nger zu leben.

Vorsatz: Wenn ich heute beim Essen das Salz benutze, m├Âchte ich mich noch einmal an diese Meditation erinnern und mich fragen: Wie kann ich heute Salz f├╝r meine Umgebung sein kann?


Jesus ber├╝hren

6. Februar 2023

Montag der f├╝nften Woche im Jahreskreis
Hl. Paul Miki und Gef├Ąhrten, M├Ąrtyrer
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 6,53-56
In jener Zeit fuhren Jesus und seine J├╝nger auf das Ufer zu, kamen nach Gennesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie h├Ârten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Geh├Âft kam, trug man die Kranken auf die Stra├če hinaus und bat ihn, er m├Âge sie wenigstens den Saum seines Gewandes ber├╝hren lassen. Und alle, die ihn ber├╝hrten, wurden geheilt.

Einf├╝hrendes Gebet: Heiliger Geist, schenke mir dein Licht und deine Kraft, so dass ich mich in diesem Moment ganz ├Âffnen kann. Herr, ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und ich m├Âchte dich ├╝ber alles lieben. Ich sehne mich danach, dir in diesem Gebet zu begegnen.

Bitte: Herr schenk mir die Gnade, mich mehr nach dir zu sehnen.

1. Die Menschen eilten zu Jesus. Ich kann diese Stelle noch einmal langsam lesen und versuchen, mir die Szene so lebendig wie m├Âglich vorzustellen: z.B. die Aufregung unter den Menschen, wenn sie von jemandem erfahren, dass Jesus auf dem Weg zum Dorf ist; die Eile, mit der die Menschen durch die Stra├če gehen, Jesus entgegen; die Hoffnung, mit der eine Mutter ihr krankes Kind in Armen tr├Ągt; die Entschiedenheit von vier Jungs, die ihren gel├Ąhmten Freund auf die Stra├če bringen. Wer k├Ânnte noch dabei sein? Wie f├╝hlen diese Menschen sich? Was sagen sie? Wo schauen sie hin? Was tun sie, wenn Jesus vorbeikommt?

2. Jesus heilt. In einem zweiten Schritt kann ich Jesus betrachten. Was f├╝hlt und denkt er, wenn er diese Menschen sieht, ihren Glauben und ihre Hoffnung? Sehr wahrscheinlich ist er auch tief bewegt und widmet jedem Einzelnen einen tiefen Blick, ein herzliches Wort. Gleichzeitig heilt er jeden, der ihn ber├╝hrt. Jesus ist Emmanuel ÔÇô Gott mit uns, menschgewordenes Wort Gottes. Aus Liebe zu uns hat er sich ber├╝hrbar gemacht. Wenn wir es wollen, d├╝rfen wir mit ihm in engen und heilenden Kontakt kommen.

3. Welche Sehnsucht ist in mir? Das Evangelium betont diese Bewegung der Menschen zu Jesus und ihre Sehnsucht, Jesus zu ber├╝hren. Das bezeugt ihren Wunsch, Gott zu begegnen, sich von ihm helfen lassen. Vielleicht gab es auch einige Menschen in diesem Dorf, die zu Hause geblieben sind, die kein Interesse hatten, Jesus zu begegnen. Gott sehnt sich nach einer Freundschaft mit uns, er m├Âchte der Heiland jedes Menschen sein, aber er l├Ąsst uns auch immer in Freiheit. Was geschieht gerade in meinem Herzen? Ist die Sehnsucht nach Gott in mir lebendig, oder ist sie durch einigen Sorgen oder Besch├Ąftigungen eher schwach geworden?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, danke, dass du nie aufh├Ârst, mich zu lieben und dich nach meiner Freundschaft zu sehnen. Bitte, belebe, st├Ąrke meine Sehnsucht nach dir und meinen Glauben an dich! Ich brauche dich in meinem Leben.

Vorsatz: Ich m├Âchte mehrere Male am Tag Jesus einfach um Hilfe bitten.


Gott von Herzen ehren

7. Februar 2023

Dienstag der f├╝nften Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 7,1-13
In jener Zeit hielten sich die Pharis├Ąer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren,┬ábei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner J├╝nger ihr Brot mit unreinen, das hei├čt mit ungewaschenen H├Ąnden a├čen. Die Pharis├Ąer essen n├Ąmlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die H├Ąnde gewaschen haben, wie es die ├ťberlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere ├╝berlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Absp├╝len von Bechern, Kr├╝gen und Kesseln. Die Pharis├Ąer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine J├╝nger nicht an die ├ťberlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen H├Ąnden? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er ├╝ber euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die ├ťberlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot au├čer Kraft und haltet euch an eure eigene ├ťberlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korb├ín, das hei├čt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas f├╝r Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene ├ťberlieferung Gottes Wort au├čer Kraft. Und ├Ąhnlich handelt ihr in vielen F├Ąllen.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Jesus, es ist ein Geschenk, mit dir sprechen zu d├╝rfen. Es ist ein Geschenk, diese stille Zeit zu haben, in deiner Gegenwart, unter deinem liebenden Blick. Du ├Âffnest mir dein Herz und m├Âchtest, dass ich dir mein Herz ├Âffne. Schenke mir deinen Heiligen Geist, dass er mich in diesem Gebet begleite. Mach mich aufmerksam auf dein Wort und f├╝gsam f├╝r das, was du mich lehren m├Âchtest.

Bitte: Schenke mir die Gnade, den Stand meiner Beziehung zu dir mit gro├čer Ehrlichkeit wahrzunehmen und sie authentisch zu leben.

1. Zwischen den Zeilen lesen. Jesus reagiert mit einer sehr ausf├╝hrlichen Antwort auf eine Frage, die f├╝r uns vielleicht nicht so bedeutsam klingt: Warum halten sich deine J├╝nger nicht an die ├ťberlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen H├Ąnden? Aber wenn wir den Kontext anschauen, k├Ânnen wir das besser verstehen: Jesus und seine J├╝nger befinden sich gerade unter minuzi├Âser und nicht besonders wohlwollender Beobachtung seitens der theologischen Elite der Zeit ÔÇô der Schriftgelehrten und Pharis├Ąer. Ihre Frage ist eher eine Anklage oder sogar ein ├Âffentliches Urteil: Du verachtest die Traditionen der V├Ąter und hier k├Ânnen alle einen klaren Beweis daf├╝r sehen. Wir k├Ânnen uns vorstellen, dass Jesus und seine J├╝nger sich gerade unter vielen Menschen befanden und dass in diesem Moment alle still geworden sind und gespannt darauf warteten, wie Jesus reagiert.

2. In den Herzen lesen. An einer anderen Stelle hei├čt es, dass Jesus genau wusste, was im Menschen war (Joh 2,25). Ihre Herzen waren f├╝r ihn ein offenes Buch. Jesus wollte sich also weniger verteidigen, als diese von Heuchelei und Stolz infizierte Herzen heilen ÔÇô sie zur Bekehrung und zu einer authentischen Religiosit├Ąt einladen. Wegen ihrer Herzensh├Ąrte musste er daf├╝r auch harte Worte w├Ąhlen. Jesus greift wie ein guter Arzt ein, der seinen Patienten mit einem chirurgischen Eingriff verletzen muss, um einen b├Âsartigen Tumor zu entfernen. Sind die Herzen bereit, sich heilen zu lassen?

3. Mit den Lippen oder mit dem Herzen. Wir sind dazu geschaffen, um Gott zu ehren und in Beziehung mit ihm zu leben. Jesus erinnert uns heute daran, dass es nicht gen├╝gt, Gebete zu sprechen oder theologische Diskussionen zu f├╝hren. Das Herz bestimmt, was wir sind, mit unseren Gedanken, Worten, Gef├╝hlen und Taten. Gott in unserem Herzen zu verehren, bedeutet, unser ganzes Leben mit ihm zu gestalten. Was sagt das mir?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, es ist ├╝berraschend, immer wieder von dir auch einmal harte Worte zu h├Âren. Aber ich wei├č, dass sie aus Liebe kommen und Heilung bringen wollen. Hilf mir, sie so zu h├Âren, wie sie gemeint sind. Hilf mir, in allem, was mir geschieht, deine Einladung f├╝r mich herauszuh├Âren, zu lernen und wachsen.

Vorsatz: Wenn ich heute eine kritische R├╝ckmeldung bekomme, werde ich mich besinnen und nachdenken, ob Gott mir damit etwas sagen m├Âchte.


Was reine H├Ąnde mit einem reinen Herz zu tun haben

8. Februar 2023

Mittwoch der f├╝nften Woche im Jahreskreis
Hl. Hieronymus Ämiliani, Ordensgründer
Hl. Josefine Bakhita, Ordensfrau

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 7,14-23
In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: H├Ârt mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von au├čen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verlie├č die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine J├╝nger nach dem Sinn dieses r├Ątselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von au├čen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erkl├Ąrte Jesus alle Speisen f├╝r rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die b├Âsen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses B├Âse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

Einf├╝hrendes Gebet: Himmlischer Vater, ich glaube, dass du hier bist, dass du mich liebst und dass du mit mir und durch mich viele Menschen lieben m├Âchtest. Danke, dass du uns deinen Sohn gesandt hast, um uns den Weg zu dir zu zeigen. Ich m├Âchte dir in diesem Gebet begegnen, dein Wort h├Âren, n├Ąher zu dir zu kommen. Schenke mir deinen Heiligen Geist, so dass er mich st├Ąrkt, lehrt und leitet. Maria, meine Mutter, steh mir bei.

Bitte: Hilf mir, Herr, besser zu verstehen, was rein und was unrein macht, so dass ich in meinem Leben immer tiefer mit dir verbunden leben kann.

1. Jesus lehrt. Gestern haben wir betrachtet, wie Jesus zuerst auf die Frage der Pharis├Ąer und Schriftgelehrten reagiert, indem er ihre Herzen heilen und sie zur Umkehr bewegen m├Âchte. Danach wendet sich Jesus an alle Menschen, die sich rund um ihn herum befinden, und beantwortet die zugrundeliegende Frage. Jesus ist nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erf├╝llen (vgl. Mt 5,17). Er war sicher nicht gegen die Regel, dass Menschen sich vor dem Essen die H├Ąnde waschen sollen. Aber er wollte klarstellen, dass essen mit ungewaschenen H├Ąnden an sich keine S├╝nde war. Er verneint nicht die Existenz der S├╝nde, sondern er pr├Ązisiert, wo sie zu finden ist, worin sie besteht. Auch in unserer Gesellschaft gibt es ÔÇ×S├╝ndenÔÇť, die in Wirklichkeit nur die Missachtung von Br├Ąuchen sind oder der Mode. Kann ich davon welche in meiner Umgebung identifizieren?

2. Ein Weg zur wahren Freiheit. Im j├╝dischen Volk gab es damals (und teilweise immer noch) viele Vorschriften in Bezug auf das Essen ÔÇô wie und was man essen darf und was nicht, um nicht unrein zu werden. Jesus erkl├Ąrte mit seiner g├Âttlichen Autorit├Ąt alle Speisen f├╝r rein. Als menschgewordenes Wort Gottes kann er uns offenbaren, wie Gott es wirklich im Gesetz meinte, so dass wir wahrhaft als freie Kinder Gottes leben k├Ânnen und uns nicht von Menschenfurcht knechten lassen m├╝ssen. Was sagt mir das? Sehne ich mich auch nach dieser Freiheit? Wovon m├Âchte ich besonders frei werden?

3. Es geht um das Herz. Jesus nimmt das Bild vom Essen und erkl├Ąrt damit, worauf es in unserem christlichen Leben wirklich ankommt, um gut und aufrecht zu leben: auf unser Herz, die Mitte unserer Gedanken, Gef├╝hle und Entscheidungen. Was wir uns zu eigen machen, das baut uns entweder auf oder es zerst├Ârt uns. Und was wir aufgrund eigener Entscheidung wollen, denken und tun, kann auch f├╝r andere aufbauend oder sch├Ądlich sein, je nachdem, ob es etwas Gutes ist oder nicht. Was f├╝r eine Verantwortung liegt dadurch bei uns in Bezug auf unser Herz ÔÇô aber auch in Bezug auf das, womit wir es ern├Ąhren: unsere Lekt├╝ren, Sendungen, die wir anh├Âren, Filme, die wir sehen. Alles hinterl├Ąsst eine Spur in mir. Nehme ich das wahr? Welche Auswirkungen davon habe ich in mir bemerkt?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, danke, dass du uns immer zu einer gr├Â├čeren Liebe und Freiheit f├╝hren m├Âchtest. Ich will dein Wort im Herzen bewahren und mich darauf ausrichten.

Vorsatz: Ich lese heute ein Kapitel von einem guten Buch, um mein Herz zu n├Ąhren.


Jesus und die Heidin

9. Februar 2023

Donnerstag der f├╝nften Woche im Jahreskreis
Sel. Anna Katharina Emmerick, Mystikerin

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 7,24-30
In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, h├Ârte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu F├╝├čen. Die Frau, von Geburt Syroph├Ânizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den D├Ąmon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast Recht, Herr! Aber auch f├╝r die Hunde unter dem Tisch f├Ąllt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der D├Ąmon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der D├Ąmon es verlassen hatte.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, heute ist ein neuer Tag, an dem ich dir wieder im Gebet begegnen darf, dich ein bisschen mehr kennenlernen und besser nachfolgen kann. Schenke mir deinen Heiligen Geist, damit er mir beten hilft ÔÇô so oft wei├č ich nicht genau, wie ich beten soll. Maria, meine Mutter, stehe mir bei.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade, mit deinen Augen zu schauen, in deinem Sinn zu denken, mit deinem Herzen zu lieben.

1. Das Gebiet von Tyrus. Heute m├Âchte Jesus uns weiter auf dem Weg der Freiheit f├╝hren. Er begibt sich in das Gebiet von Tyrus, einem heidnischen Territorium, nord-westlich von Galil├Ąa. Er bringt seine J├╝nger mit. Vielleicht hatte er einen ruhigen Ort gesucht, wo er sie noch intensiver unterweisen konnte. Aber vielleicht war es ein Teil seiner Lehre, den J├╝ngern zu zeigen, dass auch die Heiden ihn brauchen und bereits suchen. Was k├Ânnte dem Heidenterritorium in meiner Wirklichkeit entsprechen? Oder kann es sein, dass ich bereits in einem ÔÇ×HeidenterritoriumÔÇť lebe und mich oft so f├╝hle, als ob ich der Einzige oder die Einzige bin, die mit Jesus etwas zu tun haben m├Âchte?

2. Jesus konnte nicht verborgen bleiben. Jesus hatte anscheinend keine Absichten, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber er selbst war wie diese Stadt auf einem Berg, die nicht verborgen bleiben kann. Seine Person faszinierte, seine Worte und Taten heilten. Viele Menschen aus unterschiedlichen V├Âlkern und Religionen sp├╝rten, dass Jesus auch f├╝r sie da war. So kommt rasch auch diese Frau mit ihrer Bitte und tr├Ągt sie mit tiefem Respekt Jesus vor. Die J├╝nger waren wahrscheinlich sehr ├╝berrascht: Es gab, der j├╝dischen Mentalit├Ąt nach, mindestens zwei gute Gr├╝nde, weswegen Jesus diese Person, nicht h├Ątte zu sich lassen sollen ÔÇô sie war eine Frau und noch dazu eine Heidin. Doch Jesus l├Ąsst es zu. Warum?

3. Die Begegnung. So steht Jesus zwischen seinen J├╝ngern, die von seinem Vorgehen alarmiert sind, und einer Heidin mit einem dringenden Anliegen. Wenn er spricht, gilt das vielleicht in erster Linie den J├╝ngern: Er wei├č, dass er der Messias der Juden ist, die ihn so lange erwartet haben. Es gibt etliche Stellen in Alten Testament, wo Gott Israel sein Kind oder das Volk seine Kinder nennt. Aber die Frau l├Ąsst sich nicht abweisen und spricht mit gro├čem Respekt, Demut und Glauben weiter. Vielleicht war es genau dieser Satz, den Jesus h├Âren wollte, um seinen J├╝ngern eine kostbare Lehre zu geben. Was f├╝r ein Schatz verbarg sich im Herzen dieser Fremden! Kann es sein, dass ├Ąhnliche Sch├Ątze im Herzen der Personen verborgen sind, die ich kenne, die aber nicht praktizierende Christen oder Gl├Ąubige sind? Kann es sein, dass auch sie Jesus brauchen oder ihn bereits schon suchen?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, schenk mir deine Augen, um die Menschen mit ├Ąhnlicher Liebe und Respekt anzuschauen wie du. Schenk mir Weisheit und deine Einsicht, um mit ihnen ├╝ber dich sprechen zu k├Ânnen. Schenk mir Feinf├╝hligkeit und Geduld, aber auch Offenheit und Mut, je nach dem, was gerade gebraucht ist, um dich zu anderen Menschen zu bringen.

Vorsatz: Wenn jemand mir heute eine Sorge oder ein Anliegen anvertraut, nehme ich es mit zu Jesus ins Gebet. Ich kann es der Person auch sagen.


├ľffne dich!

10. Februar 2023

Freitag der f├╝nften Woche im Jahreskreis
Hl. Scholastika, Jungfrau

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 7,31-37
In jener Zeit verlie├č Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam ├╝ber Sidon an den See von Galil├Ąa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er m├Âge ihn ber├╝hren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und ber├╝hrte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das hei├čt: ├ľffne dich! Sogleich ├Âffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erz├Ąhlen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Au├čer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben h├Âren und die Stummen sprechen.

Einf├╝hrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erf├╝lle die Herzen deiner Gl├Ąubigen, erf├╝lle auch mein Herz, und entz├╝nde in ihm die Feuer deiner Liebe! Festige auch meine Hoffnung, hilf mir, mich zu sammeln, so dass ich dein Wort richtig h├Âren kann.

Bitte: Jesus, schenke mir die Gnade, zu entdecken, in welchem Bereich meines Lebens ich mich dir noch mehr ├Âffnen kann.

1. Sie bringen ihn zu Jesus. Jesus kommt in eine andere Region und gleich bringt man ihm einen Mann, der Heilung braucht. Wer hat ihn zu ihm gebracht? Seine J├╝nger, die jetzt besser verstehen, dass alle Leute zu Jesus kommen d├╝rfen? Oder irgendwelche Bewohner dieser Region, die Jesus schon von fr├╝her her kannten? Sie tun etwas sehr Einfaches, aber Wertvolles: Sie bringen den Taubstummen zu Jesus, bitten f├╝r ihn und glauben. Es war eine Menschenmenge da, vielleicht mit anderen Bitten, vielleicht nur aus Neugier. Kann es sein, dass diese Leute bei Jesus standen und sich nicht trauten, ihn um Hilfe zu bitten? Traue ich mich, Jesus um Hilfe f├╝r mich selbst oder f├╝r andere zu bitten?

2. Eine pers├Ânliche Begegnung. Jesus nimmt den Taubstummen von der Menschenmenge weg, als ob er der einzige Mensch auf der Erde w├Ąre. So pers├Ânlich und ernst nimmt er seine Anliegen. Er betet ├╝ber ihn, ber├╝hrt ihn und heilt ihn. Wir k├Ânnen uns vorstellen, dass die Personen, die ihn gebracht hatten, dabei waren und alles bezeugen konnten. Sogar das aram├Ąische Wort Effata, das Jesus im Gebet ausgesprochen hatte, konnten sie nie vergessen. Der ber├╝hmte Jesus, von so vielen Menschen bewundert, hatte Zeit f├╝r diesen Kranken und wusste genau, was er brauchte. Und was passiert danach? ÔÇô Er hat gerade ein gro├čes Wunder und Zeichen getan und trotzdem will er, dass niemand es weitererz├Ąhlt. Ich kann zusammen mit all diesen Menschen in Stille Jesus betrachten. Was beeindruckt mich am meisten? Was ber├╝hrt mich?

3. H├Âre, Israel! Es kann sein, dass dieser Mann Jesus an sein eigenes Volk erinnert hat. Das ÔÇ×H├ÂrenÔÇť gilt oft in der Bibel als eine Einladung zum Glauben an Gott und zu einem authentischen Leben nach seinem Gesetz. Zum Sprechen hat Jesus seine J├╝nger zum Beispiel damals eingeladen, als er sie zum Predigen ausgesandt hat. Das sind auch zwei wichtige Haltungen von uns Christen: offen f├╝r und aufmerksam auf Gottes Wort zu bleiben und ihn mit unserem Leben zu bekennen und verk├╝nden. Die Zeugen dieses Wunders haben geglaubt und konnten nicht mehr stumm bleiben, trotz des Verbots Jesu, das wahrscheinlich nur aus Demut ausgesprochen wurde. Habe ich etwas mit Gott erlebt, wor├╝ber ich nicht mehr schweigen kann?

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, danke, dass du m├Âchtest, dass wir dich h├Âren und verstehen, und dass wir dich bekennen. Manchmal wei├č ich nicht genau, wie ich es tun soll. Sprich auch ├╝ber mich wie im Taufritus einmal mehr dein ÔÇ×EffataÔÇť! ├ľffne meine Ohren und hilf mir zu sprechen, wenn ich es tun soll. Ich vertraue dir.

Vorsatz: Ich m├Âchte heute eine meiner Erfahrungen mit Gott mit jemandem teilen.


Gro├čz├╝gigkeit Gottes

11. Februar 2023

Samstag der f├╝nften Woche im Jahreskreis
Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes
Welttag der Kranken

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 8,1-10
In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die J├╝nger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. Seine J├╝nger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen J├╝ngern zum Verteilen; und die J├╝nger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und lie├č auch sie austeilen. Die Leute a├čen und wurden satt. Dann sammelte man die ├╝brig gebliebenen Brotst├╝cke ein, sieben K├Ârbe voll. Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. Gleich darauf stieg er mit seinen J├╝ngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr ich glaube an dich, vermehre mein Glaube. Ich hoffe auf dich, st├Ąrke meine Hoffnung. Ich will dich lieben, entz├╝nde meine Liebe! Ich m├Âchte mein ganzes Leben nach dir ausrichten, schenke mir deinen Heiligen Geist, so dass er mich lehrt und leitet in diesem Gebet und in meinem ganzen Leben. Maria, steh mir mit deiner m├╝tterlichen F├╝rsprache bei.

Bitte: Herr, schenk mir die Gnade, deine Gro├čz├╝gigkeit tiefer zu verstehen und nachzuahmen.

1. Ich habe Mitleid mit diesen Menschen. Ich kann mir diese Szene vor Augen f├╝hren und in Stille betrachten: viertausend Menschen, die Jesus drei Tage lang zuh├Âren, Jesus, der nicht nur predigt, sondern auch merkt, dass sie nichts mehr zu Essen haben, der wei├č, woher sie gekommen sind und was f├╝r ein R├╝ckweg sie erwartet. Er kennt sie, f├╝hlt mit ihnen und m├Âchte helfen. So ist Jesus auch mit mir. Ich darf darauf vertrauen, dass er genau wei├č, wie es mir geht und was mir fehlt, und dass er immer bereit ist, mir zu helfen. Er ist nie gleichg├╝ltig, er l├Ąsst sich von meiner Not ber├╝hren. So sehr liebt er uns.

2. Wie viele Brote habt ihr? Um den Menschen helfen, ruft Jesus seine J├╝nger zu sich. Er teilt mit ihnen, was in seinem Herzen vorgeht, und bittet um Hilfe. Ist es nicht h├Ąufig so, dass Gott uns durch anderen Menschen zu Hilfe kommt? Und er braucht von ihnen nicht viel ÔÇô ein paar Brote und die Bereitschaft, sie mit anderen zu teilen. Wenn die J├╝nger zustimmen, geschieht schon das Wunder. Sie sehen mit eigenen Augen, wie Jesus aus den sieben Broten, die sie zu bieten hatten, ein riesiges Mahl macht. Es kann sein, dass das auch f├╝r sie ein Zeichen sein sollte: Jesus wird auch durch sie und in ihrem Apostolat den geistlichen Hunger von ungez├Ąhlten Menschen stillen. Habe ich schon irgendwann erfahren, wie Gott durch mich anderen helfen konnte? Wie war diese Erfahrung?

3. Sieben K├Ârbe voll. Es kann sein, dass die J├╝nger sich am Anfang mit gewisser Sorge fragten: Und was bleibt f├╝r uns zu essen, wenn wir unsere sieben Brote zum Teilen abgegeben haben? Nach dem Essen schickt sie Jesus in die Runde, um die ├╝briggebliebene Brotst├╝cke einzusammeln, und sie bringen sieben K├Ârbe voll zur├╝ck. Die Zahl Sieben steht f├╝r eine F├╝lle. Sie bezeichnet auch die ├╝berflie├čende Gro├čz├╝gigkeit Gottes. Wir Menschen kalkulieren oft und z├Ąhlen nach, wie viel wir geben k├Ânnen. Gott ist gro├čz├╝gig, weil ein liebendes Herz nicht mehr kalkuliert. Es gibt sich ganz und gar. So ist auch Gott mit mir, so ist seine Liebe zu mir. Was bewirkt diese Einsicht in mir?

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus, ich gebe dir meine H├Ąnde, um deine Arbeit zu tun. Ich gebe dir meine F├╝├če, um deinem Weg zu folgen. Ich gebe dir meine Augen, um zu sehen, wie du siehst. Ich gebe dir meine Zunge, um deine Worte zu sprechen. Ich gebe dir meinen Verstand, damit du in mir denkst. Ich gebe dir meinen Geist, damit du in mir betest. Vor allem gebe ich dir mein Herz, damit du in mir deinen Vater und alle Menschen liebst. Ich ├╝bergebe dir mein ganzes Sein, damit du, Christus, in mir w├Ąchst, arbeitest und betest. Amen.

Vorsatz: Ich m├Âchte heute jemandem helfen und es mit Jesus im Herzen verbunden tun.