Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 22. Januar 2023 bis Samstag 28. Januar 2023

Dritte Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Jesus, Licht in der DunkelheitSonntag
Das Reich Satans hat keinen BestandMontag
FamilienbandeDienstag
Christliche MissionMittwoch
Die Wahrheit erfassenDonnerstag
WachstumFreitag
Gott auch in Krisen findenSamstag


Jesus, Licht in der Dunkelheit

22. Januar 2023

Dritter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, Diakon, MĂ€rtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Mt 4,12-23
Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, kehrte er nach GalilĂ€a zurĂŒck. Er verließ Nazaret, um in KafĂĄrnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von SĂ©bulon und NĂĄftali. Denn es sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten JesĂĄja gesagt worden ist: Das Land SĂ©bulon und das Land NĂĄftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische GalilĂ€a: Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkĂŒnden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er zwei BrĂŒder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er weiterging, sah er zwei andere BrĂŒder, Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater ZebedĂ€us im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach. Er zog in ganz GalilĂ€a umher, lehrte in den Synagogen, verkĂŒndete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch ich befinde mich manchmal in der Dunkelheit und suche nach Orientierung. Jesus, ich weiß, dass Du mein Licht in der Dunkelheit bist. DafĂŒr danke ich dir.

Bitte: Jesus, fĂŒhre mich aus meiner Dunkelheit heraus.

1. Das Volk in Dunkelheit. Wie Jesaja prophetisch sah, saß das Volk im heidnischen GalilĂ€a in Dunkelheit. Die Menschen suchten nach einem, der ihnen Gott wieder nĂ€herbringen, der helfen wĂŒrde, die Beziehung zum Gott Israels auf neue Wege zu lenken. Ja, es stand fĂŒr das ganze Volk Israel eine Neuorientierung an. Mit Jesu Auftreten kam neues Licht in ihr Leben. Die NĂ€he des angekĂŒndigten Himmelreichs wurde sichtbar und spĂŒrbar.

2. Kommt her, mir nach! Die Berufung der JĂŒnger aus ihrem Alltag heraus zeigt Folgendes: Die JĂŒnger waren normale Menschen, die normale Berufe ausĂŒbten. Sie hatten sich nicht zum JĂŒngersein qualifiziert. Was sie qualifiziert, ist, dass sie bereit sind, ihren Beruf und ihre familiĂ€ren Bindungen hintanzustellen, um sich mit Jesus auf den Weg zu machen. Es zeichnet sie aus, dass sie die Nachfolge an die erste Stelle setzen und andere Dinge hinter sich zurĂŒcklassen.

3. Der Blick auf uns. Schauen wir auf uns. Wir haben in den JĂŒngern, in den Heiligen, vielleicht auch in Menschen aus unserer heutigen Umgebung so viele Beweise dafĂŒr, dass Jesus die, die ihm folgen, nicht im Stich lĂ€sst. Und doch behalten wir uns so vieles vor, sind nicht bereit, aufzustehen und alles liegen zu lassen, folgen dem Ruf Jesu oft nur halbherzig. Was macht es uns so schwer, Jesus zu vertrauen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich weiß, dass auch du mich rufst. Du nennst mich beim Namen und möchtest, dass ich dir folge. Du kennst mich durch und durch und verlangst nichts, was ich nicht leisten könnte.

Vorsatz: Heute schreibe ich auf, was mich daran hindert, meine Nachfolge ernst zu nehmen, und was mich darin beflĂŒgelt.


Das Reich Satans hat keinen Bestand

23. Januar 2023

Montag der dritten Woche im Jahreskreis
Sel. Heinrich Seuse, Ordenspriester (OP), Mystiker

Ellen Charlotte Petermann

Mk 3,22-30
In jener Zeit sagten die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des AnfĂŒhrers der DĂ€monen treibt er die DĂ€monen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plĂŒndern. Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und LĂ€sterungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lĂ€stern mögen; wer aber den Heiligen Geist lĂ€stert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine SĂŒnde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nĂ€mlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube an dich, an deine Kraft, DĂ€monen auszutreiben und Kranke zu heilen. Ich möchte stets ein VerkĂŒnder deiner wahren Lehre sein.

Bitte: Jesus, schenke mir Kraft und vor allem Mut, wenn ich als Christ „abgestempelt“ oder beschimpft werde.

1. Er ist doch verrĂŒckt! Auf welch bequeme Art kann man doch jemanden, der einem nicht passt, loswerden! – Man erklĂ€rt in fĂŒr verrĂŒckt: „Er ist von Sinnen.“ Auch die Verwandten Jesu, die extra gekommen waren, um ihn in die NormalitĂ€t zurĂŒckzuholen, in den Rahmen der Tradition, haben so ĂŒber Jesus geurteilt. Die Schriftgelehrten setzen noch eins drauf: Sie halten Jesus fĂŒr besessen, vom Teufel besessen: Man muss ihn aus dem Verkehr ziehen und zwar so schnell, wie möglich.

2. Die Reaktion Jesu. Jesus reagiert auf zweifache Weise: Bei den Schriftgelehrten geht er zum Gegenangriff ĂŒber, indem er argumentiert, dass der Satan keinesfalls so dumm ist und gegen sich selber kĂ€mpft. Man kann nicht im Namen des Teufels den Teufel austreiben. Somit geht die Kritik seiner Gegner ins Leere. Von seinen Verwandten distanziert sich Jesus nur so weit, wie in ihnen keine Bereitschaft da ist, den Willen Gottes zu erkennen und zu tun. Insofern relativiert er die Blutsverwandtschaft. Mutter, Bruder und Schwester, das sind fĂŒr ihn zuerst die Menschen, die sich auf ihn, sein Wort, seinen Geist und seine Liebe einlassen.

3. Und wir? Vielleicht sollten wir wieder mehr Mut haben, als verrĂŒckt zu gelten, und die Botschaft Jesu an den Platz rĂŒcken, wo sie hingehört, nĂ€mlich in die Mitte unseres Lebens als Maßstab und Richtschnur fĂŒr unser Denken, Reden und Tun. Doch gehen wir nicht immer wieder den bequemeren Weg, passen uns an, finden Ausreden, suchen Kompromisse und machen Abstriche?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich brenne fĂŒr dich, fĂŒr deine Botschaft. Du bist der Herr, der MĂ€chtige!

Vorsatz: Heute werde ich ein Credo beten.


Familienbande

24. Januar 2023

Dienstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Franz von Sales, Bischof, OrdensgrĂŒnder (OVM), Kirchenlehrer
Gedenktag

Ellen Charlotte Petermann

Mk 3,31-35
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine BrĂŒder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine BrĂŒder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine BrĂŒder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine BrĂŒder. Wer den Willen Gottes erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du schenkst mir meine wahre Familie. Bei dir und unter den Deinen fĂŒhle ich mich angenommen, verstanden und geborgen.

Bitte: Jesus, gib mir die StĂ€rke und den Mut, immer fĂŒr dich einzustehen.

1. Die eigene Familie. Mit der eigenen Familie, in die man hineingeboren wird, bleibt man ein Leben lang verbunden, unabhĂ€ngig davon, ob man das will oder nicht. Mutter und Vater bleiben immer Eltern – egal, was passiert, positiv oder negativ. Geschwister bleiben immer Geschwister, ob man sich gut versteht oder nicht, Ă€hnlich oder unterschiedlich empfindet und denkt. Man hat mit ihnen die gleichen Eltern und ist in jedem Fall eine Familie.

2. Dazugehören wollen. In der Großfamilie gibt es Ärger um Jesus. Wer aber sind seine wirklichen Geschwister? Was bedeutet es eigentlich, Bruder oder Schwester Jesu zu sein? Wir alle wissen: Wenn man zu einer Gruppe dazugehören möchte, muss man etwas dafĂŒr tun. Hier kann es auch passieren, dass man irgendwann nicht mehr dabei ist, sei es aus eigener Entscheidung, oder weil es andere einem signalisieren.

3. Die Familie Jesu. Mit der Familie Jesu ist es anders. Man muss nichts leisten, um dazu zu gehören. Schon durch die Taufe sind wir alle durch Gnade „familiĂ€r“ verbunden. Reife Familienmitglieder Jesu erkennt man daran, dass sie die Liebe leben, Hoffnung vermitteln und BrĂŒcken bauen, wo Streit ist. Wenn Familie gelingt, erkennt man das an den Kindern. Man sieht, wer sie geprĂ€gt hat. So ist es auch Jesus sehr wichtig, dass man an uns erkennt, dass wir zu seiner Familie, zu ihm, gehören.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bin dankbar, dass ich zu deiner Familie gehöre. Ich möchte meinen Geschwistern in NĂ€chstenliebe begegnen.

Vorsatz: Heute werde ich mein Taufversprechen erneuern, indem ich dem Bösen widersage und meinen katholischen Glauben bekenne (Formular im Gotteslob 573,8).


Christliche Mission

25. Januar 2023

Mittwoch der dritten Woche im Jahreskreis
Bekehrung des Hl. Apostels Paulus
Fest

Ellen Charlotte Petermann

Mk 16,15-18
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie DĂ€monen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die HĂ€nde auflegen, werden gesund werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich bin sehr dankbar fĂŒr das Geschenk meines Glaubens und ich fĂŒhle mich berufen, anderen Menschen die Frohe Botschaft zu bringen.

Bitte: Heiliger Geist, schenke mir viel Licht und Kraft, dass ich ein guter Apostel sein kann.

1. Berufung und Sendung. Unsere Berufung als Christen ist es, Boten der Auferstehung zu sein, wie Maria Magdalena, hinauszugehen und den Menschen von Jesus zu erzĂ€hlen. Hinausgehen sollen wir, nicht warten, bis die Menschen zu uns kommen. Gehen meint aber auch, sich in das Leben von Menschen respektvoll hineinbegeben, zuhören, um zu verstehen, warum manche Menschen Gott vergessen haben, oder ihn nicht kennen. Es geht nicht darum, den Mitmenschen etwas â€žĂŒberzustĂŒlpen“, sondern einfĂŒhlsam wahrzunehmen, wie diese das Evangelium ĂŒberhaupt verstehen können.

2. Die Antwort auf die VerkĂŒndigung. Wenn ich Menschen das Evangelium, den Glauben, nahebringen will und vom Wunder des Kreuzes und der Auferstehung erzĂ€hle, dann mĂŒssen sie verstehen, dass Glauben ein sich Festmachen in Gott ist: Jesus vertrauen, ihm alles zutrauen, denn er vermag mehr, als wir uns vorstellen und erahnen können. Es ist allerdings auch dramatisch: Wer die Gaben Gottes ignoriert, nicht glauben will, muss die Konsequenzen tragen. Wer Gott hier fern sein will, wird ihm auch in der Ewigkeit fern sein. Nur wer schon jetzt und hier seine NĂ€he sucht, kann ihm auch in der Ewigkeit nahe sein.

3. Wirkung der VerkĂŒndigung. Die Begegnung mit Jesus und dem Evangelium fĂŒhrt in eine Dynamik hinein, die VerĂ€nderung bewirkt. Vielleicht nicht immer spektakulĂ€r, aber Gott sorgt dafĂŒr, dass der Glaube sichtbar und spĂŒrbar wird. Menschen, die ihr Leben an Jesus, unseren Herrn, gebunden haben und aus seiner Gnade leben, verĂ€ndern sich. Und aus dieser VerĂ€nderung heraus werden sie selbst zu Boten der Auferstehung.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich und deine Macht und Herrlichkeit. Ich möchte ein guter Bote der Hoffnung und VerkĂŒnder der Frohen Botschaft sein.

Vorsatz: Heute werde ich eine Person zum Besuch der nĂ€chsten Sonntagsmesse einladen.


Die Wahrheit erfassen

26. Januar 2023

Donnerstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hll. Timotheus und Titus, Bischöfe, ApostelschĂŒler
Gedenktag

Ellen Charlotte Petermann

Mk 4,21-25
In jener Zeit sprach Jesus: ZĂŒndet man etwa ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, oft ist mein Herz in Dunkelheit gehĂŒllt. Dann bin ich hin- und hergerissen. Ich suche die Wahrheit und weiß nicht mehr, wem oder was ich glauben soll.

Bitte: Jesus, hilf mir, deine Worte als letzte Wahrheit zu verstehen und sie in mir wirken zu lassen.

1. Licht und Dunkelheit. Wenn Jesus hier vom Licht spricht, dann meint er damit sich selbst, die Wahrheit. Diese Wahrheit soll nicht unter ein GefĂ€ĂŸ oder unter ein Bett gestellt werden. Sie soll ans Tageslicht kommen, damit die Menschen sie hören und sehen können.

2. Verborgene Wahrheiten weitergeben. Jesus sprach zur Menge in Gleichnissen. Die Wahrheiten, die darin verborgen waren, blieben meist im Verborgenen. Aber es war göttliche Absicht, dass seine JĂŒnger denen, die bereit waren, die Botschaft Jesu zu hören, seine verborgenen Wahrheiten weitergeben und auslegen sollten. „Wenn einer Ohren hat zu hören, so höre er.“

3. Das Maß ist entscheidend. Das Maß, in dem wir die Wahrheit aufnehmen und leben, entscheidet ĂŒber die FĂŒlle an Leben, die wir empfangen werden. Immer, wenn wir eine neue Wahrheit begreifen und ihr erlauben, in unserem Leben zu wirken, können wir sicher sein, dass uns ein „Mehr“ hinzugegeben werden wird. Andererseits, wenn wir auf Wahrheiten nicht mehr reagieren, dann werden wir verlieren, was wir schon erworben haben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist mein Licht und mein Heil. Ich möchte deine Lehre hören, annehmen und in meinem Leben wirken lassen.

Vorsatz: Heute werde ich 15 Minuten in der Heiligen Schrift lesen.


Wachstum

27. Januar 2023

Freitag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Angela Merici, Jungfrau, OrdensgrĂŒnderin (OSU)
Gedenktag

Ellen Charlotte Petermann

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sĂ€t; dann schlĂ€ft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wĂ€chst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sĂ€t. Ist es aber gesĂ€t, dann geht es auf und wird grĂ¶ĂŸer als alle anderen GewĂ€chse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkĂŒndete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen JĂŒngern aber erklĂ€rte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, alles, was ich jeden Tag tue und erhalte, sehe ich spontan als selbstverstĂ€ndlich an. Dabei bin ich doch ohne dich und deine Hilfe gar nichts und kann nichts vollbringen.

Bitte: Herr, sende mir den Heiligen Geist, damit ich dich in all deiner GrĂ¶ĂŸe und Allmacht erkenne und erfasse.

1. Gott wirkt. Jesus zeigt uns in diesen zwei kleinen Gleichnissen, wie Gott in unserer Welt wirkt. Bei beiden ErzĂ€hlungen wird eine wunderbare ErgĂ€nzung spĂŒrbar: der kleine Anfang und das große Ergebnis, das Tun des Menschen und das Tun Gottes. Das wirklich Entscheidende dabei tut Gott, nicht wir Menschen.

2. Die Basis ist das Vertrauen. Das Vertrauen in Gottes Treue und Schöpfermacht ist die Basis fĂŒr alles, fĂŒr jede Mitarbeit in seinem Weinberg. Schaut doch hin – will Jesus sagen – wenn Gott aus einem so kleinen Samenkorn eine so gewaltige Pflanze werden lassen kann, wieso sollte er dann nicht auch aus einem kleinen Anfang seines Reiches auf der Erde etwas Großes und Gewaltiges heranwachsen lassen können. Wir mĂŒssen nur vertrauen.

3. Das Reich Gottes in meinem Herzen. Wie steht es um das Reich Gottes in meinem Herzen? In jeden Menschen hat Gott ein kleines Samenkorn gelegt. Er ist dieses Samenkorn, er möchte in uns wachsen. Lassen wir uns darauf ein? Lassen wir Gott in uns wirken? Wir mĂŒssen ihm vertrauen, auch wenn es schwer wird. Je mehr wir zulassen, dass Gott in uns wirkt, desto fruchtbarer wird unser Zutun fĂŒr das Reich Gottes.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich erlaube dir, in mir zu wirken, mein Herz zu weiten, mich von schlechten Gewohnheiten zu reinigen, damit ich mithelfen kann als dein Werkzeug fĂŒr dein Reich.

Vorsatz: Heute werde ich in die Tiefe gehen und mein Vertrauen ĂŒber meine Zweifel siegen lassen.


Gott auch in Krisen finden

28. Januar 2023

Samstag der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Thomas von Aquin, Ordenspriester (OP), Kirchenlehrer

Ellen Charlotte Petermann

Mk 4,35-41
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen JĂŒngern: Wir wollen ans andere Ufer hinĂŒberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu fĂŒllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kĂŒmmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das fĂŒr ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, auch in meinem Leben gibt es Momente, in denen es „Abend“ wird und ich Situationen als ausweglos betrachte.

Bitte: Jesus, bitte hilf mir, gerade in diesen Situationen völlig auf dich zu vertrauen.

1. Kontrollverlust. Die JĂŒnger, die mit Jesus auf den See hinausgefahren waren, hatten die Kontrolle ĂŒber das Boot verloren. Es drohte zu sinken und sie waren in Panik geraten. Auch bei uns gibt es Situationen, in denen uns „das Wasser bis zum Halse steht“. Wenn wir plötzlich schwer krank werden, wenn eine Beziehung in die BrĂŒche geht, oder große finanzielle Probleme das Leben extrem erschweren. Wir verlieren die Kontrolle und fĂŒhlen uns machtlos.

2. Glauben und zweifeln. Wo ist Gott in unserer Not? „Liegt er da etwa auch irgendwo herum und schlĂ€ft“?? Ein allwissender, allgĂŒtiger und allmĂ€chtiger Gott mĂŒsste doch intervenieren – so glauben wir. Der Glaube kann durch das Akzeptieren von Zweifeln zerbrechen und so nehmen viele Menschen ihre persönlichen leidvollen Erfahrungen, um RĂŒckschlĂŒsse auf Gott zu ziehen. Sie fragen: „Wo war Gott? Wie konnte er das zulassen?“

3. Gott im eigenen Leben finden. Die Erfahrung der JĂŒnger war trotz allem die, dass Jesus ihnen nahe war, dass er da war und sie bewahrt hat. Wie können wir in unserem Leben diese Erfahrung auch fĂŒr uns machen? Indem wir uns ganz bewusst und intensiv an Jesus Christus festmachen. Auch in unserem Leben gibt es Situationen, die gut ausgegangen sind. Das sind die Momente, in denen man erkennt: Jesus war doch da an meiner Seite. Und wir haben die Verheißung, dass Gott nicht von unserer Seite weicht. Das gibt uns Hoffnung und Zuversicht, nicht unterzugehen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass ich mich auf dich verlassen kann, dass du immer bei mir bist und mich nicht allein lĂ€sst.

Vorsatz: Heute werde ich die Herz-Jesu-Litanei beten.