Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. Juli 2022 bis Samstag 9. Juli 2022

Vierzehnte Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Die Ernte ist gro├čSonntag
Mit den Augen Jesu schwierige Situationen betrachtenMontag
Das Reich Gottes braucht ErntearbeiterDienstag
Bevollm├Ąchtigte J├╝ngerMittwoch
Evangelisierende J├╝ngerDonnerstag
Evangelisieren bis zum EndeFreitag
Ein J├╝nger steht nicht ├╝ber seinem MeisterSamstag


Die Ernte ist gro├č

3. Juli 2022

Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Thomas, Apostel

Anton Stehmer

Lk 10,1-12.17-20
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit vor sich her in alle St├Ądte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist gro├č, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f├╝r seine Ernte auszusenden! Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die W├Âlfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Gr├╝├čt niemanden auf dem Weg! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zur├╝ckkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe! Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann geht auf die Stra├če hinaus und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren F├╝├čen klebt, lassen wir euch zur├╝ck; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag ertr├Ąglicher ergehen als dieser Stadt. Die Zweiundsiebzig kehrten zur├╝ck und sagten voller Freude: Herr, sogar die D├Ąmonen sind uns in deinem Namen untertan. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen. Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und ├╝ber die ganze Macht des Feindes. Nichts wird euch schaden k├Ânnen. Doch freut euch nicht dar├╝ber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch dar├╝ber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: Herr, berufe Erntearbeiter!

1. Bitte um Erntearbeiter. Jesus sendet 72 seiner J├╝nger aus. Durch seine J├╝nger wird das Evangelium bis an die Enden der Erde verk├╝ndet werden. Doch Jesus wusste, dass es viel zu wenige sind, um die gro├če Aufgabe zu erf├╝llen. Wie k├Ânnten sie mehr werden? Wenn sie das Evangelium verk├╝ndeten, w├╝rden es mehr werden. Heute macht man viele Analysen, warum es so wenige Erntearbeiter gibt. Dabei vergisst man, wer der Herr der Ernte ist. Beten und evangelisieren wir einfach durch den Glauben, dann kommen weitere Erntearbeiter hinzu.

2. Die in Vollmacht verk├╝ndigte Botschaft eines Erntearbeiters. Jesus verharmlost nicht die Umgebung, in die die Erntearbeiter gesandt werden. Darum k├Ânnte man sich leicht an die Umgebung anpassen. Mit seiner Vollmacht ausgestattet, sind sie keine kraftlosen J├╝nger. Jesus fordert sie auf, mutig zu sein und auf Gottes F├╝hrung zu vertrauen, eben weil er sie bevollm├Ąchtigt hat. Sie vertreten ihn und treten an seiner statt auf. Es wird f├╝r sie gesorgt werden. Wo sie den Menschen das Reich Gottes verk├╝nden, da kommt der Friede Gottes ins Haus. Es wird jedoch Menschen geben, die das Reich Gottes ablehnen.

3. Das Ziel des Erntearbeiters. Die Erntearbeiter k├Ąmpfen einen geistlichen Kampf gegen den Satan und die b├Âsen Geister und nicht mit Menschen. Die J├╝nger kamen voll Freude zur├╝ck, weil sie gro├čartige Siege errungen hatten. Doch nicht dar├╝ber sollten sie sich freuen, sagte Jesus zu ihnen, denn der B├Âse versucht dadurch leicht zu Stolz und ├ťberheblichkeit. Vielmehr soll die Freude dar├╝ber sein, dass man Menschen f├╝r das Reich Gottes gewinnen konnte. Menschen ins Reich Gottes zu bringen, ist das Ziel des Erntearbeiters. Ein Erntearbeiter darf nie selbstbezogen leben.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du sagst uns, dass wir evangelisieren und beten sollen, dann werden weitere Erntearbeiter hinzukommen. Schenke mir mehr Mut und die Weisheit, es zu tun.

Vorsatz: Ich will mutig zu Jesus stehen, in einer schwierigen Umgebung.


Mit den Augen Jesu schwierige Situationen betrachten

4. Juli 2022

Montag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Elisabeth von Portugal
Hl. Ulrich, Bischof

Anton Stehmer

Mt 9,18-26
In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig. Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen J├╝ngern. Da trat eine Frau, die schon zw├Âlf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und ber├╝hrte den Saum seines Gewandes; denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand ber├╝hre, werde ich geheilt. Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt. Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Fl├Âtenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, sagte er: Geht hinaus! Das M├Ądchen ist nicht gestorben, es schl├Ąft nur. Da lachten sie ihn aus. Als man die Leute hinausgedr├Ąngt hatte, trat er ein und fasste das M├Ądchen an der Hand; da stand es auf. Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: Ich ber├╝hre dich, ber├╝hre du mich.

1. Der Synagogenvorsteher sieht auf das Herz Jesu. Ein verzweifelter Synagogenvorsteher kommt zu Jesus, weil gerade seine geliebte Tochter gestorben war. Er glaubte, dass das Unm├Âgliche durch Jesus geschehen k├Ânne. Als er auf Jesus schaute, wurde seine Sichtweise ver├Ąndert. Umgeben vom Geschrei der klagenden Leute, sah er mit gro├čer Hoffnung Jesus an.

2. Durch Glauben Jesus ber├╝hren. Es ist bedr├╝ckend und frustrierend, wenn ├ärzte nicht helfen k├Ânnen. Doch als diese Frau auf Jesus schaute, ├Ąnderte sich ihre Sichtweise auf die Krankheit. Sie fasste einen Glaubensentschluss. Sie sagte sich, dass, wenn sie das Gewand Jesu ber├╝hre, sie geheilt w├╝rde. Sie setzte das in die Tat um und wurde geheilt. Jesus sagte zu ihr: Dein Glaube hat dir geholfen. Die tiefste Ber├╝hrung, die wir mit Jesus haben k├Ânnen, ist beim Empfang der Eucharistie. Alles ist dann m├Âglich, wenn wir glauben.

3. Jesu Sicht. Als der Synagogenvorsteher mit Jesus in das Haus kam, herrschte dort eine Atmosph├Ąre des Klagens und Trauerns. Nicht zu Unrecht, denn wenn ein Kind stirbt, ist das f├╝r Vater und Mutter eine schmerzvolle Trag├Âdie. Doch Jesus zeigte dem Synagogenvorsteher, dass eine andere Sichtweise m├Âglich ist. Denn seine Sichtweise war nun, sich nicht von Trauer und Klage in der Umgebung beherrschen zu lassen, was nur entmutigt, sondern entschlossen auf Jesus zu schauen. Das ber├╝hrte sein Herz. So ├Ąndern sich die Dinge und alles wird zu einer gro├čen Glaubenserfahrung.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, so vielen qu├Ąlenden Krankheiten, pl├Âtzlichen Schicksalsschl├Ągen, Trag├Âdien und vielem mehr begegnen wir. Es bedr├╝ckt einen sehr. Doch du zeigst uns, dass wir die Situationen mit deinen Augen des Glaubens betrachten sollen. Nur wenn ich mich ganz auf deine Sicht einlasse, gibt es Hoffnung und Frieden f├╝r mich.

Vorsatz: Betrachte eine schwierige Situation mit den Augen des Glaubens und triff eine Entscheidung dar├╝ber, wie du Jesus darin ber├╝hren willst.


Das Reich Gottes braucht Erntearbeiter

5. Juli 2022

Dienstag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Antonius Maria Zaccaria, Priester, Ordensgr├╝nder

Anton Stehmer

Mt 9,32-38
In jener Zeit brachte man zu Jesus einen Stummen, der von einem D├Ąmon besessen war. Er trieb den D├Ąmon aus, und der Stumme konnte reden. Alle Leute staunten und sagten: So etwas ist in Israel noch nie geschehen. Die Pharis├Ąer aber sagten: Mit Hilfe des Anf├╝hrers der D├Ąmonen treibt er die D├Ąmonen aus. Jesus zog durch alle St├Ądte und D├Ârfer, lehrte in ihren Synagogen, verk├╝ndete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren m├╝de und ersch├Âpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen J├╝ngern: Die Ernte ist gro├č, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f├╝r seine Ernte auszusenden.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: Erwecke Erntearbeiter gerade inmitten schwieriger Zeiten, einen Franziskus, einen Ignatius, einen DominikusÔÇŽ

1. Staunende Leute. Die Leute staunten, als Jesus den Stummen heilte. Sie konnten es irgendwie nicht fassen, dass so etwas m├Âglich war. Doch ├╝berall, wo Jesus wirken konnte, geschahen erstaunliche Dinge. Hier wurde ein Stummer geheilt. Wo das Evangelium vom Reich Gottes verk├╝ndet wird, k├Ânnen erstaunliche Dinge geschehen, auch heute.

2. ├ťble Nachrede. Anstatt sich ├╝ber die Heilung des Stummen zu freuen, reagierten die Pharis├Ąer mit ├╝bler Nachrede. Sie wollten das Wirken Jesu und der J├╝nger vor den Menschen in den Schmutz ziehen. Wo Jesus wirkt, kommt Gegenwind auf. Im Internet finden wir massenhaft ├╝ble Nachrede. Ein J├╝nger Jesu l├Ąsst sich davon nicht beeindrucken, weil es Jesus selbst und seinen J├╝ngern ebenso erging. Letztendlich beweist es nur, dass Gott am Wirken ist. Freuen wir uns lieber und mehr dar├╝ber, dass Jesus wirkt, als uns ├╝ber Verleumdungen zu ├Ąrgern.

3. Die Sehnsucht der Menschen nach dem Reich Gottes. Als Jesus durch die D├Ârfer zog, sah er die Not der Menschen. So viele Krankheiten und Leid gab es. Es erregte sein tiefstes Mitleid. Wonach sehnten sich denn diese Menschen? Sie sehnten sich nach der Frohen Botschaft vom Reich Gottes. Jesus ist der Gute Hirte, der ihnen diese Frohe Botschaft brachte. Jeder J├╝nger ist dort ein Hirte, wo er aus tiefem Mitleid mit den m├╝den und ersch├Âpften Menschen ihnen die Botschaft vom Reich Gottes bringt. Ohne solche Erntearbeiter (Hirten) geht es nicht. Jeder Christ ist dazu gerufen, ein Erntearbeiter zu sein.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, obwohl es nach au├čen nicht immer den Anschein erweckt, sehnen sich auch in unserer Zeit viele Menschen nach dem Reich Gottes. Du willst, dass ich als Erntearbeiter lebe, als ein Hirte, eine Hirtin f├╝r dies Zeit. Dann wird es neue Erntearbeiter geben.

Vorsatz: Ich lebe als Hirte und bete f├╝r neue Erntearbeiter.


Bevollm├Ąchtigte J├╝nger

6. Juli 2022

Mittwoch der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Maria Goretti, Jungfrau, M├Ąrtyrin

Anton Stehmer

Mt 10,1-7
In jener Zeit rief Jesus seine zw├Âlf J├╝nger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zw├Âlf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebed├Ąus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholom├Ąus, Thomas und Matth├Ąus, der Z├Âllner, Jakobus, der Sohn des Alph├Ąus, und Thadd├Ąus, Simon Kanan├Ąus und Judas Iskariot, der ihn sp├Ąter verraten hat. Diese Zw├Âlf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verk├╝ndet: Das Himmelreich ist nahe.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: St├Ąrke meinen Glauben daran, dass auch ich bevollm├Ąchtigt bin.

1. Jesus bevollm├Ąchtigte seine J├╝nger. Jesu J├╝nger sollten als Erntearbeiter wirken. Nein, sie sollten keine J├╝nger sein, die nichts bewirken. Jesus bevollm├Ąchtigte sie, die unreinen Geister auszutreiben und Krankheiten und Leiden zu heilen. Diese Vollmacht ist eine Gabe Gottes. Sie ist ihnen f├╝r die leidenden Menschen gegeben worden, nicht um sich einen gro├čen Namen zu machen. Wenn man als J├╝nger Jesu wirken m├Âchte, muss man auch glauben, dass Gott durch einen wirken will: Seine Vollmacht steht mir zur Seite. Wir sollen deshalb mehr Mut zeigen.

2. Die J├╝nger antworteten mit ihrer Lebenshingabe, jeder auf seine Weise. Die zw├Âlf J├╝nger waren vom Charakter her sehr unterschiedlich. Wir wissen, dass sie mutige Erntearbeiter im ganzen r├Âmischen Reich waren. Sie evangelisierten furchtlos in Rom, obwohl dort ein m├Ąchtiger Kaiser herrschte, der wie ein Gott verehrt wurde. Sie glaubten an die Vollmacht, die Jesus ihnen gegeben hatte, und folgten seinen Geboten. Jedoch einer, Judas Iskariot, wollte auf seine Art und Weise als J├╝nger leben. Das ging schief. Man kann nur auf Jesu Weise ein fruchtbarer Erntearbeiter sein.

3. Nach Gottes Plan Christi Reich verk├╝ndigen. Jesus sandte seine J├╝nger zuerst zu seinem eigenen Volk. Es war von Gott privilegiert worden. Sein Volk wartete auf den verhei├čenen Messias und er war gekommen. Von diesem Volk aus sollte das Evangelium in alle Welt ausgehen, so war es ja verhei├čen. Evangelisierung braucht einen Plan, braucht Weisheit. Darum sollen wir den Heiligen Geist bitten, uns klare Orientierung zu schenken, damit wir nicht unseren gutgemeinten Vorstellungen folgen, sondern denen Gottes.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, oft f├╝hle ich mich so klein, hilflos, ohnm├Ąchtig und kraftlos. Doch du willst durch mich wirken. Mein Gebet, meine Arbeit f├╝r das Reich Gottes ist nicht nutzlos, weil du mit deiner Vollmacht dahinterstehst.

Vorsatz: Lass dein Selbstmitleid los und lebe als bevollm├Ąchtigter J├╝nger.


Evangelisierende J├╝nger

7. Juli 2022

Donnerstag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Willibald, Bischof, Glaubensbote

Anton Stehmer

Mt 10,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verk├╝ndet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Auss├Ątzige rein, treibt D├Ąmonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupferm├╝nzen in euren G├╝rtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt. Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann w├╝nscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm w├╝nscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zur├╝ckkehren. Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht h├Âren will, dann geht weg, und sch├╝ttelt den Staub von euren F├╝├čen. Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: St├Ąrke meinen Mut zu evangelisieren.

1. Jesus forderte seine J├╝nger heraus. Jesus sandte seine J├╝nger aus und bevollm├Ąchtigte sie dazu, Kranke zu heilen, Auss├Ątzige reinzumachen, ja sogar Tote aufzuerwecken. Nun zogen sie los, um dies zu verwirklichen. Was muss in ihnen vorgegangen sein, als sie einen Auss├Ątzigen vor sich sahen? W├╝rden sie den Mut haben, ihn zu heilen? Oder einen Krebskranken? Was erst, wenn sie in ein Haus kamen, in dem jemand gerade gestorben war? Jesus forderte seine J├╝nger wirklich sehr heraus, seinen Worten zu glauben. Glauben wir, dass Jesus auch uns bevollm├Ąchtigt hat? Haben wir Mut und Glauben, wenn wir zu unserem N├Ąchsten gehen?

2. Das Himmelreich ist nahe. Die J├╝nger sollen den Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes bringen. Es ist keine Theorie oder Vertr├Âstung auf ein Jenseits, sondern schon im Diesseits erfahrbare Wirklichkeit. Die Wunder und Heilungen sollten dies unterstreichen, aber waren nicht das Ziel. Das Reich Gottes wird sich auch in einer finsteren Welt durchsetzen, durch mutige J├╝nger.

3. Wenn man das Reich Gottes ablehnt. Alle Menschen w├╝nschen sich den Frieden. Und doch gibt es auch Menschen, die die Botschaft vom Reich Gottes ablehnen. Sie glauben, den Frieden in der Welt auf ihre Weise finden und schaffen zu k├Ânnen. Sie lehnen den Weg ├╝ber Jesus ab, weil sie nicht die pers├Ânliche Beziehung zu ihm suchen. Nur Jesus ist der wahre Weg zum Frieden. Die J├╝nger Jesu mussten auch lernen, gegen├╝ber ablehnenden Menschen eine klare Haltung einzunehmen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du hast mir das Reich Gottes, den gr├Â├čten Schatz, durch einen Erntearbeiter gebracht. Nun soll auch ich als Erntearbeiter wirken.

Vorsatz: Ich wirke mutig als Erntearbeiter, weil Gott mir dabei hilft.


Evangelisieren bis zum Ende

8. Juli 2022

Freitag der vierzehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Kilian, Bischof, und Gef├Ąhrten, Glaubensboten, M├Ąrtyrer

Anton Stehmer

Mt 10,16-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die W├Âlfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und K├Ânige gef├╝hrt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. Br├╝der werden einander dem Tod ausliefern und V├Ąter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet. Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den St├Ądten Israels, bis der Menschensohn kommt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: Herr, lass mich in Klugheit und Arglosigkeit wachsen, um dein Reich zu verk├╝nden.

1. J├╝nger ben├Âtigen Klugheit und Arglosigkeit. Jesus gibt seinen J├╝ngern den Rat, das Reich Gottes mit Klugheit und Arglosigkeit zu verk├╝nden. Klugheit ist die F├Ąhigkeit, angemessenen zu Handeln im konkreten Einzelfall, unter Ber├╝cksichtigung aller f├╝r die Situation relevanten Faktoren. Das beste Beispiel daf├╝r zeigt Jesus im Gespr├Ąch mit der Samariterin (Joh 4). Seine Klugheit verstand es, in dieser innerlich verletzten Frau die Sehnsucht nach dem Messias zu wecken. Ein argloser J├╝nger ist der, der wei├č, dass er in Gefahr ist und Menschen einen entt├Ąuschen k├Ânnen, aber sich nicht davon beherrschen l├Ąsst. Er macht sich nicht endlos Sorgen um das, was da kommen mag. Klugheit und Arglosigkeit sind Gaben Gottes, die man erbitten soll.

2. Macht euch keine Sorgen. Wenn die J├╝nger das Evangelium in die Welt hinaustragen, gibt es Widerstand. Der Widerstand entsteht zuerst in den eigenen Familien, aber auch in allen anderen gesellschaftlichen Kreisen bis hinauf zu K├Ânigen. Schwere Bedr├Ąngnisse k├Ânnen schon depressiv machen. Aber Jesus sagte zu den J├╝ngern, sie sollten sich keine Sorgen machen. Der Heilige Geist selbst w├╝rde sie st├Ąrken und durch sie wirken, so dass die Bedr├Ąnger das Wirken Gottes erkennen k├Ânnen und es ihnen eine Chance zur Umkehr wird. Sicher, durch solch eine Bedr├Ąngnis, wie Jesus sie schildert, kann man schon entmutigt werden. Doch Jesus fordert seine J├╝nger auf, sich ganz und gar hinzugeben. Nur so haben die Bedr├Ąnger eine Chance zur Umkehr. Was w├Ąre aus uns geworden, wenn Jesus im Garten Getsemani den Heilsweg verlassen h├Ątte?

3. Weiter evangelisieren. Jesus schaut die Zukunft seiner J├╝nger in den kommenden Jahrhunderten. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und Bedr├Ąngnisse. Trotzdem sollen wir das Evangelium verk├╝nden, bis zu dem Tag, an dem er wiederkommt. Der Heilige Geist steht immer zur Seite. Wenn wir ihn bitten, wird er uns Wege zeigen, wie wir die Menschen mit dem Evangelium erreichen k├Ânnen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, schon f├╝r deine J├╝nger war es nicht einfach, das Evangelium zu verk├╝nden. Doch zu allen Zeiten verstanden es deine J├╝nger zu evangelisieren, weil sie es aus der Beziehung zu dir heraus taten. Darum will ich mir keine Sorgen machen, wie es weitergehen soll, sondern mich von dir leiten lassen, um als Erntearbeiter zu wirken.

Vorsatz: Nicht aus eigener Kraft, sondern durch Gottes Kraft wirken.


Ein J├╝nger steht nicht ├╝ber seinem Meister

9. Juli 2022

Samstag der vierzehnten Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Mt 10,24-33
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Ein J├╝nger steht nicht ├╝ber seinem Meister und ein Sklave nicht ├╝ber seinem Herrn. Der J├╝nger muss sich damit begn├╝gen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt, dann erst recht seine Hausgenossen. Darum f├╝rchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verh├╝llt, was nicht enth├╝llt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr fl├╝stert, das verk├╝ndet von den D├Ąchern. F├╝rchtet euch nicht vor denen, die den Leib t├Âten, die Seele aber nicht t├Âten k├Ânnen, sondern f├╝rchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der H├Âlle st├╝rzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen f├╝r ein paar Pfennig? Und doch f├Ąllt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gez├Ąhlt. F├╝rchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich ├Âffne dir mein Herz. Sprich durch dein Wort zu mir. St├Ąrke mich, und hilf mir zu erkennen, was ich zu ├Ąndern habe. Danke f├╝r deine Gegenwart.

Bitte: Herr, hilf mir, deine Lehre von der J├╝ngerschaft anzunehmen.

1. Eine Klarstellung. Die J├╝nger folgten Jesus gerne. Doch sie hatten auch ihre eigenen Vorstellungen von Nachfolge. Sie tr├Ąumten von einem neuen Reich Israel, in dem jeder eine wichtige Rolle spielen w├╝rde. Doch die Nachfolge Jesu ist anders. Jesus versuchte ihnen bewusst zu machen, dass, wenn man schon ihn verfolgte, es ihnen nicht anders ergehen w├╝rde. Darum muss man von Jesus lernen, was richtige J├╝ngerschaft bedeutet. Sonst k├Ânnte man entt├Ąuscht oder frustriert werden.

2. Furchtloses Bekenntnis. J├╝nger Jesu m├╝ssen mit ├╝bler Nachrede rechnen und manchem mehr. Jesus sagte nicht, dass er seine J├╝nger davor bewahren w├╝rde. Jedoch sollten sie sich nicht dadurch entmutigen lassen und furchtsam werden, stattdessen aber weiter mutig das Evangelium verk├╝nden. Dieses furchtlose Bekenntnis war der Grund f├╝r die Ausbreitung des Evangeliums im ganzen r├Âmischen Reich. Und es ist es auch heute noch.

3. Menschenfurcht oder Gottesfurcht. In allen Zeiten litten J├╝nger Jesu unter schweren Bedr├Ąngnissen. Sie h├Ątten sich leicht minderwertig f├╝hlen k├Ânnen, weil sie in der Gesellschaft keine Anerkennung fanden (ÔÇ×bin nur zwei Pfennig wertÔÇť). Aber nicht darauf kommt es an, sondern darauf, wie Gott den J├╝nger sieht. F├╝r Gott ist jeder J├╝nger absolut wertvoll. Gott kennt sogar die Anzahl der Haare auf dem Kopf eines J├╝ngers. Keinem J├╝nger kann etwas geschehen, was Gott nicht zul├Ąsst, und was er zul├Ąsst, dient der Ausbreitung des Reiches Gottes. Der J├╝nger steht unter dem Schutz Gottes. Der Lohn f├╝r das furchtlose Zeugnis wird schlie├člich das Himmelreich sein. Wer sich aber vor den Menschen f├╝rchtet und geneigt ist, sich ihrem Willen anzupassen, den warnt Jesus mit gro├čem Ernst.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du sagst, dass ich keinen Grund habe, mich vor Menschen zu f├╝rchten, denn du stehst mir ja zur Seite. Du kennst sogar die Anzahl meiner Haare. Hilf mir, nicht vor den Menschen zu leben, sondern vor dir, damit sowohl ich selbst als auch meine N├Ąchsten gerettet werden.

Vorsatz: Ich bringe meine Furcht zu Gott, damit er sie in Mut umwandelt.