Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Juli 2022 bis Samstag 16. Juli 2022

FĂŒnfzehnte Woche im Jahreskreis

Br. Peter Hemm LC

Wie komme ich denn jetzt eigentlich in den Himmel?Sonntag
Jesus in meinem Alltag entdeckenMontag
Den Kompass neu ausrichten auf Jesus hinDienstag
Kind GottesMittwoch
So, wie du bistDonnerstag
Mit Jesus wird alles andersFreitag
Jesus, der MittelpunktSamstag


Wie komme ich denn jetzt eigentlich in den Himmel?

10. Juli 2022

FĂŒnfzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Erich von Schweden, MĂ€rtyrer
Hl. Knud von DĂ€nemark, MĂ€rtyrer
Hl. Olaf von Norwegen, König

Br. Peter Hemm LC

Lk 10,25-37
In jener Zeit stand ein Gesetzeslehrer auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen NĂ€chsten wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein NĂ€chster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach JĂ©richo hinab und wurde von RĂ€ubern ĂŒberfallen. Sie plĂŒnderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. ZufĂ€llig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorĂŒber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorĂŒber. Ein SamarĂ­ter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte fĂŒr ihn. Und am nĂ€chsten Tag holte er zwei DenĂĄre hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge fĂŒr ihn, und wenn du mehr fĂŒr ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der NĂ€chste geworden, der von den RĂ€ubern ĂŒberfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater im Himmel, du hast uns deinen Sohn gesandt, damit wir deine Liebe zu uns besser kennenlernen und erfahren können. Deswegen traue ich mich jetzt auch, mich an dich als meinen Vater zu wenden. Sende mir nun auch deinen Heiligen Geist, damit er in mir diese Herzenseinheit mit dir ermöglicht. Vater, ich möchte mit dir verbunden sein. Wirke du diese Gnade in mir!

Bitte: Gott, lass mich offen sein fĂŒr die Stimme deines Geistes.

1. Was muss ich tun? Inmitten des Alltags, der tĂ€glichen Pflichten, Sorgen und Freuden sehnt sich unser Herz nach mehr. In einigen Momenten spĂŒren wir diese Sehnsucht deutlicher, in anderen weniger klar. Doch dieses Verlangen nach einem Ort der vollkommenen Freude, Ruhe und Geborgenheit findet sich tief im Herzen eines jeden Menschen. Obwohl der Gesetzeslehrer Jesus hier auf den Zahn fĂŒhlen will und vielleicht mit Hintergedanken an ihn herantritt, ist seine Frage durchaus berechtigt: Was muss ich tun, um ins Himmelreich zu gelangen? Gerade in Momenten schwieriger Entscheidungen sowie im Kontakt mit Krankheit und Tod drĂ€ngt sich diese Frage auf.

2. Der Geist schenkt die Gnade. Aus eigener Kraft ist es uns Menschen unmöglich, in den Himmel zu gelangen! So viel ich mich auch anstrenge und Gott oder meine Mitmenschen liebe, ich gelange niemals an den Punkt, behaupten zu können: „Jetzt habe ich mir aber den Himmel verdient.“ Unsere Mitarbeit bei der Erlösung von uns selbst und von anderen ist notwendig, aber es ist und bleibt eine Mitarbeit. Wir sind nicht diejenigen, die unsere eigene Erlösung bewirken, sondern wir empfangen sie. Was mĂŒssen wir also tun? Den Geist wirken lassen, mit ihm zusammenarbeiten, sein Wirken in unserem Leben entdecken und uns ganz auf ihn einlassen.

3. PflichterfĂŒllung oder Liebe. Beim Gleichnis, das uns Jesus hier erzĂ€hlt, ist es allzu einfach, die verschiedenen Personen in „gut“ und „böse“ einzuteilen. Da haben wir den Samariter auf der einen Seite sowie den Priester und den Leviten auf der anderen. Das Leben eines Priesters und eines Leviten war dem Dienst Gottes geweiht. Sie kĂŒmmerten sich um die Opfer im Tempel, eine Aufgabe, zu der sie von Gott selbst freigestellt worden waren. Vielleicht waren sie gerade unterwegs, um diesem Dienst an Gott nachzugehen. Sie waren dabei, das ausdrĂŒcklich von Gott an sie gerichtete Gebot zu erfĂŒllen. Da gilt es keine Zeit zu verlieren! Gott an erster Stelle, selbst wenn da ein armer, ausgeraubter Mann am Wegrand liegt. Jesus zeigt uns, dass wir Gott immer die erste Stelle in unserem Leben geben, wenn wir aus Liebe handeln. Jesus möchte von uns ein Herz, das offen ist fĂŒr die Eingebungen des Heiligen Geistes, der uns immer wieder Möglichkeiten zur Liebe aufzeigt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, allzu oft vergesse ich, dass es nicht darum geht, aus eigener Kraft heilig zu werden. Mein Glaube und meine Hoffnung auf dich sind oft nicht sehr stark. Doch du weißt um mein Verlangen nach dir, nach einem Leben mit dir im Himmel. Schenke mir die Gnade, schon jetzt mit dir vereint zu leben, damit ich auf deine Stimme in meinem Herzen hören und die Gelegenheiten zur Liebe in meinem Alltag wahrnehmen kann.

Vorsatz: Am Abend möchte ich den Tag ĂŒberdenken und zwei oder drei Momente identifizieren, in denen der Heilige Geist gegenwĂ€rtig war oder mir einen Gedanken oder ein GefĂŒhl eingegeben hat.


Jesus in meinem Alltag entdecken

11. Juli 2022

Montag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Benedikt von Nursia, Vater des abendlÀndischen Mönchtums, Schutzpatron Europas
Fest

Br. Peter Hemm LC

Mt 19,27-29
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafĂŒr bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf StĂ€mme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen HĂ€user oder BrĂŒder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafĂŒr das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist! Komm zu Beginn dieser Gebetszeit und erleuchte mich! Das Gebet ist deine Gabe. GewĂ€hre mir dieses Geschenk, und bewirke du in mir diese Verbindung und innige Beziehung mit Gott. Bring mein Herz zum GlĂŒhen, erleuchte meinen Verstand, richte meine GefĂŒhle auf dich aus, erhebe meine Seele! Lass mich betend vor dich treten.

Bitte: Jesus, zeig dich mir in meinem Alltag. Lass mich dich in meinem Leben entdecken und dir nachfolgen.

1. Ora et labora. â€žOra et labora“ (= bete und arbeite) sind wohl die bekanntesten Worte aus der Regel des heiligen Benedikt. Sind sie nur fĂŒr Mönche oder Eremiten gedacht? Oder haben sie vielleicht eine Bedeutung fĂŒr mein Leben, fĂŒr meinen Alltag? Statt „ora et labora“ können wir auch sagen: mit Jesus verbunden sein in Gebet und bei der Arbeit. Was auch immer wir wĂ€hrend des Tages unternehmen, wir können und sollen es in seiner Gegenwart tun. Das bedeutet nicht, jede Sekunde an ihn denken zu mĂŒssen, sondern vielmehr ihm die vielen kleinen Elemente jedes Tages aufzuopfern und unseren Alltag in Liebe zu leben. So wird unser Leben ein Gebet, das heißt ein „Leben mit Gott“.

2. Jesus nachfolgen schenkt eine tiefe Freude. Ein Leben mit Gott ist ein Leben, in dem die Liebe den zentralen Ort in unserem Herzen einnimmt. Wie schön ist es, Jesus die erste Stelle in unserem Leben zu geben! NatĂŒrlich ist es oft nicht leicht, das im Alltag auch so beizubehalten. Oft rĂŒcken andere Dinge an die fĂŒr Jesus reservierte Stelle und fĂŒllen unser Herz aus. Doch die wahre Freude erleben wir in den Momenten, in denen wir Jesus die ZĂŒgel unseres Herzens in die Hand geben, ihm einen Blankoscheck unterschreiben und ihm sagen: „FĂŒhre du mich, ich will dir nachfolgen!“ Nur Jesus kann uns tiefe Ruhe, Gelassenheit und Freude schenken.

3. Wo versteckt sich Jesus in meinem Alltag? Wo bieten sich mir Gelegenheiten, etwas aufzugeben und Jesus nachzufolgen? Wo sucht Jesus in meinem Alltag meine vollstĂ€ndige Aufmerksamkeit? Wo lĂ€dt er mich ein, mehr zu lieben und weniger auf mich zu schauen? Jesus, hilf mir, dich immer wieder zu entdecken, auf dich zu schauen und dir nachzufolgen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du lĂ€dst auch mich in deine Nachfolge ein. Du möchtest, dass ich dich und die NĂ€chsten im Alltag liebe. Doch weißt du aber auch, Herr, dass das meine KrĂ€fte ĂŒbersteigt. Ich schaffe das nicht. Das ist mir einfach eine Nummer zu groß. Ich bitte dich deshalb um deine Hilfe, damit ich immer wieder zum Entschluss zurĂŒckkehre, mich selbst und alles, was mich von dir ablenkt, aufzugeben und dir nachzufolgen.

Vorsatz: Heute möchte ich in meiner Familie einen Akt der NĂ€chstenliebe tun, der mir normalerweise schwerfĂ€llt.


Den Kompass neu ausrichten auf Jesus hin

12. Juli 2022

Dienstag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis

Br. Peter Hemm LC

Mt 11,20-24
In jener Zeit begann Jesus den StĂ€dten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, VorwĂŒrfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei euch geschehen sind - man hĂ€tte dort in Sack und Asche Buße getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei dir geschehen sind, dann stĂŒnde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

EinfĂŒhrendes Gebet: Maria, zu Beginn dieser Gebetszeit wende ich mich an dich. Du bist wirklich meine Mutter. Du möchtest mich zu Gott fĂŒhren. Nimm mich an der Hand und leite mich zu ihm. Ich vertraue dir ganz und gar. Du bist eine feinfĂŒhlige Mutter und möchtest mich dort abholen, wo ich mich gerade befinde. FĂŒhre mich jetzt zu Gott und hilf mir dabei, ihm mein Herz zu öffnen. Danke, Mama!

Bitte: Herr, lĂ€utere mein Herz im Feuer deiner Liebe. Schenke mir ein freies Herz.

1. Umkehr, Umkehr und wieder Umkehr! Jesus macht uns in diesem Evangelium eine Sache ganz klar: Ohne Umkehr und Buße können wir im geistlichen Leben nicht den ersten Schritt beginnen, nicht wachsen und nicht bestehen. Im Buch der SprĂŒche heißt es: Denn siebenmal fĂ€llt der Gerechte und steht wieder auf, doch die Frevler stĂŒrzen ins UnglĂŒck (Spr 24,16). Den Gerechten, also den Heiligen, zeichnet nicht aus, dass er nicht sĂŒndigt und keine Fehler begeht, sondern dass er sich immer wieder erhebt und neu auf sein Ziel ausrichtet. Alle Menschen sĂŒndigen. Das lĂ€sst sich nicht vermeiden. Doch Umkehren und das Herz durch Buße reinigen, darin besteht der SchlĂŒssel zu einem Herzen, das Gott wohlgefĂ€llt.

2. Gerechtigkeit und Gericht. Oft versuchen wir, Erlebnisse und Erfahrungen, die uns innerlich bedrĂŒcken, zu verdrĂ€ngen und zu vergessen. Das JĂŒngste Gericht, die realistische Möglichkeit, dass man am Ende seines Lebens in die Hölle gelangt, und die EndgĂŒltigkeit unserer Entscheidung fĂŒr oder gegen Gott sind Wahrheiten, die erschrecken können. Doch bleiben sie trotz dieses subjektiven Schrecks dennoch objektiv wahr. Wie selten hören wir etwas ĂŒber diese Grundwahrheiten! Lebe ich jetzt so, dass ich auf einen barmherzigen Richter hoffen kann? Lasse ich meinen Lebensstil von Jesus hinterfragen? Welche Rolle spielt fĂŒr mein jetziges Leben das zukĂŒnftige Gericht?

3. Wie schlimm ist es ohne Gott! Jesus spricht Klartext. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir entscheiden uns fĂŒr Gott oder gegen ihn. Es gibt keine Alternative! Er verheimlicht uns das nicht. Er legt von vornherein die Karten offen auf den Tisch. Wie hart erscheinen uns deswegen seine Worte! Er droht nicht nur einigen Personen oder einer Stadt, sondern gleich mehreren StĂ€dten, dass sie in die Hölle hinabgeworfen werden. Wie traurig ist ein Leben ohne Gott! Und wie furchtbar die Konsequenz eines solchen Lebens fĂŒr die Ewigkeit! Wie oft lehne ich Gott ab? Höre ich auf seine leisen Eingebungen im Alltag? Lebe ich manchmal ohne ihn?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich verliere dich und das Bewusstsein, wie zentral die Liebe ist, im Alltag manchmal aus den Augen. Ich kreise um mich selbst und vergesse dich und meine NĂ€chsten. Hilf mir, mich wieder neu auf dich auszurichten. Stelle meinen inneren Kompass wieder auf dich ein, damit ich vor allem dich und deine Liebe im Mittelpunkt meines Herzens habe.

Vorsatz: Heute möchte ich Jesus ein Anliegen ĂŒbergeben, das ich (eventuell schon seit lĂ€ngerer Zeit) in meinem Herzen trage.


Kind Gottes

13. Juli 2022

Mittwoch der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Heinrich und Kunigunde, Kaiserpaar

Br. Peter Hemm LC

Mt 11,25-27
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den UnmĂŒndigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles ĂŒbergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte mir wieder einige Minuten nehmen, um Zeit mit dir zu verbringen. Heute möchte ich mir genauer anschauen, wie deine Beziehung zu deinem Vater ist. Es beeindruckt mich, wie du mit ihm umgehst, zu ihm sprichst und in einer sehr tiefen Einheit mit ihm lebst, selbst inmitten deines Alltags und deiner BeschĂ€ftigungen. Jesus, öffne mein Herz fĂŒr dich und deine Liebe.

Bitte: Jesus, lass mich dein Herz kennenlernen und schenke mir ein Herz wie das deine.

1. Ein Herz der Liebe. Wie schön sind diese Zeilen, in denen Jesus zu seinem Vater spricht! Da erscheint so deutlich diese kindliche Liebe Jesu zu seinem Papa. Er kennt seinen Vater durch und durch und liebt ihn unendlich. Das bringt ihn dazu, ihn ganz spontan vor den JĂŒngern zu loben. Er bemerkt, wie gegenwĂ€rtig sein himmlischer Vater in seinem Leben ist. Diese gegenwĂ€rtige Liebe ist das Fundament, auf das Jesus sein ganzes Leben baut. Jesus erfĂ€hrt tief in seinem Herzen die Liebe des Vaters. Diese Erfahrung lĂ€sst in seinem eigenen Herzen die gleiche Liebe auflodern. Welch ein schönes Herz Jesus hat, so voller Liebe!

2. Ein offenes Herz. An Jesus fasziniert mich immer wieder, wie unvoreingenommen er auf alle Menschen zugeht. Er lĂ€sst sich ganz und gar auf sein GegenĂŒber ein, versteht dessen Herzensanliegen und schenkt ihm seine Liebe. Er weiß sich von seinem Vater geliebt und möchte allen Menschen einfach nur diese Liebe weitergeben. Die Offenheit Jesu ist das Gegenteil von Besserwisserei. Er versucht nicht in erster Linie zu belehren, sondern durch seine Taten und Worte den Vater und seine Liebe zu offenbaren. Er kann offen an die Menschen herantreten, da er sich auf die gleiche Weise von Gott Vater geliebt weiß.

3. Die UnmĂŒndigen. â€žDu UnmĂŒndiger!“ ist vielleicht nicht gerade das schönste Kompliment, dass man jemandem machen kann. Es steht fĂŒr eine fehlende Reife, Eigenverantwortung und KapazitĂ€t, Entscheidungen zu treffen. An dieser Stelle des Evangeliums freut sich Jesus aber gerade ĂŒber diese Menschen. Nicht weil sie etwas Besonderes getan hĂ€tten oder sich durch eine außergewöhnliche Einstellung auszeichnen wĂŒrden. Er freut sich fĂŒr sie, da sie beschenkt sind. Gott kommt mit seiner Liebe geradewegs in ihr offenes Herz, das nicht von sich selbst ausgefĂŒllt ist. Wie schön ist es, vor Gott eine solch kindliche Einstellung zu haben.

GesprĂ€ch mit Christus: Heiligstes Herz Jesu, Quelle alles Guten, ich bete dich an, ich glaube an dich, ich hoffe auf dich und ich liebe dich. Dir schenke ich mein armes Herz; mache es demĂŒtig, geduldig, rein und in allem deinen WĂŒnschen entsprechend. Schenk mir die Gnade, o Jesus, dass ich in dir lebe und du in mir lebst.

Vorsatz: Heute möchte ich einem Hobby nachgehen oder etwas tun, was mir Freude bereitet, und dann Gott dafĂŒr danken.


So, wie du bist

14. Juli 2022

Donnerstag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Kamillus von Lellis, Priester, OrdensgrĂŒnder

Br. Peter Hemm LC

Mt 11,28-30
In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seele. Denn mein Joch drĂŒckt nicht, und meine Last ist leicht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du mich einlĂ€dst, alle meine Sorgen und Lasten zu dir zu bringen und sie von dir verwandeln zu lassen. Ich freue mich, dass du mich immer mit offenen Armen erwartest. Manchmal wird es mir schon ein bisschen viel im Alltag. Doch die Gewissheit, deinen Trost und deinen Frieden empfangen zu dĂŒrfen, stĂ€rkt mich und verleiht mir Kraft. Danke, Jesus!

Bitte: Jesus, schenke mir ein tiefes Vertrauen auf deine Liebe und darauf, dass ich mit allem zu dir kommen darf.

1. Was belastet mich? Hier können wir kurz innehalten, um wahrzunehmen, was uns auf dem Herzen liegt. Was bewegt mich? Was bereitet mir Sorgen und Ängste? Wo fĂ€llt es mir schwer loszulassen? Wir können gerne an vergangene Dinge denken oder an den heutigen Tag oder an all die Dinge, die noch kommen, aber uns schon heute beunruhigen. Welche Kreuze trage ich mit mir herum? Welche Gedanken und GefĂŒhle?

2. Was mache ich damit? Jesus lĂ€dt uns ein, alles, was unser Herz beunruhigt, an ihn abzugeben. Wir dĂŒrfen mit allen unseren Problemen zu ihm kommen. Vor Gott mĂŒssen wir keine makellosen Heiligen sein. Er möchte, dass wir vor ihn hintreten, wie wir sind. Er möchte uns zuhören. Er möchte eine Beziehung zu uns haben, zu mir, hier und heute. Sprechen wir mit ihm und teilen wir ihm alles mit, was wir in unserem Herzen entdeckt haben, alles, was uns beunruhigt und uns den Frieden raubt.

3. Ist jetzt alles gut? Gott ist nicht wie eine Entsorgungsfirma, bei der man UngewĂŒnschtes abliefert und es nie wieder zu Gesicht bekommt. Jesus erlöst uns durch seine ĂŒbergroße Liebe; das ist außer Frage! Doch er möchte unser Leben gemeinsam mit uns leben, gerade auch alles, was uns bedrĂŒckt, besorgt und schwerfĂ€llt. So können genau diese Belastungen eine Gelegenheit bieten, enger mit Jesu Liebe verbunden zu sein. Jesus möchte alles gemeinsam mit uns durchleben, um uns dadurch noch konkreter und persönlicher seine Liebe offenbaren zu können.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du weißt, dass ich dich liebe und noch intensiver lieben möchte. Ich vertraue auf dich. Du weißt, dass ich deine Hilfe brauche, weil ich mich sonst allzu leicht in meinen Sorgen oder meinem Alltag verliere. Ich bitte dich um die Gnade eines tiefen Vertrauens. GewĂ€hre mir die Sicherheit, dass ich mit allem jederzeit zu dir kommen kann.

Vorsatz: Heute möchte ich jemanden trösten oder dem, der es braucht, ein gutes Wort schenken.


Mit Jesus wird alles anders

15. Juli 2022

Freitag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Bonaventura, Ordensmann, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Mt 12,1-8
In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine JĂŒnger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. Die PharisĂ€er sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine JĂŒnger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren – wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der grĂ¶ĂŸer ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hĂ€ttet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hĂ€ttet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist. Komm und erfĂŒlle mein Herz. Ohne deine Hilfe kann ich nicht beten. Erleuchte meinen Verstand und entzĂŒnde mein Herz. Du bist der Geist, der Leben spendet. Du bist der Geist, der stĂ€rkt, wenn die menschlichen KrĂ€fte nicht ausreichen. Du bist der Geist, der eine tiefe Freude schenkt.

Bitte: Jesus, schenke mir die Gnade, mich ganz auf dich einzulassen. GewĂ€hre mir die Gnade, alle Dinge mit deinen Augen zu sehen.

1. JĂŒnger sein. Die JĂŒnger haben viel verlassen, um Jesus nachzufolgen: ihr Zuhause, ihre Familie, ihre ZukunftsplĂ€ne, ihre Sicherheiten. Doch der Lebensstil, den Jesus fĂŒhrt, bietet menschlich gesehen nicht die gleichen Sicherheiten, die sie eventuell in ihrem gewohnten Umfeld hatten. Sie wissen manchmal nicht, wo sie ĂŒbernachten sollen, sie werden verfolgt und leiden Hunger. In solch einer Situation befinden sie sich jetzt wieder. Ein Leben in der Nachfolge Jesu bietet oft auch Unannehmlichkeiten. Doch in enger Beziehung mit ihm zu stehen, ist Ansporn genug, um alles auf sich zu nehmen.

2. Jesus steht fĂŒr seine JĂŒnger ein. Als Christ kann man in unserer Gesellschaft durchaus schrĂ€g angeschaut oder mit einem kritischen Kommentar angesprochen werden. Doch wie schön ist es zu sehen, dass Jesus bei seinen JĂŒngern ist und sie in Schutz nimmt! Das tat er damals bei den Aposteln und das tut er auch heute noch bei denen, die ihm nachfolgen. Er fĂŒhlt sich fĂŒr uns verantwortlich und lĂ€sst es nicht zu, dass wir inmitten von Anfechtungen alleine sind. Jesus zeigt hier das Herz eines wahren Freundes und eines wirklich guten Hirten, der gerade dann fĂŒr seine Freunde da ist, wenn sie ihn am meisten brauchen.

3. Wahre Gerechtigkeit. Die PharisĂ€er waren sehr orthodoxe Juden, die Gott gefallen wollten und deswegen ein radikales Leben der Gesetzestreue fĂŒhrten. Sie hielten sich nicht nur an die ĂŒber 600 Gebote der Thora, sondern auch an andere mĂŒndlich oder schriftlich ĂŒberlieferte Gesetze. FĂŒr sie bestand Gerechtigkeit und GottwohlgefĂ€lligkeit darin, sich Ă€ußerst minuziös an Gottes Gebote zu halten. Jesus zeigt ihnen in dieser Evangelienstelle, dass es andere Eigenschaften gibt, die ihm mehr gefallen. Liebe und Barmherzigkeit im Umgang mit den Mitmenschen haben fĂŒr ihn einen höheren Stellenwert. Er möchte, dass wir nicht Gebote, sondern ihn, Jesus Christus, und unsere Mitmenschen, in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stellen. Wahre Gerechtigkeit lĂ€sst sich nicht von der Liebe trennen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du mich nie alleine lĂ€sst. Du hĂ€ltst dein Versprechen, bei uns zu bleiben bis zum Ende der Welt. Jesus, hilf mir, dass du die grĂ¶ĂŸte Sicherheit meines Lebens wirst. GewĂ€hre mir diese Gnade, dass ich mehr auf dich vertrauen kann. Nur wenn ich mein Leben ganz auf dich baue und darin dein Erbarmen erfahre, kann ich auch meinen Mitmenschen in einer Haltung der Barmherzigkeit begegnen.

Vorsatz: Heute möchte ich einem Mitglied meiner Familie von Herzen danken.


Jesus, der Mittelpunkt

16. Juli 2022

Samstag der fĂŒnfzehnten Woche im Jahreskreis
Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel

Br. Peter Hemm LC

Mt 12,14-21
In jener Zeit fassten die PharisĂ€er den Beschluss, Jesus umzubringen. Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken. Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden. Auf diese Weise sollte sich erfĂŒllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Seht, das ist mein Knecht, den ich erwĂ€hlt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkĂŒnden. Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Maria, zu Beginn dieser Gebetszeit wende ich mich an dich. Du bist meine Mutter. Du möchtest mich zu Gott fĂŒhren. Nimm mich an der Hand und leite mich zu ihm. Ich vertraue dir ganz und gar. Du bist eine feinfĂŒhlige Mutter und möchtest mich dort abholen, wo ich mich gerade befinde. FĂŒhre mich jetzt zu Gott und hilf mir dabei, ihm mein Herz zu öffnen. Danke, Mama!

Bitte: Herr Jesus, richte mein Herz, meinen Verstand und meinen Willen ganz auf dich aus.

1. Jesus und das Alte Testament. Das Alte Testament bietet eine Vielzahl an literarischen Gattungen. So finden wir dort geschichtliche Texte, aber auch Poesie, Weisheitsliteratur, Chroniken, ErzĂ€hlungen und prophetische Schriften. Ein darin immer wiederkehrendes Thema ist der Messias, der die Menschen befreien wird. In Jesus Christus findet dieses Thema des Erlösers und Retters seine ErfĂŒllung. Er ist sozusagen der Mittelpunkt, auf den das ganze Alte Testament hingewiesen und hingearbeitet hat. Jesus erfĂŒllt die alten Verheißungen. Er vervollstĂ€ndigt und vollendet die Offenbarungen und das Gottesbild, die die Juden im Alten Testament von Gott erhalten haben.

2. Ohne Jesus kein Vater. Gleichzeitig schenkt Jesus uns darĂŒber hinaus auch EindrĂŒcke in das Leben Gottes, die wir ohne ihn niemals erhalten hĂ€tten. Er offenbart uns, dass Gott Vater ist. Wie unvorstellbar war dieser Gedanke fĂŒr die Juden zur Zeit Jesu! Wie unerhört anmaßend von jemandem, Gott auf ein solches Niveau herabzuholen, als ob er eine persönliche Beziehung mit uns Menschen haben wĂŒrde, eine Beziehung wie die eines Vaters mit seinem Sohn. Doch Jesus tut genau das. Er erklĂ€rt und lebt selbst vor, dass Gott kein strenger Richter, kein verĂ€rgerter Polizist oder unzufriedener Chef ist, sondern ein Vater. Jesus offenbart, dass Gott das Schwache und Kranke nicht vernichten, sondern heilen, erneuern und stĂ€rken möchte.

3. Jesus, der Heiland. In der Sichtweise des Alten Testaments bedeutet die Anwesenheit einer Krankheit oder VerkrĂŒppelung, dass der Betroffene damit von Gott fĂŒr eine SĂŒnde bestraft worden ist. Die Strafe ist die Art und Weise, wie Gott Gerechtigkeit herstellt. Doch liest man die Evangelien, erscheint ein ganz anderes Bild von Gott. Jesus reist umher und heilt die Menschen, ĂŒberall, wo ihm ein BedĂŒrftiger ĂŒber den Weg lĂ€uft. Es scheint fast so, als wĂ€re Jesu Hauptaufgabe das Heilen. Er wird verfolgt und muss fliehen, sich im Untergrund versteckt halten. Doch selbst dort „heilt er alle Kranken“. Es ist hier nicht die Rede davon, dass er gepredigt oder gelehrt hĂ€tte, sondern nur davon, dass er alle Kranken heilte. Jesus möchte auch uns innerlich und ganzheitlich heil machen. Er möchte uns nicht belehren, sondern neues und ewiges Leben schenken.

GesprĂ€ch mit Christus: Maria, am Ende dieser Meditation möchte ich mich nochmals an dich wenden. Ich habe heute betrachtet, wie Jesus der Mittelpunkt der Verheißungen und des Glaubens ist. Er möchte auch im Zentrum meines Herzens stehen. Maria, wenn ich dich betrachte, sehe ich eine Frau, fĂŒr die nichts wichtiger ist als Gott. Hilf mir, dass auch in meinem Leben nichts so wichtig ist wie er. Danke, Mama!

Vorsatz: Heute möchte ich ein Gesetz des Rosenkranzes zur Ehre der Muttergottes beten.