Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. November 2022 bis Samstag 26. November 2022

Vierunddrei├čigste Woche im Jahreskreis

P. Bertalan Egervári LC

Jesu Herrschaft der LiebeSonntag
Zur Familie Jesu geh├ÂrenMontag
Was bleibt f├╝r die EwigkeitDienstag
Freude am ZeugnisMittwoch
Von Problemen und ZuversichtDonnerstag
Das Reich Gottes ist naheFreitag
Bereit f├╝r die ├ťberraschungen GottesSamstag


Jesu Herrschaft der Liebe

20. November 2022

Christk├Ânigssonntag
Hochfest

P. Bertalan Egervári LC

Lk 23,35b-43
In jener Zeit verlachten die f├╝hrenden M├Ąnner des Volkes Jesus und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er der Christus Gottes ist, der Erw├Ąhlte. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der K├Ânig der Juden bist, dann rette dich selbst! ├ťber ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der K├Ânig der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verh├Âhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der Andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du f├╝rchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn f├╝r unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist Gott und K├Ânig, aber du bist Mensch geworden und hast dich klein und verletzbar gemacht. Du begibst dich zu uns auf Augenh├Âhe herab und machst uns damit gro├č. Danke f├╝r deine N├Ąhe und dein Interesse an mir. Lass mich dich besser kennen, damit ich auch dir nahe sein kann.

Bitte: Jesus, dein Reich komme!

1. Jesus herrscht vom Kreuz aus. Wenn wir am Hochfest Christk├Ânig in der Liturgie diese Bibelstelle h├Âren, merken wir schnell, dass die Herrschaft Jesu anders aussieht als die von ÔÇ×normalenÔÇť irdischen K├Ânigen. Es gibt hier keinen Reichtum, keinen Prunk, keine Ehrerbietungen, keine besonderen Vorrechte, es gibt nichts dergleichen. Stattdessen sehen wir Hilflosigkeit, Spott und Hohn, Leid und Verlassenheit. Trotzdem ist Jesus Christus der K├Ânig der K├Ânige. Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Er nutzt sie aber nicht f├╝r sich und sein Wohlergehen. Er verzichtet auf so vieles und geht bis zum Letzten, um uns zu zeigen, dass seine Liebe zu uns keine Grenzen hat. Er herrscht vom Kreuz aus, um uns zu zeigen, dass im Mittelpunkt seiner Herrschaft die Liebe steht.

2. Zeit nur f├╝r ihn. Liebe zu uns bedeutet konkret, dass Gott zuallererst an mir pers├Ânlich interessiert ist. All sein Wirken ist darauf ausgerichtet, uns zu einer pers├Ânlichen Beziehung zu ihm zu f├╝hren. Genauso, wie wir mit unserer Familie oder Freunden eine pers├Ânliche Beziehung pflegen, sollen wir es auch mit Gott tun. Das bedeutet, Zeit mit ihm zu verbringen, mit ihm zu sprechen, versuchen, auf ihn zu h├Âren, ihm kleine Freuden zu machen, ihm Dinge anzuvertrauen, die uns bewegen, mit ihm zu lachen und zu weinen, sprich unser Leben mit ihm zu teilen. Wir d├╝rfen wenigstens einmal am Tag alles andere vergessen und nur mit diesem K├Ânig Zeit verbringen, ├╝ber ihn nachdenken und mit ihm sprechen. Es ist sehr gut investierte Zeit. Diese Zeit nennt sich Gebet.

3. Ohne Ma├č und ohne Grenzen. Mehr als jeder andere K├Ânig es k├Ânnte, ist Jesus Christus grenzenlos gro├čz├╝gig und barmherzig. Kaum vorstellbar, wie gro├č seine G├╝te sein muss, wenn er am Kreuz sagen kann: ÔÇ×Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.ÔÇť Das hei├čt, dass Jesus einfach alles vergisst, was der Verbrecher in seinem Leben an Schlechtem getan hat. Er hat sich vielleicht sein Leben lang nicht f├╝r Gott und seine Gebote interessiert und vieles getan, was Gott verletzt hat. Wegen seiner S├╝nden leidet Jesus am Kreuz. Aber Jesus schiebt das alles beiseite und zeigt ihm damit, dass er selbst am Kreuz nicht aufh├Ârt, ihn weiter zu lieben. Statt ihn gerechterweise zu bestrafen und ihn die Konsequenzen seiner Taten sp├╝ren zu lassen, schenkt er ihm gratis ÔÇô oder fast gratis ÔÇô das Gr├Â├čte, was er geben kann: ewiges Leben in vollkommener Liebe.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du bist unser K├Ânig. Dir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Lass diese Macht in meinem Leben und auf der ganzen Welt aufstrahlen. Dein Reich komme in mein Herz, in meine Beziehungen, in die Gesellschaft und in die ganze Welt. Danke, Jesus.

Vorsatz: Ich m├Âchte heute im Laufe des Tages Jesus von Herzen meine Dankbarkeit f├╝r das zeigen, was er f├╝r mich getan hat.


Zur Familie Jesu geh├Âren

21. November 2022

Montag der vierunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Unsere Liebe Frau in Jerusalem
Gedenktag

P. Bertalan Egervári LC

Mt 12,46-50
In jener Zeit, als Jesus mit den Leuten redete, standen seine Mutter und seine Br├╝der vor dem Haus und wollten mit ihm sprechen. Da sagte jemand zu ihm: Deine Mutter und deine Br├╝der stehen drau├čen und wollen mit dir sprechen. Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Br├╝der? Und er streckte die Hand ├╝ber seine J├╝nger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Br├╝der. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erf├╝llt, der ist f├╝r mich Bruder und Schwester und Mutter.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hattest eine Botschaft der Freude f├╝r die Menschen. Viele sind dir gefolgt, haben dich gesucht und wollten dich h├Âren. Oft haben die Menschen dich aber nicht verstanden, weil du deine Botschaft in Bilder verpackt, in Gleichnissen gesprochen hast. Offenbare mir jetzt, was du mit dieser Stelle aus dem Evangelium sagen m├Âchtest.

Bitte: Lass mich deinen Willen erkennen und tun.

1. Die Suche nach dem Willen Gottes. Scheinbar sehnt sich Gott nach einer gro├čen Familie. Diese Evangelienstelle besagt mit anderen Worten, dass den Willen Gottes erf├╝llen muss, wer zur Familie Christi geh├Âren will. Dieser Wille steht im Mittelpunkt. Wir sollen ihn suchen, uns um ihn bem├╝hen. Die innere Einstellung, die wir dabei einnehmen d├╝rfen, ist dieselbe, die Jesus hatte. Er wusste, dass der Vater ihn liebt und das Beste f├╝r ihn will. Er hat ihm ganz und gar vertraut und wollte ihm dadurch Freude machen, dass er seinen Willen erf├╝llte. Die vielleicht gr├Â├čte Herausforderung f├╝r uns liegt darin, immer wieder das tief verwurzelte Misstrauen zu ├╝berwinden, dass es Gott wirklich gut mit uns meint, obwohl st├Ąndig Dinge im eigenen Leben und auf der Welt geschehen, die das Gegenteil zu zeigen scheinen.

2. Ein Lob f├╝r die Mutter. Auch Maria, die Mutter Jesu, hatte es nicht leicht. Was aber auf den ersten Blick wie eine Zur├╝ckweisung Marias aussieht, ist in Wirklichkeit ein Lob f├╝r sie. Wie niemand anderes hat sie den Willen Gottes gesucht und getan. Dass sie Mutter Gottes sein durfte und ohne Erbschuld empfangen wurde, sind besondere Geschenke und Vorz├╝ge. Aber was sie wirklich gro├č macht, ist die Art und Weise, wie sie gelebt hat: dem Willen Gottes immer treu, mit grenzenlosem Vertrauen, mit unersch├╝tterlichem Glauben, mit Hoffnung selbst in den hoffnungslosesten Momenten und immer aus Liebe zu Gott.

3. Auf Gottes Stimme h├Âren. Eine weitere Herausforderung liegt darin, auf die Stimme Gottes zu h├Âren und seinen Willen zu erkennen. Die Gebote Gottes geben uns die allgemeine Richtung vor. Dar├╝ber hinaus hilft uns besonders der Glaube an die Gegenwart Gottes in unserem Leben, hier und jetzt; der Glaube daran, dass er jetzt zu uns spricht. Wir d├╝rfen achtsam sein auf das, was in uns vorgeht. Mit einer Haltung der Suche nach dem Willen Gottes d├╝rfen wir uns sicher sein, dass uns Gott sehr vieles eingibt. Es kommen viel mehr Gedanken, Ideen und Eingebungen von Gott, als wir es vielleicht ahnen. Nur sind sie so schlicht und unscheinbar, dass wir meistens annehmen, es sind unsere eigenen Gedanken oder Eindr├╝cke. Wir d├╝rfen darauf vertrauen, dass er h├Ąufig zu uns spricht, und lernen, auf seine Stimme zu h├Âren.

Gespr├Ąch mit Christus: Guter Gott, dein Wille ist das Beste, was uns passieren kann. Hilf uns, immer besser auf deine Stimme zu h├Âren und deinen Willen zu erkennen. Gib uns auch die Kraft, ihn zu erf├╝llen und so dein Reich auszubreiten.

Vorsatz: Ich will heute kurz innehalten und Gott nach seinem Willen in einer konkreten Situation fragen.


Was bleibt f├╝r die Ewigkeit

22. November 2022

Dienstag der vierunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. C├Ącilia, Jungfrau, M├Ąrtyrin
Gedenktag

P. Bertalan Egervári LC

Lk 21,5-11
In jener Zeit, als einige dar├╝ber sprachen, dass der Tempel mit sch├Ânen Steinen und Weihegeschenken geschm├╝ckt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irref├╝hrt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen h├Ârt, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersn├Âte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, trotz allen Fortschritts ist die Welt auch heute ein gro├čes Durcheinander. Was die Zukunft bringt, ist ungewiss und verunsichert uns. Hilf uns, auf dich zu vertrauen und bewahre uns vor allem B├Âsen. Lass uns auf dein Wort h├Âren und dir nachfolgen.

Bitte: Gib uns Sehnsucht nach dem Himmel, gib uns Sehnsucht nach dir.

1. Verg├Ąngliches und Unverg├Ąngliches. Der Tempel war damals der zentrale Ort der j├╝dischen Gottesverehrung, der Ort, an dem Gott wohnte und gegenw├Ąrtig war. Jesus hat sich offenbart als der wahre Tempel. Aber selbst dieser Tempel wurde nicht verschont, auch er wurde ÔÇ×zerst├ÂrtÔÇť, wie sp├Ąter der Tempel in Jerusalem. Alles Irdische ist verg├Ąnglich, nichts hier auf Erden bleibt, wie es ist. Mit all dem deutet der Herr uns an, dass unsere wahre Heimat im Himmel ist und dass wir uns nicht zu sehr an die Dinge dieser Welt klammern sollen, ganz gleich, wie sch├Ân oder wertvoll sie auch sein m├Âgen. Im Himmel finden wir alles in Gott um ein Vielfaches sch├Âner und wertvoller wieder.

2. Die Gaben Jesu ├╝berdauern. ÔÇ×Viele werden unter meinem Namen auftreten.ÔÇť Es gibt nicht nur die falschen Propheten, die uns alles M├Âgliche versprechen oder voraussagen, es gibt auch viele Dinge auf dieser Welt, von denen uns eingeredet wird, dass wir genau durch sie gl├╝cklich werden und ein sorgenfreies Leben finden k├Ânnen. Aber all das, was sie uns anbieten, verleiht uns bestenfalls kurzfristig Zufriedenheit. Jesus sagt uns, dass er nicht gekommen ist, um uns ein problemloses Leben mit reichlich irdischem Gl├╝ck zu bringen. Erdbeben, Seuchen etc. wird er nicht verhindern, ebenso wenig wie Probleme und Schicksalsschl├Ąge in unserem eigenen Leben. Er ist gekommen, um uns bei allem zu begleiten, uns durch alles hindurchzutragen und uns dabei immer mehr mit seinem Frieden und seiner Freude zu erf├╝llen.

3. Auf dem Grund der Seele. Wie das Meer bei einem Sturm toben kann, sich die Wellen meterhoch t├╝rmen, Blitze, Donner und ein Orkan dar├╝ber hinwegfegen k├Ânnen, das Wasser auf dem Meeresgrund aber v├Âllig ruhig bleibt, so m├Âchte uns Jesus Frieden und Freude geben, die auf dem Grund unserer Seele von allen Widrigkeiten des Lebens unber├╝hrt bleiben. Er hat uns die Hl. Schrift, die Hl. ├ťberlieferung und das Lehramt der Kirche als Wegweiser geschenkt, die uns vor allem Irrtum und falschen Propheten bewahren. Ganz besonders schenkt er uns seine Gegenwart durch die Sakramente und schmiedet unsichtbar und unbemerkt unsere Seele, damit sie in seinem Frieden und in seiner Freude bleibt. Folgen wir trotz aller Schwierigkeiten ihm und seinem Weg, damit Frieden und Freude uns immer mehr erf├╝llen.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, wie leicht verlieren wir den inneren Frieden, wie leicht k├Ânnen uns selbst Kleinigkeiten verwirren und aus der Ruhe bringen. Sei du unsere St├Ąrke, leuchte in allen Momenten unseres Lebens, damit wir nicht verlieren, was du uns schenkst.

Vorsatz: Ich will mir heute durch eine gute Tat einen Schatz im Himmel erwerben.


Freude am Zeugnis

23. November 2022

Mittwoch der vierunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Klemens I., Papst, M├Ąrtyrer
Hl. Kolumban, Abt, Glaubensbote

P. Bertalan Egervári LC

Lk 21,12-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Man wird euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen ├╝bergeben, ins Gef├Ąngnis werfen und vor K├Ânige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen k├Ânnen. Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus f├╝r eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen k├Ânnen. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man t├Âten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekr├╝mmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, das ewige Leben zu gewinnen, scheint mit jeder Menge Problemen verbunden zu sein. Zeige uns, dass es sich immer lohnt, es trotzdem zu suchen und auf deinen Wegen zu gehen. St├Ąrke unseren Glauben, unsere Hoffnung und unser Vertrauen auf dich.

Bitte: Gib uns den Mut, von deiner Liebe Zeugnis zu geben.

1. Die Kraft des Zeugnisses. Wie wichtig scheint Jesus das Zeugnis seiner J├╝nger zu sein. Wenn wir den Bibeltext w├Ârtlich nehmen, scheint er zuzulassen, dass sie verfolgt und festgenommen werden, damit sie dann Zeugnis ablegen k├Ânnen. Sicherlich ist ein Zeugnis in einer prek├Ąren Situation noch gewichtiger als in einer normalen. Wer zu Jesus steht, obwohl er seiner Freiheit beraubt ist, muss sehr ├╝berzeugt sein. Aber auch das Zeugnis im Alltag ist wertvoller als jede Belehrung. Lehrer gibt es mehr als genug in der Welt, Experten zuhauf, aber Zeugen gibt es wenige. Die Einladung Jesu zum Zeugnis gilt auch heute f├╝r uns. Ein Zeugnis hat besondere Kraft, weil es keine Argumente dagegen gibt. Pers├Ânlich gemachte Erfahrungen kann niemand widerlegen. Man kann sie nur glauben oder ins Reich der Fabeln verweisen.

2. Vom Geist geleitet. Jesus verspricht seinen J├╝ngern den Beistand des Heiligen Geistes. Einzige Bedingung: Sie sollen ihm ganz vertrauen und sich nicht selbst die richtigen Worte zurechtlegen. Er wei├č alles, er wei├č, wer welche Worte braucht, um ber├╝hrt zu werden. Er kennt die perfekte L├Âsung f├╝r jede Situation, die perfekten Argumente f├╝r jeden Menschen. Wenn wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen, werden erstaunliche Dinge in unserem Leben geschehen. Reden wir mit ihm, lernen wir, auf seine Stimme zu h├Âren und auf seine Eingebungen zu achten, und wenn wir meinen, ihn geh├Ârt zu haben, dann folgen wir bereitwillig seinem Wort. Er belohnt einen prompten Gehorsam. Mit ihm bekommt jedes unserer Werke und jedes Zeugnis besondere Kraft.

3. Versprechen. Was Jesus seinen J├╝ngern nicht verspricht, ist ein einfaches, gem├╝tliches Leben. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Er ist deutlicher, als die J├╝nger es sich wohl w├╝nschen. Festgenommen, von Verwandten und Freunden ausgeliefert, von allen gehasst, vielleicht sogar get├Âtet werden, das klingt nicht gerade nach einer frohmachenden Botschaft. Es gibt so viele Verhei├čungen und wunderbare Versprechen, die Jesus macht, aber er sagt sicherlich nie, dass wir uns zur├╝cklehnen und es uns gem├╝tlich machen sollen, weil alles ein Selbstl├Ąufer wird und wir am Ende sowieso in den Himmel kommen. Nein, wir haben unseren Beitrag zu leisten und Schwierigkeiten werden kommen. ÔÇ×Und doch wird euch kein Haar gekr├╝mmt werden.ÔÇť

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du machst es uns nicht leicht, dir nachzufolgen. Wenn wir solche Worte h├Âren, ├╝berlegen wir uns zweimal, ob es sich wirklich lohnt. Lass uns immer wieder deine Gegenwart, Liebe und Freude erfahren, damit wir nie mutlos werden, sondern immer weiter auf deinen Wegen gehen.

Vorsatz: Ich nehme mir vor, heute von dir Zeugnis zu geben, und wenn es nur ein Kreuzzeichen vor dem Essen am Arbeitsplatz ist.


Von Problemen und Zuversicht

24. November 2022

Donnerstag der vierunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Andreas Dung-Lac, Priester, und Gef├Ąhrten M├Ąrtyrer

P. Bertalan Egervári LC

Lk 21,20-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn ihr aber seht, dass Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann k├Ânnt ihr daran erkennen, dass die Stadt bald verw├╝stet wird. Dann sollen die Bewohner von Jud├Ąa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erf├╝llung gehen soll, was in der Schrift steht. Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine gro├če Not wird ├╝ber das Land hereinbrechen: Der Zorn Gottes wird ├╝ber dieses Volk kommen. Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle L├Ąnder verschleppen, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erf├╝llen. Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die V├Âlker best├╝rzt und ratlos sein ├╝ber das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die ├╝ber die Erde kommen; denn die Kr├Ąfte des Himmels werden ersch├╝ttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit gro├čer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure H├Ąupter; denn eure Erl├Âsung ist nahe.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, wir wissen nicht, was die Zukunft uns bringt. Wir sehnen uns nach Sicherheit, sind aber st├Ąndig von neuen Herausforderungen umgeben. Hilf uns, dass wir uns nicht verwirren lassen, sondern immer auf dich vertrauen und mit Hoffnung und Zuversicht durchs Leben gehen.

Bitte: Begleite uns durch alle Schwierigkeiten.

1. Alles Irdische vergeht. In dieser Bibelstelle sagt Jesus die Zerst├Ârung Jerusalems voraus und spricht auch ├╝ber weitere Ereignisse in der Zukunft. Auch wenn uns einiges unklar bleibt, Jesus wusste schon damals genau, was ihn und uns erwarten w├╝rde. Nichts ist ihm verborgen, alles liegt in seiner Hand. Wie gut, dass er Pl├Ąne des Heils f├╝r uns hat! Wenn wir uns die Zahl der Kapitel in den Evangelien ansehen, die vom Ende und den letzten Zeiten sprechen, stellen wir fest, dass es erstaunlich viele sind. Eher als uns genau die Zukunft vorauszusagen, m├Âchte uns Jesus wohl dazu einladen, ├╝ber diese letzten Dinge nachzudenken. Die Betrachtung der letzten Dinge hilft uns, mehr im Blick auf die Ewigkeit zu leben und nicht zu sehr an irdischen Dingen zu h├Ąngen.

2. Nur das, was Gott erlaubt. Nach der Ank├╝ndigung der Zerst├Ârung Jerusalems folgt eine Schilderung in apokalyptischer Sprache. Diese Zeilen erinnern stark an die Offenbarung des Johannes. Wenn aber dort von Ungl├╝ck, Katastrophen oder Verfolgungen die Rede ist, bleibt dabei klar, dass ihre Zeit immer begrenzt ist. Sie dauern nur so lange, wie Gott es erlaubt. Auch hier l├Ądt uns der Herr ein, uns nicht verwirren zu lassen wie ganze V├Âlker, die vor Angst vergehen und best├╝rzt und ratlos sein werden. Wer Glauben hat, darf, wenn die Welt ÔÇ×den Bach runterzugehenÔÇť scheint, gelassen und im Frieden Gottes bleiben, weil er alles nach seinem Willen lenkt. Nie wird das B├Âse endg├╝ltig die Oberhand behalten, nie wird die Lage hoffnungslos sein.

3. Den Blick auf die Ewigkeit. Stattdessen spricht Jesus zu den Auserw├Ąhlten, dass sie sich aufrichten und ihre H├Ąupter erheben sollen, weil ihre Erl├Âsung nahe ist, wenn diese Dinge geschehen. Als wolle er sagen: Wenn sich die Probleme und Widerst├Ąnde in eurem Leben mehren, dann freut euch, denn ihr seid nicht Freunde der Welt, die vergehen wird, sondern erwartet die sich nahende Erl├Âsung, die ihr ersehnt. Das gilt nicht nur f├╝r die letzten Zeiten, sondern auch jetzt in unserem Leben. Wir sind eingeladen, trotz Corona, Krieg und Wirtschaftskrise unseren Blick immer auf Jesus zu richten, der f├╝r jeden von uns einen Plan hat und uns st├Ąrkt, uns Hoffnung gibt und uns durch alle Schwierigkeiten hindurchman├Âvrieren m├Âchte.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr Jesus Christus, du wusstest, welches Ende dir bevorstehen w├╝rde, und warst trotzdem immer voller Freude und Zuversicht. Lehre uns, zu denken und zu empfinden wie du, damit auch wir alle Probleme ├╝berwinden und in deinem Frieden bleiben k├Ânnen.

Vorsatz: Ich will mir heute bewusst machen, dass keines meiner Probleme gr├Â├čer ist als Gott, dass er vielmehr gr├Â├čer ist als jedes Problem.


Das Reich Gottes ist nahe

25. November 2022

Freitag der vierunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Katharina von Alexandrien, Jungfrau, M├Ąrtyrin

P. Bertalan Egervári LC

Lk 21,29-33
In jener Zeit gebrauchte Jesus einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen B├Ąume an: Sobald ihr merkt, dass sie Bl├Ątter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Einf├╝hrendes Gebet: Heiliger Geist, komm und erleuchte unseren Verstand, ber├╝hre unser Herz und lass die Worte der Heiligen Schrift in unserem Leben Frucht bringen. Gib uns Verst├Ąndnis und Einsicht und lass uns immer mehr aus deinem Wort leben.

Bitte: St├Ąrke meine pers├Ânliche Beziehung zu dir.

1. Der Sieg Jesu. Den nahenden Sommer erkennen, wenn ein Feigenbaum Bl├Ątter treibt, braucht keinen Experten. Jeder ist dazu m├╝helos in der Lage. Genauso sollen wir in der Lage sein zu erkennen, dass das Reich Gottes nahe ist, wenn wir ÔÇ×all das geschehenÔÇť sehen. Aber was genau meint er? Interessant, dass Jesus sagt: ÔÇ×Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft.ÔÇť Wenn Jesus die damalige Generation von Menschen meint, dann ist also schon lange alles eingetroffen. Sollten dann die Menschen von damals nicht in der Lage gewesen sein, in Leben, Leiden, Tod und Auferstehung Jesu das nahende Reich Gottes zu erkennen? Sein Tod war nicht Niederlage, sondern der endg├╝ltige Sieg ├╝ber das B├Âse. Das d├╝rfen auch wir erkennen.

2. Reich Gottes in unserem Leben. K├Ânnen wir auch das Reich Gottes in unserem eigenen Leben erkennen? Da w├Ąre zum einen das Wirken Gottes in unserem eigenen Leben. Seit der Taufe haben wir Anteil am Leben Jesu und er ist in unserem Herzen gegenw├Ąrtig. Wir sind ein Tempel des Heiligen Geistes. In unserem Inneren k├Ânnen wir Gott finden. Sind wir uns seiner Gegenwart bewusst? Pflegen wir eine pers├Ânliche, liebevolle, innige Beziehung mit ihm? Dann werden wir f├Ąhig sein, seine Stimme immer besser zu erkennen und sein Wirken in unserem Leben immer deutlicher zu sehen. Er ist der Schatz im Acker und die wertvolle Perle, f├╝r die es sich lohnt, alles zu verkaufen, um sie zu besitzen.

3. Boten der Liebe Gottes. Das Reich Gottes soll nicht nur in unserem Herzen gegenw├Ąrtig sein, sondern auch in unseren Beziehungen zu den Mitmenschen und in der ganzen Gesellschaft. Wir sind gerufen, unseren Beitrag zu leisten. Gebet und Sakramente, Ausbildung von Tugenden und N├Ąchstenliebe lassen das Reich Gottes zun├Ąchst in uns selbst wachsen. Darum d├╝rfen wir uns bem├╝hen. Sie ver├Ąndern aber auch unseren Blick auf die Menschen und machen uns f├Ąhig weiterzugeben, was wir selbst bekommen haben. Wir d├╝rfen Boten der Liebe Gottes sein und sie zu unseren Mitmenschen tragen. Gott l├Ąsst die Gnade anwachsen, aber er m├Âchte, dass wir mitarbeiten an seinem Werk.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, lass uns dein Wirken in unserem Leben erkennen. Zeige uns, wie nahe du immer bist. Wir wollen dir f├╝r all dein Wirken in unserem Leben danken, besonders daf├╝r, dass du uns in allen Schwierigkeiten begleitest und uns durch sie tr├Ągst.

Vorsatz: Ich m├Âchte heute durch eine gute Tat die Liebe Gottes zu einem Mitmenschen bringen.


Bereit f├╝r die ├ťberraschungen Gottes

26. November 2022

Samstag der vierunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Gebhard, Bischof
Hl. Konrad, Bischof

P. Bertalan Egervári LC

Lk 21,34-36
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht pl├Âtzlich ├╝berrascht, so wie man in eine Falle ger├Ąt; denn er wird ├╝ber alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten k├Ânnt.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich m├Âchte dein Wort nicht nur lesen, sondern es soll Teil meines Lebens werden, ja, mein Leben Teil deines Wortes werden. Lass es mich begreifen und hilf mir, meinen Beitrag zu leisten, mich ergreifen zu lassen, damit es Frucht bringt.

Bitte: Hilf mir, immer in der Liebe zu bleiben.

1. Ein Hamsterrad. Schon im Gleichnis vom S├Ąmann warnt uns Jesus davor, dass die Sorgen des Alltags das Wort Gottes ersticken und unwirksam machen k├Ânnen. Hier warnt er uns erneut, damit wir nicht das Wesentliche aus dem Blick verlieren. Dahinter steckt eine der ├╝blichen Strategien des Teufels: Wenn er es nicht schafft, uns zum B├Âsen zu verf├╝hren, dann treibt er uns eben zu mehr Gesch├Ąftigkeit an. Es gibt noch so viel zu tun, so viel zu erledigen. Vor lauter Terminen bleibt uns keine Zeit f├╝r Gott oder f├╝r unsere Mitmenschen. Und selbst wenn wir Zeit finden, bleiben wir wie gehetzt und unsere Gedanken schweifen st├Ąndig ab zu dem, was noch zu tun ist. F├╝r den Feind ist es allemal gut genug, uns von Gott und vom Guten fernzuhalten, wenn es schon nicht direkt etwas B├Âses ist.

2. Bereit f├╝r sein Kommen. Jenen Tag, von dem Jesus spricht, der ├╝ber alle Bewohner der Erde hereinbrechen wird, kann man zurecht auf verschiedene Weisen interpretieren. Es kann der Tag der Wiederkunft Christi vor dem j├╝ngsten Gericht sein. Es kann unser Todestag sein, an dem Gott uns zu sich ruft. Oder es kann auch ein Tag in unserem Leben sein, an dem wir vor einem ganz entscheidenden Wendepunkt stehen. Wie schade w├Ąre es, wenn wir an einem solchen Tag sagen m├╝ssten: ÔÇ×Darauf war ich jetzt aber nicht vorbereitetÔÇť. Man stelle sich nur vor, der Engel tritt bei Maria ein und verk├╝ndet ihr, sie wird Mutter Gottes, und sie antwortet: ÔÇ×Das kommt jetzt ├╝berraschend und ist ein bisschen viel auf einmal. Lass mich erstmal in Ruhe ├╝berlegenÔÇŽÔÇť Zeiten der Ruhe sind immer Zeiten der Vorbereitung, weil Gottes Plan voller ├ťberraschungen steckt.

3. Die beste Wachsamkeit. ÔÇ×Wacht und betet allezeit.ÔÇť Damit ist weder eine angespannte Aufmerksamkeit gemeint, bei der wir blo├č nichts verpassen d├╝rfen, wie ein W├Ąchter, der jede Sekunde das Eintreffen des Feindes erwartet, noch sollen wir unsere Alltagspflichten vernachl├Ąssigen, weil wir ja demnach die ganze Zeit zu beten h├Ątten. In einem weiteren Sinn k├Ânnen wir Gebet als Verbundenheit mit Gott bezeichnen. Diese Verbundenheit k├Ânnen wir bei allen T├Ątigkeiten in unserem Alltag bewahren. Am besten tun wir das, indem wir immer in der Liebe bleiben, aus Liebe handeln. Daher ist auch die beste Art, zu wachen und zu beten, in der Liebe zu bleiben. Wer wahrhaft liebt, l├Ąuft nie Gefahr, vom Teufel ├╝berlistet zu werden und ist immer bereit f├╝r die ├ťberraschungen Gottes.

Gespr├Ąch mit Christus: Guter Gott, du bist uns immer nahe und hast Pl├Ąne des Heils f├╝r uns. Hilf uns, dass wir uns von den Sorgen des Alltags nicht verwirren lassen, sondern immer bereit sind, deinen Eingebungen zu folgen. Lass uns nie das Wesentliche aus dem Blick verlieren und immer in der Liebe bleiben.

Vorsatz: Ich werde heute aus dem Hamsterrad der Gesch├Ąftigkeit ausbrechen und mir eine zus├Ątzliche Gebetszeit nehmen.