Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. August 2022 bis Samstag 20. August 2022

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Eine heilige UngeduldSonntag
MariaMontag
Der wahre ReichtumDienstag
Der Gutsherr, sein Herz und seine ArbeiterMittwoch
Der König lädt einDonnerstag
Du sollst liebenFreitag
Die wahre Größe des MenschenSamstag


Eine heilige Ungeduld

14. August 2022

Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Maximilian Maria Kolbe, Ordenspriester, Märtyrer

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 12,49-53
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen. Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr, ich befinde mich in deiner Gegenwart, möchte jetzt aber tiefer in sie eintreten. Bitte, wecke meine Seele, mein Herz auf – ich möchte dein Wort hören, mich mit deiner Liebe nähren, mich jeden Tag mehr von dir verwandeln lassen.

Bitte: Gib mir die Gnade, deinen apostolischen Eifer besser zu verstehen und lass einen Funken von deinem Feuereifer auf mich ĂĽberspringen.

1. Leidenschaft im Herzen. Das Herz Jesu ist ohne Zweifel demĂĽtig und geduldig, aber heute betrachten wir in ihm auch eine heilige Unruhe und Leidenschaft. Wie kann das zusammenpassen? Kann es sein, dass ein gesundes Herz gerade dann am rechten Fleck sitzt, wenn es so schlägt, wie es Paulus im Hohelied der Liebe (1. Kor 13) beschreibt? Ja, Gott ist barmherzig und geduldig mit mir, aber er sehnt sich auch leidenschaftlich danach, dass unsere Beziehung wächst und dass ich eines Tages mit ihm fĂĽr immer im Himmel leben kann.

2. Feuer auf die Erde. Welches Feuer wollte denn Jesus auf die Erde werfen kommen? Am deutlichsten haben es die Apostel an Pfingsten erlebt: Der Heilige Geist kam ĂĽber sie in Gestalt von Flammenzungen herab. So wie das Feuer alles durchdringt und verwandelt, hat der Geist sie mit seiner Kraft und seinen Gaben erfĂĽllt und fĂĽr das Kommende gerĂĽstet, sie von ihren Ă„ngsten befreit. Auch heute möchte der Heilige Geist in mir und durch mich wirken. Bin ich bereit, dem Feuer Gottes in meinem Leben Raum zu geben?

3. Eine Taufe. Jesus wurde am Anfang seines öffentlichen Lebens von Johannes getauft. Hier spricht er aber ĂĽber eine andere Taufe: die seines Leidens, Sterbens und Auferstehens. Er ist ja Mensch geworden, um uns durch Passion, Tod und Auferstehung zu erlösen. So groĂź war seine Liebe zu uns, dass er das herbeisehnte, obwohl seine menschliche Natur genau wie die unsere auch Angst vor Leiden und Tod spĂĽrte. Wenn ich Schwierigkeiten begegne, habe ich dann eine Liebe, die mir Kraft gibt und mich vorantreibt?

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du mir heute dein Herz zeigst. Ich möchte es mehr und mehr erkennen. Aber vor allem bitte ich dich, bilde mein Herz nach deinem Herzen!

Vorsatz: Ich möchte heute meine Aufgaben bewusst aus Liebe zu Gott und zu meinem Nächsten erfĂĽllen.


Maria

15. August 2022

Montag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Mariä Aufnahme in den Himmel
Hochfest

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 1,39-56
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharías und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂĽlle die Herzen deiner Gläubigen und entzĂĽnde in ihnen das Feuer deiner Liebe! Herr, ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich möchte dich ĂĽber alles lieben. Gib, dass dieses Gebet mich und alle, fĂĽr die ich bete, dir einen kleinen Schritt näherbringt.

Bitte: Herr, schenke mir einen lebendigen und tätigen Glauben, wie Maria ihn hatte.

1. Maria machte sich auf den Weg und „eilte“. Heute möchte ich Maria betrachten und von ihr lernen. Der Glaube, den sie den Worten des Engels geschenkt hat, brachte sofort auch praktische Auswirkungen in ihrem Leben hervor: Sie hat gehört, dass ihre ältere Verwandte schwanger ist, und eilt, ihr zu helfen. Kann es sein, dass es auch in meinem eigenen Leben Momente gibt, in denen mein Glaube mich einfach zu etwas bewegt: zum Beispiel, jemandem zu helfen oder etwas zu sagen? Habe ich vielleicht auch manchmal erfahren, dass es danach eine viel größere Auswirkung hatte als erwartet?

2. Die Begegnung. Maria kommt zu Elisabet, begrĂĽĂźt sie, und in diesem Moment wird Elisabet zusammen mit ihrem Kind vom Heiligen Geist erfĂĽllt und spricht prophetische Worte ĂĽber Maria. Beide Frauen, so sehr von Gott beschenkt, sind sich ihrer Gaben bewusst und gleichzeitig so demĂĽtig und einfach. Was fĂĽr eine Freude herrscht in unseren Beziehungen, wenn wir wie Elisabet und Maria mit Gott verbunden bleiben. Wann habe ich so etwas erlebt? Was kann ich tun, damit das in meinem Leben noch wirksamer wird?

3. Magnificat. Marias Antwort auf die Worte Elisabets ist ihr Magnificat, in dem sie Gott und seine Taten lobt. Ihr Glaube erfĂĽllt ihr Herz mit Freude. Der Heilige Geist hilft ihr, das Wirken Gottes in ihrem Leben und in der Geschichte ganz deutlich zu erkennen. Auch ich kann Gott darum bitten, dass er mir offenbart, wie weise, liebevoll, treu und mächtig er in meinem Leben wirkt.

Gespräch mit Christus: Maria, meine Mutter, danke, dass du mir zeigst, wie auch ich meinen Glauben leben kann. Hilf mir, dass ich mich wie du vom Heiligen Geist leiten lasse. Hilf mir, Gott auch in meinem Leben zu danken, zu loben und zu preisen.

Vorsatz: Ich möchte Maria eine Blume bringen und ihr von Herzen danken.


Der wahre Reichtum

16. August 2022

Dienstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Stephan I. von Ungarn

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, danke fĂĽr diesen neuen Tag, und danke, dass ich ihn mit dir leben darf. Du bist immer bei mir, du schenkst mir alle Gnaden und alle Kraft, die ich fĂĽr heute brauche. Ă–ffne mein Herz und meinen Verstand fĂĽr diese Begegnung mit dir im Gebet.

Bitte: Hilf mir, dass ich in der Beziehung mit dir meinen größten Reichtum entdecke.

1. Der arme Reiche. Manchmal ĂĽberrascht Jesus seine JĂĽnger, um ihnen etwas Neues beizubringen. Viele Juden glaubten, dass der Reichtum ein Zeichen des Segens Gottes ĂĽber einer Person wäre, wie ein Beweis fĂĽr deren Gerechtigkeit und Frömmigkeit. Der wĂĽrde es sicher in den Himmel schaffen! Jesus sieht es ganz anders. Dabei ist das Vermögen wahrscheinlich nicht das Problem, sondern eher die selbstgenĂĽgsame Einstellung der Reichen: Ich habe viel, ich bin abgesichert, ich brauche niemanden, mir kann nichts passieren, weil ich genug Geld habe, um alle Probleme zu lösen. Es stellt sich die Frage: Welche Rolle spielt Gott noch fĂĽr solch einen Menschen?

2. Worum geht es? Der Himmel ist nicht eine Belohnung fĂĽr unsere MĂĽhe auf Erden. Er ist Gott und unsere Beziehung mit ihm, die sich vertieft und verewigt. Eine innige Gemeinschaft mit ihm. Der arme Reiche ist derjenige, der sich selbst retten möchte. Der reiche Arme ist derjenige, der sich vor Gott als bedĂĽrftig bekennt und auf ihn vertraut, unabhängig davon, wie viel Geld er auf seinem Konto hat. Zieht mich das an?

3. Was werden wir bekommen? Petrus stellt, wie bei manch anderen Gelegenheiten, die unausgesprochene Frage der JĂĽnger, die vielleicht auch meine ist: Eine authentische Nachfolge Christi bedeutet auch loslassen von manchen Dingen, aber ist es das wirklich wert? In der Antwort erahnen wir, dass Gott ganz genau weiĂź, was wir fĂĽr ihn loslassen und was wir brauchen, und er ist nicht sparsam in seiner Zuwendung zu uns. Er schenkt uns so viel jeden Tag! – Und wir können uns ĂĽberhaupt nicht vorstellen, welchen Reichtum der Liebe er fĂĽr uns im Himmel vorbereitet hat.

Gespräch mit Christus: Herr, entschuldige, dass ich manchmal nicht genug auf dich vertraue und vielleicht sogar versuche, alles selbst zu lösen. Du bist immer da und möchtest mir helfen – sogar in deiner Art, die viel effektiver ist als die meine. Von nun an möchte ich bewusster mit dir leben. Schenk mir diese Gnade!

Vorsatz: Bevor ich mich aufmache und zur Arbeit gehe, halte ich kurz inne und bitte Gott um seine Hilfe.


Der Gutsherr, sein Herz und seine Arbeiter

17. August 2022

Mittwoch der zwanzigsten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 20,1-16a
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Heiliger Geist, lehre mich beten! Manchmal weiĂź ich nicht, was ich sagen oder denken soll, aber ich möchte beten, ich möchte diese Zeit mit dir, mein Gott, verbringen. Du bist in meiner Sehnsucht da und verlangst so sehr nach mir. Bete du in meinem Herzen!

Bitte: Gib mir die Gnade, dein barmherziges Herz besser kennenzulernen.

1. Gott auf der Suche nach Mitarbeitern. Jesus vergleicht das Himmelreich – eigentlich nach einigen Auslegungen sich selbst – mit einem Gutsbesitzer, der Arbeiter fĂĽr seinen Weinberg sucht. Nach und nach zeigt sich sein Interesse nicht nur fĂĽr den Weinberg, sondern auch fĂĽr die Menschen selber – oder besonders fĂĽr die Menschen? Wenn Gott uns um Mitarbeit bittet, ist es nie, um uns auszunutzen, sondern um uns durch diese Mitarbeit mit seinen Gnaden reicher zu beschenken. Habe ich das irgendwann erfahren? Vielleicht als ich mich nach einem selbstlosen Einsatz im Ehrenamt erfĂĽllt gefĂĽhlt habe?

2. Geht auch ihr auf meinen Weinberg! Ich betrachte den Gutsbesitzer, der alle drei Stunden, fĂĽnfmal am Tag, zum Markt geht und alle Arbeitslose in seinem Weinberg zum Einsatz bringt. Nach Gottes Plan ist Arbeit keine Strafe, sondern sie trägt zur menschlichen WĂĽrde bei: Mit unserer Arbeit nehmen wir an der schöpferischen Aktivität Gottes teil, wir können unsere Talente und Fähigkeiten nutzen und einen gerechten Lohn dafĂĽr empfangen. Als Christen sind wir dazu berufen, auch durch unsere Arbeit die Welt nach dem Plan Gottes zu verwandeln. Wer ungewollt arbeitslos ist, leidet mehr als nur an Geldmangel. FĂĽhle ich mich dankbar, wenn ich meiner beruflichen Arbeit nachgehe? Nehme ich sie als etwas wahr, das mir WĂĽrde verleiht?

3. Die Belohnung. Die Arbeiter von der ersten Stunde erleben zwei Ăśberraschungen: am Anfang, wenn die zuletzt beschäftigten Arbeiter einen ganzen Denar bekommen, und am Ende, wenn sie selbst genau Dasselbe empfangen. Warum wollte es der Gutsbesitzer so? Sie hätten doch als Erste ihren Lohn bekommen und gleich nach Hause gehen können. Vielleicht wollte er ihnen als Bonus etwas von seinem Herz offenbaren? Wenn ich das Geschehene ohne Enttäuschung und mit wohlwollender Neugier betrachte, was sehe ich in seinem Herzen?

Gespräch mit Christus: Herr, deine Gedanken sind oft nicht unsere Gedanken. Jesus, gĂĽtig und von Herzen demĂĽtig, bilde mein Herz nach deinem Herzen!

Vorsatz: Ich möchte heute GroĂźzĂĽgigkeit zeigen – wenn mich jemand um Hilfe bittet oder wenn ich eine konkrete Not bemerke.


Der König lädt ein

18. August 2022

Donnerstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 22,1-14
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, mein König, du lädst mich heute wieder ein, mit dir diese Zeit zu verbringen. Ich möchte alles beiseitelegen, was mich stören kann, innere Stille und Ruhe suchen, fĂĽr dich da sein. Sprich, Herr, dein Diener, dein Kind, hört.

Bitte: Herr, schenk mir die Gnade, deine Einladungen in meinem Alltag aufmerksam zu hören und groĂźzĂĽgig anzunehmen.

1. Eine Einladung vom König. Jesus erzählt heute wieder ein Gleichnis ĂĽber das Himmelreich. Die starken GefĂĽhle und Bilder sind deshalb eher im ĂĽbertragenen Sinn zu verstehen. Aber sie tragen dazu bei, die Ernsthaftigkeit der Botschaft zu spĂĽren. Der König lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein – die erwählten Gäste bekommen nach dem damaligen Brauch zusammen mit der Einladung auch ein prächtiges Festkleid dazu. Und wenn der erwartete Tag kommt, werden sie von den Dienern des Königs vorgeladen. So viel Ehre, GroĂźzĂĽgigkeit und FeingefĂĽhl von Seiten des Gastgebers treffen auf eine unerklärliche Antwort: Niemand will kommen.

2. Einladung wiederholt. Wie reagiert der König? Er wiederholt die Einladung, gibt eine zweite Chance, wie Gott im Alten Testament seinen Bund immer wieder erneut angeboten hat, jedes Mal, wenn sein Volk ihn brach. Dann weitet er seine Einladung auf alle Menschen aus – eine GroĂźzĂĽgigkeit ohnegleichen. Gott sehnt sich nach uns – weil er weiĂź, dass wir ihn brauchen. Unser Herz ist fĂĽr Gott gemacht und bei ihm finden wir unser GlĂĽck. Mit wie viel Hoffnung erfĂĽllt es uns doch, wenn wir betrachten, dass Gott uns so geduldig immer wieder von neuem zu sich ruft!

3. Und dein Hochzeitsgewand? Das Hochzeitsgewand war ein Geschenk des Königs, zusammen mit der Einladung zur Hochzeit. So wie die Gnaden, die wir in der Taufe empfangen haben: die göttliche Tugenden – Glauben, Hoffnung, Liebe, die Vergebung der SĂĽnden, die WĂĽrde der Kinder Gottes… Wir sind zum Festmahl Gottes im Himmel eingeladen und Gott selbst schenkt uns so viele Mittel, die uns verhelfen sollen, zu diesem Ziel zu gelangen. Glaube ich an all das?

Gespräch mit Christus: Herr, danke, dass du mich immer wieder einlädst, näher zu dir zu kommen. Danke, dass du mich mit so vielen Gnaden und Tugenden beschenkst. Hilf mir, sie dankbar anzunehmen, indem ich sie in meinem Alltag lebe. Schenke mir die Gnade, an deinem Festmahl im Himmel teilnehmen zu dĂĽrfen, mein Hochzeitsgewand zu tragen und es rein zu bewahren.

Vorsatz: Aus Dankbarkeit gegenĂĽber Gott möchte ich heute jemandem etwas Gutes tun.


Du sollst lieben

19. August 2022

Freitag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Eudes, Priester, OrdensgrĂĽnder

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, danke, dass ich in deiner Gegenwart leben darf. Danke, dass du mich liebst. Auch heute möchte ich mit dir sprechen, von dir lernen, dir danken und bei dir Hilfe und Kraft fĂĽr meinen Alltag finden.

Bitte: Hilf mir, Herr, besser zu verstehen, was dein Gebot der Liebe heute fĂĽr mich bedeutet.

1. Das wichtigste Gebot im Gesetz. Der Gesetzeslehrer wollte Jesus auf die Probe stellen, aber ich kann seine Frage als Ausgangspunkt fĂĽr mein Gebet nehmen. Herr, welches Gebot in der Bibel ist das wichtigste? Was ist das Wichtigste, das du von mir erwartest? Ich kann den ersten Teil der Antwort langsam lesen und innerlich verkosten: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ Was bedeutet das fĂĽr mich? Was sagt es mir heute?

2. Meinen Nächsten lieben. Ergänzend sagt Jesus, dass es ein zweites Gebot gibt, das ebenso wichtig ist wie das erste. Meinen Nächsten zu lieben ist ebenso wichtig fĂĽr meine Beziehung mit Gott wie meine Liebe zu Gott selbst. Meine Liebe zum Mitmenschen, meine Achtung fĂĽr ihn und meinen Dienst an ihm, erweise ich auch Gott selbst. Wie schön ist es, solche konkreten Gelegenheiten zu haben, um Gott zu lieben! Wie schön, zu wissen, dass auch und gerade die unzähligen verborgenen oder unbemerkten Dienste an den Menschen Gott viel bedeuten!

3. Mich selbst lieben? Das MaĂź fĂĽr die Nächstenliebe lautet: Wir sollen den Nächsten lieben „wie uns selbst“. Das setzt voraus, dass wir uns selbst lieben. Doch manchmal kann uns das schwerfallen, denn wir wollen doch nicht „egoistisch“ sein. Der Egoismus ist eine ungeordnete Eigenliebe, bei der wir uns in irgendeinem Aspekt ĂĽber die anderen Menschen und ĂĽber Gott stellen wollen. Es gibt aber durchaus auch eine aufrechte Eigenliebe – wir dĂĽrfen und sollen uns Gutes tun und ein gutes Leben fĂĽhren.

Gespräch mit Christus: Herr, erinnere mich immer wieder daran, dass meine Berufung die Liebe ist – dich zu lieben, meine Mitmenschen und auch mich selbst. Ich will mich nicht in Kleinigkeiten verlieren, ich möchte das Wesentliche klar haben und es leben.

Vorsatz: Ich möchte etwas ausdrĂĽcklich aus Liebe zu Gott tun.


Die wahre Größe des Menschen

20. August 2022

Samstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bernhard von Clairvaux, Abt, Kirchenlehrer
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du Geist der Wahrheit, du Geist der Liebe, du Beistand und Tröster, begleite und leite mich in diesem Gebet. Ich möchte in deinem Licht leben. Maria, du bist meine Mutter, ich stelle mich unter deinen Schutz.

Bitte: Herr, zeig mir, worin die wahre Größe des Menschen liegt.

1. Suche nach mehr. Jesus spricht ĂĽber die Schriftgelehrten und Pharisäer, ĂĽber die GroĂźen der damaligen Zeit. Gibt es ähnliche Gestalten in unserer Zeit? Menschen, die Macht, Einfluss, Erfolg, Ehre suchen? Vielleicht sind das einige Ausdrucksformen unserer Sehnsucht nach mehr – nach Wachstum, Entwicklung, Fortschritt, ErfĂĽllung… Jesus kritisiert nicht die Sehnsucht selbst, sondern die Art und Weise, wie die Menschen sie stillen. Habe ich auch in mir selbst eine Sehnsucht nach mehr gespĂĽrt? Wie gehe ich damit um?

2. Befolgt nicht, was sie tun. Jesus zeigt, wie leer und unbeständig die angebliche Größe dieser Menschen ist: Sie reden nur und tun nichts, sie wollen beeindrucken, unverdient und ohne Grund anerkannt und geehrt werden… Die anderen Menschen sind fĂĽr sie ein Mittel, um ihren eigenen Ehrgeiz zu befriedigen. Ihre Beziehungen sind nur auf sich selbst zentriert. Was fĂĽr ein trauriges Menschenbild sie vor uns entwerfen! So hat uns Gott nicht geträumt. So erreichen wir kein erfĂĽlltes und glĂĽckliches Leben.

3. Der Größte von euch. Jesus sagt nichts dagegen, dass wir Größe anstreben. Welcher Vater wĂĽrde sich nicht wĂĽnschen, dass seine Kinder wachsen und sich immer mehr entwickeln. Er möchte uns nur den richtigen Weg aufzeigen. Der Größte im All ist Gott selbst – er ist unser Schöpfer, Vater und Meister. Wir glaubenden Menschen sind seine Söhne und Töchter in Christus, dem eingeborenen Sohn Gottes. Er ist unser Lehrer: Von ihm lernen wir, dass unsere wahre Größe darin besteht, fähig zu werden, einander zu lieben und zu dienen.

Gespräch mit Christus: Jesus, du bist nicht gekommen, um dich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Hilf mir, dass ich dein Beispiel oft betrachte und meine Leidenschaften immer wieder neu nach deinem Wort ausrichte.

Vorsatz: Ich möchte heute jemandem aus Liebe einen Dienst erweisen.