Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 30. Oktober 2022 bis Samstag 5. November 2022

Einunddreißigste Woche im Jahreskreis

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Komm schnell herunter!Sonntag
Die EinladungMontag
Die SeligpreisungenDienstag
Jesus, die Auferstehung und das LebenMittwoch
Die verlorenen SchafeDonnerstag
Leg Rechenschaft ab ĂŒber deine Verwaltung!Freitag
Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem MammonSamstag


Komm schnell herunter!

30. Oktober 2022

Einunddreißigster Sonntag im Jahreskreis

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Lk 19,1-10
In jener Zeit kam Jesus nach JĂ©richo und ging durch die Stadt. Und siehe, da war ein Mann namens ZachĂ€us; er war der oberste ZollpĂ€chter und war reich. Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: ZachĂ€us, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Und alle, die das sahen, empörten sich und sagten: Er ist bei einem SĂŒnder eingekehrt. ZachĂ€us aber wandte sich an den Herrn und sagte: Siehe, Herr, die HĂ€lfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurĂŒck. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, heute willst du mich besuchen, wie du damals ZachĂ€us besucht hast. Komm in mein Haus, in mein Herz und in das Herz meiner Familie und verwandle alles, Herr.

Bitte: Jesus, komm in mein Herz und mach es von jetzt an mehr zu deinem.

1. ZachĂ€us suchte Jesus. ZachĂ€us hatte bereits von Jesus gehört. Er hatte von seinen Wundern gehört, von der Art, wie er die Menschen behandelte, und er wollte Jesus sehen. So kletterte er an diesem Tag auf einen Baum, um Jesus zu sehen, der gerade vorbeikam. Er musste auf einen Baum klettern, weil er von kleiner Statur war. Was er nicht wusste, war, dass Jesus auch nach ihm suchte. So ist es auch bei uns: Oft suchen wir nach Jesus und merken nicht, dass Jesus auch nach uns sucht. Jesus ist der Erste, der sich fĂŒr mich, fĂŒr dich interessiert.

2. ZachĂ€us, komm schnell herunter! Jesus sieht ZachĂ€us auf dem Baum. Er ruft ZachĂ€us beim Namen: ZachĂ€us, komm schnell herunter! – Jesus ruft auch mich, er ruft auch dich beim Namen. Er weiß, wie sehr wir ihn brauchen, und dass wir alles daransetzen, ihm zu begegnen. Er ist der Erste, der sich fĂŒr uns interessiert. Er weiß, wie sehr wir ihn zum Leben brauchen, um alles zu tun. ZachĂ€us war kleinwĂŒchsig, und er setzte ein konkretes Mittel ein, um Jesus zu sehen. Was tun wir in unserem tĂ€glichen Leben, um Jesus ebenfalls zu sehen? Manchmal ist es notwendig, die Brille des Glaubens aufzusetzen, um Jesus in unseren BrĂŒdern und Schwestern zu erkennen, um Jesus auch in den Schwierigkeiten unseres Lebens zu erkennen.

3. Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden. Heute ist das Heil in dein Haus gekommen! Jesus ist die Rettung! Er hat das Haus des ZachĂ€us betreten. Er möchte auch dein Haus betreten. Er will alles verĂ€ndern, aber allein kann er es nicht. Er braucht dich, um durch die TĂŒren deines Herzens einzutreten und alles verĂ€ndern zu können. Nur du kannst die TĂŒren deines Hauses, deines Herzens fĂŒr Jesus öffnen. Und das Leben mit Jesus bleibt nicht dasselbe: ZachĂ€us Ă€nderte sein Leben, er wurde vom Zöllner zum WohltĂ€ter fĂŒr seine Mitmenschen. Das Beispiel des ZachĂ€us soll uns helfen, heute unser Herz fĂŒr Jesus zu öffnen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, du siehst mich an, wie du einst ZachĂ€us ansahst. Ich suche nach dir und du suchst nach mir. Hilf mir, dich in den Gesichtern meiner BrĂŒder und Schwestern zu entdecken. StĂ€rke meinen Glauben, damit ich immer mit dir vereint lebe und dich in meinen Mitmenschen und in den Situationen meines Lebens erkenne. Ich öffne dir die TĂŒren meines Herzens, damit du in mein Haus kommen und mein ganzes Leben mit deiner Liebe verwandeln kannst.

Vorsatz: Ich möchte heute aufmerksamer sein fĂŒr die Besuche Jesu: Ich möchte ihn in jedem Augenblick erkennen, sei es in den Menschen, denen ich begegne, oder in jeder Situation meines Lebens.


Die Einladung

31. Oktober 2022

Montag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Wolfgang, Bischof

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Lk 14,12-14
In jener Zeit sprach Jesus zu einem der fĂŒhrenden PharisĂ€er, der ihn zum Essen eingeladen hatte: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine BrĂŒder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, KrĂŒppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, du bist es, der mich zum Festmahl seines Reiches einlĂ€dt. Hilf mir, immer großzĂŒgig zu sein, immer an andere zu denken und alles zu geben, was ich kann, um dir in meiner Umgebung zu dienen.

Bitte: Mach mich, Herr, zu einem Werkzeug deines Friedens und deiner Liebe zu meinem NĂ€chsten.

1. Die Einladung. Jesus erteilt den Leuten, die zu dem Abendessen im Haus des PharisĂ€ers eingeladen waren, und auch uns, eine Lehre. Er will uns lehren, was es heißt, großzĂŒgig zu geben. Alles Gute, das wir tun, auch dem Geringsten, zĂ€hlt, denn der Lohn dafĂŒr wird groß sein im Himmelreich. Er will uns aber lehren, großzĂŒgig zu geben, ohne Zinsen zu verlangen, denn es ist leicht, Menschen zu geben, die uns etwas zurĂŒckzahlen können. Schwieriger ist es, Mitmenschen etwas zu schenken, was sie uns nicht zurĂŒckzahlen können.

2. GroßzĂŒgig sein. In einer so materialistischen Welt großzĂŒgig zu sein, bedeutet oft, uns selbst und unseren Egoismus ĂŒberwinden zu mĂŒssen. Es ist leicht, sich nur um die eigenen BedĂŒrfnisse zu kĂŒmmern, ohne auf die BedĂŒrfnisse unserer BrĂŒder und Schwestern zu achten, aber die Freude am Geben ist grĂ¶ĂŸer als wenn man sich die Dinge nimmt, wie der Heidenapostel Paulus so schön sagte. Der Erste, der uns ein Beispiel fĂŒr die totale Selbsthingabe gibt, ist Jesus selbst, der, als er am Kreuz fĂŒr uns starb, sich aus Liebe ganz hingab. Auch sollen lernen, was es heißt, sich jeden Tag selbst abzusterben, um unserem NĂ€chsten zu dienen.

3. Die Belohnung im Himmel. Jesus motiviert uns, alles zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Aber er selbst sagt uns, dass wir dabei nicht um unseren Lohn gebracht werden. Dieser Lohn wird nicht hier in dieser Welt oder aus etwas von dieser Welt bestehen: Er wird im Himmelreich sein. Jedes Opfer, jeder Verzicht und jede Hingabe unsererseits ist es wert, eines Tages dafĂŒr als Belohnung jene Wohnung zu erhalten, die Jesus uns im Haus des Vaters bereitet.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, hilf mir, so großzĂŒgig zu sein, wie du es warst. Hilf mir, mich meinen BrĂŒdern zu schenken, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Herr, ich möchte in jedem Menschen dein Gesicht sehen. Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens und deiner Liebe zu den Menschen.

Vorsatz: Bitten wir Jesus um die Gnade, großzĂŒgig zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.


Die Seligpreisungen

1. November 2022

Dienstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Allerheiligen

Hochfest

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Mt 5,1-12a
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine JĂŒnger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die SanftmĂŒtigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dĂŒrsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesĂ€ttigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmĂ€ht und verfolgt und alles Böse ĂŒber euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, treuer Freund meiner Seele: Heute lerne ich aus deinem Mund den sicheren Weg zum Himmel. Hilf mir, dein Wort in meinem Leben in die Tat umzusetzen, damit ich die Wohnung erreiche, die du im Himmel fĂŒr mich bereithĂ€ltst.

Bitte: Jesus, die Heiligkeit gilt auch fĂŒr mich. Hilf mir zu lernen, den Weg der Heiligen zu gehen, damit ich immer nach deinem Herzen leben kann.

1. Wege zur Heiligkeit. Mit den Seligpreisungen will Jesus uns Wege aufzeigen, die uns zur Heiligkeit fĂŒhren. Heilig zu sein, bedeutet nicht, besondere KrĂ€fte zu haben und außergewöhnliche Dinge zu tun, wie wir oft denken. Heilig zu sein, bedeutet vor allem, ein offenes Herz zu haben, um auf die Worte Jesu zu hören und sie in unserem Leben in die Tat umzusetzen. Heilig zu sein, bedeutet also zuerst, das Wort Jesu zu hören, es wahrzunehmen. Hören und Handeln: Es bedeutet auch, das Wort, das Jesus uns sagt, einmal gehört, in die Tat umsetzen, wie Maria es getan hat: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort“. Die Seligpreisungen zeigen Wege auf, die Jesus uns lehrt, damit wir Heilige werden können: Das Himmelreich gehört den Armen im Geiste; die, die reinen Herzens sind, werden Gott schauen; die SanftmĂŒtigen werden das Land erben


2. Was es bedeutet, heilig zu sein. Heilig zu sein, bedeutet, mit dem Herzen „in Jesus“ zu sein und zu versuchen, in allem in Einheit mit ihm zu leben. Die Seligpreisungen können uns helfen, immer ganz nah bei Jesus zu leben. Wer heilig ist, tut nicht andauernd außergewöhnliche Dinge, sondern er lebt, was er tut, mit Liebe und fĂŒhrt es mit Liebe aus. Heilig zu sein, bedeutet, aus dem Gewöhnlichen in unserem Leben etwas Außergewöhnliches zu machen, aber das können wir nur erreichen, wenn wir in alles, was wir tun, Liebe legen.

3. Ich kann heilig sein. Heiligkeit ist nicht etwas fĂŒr die anderen, sie ist nicht allein fĂŒr die Mönche, die in Klöstern leben, das Ziel. Ich bin zur Heiligkeit berufen, Jesus ruft mich auf, heilig zu sein, wie er heilig ist, wie der Vater heilig ist. Eines Tages fragte die heilige Scholastika ihren Bruder, den heiligen Benedikt, was sie tun solle, um heilig zu sein. Der heilige Benedikt antwortete: „es wollen“. Wenn wir Heilige sein wollen, sind wir bereits auf dem besten Weg dahin. Heiligkeit ist auch fĂŒr mich. Ich kann ein Heiliger sein. Und dafĂŒr muss ich in Einheit mit Jesus leben und tun, was er getan hat: alles mit Liebe.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du rufst auch mich zur Heiligkeit. Ich möchte heilig sein. Aber ich weiß, dass ich allein nichts vermag. Hilf mir, Herr, mit deiner Gnade, heilig zu sein, nach deinem Herzen zu leben. Ich danke dir, Jesus, denn ich weiß, dass ich mit dir alles tun kann, dass du immer bei mir bist.

Vorsatz: Heute möchte ich meinen Wunsch, heilig zu sein, erneuern und in mir die Überzeugung davon stĂ€rken: mir sagen, dass ich heilig sein kann.


Jesus, die Auferstehung und das Leben

2. November 2022

Mittwoch der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Allerseelen
GedÀchtnis aller verstorbenen GlÀubigen

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 11,17–27
Als Jesus in BetĂĄnien ankam, fand er LĂĄzarus schon vier Tage im Grab liegen. BetĂĄnien war nahe bei Jerusalem, etwa fĂŒnfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wĂ€rst du hier gewesen, dann wĂ€re mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am JĂŒngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, heute möchte ich bei dir fĂŒr alle Verstorbenen FĂŒrbitte halten. Vor allem fĂŒr diejenigen, die mir in meinem Leben begegnet sind. Mögen sie nun alle deine Gegenwart im Himmel genießen. Mögen die Seelen der Verstorbenen in deinem Frieden ruhen, Herr.

Bitte: Ich bin nur ein Gast auf dieser Erde, Jesus. Du rufst mich, mit dir im Himmel zu leben. Hilf mir, mich jeden Tag auf meine Begegnung mit dir vorzubereiten.

1. Der Tag der Verstorbenen. Die Kirche schenkt uns jedes Jahr einen Tag, an dem wir in besonderer Weise fĂŒr die MĂ€nner und Frauen beten, die bereits aus diesem Leben in das nĂ€chste hinĂŒbergegangen sind. Heute ist ein besonderer Tag, um fĂŒr die Seelen im Fegefeuer zu beten, die unsere FĂŒrsprache brauchen, damit sie bald das Antlitz Gottes erblicken können. Die gesamte pilgernde Kirche auf der Erde sammelt die Gebete und Messen aller GlĂ€ubigen und Priester, um fĂŒr die verstorbenen GlĂ€ubigen zu beten. Möge dieser Tag fĂŒr uns ein Tag des Gebets und der Buße fĂŒr unsere Verstorbenen sein, damit sie im Frieden Christi ruhen und das liebende Antlitz des Vaters der Barmherzigkeit betrachten können. Heute gedenken wir unserer Verstorbenen durch einen Friedhofsbesuch, einen Messbesuch oder das stille Gebet zuhause. Sie haben ihre Pilgerreise durch diese Welt bereits abgeschlossen. Wir sind noch unterwegs.

2. Der Sinn des Lebens. Der Tod ist die einzige Gewissheit, die wir in unserem Leben hier auf der Erde haben können. Da Gott uns fĂŒr sich selbst geschaffen hat, hat er uns auch dazu bestimmt, mit ihm auf ewig im Himmel zu sein. Und wir alle sind auf einer Pilgerreise dorthin. Der Tod ist nicht das Ende, der Mensch hat eine Seele, und diese Seele – ja der ganze Mensch – ist dazu bestimmt, in Gott zu ruhen. Wir kommen aus Gott und kehren zu Gott zurĂŒck. Gott allein gibt unserem christlichen Leben einen Sinn. Ohne ihn wĂ€re alles sinnlos.

3. Jesus, die Auferstehung. Das heutige Evangelium erzĂ€hlt uns die Geschichte von Lazarus, dem Bruder von Marta und Maria. Er war bereits gestorben und lag in der Grabkammer. Wir betrachten: Jesus kommt an den Ort des Geschehens, und die Schwestern des Verstorbenen laufen ihm entgegen, um ihm zu erzĂ€hlen, was geschehen ist. Jesus sagt zu Marta: Dein Bruder wird auferstehen. Es ist die RealitĂ€t, die auch wir eines Tages erleben werden. Eines Tages werden wir alle unsere Lieben wiedersehen, und auch wir werden in eine bessere Welt aufsteigen, in das Reich Gottes, das Reich des Friedens und der Gerechtigkeit, des Lebens und der Wahrheit.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, heute betrachte ich die KĂŒrze des Lebens und danke dir fĂŒr das Geschenk, das ich erhalten habe. Wie viele Menschen habe ich gekannt, die nicht mehr bei uns sind. Wir sind fĂŒr dich geschaffen, und zu dir werden wir zurĂŒckkehren. Herr, hilf mir, immer vorbereitet zu sein, meine Lampe anzuzĂŒnden und der Begegnung mit dir mit Freude entgegenzusehen. Du hast mich fĂŒr dich geschaffen. Ich bin als Pilger auf der Welt. Aber eines Tages werde ich zu dir zurĂŒckkehren.

Vorsatz: Ich werde heute auf besondere Weise fĂŒr die Toten beten und wenn möglich, dieses Gebet auf dem Friedhof zu sprechen.


Die verlorenen Schafe

3. November 2022

Donnerstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hubert, Bischof
Hl. Martin von Porres, Ordensbruder
Hl. Pirmin, Abtbischof und Glaubensbote

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Zöllner und SĂŒnder zu Jesus, um ihn zu hören. Die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten empörten sich darĂŒber und sagten: Er gibt sich mit SĂŒndern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzĂ€hlte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lĂ€sst er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurĂŒck und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen ĂŒber einen einzigen SĂŒnder, der umkehrt, als ĂŒber neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zĂŒndet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermĂŒdlich, bis sie das GeldstĂŒck findet Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude ĂŒber einen einzigen SĂŒnder, der umkehrt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, wie oft bin ich dieses verlorene Schaf, dieses Schaf, das dich dazu bringt, die neunundneunzig zu verlassen, um ihm zu Hilfe zu kommen. Ich danke dir, Herr, fĂŒr deine große Liebe und dafĂŒr, dass du mich nie allein lĂ€sst.

Bitte: Mach aus mir einen treuen JĂŒnger, Herr, eines deiner Schafe, das der Stimme seines Hirten folgt, das auf den Wegen wandelt, die ihm vorgezeichnet sind.

1. Jesus und die SĂŒnder. Jesus kam fĂŒr die SĂŒnder, er kam, um zu retten, was verloren war, er kam, um ein Wort des Trostes fĂŒr alle zu bringen, die Gottes Liebe und Gnade brauchen. Die religiösen FĂŒhrer und AutoritĂ€ten der damaligen Zeit sahen das nicht so: SĂŒnder wurden gemieden, damit sie andere Menschen nicht „ansteckten“. Jesus kam als Arzt, um die Kranken zu heilen, die verlorenen Schafe zu suchen und die BedĂŒrftigen zu unterstĂŒtzen. Auf diese Weise ist Gott immer bei uns: Er lĂ€sst uns trotz unserer SĂŒnden nicht im Stich, sondern wartet immer mit offenen Armen auf uns, um uns zu umarmen und in seinen Schoß zurĂŒckzurufen.

2. Das verlorene Schaf. Die Geschichte, die Jesus uns erzĂ€hlt, klingt etwas ungewöhnlich. WĂŒrde ein Hirte seine neunundneunzig Schafe verlassen, um das eine zu suchen, das sich verirrt hat? Wenn auch ein Hirte das normalerweise nicht tun wĂŒrde, will Jesus uns sagen, dass Gott immer so handelt. Und er fĂŒgt hinzu: Im Himmel herrscht mehr Freude ĂŒber einen bekehrten SĂŒnder als ĂŒber neunundneunzig Gerechte, die keiner Bekehrung bedĂŒrfen. Gottes Liebe zu uns ist so groß, dass er nicht bereit ist, uns zu verlassen. Er prĂŒft immer alle Möglichkeiten, um uns mit ihm zu versöhnen.

3. Die verlorene Drachme. Nach dem Gleichnis vom verlorenen Schaf finden wir auch das Gleichnis von der Frau, die eine Drachme verlor und auf der Suche danach war. Sie hatte zehn. Als sie die verlorene Drachme fand, feierte sie eine Party und lud ihre Freunde und Nachbarn ein. Diese Geschichte erscheint unlogisch, denn eine Party wĂŒrde weit mehr kosten als eine Drachme, und am Ende hat die Frau sozusagen unterm Strich verloren. Aber Jesus will uns sagen, dass Gottes Liebe zu uns so groß ist, dass er uns seine Vergebung in HĂŒlle und FĂŒlle schenkt und sich ĂŒber unsere Bekehrung freut. Gott ist Liebe und wartet immer mit Barmherzigkeit auf uns.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, so oft bin ich das verlorene Schaf gewesen, das vom Weg abkam und andere Wege verfolgte, die nicht die deinen waren. Ich möchte dir fĂŒr deine Liebe und deine Barmherzigkeit danken, dafĂŒr, dass du mir immer wieder entgegenkommst und immer wieder versuchst, mir die Gnade und die Freude zurĂŒckzugeben, die durch die Angst, den Weg nicht mehr zu finden, verloren gegangen sind.

Vorsatz: Um von Gott „umarmt“ zu werden, werde ich in den kommenden Tagen zur Beichte gehen.


Leg Rechenschaft ab ĂŒber deine Verwaltung!

4. November 2022

Freitag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Karl BorromÀus, Bischof
Gedenktag

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Lk 16,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich ĂŒber dich? Leg Rechenschaft ab ĂŒber deine Verwaltung! Du kannst nicht lĂ€nger mein Verwalter sein. Da ĂŒberlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schĂ€me ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre HĂ€user aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fĂŒnfzig“. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klĂŒger als die Kinder des Lichtes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich erkenne an, dass ich alles, was ich habe, von dir empfange. Ich danke dir fĂŒr so viele Talente, die du mir gegeben hast. Hilf mir, diese Talente zu nutzen, um dir auch in meinem NĂ€chsten zu dienen. Herr, lass mich dich in den Gesichtern meiner BrĂŒder und Schwestern erkennen, damit ich dir in ihnen dienen kann.

Bitte: Danke, Herr, fĂŒr die Talente, die du mir gegeben hast. Hilf mir, sie zu nutzen, um meinen BrĂŒdern und Schwestern zu dienen.

1. Die Talente. Alles, was wir haben, ist ein Geschenk Gottes. Jede Eigenschaft, jedes Talent. Und Gott lĂ€sst sich in seiner GroßzĂŒgigkeit nicht ĂŒberbieten. Er ist der Vater der Barmherzigkeit und gibt uns alles, was wir brauchen. Wir können unsere Talente zum Guten oder zum Bösen einsetzen. Im Evangelientext, den wir an diesem Tag lesen, sehen wir, dass der Verwalter seine Talente nicht gut einsetzte, weil er seinen Chef betrog.

2. Wie ist meine Verwaltung? Wie diesem Verwalter im Evangelium hat Gott mir viele Talente gegeben. Nun, da wir uns dem Ende eines weiteren Jahres nĂ€hern, ist es an der Zeit, innezuhalten und uns zu fragen: Wie nutze ich die Talente, die Gott mir gegeben hat, um meinen BrĂŒdern und Schwestern zu dienen? Gott hat mir meine Talente nicht gegeben, um sie zu verstecken, sondern um damit ihm und anderen zu dienen.

3. FĂŒr das Gute. Gott gibt mir Talente, um Gutes zu tun. Mit ihnen kann ich meinen BrĂŒdern und Schwestern dienen. Die heilige Therese vom Kinde Jesu sagte, dass „alles Gnade ist“. Die Talente, die Gott uns fĂŒr den Dienst an anderen gegeben hat, sind ebenfalls eine Gnade. Wir können uns mit unseren Talenten anfreunden, wir können den Menschen helfen, die uns am meisten brauchen, und wir können auch Hilfe bekommen, denn jeder hat seine Talente, und was mir vielleicht fehlt, hilft mir mein Bruder zu ergĂ€nzen. Auf diese Weise wachsen wir alle zusammen in Liebe und Gemeinschaft untereinander und mit Gott.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir, die vielen Talente zu erkennen, die ich durch deine Liebe erhalten habe, und diese Talente immer in den Dienst meiner BrĂŒder und Schwestern zu stellen. Herr, lass mich ein Werkzeug deiner Liebe sein und so in der Liebe zu dir und zu den Menschen, meinen BrĂŒdern und Schwestern, wachsen.

Vorsatz: Ich werde heute versuchen, zwei oder drei Talente zu erkennen, die Gott mir gegeben hat. Ich werde ihm fĂŒr diese Gnade danken und sie auch meinen BrĂŒdern und Schwestern zur VerfĂŒgung stellen.


Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon

5. November 2022

Samstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Bernhard Lichtenberg, MĂ€rtyrer

P. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Lk 16,9-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlĂ€ssig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlĂ€ssig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlĂ€ssig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das alles hörten auch die PharisĂ€er, die sehr am Geld hingen, und sie lachten ĂŒber ihn. Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen fĂŒr großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein GrĂ€uel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, die Welt vergeht und mit ihr all ihre Herrlichkeit und all ihre Macht. Möge mein Herz droben bei dir im Himmel sein, in dir – wo es sein sollte. Ich bin fĂŒr dich gemacht, fĂŒr den Himmel. Hilf mir, Jesus, innerlich frei von allem zu leben, damit mein Herz nur bei dir bleibt.

Bitte: Ich möchte dir mit Freude dienen, in der Hoffnung, eines Tages den Himmel zu erreichen. Mach mein Herz innerlich frei und losgelöst von allen Dingen der Welt.

1. Mein Herz nur fĂŒr Gott. Wir können nicht Gott und dem Mammon dienen, hören wir heute im Evangelium. Und was meint Jesus mit dem Wort „Mammon“? Es ist alles, was dazu fĂŒhrt, dass unser Herz nicht frei ist, Gott allein zu dienen. Gott will unser ganzes Herz. Wenn wir andere Dinge als Gott lieben, ist unser Herz gespalten und gehört nicht Gott allein. Das Wichtigste ist, dass wir unser Herz ganz fĂŒr Gott bewahren. Mein Herz gehört nur Gott. Ich kann die Dinge nutzen, aber nur so weit, wie sie mir helfen, Gott zu erreichen. Wenn ich sehe, dass mich etwas von Gott entfernt, dann ist das der Moment, mich zu fragen: Ist das fĂŒr mich angemessen? Warum raubt mir diese Sache, diese Person, diese Situation den Frieden?

2. Die zwei Herren. Diese GegenĂŒberstellung: Gott steht auf der einen und der Mammon auf der anderen Seite. Gott will mein ganzes Herz, und deshalb muss ich mein Herz hĂŒten, damit es nur Gott gehört. Wenn ich nicht auf mein Herz achte, wird es bald an Dinge gebunden sein, die nicht Gott sind, und ich werde zwei Herren dienen, ich werde ein geteiltes Herz haben. Ich möchte immer beten: Herr, nimm mein Herz ganz fĂŒr dich.

3. Gott kennt euer Herz. Gott kennt mein Herz besser, als ich es selbst kenne. Er weiß, was ich dort in meinem Innersten trage: Frieden oder Streit, Freude oder Traurigkeit, Liebe oder Hass. Wie der heilige Augustinus aber sagt, wird mein Herz nur in Gott, meinem Schöpfer, ruhen. Und das Herz in Gott ruhen zu lassen, setzt eine Anstrengung des Menschen voraus, eine stĂ€ndige Wachsamkeit, um kein geteiltes Herz zu haben und Gott in jedem Augenblick, in jeder Situation des Lebens zu suchen. Wenn ich mein Herz mit Dingen fĂŒlle, die nicht Gott sind, wird mein Herz gespalten sein. Ich will mich also bemĂŒhen, es bestĂ€ndig Gott zuzufĂŒhren.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich möchte, dass mein Herz nur auf dich ausgerichtet ist. Ich bitte dich um Kraft, damit ich mich nie von dir trenne. Lass mich dir mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all meiner Kraft dienen. Hilf mir, Herr, mit meinem Herzen in dem zu leben, was von oben ist, in dem, was nicht vergeht. Amen.

Vorsatz: Bitten wir den Herrn heute um die Gnade, unser Herz ganz in ihm zu bergen, ein Herz ohne Spaltung zu haben.