Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. Juli 2022 bis Samstag 30. Juli 2022

Siebzehnte Woche im Jahreskreis

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Herr, lehre uns beten!Sonntag
Wie kann man sich im Himmelreich einen Platz ergattern?Montag
Herr, erkläre uns das Gleichnis!Dienstag
Alles oder nichts!Mittwoch
MenschenfischerDonnerstag
Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir gebenFreitag
Das Heiligtum unseres GewissensSamstag


Herr, lehre uns beten!

24. Juli 2022

Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Christophorus, Märtyrer

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,1-13
Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat! Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen! Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung! Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet, gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, so wie du dich in deiner Zeit auf Erden immer wieder zurĂĽckzogst, um im Verborgenen ganz allein mit deinem Vater zu sein, so möchte auch ich mich zurĂĽckziehen, um einzutauchen in die Stille meines Herzens, in der du in Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist wohnst.

Bitte: So wie dein JĂĽnger es tat, bitte auch ich dich: „Herr, lehre uns beten!“

1. Einer seiner JĂĽnger… Als du vom Gebet zurĂĽckkamst, war einer deiner JĂĽnger besonders berĂĽhrt, als er dich sah. Was fĂĽr ein Frieden, was fĂĽr eine innere Freude hast du damals wohl ausgestrahlt. Er merkte, dass dein Gebet besonders war, anders als das der Pharisäer und Schriftgelehrten. Und so entstand in ihm die Sehnsucht, auch auf diese Weise beten zu lernen. – Wie sehr musst du dich ĂĽber diese Bitte gefreut haben! Habe auch ich die Sehnsucht, von dir beten zu lernen?

2. Bittet, sucht, klopft an! Das Gebet und die geistige Welt bergen unglaubliche Schätze, die Gott denen Schritt fĂĽr Schritt schenken möchte, die sich fĂĽr sie interessieren. Deshalb ist es so wichtig, als innere Antriebskraft eine immer größere Sehnsucht in sich zu entwickeln, um diese Schätze zu entdecken und zu erforschen. Das Suchen, Klopfen und Bitten ist dabei auĂźerordentlich wichtig, und der Herr möchte uns dazu anspornen. – Und wenn mir gerade diese Sehnsucht fehlt? Dann kann das meine erste Bitte werden: Herr, gib mir die Sehnsucht zu beten.

3. Wie viel mehr… â€žWenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“ Wie viel größer ist Gottes Sehnsucht nach uns als die unsere nach ihm! Wie viel größer ist seine GĂĽte, als wir es uns je vorstellen könnten! Wie viel mehr gibt es da zu entdecken und möchte er uns durch den Heiligen Geist, seine personifizierte Liebe, schenken!

Gespräch mit Christus: Ewiger Vater, entzĂĽnde in meinem Herzen die Sehnsucht, dich immer mehr zu suchen und nicht locker zu lassen, bis du mir die Schätze deines Herzens offenbarst. Hilf mir, nie daran zu zweifeln, dass du immer das Beste gibst und wĂĽnschst. Wenn es scheint, dass du mich nicht erhörst, dann sagst du mir eigentlich: „Jetzt noch nicht“ oder „ich habe einen besseren Plan“.

Vorsatz: ich möchte den Herrn bitten, mich beten zu lehren oder mir zu zeigen, ob es etwas gibt, was mein Gebet blockiert (Angst, fehlendes Vertrauen, Unversöhntheit, etc.).


Wie kann man sich im Himmelreich einen Platz ergattern?

25. Juli 2022

Montag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Jakobus der Ă„ltere, Apostel
Fest

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 20,20-28
In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

EinfĂĽhrendes Gebet: Maria, fĂĽhre uns auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

Bitte: Herr, hilf uns, die Logik deines Reiches immer tiefer zu verstehen und danach leben zu können.

1. Was willst du? Die Bitte der Mutter des Jakobus und Johannes drĂĽckt eine Sehnsucht aus, die die meisten von uns im Herzen tragen: Sehnsucht nach Größe, nach Bedeutung, nach Wertschätzung. Es scheint, dass Gott selbst sie uns ins Herz gelegt hat, als er uns als sein Abbild schuf. Wir spĂĽren, dass sich in uns ein größeres Geheimnis verbirgt als in den Tieren, Pflanzen und Dingen, die uns umgeben. Und wer wenig in seiner WĂĽrde bestätigt worden ist, schreit oft durch sein Leben und Handeln umso mehr danach. Der Ă„rger der anderen JĂĽnger zeigt nur, dass sie sich eigentlich genau dasselbe gewĂĽnscht hätten.

2. Bei euch soll es nicht so sein. Doch Jesus möchte diese Sehnsucht, die an sich gut ist, von Stolz und Verunstaltung durch die SĂĽnde reinigen. Er will uns die wahre, innere, geistige Größe zeigen: Im Himmelreich ist nicht der groĂź und wichtig, der die anderen despotisch herumkommandiert, sondern der, der es versteht, freiwillig in Liebe und Demut zu dienen.

3. Auch der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen. Jesus kann in voller Freiheit sein Leben ganz in unseren Dienst stellen – bis zum Tod –, weil er sich vollkommen vom Vater geliebt weiĂź. Er braucht niemandem seinen Wert und seine WĂĽrde zu beweisen, da er sich ihrer absolut sicher ist. Auch wir können erst dann in Freiheit und Freude dienen, wenn wir entdecken, dass wir in Gottes Augen unendlich wertvoll sind: Unser Wert ist so groĂź wie das Leben des Gottessohnes selbst, der sich fĂĽr uns hingegeben hat.

Gespräch mit Christus: Herr, welche SehnsĂĽchte entdeckst du in meinem Herzen? Was davon hast du selbst in mein Herz gelegt? Wo mĂĽssen diese SehnsĂĽchte noch gereinigt werden? Wie siehst du es?

Vorsatz: Ich möchte versuchen zu entdecken, was mich daran hindert, meinen Mitmenschen in Demut und Freude zu dienen, wie es Jesus getan hat.


Herr, erkläre uns das Gleichnis!

26. Juli 2022

Dienstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Joachim und Anna, Eltern der Gottesmutter Maria
Gedenktag

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,36-43
In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂĽhrendes Gebet: Maria, fĂĽhre uns auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

Bitte: Herr, hilf uns, die Logik deines Reiches immer tiefer zu verstehen und danach leben zu können.

1. Das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. In dieser Woche präsentiert uns die Liturgie verschiedene Gleichnisse, in denen uns Jesus etwas ĂĽber das Reich Gottes und das ewige Leben erklären möchte. Das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker, das ein Feind nach der Saat des guten Weizens ausgesät hatte (Mt 13,24-30), wird normalerweise am Samstag der voraufgehenden Woche gelesen und geht der Frage nach dessen Auslegung voraus. Einige Gleichnisse erzählte Jesus in der Ă–ffentlichkeit, wenn sich eine Menschenmenge angesammelt hatte, und andere im kleineren Kreise seiner JĂĽnger.

2. Erkläre uns das Gleichnis! Die JĂĽnger hatten das Vertrauen, Jesus auch um die Erklärung der Gleichnisse zu bitten, wenn sie sie nicht verstanden hatten. Ihr Unverständnis ist ein GlĂĽck fĂĽr uns, da wir dadurch die authentische Interpretation Jesu selbst empfangen haben. Und auch wir dĂĽrfen den Herrn immer wieder bitten, er möge uns erklären, was wir nicht verstehen, ob es sich dabei um Stellen in der Heiligen Schrift handelt oder um sein Handeln in unserem Leben oder in der Welt. Gott hat eine viel größere Weitsicht als wir, und er freut sich darĂĽber, wenn wir uns an ihn wenden, um mit seinen Augen die Dinge sehen zu können.

3. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Die Radikalität der Botschaft Jesu ist fĂĽr unsere modernen Ohren oft nicht leicht zu verdauen. Wir hören lieber auf Menschen, die uns versichern, dass am Ende doch eh alle in den Himmel kommen, und wir uns keine Sorgen machen mĂĽssen. Doch scheint Jesus da eine andere Meinung zu haben. Wenn wir den Herrn bitten, uns zu erleuchten, mĂĽssen wir auch dafĂĽr offen sein, dass seine Antwort einmal herausfordernd und unangenehm ist. Denn er liebt den SĂĽnder so sehr, dass er ihn nicht in seiner SĂĽnde zugrunde gehen lassen möchte. Wenn wir uns auf die Herausforderungen Gottes einlassen, werden wir immer freier und gelangen zu einer viel tieferen Freude, als wenn wir unsere Sichtweisen oder WĂĽnsche verteidigen.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, auch ich komme zu dir, wie deine JĂĽnger, um dir meine Zweifel und mein Unverständnis auszudrĂĽcken. Bei dir sind sie gut aufgehoben, denn du lachst mich nicht aus, sondern freust dich ĂĽber mein Vertrauen. Welche Dinge habe ich mich bisher noch nicht zu fragen getraut? Oder sie erscheinen mir viel zu unwichtig, um damit „den Meister zu belästigen“? FĂĽr dich, der du sogar die Haare auf meinem Kopf gezählt hast, ist nichts zu unwichtig.

Vorsatz: Ich möchte in Dankbarkeit dem Herrn meine Fragen stellen und ihn darum bitten, meinen Verstand und mein Herz zu erleuchten, damit ich seine Antwort begreifen und annehmen kann.


Alles oder nichts!

27. Juli 2022

Mittwoch der siebzehnten Woche im Jahreskreis

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,44-46
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

EinfĂĽhrendes Gebet: Maria, fĂĽhre uns auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

Bitte: Herr, hilf uns, die Logik deines Reiches immer tiefer zu verstehen und danach leben zu können.

1. Was ist das Himmelreich? Was hat es mit dem Himmelreich, von dem uns Jesus erzählt, auf sich? Zwar werden wir es in seiner FĂĽlle erst im ewigen Leben erfahren, aber dennoch ist es schon mitten unter uns. Jesus vergleicht es mit einem so groĂźen Schatz und einer so kostbaren Perle, dass es sich lohnt, dafĂĽr alles herzugeben – alles auf die eine Karte zu setzen. Welche Erfahrungen habe ich schon mit diesem „Himmelreich“ gemacht? Was stelle ich mir darunter vor?

2. Wer sucht, der findet. Ob der Mann aus dem Gleichnis wohl zufällig auf den Schatz im Ackerboden gestoĂźen ist? Der Perlenhändler hingegen war auf jeden Fall auf der Suche nach der einen Perle, die alle anderen ĂĽbertrifft. – Jesus möchte uns dazu ermuntern, uns auf die Suche nach dem wahren Schatz des Lebens zu machen, und er verspricht uns, dass wir nicht enttäuscht sein werden. Wir dĂĽrfen nur nicht aufgeben.

3. Alles oder nichts! â€žIn seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß“. Das scheint der Kehrvers der beiden Gleichnisse zu sein. Wer selbst eine tiefe Gotteserfahrung gemacht hat, versteht dieses Gleichnis sofort. Die Freude und der Friede, die einen durchdringen, sind so groĂź, dass alles andere dagegen wie Staub erscheint. Aber um das Himmelreich wirklich zu besitzen und damit es nicht nur bei einer einmaligen Erfahrung bleibt, muss man alles auf diese eine Karte setzen: „Ihr könnt nicht beiden dienen Gott und dem Mammon“ (Mt 6,24).

Gespräch mit Christus: Herr, welchen Schatz hast du fĂĽr mich vorbereitet? Was ist dieses „Alles“, das ich hierfĂĽr aufs Spiel setzen soll? Du bittest mich nicht um vieles – du bittest mich um alles – mein armseliges „Alles“.

Vorsatz: Ich möchte heute versuchen, dem Herrn mein „Alles“ anzubieten und dabei in mein Herz horchen, um zu sehen, was das sein könnte.


Menschenfischer

28. Juli 2022

Donnerstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 13,47-52
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Maria, fĂĽhre uns auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

Bitte: Herr Jesus, berĂĽhre mein Herz mit der tiefen Sehnsucht, die Menschen zu dir zu fĂĽhren. Mache mich zum Menschenfischer!

1. Am Ende der Welt. Jesus spricht in den Gleichnissen des Himmelreichs mit Kraft und Autorität ĂĽber das Weltgericht. Wir sind oft versucht, schnell darĂĽber hinwegzulesen, in der Hoffnung, dass wir am Ende zu den Gerechten gezählt werden, und wir uns deshalb keine Sorgen machen mĂĽssen. Doch wenn Jesus so oft diesen Punkt unterstreicht, sollte ich mich der Betrachtung dieses Endgerichts stellen. Was bewirkt das in mir?

2. Heulen und mit den Zähnen knirschen. Die Tragik der heutigen Zeit, und die Tatsache, dass der Weg ins Verderben breit ist, und viele auf ihm gehen, darf mich als Christ nicht kalt lassen. Es muss mir weh tun, zu sehen, wie so viele Menschen den Weg wählen, der sie schon in diesem Leben so unglĂĽcklich macht und blind ins ewige Verderben laufen lässt. Jesus, was empfindest du bei diesem Anblick?

3. Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Jesus, wenn ich diese Trauer mit dir mitempfinde, dann kannst du mich mit deinem Feuer und Eifer erfĂĽllen, um alles daran zu setzen, dass die Menschen auf den Weg des Lebens gefĂĽhrt werden. Ich lasse zu, dass du mir in die Augen blickst und sagst: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

Gespräch mit Christus: Jesus, du bist gekommen, um uns vor dem ewigen Tod zu bewahren, um uns in das Reich deines Lichtes, deiner Liebe zu fĂĽhren. Du hast nicht nur gepredigt und uns mit Worten dazu ermahnt, den richtigen Weg einzuschlagen, sondern du hast dafĂĽr dein Leben aufs Spiel gesetzt und es fĂĽr uns geopfert. Wie kann ich mich mir dir verbinden, um mit dir zum Menschenfischer zu werden?

Vorsatz: Ich möchte den Herrn bitten, mir zu zeigen, wen er mir heute auf besondere Weise anvertraut, um mit Gebet, Hingabe und Opfer fĂĽr sie oder ihn einzutreten.


Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben

29. Juli 2022

Freitag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Marta von Betanien
Gedenktag

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 11,19-27
In jener Zeit waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂĽhrendes Gebet: Maria, fĂĽhre uns auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

Bitte: Herr, ich glaube. Hilf meinem Unglauben!

1. Marta ging Jesus entgegen. Zwar waren viele Freunde gekommen, um Marta und Maria wegen des Todes ihres Bruders zu trösten. Doch wer kann einen schon im Angesicht des Todes, des fĂĽr diese Zeit endgĂĽltigen Verlusts eines geliebten Menschen, trösten? Als Marta hörte, dass Jesus komme, entzĂĽndete sich in ihr ein Funken Hoffnung, und sie erhob sich sofort, um ihm entgegenzugehen. Bin ich mir bewusst, dass Jesus auch mir immer nahe ist, und dass es nur eines Willensaktes bedarf, um mir seiner Gegenwart bewusst zu werden und ihm „entgegenzugehen“?

2. Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. â€žWärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“. Was fĂĽr einen starken Glauben hatte Marta schon in diesem Augenblick in Jesus, da sie sich sicher war, dass Jesu Gegenwart den Tod ihres Bruders verhindert hätte. Doch ihr Glaube geht noch weiter. Angesichts der vollkommen aussichtslosen Situation bekennt sie: „Aber auch jetzt weiĂź ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“ Wie schaut mein Glaube und Gottvertrauen aus, wenn eine Situation hoffnungslos erscheint?

3. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Das Gespräch zwischen Marta und Jesus hat die Dynamik eines FĂĽrbittgebets. Oft zweifeln wir an der Wirksamkeit unserer FĂĽrbitte, an der Macht „unseres“ Gebets. Doch Marta schaut nicht auf ihre eigene FĂĽrbitte, darauf, dass sie scheinbar nicht erhört wurde, da Jesus nicht gekommen war, als sie ihm Boten geschickt hatte. Sie setzt ihr Vertrauen in Jesus selbst, da sie glaubt, dass Jesus der Messias ist, „der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“, und „fĂĽr Gott ist nichts unmöglich.“

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, auch ich möchte dir entgegeneilen, mir deiner Gegenwart bewusst werden. Ich möchte all das vor dich bringen, was mir hoffnungslos erscheint und es deinen Händen anvertrauen. Ich kenne die Lösung nicht, ich weiĂź nicht mehr weiter, mein Glaube ist schwach. Aber du bist die Auferstehung und das Leben, und alles, worum du den Vater bittest, wird er dir geben. Auf dich setze ich mein Vertrauen.

Vorsatz: Ich möchte dem Herrn ganz konkret eine Situation anvertrauen, die ich bisher noch nicht zu ihm gebracht habe, mit der Gewissheit, dass er sich darum kĂĽmmern und die beste Lösung finden wird.


Das Heiligtum unseres Gewissens

30. Juli 2022

Samstag der siebzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Chrysologus, Kirchenlehrer

Johanna von Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 14,1-12
In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen. Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten. Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte. Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen. Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

EinfĂĽhrendes Gebet: Maria, fĂĽhre uns auf den Weg der Demut und der Kleinheit, der Liebe und der Reinheit, der Stille und des Gebets.

Bitte: Herr, hilf mir, immer besser auf die Stimme meines Gewissens zu hören, und erleuchte mich in verzwickten Situationen auf besondere Weise.

1. Das schlechte Gewissen. Johannes war nicht nur Herodias ein Dorn im Auge, sondern auch fĂĽr Herodes ein unbequemer Mensch, da er ihm ins Gewissen redete. Nach seinem Tod hallt die innere Anklage in Herodes Herz sogar noch stärker nach, so dass er in Jesus Johannes sieht, der demnach von den Toten auferstanden wäre. Nachdem er ihn aus dem Weg geschafft hatte, hinterlieĂź das in ihm also noch tiefere Gewissensbisse.

2. Ehre oder Wahrheit? Herodes hatte sich in einer ZwickmĂĽhle befunden. Nach seinem leichtfertigen Schwur an Salome, der von ihrer Mutter Herodias ausgenutzt wurde, schien es keine andere Wahl zu geben, als zu seinem Wort zu stehen, um sich nicht vor der versammelten Menge lächerlich zu machen, oder als schwach dazustehen. Sein Gewissen war durch alle vorhergehenden SĂĽnden schon so verdunkelt, dass er nicht zwischen dem Wert eines Menschenlebens und dem Wert seines gegebenen Wortes ĂĽber weltliche Macht und ReichtĂĽmer unterscheiden konnte, denn ein Schwur ist nie bindend, wenn seine AusfĂĽhrung gegen ein Gesetz Gottes verstößt. Versuchungen stellen uns immer vor Scheinwahrheiten, denen wir leicht auf den Leim gehen. Denn oft bemerken wir erst später, dass wir falsch gehandelt haben, wenn unser Gewissen uns anklagt und wir die Konsequenzen unseres Handelns entdecken.

3. Das Heiligtum, in dem die Stimme Gottes erklingt. Das Gewissen ist ein unglaubliches Geschenk Gottes. Es ist das innere Heiligtum, in dem wir Seine Stimme hören, Seinen Willen entdecken können. Es beurteilt unser Handeln als gut oder schlecht, und wir beurteilen uns dadurch selbst als gut oder böse. Wenn es uns bohrend anklagt, hilft es uns, unser Handeln zu korrigieren, und bringt uns wieder auf die richtige Bahn, sofern wir auf es hören. Je mehr wir auf die Stimme unseres Gewissens hören, umso feinfĂĽhliger wird es und umso besser kann Gott uns durch seine Eingebungen auf unserem Weg leiten.

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir fĂĽr die Gabe meines Gewissens, fĂĽr diese feine Stimme, durch die Du mich leitest. Wie kann ich mein Gewissen noch besser formen, damit ich deine Stimme klarer erkenne?

Vorsatz: Ich möchte versuchen, in mein Gewissen hineinzuhorchen, um zu sehen, ob es klar zu unterscheiden vermag. Ich werde versuchen, konkret auszudrĂĽcken, wo Zweifel bestehen, und Hilfe suchen, um die Wahrheit entdecken zu können.