Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 27. MĂ€rz 2022 bis Samstag 2. April 2022

Vierte Woche der Fastenzeit

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Ein Mann hatte zwei SöhneSonntag
Geh, dein Sohn lebtMontag
Willst du gesund werden?Dienstag
Das Wort Gottes hörenMittwoch
Die Werke JesuDonnerstag
Jesus lehrte im TempelFreitag
Noch nie hat ein Mensch so gesprochenSamstag


Ein Mann hatte zwei Söhne

27. MĂ€rz 2022

Vierter Fastensonntag - „Laetare“

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Lk 15,1-3.11-32
In jener Zeit kamen alle Zöllner und SĂŒnder zu Jesus, um ihn zu hören. Die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten empörten sich darĂŒber und sagten: Dieser nimmt SĂŒnder auf und isst mit ihnen. Da erzĂ€hlte er ihnen dieses Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jĂŒngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht! Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf. Nach wenigen Tagen packte der jĂŒngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort fĂŒhrte er ein zĂŒgelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot ĂŒber jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er zu einem BĂŒrger des Landes und drĂ€ngte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum SchweinehĂŒten. Er hĂ€tte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versĂŒndigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner! Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und kĂŒsste ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versĂŒndigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die FĂŒĂŸe! Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein Fest zu feiern. Sein Ă€lterer Sohn aber war auf dem Feld. Als er heimging und in die NĂ€he des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte seinem Vater: Siehe, so viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich dein Gebot ĂŒbertreten; mir aber hast du nie einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du fĂŒr ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater im Himmel, wie dieser verlorene Sohn möchte ich in meinem Leben deine Liebe und Barmherzigkeit erfahren. Vergib mir, und gib mir die Gnade, mich nie wieder von dir zu trennen.

Bitte: Mein Vater, hilf mir zu verstehen, dass ich ohne deine Gnade nichts vermag.

1. Der Sohn. Der Sohn verlĂ€sst einfach den Vater. Er meint, er habe das Recht, das Erbe zu genießen, das nicht ihm, sondern dem Vater gehört. Er interessiert sich nicht fĂŒr die Dinge des Vaters, er will einfach nur sein Leben so genießen, wie es ihm gefĂ€llt. Und er verlĂ€sst alles, verlĂ€sst das Haus des Vaters, wo er alles Notwendige zum Leben hatte, und beginnt ein Leben fern vom Vater. ZunĂ€chst war er glĂŒcklich, denn er hatte noch das Erbe des Vaters und konnte damit leben. Aber als es durchgebracht war, hatte er das GefĂŒhl, dass er nichts mehr hatte, keine Freunde, keine Freude, niemand wollte ihm mehr helfen. Er war allein, mĂŒde und gedemĂŒtigt.

2. Der Vater. Der Vater hat beiden Söhnen alles gegeben, nicht nur dem, der alles verlassen hatte, um ein Leben fern von ihm zu fĂŒhren, sondern auch dem Sohn, der bei ihm geblieben ist, so sehr, dass er ausrief: „Alles, was mein ist, ist dein.“ Der Vater kannte das Herz des Sohnes, er wusste, dass er sich nach Freiheit sehnte, nach einem Leben fern von ihm. Aber er hat ihn deshalb nicht etwa aufgegeben. Jeden Tag saß er vor der TĂŒr und wartete auf die RĂŒckkehr seines Sohnes. Tag fĂŒr Tag schaute der Vater durch das Fenster und wartete auf den Moment, in dem sein Sohn zu ihm zurĂŒckkehren wĂŒrde. Und als er zurĂŒckkehrte, verurteilte er ihn nicht, er hörte sich nicht einmal an, wonach ihm verlangte, als er sich selbst zum Sklaven machen wollte. Stattdessen geht er seinem Sohn entgegen, umarmt ihn, kĂŒsst ihn, zieht ihm neue Kleider an und beginnt das Fest.

3. Das Fest. Das Fest beginnt mit der RĂŒckkehr des Sohnes. Der Vater bereitet alles vor, um den Sohn wieder in seinem Haus willkommen zu heißen. So ist Gott immer bei uns: Durch die SĂŒnde haben wir uns von ihm entfernt, und er wartet immer auf den Moment unserer RĂŒckkehr. Wenn wir uns dem Sakrament der Beichte nĂ€hern, ist das nicht nur der Moment, in dem wir dem Vater wiederbegegnen, ihm in die Augen schauen, sondern wir empfangen auch eine große, tiefe Umarmung von ihm und nehmen noch einmal am Fest seiner Gnade teil. Er heißt uns immer willkommen, er wartet immer auf uns, ganz gleich, wie weit wir uns von ihm entfernt haben. Die Liebe, die er zu uns hat, seine große Barmherzigkeit, hört nie auf.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Vater, ich danke dir fĂŒr deine Liebe. Wenn ich fern von dir gelebt habe, hilf mir mit deiner Gnade, nicht mehr von deiner Seite zu weichen. Bleibe bei mir, Herr.

Vorsatz: Wenn ich es in den ersten Wochen der Fastenzeit noch nicht getan habe, werde ich versuchen, es einzurichten, vor der Karwoche zur Beichte zu gehen.


Geh, dein Sohn lebt

28. MĂ€rz 2022

Montag der vierten Woche der Fastenzeit

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 4,43-54
In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach GalilÀa. Er selbst hatte bestÀtigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt. Als er nun nach GalilÀa kam, nahmen ihn die GalilÀer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem wÀhrend des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. Jesus kam wieder nach Kana in GalilÀa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von JudÀa nach GalilÀa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Noch wÀhrend er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde glÀubig mit seinem ganzen Haus. So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von JudÀa nach GalilÀa gekommen war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich akzeptiere dich als den Herrn meines Lebens, ich glaube, dass du in mir wirken kannst, dass du mein Leben verĂ€ndern kannst. In dieser Fastenzeit öffne ich die TĂŒren meines Herzens fĂŒr dich. Jesus, bewirke ein Wunder in mir.

Bitte: Jesus, hilf mir, fest daran zu glauben, dass du in meinem Leben Wunder wirken kannst.

1. Der Sohn war krank. Ein Beamter wandte sich an Jesus, um ihn zu bitten, seinen Sohn zu heilen. Es war eine bedrĂŒckende Zeit fĂŒr ihn, eine schwierige Zeit fĂŒr seine ganze Familie. Vielleicht war der Kranke der einzige Sohn, der Erbe. Das Evangelium verrĂ€t uns nicht viele Einzelheiten. Und natĂŒrlich hatte dieser Beamte schon von Jesus gehört. Kana war die Stadt, in der Jesus bereits Wasser in Wein verwandelt hatte. Der Beamte war bereit, sich zu demĂŒtigen und um etwas schier Unmögliches zu bitten. Aber er hat mit Vertrauen gesagt: „Herr, mein Sohn ist krank. Komm in mein Haus und heile meinen Sohn von seiner Krankheit“.

2. Zeichen und Wunder sehen. Ohne Glauben können wir die Bitte des Offiziers an Jesus gar nicht verstehen. Wir wissen aber, dass er mit großem Glauben gebeten hat. Jesus nutzte die Situation, um uns auch etwas ĂŒber den Glauben zu lehren: Wer zum Glauben kommt, braucht oft Zeichen und Wunder. Aber dieser Beamte sah von Jesus weder Zeichen noch ein Wunder. Vielleicht hatte er gehört, dass dieser Mann aus Nazaret ein großer Prophet war, der Wundertaten vollbrachte. Aber er selbst sah nichts davon. Und doch glaubte er, dass Jesus das Wunder vollbringen konnte.

3. Dein Sohn lebt. Und der Glaube dieses Beamten war so groß, dass Jesus nicht einmal in sein Haus zu gehen brauchte. Er sagte ihm einfach, dass sein Sohn wieder gesund ist, und das genĂŒgte dem Beamten, um zu seinem Haus zurĂŒckzukehren. Jesus wirkt jeden Tag Wunder in jedem von uns. Unser Gebet sollte immer lauten: „Herr, stĂ€rke meinen Glauben, damit ich die Wunder erkenne, die du in diesem Augenblick an mir vollbringst.“ Und der Herr ist immer am Werk, er handelt immer in unserem Leben, ob wir es sehen oder nicht. Wenn wir uns ihm mit Vertrauen und Liebe nĂ€hern, verweigert er uns nichts. Wir mĂŒssen nur fest daran glauben, dass er in unserem Leben handeln wird, und auf das Wunder warten, das dann geschieht, nach seinem Willen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, gib mir einen so starken Glauben wie den des Beamten im heutigen Evangelium, damit ich immer glauben kann, dass du in meinem Leben Wunder wirkst.

Vorsatz: Heute werde ich vor dem Schlafengehen noch einmal das Evangelium lesen und den Herrn bitten, mir einen großen und starken Glauben zu schenken, voller Vertrauen.


Willst du gesund werden?

29. MĂ€rz 2022

Dienstag der vierten Woche der Fastenzeit

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 5,1-16
Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fĂŒnf SĂ€ulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebrĂ€isch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und VerkrĂŒppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trĂ€gt. WĂ€hrend ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nĂ€mlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. SpĂ€ter traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sĂŒndige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustĂ¶ĂŸt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube, dass du heute ein Wunder in meinem Leben bewirken kannst. Ich glaube, dass du jetzt, in diesem Moment, in dem ich mich mit dir hier im Gebet treffe, da bist, und mein ganzes Wesen mit deiner Liebe verwandeln willst.

Bitte: Jesus, stĂ€rke meinen Glauben, damit ich mich ganz in deine HĂ€nde gebe.

1. Willst du gesund werden? Jesus kannte diesen Mann, der seit so vielen Jahren gelĂ€hmt war und den er in diesem Augenblick am Teich von Bethesda traf, sehr gut. Und so geht Jesus hin und fragt den Mann: „Willst du wieder gesund werden?“ Jesus wusste bereits, was er zu tun hatte, nĂ€mlich den Vater zu verherrlichen. Er wollte aber auch, dass die Menschen, die seine Werke sahen, verstehen, dass er der vom Volk erwartete Messias war, der Messias, den die Propheten angekĂŒndigt hatten, und er wollte bezeugen, dass er vom Vater ausgegangen war und zum Vater zurĂŒckkehrte.

2. Ich habe keinen Menschen. Auf diese klare und bestimmte Frage Jesu antwortet der Mann zunĂ€chst nicht. AnfĂ€nglich gibt er anderen die Schuld, dass er nicht geheilt wurde: „Ich habe niemanden, der...“ „Ich habe keine Freunde, die...“ Und so kann es auch uns passieren, dass Jesus uns fragt, ob wir geheilt werden wollen, und wir, statt schnell „ja" zu sagen, die Schuld darauf schieben, dass uns die nötige UnterstĂŒtzung fehlt. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir so viele Jahre an dieser Krankheit gelitten haben. Die Heilung geschieht aber nicht primĂ€r, weil uns jemand in den Teich von Bethesda tragen wird, sondern weil uns heute derjenige, der die Gesundheit selbst ist, besucht.

3. Jetzt bist du gesund. Jesus trifft den Geheilten im Tempel wieder und nutzt die Gelegenheit, um ihm etwas Grundlegendes zu vermitteln: „Jetzt bist du gesund; sĂŒndige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustĂ¶ĂŸt.“ Die SĂŒnde ist etwas viel Schlimmeres als jede körperliche Krankheit, denn sie lĂ€hmt nicht den Körper, sondern hindert die Seele daran, bei Gott Zuflucht zu suchen, ihm im tĂ€glichen Leben zu begegnen. So wie die LĂ€hmung eine Krankheit des Körpers ist, ist die SĂŒnde eine Krankheit der Seele, die sie schwach und mĂŒde macht. Nur mit Jesus an unserer Seite können wir dieses Übel ĂŒberwinden, das so viel Unheil ĂŒber den Menschen bringt, weil es ihn von Gott entfernt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, lass nicht zu, dass ich mich jemals von dir trenne. Wenn ich bei dir bin, dann vermag ich alles zu tun. Bleibe bei mir, und lass nicht zu, dass Krankheiten der Seele mich von dir wegfĂŒhren.

Vorsatz: Heute werde ich Jesus in besonderer Weise um die Gnade bitten, jede SĂŒnde zu meiden, da sie mich von ihm wegfĂŒhrt, oder wie der Heilige Dominikus Savio beten: „Lieber sterben als sĂŒndigen“


Das Wort Gottes hören

30. MĂ€rz 2022

Mittwoch der vierten Woche der Fastenzeit

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 5,17-30
In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte. Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nĂ€mlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch grĂ¶ĂŸere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn ĂŒbertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinĂŒbergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darĂŒber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den GrĂ€bern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich will auf dein Wort hören, damit ich lebe, damit ich das ewige Leben in mir habe. Sprich zu mir, Herr. Ich bin hier, um auf dich zu hören.

Bitte: Jesus, hilf mir, auf dein Wort zu hören und es, wie Maria, in meinem Herzen zu bewahren.

1. â€žEhren“. Wer auf die Worte des Sohnes hört, hört in gleicher Weise auf die Worte des Vaters, denn wie Jesus selbst sagte, sind er und der Vater eins. Wer also den Sohn ehrt, ehrt auch den Vater, denn der Vater hat den Sohn in die Welt gesandt, damit der Sohn vom Vater Zeugnis ablegt. Was fĂŒr ein Zeugnis ist das? Das Zeugnis, das Jesus selbst uns gegeben hat, und das wir in den vergangenen Tagen gesehen haben: das der Liebe, der Barmherzigkeit, der Vergebung, des VerstĂ€ndnisses Gottes, der nicht mĂŒde wird, uns zu vergeben, uns eine zweite Chance zu geben. Gottes Liebe zu uns ist bedingungslos.

2. Das Wort hören. Wenn wir auf das hören, was der Sohn uns sagt, hören wir in gleicher Weise auf das, was der Vater uns sagen will. Der Sohn sagt nichts, was der Vater nicht auch sagen will. Und er spricht aus Liebe. Denn Gottes Worte sind Liebe. Und wir erkennen sie an seiner Barmherzigkeit, an seinem Wunsch, alle zu heilen, denen er auf seinem Weg begegnet. Und warum mĂŒssen wir auf sein Wort hören, das das Wort der Liebe ist? Weil wir durch das Wort leben werden, und zwar nicht einfach nur ein irdisches Leben, sondern ein göttliches Leben, das Leben der Gnade, das ewige Leben.

3. Das Leben. Wenn wir auf das Wort Jesu hören, hören wir auch auf das, was der Vater uns sagen will. Und das Wort, das Gott immer zu uns spricht, ist die Liebe. Es ist die Liebe, die den Menschen leben lĂ€sst, und das Leben ist nur dann lebenswert, wenn es in der Liebe verwurzelt ist. Im Wort der Wahrheit, im Wort der Liebe können wir das wahre Leben finden. Jesus ist es, der uns mit seinem Wort, dem Wort des Vaters, das wahre Leben schenkt. Er und der Vater handeln immer gemeinsam.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir, aus deinem Wort zu leben. Hilf mir, dein Wort zum Mittelpunkt meines tĂ€glichen Handelns zu machen, denn nur in deinem Wort kann ich wirklich Leben finden. Herr, unterweise mein Herz mit deinem Wort des Lebens, mit deinem Wort der Liebe.

Vorsatz: Ich werde versuchen, jeden Tag einen Vers aus dem Evangelium zu lesen, um Jesus zu begegnen, der die Liebe ist.


Die Werke Jesu

31. MĂ€rz 2022

Donnerstag der vierten Woche der Fastenzeit

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 5,31-47
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich ĂŒber mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gĂŒltig; ein anderer ist es, der ĂŒber mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er ĂŒber mich ablegt, ist gĂŒltig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat fĂŒr die Wahrheit Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen. Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir ĂŒbertragen hat, damit ich sie zu Ende fĂŒhre, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafĂŒr ab, dass mich der Vater gesandt hat. Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat ĂŒber mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis ĂŒber mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben wĂŒrdet, mĂŒsstet ihr auch mir glauben; denn ĂŒber mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich möchte dir heute fĂŒr das Geschenk meines Glaubens danken und fĂŒr die Gnade, dass ich dazu berufen bin, ein Zeuge der Wahrheit zu sein, die du bist. Herr, hilf mir, ein treuer Zeuge deiner Liebe in dieser Welt zu sein, die so oft in der Finsternis wandelt.

Bitte: Ich möchte Jesus in diesem Moment des Gebets um die Gnade bitten, in der Welt sein Zeuge zu sein.

1. Das Zeugnis. Das Leben von Johannes dem TĂ€ufer war ein Zeugnis fĂŒr Jesus. Er kam, um den Weg des Herrn zu bereiten, wie schon der Prophet Jesaja sagt. Johannes wollte keinen Ruhm, er wollte nicht wachsen. Er kannte seinen Platz gut und rief einmal aus: „Er muss wachsen und ich muss klein werden.“ Johannes ist wie der Mond: Der Mond hat kein eigenes Licht, er empfĂ€ngt das Licht der Sonne und reflektiert es. Jesus ist die Sonne und Johannes ist der Mond. Das Licht des Johannes ist das Licht Jesu, deshalb sagt er: „Der, der nach mir kommt, ist mir voraus, denn er war vor mir.“

2. Ihr habt nicht die Liebe zu Gott in euch. Wenn wir nicht auf das Wort Jesu hören, wenn wir es wie der verlorene Sohn vorziehen, unser Erbe fern vom Vater durchzubringen, wenn wir es vorziehen, in der Finsternis zu leben, anstatt das Licht zu empfangen, das Jesus selbst ist, dann leben wir fern von der Liebe und die Liebe des Vaters ist nicht in uns. Wann immer wir versuchen, unser Herz, das fĂŒr die Liebe und fĂŒr Gott geschaffen wurde, mit der SĂŒnde zu fĂŒllen, sind wir weit vom Vater entfernt. Wenn wir akzeptieren, dass Dunkelheit in unser Leben eindringt, wenn wir fern vom Licht leben, das vom Sohn kommt, dann sind wir auch fern vom Vater.

3. Ăœber mich hat er geschrieben. Wie Johannes der TĂ€ufer, so haben auch die Propheten Zeugnis von Jesus abgelegt. In diesem Evangelium spricht Jesus von einem großen Menschen, der viel geschrieben hat und der auch von Jesus Zeugnis ablegte: Mose. Mose hat in den wichtigsten BĂŒchern fĂŒr jeden Juden (dem Pentateuch) viel ĂŒber Jesus geschrieben. Deshalb sagt Jesus, Mose ist derjenige, der anklagt, da er ĂŒber Jesus geschrieben hat. Schreiben, Zeugnis ablegen... All dies muss auch unser heutiges christliches Leben herausfordern, und wir mĂŒssen Jesus um die Gnade bitten, in dieser Welt, die so weit von ihm entfernt ist, ein treues Zeugnis seiner Liebe zu sein. Denn sie dĂŒrstet nach dem Ewigen, sie dĂŒrstet nach Liebe, sie dĂŒrstet nach Gott selbst.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, Johannes der TĂ€ufer hat dich mit seinem eigenen Leben bezeugt. Hilf mir, in dieser Welt, in der an so vielen Orten Finsternis herrscht, ein treuer Zeuge deiner Liebe und deiner Gnade zu sein. Mögen alle, die mich sehen, nicht mich sehen, sondern dich in mir. Hilf mir, deine Liebe allen Menschen, meinen BrĂŒdern und Schwestern, zu bezeugen und so mitzuhelfen, dein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit, des Lebens und der Wahrheit aufzubauen.

Vorsatz: Ich werde heute keine Angst haben, meinen Glauben zu bezeugen, von Jesus zu sprechen, die Bibel zu lesen, auch wenn es in der Öffentlichkeit ist.


Jesus lehrte im Tempel

1. April 2022

Freitag der vierten Woche der Fastenzeit

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 7,1-2.10.25-30
In jener Zeit zog Jesus in GalilĂ€a umher; denn er wollte sich nicht in JudĂ€a aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das LaubhĂŒttenfest der Juden war nahe. Als seine BrĂŒder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lĂ€sst ihn gewĂ€hren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt. WĂ€hrend Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bĂŒrgt fĂŒr die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wunsch, alle Menschen zu retten, hat dich dazu gebracht, dein Evangelium in den schwierigsten Situationen zu predigen. Unbeeindruckt von der Verfolgung wolltest du, dass alle Menschen deinen Vater, seine Liebe und sein Erbarmen erfahren.

Bitte: Jesus, ich bitte dich: Gib mir einen Eifer wie den deinen, mit dem großen Wunsch, alle Seelen zu Gott zu bringen.

1. Der Eifer Jesu. Jesus hatte den großen Wunsch, alle Seelen zu retten. Und so wurde er nicht mĂŒde, zu wandern und das Evangelium zu predigen. Wir sehen ihn von Dorf zu Dorf gehen, immer mit dem Wunsch, Seelen zum Vater zu bringen. So setzt er sich eines Tages an den Jakobsbrunnen und unterhĂ€lt sich mit der Samariterin. Aber er geht auch in die Synagoge und verkĂŒndet dort das Wort und predigt: „Heute hat sich diese Schriftstelle erfĂŒllt.“ In dem Wunsch, viele Seelen zu Gott zu bringen, hat Jesus alles getan, und manchmal musste er auch Angriffe und Anklagen ertragen. Predigen birgt immer ein Risiko, und Jesus ist alle Risiken eingegangen, um den Vater besser bekannt zu machen und zu bewirken, dass die Menschen ihn lieben lernen.

2. Jesus lehrt. Jesus fĂŒrchtete sich nicht, die Wahrheit zu predigen und vor den Menschen von der Wahrheit, die er selbst war, und von der Wahrheit, die der Vater ihn gelehrt hatte, Zeugnis zu geben. Eines Tages bemerkte er: „Alles, was ich euch sage, sage ich, weil ich es von meinem Vater gehört habe.“ Jesus kennt keine Menschenfurcht, er sagt die Wahrheit, wie sie ist. Oft sagen wir nicht die ganze Wahrheit, weil wir Angst haben, jemanden zu verletzen, weil wir nicht wissen, was andere ĂŒber uns sagen oder denken werden. Jesus kĂŒmmerte sich nicht darum, er wusste, dass die Menschen nur dann gerettet werden konnten, wenn sie nicht im Zweifel waren, und so legte er Zeugnis ab und korrigierte diejenigen, die nicht in der Wahrheit waren, wobei er stets versuchte, alle zu seinem Vater zu bringen.

3. Jesus kommt vom Vater. Alles, was Jesus tat, war der Wille des Vaters. Er kam vom Vater, wie wir bereits am Anfang des Johannesevangeliums sehen: „Im Anfang war er bei Gott.“ Jesus will in allem den Willen Gottes erfĂŒllen und wird deshalb nicht mĂŒde, das Evangelium zu verkĂŒnden, zu gehen und im Namen des Vaters zu wirken. Er weiß sehr wohl, dass die Werke, die er tut, bezeugen, dass er vom Vater kommt, dass er tut, was der Vater will. Auch die Menschen der damaligen Zeit urteilten nach dem Äußeren. Sie sahen in Jesus nur einen BĂŒrger von Nazaret, einem abgelegenen Dorf in GalilĂ€a. Sie glaubten, dass aus Nazaret nichts Gutes, kein Prophet hervorgehen könne. Dahingegen sehen wir aber, dass Jesus nicht nur ein Prophet ist, der aus Nazaret kommt, sondern der Sohn Gottes, Gott selbst. Die PharisĂ€er und viele andere Menschen zu jener Zeit hatten kein offenes Herz fĂŒr Jesus. Schon Antoine de Saint ExupĂ©ry sagte in seinem Buch „Der kleine Prinz“: „Das Wesentliche ist fĂŒr das Auge unsichtbar.“ Manchmal ist es wichtiger, die Dinge mit den Augen des Herzens zu betrachten, um zu verstehen, was der Herr uns sagen, uns zeigen will.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, ich bin klein und arm, aber ich habe ein großes Herz, um auch große WĂŒnschen zu verwirklichen, große Dinge fĂŒr dich zu tun. Ich gebe dir alles, so wie ich bin, klein und arm, damit du in mir wirken kannst und damit ich ein treues Werkzeug deiner Liebe unter den Menschen sein kann.

Vorsatz: Heute werde ich versuchen, nicht nach dem Äußeren der Menschen zu urteilen. Aber wenn ich einmal in Schwierigkeiten gerate, werde ich fĂŒr sie ein Gebet zu Gott richten.


Noch nie hat ein Mensch so gesprochen

2. April 2022

Samstag der vierten Woche der Fastenzeit
Hl. Franz von Paola, Einsiedler, OrdensgrĂŒnder
Jahrestag des Todes Papst Johannes Paul II.

Br. JoĂŁo Paulo JĂ€ger LC

Joh 7,40-53
In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus GalilĂ€a? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen. Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den PharisĂ€ern zurĂŒckkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. Da entgegneten ihnen die PharisĂ€er: Habt auch ihr euch in die Irre fĂŒhren lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von den PharisĂ€ern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es. Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der frĂŒher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus GalilĂ€a? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus GalilĂ€a. Dann gingen alle nach Hause.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich möchte jetzt dein Wort hören. Niemand hat je so gesprochen wie du. Wie Maria möchte ich zu deinen FĂŒĂŸen sitzen und hören, was du mir heute sagen willst. Herr, hilf mir mit deiner Gnade, mit Liebe auf dein Wort zu hören und mit Liebe zu tun, was du von mir verlangst.

Bitte: Jesus, hilf mir, wĂ€hrend ich zu deinen FĂŒĂŸen sitze, dein Wort in diesem Moment des Gebets zu genießen.

1. Das Volk hört das Wort des Herrn. Der Mensch ist von Gott geschaffen, auf Gott ausgerichtet und braucht Gott immer und zu jeder Zeit. Er wĂŒnscht sich Gott und sucht ihn mit allem, was er tut. Auch zur Zeit Jesu suchten die Menschen Gott, und wenn sie einem Prediger, einem Lehrer folgten, dann deshalb, weil dieser Lehrer, dieser Prediger, die Menschen zu Gott fĂŒhrte. Das Evangelium sagt uns, wie wir gestern gesehen haben, dass „niemand je so geredet hat wie Jesus“, er hatte Kraft in seinen Worten, er sprach nicht wie die Schriftgelehrten, die Gesetzeslehrer, sondern wie einer, der AutoritĂ€t hatte. Jesus hatte den Menschen etwas zu sagen. Er hatte etwas zu lehren. Wir hören oft: „Ihr habt von den Alten gehört... ich aber sage euch
“. Er ist nicht gekommen, um das Gesetz abzuschaffen, sondern um die Menschen zu lehren, mit Liebe zu erfĂŒllen, was Gott von ihnen verlangt. Die Menschen hörten dem Wort aufmerksam zu, denn sie dĂŒrsteten nach Gott, und sie wussten, dass Jesus ihre Herzen mit seinen Worten fĂŒr Gott gewinnen und erfĂŒllen wĂŒrde.

2. Er ist wahrhaftig der Prophet. Wenn die Menschen Jesus reden hören, lassen sie sich nach und nach von ihm faszinieren. Jesus sprach nicht wie andere Menschen, die vielleicht ohne viel Überzeugung lehrten, sondern er lehrte die Menschen mit AutoritĂ€t und gleichzeitig mit Liebe. Und die Worte Jesu berĂŒhrten die Herzen der Menschen in einer Weise, dass seine Worte im Leben der Menschen Leben wurden. Diese Worte Jesu machten das Gewöhnliche im Leben der Menschen, die ihm zuhörten, außergewöhnlich. – Wenn wir das Evangelium lesen, berĂŒhren die Worte Jesu dann immer noch unser Herz wie zu der Zeit, als er sie sprach? Das Wort Gottes ist auch heute noch lebendig. Aber wir mĂŒssen die TĂŒr unseres Herzens öffnen, um sein Wort zu hören und es in unserem Leben Gestalt annehmen zu lassen.

3. Wer ist dieser Mann? Niemand hat jemals wie dieser Mensch gesprochen. Er hat die Augen der Blinden geöffnet. Er hat die VerkĂ€ufer und Geldwechsler mit ihren LĂ€mmern aus dem Tempel vertrieben. Die Leute sahen in ihm oft nur einen Menschen. Aber Jesus war das Wort Gottes, der Sohn Gottes, Gott selbst. Wer ist dieser Mann? Er ist Gott. Aber er will das auch fĂŒr dich sein: wir können uns einen Gott als weit entfernt vorstellen. Jesus hat sich in der Eucharistie ganz klein gemacht und hat uns seine Freunde genannt, und er hat gesagt, dass er bei uns bleiben wird bis ans Ende der Zeit. Er ist der Emanuel, der Gott mit uns. Jemand ganz in unsere NĂ€he, kein Fremder. Dieser Mann ist nicht nur wie ein Amulett, dass du nutzen kannst, wenn du etwas brauchst, oder wenn du GlĂŒck suchst, er ist vielmehr: dein Freund, dein bester Freund, der dich so gut versteht, noch besser als du selbst. Er ist dein Vater, der dich umarmen und sagen will, wie sehr er dich liebt. Er ist dein Bruder, der dich immer begleiten will, wohin du auch gehst. Jesus ist alles. Und er will auch fĂŒr dich alles sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus, ich habe noch nie jemanden so zu mir sprechen hören, wie du es tust. Ich bin heute gekommen, um dir zu FĂŒĂŸen zu sitzen und zu hören, was du mir sagen willst. Dein Blick beruhigt mich, dein Blick erfĂŒllt mich mit Vertrauen, dein Blick sagt mir alles, was ich bin, so wie du an jenem Tag der Samariterin am Jakobsbrunnen allein durch deinen Blick alles offenbart hast. Herr, hilf mir, auf dein Wort zu hören und es wie Maria in meinem Herzen zu bewahren.

Vorsatz: Heute werde ich dem Herrn im Gebet zu FĂŒĂŸen sitzen, und wenn mir die Worte fehlen, werde ich versuchen, mehr zu hören, was er mir zu sagen hat, als zu reden.