Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. Januar 2023 bis Samstag 7. Januar 2023

Woche nach der Weihnachtsoktav

P. Klaus Einsle LC

Maria ist die Mutter der Lebendigkeit und FreudeSonntag
Du und der Messias: richtige RollenverteilungMontag
Vorbereitung auf noch Größeres Dienstag
Jesus will dich zu sich nachhause mitnehmenMittwoch
Der Frieden des Himmels wird spürbarDonnerstag
Gott hat alles in der HandFreitag
Jesus führt uns nachhause zum VaterSamstag


Maria ist die Mutter der Lebendigkeit und Freude

1. Januar 2023

Neujahr
Oktavtag von Weihnachten
Hochfest der Gottesmutter Maria

P. Klaus Einsle LC

Lk 2,16-21
In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.

Einführendes Gebet: Gott, ich glaube an dich. Du bist da und schaust liebevoll auf mich. Gott, ich hoffe auf dich. Du gibst mir alles, was ich für mein Leben und mein ewiges Heil notwendig habe. Gott, ich liebe dich. Lass meine kleine Liebe zu dir wachsen.

Bitte: Hilf mir, dass ich und meine Familie unter dem Schutz Marias durch das Jahr gehen.

1. Maria empfängt das Leben. Wie vielsagend, dass die Kirche sich entschieden hat, den ersten Tag jedes neuen Jahres Maria, der Mutter Jesu, zu weihen. „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Unter diesem Titel steht der Tag und das Jahr. – Maria ist für uns so wichtig, weil Gott sie erwählt hat, um Jesus in die Welt zu bringen. Er selber bezeichnet sich als „das Leben“. Durch das Wirken des Heiligen Geistes empfängt Maria in sich Jesus, das Leben in Person. Sie sagt „ja“ zu dem, was der Engel verkündet, und wird dadurch Gottesmutter. Als die beste Mutter empfängt und nährt sie ihn, der für die ganze Welt das Leben ist. Da geschieht vieles im Verborgenen, still, leise, unbemerkt. – Bist du bereit und bittest darum, dass Gott auch in dich dieses Leben legt – Jesus in der Seele, in der Eucharistie? Gibst du Gott Raum und Zeit (durch das stille Gebet), dass er dir sein Leben und seine Lebendigkeit schenken darf?

2. Maria schützt und nährt das Leben. Neun Monate lang wächst dieses Leben, dieser menschgewordene Gott, im Schoß Marias. Stell dir vor, wie Maria dieses Kind umhegt, schützt, nährt. Wie sie ihn in ihrem Bauch streichelt, ihm Lieder singt. Wie sie sich freut, voller Erwartung ist. Jesus darf in dieser Atmosphäre wachsen und gedeihen. – Was geschieht in deinem Inneren: Welchen Raum darf Jesus einnehmen? Hegst du ihn? Nährst du ihn? Nimmst du ihn wahr? Womit „überschüttest“ du ihn: Mit deinen Sorgen, mit Angst, Zweifeln, Traurigkeit? Oder mit Liebe, Lebensfreude, Erwartung, friedvoller Gelassenheit? Darf er an allem in deinem Leben teilnehmen?

3. Maria gebiert und schenkt das Leben. Vor einer Woche haben wir das Hochfest der Geburt Jesu gefeiert. Maria bringt Jesus zur Welt; und sie schenkt ihn auch der Welt. Was da in ihr gewachsen ist, gehört nicht allein ihr. Gott hat ihr dieses Kind anvertraut, damit sie es – gemeinsam mit Josef – erzieht, schützt und hegt, um es dann allen Menschen zu schenken. – Schenkst du dich und deinen Glauben auch anderen Menschen? Oder behältst du das lieber für dich? Bist du bereit, diese Lebendigkeit in dir weiterzugeben, andere damit zu beschenken? – Wenn du sie wegschenkst, wird sie weiter in dir wachsen. Wenn du sie behältst, wird sie eher verkümmern. Schenke anderen Lebensfreude, Lebenslust, Lebenskraft, und lass sie in dir – auf Marias Fürsprache – von Gott jeden Tag erneuern.

Gespräch mit Christus: Bete langsam Satz für Satz das „Gegrüßet seist du, Maria“ und stelle dich in deiner geistlichen Wahrnehmung vor die Muttergottes.

Vorsatz: Ich will im neuen Jahr täglich wenigstens ein Gesätz des Rosenkranzes beten.


Du und der Messias: richtige Rollenverteilung

2. Januar 2023

Montag in der Woche nach der Weihnachtsoktav
Hll. Basilius der Große und Gregor von Nazianz, Bischöfe und Kirchenlehrer
Gedenktag

P. Klaus Einsle LC

Joh 1,19-28
Dies ist das Zeugnis Johannes‘ des Täufers: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

Einführendes Gebet: Herr, lehre mich beten. Ich will dich finden, die Wahrheit entdecken und im Licht dieser Wahrheit aufblühen. Mache mich wahrhaftig und gut, so wie du es bist. Und lass mich meine Aufgaben finden, die du mir anvertraust.

Bitte: Gib mir Mut für mein Handeln.

1. Der Messias ist da. Alle Texte der nächsten Wochen handeln vom Messias, der nun endlich in die Welt gekommen ist. Nun beginnt sein Handeln, seine Erlösung, sein Kampf für das Reich Gottes. Viele haben ihn nicht erkannt. Viele hegten in Bezug auf ihn ihre eigenen Erwartungen. Manchen war er ein Dorn im Fleisch. Gott ist auch heute in der Welt da – in deiner Welt. Was erwartest du? Dass er deine weltlichen Probleme löst? Dass er sich um das kümmert, was eigentlich deine Aufgabe ist? Dann wirst du ihn nicht erkennen oder von ihm enttäuscht sein. Jesus kommt, um in dir einen Kampf zu kämpfen, Sieger zu sein und dich zu beschenken – und durch dich die Menschen in deinem Umfeld.

2. Wer bereitet ihm den Weg? Johannes war von Gott sehr beschenkt. Er erhielt eine große Aufgabe. Gleichzeitig wusste er, wo seine Grenzen sind. „Ich bin die Stimme“… „mitten unter euch steht einer… der nach mir kommt.“ – Johannes hat die Menschen vorbereitet. Als Jesus kam, war der Weg bereitet. Und heute: Bereitest du den Weg für Jesus? Und wie könnte das gehen? Willst du im Mittelpunkt stehen, oder bist du wie Johannes bereit, die Mitte einem anderen zu überlassen? Worin siehst du den Sinn deines religiösen Lebens?

3. Was ist zu tun und was nicht? Johannes muss die Menschen nicht erlösen. Das würde ihn völlig überfordern. Er soll nur den Weg bereiten. Er soll die Erwartung aufrechterhalten. Und er soll auf einen anderen zeigen. – Manchmal denken wir, wir müssten die Menschen bekehren. Doch Jesus sagt immer wieder, wir sollen einfach Zeugnis ablegen. Das bedeutet, von unseren Erfahrungen im Glauben zu erzählen. Das ist nicht schwer, das kann auch niemand anzweifeln, weil es unsere Erfahrungen sind. Wir müssen nichts beweisen, niemanden überreden, oder alles logisch begründen. – Tust du das deine?

Gespräch mit Christus: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Vorsatz: Ich möchte heute jemandem von einer Glaubenserfahrung erzählen, die ich gemacht habe (muss nichts besonders Großes sein).


Vorbereitung auf noch Größeres

3. Januar 2023

Dienstag in der Woche nach der Weihnachtsoktav
Heiligster Name Jesu

P. Klaus Einsle LC

Joh 1,29-34
In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Einführendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen, und du wirst das Angesicht der Erde erneuern.

Bitte: Führe mich durch den Heiligen Geist und lass ihn mich besser erfahren.

1. Ich sah den Geist vom Himmel herabkommen. Zu oft verkennen wir das Wesen und die Rolle des Heiligen Geistes. Das Bild der Taube lässt ihn geradezu komisch oder lächerlich erscheinen. Doch schon von Anfang an spielt der Heilige Geist die Hauptrolle: Er wirkt in Marias Schoß, dass sie schwanger wird; er legt sich auf Jesus, als er seine Mission beginnt; er ergießt sich über die christliche Gemeinde und macht alle lebendig, offen, missionarisch, voller Mut und tiefer Zusammengehörigkeit. – Wer ist der Heilige Geist für dich? Sprichst du mit ihm? Lebst du mit ihm? – Er ist Gott, der zu uns kommt mit einer bestimmten Aufgabe: um alles, was Jesus damals in Israel getan und gewirkt hat, in dir und mir und uns allen lebendig und wirksam werden zu lassen. Er befreit, er erfüllt, er schenkt Lebendigkeit, Frieden, Freude. Er ist so wichtig.

2. Der Geist blieb auf ihm. Schon im Alten Testament spricht Jesaja vom Messias, auf dem der Heilige Geist ruht. Als Jesus sein öffentliches Wirken beginnt, zitiert er als erstes diese Bibelstelle: „Der Geist GOTTES, des Herrn, ruht auf mir. Denn der HERR hat mich gesalbt; er hat mich gesandt, um den Armen frohe Botschaft zu bringen, um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, um den Gefangenen Freilassung auszurufen und den Gefesselten Befreiung“ (Jes 61). – Jesus und der Heilige Geist sind eine Einheit, ein großartiges Team. Jesus lässt sich als Mensch von ihm leiten, inspirieren, erhält die Kraft und Weisheit von ihm. Sie sind eins. Noch einmal: Wer ist der Heilige Geist für dich? Sprichst du mit ihm? Lebst du mit ihm?

3. Er tauft mit dem Heiligen Geist. „Taufen“ bedeutet ursprünglich „eintauchen“. Johannes sagt, dass Jesus uns in den Heiligen Geist eintauchen– oder ihn in uns legen wird. Die Aufgabe Jesu besteht also u.a. darin, uns auf das Kommen dieses Geistes vorzubereiten. Das sagt er auch bei seiner Abschiedsrede zu seinen Aposteln: „Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.“ (Joh 14,16) – Du darfst Jesus jeden Tag bitten, dass er dir den heiligen Geist, seinen Geist, sendet. Denn darüber freut er sich. Und dieser Geist wird dann seine Aufgabe in dir erfüllen. Höre, welche Früchte er in dir hervorbringt: Freude, Friede, Liebe, Güte, Sanftmut, Stärke… Hört sich doch gut an. Also: Wer ist der Heilige Geist für dich? Sprichst du mit ihm? Lebst du mit ihm?

Gespräch mit Christus: Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not, in der Unrast schenkst Du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod. Komm, o Du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund. Ohne Dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund. Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile Du, wo Krankheit quält. Wärme Du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt. Gib dem Volk, das Dir vertraut, das auf Deine Hilfe baut, Deine Gaben zum Geleit. Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit. (Gotteslob 344)

Vorsatz: Ich werde heute aufmerksam den Hymnus zum Heiligen Geist beten, der hier abgedruckt ist.


Jesus will dich zu sich nachhause mitnehmen

4. Januar 2023

Mittwoch in der Woche nach der Weihnachtsoktav
Hl. Angela von Foligno, Mystikerin

P. Klaus Einsle LC

Joh 1,35-42
In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

Einführendes Gebet: Mein guter Herr, danke, dass du dir jetzt Zeit für mich nimmst. Ich will ganz da sein, um dir zu begegnen. Ich schenke dir alle meine Gedanken, auch die, die mich ablenken wollen. Ich freue mich, bei dir zu sein. Denn du bist wunderbar, so liebevoll und so klar. Danke.

Bitte: Zeige mir, wer du wirklich bist und hilf mir, mein Leben nach dir auszurichten.

1. Seht das Lamm Gottes. Wie schon Maria, so behält auch Johannes den Messias nicht für sich. Er hat den Weg für ihn vorbereitet, und nun gibt er ihn den Menschen. Denn für sie ist Jesus gekommen. Für dich, für mich, für die anderen. – Die Aufgabe von Johannes ist nicht schwer: Er zeigt auf Jesus. Unsere Aufgabe – vor allem wenn wir in der Kirche und im Glauben engagiert sind – ist auch nicht schwer: Wir sollen den Menschen Jesus zeigen. „Wir wollen Jesus sehen“, so drücken einige Menschen eines Tages im Tempel ihren Wunsch aus. Je mehr wir anderen Jesus zeigen – durch unsere Liebe zu ihnen, durch unseren eigenen Glauben, unser Gebet, eine Glaubensgemeinschaft, ein Gebet für die Menschen – desto leichter und fruchtbarer wird unser Handeln.

2. Rabbi, wo wohnst du? Die zwei Jünger waren eine Zeit lang bei Johannes. Aber nun kommt der wirklich Wichtige. Johannes führt sie hinüber und sie beginnen, sich für Jesus zu interessieren. Sie wollen ihn als Person kennenlernen; mit ihm zusammen sein. Sie werden von seiner Freundschaft überrascht werden. Jesus ist nicht nur Rabbi, sondern Freund, Bräutigam, Liebhaber. – Was suchst du in Jesus? Den Lehrer oder Lebenscoach, der dir ein paar Antworten für deine Lebensfragen gibt? Ein Trostpflaster für dein Herz, das manchmal überlastet ist? Einen Sinn, damit das Leben sich lohnt? Jesus möchte mehr für dich sein: dein Gefährte, dein Partner, er möchte mit dir durch das Leben gehen.

3. Kommt und seht! Auf die Bitte der beiden Jünger – Johannes und Andreas – geht Jesus sofort ein. Viele andere Bitten hat er nicht erfüllt: die des Herodes nach einem Wunder; die eines Mannes, der mit seinem Bruder Probleme mit der Aufteilung des Erbes hatte usw. – Jesus geht es um Lebensgemeinschaft. Er will mit dir leben. Er will bei dir zuhause sein. Und er will dich zu sich nachhause mitnehmen. Suchst du das? Oder etwas anderes?

Gespräch mit Christus: Denk du in mir, o Jesus, dann denk ich licht und klar. Sprich du durch mich, o Jesus, dann sprech ich mild und wahr. Wirk du in mir, o Jesus; gesegnet ist mein Tun. Gesegnet meine Arbeit, gesegnet auch mein Ruh´n. Durchdring mein ganzes Wesen. Erfüll´ mein ganzes Sein, dass man in mir kann lesen die große Liebe dein. Mach, dass ich hier auf Erden durch deiner Gnad´ Gewalt kann allen alles werden. Herr, werd´ in mir Gestalt.

Vorsatz: Ich nehme mir heute wenigstens 15 Minuten Zeit, um mit Jesus im Gebet zu sein.


Der Frieden des Himmels wird spürbar

5. Januar 2023

Donnerstag in der Woche nach der Weihnachtsoktav
Hl. Johann Nepomuk Neumann, Bischof

P. Klaus Einsle LC

Joh 1,43-51
In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Einführendes Gebet: Mein Herr und mein Gott: Gib alles mir, was mich fördert zu dir. Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. (Nikolaus von Flüe)

Bitte: Jesus, erfülle mein Inneres und meine Erfahrung mit Freude und Begeisterung über dich und dein Wirken.

1. Wir haben den Messias gefunden. Es ist faszinierend zu sehen, wie Menschen sofort in Bewegung geraten, wenn sie Jesus wirklich treffen. Sie erzählen es gleich weiter. Ganz natürlich – ohne Anstrengung. Warum? Weil sie etwas Tiefes, Begeisterndes, Wichtiges erlebt haben. Was haben Sie erlebt: Jesus, dessen Augen eine so tiefe und persönliche Liebe ausstrahlen, dass sie davon bereits gebannt sind. Und später werden sie zigtausend Wunder und Machttaten erleben. Das begeistert und fasziniert sie. Durch das Weitererzählen ihrer tiefen Erfahrungen werden andere neugierig und treffen Jesus… Das nennt man Evangelisierung. – Machst du lebensverändernde Erfahrungen mit Jesus? Erzähle sie weiter. Und wenn nicht: Bitte ihn darum und suche sie. Jesus verändert jedes Leben in der Tiefe, wenn wir ihn lassen.

2. Aus diesem „Kuhdorf“ soll er kommen? „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ Den zukünftigen Aposteln waren die typisch menschlichen Verhaltensweisen nicht fremd. Nazaret war offensichtlich ein winziges Dorf, wir würden es ein Kaff nennen (dieses Wort kommt übrigens aus dem hebräischen „kefar“ und bedeutet Dorf). – Jesus braucht keine große Bühne. Er ist in einem Stall zur Welt gekommen – hat in einem Kaff gelebt – und die Weltstadt Rom hat er nicht betreten. – Die große Bühne täuscht. Das Große Gottes geschieht oft im Einfachen, Stillen. Aber es geht sehr tief. Suche Gott in der Einfachheit der Eucharistie, der Stille und Schönheit der Natur, dem Schweigen in deinem Zimmer. Lass dich von ihm überraschen und finden.

3. Du bist der Sohn Gottes. Nach wenigen Sätzen spürt Natanael: Der ist ganz anders. Der ist so besonders. Sein Blick, seine Worte. Irgendetwas lässt ihn sofort erfahren: Jesus kennt mich durch und durch – und er liebt mich. – Was Natanael durch die wenigen Worte Jesu begriffen hat, die ihn diesen Satz aussprechen lassen „Du bist der Sohn Gottes“, wissen wir nicht. Aber er hat erfahren, dass Jesus aus der Ewigkeit kommt und dahin führt. Er hat irgendwie das Licht der Wahrheit, den Frieden vom Himmel gespürt. – Bitte Jesus, dass er dir diese Gaben auch schenkt und du seine Wahrheit und Größe erfahren darfst.

Gespräch mit Christus: Du bist der Sohn Gottes.

Vorsatz: Ich werde Jesus heute anbeten – in der Kirche oder in meinem Zimmer.


Gott hat alles in der Hand

6. Januar 2023

Erscheinung des Herrn, Epiphanie
Hochfest

Heilige Drei Könige: Kaspar, Melchior und Balthasar

P. Klaus Einsle LC

Mt 2,1-12
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige! Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Einführendes Gebet: Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein. Besuch das Herz der Kinder dein. Erfüll uns all mit deiner Gnad, die deine Macht erschaffen hat.

Bitte: Zeige mir deine Größe, Herr, damit ich an dich glauben kann.

1. Die Sterne verraten die Gegenwart Gottes. Was haben die Sterndeuter in dieser Zeit in den Sternen gesehen? Welche Konstellationen waren da, die sie haben so weit reisen lassen? Und kann es sein, dass da wirklich ein Stern mit einem Schweif war? – In der Dokumentation „The star of Bethlehem” erklärt ein Wissenschaftler anhand der zurückverfolgbaren Sternenlaufbahnen, was genau in dieser Zeit der Geburt Jesu geschehen ist. Fazit: Ja, der Stern war zu sehen. Ja, er hat die Geburt eines Königs bedeutet. Ja, ein Stern mit einem Schweif zeigte den Ort Betlehem an. Beeindruckend dabei: Gott hat in seinem Schöpfungsplan den Lauf der Sterne (der sich immer wiederholt) genau so geplant und entworfen, dass sein Sohn durch diese Sternenkonstellationen bekannt gemacht wird. Was für eine Voraussicht, welche Schöpferkraft und -genialität. – Kannst du vor diesem Gott staunen und dich freuen, dass er solche Dinge tut?

2. Die Propheten sind Zeugen Gottes. Mich beeindruckt immer wieder, was in der Bibel alles bereits vorausgesagt war. Laut Prof. Werner Gitt sind bisher 3268 Voraussagen der Bibel eingetroffen. Gott sagt im Alten Testament Ereignisse extrem genau voraus; auch die Geburt Jesu. Denn so sagt der Prophet Micha: „Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mi 5,1) Mit diesen Voraussagen spricht uns Gott immer wieder Worte der Ermutigung zu: „Ich weiß, wie es euch geht. Ich habe die Geschichte in der Hand. Ich sende den Erlöser. Er wird alles neu machen …“ Vertrauen und Hoffnung sollen uns als Christen kennzeichnen. Wie sieht es bei dir aus?

3. Im Traum spricht Gott zu den Sterndeutern. In der Heiligen Schrift lesen wir, dass die Großen der Welt Pläne gegen den Herrn schmieden, aber dass Gott diese Pläne zunichtemacht. Hier plant einer der „Großen“, König Herodes, den Tod des „Königs der Juden“, Jesus. Aber wieder hält Gott seine schützende Hand über seinen Plan. Er lässt im Traum eine Botschaft überbringen, die den Sterndeutern klarmacht, dass sie nicht mehr zu Herodes gehen sollen. Und wieder einmal zeigt Gott, dass die Pläne der „Großen“ vor ihm nur so lange Bestand haben, bis er alles ändert. – Kannst du vertrauen, dass Gott auch heute das Negative und Böse, das andere planen, zu seiner Zeit stoppen und vieles neu machen wird?

Gespräch mit Christus: Schlage die Bibel auf und bete Psalm 19 langsam: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes…“

Vorsatz: Ich wage heute einen mutigen Schritt im Vertrauen, dass Gott mein Leben lenkt.


Jesus führt uns nachhause zum Vater

7. Januar 2023

Samstag in der Woche nach der Weihnachtsoktav
Hl. Raimund von Penyafort, Ordensgründer (Merzedarier)
Hl. Valentin, Bischof

P. Klaus Einsle LC

Mt 4,12-17.23-25
In jener Zeit, als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie alle. Scharen von Menschen aus Galiläa, der Dekapolis, aus Jerusalem und Judäa und aus dem Gebiet jenseits des Jordan folgten ihm.

Einführendes Gebet: Vater, du hast die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was Recht ist und allezeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren.

Bitte: Jesus, bitte heile in mir, was krank ist – körperlich oder seelisch. Ich vertraue auf dich.

1. Jesus ist schon lange bekannt. Mich beeindruckt immer wieder, was in der Bibel alles bereits vorausgesagt war. Wie schon gestern erwähnt, sind laut Prof. Werner Gitt bisher 3268 Voraussagen der Bibel eingetroffen. So auch die Voraussage, dass Sebulon und Naftali ein helles Licht gesehen haben, nämlich den menschgewordenen Gott. – Diese Voraussagen stärken unser Vertrauen, dass Gott alles in seiner Hand hat und zu einem guten Ende führt. Sowohl unser eigenes Leben als auch die Geschichte der Welt als Ganze. Jesus, sein Wirken, sein Heil und seine Wirkkraft in der Geschichte sind schon von jeher bekannt, denn Gott wusste schon immer davon. – Vertraust du diesem Gott oder hältst du dein Leben selber in der Hand?

2. Jesus verkündet seinen Vater. „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe“. Man könnte auch sagen: Kommt wieder zurück nachhause. Ich führe euch wieder zu meinem himmlischen Vater. – Jesus ist gekommen, um uns die Beziehung zu seinem Vater wieder zu ermöglichen. Das „Reich Gottes“ ist dann und dort, wo Gott Vater wieder Vater sein darf, und wir wieder seine geliebten Kinder sein wollen. Wie steht es da bei dir?

3. Jesus heilt alle Krankheiten und Gebrechen. Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, dass Jesus heilt. Und dass er uns aufträgt, sein Heil weiter zu tragen und daher den Heilungsdienst auszuüben, haben wir aus den Augen verloren. Dabei ist gerade Heilung und Befreiung vom Bösen ein Zeichen dafür, dass Gott SEIN Reich wieder aufbaut. – Der Böse und mit ihm die Sünde haben Gott die Bewohner seines Reichen (nämlich uns Menschen) geraubt. Wir sind alle durch die Sünde und die Abwendung von Gott Vater Kinder des Bösen geworden. Doch Jesus kommt und sucht uns auf, um uns wieder nachhause zu führen. Und mit dem Zuhause kommen auch seine Gaben: Heil, Gesundheit, Freiheit. Findest du diese Gaben in deinem Leben? Glaubst du daran? Bittest du darum?

Gespräch mit Christus: Herr, wieder offenbarst du mir auf so beeindruckende Weise dein Inneres und damit die Wahrheit. Lehre mich, diese Wahrheit immer tiefer in mich eindringen zu lassen und voll Vertrauen im Alltag zu leben. Ich weiß, darin liegt der Friede, den du uns hinterlassen willst.

Vorsatz: Ich bete heute für jemanden, der krank ist, damit Jesus diese Person heilt und tröstet.