Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 19. Juni 2022 bis Samstag 25. Juni 2022

Zw├Âlfte Woche im Jahreskreis

Michael Roidl

Identit├Ąt ÔÇô Gott und IchSonntag
Den Balken im eigenen Auge annehmen und verwandeln lassenMontag
Das Tor ist eng und der Weg ist schmalDienstag
Guter Baum, gute Fr├╝chteMittwoch
Johannes der T├Ąufer ÔÇô Vorbote GottesDonnerstag
Das Heiligste Herz JesuFreitag
Unbeflecktes Herz Mari├Ą ÔÇô unser Weg zu JesusSamstag


Identit├Ąt ÔÇô Gott und Ich

19. Juni 2022

Zw├Âlfter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Romuald, Abt, Ordensgr├╝nder

Michael Roidl

Lk 9,18-24
In jener Zeit betete Jesus f├╝r sich allein und die J├╝nger waren bei ihm. Da fragte er sie: F├╝r wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige f├╝r Johannes den T├Ąufer andere f├╝r El├şja; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, f├╝r wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: F├╝r den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den ├ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss get├Âtet und am dritten Tage auferweckt werden. Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme t├Ąglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, du bist der Messias. In aller Demut komme ich zu dir, wissend, dass du mich verstehst und mich ganz kennst. Im Vertrauen auf deine Liebe freue ich mich auf ein inniges Gespr├Ąch mit dir.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, lass mich dein Wesen noch tiefer erkennen und zeige dich mir ganz pers├Ânlich.

1. Pers├Ânliche ├ťberzeugung. In dieser Evangelienstelle fragt Jesus die J├╝nger zun├Ąchst, was die Menge ├╝ber ihn denkt ÔÇô worin sein Wesen besteht. Danach wendet er seine Aufmerksamkeit der pers├Ânlichen ├ťberzeugung seiner J├╝nger zu. Dabei kommt die Frage auf, ob die J├╝nger sich nach der g├Ąngigen Meinung des Volkes richten oder sich selbst ein Bild ├╝ber Jesus gemacht haben. Jesus ist es hier sehr wichtig, dass die J├╝nger nicht einfach mit dem Strom mitschwimmen und ihre pers├Ânliche Beziehung zu Jesus von anderen ├╝bernehmen. Jeder soll eine pers├Ânliche Beziehung zu ihm haben und selbst erkennen, dass er der Messias ist.

2. Wahre Gotteserkenntnis. Letztendlich erkennt derjenige wahrhaft Gott, der entdeckt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass Jesus der Messias ist. Jeder, der Jesus in eine Reihe mit verschiedenen gro├čen Gestalten aus Theologie und Moral stellt, hat das Wesen Jesu noch nicht begriffen. Er ist nicht nur Mensch, er ist Mensch und Gott. Bin ich wirklich ├╝berzeugt von dem Bekenntnis Petri: ÔÇ×[du bist der] Christus GottesÔÇť?

3. Das ICH im DU. In der Parallelstelle in Mt 16,16-18 schlie├čt an das Messiasbekenntnis Petri direkt die Bezeichnung Simons als Fels der Kirche an. Heutzutage werden viele verschiedene Wege der Selbstfindung vorgeschlagen, doch nur einer f├╝hrt zum wahren ICH, und zwar Jesus. Er ist der Einzige, der wei├č, wer wir wirklich sind. ├ťber das Anerkennen, dass er der Messias ist, der mich durch und durch kennt, gelange auch ich zu einer tieferen Selbstkenntnis. Eine passende Analogie w├Ąre ein Spiegel. Je tiefer die Gotteserkenntnis, desto klarer ist der Spiegel, in den wir schauen, in welchem wir letztendlich unser wahres Selbst immer besser erkennen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes. Festige in mir diese Erkenntnis und zeig mir den Weg, um dir ein treuer Freund zu sein und wirklich ich zu werden.

Vorsatz: Ich will heute mit einer anderen Person ├╝ber ihr Verst├Ąndnis von Jesus Christus reden.


Den Balken im eigenen Auge annehmen und verwandeln lassen

20. Juni 2022

Montag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis

Michael Roidl

Mt 7,1-5
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Ma├č, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich freue mich darauf, die n├Ąchste Zeit mir dir zu verbringen. Ich will jetzt wirklich beten und nur darauf h├Âren, was du mir zu sagen hast. Lass uns gemeinsam sprechen und unsere Beziehung vertiefen.

Bitte: Herr, ich bitte dich darum, dass du mir meine Fehler zeigst und ich sie in Demut annehmen kann, um mich von dir verwandeln zu lassen.

1. Hoffnung, nicht Angst. Das erste Gef├╝hl, das bei dieser Rede Jesu aufkommt, ist Angst. Wenn wir nach dem Ma├č gemessen werden, nach dem wir messen, was haben wir dann noch zu erhoffen? Doch umgekehrt kann das eine Botschaft der Hoffnung sein. ÔÇ×Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen findenÔÇť (Mt 5,7)! Wenn wir lernen, barmherzig zu sein, die Fehler der anderen zu vergeben und sie nicht zu verurteilen, dann wird auch ├╝ber unsere Fehler hinweggesehen und wir werden in den liebenden H├Ąnden Gottes Erbarmen finden.

2. Konkretes Handeln erforderlich. Gewisse Tugenden sind oftmals schwer zu erfassen und nicht leicht in konkrete Handlungen umzusetzen. Doch das Verurteilen anderer Personen ist ein sehr konkreter Akt, den man somit auch sehr konkret zur├╝ckweisen kann. L├Ąsterei, destruktive Kritik am N├Ąchsten und negative Gedanken ├╝ber die Mitmenschen vergiften unsere Beziehung zu den genannten Personen. Durch konkrete Handlungen kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden und gute Gedanken und Worte k├Ânnen wieder aufkeimen.

3. Selbstkritik und Demut. Demut und rechte Selbstkritik sind zwei Tugenden, die manchmal nicht gerade ├╝ppig vorhanden sind. Dagegen sind sie in der Christusnachfolge so wichtig. Jesus l├Ądt uns ein, unsere Fehler anzuerkennen und sie zu beseitigen. Dabei k├Ânnen wir uns fragen: Wie sehr bin ich bereit, eigene Fehler einzugestehen und mich von Jesus hinsichtlich dieser Fehler verwandeln zu lassen?

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du verwandelst mich Tag f├╝r Tag und f├╝hrst mich immer wieder zum Guten. Schenke mir die Demut, mich in deinem Licht zu sehen, meine Fehler zu erkennen und sie von dir bereinigen zu lassen, damit ich jeden Tag ein bisschen mehr wie du werde.

Vorsatz: Ich will heute jedes Mal, wenn ich schlecht ├╝ber jemanden denke, diesen Gedanken bewusst durch einen positiven Gedanken ├╝ber die Person ersetzen.


Das Tor ist eng und der Weg ist schmal

21. Juni 2022

Dienstag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Hl. Aloisius Gonzaga, Ordensmann
Gedenktag

Michael Roidl

Mt 7,6.12-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie k├Ânnten sie mit ihren F├╝├čen zertreten und sich umwenden und euch zerrei├čen. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben f├╝hrt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben f├╝hrt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du bist der Allerheiligste. Du hast mir heute wieder die M├Âglichkeit gegeben, meine Zeit mit dir zu verbringen, dich zu ber├╝hren und die Worte aus deinem Mund zu h├Âren. Lass das Heilige, das von dir abstrahlt, Frucht bei mir bringen, und heilige mich durch die gemeinsam verbrachte Zeit.

Bitte: Herr, lass mich die Sorgen des Alltags in Demut tragen und dir so noch enger nachfolgen.

1. Die Gebetseinstellung ├╝berpr├╝fen. Jesus mahnt uns, das Heilige nicht den Hunden hinzuwerfen, die nicht verstehen, um was es sich handelt und es daher auch nicht zu sch├Ątzen wissen. Dabei k├Ânnten wir uns auch die Frage stellen: Wissen wir die Zeit und die Liebe zu sch├Ątzen, die Jesus uns jetzt entgegenbringt? Oftmals denken wir, dass wir Gott einen Gefallen tun, wenn wir ihm eine halbe Stunde Gebet schenken, aber ist es nicht eher so, dass wir eine halbe Stunde seiner Zeit geschenkt bekommen? Wissen wir das Geschenk des Gebets wirklich zu sch├Ątzen?

2. Die Sorgen des Alltags. Wenn wir denken, wir m├╝ssten auf Missionsreise in ferne L├Ąnder gehen, um den schweren Weg zu Gott zu gehen, dann irren wir uns. Jemand, der den allt├Ąglichen Weg zur Heiligkeit super vorgelebt hat, ist die heilige Theresia von Lisieux. Sie bestand darauf, dass der Weg zur Heiligkeit vor allem darin besteht, die allt├Ąglichen Dinge und Sorgen in Liebe zu Gott zu tragen. Wir m├╝ssen keine Wunder wirken. Wir m├╝ssen einfach nur ÔÇô das aber sehr wohl ÔÇô unsere Verrichtungen im Alltag aus und in Liebe zu Gott tun.

3. Das Tor ist eng und der Weg ist schmal. Gegen s├Ąmtliche das Leben erleichternde, moderne Werbemethoden verspricht uns Jesus nicht, dass es hier auf Erden mit ihm leicht und angenehm wird. Er unterstreicht ausdr├╝cklich, dass der Weg, der zum Leben in F├╝lle f├╝hrt, der schwere Weg ist. Das ist ein Fakt, den man sich bewusst machen muss. Gl├╝ck und F├╝lle hei├čen nicht Sorglosigkeit und Bequemlichkeit! Gerade in den Sorgen und Schwierigkeiten, auf dem schweren Weg, gl├╝cklich und erf├╝llt zu sein, das ist der Weg Gottes.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, mein Alltag ist nicht immer einfach und er enth├Ąlt so mancherlei Schwierigkeit und H├╝rde. Ich bitte dich um die Kraft, diese Schwierigkeiten in der Liebe zu dir tragen zu k├Ânnen und ihnen so ewigen Wert zu schenken. Lass mich ein Heiliger des Alltags werden.

Vorsatz: Ich will heute bewusst jede Schwierigkeit, die mir begegnet, aus Liebe zu Christus tragen.


Guter Baum, gute Fr├╝chte

22. Juni 2022

Mittwoch der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Hl. Thomas Morus, M├Ąrtyrer
Hl. John Fischer, Bischof
Hl. Paulinus von Nola, Bischof

Michael Roidl

Mt 7,15-20
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: H├╝tet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie rei├čende W├Âlfe. An ihren Fr├╝chten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Fr├╝chte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Fr├╝chte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Fr├╝chte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Fr├╝chten also werdet ihr sie erkennen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich danke dir daf├╝r, dass ich heute mit dir Zeit verbringen kann. Durch deine Liebe erh├Ąltst du mich Tag f├╝r Tag. Ich m├Âchte dich um deiner selbst willen lieben, weil du bist, wer du bist. Lass diese gemeinsame Zeit Frucht bringen.

Bitte: Herr, lass mich gute Fr├╝chte bringen und so ein guter Baum in deinem Garten sein.

1. H├╝tet euch. Jesus appelliert in dieser Evangelienstelle an seine J├╝nger, sich vor falschen Propheten zu h├╝ten. An anderer Stelle spricht Jesus davon, dass ein blinder Blindenf├╝hrer gemeinsam mit dem Gef├╝hrten in eine Grube f├Ąllt. An dieser Stelle k├Ânnen wir uns selbst fragen: Wovon lasse ich mich eigentlich in meinem Leben f├╝hren? Jesus ist der Weg, der zum Leben f├╝hrt. Alle anderen ÔÇ×Ersatzf├╝hrerÔÇť, die es so oft in unserem Leben gibt, f├╝hren uns nicht zum ewigen Leben, sondern nur in eine Sackgasse.

2. Die Fr├╝chte. Woran kann man ermessen, ob man selbst auf der guten oder schlechten Bahn ist? Jesus sagt, dass unsere eigenen Taten auch Ma├čgebliches ├╝ber unsere inneren Einstellungen preisgeben. Diese Erkenntnis ist ein guter Ausgangspunkt f├╝r eine Erforschung: Was bringe ich f├╝r Fr├╝chte hervor? Heilen, st├Ąrken und n├Ąhren meine Worte und Taten meine N├Ąchsten, oder zerst├Âren sie und lassen einen fahlen Beigeschmack zur├╝ck? Was bin ich f├╝r ein Baum?

3. Der Anspruch. Jesus gibt am Ende der Stelle einen Ausblick darauf, was mit den schlechten B├Ąumen passiert. Sie werden umgehauen und ins Feuer geworfen. Jesus arbeitet als G├Ąrtner im Weinberg seines Vaters und versucht, das Beste aus uns herauszuholen. Er ist unabl├Ąssig bem├╝ht, uns zu Wachstum und Bl├╝te zu f├╝hren. Es gibt allerdings schon einen gewissen Anspruch an uns, und zwar: dann auch tats├Ąchlich Frucht zu bringen. Wir k├Ânnen nicht als verdorbener Baum im Garten Gottes stehen. Der Anspruch steht: ein guter Baum sein, gute Fr├╝chte bringen, sich von der Zuwendung Jesu ber├╝hren lassen und aufbl├╝hen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich wei├č, dass ich nicht immer alles richtig mache und dass ich auch manchmal schlechte Fr├╝chte hervorbringe. Ich will aber wirklich ein guter Baum sein, auf den du stolz sein kannst. Lass mich deine Hingabe an mich annehmen und bringe mich so zur Bl├╝te.

Vorsatz: Ich will heute besonders darauf achten, dass meine Worte gegen├╝ber den anderen aufbauend und freundlich sind.


Johannes der T├Ąufer ÔÇô Vorbote Gottes

23. Juni 2022

Donnerstag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Geburt Johannes des T├Ąufers (vorverlegt)
Hochfest

Michael Roidl

Lk 1,57-66.80
F├╝r Elisabet erf├╝llte sich die Zeit, dass sie geb├Ąren sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten h├Ârten, welch gro├čes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zachar├şas geben. Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes hei├čen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so hei├čt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibt├Ąfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott. Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Jud├Ąa. Alle, die davon h├Ârten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der W├╝ste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag f├╝r Israel erhielt.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ebenso wie zu Johannes dem T├Ąufer sprichst du zu mir ganz pers├Ânlich und innig. Ich danke dir, dass du auch f├╝r mich einen missionarischen Auftrag hast. Lass mich in dieser Zeit mit dir eine tiefe Erfahrung deiner Liebe machen, die ich wiederum teilen kann.

Bitte: Herr, lass mich wie Johannes der T├Ąufer ein Vorbote deiner Liebe sein.

1. Ein Lebenswerk. Johannes der T├Ąufer ist ein au├čergew├Âhnlicher Heiliger, da sein gesamtes Lebenswerk ausschlie├člich auf Jesus ausgerichtet ist. Seine Mission war es von Anfang an, ein Vorbote Christi zu sein. Und das k├Ânnen wir uns besonders von ihm abschauen. Wir alle sind dazu bestimmt, Vorboten Christi zu sein und den Menschen um uns herum zu erz├Ąhlen, dass Christus kommt und schon l├Ąngst mitten unter uns weilt. Wir sind sogar dar├╝ber hinaus berufen, Christus selbst in dieser Welt zu vergegenw├Ąrtigen. Jesus hat uns auserw├Ąhlt, f├╝r ihn vor Ort zu sein, genau dort, wo er uns hingestellt hat.

2. Gott schenkt uns den Namen. Zacharias wird in der im Evangelium beschriebenen Szene von seinen Verwandten dazu angehalten, seinem Sohn einen in der Verwandtschaft vorhandenen Namen zu geben. Elizabet und Zacharias entscheiden sich allerdings f├╝r den Namen, den Gott dem Kind schenken will. Der Name beschreibt in der biblischen Sprache die Identit├Ąt der Person. Gott ist in dieser Szene derjenige, der Johannes seinen Namen, seine Identit├Ąt gibt. Fragen wir uns: Lasse ich es in meinem Leben zu, dass Jesus mir meinen Namen schenkt, den Namen meiner Familienmitglieder, meiner Kinder ausw├Ąhlt?

3. Das Geschenk der Stimme. Als Zacharias seine Zunge wieder benutzen kann, ist das Erste, was er tut, Gott zu loben und zu preisen. Wir alle haben das Geschenk, unseren Mund und unsere Stimme zum Lobpreis erheben zu k├Ânnen. So oft ist das, was unseren Mund verl├Ąsst, allerdings genau das Gegenteil von Lobpreis. Besinnen wir uns wieder darauf, dass uns unsere Stimme geschenkt wurde, um Gutes zu verbreiten und Gott zu loben und setzen wir sie lieber f├╝r ihren eigentlichen Zweck ein.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du hast mich dorthin gestellt, wo ich gerade bin. Du m├Âchtest die Menschen um mich herum durch mich erreichen. Ich will ein Vorbote deiner Liebe sein, will die Liebe ausstr├Âmen, die du in mich hineinflie├čen l├Ąsst.

Vorsatz: Ich will mir heute bewusst einige Minuten nehmen, um Gott mit meiner Stimme zu loben und zu preisen.


Das Heiligste Herz Jesu

24. Juni 2022

Freitag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Heiligstes Herz Jesu
Hochfest

Michael Roidl

Lk 15,3-7
In jener Zeit erz├Ąhlte Jesus den Pharis├Ąern und Schriftgelehrten dieses Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, l├Ąsst er dann nicht die neunundneunzig in der W├╝ste zur├╝ck und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen ├╝ber einen einzigen S├╝nder, der umkehrt, als ├╝ber neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr n├Âtig haben.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, dein Herz ist so gro├č und gef├╝llt mit unendlicher Liebe. Umarme mich in dieser gemeinsamen Zeit und erf├╝lle mich mit deiner Liebe. Verwandle mich und lass mich auch ein Herz haben, das von der Liebe Gottes entflammt ist.

Bitte: Herr, entz├╝nde mein Herz mit deiner Liebe.

1. Liebe ist nicht logisch. Immer wenn ich diese Stelle lese, denke ich mir, wie unlogisch sich doch der Hirte in dem Gleichnis verh├Ąlt. Wenn er n├Ąmlich neunundneunzig Schafe in der W├╝ste zur├╝ckl├Ąsst, dann besteht eine hohe Chance, dass von diesen ├╝brigen Schafen eines gerissen wird oder ebenfalls das Weite sucht. Doch Liebe ist nicht logisch. Aus Sorge um das eine Schaf geht der gute Hirt das Risiko ein und macht sich sofort auf die Suche nach dem einen. Das weckt unglaubliches Vertrauen und eine gro├če Hoffnung. Gott braucht uns nicht, er hat alles, doch er w├╝rde ÔÇô ohne weiter nachzudenken ÔÇô alles zur├╝cklassen (sogar sein eigenes Leben), um jeden Einzelnen von uns wieder zur Herde zur├╝ckzuf├╝hren.

2. Das Fest der Freude. Das Zur├╝ckkommen zur Herde auf den Schultern des guten Hirten ist eine gute Analogie zur Beichte. Jedes Mal, wenn wir beichten, tr├Ągt uns Jesus auf seinen Schultern zur├╝ck zur Herde. Und wie sehr sich Gott dar├╝ber freut, dass wir wieder bei ihm sind! Er feiert im Himmel ein Fest der Freude. Das zeigt, wie sehr Gott uns vermisst, wenn wir nicht bei ihm sind, und wie sehr er unsere Gegenwart ersehnt. Fragen wir uns: Wie sehr sehne ich mich nach der Gegenwart Gottes in meinem Leben?

3. Er macht den ersten Schritt. Anders als in der Geschichte vom verlorenen Sohn wartet Gott hier nicht nur und schaut aus, ob sein Sohn wieder nach Hause kommt. Hier nimmt Jesus das Heft selbst in die Hand und geht hinaus, um die verlorene Seele wieder nach Hause zu bringen. Genau das ist passiert, als Jesus auf diese Welt kam, um unsere S├╝nden mit seinem Blut zu s├╝hnen. Er hat den ersten Schritt getan. Er ist hinausgegangen, um uns nach Hause zu bringen. Wir haben immer noch die freie Wahl, ob wir uns von ihm nach Hause tragen lassen, oder auf eigene Faust durchschlagen wollen, doch gewiss ist: Er hat den ersten Schritt getan.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, dein Herz ist so voll von der Liebe Gottes, dass du auf die Erde gekommen bist, um mich zu suchen und mich nach Hause zu bringen. Ich danke dir, dass du den ersten Schritt auf mich zu getan hast. Gib mir die Kraft und die Demut, mich von dir nach Hause geleiten zu lassen.

Vorsatz: Ich will mir heute einen festen Termin f├╝r meine n├Ąchste Beichte machen.


Unbeflecktes Herz Mari├Ą ÔÇô unser Weg zu Jesus

25. Juni 2022

Samstag der zw├Âlften Woche im Jahreskreis
Unbeflecktes Herz Mari├Ą
Gedenktag

Michael Roidl

Lk 2,41-51
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zw├Âlf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zur├╝ck und suchten nach ihm. Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er sa├č mitten unter den Lehrern, h├Ârte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn h├Ârten, waren erstaunt ├╝ber sein Verst├Ąndnis und ├╝ber seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater geh├Ârt? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zur├╝ck und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du mir deine Mutter zur Mutter gegeben hast. Durch sie sorgst du dich um mich und bist mir immer nah. Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit dir und ich m├Âchte auch dich, Maria, ganz besonders zu diesem Gebet einladen.

Bitte: Herr, gib mir ein Herz, das eines Tages so rein ist, wie das deiner Mutter.

1. Der Schmerz der Trennung. In der beschriebenen Szene ist klar zu erkennen, wie sehr die Mutter Jesu darunter leidet, dass sie von ihrem Sohn getrennt wurde. Mit jeder S├╝nde entfernen wir uns ein St├╝ckweit von Gott. Ist mir das bewusst? F├╝hle auch ich einen Schmerz der Trennung, oder ist es mir egal, dass ich mich mit der S├╝nde von Gott entferne?

2. Die Sehnsucht nach Jesus. Die Intensit├Ąt und Vehemenz, mit der Maria und Josef nach Jesus suchen, zeigen, wie sehr sie sich nach Jesus sehnen. Die Chancen, einen bestimmten kleinen Jungen in der damaligen Zeit in einer Gro├čstadt wie Jerusalem zu finden, waren wohl sehr gering. Und trotzdem suchen die beiden Jesus unaufh├Ârlich, bis sie ihn schlie├člich im Tempel finden. Das kann ein gutes Bild f├╝r unser Gebetsleben sein. Wir m├╝ssen nicht drei Tage durchbeten, um Jesus zu finden, aber in der Zeit, die wir w├Ąhrend des Tages dem Gebet, also der Suche nach Gott widmen, werden wir da wirklich von der Sehnsucht nach ihm getrieben? Nutzen wir sie wirklich, um Jesus im Tempel zu finden?

3. Vertrauen auch im Unverst├Ąndnis. Jesus antwortet auf die Frage seiner Eltern, warum er ihnen das angetan habe, kryptisch. Seine Eltern verstehen seine Antwort nicht. So oft stecken wir in Lebenssituationen, in welchen Gott auf unsere Fragen unverst├Ąndliche Antworten gibt. Auch Maria geriet immer wieder in Situationen, in denen es scheinbar keinen Ausweg gab, und sie nicht genau verstehen konnte, was Gott ihr gerade sagen wollte. Doch sie vertraute stets darauf, dass Gott gut ist und dass er den Weg wei├č. Das k├Ânnen auch wir uns in unserem Leben vergegenw├Ąrtigen: das Vertrauen auf den guten und liebenden Gott, auch in Situationen, in denen wir Gott nicht verstehen und die ausweglos erscheinen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du hast mir deine Mutter als Vorbild und St├╝tze gegeben. Lass mich von ihr lernen, dich wirklich zu lieben und dir immer zu vertrauen, auch wenn ich die Situation, in der ich mich befinde, nicht verstehen kann. Maria, Mutter du Reine, bitte f├╝r mich.

Vorsatz: Ich will heute ein Gesetz des Rosenkranzes zu Ehren der Muttergottes beten.