Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. Mai 2022 bis Samstag 7. Mai 2022

Dritte Woche der Osterzeit

Raphaela Kloiber

Lieben statt perfekt seinSonntag
MehrMontag
Der Weg, die Wahrheit und das LebenDienstag
Die einzig gesunde AbhängigkeitMittwoch
Eucharistie - Stärkung für den AlltagDonnerstag
Der Autor allen LebensFreitag
Jesus – so menschlich und so göttlichSamstag


Lieben statt perfekt sein

1. Mai 2022

Dritter Sonntag der Osterzeit - Jubilate
Hl. Josef der Arbeiter

Raphaela Kloiber

Joh 21,1-19
In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war. Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich komme jetzt zu dir. Ich will dich erkennen, wie du wirklich bist. Du bist mein Herr und mein Gott. Danke, dass ich jetzt bei dir sein darf. Danke, dass du dich nach dieser Begegnung mit mir sehnst.

Bitte: Jesus, suche mich auf, lass mich dich erkennen und dich einfach lieben.

1. Er wird nicht mĂĽde. Die Apostel waren drei Jahre mit Jesus unterwegs und nach der Passion widmen sie sich wieder ihrer alten Beschäftigung. Sie gehen fischen. Und Jesus offenbart sich ihnen in dieser alltäglichen Beschäftigung. Er begegnet ihnen, dort, wo sie sind. Der auferstandene Jesus vollbringt einmal mehr das gleiche Wunder, dass er getan hat, als er seine JĂĽnger das erste Mal zu sich gerufen hat. Er gibt nicht auf und wird nicht mĂĽde, seine Freunde aufzusuchen, die ihn sogar in seiner schwersten Stunde, der Passion, verlassen haben. Was fĂĽr ein Herz Gottes, das sich nach der Nähe seiner unperfekten und schwachen JĂĽnger sehnt und sie erneut ruft, ihm nachzufolgen.

2. â€žEs ist der Herr.“ Es ist erstaunlich, dass die Apostel den vertrauten Jesus erst sehr spät erkennen. Warum konnte Petrus ihn zuerst nicht erkennen? Nur Johannes, der Jesus bis unter das Kreuz gefolgt ist, erkennt ihn, seinen Herrn. Womöglich hat die Schuld und Trauer der anderen Apostel ihren Blick vernebelt. Die Scham des Petrus, seinem Herrn zu begegnen, nachdem er diesen dreimal verleugnet hatte, war so groĂź, dass er in den See sprang. Und Jesus? Er ist barmherzig. Geht es uns nicht manchmal genauso, wenn der ständige Blick auf unsere Fehler und Schuld die Begegnung mit Jesus verhindert? Was vernebelt meinen Blick? Kann ich seine Barmherzigkeit in meiner Schwäche annehmen?

3. Einfach lieben. Bei dieser Begegnung bekommt Petrus von Jesus seinen Sendungsauftrag. Der Apostel, der seinen Herrn kurz vorher dreimal verleugnet hatte, wird zum Oberhaupt der Kirche ernannt. Was fĂĽr eine Verantwortung! Die Bedingung dafĂĽr: Jesus ĂĽber alles zu lieben. Unserem Gott geht es um die Liebe! Und Petrus erneuert seine Liebe zu seinem Herrn, seine schwache Liebe, die nichts im Vergleich zur ĂĽbergroĂźen Liebe Gottes ist. Jesus ĂĽbergibt diese Aufgabe einem Apostel, der liebt und der weiĂź, dass er diese Mission nur mit Gottes Kraft erfĂĽllen kann. Wie steht es um mein Herz? Warte ich darauf, erst perfekt zu sein, um Jesus nachfolgen zu können, oder vertraue ich auf die Kraft Gottes, die in mir durch die Gnade wirkt?

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du nicht mĂĽde wirst, mich aufzusuchen, genau dort, wo ich bin. Ich will dich ĂĽber alles lieben. In meiner Schwachheit vertraue ich auf deine Stärke!

Vorsatz: Ich möchte heute meine Mitmenschen mit ihrer Schwäche und ihren Fehlern annehmen und lieben.


Mehr

2. Mai 2022

Montag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Athanasius von Alexandrien, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Raphaela Kloiber

Joh 6,22-29
In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, du allein kannst die Sehnsucht in meinem Herzen stillen. Ich selbst versuche es immer wieder mit eigenen Mitteln. Hilf mir zu erkennen, dass allein du geben kannst, was ich im Tiefsten suche.

Bitte: Stärke meinen Glauben.

1. Suche ich ihn? Eine ganze Menschenmenge auf der Suche nach Jesus. Eine Suche, die sie dazu bringt, eine Reise auf sich zu nehmen und ihr sicheres Dorf zu verlassen. Was haben sie in Jesus gefunden, dass sie alles verlassen, um ihm zu begegnen? Alles. Ihr Herz hat alles gefunden, wonach sie suchten. Ihn selbst. Den Menschensohn. Eine wahre und echte Begegnung mit Jesus entfacht im Herzen eine Sehnsucht, eine Sehnsucht nach mehr. Und diese Sehnsucht kann einfach und alleine nur von Jesus gestillt werden. Suche ich Jesus? Warum komme ich zu ihm? Was bewegt mich, ihn aufzusuchen?

2. BedĂĽrfnisse und Sehnsucht. Oft machen wir uns nicht auf die Suche nach diesem MEHR, weil wir ja gut selbst fĂĽr uns sorgen können und alles haben, was wir zum Leben brauchen. Die Menschen im Evangelium haben erkannt, dass sich ihr Herz nach mehr sehnt. Nämlich nach dieser Speise des ewigen Lebens. Die Begegnung mit Jesus entfacht in ihnen eine Sehnsucht, die sie dazu bringt, ihre „Sicherheiten“ aufzugeben und ans andere Ufer zu fahren, um Ihn aufzusuchen. Bin ich mir ĂĽber diese Sehnsucht nach der Ewigkeit bewusst, die allein der stillen kann, der die Ewigkeit selbst ist?

3. Glauben. Als die Menge ihn fragt, was sie tun soll, um die Werke Gottes zu vollbringen und die ewige Speise zu erlangen, ist die Antwort Jesu schlicht und einfach: an ihn zu glauben. Glaube ich, dass er es ist, der meinen tiefsten Hunger stillen kann? Wenn ich ihn in der Eucharistie empfange, glaube ich, dass in diesem StĂĽck Brot der allmächtige Gott selbst ist, der mit seiner Gegenwart all meinen „Hunger“ stillen möchte? Wenn ich auf das Kreuz schaue, dann sehe ich, wie sehr sich Jesus nach mir sehnt, wie er sich sehnt, mit mir in der Ewigkeit zu sein.

Gespräch mit Christus: Jesus, wenn ich auf das Kreuz schaue, dann sehe ich, wie sehr du dich nach mir sehnst. So sehr, dass du sogar dein Leben hingibst. Du sehnst dich danach, mit mir in der Ewigkeit zu sein und gibst dich in der Eucharistie hin, um nahe bei mir zu sein. Ich kann nur staunen ĂĽber dieses Wunder. Jesus ich glaube, stärke meinen Glauben und erneuere meine Hoffnung auf dich!

Vorsatz: Ich möchte mich heute freuen und mit einer christlichen Hoffnung auf die Ewigkeit alle Umstände des Tages leben.


Der Weg, die Wahrheit und das Leben

3. Mai 2022

Dienstag der dritten Woche der Osterzeit
Hll. Philippus und Jakobus, Apostel
Fest

Raphaela Kloiber

Joh 14,6-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

EinfĂĽhrendes Gebet: Guter Jesus, stärke meinen Glauben. Lass mich dich erkennen, wie du wirklich bist, und so den Vater erkennen. Du bist Gott und hier komme ich zu dir und stelle mich unter deinen liebenden Blick, der mich stärkt und in die Wahrheit fĂĽhrt.

Bitte: Stärke meinen Glauben und festige meine Hoffnung, erneuere meine Liebe.

1. Ich bin der Weg. Diese Worte aus dem Munde Jesu sind stark. Er ist der Weg zum Vater. Was fĂĽr ein Gott, der unsere Menschengestalt annimmt, um uns näher zu ihm zu fĂĽhren! Was fĂĽr ein Gott, der sich nach meiner Nähe sehnt und selbst Mensch wird, damit wir ihn und seine Liebe besser erkennen können! Es gibt keinen anderen Weg zur Nähe Gottes als Jesus selbst, der uns hierin leitet und fĂĽhrt. Oft meinen wir, dass wir den Weg zum Vater nur durch unsere eigenen Verdienste und Leistungen bestreiten. Am Ende sind es aber eher meine Willensbereitschaft, mein Wollen, und vor allem Jesus selbst, die uns zum Vater fĂĽhren und uns wĂĽrdig machen, Gott als Kinder in die Arme fallen zu dĂĽrfen.

2. â€¦und die Wahrheit. Was ist Wahrheit? Heutzutage gibt es so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt, denn jeder bildet sich ein wenig seine eigene Wahrheit. Was meint Jesus damit, wenn er sagt: „Ich bin die Wahrheit.“? Vor seiner Passion bekräftigt er im Prätorium des Pilatus: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich fĂĽr die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ Jesus, und nur er allein, ist fähig, diese Worte auszusprechen und das mit seinem Leben zu bezeugen, denn er ist der Einzige, an dem kein Falsch ist, er ist der in seinem Wissen und seiner Weisheit Vollkommene. Er ist der Sohn Gottes. Vertraue ich ihm, der mich immer mehr in diese Wahrheit fĂĽhren möchte? Suche ich die Wahrheit in Jesus, oder in anderen Dingen und Theorien?

3. â€¦und das Leben. Jeder Mensch ohne Ausnahmen sehnt sich nach dem Leben. Wir tun Dinge, um unser Leben zu gestalten und „lebendiger“ werden zu lassen. Wie schön ist es, einen Menschen zu sehen, der voller Leben und Lebendigkeit ist. Und heute gibt uns Jesus den Geheimtipp. Voll von Leben zu sein und ein lebendiges Herz zu haben, heiĂźt, voll von Jesus selbst zu sein und ihn als Zentrum im Herzen zu haben. Bitten wir heute Jesus voll Vertrauen um dieses lebendige Herz. Ein Herz, das voll Vertrauen alles in Jesus sucht und das weiĂź, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Ein Herz, das glaubt, hofft und liebt.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich kann ĂĽber dich und deine Größe nur staunen. Du bist alles, was ich suche und wonach ich mich sehne. Ich möchte dir heute von neuem mein Vertrauen schenken. Wie könnte ich dir nicht alles ĂĽbergeben, der du selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben bist.

Vorsatz: Ich möchte heute all meine Sorgen Jesus ĂĽbergeben und in meinem Herzen immer wieder bekräftigen, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.


Die einzig gesunde Abhängigkeit

4. Mai 2022

Mittwoch der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Florian, Märtyrer und hl. Märtyrer von Lorch

Raphaela Kloiber

Joh 6,35-40
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Jesus, ich komme jetzt zu dir. Ich stelle mich unter deinen gĂĽtigen und liebenden Blick. Bei dir bin ich zuhause. Jesus, heute möchte ich ganz ehrlich sein. Du kennst alles, was in meinem Herzen ist, und ich gebe es dir, denn ich vertraue auf dich.

Bitte: Lass mich erkennen, wonach ich wirklich suche.

1. Abhängigkeit. Ein Tag ohne Essen oder wenige Stunden ohne einen Schluck Wasser lassen uns erkennen, wie abhängig und bedĂĽrftig wir doch sind. Auch wenn wir heutzutage alle nach Unabhängigkeit und Selbstständigkeit streben, hilft es doch, sich immer wieder daran zu erinnern, dass mein Leben am Ende von meinem Gott und Schöpfer abhängt und ich ihn brauche. Dies ist die einzige gesunde und wesenhafte Abhängigkeit. Bin ich mir bewusst, dass jeder Tag ein Geschenk Gottes ist und dass mein Leben vom guten Vater im Himmel abhängt? Kann ich darĂĽber staunen, dass er mir ohne Bedingungen jeden Tag das Leben schenkt und fĂĽr mich sorgt, einfach nur weil ich sein geliebtes Kind bin?

2. Nie wieder Hungern. â€žWer zu mir kommt wird nie wieder hungern.“ Jesus möchte einen tieferen Hunger und Durst stillen als den oberflächlichen nach Brot und Wasser. Wonach hungern wir alle, wenn auch unbewusst? Wir hungern nach Liebe. Die Sehnsucht, geliebt zu werden, versuchen wir oft mit allen möglichen Dingen zu stillen, aber wir betäuben sie nur. Dadurch wird am Ende der „Hunger“ nur noch größer. Kann ich diesen Worten Jesu glauben, der mir verspricht, dass er allen Hunger und Durst stillen möchte? Wenn ich ehrlich mit mir bin, erkenne ich, dass sich mein Herz nach Liebe sehnt? Was sind meine tiefsten SehnsĂĽchte?

3. Zu ihm kommen und glauben. Warum hat uns Gott diesen Hunger und Durst ins Herz gelegt? Um uns zu ihm zu fĂĽhren und diesen Hunger zu stillen. Diese Sehnsucht ist es, die uns hilft, uns auf die Suche nach demjenigen zu machen, der die ErfĂĽllung aller SehnsĂĽchte ist. Gott möchte das. Die heilige Teresa de Los Andes sagt: „Gott, und er allein, ist fähig alle SehnsĂĽchte des Herzens zu stillen.“ An uns liegt es, uns auf die Suche nach ihm zu machen, die Begegnung mit ihm zu suchen und an ihn zu glauben. Glauben, dass er das Brot gibt, das ewiges Leben schenkt und all meinen Hunger stillt. Glaube ich, dass Jesus all meine tiefsten SehnsĂĽchte stillen kann? Komme ich zu ihm, oder suche ich meinen Hunger mit anderen Mitteln zu befriedigen?

Gespräch mit Christus: Jesus, ich brauche dich. Du bist es, nach dir sehne ich mich tief im Innersten. Hilf mir, nie zu vergessen, dass du es bist, der mir die Liebe geben kann, die ich brauche. Lass mich als Kind Gottes leben, das weiĂź, dass es alles, wonach es sich sehnt, von seinem guten Vater empfängt.

Vorsatz: Ich werde heute ehrlich mit mir und Jesus sein und ihm meine tiefsten SehnsĂĽchte erzählen.


Eucharistie – Stärkung für den Alltag

5. Mai 2022

Donnerstag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Godehard von Hildesheim, Bischof

Raphaela Kloiber

Joh 6,44-51
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, ich komme zu dir. Du kennst mich, du liebst mich, bei dir bin ich wirklich zuhause und sicher. Danke fĂĽr diesen Moment mit dir.

Bitte: Hilf mir zu erkennen, dass meine wahre Heimat der Himmel ist.

1. Ostern – und jetzt? Ich weiĂź nicht, wie es Ihnen geht, aber gerade nach Ostern oder nach einer tiefen Erfahrung mit Gott kommen immer wieder Umstände im Leben, die uns diese „Osterfreude“ rauben und uns auf den Boden der Tatsachen zurĂĽckbringen. Die täglichen Leiden, der Unfriede in der Welt, Konflikte, etc. Und Jesus erinnert uns in diesen Tagen daran, dass unser letztes Ziel das ewige Leben ist. Was fĂĽr eine Hoffnung, zu wissen, dass unser Gott den Tod besiegt hat, und dass das Leiden dieser Welt nicht das letzte Wort haben wird. Wir Christen sind zu einer ewigen Osterfreude berufen. Die Freude ĂĽber die Ewigkeit. Die Freude, die nicht von äuĂźeren Umständen abhängt, sondern von der inneren Gewissheit, dass unsere Heimat der Himmel ist und wir ihn erreichen werden.

2. Stärkung auf dem Weg. Wie einst das Volk Israel sich auf dem Weg zum Gelobten Land mit dem himmlischen Manna gestärkt hat, so gibt sich Jesus uns allen heute selbst hin, um auch mich auf meinem Weg zu stärken und zu begleiten. Was fĂĽr ein Geschenk ist es, den allmächtigen Gott wöchentlich, wenn nicht sogar täglich, zu empfangen. Er hilft mir dabei, mein Herz wieder neu auf mein Ziel auszurichten und er allein gibt mir Kraft und Stärke. Jeden Tag. Kann ich mich darĂĽber freuen? Mit wie viel Ehrfurcht empfange ich Jesus in der Eucharistie? Kann ich ĂĽber seine väterliche Hand staunen, die mich durch alle WĂĽsten meines Lebens fĂĽhrt?

3. Denn er ist dein Leben. â€žWer das Leben sucht, muss auf Jesus blicken.“ Das sagte Papst Franziskus in einer seiner Audienzen. Suchen wir nicht alle das Leben? Suchen wir nicht alle Christus? Und er gibt uns seine Gegenwart, die Leben schenkt. Er gibt sich selbst hin, damit wir diesen Vorgeschmack auf das ewige Leben schon hier auf Erden haben. Er gibt sich uns hin in der Eucharistie, um ihn, der das Leben selbst ist, zu empfangen und ihm tief in unserem Herzen zu begegnen. Diese Begegnung verändert und macht lebendig. Selbst in den Schwierigkeiten und Sorgen des Alltags ist es immer die Begegnung mit dem lebendigen Gott, die uns wieder aufrichtet und Leben und Freude bringt.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich möchte jetzt meinen Blick von mir abwenden und ihn auf dich richten. Ich will aufs Kreuz schauen und betrachten, wie du dein Leben fĂĽr mich hingibst. Jesus, danke fĂĽr deine ĂĽbergroĂźe Liebe, die keine Grenzen kennt und die lebendig macht. Jesus, ich will mein Leben mit dir teilen. Du bist der Herr meines Lebens, du allein.

Vorsatz: Ich möchte heute einen Moment finden, um Jesus bewusst in der Eucharistie zu besuchen und diese tiefe Begegnung mit ihm zu suchen.


Der Autor allen Lebens

6. Mai 2022

Freitag der dritten Woche der Osterzeit

Raphaela Kloiber

Joh 6,52-59
In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Herr und mein Gott, ich komme zu dir. Du kennst mich, du liebst mich, bei dir bin ich wirklich zuhause und sicher. Danke fĂĽr diesen Moment mit dir.

Bitte: Komm in mein Herz und mache es lebendig!

1. Der lebendige Vater. Wenn wir die Evangelien dieser Woche lesen, dann kommt das Wort „Leben“ so gut wie in jedem zweiten Satz vor. Wenn ich jetzt bete, dann möchte ich mir einmal bewusst machen, dass ich in die Gegenwart des Autors allen Lebens trete. Er, der das Leben selbst ist und den Tod bezwungen hat, möchte mit mir in Beziehung treten. Stellen wir uns Jesus vor, der mit strahlenden Augen ĂĽber den „lebendigen“ Vater redet. Wie komme ich heute zu ihm? Freue ich mich auf diese Begegnung? Kann ich darĂĽber staunen, dass er mir das Leben schenkt? Jetzt ist der Moment der Begegnung mit ihm, dem lebendigen Vater, dem Autor allen Lebens.

2. Leblosigkeit. Wie oft fehlt uns diese Lust am Leben, diese Begeisterung. Die Sorgen und Ă„ngste des Alltags und die täglichen MĂĽhen nehmen uns das wahre Leben. Und Jesus verspricht uns nicht, dass er hier auf Erden alle Sorgen und MĂĽhen wegnehmen wird. ER verspricht uns, dass er selbst uns Leben schenken will, durch seine Gegenwart, und er gibt uns Hoffnung auf das ewige Leben. Womit fĂĽlle ich meine Gedanken? Lasse ich Jesus in mein Herz hinein, und herrscht er, der er das Leben selbst ist, oder sind meine Ă„ngste und Sorgen stärker?

3. Lebendiger Glaube. Wenn wir jeden Sonntag den empfangen, der das Leben selbst ist und der sogar den Tod bezwungen hat, dann sind wir Christen dazu berufen, mit einer ewigen Osterfreude zu leben, die voll Hoffnung und Enthusiasmus ist. Eine Hoffnung und Freude, die nicht von unseren täglichen Umständen abhängen, sondern tiefer gehen. Wir sind dazu berufen, lebendig und froh zu leben, denn wir haben den im Herzen, der das Leben selbst ist. Diese Freude und Hoffnung sind nicht etwas, was wir fĂĽr uns selbst behalten, sondern sie sollen zu allen Menschen gelangen. Wir Christen sind berufen, die Osterfreude an alle Menschen weiterzugeben und dadurch das Reich Gottes und seine Liebe zu verbreiten.

Gespräch mit Christus: Jesus, komm du in mein Herz und nimm alles Dunkle weg. Komm und schenke Leben, komm und mach mich lebendig. Jesus, lass mich hoffen und schenke mir deine Freude. Diese tiefe Freude, die mir nichts und niemand nehmen kann.

Vorsatz: Ich möchte heute die Osterfreude verbreiten.


Jesus – so menschlich und so göttlich

7. Mai 2022

Samstag der dritten Woche der Osterzeit

Raphaela Kloiber

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

EinfĂĽhrendes Gebet: Mein Jesus. Dieser Moment meines Tages gehört ganz allein dir. Ich will bei dir sein und dich betrachten. Hilf mir, dich und dein Herz zu erkennen und dich von ganzem Herzen zu lieben.

Bitte: Hilf mir zu erkennen, wer du wirklich bist.

1. Verachtung, weil er liebt. Ist es nicht erstaunlich, dass Jesus immer und immer wieder versucht, seinen JĂĽngern das groĂźe Geheimnis seines Leidens und Sterbens beizubringen? Er behält diese tiefe Wahrheit der Erlösung nicht fĂĽr sich, sondern möchte das, was in seinem Herzen ist, mit seinen JĂĽngern teilen. Er will sie Anteil haben lassen an seinem Leben und an diesem groĂźen Geheimnis seines Leidens und seiner Auferstehung. Und seine JĂĽnger murren und finden es unerträglich. Manchmal geht es uns genauso. Wenn wir die Worte Jesu nicht verstehen, dann urteilen wir oft und gern vorschnell und murren, statt auf ihn zu vertrauen und treu zu bleiben.

2. Was fĂĽr ein Herz! Und wenn wir auf Jesus schauen, dann sehen wir einen Jesus, der leidenschaftlich ĂĽber seinen Vater spricht und den Menschen das wahre Leben schenken möchte. Einen Jesus, der nicht mĂĽde wird, immer und immer wieder die Wahrheit zu verkĂĽnden. Er nimmt sogar in Kauf, dass ihn seine JĂĽnger aufgrund seiner Worte verlassen. Aufgrund seiner Entscheidung, Mensch zu werden und sich ganz hinzugeben, nimmt er diese Antwort in Kauf: Ablehnung. Ich möchte einmal dieses menschliche Herz von Jesus betrachten, der uns alles offenbart, was uns zu ihm und zum wahren Leben fĂĽhrt, und dabei in Kauf nimmt, dass wir diese Worte ablehnen. Aufgrund seiner Liebe zu uns lässt er uns die Freiheit, sich gegen ihn und seine Erlösung zu entscheiden.

3. Zu wem sollten wir gehen? Versuchen wir uns diesen Blick Jesu vorzustellen, wenn er sich an seine zwölf engsten Begleiter richtet und diese Frage stellt: Willst auch du weggehen? Es ist ein Blick ohne jeglichen emotionalen Druck, ein Blick voll Liebe. Und Petrus hat erkannt, dass es keinen anderen Ort gibt, als bei Jesus zu sein. Wohin sollten wir gehen? Ich möchte mich jetzt unter den liebenden Blick Jesu stellen und ehrlich sein: Zu wem gehe ich in meinen Ă„ngsten, Momenten der Verwirrung, Zweifeln? Wo suche ich Trost? Ich möchte Jesus meine persönliche Antwort geben und wissen, dass er allein der Herr ist.

Gespräch mit Christus: Mein Jesus, ich kann nur staunen ĂĽber dein Herz. Dein so menschliches und doch so göttliches Herz, das sich gibt, ohne etwas zurĂĽckzuverlangen. Danke fĂĽr das groĂźe Geschenk der Freiheit! Jesus, ich will mich jeden Tag fĂĽr dich entscheiden, auch wenn ich nicht immer alles verstehe. Ich vertraue auf dich!

Vorsatz: Ich möchte heute meine Sorgen, Enttäuschungen, etc., die ich im Alltag erlebe, zuerst mit Jesus teilen und dann erst mit den anderen.