Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. Januar 2023 bis Samstag 4. Februar 2023

Vierte Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Ein glĂŒckliches Leben Sonntag
Jesus ist GottMontag
Die Macht Jesu kennt keine Grenzen Dienstag
Ist das nicht der Zimmermann?Mittwoch
Gott betritt seinen TempelDonnerstag
Jesu JĂŒnger zu sein kann lebensgefĂ€hrlich seinFreitag
Wieder bei JesusSamstag


Ein glĂŒckliches Leben

29. Januar 2023

Vierter Sonntag im Jahreskreis
Wort-Gottes-Sonntag

P. Anton Vogelsang LC

Mt 5,1-12a
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine JĂŒnger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die SanftmĂŒtigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dĂŒrsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesĂ€ttigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmĂ€ht und verfolgt und alles Böse ĂŒber euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Wie man glĂŒcklich werden kann. Die heutige Lesung aus dem Evangelium ist der Beginn der Bergpredigt, der berĂŒhmtesten Predigt, die je gehalten wurde. Darin lehrt uns Jesus, wie wir als JĂŒnger leben sollen. Gleich zu Beginn gibt er eine AufzĂ€hlung von Seligpreisungen. Der Katechismus der Katholischen Kirche nennt sie „das Herz der Predigt Jesu“. Das griechische Wort, das als „selig“ ĂŒbersetzt wird, bedeutet wörtlich „glĂŒcklich“. Indem Jesus uns die Seligpreisungen lehrt, zeigt er uns nicht nur, wie man ein heiliges Leben fĂŒhrt, sondern er verrĂ€t uns auch, wie wir ein glĂŒckliches Leben fĂŒhren können. Jeder Mensch sehnt sich nach GlĂŒck. Wenn du also glĂŒcklich sein willst, solltest du den Lehren folgen, die in der heutigen Lesung aus dem Evangelium enthalten sind.

2. Paradoxe Verheißungen. Den Seligpreisungen zu folgen, ist leichter gesagt als getan. Wenn wir sie betrachten, erscheinen einige von ihnen ziemlich seltsam. Zumindest assoziieren wir GlĂŒck normalerweise nicht mit Armut, Trauer, Sanftmut, Hunger und Verfolgung. Diese Dinge zu erleiden, macht uns oft traurig, nicht glĂŒcklich. Daher gehen wir diesen Dingen von Natur aus eher aus dem Weg. Wie sollen wir also Jesus verstehen? Ich stelle mir vor, dass sich die Apostel auch am Kopf kratzten und fragten, wovon er eigentlich sprach! Der Katechismus der Katholischen Kirche nennt die Seligpreisungen „paradoxe Verheißungen“. Sie sind wie RĂ€tsel, ĂŒber die wir unser ganzes Leben lang meditieren mĂŒssen. Wenn wir das tun, werden sie sich langsam fĂŒr uns öffnen, und wir werden ihre Bedeutung allmĂ€hlich verstehen. Sie zeigen uns, dass Gottes Denkweise ganz anders ist als unsere. Der erste Schritt zum VerstĂ€ndnis der Seligpreisungen besteht darin, darauf zu vertrauen, dass Gott es am besten weiß. Er ist schließlich unser Schöpfer. Vertraust du Gott?

3. Das Antlitz Jesu. Der Katechismus lehrt, dass „die Seligpreisungen das Antlitz Jesu Christi darstellen“ (KKK 1717). Was mich an Jesus unter anderem am meisten inspiriert, ist die Übereinstimmung zwischen seinem Leben und seinen Lehren. Jesus predigte nicht nur schöne Dinge, er lebte sie auch. Jesus war arm. Wie der heilige Paulus lehrt: „Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.“ Jesus trauerte. Wir finden drei Passagen in der Schrift, in denen es heißt, dass Jesus weinte. Der Prophet Jesaja beschrieb ihn als „verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut“. Jesus war sanftmĂŒtig. „Ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig“. Dasselbe gilt fĂŒr alle anderen Seligpreisungen. Wenn wir JĂŒnger Jesu sein wollen, mĂŒssen wir seinem Beispiel folgen. „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“. Versuche nicht, die Lehre Jesu so anzupassen, dass sie mit der Art und Weise deines Denkens ĂŒbereinstimmt. Nein. Du musst deine Denkweise so anpassen, dass sie mit den Lehren Jesu ĂŒbereinstimmt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, deine Lehren sind heute genauso geheimnisvoll wie vor 2000 Jahren. Heute sagt uns unsere Gesellschaft: „Selig sind die Reichen, die Schönen, die Jungen und Gesunden, die MĂ€chtigen usw.“ Wie anders ist doch deine Lehre! Öffne mein Herz und meinen Verstand, damit ich deine Lehren verstehen, annehmen und leben kann, damit ich wirklich einer deiner SchĂŒler sein kann.

Vorsatz: Heute werde ich eine der Seligpreisungen auswĂ€hlen und versuchen, sie wĂ€hrend des Tages gewissenhaft zu leben.


Jesus ist Gott

30. Januar 2023

Montag der vierten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 5,1-20
In jener Zeit kamen Jesus und seine JĂŒnger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bĂ€ndigen, nicht einmal mit Fesseln. Schon oft hatte man ihn an HĂ€nden und FĂŒĂŸen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen. Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quĂ€le mich nicht! Jesus hatte nĂ€mlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist! Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele. Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen. Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde. Da baten ihn die DĂ€monen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren! Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stĂŒrzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken. Die Hirten flohen und erzĂ€hlten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion DĂ€monen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fĂŒrchteten sie sich. Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen. Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den DĂ€monen besessen war, bei ihm bleiben zu dĂŒrfen. Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr fĂŒr dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat. Da ging der Mann weg und verkĂŒndete in der ganzen Dekapolis, was Jesus fĂŒr ihn getan hatte, und alle staunten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Vier Wunder. Dieser Abschnitt sollte zusammen mit dem vorhergehenden Abschnitt im Markusevangelium gelesen werden, in dem Jesus den Sturm stillt, und dem folgenden Abschnitt, in dem Jesus die Frau, die an Blutfluss leidet, heilt sowie die Tochter des JaĂŻrus von den Toten auferweckt. Markus fasst diese vier Wunder absichtlich zusammen, um uns zu zeigen, dass die Macht Jesu nach alter jĂŒdischer MentalitĂ€t und Weltanschauung keine Grenzen kennt. Mit anderen Worten, indem er dies tut, lĂ€dt uns Markus auf indirekte Weise ein zu glauben, dass Jesus Gott ist.

2. Jesus heilt in heidnischem Gebiet. Durch die BesĂ€nftigung des Sturms in Kapitel 4 hatte Markus uns gezeigt, dass Jesus Macht ĂŒber die Natur hat. Nun reist Jesus mit seinen JĂŒngern ĂŒber den See Gennesaret in heidnisches Gebiet. Dort heilt er den Besessenen von Gerasa. Dieses Wunder zeigt uns, dass Jesus Macht ĂŒber die unreinen Geister hat. Aber es gibt noch mehr. Der Ausblick des antiken Judentums war auf das eigene Volk begrenzt. Nur die natĂŒrlichen Nachkommen Jakobs konnten den Bund mit Gott eingehen. Und der einzige Ort, an dem sie Gott Opfer darbringen konnten, war der Tempel in Jerusalem. Aber Jesus durchbricht diese EinschrĂ€nkungen, indem er auf heidnischem Gebiet heilt. Dies ist eine weitere verhĂŒllte Demonstration seiner göttlichen Macht.

3. Gott liebt alle. In den Evangelien sehen wir, wie Jesus hĂ€ufig außerhalb des Heiligen Landes in heidnisches Gebiet wandert. Dort treibt er DĂ€monen aus, heilt Kranke, vergibt SĂŒndern und predigt, dass das Reich Gottes gekommen ist. Indem er dies tut, lehrt er uns, dass Gottes Königreich jetzt fĂŒr alle offen ist, nicht nur fĂŒr die Israeliten. Jesus liebte Juden und Heiden gleichermaßen, und er kam, um alle zu retten. Wir mĂŒssen uns an ihm ein Beispiel nehmen und versuchen, jeden zu lieben, auch diejenigen, die anders sind als wir.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, ich weiß, dass du ein großzĂŒgiger Geber bist. Du hast uns all deine Liebe und dein ganzes Leben gegeben. Hilf mir, ein wahrer JĂŒnger zu sein und dich in deiner Hingabe nachzuahmen. Bitte mach mein Herz empfindsam, damit ich andere lieben kann, wie du mich geliebt hast.

Vorsatz: Ich will versuchen, jemandem, den ich nicht mag oder mit dem ich nicht gut auskomme, mit NĂ€chstenliebe zu begegnen. Dazu rufe ich den Heiligen Geist an und bitte im Namen Jesu um seinen Beistand und seine Hilfe.


Die Macht Jesu kennt keine Grenzen

31. Januar 2023

Dienstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Bosco, Priester, OrdensgrĂŒnder (SDB)
Gedenktag

P. Anton Vogelsang LC

Mk 5,21-43
In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von GalilĂ€a hinĂŒber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. WĂ€hrend er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens JaĂŻrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu FĂŒĂŸen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die HĂ€nde auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drĂ€ngten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drĂ€ngte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berĂŒhrte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berĂŒhre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf, und sie spĂŒrte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fĂŒhlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem GedrĂ€nge um und fragte: Wer hat mein Gewand berĂŒhrt? Seine JĂŒnger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drĂ€ngen, und da fragst du: Wer hat mich berĂŒhrt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. WĂ€hrend Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu JaĂŻrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemĂŒhst du den Meister noch lĂ€nger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den LĂ€rm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schlĂ€ft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt ĂŒbersetzt: MĂ€dchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das MĂ€dchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schĂ€rfte ihnen ein, niemand dĂŒrfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem MĂ€dchen etwas zu essen geben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Kommen wir mit unseren Problemen zu Jesus! In der heutigen Passage erfahren wir, wie Jesus zwei Wunder vollbringt. In der ersten heilt er die Frau, die zwölf Jahre lang an Blutfluss gelitten hatte. Nach dem Gesetz wĂŒrde alles, was oder wen sie berĂŒhrte, auch unrein werden, so dass sie all diese Jahre ihren Ehemann (falls sie verheiratet war), Kinder (falls vorhanden) oder andere Familienmitglieder und Freunde nicht berĂŒhren konnte. Sie wurde sogar von Gott getrennt, weil Menschen mit Unreinheiten nicht in den Tempel oder die Synagogen gehen konnten, um zu beten. Wie groß muss ihr Leid all die Jahre gewesen sein! Wir haben gehört, wie sie all ihr Geld ausgegeben hatte, aber ohne Erfolg. Sie muss verzweifelt gewesen sein. Eines Tages hörte sie von Jesus und dass er in die Stadt komme. Er war ihre letzte Hoffnung. Also nĂ€hert sie sich ihm von hinten und berĂŒhrt ihn heimlich. Warum? Man hĂ€tte zwar erwartet, dass sich durch die BerĂŒhrung ihre Unreinheit auf Jesus ĂŒbertrĂ€gt, aber das Gegenteil geschieht: Jesus ĂŒbertrĂ€gt ihr seine Reinheit, und das heilt sie. Dasselbe kann sich bei uns ereignen, wenn wir unsere Probleme zu Jesus bringen.

2. MĂ€dchen, ich sage dir, steh auf! Im zweiten Wunder erweckt Jesus die Tochter des JaĂŻrus von den Toten. Wir lesen im Alten Testament, wie Gott zwei Jungen von den Toten auferweckte. Aber diese Wunder geschahen erst, nachdem die Propheten Elija und Elischa lange Gebete und Rituale gesprochen hatten. Die heutige Lesung aus dem Evangelium lĂ€dt uns ein, diese Wunder mit dem Wunder Jesu zu vergleichen. Er musste nicht zu Gott beten oder irgendwelche Opfer darbringen, um das MĂ€dchen aufzurichten. Er sagte lediglich: „MĂ€dchen, ich sage dir, steh auf." Das zeigt uns, dass Jesus Macht ĂŒber Leben und Tod hat. Mit anderen Worten, es zeigt uns, dass Jesus mehr ist als nur ein Prophet wie Elija oder Elischa. Es zeigt uns, dass er Gott ist.

3. FĂŒrchte dich nicht, glaube nur! In den letzten Tagen haben uns die Lesungen im Evangelium vier Wunder Jesu vorgestellt: die BesĂ€nftigung des Sturms, die Heilung des Besessenen von Gerasa, die Heilung der blutflĂŒssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des JaĂŻrus. Markus fasste diese Wunder in den Kapiteln 4 und 5 seines Evangeliums zusammen, um uns zu zeigen, dass die Macht Jesu keine Grenzen kennt. Er steht ĂŒber den Unreinheitsgesetzen, er hat Macht ĂŒber die Natur, ĂŒber das DĂ€monische, ĂŒber den Tod, und seine Macht ist nicht auf das Gebiet Israels beschrĂ€nkt. Indem Markus dies tut, lĂ€dt er uns ein zu glauben, dass Jesus Gott ist. Wir sollten die Worte Jesu an JaĂŻrus auf unser eigenes Leben anwenden: „FĂŒrchtet euch nicht, glaubt nur“.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, ich glaube, dass du wahrer Gott bist und dass du in diese Welt gekommen bist, um uns von unseren SĂŒnden zu erlösen. Aber manchmal, wenn etwas schwierig wird oder wenn sich StĂŒrme in meinem Leben erheben, vergesse ich das und beginne, mich zu fĂŒrchten. StĂ€rke meinen Glauben, und lass mich verstehen, dass ich nichts zu befĂŒrchten habe, wenn ich bei dir bin.

Vorsatz: Ich will fĂŒr jemanden beten, der vor einer schwierigen Situation steht.


Ist das nicht der Zimmermann?

1. Februar 2023

Mittwoch der vierten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 6,1b-6
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine JĂŒnger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das fĂŒr eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das fĂŒr Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die HĂ€nde auf und heilte sie. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Unser Glaube an Jesus. Gestern haben wir gelesen, wie Jesus die Frau mit der Blutung heilte und JaĂŻrus' Tochter von den Toten erweckte. Jesus hatte zu JaĂŻrus gesagt: FĂŒrchte dich nicht! Glaube nur! (Mk 5,36). Und zu der Frau sagte er: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. (Mk 5,34). Das sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn wir den heutigen Abschnitt aus dem Evangelium ĂŒber die Ablehnung Jesu in Nazaret lesen. Die Tatsache, dass Markus diese Passagen nacheinander anordnet, deutet darauf hin, dass er möchte, dass wir ihren Glauben mit dem Mangel an Glauben der Familie und der Nachbarn Jesu vergleichen. Jesus konnte dort „keine Machttat tun; 
 Und er wunderte sich ĂŒber ihren Unglauben“. Diese Passage ermahnt auch uns, dass wir unseren Glauben ĂŒberprĂŒfen und fragen, ob wir wirklich glauben, dass Jesus Gott ist – also alles vermag.

2. Das eigentliche Wunder ist unsere Erlösung durch die Gnade. Vielleicht haben Sie Gott gebeten, dass er Sie selbst oder einen geliebten Menschen heilt, und waren dann umso enttĂ€uschter, als dies nicht geschah. Vielleicht haben Sie sogar begonnen, an Gott zu zweifeln, weil er Ihre Gebete nicht beantwortet hat. In dieser Situation kann es hilfreich sein, sich daran zu erinnern, dass Jesus nicht jeden Kranken in Jerusalem geheilt hat. Es gab immer noch viele kranke Menschen in Israel, nachdem er zu seinem Vater zurĂŒckgekehrt war. Jesus heilte einige Menschen, aber er kam, um uns von unseren SĂŒnden zu retten, nicht um alle unsere Gebrechen zu heilen. „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet“. Johannes sagt uns, dass seine Wunder als Zeichen dienten, damit wir an ihn glauben können. „Diese [Zeichen] aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen“. Unsere ĂŒbernatĂŒrliche Erlösung durch die Gnade ist das eigentliche Wunder, das Jesus in unserem Leben vollbringt, wenn wir anfangen, an seinen Namen zu glauben.

3. Die Jungfrau Maria. Was ist mit den BrĂŒdern und Schwestern Jesu? Bedeutet das, dass Maria außer Jesus noch andere Kinder hatte? Nein. Es ist ein Glaubensdogma, dass Maria ihr ganzes Leben lang Jungfrau geblieben ist. Sie empfing Jesus jungfrĂ€ulich und hatte keine anderen Kinder nach ihm. Die katholische Interpretation dieser Passage ist, dass Jesu sogenannte BrĂŒder und Schwestern nahe Verwandte von ihm waren. Wir haben hier nicht die Zeit und den Raum, den Text im Detail zu analysieren. Aber es ist interessant festzustellen, dass die erste nachapostolische Generation von Christen bereits an die immerwĂ€hrende JungfrĂ€ulichkeit Marias glaubte. FrĂŒhchristliche Schriften nennen sie mit Namen „Jungfrau Maria“. Hier ein Beispiel: „Die Jungfrau Maria dagegen war voll Glaube und Freude, als der Engel Gabriel ihr die frohe Botschaft brachte“ (Justin, der MĂ€rtyrer, „Dialog mit dem Juden Tryphon“, 100). Justin, der MĂ€rtyrer, starb im Jahr 165. Maria „Jungfrau Maria“ zu nennen, wĂ€re seltsam, wenn Justin nicht geglaubt hĂ€tte, dass sie tatsĂ€chlich Jungfrau ist.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist. Ich glaube, dass du Mensch geworden bist, gelitten hast, gestorben und auferstanden bist, um mir ewige Freude zu schenken. Ich glaube an deine grenzenlose Barmherzigkeit und Liebe. Ich glaube, dass du mich liebst vor jeder Leistung und trotz aller Schuld. Ich glaube, dass mich nichts von deiner Liebe trennen kann. Und ich glaube, dass ich dir mit meinem Glauben eine Freude machen kann. Dich will ich preisen in Ewigkeit.

Vorsatz: Heute nachdenken ĂŒber die Frage: Wer ist Jesus fĂŒr mich?


Gott betritt seinen Tempel

2. Februar 2023

Donnerstag der vierten Woche im Jahreskreis
Darstellung des Herrn (MariÀ Lichtmess)
Fest

P. Anton Vogelsang LC

Lk 2,22-40
Als sich fĂŒr die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfĂŒllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede mĂ€nnliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens SĂ­meon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde vom Geist in den Tempel gefĂŒhrt und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz ĂŒblich war, nahm SĂ­meon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lĂ€sst du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit fĂŒr dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten ĂŒber die Worte, die ĂŒber Jesus gesagt wurden. Und SĂ­meon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter PĂ©nuĂ«ls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges MĂ€dchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich stĂ€ndig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach ĂŒber das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach GalilĂ€a in ihre Stadt Nazaret zurĂŒck. Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfĂŒllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Die Reinigung Mariens. Das heutige Fest erinnert an zwei Ereignisse, die 40 Tage nach der Geburt Jesu stattfanden. Das erste ist die Reinigung Mariens. Nach dem Gesetz des Alten Testaments galten Frauen, die ein Kind zur Welt brachten, aufgrund des Blutverlustes als unrein. Aus diesem Grund mussten sie 40 oder 80 Tage in Abgeschiedenheit bleiben. Nach dieser Zeit gingen sie in den Tempel und brachten zwei Opfer dar, eines zum Dank und das andere als SĂŒndopfer. Maria musste sich nicht an dieses Ritual halten, weil sie ohne SĂŒnde war und Jesus auf wundersame Weise geboren wurde. Aber sie entschied sich, dies zu tun, um Gott zu ehren und alle von Mose ĂŒberlieferten Regeln zu befolgen. Sie war die heiligste aller Frauen, aber sie unterwarf sich dennoch den demĂŒtigenden Anforderungen des Gesetzes. Sie blieb 40 Tage zu Hause, versagte sich jede Verbindung mit heiligen Dingen und ging an dem erforderlichen Tag die acht Kilometer von Betlehem zum Tempel in Jerusalem. Als Maria im Tempel ankam, stand sie wahrscheinlich in der Schlange und wartete, bis sie an der Reihe war, um den Priester zu sehen. Indem Maria dies tut, gibt sie uns ein Beispiel.

2. Die Darstellung Jesu. Das zweite Ereignis, an das wir heute erinnern, ist die Darstellung Jesu im Tempel. Nach dem Gesetz mussten alle erstgeborenen mĂ€nnlichen Kinder in den Tempel gebracht und Gott geweiht werden. Josef und Maria mussten das nicht tun, weil sie wussten, dass Jesus Gott war. Wieder einmal entschieden sie sich jedoch, alle Bestimmungen des Gesetzes demĂŒtig zu erfĂŒllen. Dieses Ereignis hat jedoch eine zweite Bedeutung. Das Alte Testament endet mit einer Prophezeiung ĂŒber das Kommen des Herrn. „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwĂŒnscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.“ Heute feiern wir die ErfĂŒllung dieser Prophezeiung. Gott ist treu und erfĂŒllt alle seine Verheißungen.

3. Gott ist das Wichtigste. Die Juden hatten jahrhundertelang darauf gewartet, dass der Herr in seinen Tempel zurĂŒckkehrt. Als Maria und Josef Jesus in den Tempel brachten, bemerkte ihn leider niemand - außer dieser zwei Personen: Simeon und Anna. War jeder so mit seinen eigenen Angelegenheiten beschĂ€ftigt, dass er das Wichtigste verpasste? Warum waren Simeon und Anna die Ausnahme? Das Evangelium sagt uns, dass Simeon ein gerechter und frommer Mann war, der den Trost Israels suchte. Und Anna hatte Gott ĂŒber 60 Jahre lang Tag und Nacht im Tempel gedient und Gott mit Fasten und Gebet verehrt. Wurden die anderen von ihren Angelegenheiten abgelenkt, weil sie ihnen wichtiger waren als Gott? In jedem Fall war fĂŒr Simeon und Anna Gott das Wichtigste in ihrem Leben. Sie hatten ihm ihr ganzes Leben lang aufrichtig gedient, waren seinen Wegen gefolgt und hatten seinen Gesetzen gehorcht. Aus diesem Grund konnten sie, als Gott erschien, ihn erkennen. Wir werden in der Lage sein, Gott in unserem Leben zu erkennen, wenn wir ihn wirklich an den ersten Platz ĂŒber alles andere stellen.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, fast niemand hat dich erkannt, als du plötzlich in den Tempel kamst. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Vorsatz: Jemandem durch Wort oder Tat Zeugnis von meinem Glauben an Jesus geben.


Jesu JĂŒnger zu sein kann lebensgefĂ€hrlich sein

3. Februar 2023

Freitag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Blasius, Bischof, MĂ€rtyrer
Hl. Ansgar, Bischof, Glaubensbote

P. Anton Vogelsang LC

Mk 6,14-29
In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der TĂ€ufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche KrĂ€fte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Herodes hatte nĂ€mlich Johannes festnehmen und ins GefĂ€ngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fĂŒrchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schĂŒtzte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich fĂŒr Herodias eine gĂŒnstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten BĂŒrgern von GalilĂ€a zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen GĂ€sten so sehr, dass der König zu ihr sagte: WĂŒnsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die HĂ€lfte meines Reiches wĂ€re. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wĂŒnschen? Herodias antwortete: Den Kopf des TĂ€ufers Johannes. Da lief das MĂ€dchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des TĂ€ufers Johannes bringen lĂ€sst. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen GĂ€sten einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins GefĂ€ngnis zu gehen und den Kopf des TĂ€ufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem MĂ€dchen, und das MĂ€dchen gab ihn seiner Mutter. Als die JĂŒnger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. JĂŒnger Jesu werden oft Verfolgung erleiden. Wie wir in frĂŒheren Meditationen gesehen haben, mĂŒssen wir diese Passage zusammen mit den Passagen lesen, die direkt davor und danach kommen, weil sie zusammen einen Block bilden. Im vorigen Abschnitt beruft Jesus die zwölf Apostel und sendet sie zu zweit aus, um ihnen genaue Anweisungen zu geben, was zu tun ist. Dann lesen wir in dieser Passage ĂŒber das Martyrium von Johannes dem TĂ€ufer. Danach fĂ€hrt Markus mit seiner vorherigen Geschichte fort. Er erzĂ€hlt uns, wie die Apostel zu Jesus zurĂŒckkehren und ihre Erfahrungen mit ihm teilen. Diese Technik, eine Geschichte mit einer anderen zu unterbrechen, ist typisch fĂŒr Markus. Er tut es neunmal. Indem er zwei Geschichten auf diese Weise kombiniert, sagt uns Markus, dass die beiden Geschichten zusammengelesen werden sollten. Was hat die Aussendung der Apostel mit dem Martyrium Johannes des TĂ€ufers zu tun? Die Botschaft ist, dass Jesu JĂŒnger oft Verfolgung erleiden werden.

2. Jede siebte christliche Minderheit lebt 2022 in Gefahr. Heute leiden Christen weiterhin unter Verfolgung und Martyrium, genau wie vor 2000 Jahren. Laut Open Doors, einer internationalen NGO, die sich fĂŒr verfolgte Christen einsetzt, leiden mehr als 360 Millionen Christen unter einem hohen Maß an Verfolgung und Diskriminierung wegen ihres Glaubens. Das ist jeder siebte. Wir haben das GlĂŒck, in einer „zivilisierten" Gesellschaft zu leben, die Menschen nicht tötet, weil sie ihre Überzeugungen oder Meinungen zum Ausdruck bringen. Aber auch hier wird es immer schwieriger, unseren Glauben öffentlich zu leben und zu praktizieren, ohne von anderen belĂ€chelt oder ausgeschlossen zu werden.

3. Wer ist Jesus Christus? Das ist die SchlĂŒsselfrage. Viele dachten, er sei „ein Prophet wie jeder der Propheten“. FĂŒr Herodes war er Johannes der TĂ€ufer, den er enthauptet hatte und der auferstanden war. Wer ist Jesus Christus fĂŒr dich? Viel hĂ€ngt von unserer Antwort auf diese Frage ab. Wenn wir glauben, dass er nur einer unter vielen ist, dann werden wir seine Botschaft verwĂ€ssern, um sie mit den heutigen Meinungsmachern vereinbaren zu können. Aber als Christen glauben wir, dass er der Mensch gewordene Gott ist. Deshalb mĂŒssen wir seine Lehren weitergeben, nicht unsere eigenen, auch wenn dies bedeutet, dass andere sich ĂŒber uns lustig machen, uns diskriminieren oder sogar verfolgen. Obwohl dies nicht einfach ist, sollten wir keine Angst haben oder darĂŒber in Verzweiflung geraten. Jesus sagt uns: „In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt ĂŒberwunden“.

GesprĂ€ch mit Christus: Lieber Jesus, danke fĂŒr das Geschenk meines Glaubens. Hilf mir, jeden Tag als dein wahrer JĂŒnger zu leben und meinen Glauben zu bezeugen. Ich bete fĂŒr diejenigen, die nicht an dich glauben, besonders fĂŒr diejenigen, die Christen verfolgen. BerĂŒhre ihre Herzen mit deiner Gnade, damit auch sie an dich glauben und dich lieben.

Vorsatz: Ich werde ein Geheimnis des Rosenkranzes fĂŒr die Christen in der Welt beten, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.


Wieder bei Jesus

4. Februar 2023

Samstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Rabanus Maurus, Bischof

P. Anton Vogelsang LC

Mk 6,30-34
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen StĂ€dten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir fĂŒr unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und AktivitĂ€ten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurĂŒck in den Himmel fĂŒhren willst. Danke fĂŒr deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demĂŒtig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Ein freudiges Wiedersehen mit Jesus. Jesus hatte die Apostel ausgesandt, damit sie ĂŒber das Reich Gottes predigen. Sie riefen die Menschen zur Umkehr auf, heilten die Kranken und trieben viele DĂ€monen aus. Wir wissen nicht, wie lange sie weg waren, aber jetzt kommen sie zu Jesus zurĂŒck, um ihre Erlebnisse mit ihm und miteinander zu teilen. Ich stelle mir vor, dass es ein freudiges Wiedersehen war, dass die Apostel von allem, was sie erlebt hatten, begeistert waren. Jesus muss glĂŒcklich gewesen sein, seine Apostel zu sehen, und ist wohl stolz auf sie gewesen, so wie Eltern stolz auf die Kinder sind, wenn sie eine PrĂŒfung bestehen oder ihren ersten Job bekommen. Das ist fĂŒr mich ein Bild des Gebets. Am Ende des Tages sollten wir etwas Zeit mit Jesus verbringen, um mit ihm unsere Erfahrungen des Tages zu teilen, einschließlich der Erfolge und Misserfolge.

2. Ein ausgeglichenes Leben fĂŒhren. Dann lĂ€dt Jesus die Apostel ein, sich auszuruhen. Er sagt zu ihnen: „Geht an einen einsamen Ort und ruht euch eine Weile aus.“ Markus erzĂ€hlt uns, dass so viele Leute kamen und gingen, dass sie kaum Zeit zum Essen hatten. Jesus lehrt seine Apostel und uns, wie wichtig es ist, ein ausgeglichenes Leben zu fĂŒhren. Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen wir arbeiten mĂŒssen. Dies ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, aber Arbeit ist nicht das einzig Wichtige. Wir alle mĂŒssen Zeit finden, um uns auszuruhen und die Gesellschaft unserer Lieben zu genießen.

3. NĂ€chstenliebe gegenĂŒber anderen. So fuhren die Apostel im Boot allein an einen einsamen Ort. Viele Menschen sahen jedoch, wohin sie gingen, und rannten zu Fuß dorthin, so dass bei ihrer Ankunft eine große Menschenmenge auf sie wartete. Jesus hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten, und er fing an, sie zu lehren. Wieder einmal lehrt Jesus seine Apostel und uns durch sein Beispiel. Ja, es ist wichtig, ein ausgeglichenes Leben zu fĂŒhren. Wir mĂŒssen Zeit finden, um zu arbeiten, uns auszuruhen, mit Familie und Lieben zusammen zu sein. Aber wir mĂŒssen auch anderen gegenĂŒber großherzig sein, auch wenn sie unsere PlĂ€ne durchkreuzen.

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, ich weiß, dass du ein großzĂŒgiger Geber bist. Du hast uns all deine Liebe und dein ganzes Leben gegeben. Hilf mir, ein wahrer JĂŒnger zu sein und dich darin nachzuahmen. Bitte mach mein Herz empfindsam, damit ich andere lieben kann, wie du mich geliebt hast.

Vorsatz: Ich möchte mir heute MĂŒhe geben, meinen Mitmenschen wirklich zuzuhören.