Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 8. Mai 2022 bis Samstag 14. Mai 2022

Vierte Woche der Osterzeit

Br. Pablo RodrĂ­guez de la Gala LC und weitere Autoren

Der gute Hirte lÀsst seine Schafe nie alleinSonntag
Drei Tipps, um Jesus, den guten Hirten, in deinem Leben zu erkennenMontag
Auf den HĂ€nden des Vaters ĂŒber den Abgrund schreitenDienstag
Er kam, um dich zu rettenMittwoch
Ein Gott, der sich hinknietDonnerstag
Der Wunsch JesuFreitag
Der Durst nach GottSamstag


Der gute Hirte lÀsst seine Schafe nie allein

8. Mai 2022

Vierter Sonntag der Osterzeit – „Misericordia Domini“
Muttertag
Weltgebetstag um geistliche Berufungen

Br. Pablo R. de la Gala LC

Joh 10,27-30
In jener Zeit sprach Jesus: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist grĂ¶ĂŸer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, hilf mir, in diesem kurzen Moment des Gebets Jesus zu begegnen. Bitte stĂ€rke meinen Glauben, dass du wirklich hier bei mir bist und mit mir reden willst. Vater, ich lege alle meine Sorgen in deine HĂ€nde. Ich vertraue darauf, dass du immer ĂŒber mich wachst und mir gibst, was ich brauche, aber ich bitte dich, mein Vertrauen zu stĂ€rken. Jesus, ich danke dir fĂŒr diesen Moment der Begegnung mit dir. Es genĂŒgt mir, Zeit mit dir zu verbringen, aber wenn du mir etwas sagen willst, bitte ich dich, mir zu helfen, mein Herz fĂŒr dich offen zu halten und wahrhaft zuzuhören. Amen.

Bitte: Herr, ich bitte dich fĂŒr Kirche und Welt um geistliche Berufungen!

1. Der gute Hirt kennt seine Schafe. Jesus hat uns durch sein Beispiel gezeigt, wie wir ein erfĂŒlltes Leben fĂŒhren können, und er hat uns Antworten auf unsere tiefsten Ängste gegeben. Als der gute Hirt kennt er uns, seine Schafe, und so begegnet er unserer Angst, missverstanden zu werden. Wir schrecken oft davor zurĂŒck, anderen unser Herz zu öffnen, weil wir nicht abgelehnt oder missverstanden werden wollen. Aber Jesus ist gekommen, um uns zu offenbaren, dass er uns immer so annehmen wird, wie wir sind. Deshalb können wir es wagen, ihm gegenĂŒber verletzlich zu sein und ihm unser Herz zu öffnen.

2. Der gute Hirt trennt sich nicht von seinen Schafen. Jesus versichert uns, er werde niemals zulassen, dass uns jemand oder etwas von ihm trennt. Was fĂŒr eine Erleichterung! Wir brauchen auch keine Angst davor haben, allein zu sein, denn Jesus sichert uns zu, uns ein Leben lang zu begleiten. Jesus sagt, dass er und der Vater eins sind. Somit ist Gott Gemeinschaft und möchte, dass wir Anteil an dieser Gemeinschaft haben und mit ihm leben. Deshalb können wir uns immer damit trösten, dass Gott uns nie allein lĂ€sst.

3. Der gute Hirt schenkt seinen Schafen das ewige Leben. Jesus kam, um uns zu retten, und er tat dies insbesondere durch seinen Tod und seine Auferstehung, aber auch durch sein ganzes Leben. Er hat sich tĂ€glich fĂŒr uns hingegeben. Alles, was er tat und lebte, verwandelte er in einen Akt der Liebe und des Heils. Manchmal empfinden wir unser Leben als sinnlos. Jesus lehrt uns deshalb, wie wir dieses Leben in der Hoffnung leben können, am Ende im Haus des Vaters anzukommen, wo all unsere SehnsĂŒchte in der ewigen Gemeinschaft mit Gott gestillt werden.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich weiß, dass du mich kennst, dass ich dir mein Herz immer öffnen kann und verstanden werde. Ich vertraue darauf, dass du immer bei mir bist. Ich ĂŒbergebe dir meine Angst vor dem Alleinsein. Ich vertraue auch fest darauf, dass du fĂŒr mich einen Platz im Haus des Vaters vorbereitet hast, um mit dir in Ewigkeit zu leben. Danke, dass du mich verstehst, dass du immer bei mir bist und dass du mich gerettet hast. Ich liebe dich.

Vorsatz: Langsam und mit Vertrauen ein Vaterunser beten.


Drei Tipps, um Jesus, den guten Hirten, in deinem Leben zu erkennen

9. Mai 2022

Montag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Diego LĂłpez LC

Joh 10,1-10
In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die TĂŒr hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein RĂ€uber. Wer aber durch die TĂŒr hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der TĂŒrhĂŒter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und fĂŒhrt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzĂ€hlte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die TĂŒr zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und RĂ€uber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die TĂŒr; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in FĂŒlle haben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Wie schwer ist es fĂŒr uns zu beten, wenn wir nur aus eigener Kraft beten wollen! Wer kann aus eigener Kraft den Himmel berĂŒhren? Keiner kann das. Mit dem Gebet verhĂ€lt es sich genauso. Wir können nicht aus eigener Kraft beten. Aber weil Gott gut ist, schenkt er uns die Gabe des Gebets. Er lehrt uns zu beten und gibt uns seinen Geist, damit wir uns an ihn wenden und „Papa“ sagen können. Und in diesem Moment des Gebets wird das mit jedem von uns geschehen. Komm, Heiliger Geist!

Bitte: Herr, ich möchte dich in meinem tĂ€glichen Leben an diesen Gesten des guten Hirten, die du mir heute vor Augen fĂŒhrst, erkennen.

1. Der gute Hirt tritt durch die TĂŒr bei mir ein. In unserem Leben sind wir vielleicht Menschen begegnet, die mit krummen Absichten zu uns kamen. Heute lehrt uns Jesus in diesem Zusammenhang etwas, das ihm sehr am Herzen liegt: Er kommt niemals mit bösen Absichten in unser Leben, etwa um sich einen persönlichen Vorteil zu erwerben. Er tritt durch die TĂŒr in unser Leben ein, nĂ€mlich dort, wo er gesehen und wahrgenommen werden kann, ohne etwas zu verbergen. Er will uns immer gut. Er wird uns niemals einen Streich spielen. Wenn du denkst, Jesus wĂŒrde mit dir spielen, dann ist dieser Gedanke nicht von Gott. Vergiss nicht, dass er die ganze Wahrheit auf den Tisch legt, ohne LĂŒgen und DoppelzĂŒngigkeit.

2. Der gute Hirt ruft seine Schafe beim Namen. Ein spiritueller Autor sagt, dass wir erst dann wirklich wissen, wer wir sind, wie schön, gut und liebenswert, wenn Gott uns beim Namen ruft. FĂŒr Jesus bist du nicht nur einer mehr, nicht nur ein weiterer BĂŒrger, nicht nur ein weiterer Facebook-Nutzer... FĂŒr Gott bist du einzigartig, wertvoll wie niemand sonst auf der Welt. Er nennt dich beim Namen, weil er dich kennt und dich liebt, so wie du bist. Wenn du in deinem Leben das GefĂŒhl hast, dass niemand sich um dich kĂŒmmert, dass niemand dich liebt oder versteht – nicht einmal Gott –, dann denk daran, dass das eine LĂŒge ist: Du bist immer geliebt und wirst immer beim Namen genannt.

3. Der gute Hirt geht vor ihnen her. Gott wird dich nie bitten, etwas in deinem Leben zu tun, was er nicht selbst schon vorher getan hat. Er stellt uns immer „an die erste Stelle“, wie Papst Franziskus sagt. Er ist nicht nur der Erste, der uns begegnet, sondern er hat uns auch als Erster ein Beispiel dafĂŒr gegeben, wie wir das, was er von uns verlangt, tun sollen: den Feind zu lieben; denen Gutes zu tun, die uns verfluchen; denen grenzenlos zu vergeben, die uns beleidigen; LĂŒgen und Heuchelei abzulehnen; ehrlich und bescheiden zu sein
 GlĂŒcklichsein heißt, Christ zu sein, es heißt, Christus nachzuahmen, dem Beispiel zu folgen, das er uns gegeben hat, indem er uns als guter Hirt voranging. Er hat uns ein Beispiel gegeben und gibt uns auch die Gnade, wie er zu leben, ihm Ă€hnlich zu sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mich bereits, du nennst mich beim Namen, du liebst mich und du hörst mir zu. Ich möchte wirklich glauben, dass du der gute Hirt meines Lebens bist. Ich möchte glauben, dass du gut bist, und ich möchte dir die FĂŒhrung meines Lebens ĂŒbergeben. Sag mir, wohin ich gehen soll, was ich tun soll, wie ich es tun soll, denn das ist mein grĂ¶ĂŸter Wunsch: deinen Willen zu tun. Nur so kann ich hier auf Erden ein wenig von dem GlĂŒck kosten, das du mir im Himmel voll und ganz versprochen hast. Erbarme dich meiner, da ich dein schwaches Schaf bin, das du vor dem Wolf und vor sich selbst, meiner Selbstsucht, schĂŒtzen musst.

Vorsatz: Anhand der drei Tipps will ich darauf achten, wie Jesus in meinem Leben gegenwĂ€rtig ist.


Auf den HĂ€nden des Vaters ĂŒber den Abgrund schreiten

10. Mai 2022

Dienstag der vierten Woche der Osterzeit
Hl. Damian de Veuster, Priester, Ordensmann, Lepraapostel

Br. Raphael Meyer LC

Joh 10,22-30
In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis fĂŒr mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist grĂ¶ĂŸer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus Christus, ich bin in deiner Gegenwart. Ich möchte in dieser Meditation mit dir sprechen und dir zuhören. Sage mir, was du fĂŒr mich möchtest und was ich tun soll, um dir die Ehre zu geben und dein Reich auszubreiten.

Bitte: Jesus Christus, lass mich nicht nur deine Stimme hören, sondern dir dann auch folgen.

1. Jesus stĂ¶ĂŸt auf Ablehnung. Im heutigen Evangelium sehen wir, wie viele Leute von Jesus gern erfahren hĂ€tten, ob er tatsĂ€chlich der Messias ist. Doch wie sie ihn bedrĂ€ngen, kann man heraushören, dass sie es nur aus seinem eigenen Mund hören wollen, um ihn dann abzulehnen. Ihn anzunehmen, wĂŒrde nĂ€mlich bedeuten, seine Lehre anzunehmen. Sie wĂŒrden annehmen, dass er der Sohn des Vaters ist, Gott selbst. – Und wir, nehmen wir Anstoß an ihm? Sind wir uns bewusst, dass er der allmĂ€chtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, der das ganze Universum gemacht hat, unfassbar groß und mĂ€chtig, und der zur gleichen Zeit nahe ist, der als Mensch auf der Erde wandelte?

2. Er wird dich auf seinen HĂ€nden tragen. Um Jesus so anzunehmen, wie er ist, muss man ihm einen Vertrauensvorschuss geben und einen Schritt in die Unsicherheit wagen. Solch ein Schritt kann sich wie ein Schritt ins Leere anfĂŒhlen, dorthin, wo wir nicht wissen, was geschehen wird. Jesus aber lĂ€dt uns ein, diesen Schritt zu tun, denn er möchte, dass wir im Vertrauen zu ihm wachsen und wissen, dass wir sicher sein können, nicht ins Leere zu fallen, weil wir auf seinen HĂ€nden ĂŒber den Abgrund der Unsicherheit und der Angst hinwegschreiten können.

3. Tun Sie den Schritt ins Vertrauen! Vielleicht haben wir das schon öfters gehört, aber, wenn wir ehrlich sind und unser Leben anschauen, gibt es da immer etwas Konkretes, um das Jesus uns bittet. Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und Gutes tun willst, das dich etwas kostet, ist vielleicht jetzt die Zeit, seiner Einladung zu folgen und Ja zu seinem Willen zu sagen, den Schritt zu tun und auf seiner Hand ĂŒber den Abgrund der eigenen Ängste hinwegzuschreiten. Im Vertrauen auf Gott wird der Abgrund zur Ebene.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Herr, ich bitte dich darum, meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe zu stĂ€rken. Ich weiß, dass es dich sehr verletzt, wenn ich dir nicht vertraue und an deiner Liebe zu mir zweifle. Ich weiß auch, dass deine Gnade ĂŒber meine SchwĂ€che zu triumphieren vermag. StĂ€rke besonders mein Vertrauen, damit ich mit dir ĂŒber die AbgrĂŒnde des Lebens schreiten kann.

Vorsatz: Heute werde ich Jesus in einer Gewissenserforschung fragen, worum er mich persönlich bittet.


Er kam, um dich zu retten

11. Mai 2022

Mittwoch der vierten Woche der Osterzeit

Br. Pablo R. de la Gala LC

Joh 12,44-50
In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, hilf mir, in diesem kurzen Moment des Gebets Jesus zu begegnen. Bitte stĂ€rke meinen Glauben, dass du wirklich hier bei mir bist und mit mir reden willst. Vater, ich lege alle meine Sorgen in deine HĂ€nde. Ich vertraue darauf, dass du immer ĂŒber mich wachst und mir gibst, was ich brauche. Aber ich bitte dich, mein Vertrauen zu stĂ€rken. Jesus, ich danke dir fĂŒr diesen Moment der Begegnung mit dir. Es genĂŒgt mir, Zeit mit dir zu verbringen, aber wenn du mir etwas sagen willst, bitte ich dich, mir zu helfen, mein Herz offen zu halten und wahrhaft auf dich zu hören. Amen.

Bitte: Herr, ich bitte dich um Frieden in der Welt.

1. Jesus hat uns das Antlitz des Vaters gezeigt. Verschiedene Erfahrungen in unserem Leben haben uns in einer Weise geprĂ€gt, die bestimmen, wie wir uns selbst und andere sehen und beurteilen. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wer Gott ist, und sie haben unterschiedliche Weisen, mit ihm in Beziehung zu treten. Aber Jesus ist in die Welt gekommen, um uns allen das Antlitz des Vaters zu zeigen. Deshalb ist es so wichtig, das Evangelium oft zu lesen, denn dadurch lernen wir Jesus kennen und erfahren, wie der Vater wirklich ist.

2. Jesus kam, um uns zu retten. Aufgrund der ErbsĂŒnde neigen wir dazu, Gottes NĂ€he zu fĂŒrchten. Wir stellen ihn uns als jemanden vor, der uns die ganze Zeit beobachtet und bereit ist, uns fĂŒr unsere Fehler oder SĂŒnden zu verurteilen oder zu bestrafen. Aber das ist eine LĂŒge, und Jesus weiß, dass der Versucher alles tut, um uns die LĂŒge glaubhaft zu machen, Gott sei zornig auf uns. Deshalb sagt uns Jesus deutlich, dass er nicht gekommen ist, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.

3. Der Gehorsam Jesu. Und wie hat Jesus die Welt gerettet? Durch seinen Gehorsam gegenĂŒber dem Vater. Das ganze Leben Jesu bestand darin, den Willen des Vaters zu tun. Das war seine Speise, sein ganzes Ideal. Der Gehorsam gegenĂŒber dem Willen des Vaters schrĂ€nkt unsere Freiheit nicht ein. Ganz im Gegenteil. Wie Jesus uns zeigt, ist ein Leben im Gehorsam gegenĂŒber dem Vater der Weg zu einem erfĂŒllten Leben. Gehorsam zu sein, ist nicht leicht, deshalb sollten wir uns nicht verwirren lassen, wenn wir bei unserem Versuch, den Willen des Vaters zu tun, auf Schwierigkeiten stoßen. Wenn wir aber wie Jesus das Licht der Welt sein wollen, mĂŒssen wir in seine Fußstapfen treten. Und all diese Fußstapfen sind Ausdruck des Gehorsams gegenĂŒber seinem Vater.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du in die Welt gekommen bist, um mir zu zeigen, wie der Vater ist. Hilf mir, meine Sichtweise vom Vater lĂ€utern zu lassen, denn manchmal sehe ich ihn als Richter, der zornig auf mich ist. Hilf mir auch, dir und dem Vater zu vertrauen. Heute möchte ich deiner Stimme ein wenig gefĂŒgiger sein und auf das hören, was der Vater von mir verlangt. Ich vertraue darauf, dass ihr mich in meinem BemĂŒhen begleitet, den Willen des Vaters zu tun, damit ich gemeinsam mit euch Licht der Welt sein kann.

Vorsatz: Langsam und mit Vertrauen ein Vaterunser beten.


Ein Gott, der sich hinkniet

12. Mai 2022

Donnerstag der vierten Woche der Osterzeit
Hll. Pankratius, Nereus und Achilleus, MĂ€rtyrer

Br. HĂ©ctor Baca LC

Joh 13,16-20
Nachdem Jesus seinen JĂŒngern die FĂŒĂŸe gewaschen hatte, sprach er zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht grĂ¶ĂŸer als der, der ihn gesandt hat. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwĂ€hlt habe, aber das Schriftwort muss sich erfĂŒllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen. Ich sage es euch schon jetzt, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt: Ich bin es. Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: â€žHERR, mein Herz ĂŒberhebt sich nicht, nicht hochmĂŒtig blicken meine Augen, ich gehe nicht um mit großen Dingen, mit Dingen, die mir nicht begreiflich sind. Vielmehr habe ich besĂ€nftigt, habe zur Ruhe gebracht meine Seele. Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, wie das gestillte Kind, so ist meine Seele in mir. Israel, warte auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!“ (Psalm 131)

Bitte: Herr, ich bitte dich heute um die Gabe der Demut, damit ich erkenne, wer ich vor dir bin: ein Geschöpf, ein SĂŒnder, erlöst, geliebt, erwĂ€hlt.

1. Der Knecht ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Herr. Johannes Paul I. wĂ€hlte fĂŒr sein Pontifikat als Motto ein einziges Wort: Demut. Er war der Papst, der die Kirche nur 33 Tage lang fĂŒhrte. Er hatte keine Zeit, „große Dinge zu tun“, er hatte nur Zeit, der Welt die Schönheit der Einfachheit, eines reinen LĂ€chelns, einer edlen Geste zu zeigen. Ich habe Jesus einmal gefragt: Und was wolltest du mit einem 33-Tage-Papst erreichen? Es geht nicht darum, was wir tun, sondern darum, so zu leben und zu sein, wie Gott es von uns wĂŒnscht und fĂŒr uns vorhat. Der Knecht ist vor allem deshalb ein Knecht, weil er zur Hausmacht seines Herrn gehört, dem er dient; so hĂ€ngt auch unser Dienst nicht vom Tun, sondern vom Sein ab, von der Zugehörigkeit zum Macht- und Schutzbereich des Vaters, der es auf unser Sein abgesehen hat.

2. Nachdem er ihre FĂŒĂŸe gewaschen hatte
 Jesus ist der Erste, der vor den JĂŒngern kniet. Deshalb kann ich, wenn ich die Kapelle betrete und vor dem Allerheiligsten knie, nicht vergessen, dass er der Erste war, der vor mir kniete, um mich zu waschen, zu lĂ€utern, zu reinigen und mir eine Liebe zu zeigen, die meine eigenen MaßstĂ€be ĂŒbersteigt. Gott selbst hat sich vor mir niedergeworfen: einem unwĂŒrdigen Geschöpf, das er aber unendlich liebt.

3. Das GlĂŒck. Und Jesus sagt ganz klar: „Ihr werdet glĂŒcklich (selig) sein, wenn ihr das wisst und tut.“ GlĂŒcklich ist der Mensch, der in seinem Handeln vor der menschlichen SchwĂ€che niederkniet! GlĂŒcklich ist der Mensch, der den Schmutz an den FĂŒĂŸen anderer abwĂ€scht und ihn kĂŒsst, wenn er ihn berĂŒhrt! GlĂŒcklich ist, wer dabei daran denkt, dass ein anderer dies fĂŒr ihn getan hat: der Herr.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du meine FĂŒĂŸe gewaschen hast. Lass nicht zu, dass mein Stolz diese Liebe zurĂŒckweist. Und lass mich deine Liebe so erfahren, dass ich nicht anders kann, als vor meinen BrĂŒdern und Schwestern niederzuknien, die geliebte Geschöpfe sind: wĂŒrdig des Friedens, den nur du geben kannst.

Vorsatz: Vielleicht ist heute der richtige Tag, um dem Nachbarn oder Arbeitskollegen, den ich nicht mag, aufrichtig zuzuhören. Oder um das Familienmitglied oder den Freund zu besuchen oder anzurufen, mit dem ich nur ungern spreche. Nun, wenn der Meister niederkniet, warum nicht auch ich?


Der Wunsch Jesu

13. Mai 2022

Freitag der vierten Woche der Osterzeit
Unsere Liebe Frau von Fatima

Br. Samuel Canal LC

Joh 14,1-6
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wĂ€re, hĂ€tte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz fĂŒr euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz fĂŒr euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, hilf mir, in diesem kurzen Moment des Gebets Jesus zu begegnen. Bitte stĂ€rke meinen Glauben, dass du wirklich hier bei mir bist und mit mir reden willst. Vater, ich lege alle meine Sorgen in deine HĂ€nde. Ich vertraue darauf, dass du immer ĂŒber mich wachst und mir gibst, was ich brauche, aber ich bitte dich, mein Vertrauen zu stĂ€rken. Jesus, ich danke dir fĂŒr diesen Moment der Begegnung mit dir. Es genĂŒgt mir, Zeit mit dir zu verbringen, aber wenn du mir etwas sagen willst, bitte ich dich, mir zu helfen, fĂŒr dich ein offenes Herz zu haben, und dir zuzuhören. Amen.

Bitte: Herr, ich bitte dich um Frieden in der Welt.

1. Eine Einladung. Man stelle sich vor: In den ersten Zeilen dieses Evangeliums bittet Jesus uns darum, an ihn zu glauben! Gott selbst bittet dich darum, an ihn zu glauben. Es ist, als wĂŒrde er uns anflehen: „Bitte glaubt an mich, glaubt an meine Liebe, glaubt an meine GĂŒte. Alles, was ich will, ist euer Wohlergehen.“ – Denk daran, wenn Christus diesen Glauben von dir verlangt, dann deshalb, weil er dich liebt und dir das Beste geben will. Er will dir geben, was dein Herz am meisten begehrt. Vertrau auf Jesus und sag fest: Herr, ich glaube an dich!

2. Ein Willkommen. Jesus sagt, dass er geht, um uns eine Wohnung im Haus des Vaters zu bereiten. Ist das nicht ein gigantisches Detail der Liebe? Stell dir vor, dass eine Person, die dich sehr liebt und um die du dich sorgst, zu dir nach Hause kommt. WĂŒrdest du nicht alles vorbereiten, damit diese Person das Haus auf die bestmögliche Weise vorfindet, wenn sie ankommt? Denn Christus ist eifrig dabei, dir einen Platz im Haus des Vaters zu bereiten. Christus erwartet dich sehnlichst im Haus des Vaters und möchte dich mit aller Liebe der Welt empfangen. Er kann es kaum erwarten, dich willkommen zu heißen und dich in ewiger Freude und GlĂŒckseligkeit bei sich zu haben.

3. Eine Gewissheit. Christus sagt deutlich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. In diesem Satz hat er uns sozusagen die Kurzformel hinterlassen, wie wir zum ewigen Leben voranschreiten können. Welcher ist der Weg? – Der Weg, den wir gehen mĂŒssen, ist Christus, nĂ€mlich eine persönliche Beziehung, die Tag fĂŒr Tag bis ins kleinste Detail aufgebaut wird. An welche Wahrheit sollen wir glauben? – Jesus ist die Wahrheit unseres Lebens, die die Dunkelheit des Irrtums und die Nebel der Verwirrung vertreibt. Wo sollen wir das Leben suchen? – Christus selbst ist das Leben, der uns in der Eucharistie mit seinem Fleisch und Blut nĂ€hrt. Jesus ist die Gewissheit fĂŒr unser Leben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du fĂŒr mich einen Platz im Haus des Vaters vorbereitet hast. Ich bitte dich heute, mir zu helfen, in deine Fußstapfen zu treten, Sicherheit in deiner Wahrheit zu finden und mit dir ein erfĂŒlltes Leben zu fĂŒhren.

Vorsatz: Langsam und mit Vertrauen ein Vaterunser beten.


Der Durst nach Gott

14. Mai 2022

Samstag der vierten Woche der Osterzeit

Br. Diego LĂłpez LC

Joh 14,7-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genĂŒgt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch grĂ¶ĂŸere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, du trugst deinen Vater immer in deinem Herzen. Wann immer du Gelegenheit hast, vor anderen zu sprechen, sprichst du von ihm und davon, wie sehr er uns liebt. Heute möchte ich in meinem Gebet das erleben, was du mit deinem Vater erlebst: diese leidenschaftliche Liebe zu ihm. Ich möchte sagen können: Heute habe ich mit meinem Vatergott gesprochen, und ich weiß, dass er mich gehört hat.

Bitte: Herr, ich bitte dich, mich die GrĂ¶ĂŸe des Vaters entdecken zu lassen, so dass es mein grĂ¶ĂŸter Wunsch wird, meine Beziehung zu ihm zu leben.

1. Der Vater genĂŒgt uns. Nichts auf dieser Welt reicht aus, um unseren geistigen Hunger zu stillen. Egal wie perfekt die UmstĂ€nde und die Menschen um uns herum sind, die GĂŒter, die wir besitzen, oder die Erfolge, die wir verzeichnet, sogar die Liebe, die wir erhalten haben – am Ende des Tages hören wir tief in unserem Herzen: „Das ist nicht genug fĂŒr mich“. Du hast uns fĂŒr dich geschaffen, und wir sind unruhig, bis unser Herz in dir ruht, schrieb der heilige Augustinus in seinen Bekenntnissen. Dieser Durst nach dem einzigen Gott, der allein in der Lage ist, „uns zu genĂŒgen“, war in jener Nacht beim letzten Abendmahl in Philippus' Herz, und er ist auch heute noch in unserem. Gehen wir zu Gott, um ihm allein zu gehören.

2. Kennst du mich noch nicht? Das Ziel des Lebens ist die Beziehung zu Gott. Christus zu kennen und zu erkennen, ihn in allem, was wir leben, zu entdecken, ist der Grund fĂŒr unsere Existenz. Deshalb ist das christliche Leben nicht angsterfĂŒllt, denn wir haben kein Ă€ußeres Ziel, das wir ein fĂŒr alle Mal erreichen mĂŒssten. Es gibt nur dieses eine Ziel, ein geistiges: ihn jeden Tag tiefer kennen zu lernen. Eine Aufgabe, die ein ganzes Leben in Anspruch nimmt, die niemals erschöpft wird und die wir nicht vollstĂ€ndig erreichen können. Deswegen sollen wir keine Angst haben, denn es macht keinen Sinn, uns ĂŒberfordert zu fĂŒhlen, weil wir etwas erreichen wollen, das wir aus eigener Kraft gar nicht erreichen, sondern nur als ein Geschenk des Herrn empfangen können: Er schenkt sich uns zuerst.

3. Noch grĂ¶ĂŸere Werke. Welche grĂ¶ĂŸeren Werke können wir tun als Jesus, grĂ¶ĂŸer etwa als sein Opfer am Kreuz? Jesus bezieht sich auf den Auftrag der Evangelisierung. Die ErfĂŒllung dieser Aufgabe ist nicht grĂ¶ĂŸer als sein Opfer, sie ist die Frucht desselben. Er will sich unserer Mitarbeit als missionarische VerkĂŒnder seiner Liebe bedienen, damit sein Heilsopfer alle Enden der Erde erreicht und nicht nur die kleine Gruppe von Menschen, mit denen er in seinem Leben in BerĂŒhrung kam.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, entzĂŒnde in mir das missionarische Feuer, das mich antreibt, dich mit meinem Leben, meinen Werken und auch meinen Worten zu verkĂŒnden, wo immer ich hingehe. Gib mir die Gnade und die Möglichkeit, inmitten dieser Welt dein Missionar zu sein und die Freude zu erleben, Menschen aus der Dunkelheit zu retten, aus der Unzufriedenheit, in der sie leben, weil du ihnen fehlst. Amen.

Vorsatz: Bitte den Herrn, dir in diesem Jahr jemanden in den Weg zu stellen, den du Gott und der Kirche nĂ€herbringen kannst.