Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. MĂ€rz 2022 bis Samstag 26. MĂ€rz 2022

Dritte Woche der Fastenzeit

Jutta Spörl

Zeit der VorbereitungSonntag
Zeit des LernensMontag
Zeit der VersöhnungDienstag
Zeit der BefreiungMittwoch
Zeit der EntscheidungDonnerstag
Zeit der HoffnungFreitag
Die Zeit ist jetztSamstag


Zeit der Vorbereitung

20. MĂ€rz 2022

Dritter Fastensonntag - „Oculi“

Jutta Spörl

Lk 13,1-9
Zu jener Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den GalilĂ€ern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. Und er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese GalilĂ€er grĂ¶ĂŸere SĂŒnder waren als alle anderen GalilĂ€er, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass sie grĂ¶ĂŸere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Und er erzĂ€hlte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er FrĂŒchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum FrĂŒchte trĂ€gt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und dĂŒngen. Vielleicht trĂ€gt er in Zukunft FrĂŒchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, dass ich mehr erkennen darf, mit welcher Liebe du auf mich schaust und wie du in meinem Leben wirkst. Wirke in mir, so dass ich immer mehr den tiefen Reichtum dieser besonderen Verbundenheit mit dir erkennen darf. Mit dir bin ich auf dem Weg und darf mich in dieser Fastenzeit dem Geheimnis deines Leidens nĂ€hern.

1. Gott und ich. Wie wichtig ist diese Beziehung zwischen Jesus und uns, zu jedem einzigartig und persönlich. Wir sind jeden Tag eingeladen, uns ihm wieder zuzuwenden, egal wie weit oder wohin wir uns entfernt haben, umzukehren und Zeit im Gebet mit ihm zu verbringen.

2. Bodenbearbeitung. In dieser Begegnung wird manches aufgegraben und kommt zum Vorschein, was sich auch als schwierig herausstellen kann. Aber wir dĂŒrfen darauf vertrauen, dass alles, was der Herr tut und uns so zeigt, aus seiner Liebe zu uns geschieht und dass er es ist, der unseren Boden durch und mit dem Heiligen Geist ‚dĂŒngt‘.

3. Fruchtbringen. Wir sollen und können dem Herrn gar nicht Frucht bringen ohne sein Wirken in und mit uns. Wie ermutigend! So sind wir eingeladen und herausgefordert, uns immer wieder neu auf den Herrn auszurichten, und zu sehen, was er uns persönlich zeigt. Zu fragen, wo ist mein Ziel, was sind meine Talente? Wie kann ich meine Berufung zur Liebe leben?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, durch die Taufe sind wir in dir eingepflanzt. Du bist gekommen, um die SĂŒnder zu berufen, nicht die Gerechten, und so weiß ich, dass, auch wenn ich lange nicht umgekehrt bin, du mit offenen Armen auf mich wartest und fĂŒr mich kĂ€mpfst.

Vorsatz: Ich will mir einige Minuten Zeit nehmen, um auf ein Kreuz zu schauen und die Barmherzigkeit des Herrn zu betrachten. Sein Erbarmen fĂŒr mich.


Zeit des Lernens

21. MĂ€rz 2022

Montag der dritten Woche der Fastenzeit

Jutta Spörl

Lk 4,24-30
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel fĂŒr drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot ĂŒber das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele AussĂ€tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstĂŒrzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Ich bitte dich, Herr, um dein Licht, damit ich erkennen kann, wie du in meinem Leben wirkst. Ich möchte es mit großem Vertrauen und in Dankbarkeit annehmen. Herr Jesus, lass meine Freiheit in dir wachsen, damit ich dir mit immer grĂ¶ĂŸerer Offenheit zuhören kann. Ich bitte dich, schenke mir ein tieferes VerstĂ€ndnis von dem, was du verkĂŒndest.

1. Die Witwe und der Feldherr. In diesen zwei sehr unterschiedlichen Personen aus dem Alten Testament, sehen wir, wie der Herr in Personen wirkt, die im Leid auf das Wort des Herrn vertrauen. Auch wenn es unerwartet und auf andere Weise geschieht, als sie es sich vielleicht vorgestellt hatten, entscheiden sie sich letztlich doch, einen Schritt nach vorn zu wagen und nach dem zu handeln, was ihnen gesagt wurde. Was können wir von diesen beiden Beispielen, die Jesus uns hier gibt, lernen?

2. Kennen und kennenlernen. Die Menschen in Nazaret werden hier durch Jesus, den sie als den Sohn des Zimmermanns zu kennen meinen, mit einer unangenehmen Wahrheit konfrontiert. Wie reagieren wir auf Wahrheiten, die der Herr uns zeigt? In dem Bewusstsein, dass nicht wir ihn erwĂ€hlt haben, sondern er uns zuerst erwĂ€hlt hat, und dass er gekommen ist, um uns zu befreien?

3. Erwartungen und Verdienst. Wir haben manchmal gewisse Erwartungen, wie der Herr handeln möge. Aber wir dĂŒrfen nicht zulassen, dass das unsere Offenheit fĂŒr sein Handeln einschrĂ€nkt. Denn er sagt: „Worum ihr bittet, das wird euch gegeben werden“ – gestĂŒtzt vom Vertrauen, dass unser himmlischer Vater am besten weiß, was wir brauchen. Und wenn er uns etwas gewĂ€hrt, dann nicht, weil wir es uns erarbeitet oder verdient haben, sondern weil wir seine geliebten Kinder sind und er es uns schenken möchte.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mit den Aposteln will ich sagen: Du, Herr, bist mein Meister, mein Lehrer. Ich will in dir und mit dir leben, denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Möge dein Wort und Wirken alles, was ich fĂŒr selbstverstĂ€ndlich halte, meine Erwartungshaltungen und Vorurteile gegenĂŒber dir korrigieren.

Vorsatz: Ich will mir einige Minuten Zeit nehmen, um auf den Tag zurĂŒckzublicken. Ich bitte um das Licht des Heiligen Geistes, um zu sehen, wie Gott heute in meinem Leben gewirkt hat, und danke ihm dafĂŒr.


Zeit der Versöhnung

22. MĂ€rz 2022

Dienstag der dritten Woche der Fastenzeit

Jutta Spörl

Mt 18,21-35
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versĂŒndigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurĂŒckzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurĂŒckzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, wĂŒrgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurĂŒckzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins GefĂ€ngnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die ĂŒbrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrĂŒbt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. HĂ€ttest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben mĂŒssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn ĂŒbergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Ich bitte dich, o mein Jesus, um Einsicht, darum, ein klein wenig mehr erkennen zu dĂŒrfen, was du, der du unsere Schuld getragen, fĂŒr mich getan hast und tust.

1. Authentisch vor dem Herrn und den Menschen. Wir sind aufgerufen, authentisch zu leben und unsere Persönlichkeit zu entfalten. Im Glauben zu leben, nicht im Leben zu glauben. Als Christ seinen Alltag zu leben, bedeutet nicht, dass es keine Herausforderungen geben wird, im Gegenteil. Und doch haben wir die Möglichkeit, in allem, was wir tun, unsere Arbeit mit dem Gebet zu verbinden. Am Anfang, zwischendurch, immer wieder unser Herz fĂŒr Jesus zu öffnen und zu hören, zu teilen, in Beziehung zu treten.

2. Siebenundsiebzigmal. Jesus sagt zu Petrus – sagt zu uns allen – wir sollen immer wieder vergeben. Nicht nur siebenmal, sondern immer wieder. Im Vaterunser beten wir: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Wir, denen unser barmherziger Vater so viel vergeben hat, dĂŒrfen in dieser Freiheit der Kinder Gottes leben. Jesus lehrt uns hier, an den anderen so zu handeln, wie wir es selbst durch unserem Herrn erfahren.

3. Vertrauen in Gott. Wenn uns Ungerechtigkeiten widerfahren oder wir sie in der Welt sehen, sind wir traurig. Das fĂ€llt uns oft schwer zu akzeptieren, wenn wir keine Wiedergutmachung oder Gerechtigkeit sehen. In diesem Evangelium lesen wir von den Dienern, die ĂŒber den Vorfall betrĂŒbt sind, zu ihrem Herren gehen und ihm alles berichten. Er ist derjenige, der handelt und Recht schafft. Ebenso können wir unsere Sorgen und BetrĂŒbnisse vor Gott bringen und vertrauen, dass er sorgt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich kann dir niemals zurĂŒckzahlen, was du fĂŒr mich getan hast und tust. Ich glaube dir, dass du mich liebst. Ich will dir einfach danken und auf deine Liebe antworten.

Vorsatz: Ich will mit großem Bewusstsein und langsam ein Vaterunser beten. Wo mich etwas berĂŒhrt, kann ich verweilen.


Zeit der Befreiung

23. MĂ€rz 2022

Mittwoch der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Turibio von Mongrovejo, Bischof

Jutta Spörl

Mt 5,17-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfĂŒllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hĂ€lt und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Ich bitte dich Herr, dass durch dein Wirken meine Liebe immer reicher an Einsicht und VerstĂ€ndnis wird, damit ich besser erkennen kann, worauf es wirklich ankommt. (Phil 1,9-10)

1. In ErfĂŒllung. Im ganzen Alten Testament, das beschreibt, wie im Lauf der großen Erlösungsgeschichte der Herr sein Volk fĂŒhrt, finden sich viele Hinweise und Prophezeiungen ĂŒber den Messias; und sie alle gehen in Jesus in ErfĂŒllung. Er macht alles neu, doch hebt er dadurch das Alte nicht auf, vielmehr vervollkommnet er es.

2. Von Ewigkeit. Gott ist ewig, doch in Jesus Christus ist er in der Zeit zu uns gekommen. Dieser Emanuel, Gott mit uns, ist es, der uns das richtige VerstĂ€ndnis fĂŒr das Gesetz lehrt, da es uns von Gott gegeben ist, um uns zu ihm zu leiten. Aber was er sagt, ist nicht als bloße Gebrauchsanweisung zu verstehen, mit deren Befolgung man sich seine Erlösung selbst verdienen kann. Im Vordergrund steht seine Liebe. Denn Er ist es, der uns befreit.

3. Im Jetzt. Ich kann mich fragen, wieso ich nach diesen Gesetzen handle, wieso ich sie halten möchte. Und darĂŒber reflektieren, warum es wichtig ist, sie zu leben und mit unseren NĂ€chsten zu teilen. Im Wissen um meine eigenen UnzulĂ€nglichkeiten kann ich einfach mein Bestes geben, im Vertrauen auf den Heiligen Geist und die Gnaden unserer Taufe. Ich kann wĂ€hlen, aus der Liebe heraus zu handeln und so Jesus nachzufolgen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du weißt um meine Schwachheit und doch darf ich vertrauen, dass du das, was ich geben kann, annimmst und etwas Großes daraus machen kannst.

Vorsatz: Wenn ich das nĂ€chste Mal mit einem der Gebote Schwierigkeiten habe, will ich um die Hilfe des Heiligen Geistes bitten, um es im Licht Jesu und der Liebe des Vaters betrachten zu können, um frei zu werden und mich wieder dafĂŒr entscheiden zu können, dem Herrn nachzufolgen.


Zeit der Entscheidung

24. MĂ€rz 2022

Donnerstag der dritten Woche der Fastenzeit

Jutta Spörl

Lk 11,14-23
In jener Zeit trieb Jesus einen DĂ€mon aus, der stumm war. Als der DĂ€mon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem AnfĂŒhrer der DĂ€monen, treibt er die DĂ€monen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stĂŒrzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die DĂ€monen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die DĂ€monen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure AnhĂ€nger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die DĂ€monen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein StĂ€rkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der StĂ€rkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht fĂŒr mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um Einheit mit dir, meinem Herrn, mit meinen NĂ€chsten und auch mit mir selbst. Bitte, lass meine wahre IdentitĂ€t als Kind Gottes in mir immer mehr aufblĂŒhen.

1. In sich gespalten. Unser Gott ist eins, in drei Personen - das Geheimnis der Dreifaltigkeit. Von Ewigkeit her vereint. Das Gegenteil ist entzweit zu sein - uneins in sich selbst. Doch Gott spaltet nicht, er vereint, heilt, versöhnt, rettet. Er ist Kommunion.

2. Das Reich Gottes ist schon da. Wir sind auf dem Weg zur Einheit mit dem Herrn. Er ist unsere Hilfe, doch wir mĂŒssen sie annehmen und anerkennen, dass wir sie brauchen. Jetzt schon dĂŒrfen wir uns auf den Herrn verlassen; unser Vertrauen mehr in ihn als in uns selbst setzen, denn „...wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

3. Sich fĂŒr den Herrn entscheiden. JĂŒnger sein bedeutet, dem Herrn zu folgen und so auf seiner Seite zu stehen. Es bedeutet, mitzuarbeiten, um zu einen, nicht zu zerstreuen. Solch ein JĂŒnger ist nicht teilnahmslos, sondern selbst auf dem Weg. Stell dir vor, wirklich an seiner Seite zu sein und mit ihm zu gehen! Er selbst ist es, der dich dazu einlĂ€dt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist gekommen, um die SĂŒnder zu berufen. Du weißt, wie es in meinem Herzen aussieht, und so lĂ€dst du mich ein, dein JĂŒnger zu sein, so wie ich bin. Mit dir will ich gehen.

Vorsatz: Ich nehme mir einige Minuten Zeit, um zu ĂŒberlegen, wann meine persönliche Bekehrung war, wann ich das Geschenk des Glaubens bekommen und angenommen habe.


Zeit der Hoffnung

25. MĂ€rz 2022

VerkĂŒndigung des Herrn
Hochfest

Jutta Spörl

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebĂ€ren; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird ĂŒber dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Ich bitte um deine FĂŒrsprache, heilige Jungfrau Maria! In deiner Demut und deinem Vertrauen auf den Herrn mögest du mir Hilfe und Vorbild sein.

1. Gott begegnen. Maria erhĂ€lt diese große Verheißung von Gott und ihre erste Reaktion ist: „Wie soll das geschehen?“ Kein Zögern oder Überlegen, oder Fragen, ob es das ist, was sie will. Der Herr ist mit ihr und sie bleibt in ihm. Und dieser VerkĂŒndigung begegnet sie mit einer uneingeschrĂ€nkten Offenheit, in VerfĂŒgbarkeit und Bereitschaft fĂŒr ihren Gott.

2. In Freiheit und Vertrauen. Der Herr respektiert unsere Freiheit, Er ist es, der sie uns geschenkt hat. Und in Maria trifft diese Freiheit auf große Demut und großes Vertrauen. Sie sagt, „Siehe - hier bin ich, du siehst mich, deine Dienerin und ich nehme alles von dir an.“ Sie ist bereit und gibt ihr großes „Ja“, auf dass sein Wille an ihr geschehe.

3. Im Glauben. â€žDanach verließ sie der Engel“, mit dieser Zeile schließt die Evangelienstelle ab, und so können wir uns fragen, wie ging es direkt danach fĂŒr Maria weiter? Sie hatte diese große Verheißung erhalten und war nun wieder alleine. Was hat sie vielleicht verspĂŒrt? Was hat sich in ihrem Alltag geĂ€ndert? Wir wissen, dass ihr Herz weiter fĂŒr die anderen offen war und sie Elisabet besucht hat. Wie begegnet der Herr mir im tĂ€glichen Leben?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mit dir will ich gehen. Ich will in meinem Alltag Ausschau nach dir halten und bitte dich: Lass mich deine Spuren, dein Wirken in meinem Leben wahrnehmen.

Vorsatz: Ich nehme mir einige Minuten Zeit um die Haltung meines Herzens anzuschauen und mich ganz dem Herrn zuzuwenden.


Die Zeit ist jetzt

26. MĂ€rz 2022

Samstag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Luidger von MĂŒnster, Bischof

Jutta Spörl

Lk 18,9-14
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit ĂŒberzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei MĂ€nner gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein PharisĂ€er, der andere ein Zöllner. Der PharisĂ€er stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die RĂ€uber, BetrĂŒger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir SĂŒnder gnĂ€dig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurĂŒck, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, du sprichst heute durch dieses lebendige Wort, das vom Heiligen Geist inspiriert ist, zu mir. Ich will hinhören und aufmerksam sein, was du mir persönlich sagen willst und wie du heute zu mir sprichst. Jede Begegnung mit dir verĂ€ndert, Jesus, lass unsere Beziehung auch durch diese Zeit der Meditation gestĂ€rkt werden.

Bitte: Jesus, mit dir will ich sein und im Licht deiner Wahrheit leben. Gib, dass ich dir darin begegnen kann.

1. Die Gefahr der Rechtfertigung. Wir sehen eine Person, die in den Tempel kommt, um zu beten, aber eigentlich ist der PharisĂ€er dabei, sich vor Gott zu rechtfertigen und sich auf menschlicher Ebene zu vergleichen. Dabei scheint er eher auf sich ausgerichtet zu bleiben, in sich gekehrt. Doch das birgt die Gefahr, sich vor der Barmherzigkeit Gottes zu verschließen, weil wir meinen, sie nicht zu brauchen. Wir wissen, dass wir uns letztlich nicht vor Gott rechtfertigen können, aber wir wissen auch, dass er unser liebender Vater ist und er uns immer wieder einlĂ€dt zu ihm umzukehren.

2. Wie ich bin, so bin ich angenommen. Die andere Person, die in den Tempel kommt, um zu beten, betet von Herzen und seine Ă€ußere Haltung spiegelt diese innere wider. Er wendet sich demĂŒtig an Gott, und erkennt an, dass Gott den Menschen gerecht macht, nicht er sich selbst. Er betet im Wissen darum, wer er ist – ein SĂŒnder – und vertraut auf die Barmherzigkeit des Herrn. Gott schaut auf das, was in unseren Herzen ist.

3. Im Herzen begegnen. Wer sich erniedrigt, baut nicht auf sich selbst, sondern auf Gott, er erkennt seine eigene Schwachheit und UnzulĂ€nglichkeit an und kommt genau so vor seinen Schöpfer. Die Liebe, die Gott uns schenkt, vermag er in seiner Gebrochenheit anzunehmen. Er ist der Einzige, der uns zu sich holen kann. Wir könnten diese unendliche Distanz niemals alleine ĂŒberwinden. Jesus ist die BrĂŒcke, die uns wieder mit Gott verbindet. Gott ist es, dem Lob gebĂŒhrt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will mich jeden Tag, immer wieder fĂŒr eine wahre Begegnung mit dir im Alltag, im Gebet, in der Messe, öffnen. Du bist der, der mich am besten kennt. Ich will dir mein Herz öffnen, dass du dort einkehren kannst. Möge deine Liebe mein Herz wandeln, so dass es dem deinen immer Ă€hnlicher wird.

Vorsatz: Ich will fĂŒr einige Minuten in einer Kirche innehalten und versuchen, in innerer Stille vor Jesus zu sein.