Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 3. April 2022 bis Samstag 9. April 2022

FĂĽnfte Woche der Fastenzeit

P. Alejandro Espejo Silva LC

Geh und sĂĽndige von jetzt an nicht mehr!Sonntag
Ich bin das Licht der Welt.Montag
Ich bin es! Ihr werdet mich erkennen.Dienstag
Ich befreie euch von euren SĂĽndenMittwoch
Ich bin es! Noch ehe Abraham wurde, bin ichDonnerstag
Ich bin im Vater, er ist in mir.Freitag
Und alle fragen sich: Wer ist das?Samstag


Geh und sĂĽndige von jetzt an nicht mehr!

3. April 2022

Fünfter Fastensonntag - „Judica“

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 8,1-11
In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Mit diesen Worten wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir fĂĽr das Geschenk meines Lebens und meines Glaubens.

Bitte: Gib mir die Gnade zu sehen, wie du siehst, und zu urteilen, wie du urteilst – in Liebe.

1. Sehen, wie Jesus sieht. Die Männer, die diese Frau zu Jesus bringen und die Ă„ltesten, die sie verurteilen wollen, sehen ihre SĂĽnde und ihren Fehler. Jesus sieht das auch, aber vor allem sieht er in ihr eine Tochter Gottes, eine Person, die von Gott geliebt und mit einer unveräuĂźerlichen WĂĽrde ausgestattet ist. Jesus sieht nicht nur sie, sondern auch die Herzen aller Männer um ihn herum. Auch wir können vor ihm nichts verstecken, ihn nicht täuschen. Er weiĂź alles, er weiĂź, dass wir auch der Erlösung bedĂĽrfen.

2. Urteilen, wie Jesus urteilt. Die Frau hatte sicher Angst vor diesen Männern, vor Jesus vielleicht auch. Sie meinte, das seien ihre letzten Momente, und so reute sie ihr ganzes Leben. Welch eine Ăśberraschung war es dann fĂĽr sie, die Worte Jesu zu hören: „Ich verurteile dich auch nicht. Geh und sĂĽndige nicht mehr.“ Jesus gibt dieser Frau eine neue Chance zu lieben. „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ Jesus will nicht den Tod des SĂĽnders, sondern dass er lebt.

3. Jesus liebt den SĂĽnder, aber er hasst die SĂĽnde. Jesus sagt der Frau mit anderen Worten: Du bist nicht die Summe deiner SĂĽnden. In dir steckt mehr: Du kannst gerecht Leben! Lebe vor Gott und vertraue auf ihn. Wenn du dann von der SĂĽnde und ihrer Sklaverei befreit bist, gerate nicht wieder in ihre Falle.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂĽr deine Barmherzigkeit und deine Vergebung.

Vorsatz: Ich werde Gott um Vergebung bitten und werde mir selbst vergeben, wie Gott mich vergeben hat.


Ich bin das Licht der Welt

4. April 2022

Montag der fĂĽnften Woche der Fastenzeit
Hl. Isidor von Sevilla, Bischof, Kirchenlehrer

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 8,12-20
In jener Zeit redete Jesus zu den Pharisäern; er sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht gültig. Jesus erwiderte ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen. Wenn ich aber urteile, ist mein Urteil gültig; denn ich urteile nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. Auch in eurem Gesetz heißt es: Erst das Zeugnis von zwei Menschen ist gültig. Ich bin es, der über mich Zeugnis ablegt, und auch der Vater, der mich gesandt hat, legt über mich Zeugnis ab. Da fragten sie ihn: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; würdet ihr mich kennen, dann würdet ihr auch meinen Vater kennen. Diese Worte sagte er, als er im Tempel bei der Schatzkammer lehrte. Aber niemand nahm ihn fest; denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich lobe dich! Ich danke dir dafĂĽr, dass du mich auf deinen Weg fĂĽhrst.

Bitte: Schenke mir das Licht und die Kraft, um den nächsten Schritt auf deinem Weg zu gehen.

1. Jesus sagt: „Ich bin…“ Wir werden in den nächsten Tagen sehen, wie sich Jesus immer mehr und deutlicher offenbart. Er spricht nicht mehr in Gleichnissen, sondern er offenbart deutlicher, wer er ist und was er ĂĽber sich selbst denkt. Das fĂĽhrt bis zum: „Ich bin es“, ich bin Gott gleich. Wie die Titel der Meditationen andeuten, wird uns Jesus jeden Tag etwas Neues ĂĽber sich selbst sagen. Und etwas Neues ĂĽber uns. Die Frage ist: Sind die Herzen seinen Zuhörer dafĂĽr offen? Ist mein Herz dafĂĽr offen? Bin ich bereit, ihm zu folgen? Wir werden sehen, wie ein Kampf entbrennt zwischen Wahrheit und LĂĽge, Offenheit und Verschlossenheit, Licht und Dunkel. Dieser Kampf spiegelt sich auch in deinem Herzen wider. „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben.“

2. Das Licht vertreibt die Dunkelheit. â€žIch bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Ohne Licht weiĂź man nicht, ob man auf sicherem Grund steht, ob man in die richtige oder falsche Richtung geht. Wer im Dunkeln geht, wird frĂĽher oder später stĂĽrzen und sich verletzen, er ist orientierungslos. Jesus kommt und schenkt damit meinem Leben Sinn und Objektivität. Wer bin ich? Warum und wofĂĽr bin ich hier? Lass Jesus dir diese Wahrheit zusprechen: „Du bist kein Zufall, du bist mein, an dir habe ich Gefallen gefunden. Du bist zum Himmel berufen. Komm, folge mir nach!“

3. Die eigene Identität zu kennen, ist ein Schatz. Jesus spricht dieser Worte ĂĽber sich selbst in der Schatzkammer des Tempels. Was fĂĽr ein Schatz es doch ist, Jesus zu kennen, seine Stimme zu hören, die mir meine Identität zuspricht, meine WĂĽrde und meine Sendung.

Gespräch mit Christus: Danke, Jesus, fĂĽr den Reichtum, dich zu kennen und zu lieben! Danke fĂĽr deine Worte, die meinem Leben Sinn und Licht spenden.

Vorsatz: Ich will dein Licht und deine Worte unter die Menschen in meiner Umgebung bringen.


Ich bin es! Ihr werdet mich erkennen

5. April 2022

Dienstag der fĂĽnften Woche der Fastenzeit

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 8,21-30
In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, danke, dass du mir immer wieder auf meinem Weg entgegengehst und mich begleitest!

Bitte: Stärke mich, damit ich dir wahrhaft folge und in deiner Nachfolge nicht mĂĽde werde.

1. Ich gehe fort. Jesus geht weiter, Jesus lebt, und als Lebendiger gehört er der Gegenwart an. Wenn ich aufhöre, auf ihn zu hören, oder aufhöre, mit ihm zu gehen, wenn ich ihn in der Vergangenheit suche oder in dem, was ich schon erreicht habe, ist er nicht mehr da. Er geht fort. Ich kann dem lebendigen Jesus nicht begegnen, wenn ich stehen bleibe. Wenn er weitergeht, sollte ich nicht darauf warten, dass er zurĂĽckkommt, sondern ihm folgen und ihn einholen. Herr, lass mich heute an deiner Seite bleiben, zeig mir, wohin ich heute gehen soll, was ich heute tun soll.

2. Er hat mich nie allein gelassen. Ich habe ihn nie allein gelassen. Jesus und der Vater sind immer „synchronisiert“. Jesus “tickt“ im Rhythmus des Vaters, beide wollen das Gleiche, und keiner ist dem anderen einen Schritt voraus oder hinkt ihm hinterher. Ich lebe immer bei Jesus und ich verlasse ihn nie, und er mich nicht. „Nichts kann mich trennen von der Liebe Gottes“ solange ich mich nicht dagegen wehre, werde ich in seinen Händen aufgehoben sein.

3. Viele kamen zum Glauben an ihn. Die Leute hören die Worte „Ich bin es“, den göttlichen Namen, der Mose im Sinai offenbart worden war. Und darĂĽber hinaus sehen sie die Zeichen, die der Vater als Zeuge erlaubt und die Jesus wirkt. Er tut nur Gutes, Wunder, er hatte Mitleid mit den Kleinen und Armen, er verkĂĽndete die frohe Botschaft des Gottesreiches, er hat nur getan, was dem Vater gefällt. Darum kamen so viele Menschen zum Glauben an ihn. Worte und Taten stimmten ĂĽberein. Jesus wirkt auch in deinem Leben Wunder und spricht zu dir Worte voller Hoffnung und Wahrheit. Kannst du sie erkennen? Bringen sie dich zum Glauben an ihn?

Gespräch mit Christus: Jesus, lass mich dir immer folgen, ohne deiner mĂĽde zu werden. Gib mir Starkmut, und lass mich sehen, dass du auf diesem Weg ständig in mir und vor meinen Augen Wunder wirkst. Stärke meinen Glauben!

Vorsatz: Ich werde heute prĂĽfen, wo ich in meiner Nachfolge mĂĽde bin und wo ich Jesus einholen muss, um bei ihm zu bleiben.


Ich befreie euch von euren SĂĽnden

6. April 2022

Mittwoch der fĂĽnften Woche der Fastenzeit

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 8,31-42
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du hast mich wunderbar geschaffen, von Ewigkeit her an mich als dein Kind gedacht, damit ich die Freiheit deiner Kinder genieĂźen kann. Danke fĂĽr dieses Geschenk und das Vertrauen, das du mir entgegenbringst.

Bitte: Lass mich mit deinen Augen sehen, ganz wie du siehst, und immer freier werden, um dich mehr zu lieben.

1. Frei oder Sklave? Jesus spricht heute ĂĽber den Kampf, der sich im Herz jedes Menschen zwischen der Sklaverei der SĂĽnde und der Freiheit der Gnade abspielt. Jesus sagt uns klar: Deine SĂĽnde fesselt dich, sie raubt dir deine Freiheit. Es geschieht, was Paulus sagt: Die SĂĽnde veranlasst uns zu tun, was wir eigentlich nicht wollen: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will“ (Röm 7,19). Der Sklave bleibt nicht im Haus, er lebt in ständiger Angst, nicht vor dem Licht bestehen zu können, „denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.“

2. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Jesus ist das Licht der Welt und kommt, um uns zu befreien. In seinem Licht können wir erkennen, wer er ist, wer wir sind, was unsere Taten sind, gut oder böse; wir können auch erkennen, dass wir fĂĽr die Liebe, fĂĽr eine Ewigkeit mit Ihm gedacht sind. Jesus lädt uns ein, keine Angst vor Gott zu haben, sondern zu glauben, dass der Vater ein guter Gott ist, der uns vergeben und uns retten will. Das war der Verdienst Abrahams, der an die GĂĽte und Allmacht Gottes glaubte, wodurch er den Sohn, den Gott als Opfer gefordert hatte, wieder zurĂĽckerhielt. Er ist fĂĽr uns Vorbild und Vater im Glauben.

3. Wenn Gott euer Vater wäre, wĂĽrdet ihr mich lieben. Wenn du jemanden wirklich liebst, liebst du auch alles, was diese Person liebt. Dann liebst du auch seine Hobbies, seine Freunde, sogar seine Schwiegermutter! Oder zumindest fängst du an, alles, was er/sie liebt, mit neuen Augen zu sehen. Du fängst an, das Gute zu sehen, das man in ihnen lieben kann. Wenn wir den Vater lieben, lieben wir auch den Sohn und auch den Heiligen Geist. Und wenn wir die göttlichen Personen lieben, fangen wir an zu lieben, was sie lieben: Die Kirche, fĂĽr die er gestorben ist, Maria, seine Mutter, den Papst, seinen Stellvertreter, die Menschen alle, fĂĽr die er sein Blut vergossen hat. Wir lieben die Menschen nicht, weil sie gut oder nett zu uns sind, sondern weil wir Gott lieben und sie seine geliebten Söhne und Töchter sind. Ja, auch die, die mir unsympathisch sind. Wahre Liebe strömt zu allem ĂĽber, was der Geliebte liebt.

Gespräch mit Christus: Jesus, du befreist mein Herz von der SĂĽnde, so dass ich dich mit einem freien Herzen lieben kann – und auch alles, was du liebst, und alle, die du liebst. Befreie mich immer mehr von meinen Vorurteilen und von jedem Groll. Lass mich vergeben, wie du vergibst, reichlich und freimĂĽtig. Lass mich frei sein, um zu lieben, wie du liebst. Zerbrich die Ketten meines Herzens!

Vorsatz: Ich werde heute aus Liebe zu Jesus fĂĽr jemanden beten, der mir unsympathisch ist.


Ich bin es! Noch ehe Abraham wurde, bin ich

7. April 2022

Donnerstag der fĂĽnften Woche der Fastenzeit
Hl. Johannes Baptist de la Salle, Priester, OrdensgrĂĽnder

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 8,51-59
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Wenn Gott Mensch wird, hat das ĂĽberraschende Konsequenzen. Jesus, du stehst zugleich innerhalb und auĂźerhalb der Zeit und wenn du uns die himmlischen Wahrheiten erklärst, kann das unsere Vorstellungen schon einmal sprengen…

Bitte: Herr, lass mich immer an deinem Wort festhalten.

1. Mein Vater ist es, von dem ich sage: Er ist unser Gott. Wir können kraft der Vernunft an der Schöpfung erkennen, dass es einen Schöpfer geben muss. Der Mensch ist fähig und hat es geschafft, unleugbare VernunftgrĂĽnde dafĂĽr zu finden, dass es einen Gott geben muss, eine Erstursache, die selbst nicht verursacht wurde, die wir alle Gott nennen. Aber dass dieser Gott sich fĂĽr uns interessiert, dass er sich uns offenbaren will, und noch mehr, dass er uns liebt, wie ein Vater seine Kinder liebt, das ist zum Staunen! Der Gott, der die Sterne geschaffen und die Schönheit der Rosen und Lilien erfunden hat, liebt mich und will mit mir eine persönliche Beziehung eingehen - das ist erstaunlich. Das kann keine Vernunft aufgrund reiner Logik erschlieĂźen. Nur Gott selbst kann es uns offenbaren. Nur der Sohn kann es uns offenbaren, allein dadurch können wir es wissen und… darĂĽber staunen! Und uns freuen, und weiter Staunen. Gott ist Vater, der Vater Jesu und mein Vater.

2. Größer als die Propheten. Jesus offenbart sich uns immer mehr. Er sagt: Nicht nur wie alle anderen Propheten zeige ich euch den Weg. „Ich selbst bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Sein Finger zeigt nicht nach auĂźen, sondern er zeigt auf sich selbst. Ihr mĂĽsst nicht mehr weitersuchen, da oder dort. Hier, folgt mir. Alle anderen Propheten haben ĂĽber das ewige Leben gesprochen und prophezeit, aber sie sind gestorben und konnten dieses Leben weder sich selbst noch anderen geben. Ich kann es! „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreiĂźt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen.“ Ja, deswegen ist er größer als alle Propheten.

3. Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Als Jesus das sagte, wurden die Pharisäer echt zornig. Jesus will klarmachen: Er kannte Abraham zu seiner Zeit, er lebte schon vor Abrahams Zeiten. Und noch mehr, er nutzt den Namen Gottes „Ich bin, der ich bin“ oder in der Kurzform „Ich bin“ fĂĽr sich. Er nennt sich Gott! Ist das nicht eine Gotteslästerung? Gibt es denn mehr als nur einen Gott? Aber Jesus offenbart das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit, das allen bis jetzt unbekannt war. Die Pharisäer sind nicht offen fĂĽr die Offenbarung, dass Gott dreifaltig ist und dass er die Menschen so sehr liebt, dass er fĂĽr sie Mensch geworden ist. Angesichts dieser Offenbarung kann kein Mensch, auch ich nicht, gleichgĂĽltig bleiben und muss eine Entscheidung treffen: Glaube ich ihm, glaube ich es, oder glaube ich diesem verrĂĽckten Propheten lieber doch nicht?

Gespräch mit Christus: Jesus, jetzt redest du klar! Und in ein paar Tagen werde ich dich, diesen Gott, ans Kreuz genagelt sehen. Wieso? Herr, ich glaube; ich verstehe nicht alles und meine Vernunft ist begrenzt. Trotz allem glaube ich an dich. Stärke heute meinen Glauben und lass ihn in der kommenden Woche wachsen, so sehr, dass ich mein ganzes Leben auf dir aufbauen und alles auf dich setzen kann. Danke, Jesus!

Vorsatz: Ich werde heute das Credo beten, um fĂĽr mein Wachstum im Glauben zu bitten.


Ich bin im Vater, er ist in mir

8. April 2022

Freitag der fĂĽnften Woche der Fastenzeit

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 10,31-42
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich möchte mich in meinem Urteil ĂĽber dich von deinen Werken leiten lassen. Sie können mir helfen, deine Worte ernst zu nehmen. Niemand hat je vollbracht, was du getan hast. Wenn wir deine Worte wirklich umsetzen wĂĽrden, wĂĽrden wir sehr bald schon auf Erden fast so wie im Himmel leben. Nimm mir meine Vorbehalte und lass mich dir wahrhaft trauen.

Bitte: Hilf mir zu glauben, dass du uns unglaublich liebst.

1. Im Auftrag des Vaters habe ich vor euren Augen viele gute Werke getan. Jesus wirkt keine Wunder und Heilungen, um berĂĽhmt zu sein, oder um Nachfolger zu erwerben, sondern um den Willen seines Vaters zu erfĂĽllen. Er liebt uns und tatsächlich zeigt er uns so seine Liebe. Aber manchmal nehmen wir nicht wahr, wie viel Gott fĂĽr uns und vor unseren Augen tut. Wir gewöhnen uns an seinen Gaben: Wir haben ein Dach ĂĽber dem Kopf, Essen, eine Familie, Gemeinschaft, seine Sakramente, Erholung und Arbeit, wir sind gesund. Wie Jesus wollen aber auch wir den Willen des Vaters aus Dankbarkeit tun. So antworten wir mit unserer Liebe auf seine Liebe.

2. Glaubt wenigstens den Werken. Nur die Liebe ist glaubwĂĽrdig. Jesus spricht mit Autorität und mit einer auĂźergewöhnlichen Weisheit, aber selbst unter diesen Voraussetzungen ist es fĂĽr uns schwierig, an ihn zu glauben. Er, eins mit dem Vater, lässt uns durch seine Werke, Wunder und Zeichen erkennen, dass er Gott ist, dass er die Macht hat, Krankheiten zu heilen, Dämonen auszutreiben, Tote zu erwecken – wie bei Lazarus, und wie bei Lazarus tut er es, weil er uns liebt. Das endgĂĽltige Zeichen hierfĂĽr wird sein schmerzhaftes Leiden, sein Tod und seine Auferstehung von den Toten sein – alles aus Liebe zu uns. Jesus könnte diese Zeichen nicht wirken, wenn er nicht Gott wäre. WĂĽrde Gott denn zulassen, dass ein BetrĂĽger diese Wunder tut? Viele können behaupten, sie seien der Messias, aber nur einer trägt das Siegel des Vaters. Nur die Liebe Christi, die der Liebe des Vaters zu uns ebenbĂĽrtig ist, fĂĽhrt uns dahin, ihm zu vertrauen und an ihn zu glauben. Diese Werke zeigen, was Jesus kurz zuvor gesagt hat: „Ich und der Vater sind eins.“

3. Jesus ist sich seiner eigenen Identität voll bewusst. Jesus weiĂź genau, wer er ist. Es ist faszinierend! In einer Welt, in der viele Menschen, vielleicht auch ich, darum kämpfen, ihre eigene Identität zu erkennen und anzunehmen, leuchtet das Licht dieses Mannes Jesus, der weiĂź, wer er ist und wofĂĽr er gekommen ist, wie ein Leuchtturm in der Dunkelheit auf. Und noch faszinierender ist, dass seine Taten seinen Worten entsprechen. Jesus ist sich nicht nur bewusst, wer er ist, sondern er handelt auch danach. Wie schwer ist das fĂĽr uns! Der Heilige Geist hat dem Christen auch diese Fähigkeit gegeben, kohärent zu sein: ein erlöstes Kind Gottes, das dementsprechend handelt: frei, tugendhaft, ständig aus Liebe.

Gespräch mit Christus: Jesus, heute kenne ich dich besser als vor eine Woche, verstehe ich dich ein bisschen besser, und glaube ich mehr an dich und danke dir dafĂĽr. Stärke meinen Glauben trotz des Ă„rgernisses des Bösen, der Ungerechtigkeit, des Leids und des Kreuzes. Jesus, ich glaube an dich!

Vorsatz: Beim nächsten Moment des Leidens will ich innehalten und meinen Glauben an Christus bekräftigen, was meine Sinne oder mein GefĂĽhl mir sagen nicht ĂĽber das setzen, was mein Geist aus Ăśberzeugung weiĂź.


Und alle fragen sich: Wer ist das?

9. April 2022

Samstag der fĂĽnften Woche der Fastenzeit

P. Alejandro Espejo Silva LC

Joh 11,45-57
In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Vater, danke fĂĽr diesen neuen Tag. Jesus, ich danke dir, dass ich dich kennen und dir folgen darf.

Bitte: Jesus, lass mich mein Herz dir öffnen. Vertreib alle Angst aus meinem Herzen und lass mich ganz auf dich vertrauen.

1. Offene und verschlossene Herzen. Nachdem sich Jesus in den letzten Tagen seines Erdenlebens so unmissverständlich offenbart hat, glauben viele Menschen an seine Worte und an die Zeichen, die Gott Vater durch ihn wirkt. Sie glauben und sie wollen Jesus sehen und seine JĂĽnger werden. Ihn wahrhaftig zu finden, bedeutet auch, sich auf dem Weg hinter ihm einzureihen und herzugehen. Es bedeutet, bei ihm selbst in die Lehre zu gehen, um zu denken, wie er denkt, zu fĂĽhlen, wie er fĂĽhlt, zu lieben, wie er liebt, zu handeln, wie er handeln wĂĽrde, Jesus zum Vorbild und MaĂźstab des eigenen Lebens zu machen. Es gibt andere, die sich schon ihr eigenes Urteil gebildet haben: Dieser Mann ist gefährlich und unglaubwĂĽrdig, kein Segen. Sie erklären Jesus zu einem Feind. FĂĽr den Evangelisten Johannes besteht die größte SĂĽnde darin, zu sehen und zu hören und trotzdem nicht zu glauben.

2. â€žWenn wir ihn gewähren lassen…“ Der Teufel ist sehr klug. Wenn er nicht vermeiden kann, dass wir glauben, versucht er uns mit einer gewissen Angst vor Fanatismus: „Okay, glaubt, aber nicht so sehr, dass es die Welt verändert, sonst…“ und er flĂĽstert uns alle möglichen katastrophalen Folgen ein, z.B.: Du wirst dein bequemes Leben, deine Komfortzone, verlieren; du wirst deinen Glauben und deine moralischen Ăśberzeugungen anderen aufzwingen; unsere Gesellschaft wird nicht mehr frei sein, usw. Aber das sind LĂĽgen. Wenn wir glauben und das Evangelium verkĂĽnden, helfen wir Christus, damit sein Reich der Gerechtigkeit und der Liebe wächst, und das kann nur Gutes bedeuten fĂĽr alle Menschen. Ja, wir wollen an der Revolution der Liebe, die Jesus angefangen hat, teilnehmen, und ja, es wird die Welt besser machen.

3. Das Paschafest der Juden war nahe. Wir feiern die Karwoche, in der wir uns daran erinnern, dass Jesus, unser Paschalamm, sich fĂĽr unsere SĂĽnden hingeopfert hat. Aber das wĂĽrde keinen Sinn machen, wenn Jesus nicht auferweckt worden wäre. Ist hier wirklich Ostern das Fest, auf das wir uns freuen? Jesus ist das Leben, und er will uns neues Leben schenken. Ja, obwohl Tagen kommen, in denen wir uns der vielen Schmerzen Jesu erinnern werden, die er wegen unserer SĂĽnden auf sich nahm, dĂĽrfen wir dennoch mit Maria schon die Vorfreude von Ostern erfahren. Wir treten mit der Gewissheit in die Karwoche ein, dass fĂĽr Gott alles möglich ist, dass die Liebe stärker ist als die SĂĽnde. Dass unsere Erlösung nahe ist.

Gespräch mit Christus: Jesus, lass nicht zu, dass ich wegen meiner SĂĽnden den Mut verliere oder dass ich meinen Glauben ängstlich lebe. Schenke mir eine unerschĂĽtterliche Hoffnung auf dich. Hilf mir, selbst die Karwoche mit Freude zu leben.

Vorsatz: Ich werde heute eine geistliche Kommunion machen, um mich auf die Karwoche vorzubereiten, in der ich Gott meine Freude ausdrĂĽcke.