Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 4. Dezember 2022 bis Samstag 10. Dezember 2022

Zweite Woche im Advent

P. Leonhard Maier LC

Reinigung und NeuanfangSonntag
Unwillige zu Jesus bringenMontag
Ich zĂ€hle fĂŒr GottDienstag
Leben in FriedenMittwoch
Mein „Ja“ bereitet dem Reich Gottes den WegDonnerstag
Wem schenke ich Gehör?Freitag
Prophet Jesu seinSamstag


Reinigung und Neuanfang

4. Dezember 2022

Zweiter Adventssonntag
Hl. Barbara, MĂ€rtyrin
Hl. Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer

P. Leonhard Maier LC

Mt 3,1-12
In jenen Tagen trat Johannes der TĂ€ufer auf und verkĂŒndete in der WĂŒste von JudĂ€a: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Stimme eines Rufers in der WĂŒste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen GĂŒrtel um seine HĂŒften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz JudĂ€a und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre SĂŒnden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Als Johannes sah, dass viele PharisĂ€er und SadduzĂ€er zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken. Schon ist die Axt an die Wurzel der BĂ€ume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stĂ€rker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hĂ€lt er die Schaufel in der Hand; und er wird seine Tenne reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater, von Jesus habe ich gelernt, dass ich Dein geliebtes Kind bin. Ob ich lebe oder nicht, spielt fĂŒr Dich eine Rolle, weil ich in Deinen Augen wichtig bin. Dir ist wichtig, dass wir beide eine liebevolle Beziehung haben. Gerne verbringe ich diese Gebetszeit mit Dir!

Bitte: Lass diesen Augenblick und meinen ganzen Tag fruchtbar sein!

1. Kurskorrektur ist möglich. So schnell gerate ich in die FĂ€nge schlechter Angewohnheiten und Laster. Doch du, Jesus, schickst mir deinen Heiligen Geist, der mich aufrĂŒttelt und mir zeigt, was neu werden muss. Mein Alltag kann einen Kurs einnehmen, der mich in deiner Gegenwart leben lĂ€sst. Bei dir sein, Jesus, das ist das Himmelreich. Ich freue mich auf dieses Abenteuer der Umkehr heute!

2. Meine Umkehr sichtbar machen. Mein Neuwerden in Christus soll sich heute an den Worten vollziehen, die ich im GesprĂ€ch mit mir selbst verwende: nicht „du Strohkopf“ werde ich mich nennen, sondern „du geliebtes Kind Gottes“. Wenn ich bete, dann will ich meinem Gott gegenĂŒber den Wohlgeruch aufmerksamer Liebe verbreiten. Wenn ich meinen Körper pflege, soll das Verherrlichung meines Schöpfer sein. Wenn ich Menschen begegne, dann will ich meinen Gott in ihnen sehen. Wenn ich aber gesĂŒndigt habe, dann will ich gleich den Vorsatz fassen, das in Ordnung zu bringen und ins Sakrament der Versöhnung tragen.

3. â€žAusmisten“. Jesus, weil du mich so sehr liebst, möchte ich mit deiner Hilfe bestimmten Dingen einen Schlusspunkt setzen: Was mir schadet, soll aufhören. Schlechte Gewohnheiten will ich abstellen. Was keine Frucht bringt fĂŒr die Ewigkeit, darf „ins Feuer geworfen werden“. Das beginnt bei kleinen GebrauchsgegenstĂ€nden, die ich nicht benötige und die nur unnötige StaubfĂ€nger sind. Das geht weiter bei Handy-Apps, die mich ablenken. Ich möchte einfach mit dem leben, was mir guttut und mich nĂ€her zu dir, Jesus, bringt. Was fĂŒr ein Abenteuer, jeden Tag aufs Neue!

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Vater im Himmel feiert ein Fest, wenn ich umkehre, wenn ich mich innerlich reinigen und heilen lasse. Das wĂ€re was, Jesus, wenn ich mich heute ehrlich dir zuwenden wĂŒrde! Voller Vertrauen will ich mich darauf einlassen.

Vorsatz: Ich trenne mich von etwas, was schon lange unbenutzt und sinnlos in meinem Zimmer herumsteht.


Unwillige zu Jesus bringen

5. Dezember 2022

Montag der zweiten Woche im Advent
Hl. Anno, Bischof

P. Leonhard Maier LC

Lk 5,17-26
Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch PharisĂ€er und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern GalilĂ€as und JudĂ€as und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drĂ€ngte ihn dazu, zu heilen. Da brachten einige MĂ€nner einen GelĂ€hmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine SĂŒnden sind dir vergeben. Da dachten die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er: Wer ist das, dass er eine solche GotteslĂ€sterung wagt? Wer außer Gott kann SĂŒnden vergeben? Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr fĂŒr Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, mein kurzes Leben soll reiche Frucht bringen, das ist meine Sehnsucht. Und was könnte es da ErfĂŒllenderes geben, als Menschen zu Dir zu begleiten? Was ist besser, als Menschen von Dir zu erzĂ€hlen?

Bitte: Viele Menschen können gerade nicht zu Jesus kommen: weil sie ihn nicht kennen oder weil sie es aus eigener Kraft nicht schaffen. FĂŒr diese Menschen, Herr, will ich jetzt zu Dir beten.

1. GelĂ€hmte herbeibringen. In Gedanken wandere ich zu den Bekannten und Freunden, die derzeit mit Jesus nichts anfangen können. In ihnen kann ich diesen GelĂ€hmten aus dem Evangelium erkennen. Im Geiste lege ich diese Menschen vor Jesus hin. Dabei schaue ich Jesus in die Augen und lasse ihn merken, wie groß mein Glaube an sein Eingreifen ist.

2. Jesu Wirken annehmen. Ich tue mich schwer, in meiner eigenen Situation ein klares Eingreifen Jesu zu erwarten. Ich weiß, dass mein Gott mĂ€chtige Wunder tut. Wird er aber auch bei meinem Problem eingreifen? Ja, ich vertraue fest darauf, dass Jesus mir jetzt zuhört. Wenn ich mich deinem Wirken öffne und es annehme, Herr, dann erlebe ich, wie die Sorgen schwinden.

3. Was Jesus mit mir macht. Wenn ich kein SĂŒnder wĂ€re, könnte Jesus mir nicht helfen: denn er ist gekommen, die SĂŒnder zu berufen und ihre geistigen Gebrechen zu heilen. Ja, ich habe dieses Problem der SĂŒnde, vieles in mir ist noch nicht in diese heilige Harmonie Gottes gekommen. Ich sehe und bekenne es. Ich möchte mir aber auch aus dieser Situation heraushelfen lassen. Jesus will das heute, hier auf Erden, tun und alles in Ordnung bringen, nicht erst irgendwann, wenn ich gestorben bin.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch ich selbst bin manchmal wie jemand, der nicht zu Dir kommen will. Vielleicht, weil ich noch nicht oder lange nicht mehr erlebt habe, wie gut Du bist und wie erfĂŒllend Dein Eingreifen ist. Zusammen mit meinen vielen Gebetsanliegen bringe ich Dir den alten Menschen in mir dar, der sich widersetzt, aber auch von Dir neu geschaffen werden will.

Vorsatz: Ich mache heute in einer Kirche oder Kapelle einen Besuch bei Jesus, der in der heiligen Eucharistie gegenwĂ€rtig ist, um mich von ihm berĂŒhren und heilen zu lassen.


Ich zĂ€hle fĂŒr Gott

6. Dezember 2022

Dienstag der zweiten Woche im Advent
Hl. Nikolaus, Bischof

P. Leonhard Maier LC

Mt 18,12-14
In jener Zeit fragte Jesus seine JĂŒnger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lĂ€sst er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurĂŒck und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich ĂŒber dieses eine mehr als ĂŒber die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, fĂŒr Dich gibt es keine Menschen erster oder zweiter Klasse. Dieses Schubladendenken kommt nicht von Dir. Ja, Dir ist jeder Mensch heilig. So darf ich mich jetzt von Dir lieben lassen in dieser kurzen Gebetszeit!

Bitte: Herr, lass mich jetzt ein wenig mehr erkennen, wie wichtig ich dir bin!

1. Gott sucht mich. Bin ich gerade bei Gott oder bin ich ihm heute vielleicht verloren gegangen? Habe ich mich im GestrĂŒpp irgendwelcher SĂŒnden und SĂŒchte verfangen? Jesus sieht mich da und ruft nach mir. Er kommt zu mir in meine Dunkelheit und holt mich da heraus.

2. Ich bin die Freude Gottes. Das „Bei-Gott-sein“ nennen wir auch Leben im Stand der Gnade: leben im Einklang mit meinem Schöpfer, existieren in seinem Sinne. Es ist nicht notwendig, dass ich produktiv und erfolgreich bin, dass ich Geld verdiene und beliebt bin. Ich erreiche das Ziel meines Lebens, wenn ich Gott heute tiefer kennenlerne und mich ihm hingebe: durch Gebetszeit, durch SchriftlektĂŒre und indem ich mich an die Menschen um mich herum verschenke.

3. Gott will Lebensgemeinschaft mit mir. Es wĂ€re eine sehr eindimensionale Ehe, wenn sich die Partner nur treffen wĂŒrden, um intim zu werden. Da gehört auch die Hingabe im Alltag dazu, in der Arbeit und in den Schwierigkeiten, in den aufregenden Momenten und in den langweiligen. Genauso will Gott Teil meines „grauen Alltags“ sein. Er will mich schĂŒtzen und pflegen, wie das eine Henne mit ihren KĂŒken unter ihren FlĂŒgeln tut. Gott will ein Team sein mit mir!

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, dass ich mit dir, Jesus, durch diesen Tag gehen kann. Du bist bei mir in meinen Krankheiten und meinen Sorgen. Du sollst die Sonne sein, um die mein Leben den ganzen Tag kreist!

Vorsatz: Heute vor der Mittagspause nehme ich mir einen Moment der Gewissenserforschung, um auf meine heutige Lebensgemeinschaft mit Gott zurĂŒckzublicken.


Leben in Frieden

7. Dezember 2022

Mittwoch der zweiten Woche im Advent
Hl. Ambrosius, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

P. Leonhard Maier LC

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich habe finanzielle Sorgen. Ich weiß nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll, das beunruhigt mich. Eigentlich vertraue ich dir ja, aber da gibt es eine Unruhe in mir.

Bitte: Bitte nimm mir diese sinnlose Zukunftsangst, die im Leben eines Christen ĂŒberhaupt keine Berechtigung hat.

1. Anklopfen bei Jesus. Wenn mir Geld fehlt oder ein Problem auftaucht, dann beginne ich gleich, an einer Lösung zu arbeiten. Könnte ich mich vielleicht heute erst hinknien und bei Jesus „anklopfen“? „Jesus, ich brauche dich jetzt! Kannst du mir bitte helfen?“ Du lĂ€dst mich ein, zu dir zu kommen. Du bist ein Gott, der Zeit hat fĂŒr uns Menschen. Du bist immer dazu bereit, dich von uns mit unseren Anliegen „nerven“ zu lassen.

2. Wie passiert dieser Friede? Nach den Worten Jesu wird nicht mein Eingreifen die Lösung bringen, sondern er selbst, Jesus, wird mir Ruhe verschaffen. Das sehe ich nicht, ich muss es dir glauben, Herr. Diese Unsicherheit will ich annehmen, dir die Kontrolle ĂŒbergeben und daraus einen Akt des Glaubens machen.

3. Was ich von Jesus bekomme. Du, Jesus, bringst eine solche FĂŒlle in mein Leben, dass mir nichts mehr fehlt. Da drĂŒckt nichts mehr, sondern alles entspricht meinem eigenen Wesen. Wenn ich die Berufung, die mir von Gott zugedacht ist, entdecke und lebe, dann darf ich in die Leichtigkeit Gottes eintreten: in seine GĂŒte und seine Wahrheit.

GesprĂ€ch mit Christus: Den Frieden, den die Welt sucht, kannst nur Du, Herr, ihr geben. Ohne Dich gibt es keine Ruhe fĂŒr uns Menschen. In Deinen Armen erfahre ich, wie Du meine SehnsĂŒchte erfĂŒllst. Gerne lasse ich mich von Dir beschenken!

Vorsatz: Wenn heute eine Sorge in mir aufkommt, will ich dieses Stoßgebet beten: „Herr, gib mir deinen Frieden“.


Mein „Ja“ bereitet dem Reich Gottes den Weg

8. Dezember 2022

Hochfest der ohne ErbsĂŒnde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

P. Leonhard Maier LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebĂ€ren; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird ĂŒber dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Was ist meine Aufgabe im Reich Gottes? Kann ich da einen Unterschied machen? – Bei Maria sehe ich, wie weltverĂ€ndernd jede meiner Entscheidungen fĂŒr Gott ist. In dieser Zeit des Gebets will ich mich mit meinem persönlichen Ruf auseinandersetzen.

Bitte: Maria, bitte gib mir Kraft, mich wie du dem Ruf Gottes zu öffnen, dass ich ihn hören kann!

1. Mein Name im Buch des Lebens. Wer mit Gott zusammenarbeitet und seinem Sohn folgt, dessen Name hat im Neuen Testament Gewicht. Vom reichen JĂŒngling beispielsweise haben wir keinen Namen: Er ist Jesus nicht nachgefolgt. Wie allgegenwĂ€rtig ist dahingegen der Name Mariens ĂŒberall dort, wo von Jesus die Rede ist! In der Liturgie verehren wir den Namen der Gottesmutter mit einem eigenen Festtag! Sie hat sich fĂŒr den Plan Gottes geöffnet, und auf eben diese Weise wird, wenn ich treu bin, auch mein Name im Buch des Lebens stehen.

2. Gottes Ruf macht mich stark. Nie mehr Angst haben! Selbstbewusst und zuversichtlich, vor Zuversicht sprĂŒhend in die Zukunft blicken! Ja, du wirst das mĂ€chtige Eingreifen Gottes erleben, Maria, aber du hast nichts zu fĂŒrchten! Wie sehr ehrt der Schöpfer sein Meisterwerk Maria, so dass sie von allen Generationen seliggepriesen werden wird! Dieses kleine MĂ€dchen wird von Gott zur mĂ€chtigsten Frau aller Zeiten gemacht, zur Königin des Himmels. Maria, alles an dir ist die schönste Geschichte aller Zeiten! Deinem Vorbild folgend will ich meiner Berufung entsprechen.

3. Politiker kommen und gehen, Jesus bleibt. Ein junges MĂ€dchen sagt „Ja“, und die Herrschaft des einzigen wahren Königs kann beginnen. Unaufhaltsam verwirklicht sich der Plan Gottes mit seiner Schöpfung, doch es war notwendig, dass Maria ihre Zustimmung gab. Genauso sollst du, Jesus, meine Zustimmung bekommen. Tu mit mir, was du willst. Ich darf sehen, dass die wahren Schlagzeilen – die im Himmel – nicht die Politiker machen, sondern die, welche in den Dienst Gottes treten.

GesprĂ€ch mit Christus: Es fasziniert mich, diese Maria von Nazaret zu betrachten. Schnell kommen mir vor RĂŒhrung die TrĂ€nen, wenn ich die Weise meditiere, wie sie Gott begegnet und Gott ihr.

Vorsatz: Ich bleibe heute bei einem Bild Mariens stehen und bete ein Avemaria.


Wem schenke ich Gehör?

9. Dezember 2022

Freitag der zweiten Woche im Advent

P. Leonhard Maier LC

Mt 11,16-19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben fĂŒr euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem DĂ€mon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und SĂ€ufer, dieser Freund der Zöllner und SĂŒnder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Leicht lasse ich mich durch die Meinungen anderer verunsichern. Doch auf wen will ich eigentlich hören? Ich will mir jetzt Zeit nehmen, Dir, Jesus, zuzuhören. Deine Stimme soll der Kompass fĂŒr diesen Tag sein.

Bitte: Gib mir den klaren Blick auf Dich, Jesus! Mit Dir im Zentrum kann ich die anderen Stimmen besser einordnen und ihnen den Platz geben, der ihnen zusteht.

1. Fasten. Verzicht und Askese haben einen wichtigen Platz in der Nachfolge Jesu. Wenn ich vom Heiligen Geist den Impuls bekomme, aus Liebe zu Gott ein Opfer darzubringen, dann ist das ein echter Weg zu Gott. Wenn ich faste, dann bringe ich dadurch zum Ausdruck, dass ich etwas wirklich von ihm will!

2. Feiern. Jesus hat das Leben gefeiert! Ich darf jeden Tag leben, als ob es meine Hochzeit mit Gott wĂ€re! Ein „Festmahl“ der schönsten Geschenke Gottes steht fĂŒr mich immer bereit: Lebensfreude, Herzensfrieden, Heilung, echte und tiefe Gottesbeziehung, wahre Freundschaft mit den Menschen. Jesus zeigt mir durch seinen Lebensstil, dass ich in seiner Nachfolge schon hier auf Erden das Leben in FĂŒlle erfahren darf!

3. Jesus wirkt. Jesus ist die Weisheit in Person: Die FrĂŒchte, die seine JĂŒnger bringen, geben ihm Recht. Die Hingabe einer Mutter Teresa von Kalkutta zeigt, dass Jesus immer wieder das Beste aus dem Menschen herausholt. Durch mein Fasten und mein Feiern kann ich Gott in diese Welt hineintragen. Doch wenn ich faste, ohne dass Jesus in mir lebt, dann wird mein Fasten keine Frucht bringen. Und wenn ich ohne Jesus feiere, dann wird dadurch das Reich Gottes nicht aufgebaut.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich muss auf gewisse Dinge verzichten, auch schon deswegen, weil nicht alles fĂŒr meine Gesundheit gut ist. Was ich an Opfern bringen muss, will ich aus Liebe zu Dir tun, Jesus. Und was ich an Geschenken bekomme, will ich mit tiefer Ruhe annehmen.

Vorsatz: Wenn mir heute etwas unangenehm ist, will ich das geduldig aus Liebe zu Gott annehmen.


Prophet Jesu sein

10. Dezember 2022

Samstag der zweiten Woche im Advent

P. Leonhard Maier LC

Mt 17,9a.10-13
WĂ€hrend Jesus und seine JĂŒnger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die JĂŒnger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst mĂŒsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden mĂŒssen. Da verstanden die JĂŒnger, dass er von Johannes dem TĂ€ufer sprach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, komm in diese Welt, wir sehnen uns nach Deinem Kommen! So viele zerbrochene Herzen, kranke Ehen und deprimierte Jugendliche: Sie alle warten auf Dich!

Bitte: Komm herein, Jesus, in mein großes Leid, in mein Problem, in dem ich gerade „ertrinke“. Rette mich!

1. Propheten kĂŒndigen Jesus an. Der Heilige Geist hat durch die Propheten des Alten Testaments gesprochen, sie alle sprechen von Jesus. Als Getaufter bin ich Prophet, der von Jesus erzĂ€hlt: von seinen Gesten und Worten, von seinem ganzen Lebensstil. Ich kann mein Umfeld auf Jesu Ankunft vorbereiten. Durch meine VerkĂŒndigung sollen sie erkennen können, dass der Retter da ist.

2. Prophetisch alles wiederherstellen. Wer ist der wahre Gott? So viele falsche Gottesbilder geistern umher. Johannes der TĂ€ufer verkĂŒndete das Kommen des wahren Gottes, stellte klar, wie er ist, dieser eine wahre Gott. Er wird uns mit Feuer taufen: mit dem Feuer der Gnade, göttlichem Leben, mit Gottesliebe. Gott holt uns zu sich. Ich als Prophet darf aufzeigen, worin ein falsches Bild von Gott besteht.

3. Wie die Welt die Propheten behandelt. Wenn ich den Applaus der Reichen und MĂ€chtigen ernte, dann bin ich wahrscheinlich kein wahrer Prophet. WofĂŒr ich vom Glauben her stehe und was ich mit jeder Faser meines Daseins als Botschafter Christi verkĂŒndige, muss fĂŒr den Zeitgeist eine schneidige Herausforderung sein. Meine Botschaft muss eine Challenge sein, die fasziniert und erhebt. Wer auf der Suche nach der Wahrheit ist, wird sie bei mir finden, doch die Mehrheit wird nichts damit anfangen können.

GesprĂ€ch mit Christus: Heute ist ein Tag, um Dich, den wahren Gott, tiefer zu erfassen und mehr zu lieben. Ich liebe es, ĂŒber Dich nachzudenken und mit Dir ins GesprĂ€ch zu kommen. Genau das will ich jetzt tun


Vorsatz: Wenn ich heute Abend ins Bett gehe, will ich an diesen wahren Gott denken und mich danach sehnen, bei ihm zu sein.