Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. März 2021 bis Samstag 12. März 2021

Erste Woche der Fastenzeit

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Der geliebte Sohn in der WĂĽsteSonntag
Was zählt im Leben?Montag
Ein wirksames GebetDienstag
Einer, der mehr ist als ein ZeichenMittwoch
Bittet, sucht, klopft an!Donnerstag
Eine Gerechtigkeit nach dem MaĂź ChristiFreitag
Ein Herz fĂĽr alleSamstag


Der geliebte Sohn in der WĂĽste

6. März 2021

Erster Sonntag der Fastenzeit – „Invocabit“
Hl. Fridolin von Säckingen, Mönch, Glaubensbote

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 4,1-13
In jener Zeit kehrte Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt, vierzig Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Da führte ihn der Teufel hinauf und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören. Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: Seinen Engeln befiehlt er deinetwegen, dich zu behüten; und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel bis zur bestimmten Zeit von ihm ab.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, ich komme zu dir, so wie ich bin. Ich brauche diese besondere Zeit mit dir, ich habe das BedĂĽrfnis, dein Wort zu hören, dir zu begegnen, bei dir die Kraft und Orientierung fĂĽr meinen Alltag zu schöpfen. Schenke mir Ruhe und Aufmerksamkeit, so dass ich mit ganzem Herzen beten kann.

Bitte: Lieber Vater, schenke mir die Gnade, dem Beispiel Jesu zu folgen und als dein geliebtes Kind zu leben.

1. Vom Jordan in die WĂĽste. Nach seiner Taufe, bei der Gott Vater Jesus als seinen geliebten Sohn bezeichnet hat und der Heilige Geist auf ihn herabkam, fĂĽhrte ihn der Geist in die WĂĽste. In der Einsamkeit, Schlichtheit und in den Entbehrungen der WĂĽste sollte er auf sein öffentliches Leben vorbereitet werden. Auch das Volk Israel brauchte vierzig Jahre in der WĂĽste, um seine Identität zu stärken, in der Beziehung mit Gott zu wachsen und zu reifen. Habe ich in meinem Leben auch einige WĂĽstenzeiten erlebt, die mir geholfen haben zu wachsen und zu reifen? Kann ich sie zumindest jetzt – im Nachhinein – auch als Geschenke Gottes betrachten? Welche Frucht haben sie in meinem Leben getragen?

2. Vom Heiligen Geist umhergefĂĽhrt. Jesus war sich seiner Identität als Sohn Gottes bewusst. Der Heilige Geist ruhte ganz auf ihm und er lieĂź sich vom ihm leiten. Ja, sein Leben verlief in einem ständigen Dialog mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Er war kein Einzelkämpfer und lebte nicht fĂĽr sich allein. Vielleicht hat er sich gedanklich und in seinem Gebet oft gefragt: Vater, was möchtest du? Wie kann ich dich mehr verherrlichen? Was kann ich noch fĂĽr die Meinen– und fĂĽr die ganze Menschheit tun? Welche Gedanken habe ich? Habe ich schon erfahren, wie es ist, wenn man sich dem Heiligen Geist öffnet?

3. Vom Teufel versucht. Vermutlich wusste der Feind nicht ganz genau, mit wem er es zu tun hatte. So hat Jesus auch Versuchungen wie wir alle erlebt und uns ein groĂźartiges Beispiel gegeben, wie auch wir gegen die Anfechtungen kämpfen können. Wer sich seiner WĂĽrde und seiner Gottesbeziehung bewusst ist, kann die LĂĽgen des Versuchers schnell entlarven und ihnen widersagen. Wer seinen Geist mit der Heiligen Schrift nährt, bekommt zur rechten Zeit ein Wort, das ihn wirklich wie ein Schwert verteidigen kann.

Gespräch mit Christus: Jesus, auch ich bin ein geliebtes Kind Gottes! Hilf mir, so sehr auf Gott zu vertrauen, dass ich mich von ihm fĂĽhren lasse und zusammen mit ihm mutig gegen die Versuchungen kämpfe. Du bist immer bei mir!

Vorsatz: Wenn ich heute eine Versuchung spĂĽre, möchte ich entschieden dagegenwirken, indem ich z.B. tue, was ich mir vorgenommen habe, auch wenn ich keine Lust dazu verspĂĽre.


Was zählt im Leben?

7. März 2021

Montag der ersten Woche der Fastenzeit
Hl. Perpetua und Felizitas, Märtyrinnen
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 25,31-46
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich lasse mein Herz ruhig werden und komme zu dir, Herr. Du bist allerdings schon lange bei mir. Dir gehört die ganze Welt. Vater, ich möchte dein Wort hören und mich von ihm verwandeln lassen, so dass ich jeden Tag deinem geliebten Sohn Jesus Christus ähnlicher sein kann.

Bitte: Schenke mir die Gnade, dich in allen Menschen zu erkennen, dir in ihnen zu begegnen und zu dienen.

1. Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt… Heute spricht Jesus ĂĽber etwas, was am Ende der Zeit geschehen soll, ĂĽber das JĂĽngste Gericht. Warum macht er das? Sicher nicht, um uns Angst einzujagen, sondern um uns Orientierung zu geben. Er möchte uns auf die wichtigste PrĂĽfung unseres Lebens vorbereiten: auf die AufnahmeprĂĽfung in den Himmel. Wir kennen nicht das genaue Datum und die Uhrzeit dieser PrĂĽfung, nur dass sie sicher kommt und dass es um unser Leben geht. Was löst dieser Gedanke in mir aus?

2. â€žIch bin es.“ Gott verbirgt vor uns nicht, was er sich von uns wĂĽnscht und was fĂĽr uns gut ist. Jesus teilt mit uns in diesem Evangelium zwei groĂźe Wahrheiten: Die erste ist, dass er sich durch seine Menschwerdung mit jedem Menschen identifiziert. Das war ein wichtiger Leitsatz von Mutter Teresa von Kalkutta: Sie hat Jesus wirklich in jedem Einzelnen seiner Armen gedient und ihn geliebt. Ich begegne jeden Tag unterschiedlichen Menschen – meiner Familie, Freunden und Bekannten, Kunden, meinen Vorgesetzten und auch vielen Fremden. Wie wäre es, wenn ich in jeder Begegnung die Stimme Jesu hören könnte: „Ich bin es!“?

3. Ganz einfach. Die zweite Wahrheit, die dieses Evangelium hervorhebt, ist, dass die Werke der Barmherzigkeit von riesigem Wert sind, auch wenn sie ganz einfach zu sein scheinen. Einen Kranken zu besuchen, ist doch nicht so kompliziert. Aber es setzt voraus, dass wir die Not der anderen Menschen bemerken und uns davon ansprechen lassen, nicht einfach wegschauen – mit dem Gedanken, dieser Person wird schon geholfen werden. Dieser bedĂĽrftige Mensch ist auch ein Geschenk fĂĽr mich, wenn ich es annehmen möchte. Jesus freut sich auf mich und möchte mir in dieser Person begegnen.

Gespräch mit Christus: Herr, schenke mir Mut und deine Liebe, so dass ich dir in meinen Mitmenschen begegnen kann. Ă–ffne meine Augen fĂĽr ihre Nöte und fĂĽr deine liebende Gegenwart in ihnen. Ich möchte fĂĽr dich da sein.

Vorsatz: Ich möchte heute ein Werk der Barmherzigkeit tun, mit dem Gedanken, dass ich damit auch Jesus beschenke.


Ein wirksames Gebet

8. März 2021

Dienstag der ersten Woche der Fastenzeit
Hl. Johannes von Gott, OrdensgrĂĽnder

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 6,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, lehre mich beten! Ich möchte es tun, aber oft weiĂź ich nicht genau, wie. Schenke mir deinen Heiligen Geist, er möge mich fĂĽhren, er möge mit mir und durch mich zu dir sprechen. Er kennt doch mein Herz besser als ich selbst!

Bitte: Hilf mir, Herr, besser zu verstehen, wie ich beten soll und was dafĂĽr wichtig ist.

1. Nicht plappern wie die Heiden. Jesus, warum bist du so gegen eine rein äuĂźerliche ErfĂĽllung der Gebetspflicht? Versuchten die Heiden damals nicht auch zu beten? Vielleicht stört dich das Plappern deshalb so: Die Heiden hatten ein sehr menschliches Bild von den Göttern. Demnach konnte man sie ĂĽberzeugen, ĂĽberreden, bestechen, gewinnen, eben genauso wie ein menschliches GegenĂĽber. Wenn aber Gott mein Vater ist, der mich besser kennt als ich selbst, der mich bedingungslos liebt, der mich am Leben erhält und mit vielen Gnaden ĂĽberschĂĽttet, muss ich ihn dann ĂĽberhaupt noch fĂĽr mich gewinnen? Oder stimmt etwas nicht mit meinem Gottesbild?

2. â€žVater unser im Himmel.“ Das ist ein Gebet der Söhne und Töchter Gottes, das Jesus uns gelehrt hat und das er gemeinsam mit uns betet! Ich darf zusammen mit Jesus zum Vater beten, so wie er es gemacht hat! Ich kann das Vaterunser langsam in meinem Innersten oder auch laut aussprechen, mit groĂźer Aufmerksamkeit dafĂĽr, wie und wozu Jesus betet und gebetet hat. Ich nehme es wahr, ich staune. Was spricht mich heute besonders an?

3. Vergib uns, wie auch wir vergeben. Ein authentisches Gebet verwandelt uns. Wenn wir wirklich beten, werden wir erhört, beschenkt und unser Herz wird dem Herzen Jesu ähnlich gemacht. Zwei Personen, die sich oft austauschen, zwei enge Freunde oder ein Ehepaar, werden sich immer ähnlicher, auch wenn sie ihre eigene Identität behalten. So auch diejenigen, die sich im Gebet Gott wirklich nähern und sich von seiner GĂĽte, Geduld, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit usw. anstecken lassen. Bin ich dazu bereit?

Gespräch mit Christus: Jesus, danke fĂĽr das groĂźe Geschenk des Gebets! Danke, dass wir durch dich dem Vater näherkommen und in dir auch seine Kinder sein dĂĽrfen. Hilf mir, das in meinem Alltag zu leben!

Vorsatz: Heute Abend möchte ich mit Gott den Tag abschlieĂźen, mit einem sehr bewusst gebeteten Vaterunser.


Einer, der mehr ist als ein Zeichen

9. März 2021

Mittwoch der ersten Woche der Fastenzeit
Hl. Franziska von Rom, Witwe, OrdensgrĂĽnderin
Hl. Bruno von Querfurt, Bischof, Glaubensbote, Märtyrer

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,29-32
In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

EinfĂĽhrendes Gebet: Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dĂĽrstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib wie dĂĽrres, lechzendes Land ohne Wasser. Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.

Bitte: Hilf mir, Herr, dich in rechter Weise zu suchen und zu finden, weil ich dich brauche.

1. Diese böse Generation fordert ein Zeichen. Tatsächlich haben die Schriftgelehrten und Pharisäer Jesus oft aufgefordert, mit einem Zeichen zu beweisen, dass er von Gott kommt. Um ein Zeichen zu bitten, ist dabei etwas anderes, als ein Zeichen zu fordern. Die erste Einstellung besagt: Ich will glauben, hilf meinem Unglauben! Die zweite besagt: Ich will erst glauben, wenn du dich so beweist, wie ich es möchte. Jesus hat viele Zeichen und Wunder gewirkt, doch fĂĽr diejenigen, die ihm nicht glauben wollten, war es nie genug, was er getan hat.

2. Das Zeichen des Jona. Um die Schwelle fĂĽr seine Zuhörer niedrig zu halten, bezeichnet sich Jesus selbst als ein Zeichen. Was fĂĽr eine groĂźe Demut bezeugt das! In Wirklichkeit ist Jesus nicht nur ein Zeichen Gottes, er selbst ist Gott mit uns! Der Prophet Jona hat drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches verbracht, ähnlich wie Jesus in seinem Grab. Gott hat ihn gerettet und noch einmal zu den zĂĽgellosen Einwohnern von Ninive gesandt, so dass auch sie gerettet werden konnten. Und diese Menschen haben ihm geglaubt und sich zu Gott bekehrt. Gott sehnt sich leidenschaftlich danach, dass wir ihn suchen und finden, ihm glauben und unser Leben mit ihm gestalten.

3. Hier ist einer, der mehr ist als Jona. Wir leben nicht in der Zeit der Apostel, aber Jesus ist wirklich gegenwärtig unter uns. Wir können ihm in der Heiligen Schrift begegnen, in den Sakramenten, besonders in der Eucharistie, aber auch einfach in unserem Herzen, in anderen Menschen, in der Natur. Haben wir genug Glauben, um ihm unter dem Schleier dieser Geheimnisse zu begegnen, ihn zu entdecken und ihm zu vertrauen?

Gespräch mit Christus: Jesus, ich will keine Zeichen fordern. Bitte, vermehre meinen Glauben und hilf mir, dich in allem zu suchen und zu finden.

Vorsatz: Ich möchte heute Jesus in der Eucharistie besuchen.


Bittet, sucht, klopft an!

10. März 2021

Donnerstag der ersten Woche der Fastenzeit

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 7,7-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten. Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, hier bin ich. Ich komme zu dir, so wie ich bin, mit meinen Freuden und Sorgen, mit meinem ganzen Sein. Ich schenke dir diese Zeit und danke dir, dass ich sie mit dir verbringen kann! Danke, Herr, dass du dich auf diese Begegnung mit mir so freust. Schenke mir deinen Heiligen Geist, damit er mit mir und in mir zu dir betet.

Bitte: Jesus, hilf mir, besser zu verstehen, wie ich beten soll.

1. Bittet, dann wird euch gegeben. Heute spricht Jesus wieder ĂĽber das Gebet und darĂĽber, was es ist: ein Ausdruck unserer Beziehung mit Gott. Vielleicht die einfachste Form des Gebets ist eine Bitte. Wir anerkennen, dass wir es nicht ohne ihn schaffen, dass wir Gott brauchen und auf seine GĂĽte und Hilfsbereitschaft vertrauen. Unsere Bitten ermĂĽden Gott nicht, er freut sich ĂĽber sie. Jesus ermutigt uns: Bittet! – Traue ich mich, Gott oft um Hilfe zu bitten?

2. Sucht, dann werdet ihr finden. Jeder erlebt Momente, in denen Gott weit weg zu sein scheint oder zulässt, dass etwas ganz anders läuft, als wir es uns vorgestellt haben. Aber er ist immer bei uns, und wenn wir daran glauben und Gott ständig suchen, werden wir ihm auch begegnen. Im Laufe dieser Suche wird unser Glaube, unsere Hoffnung und Liebe zu ihm wachsen. Habe ich schon so etwas selbst erlebt? Was hat es mir gebracht?

3. Klopft an, dann wird euch geöffnet. Anklopfen ist ein Ausdruck von Höflichkeit und Respekt. Jesus sagt im Buch der Offenbarung, dass er an unsere TĂĽr klopft, in der Hoffnung, dass wir ihm öffnen. Wer liebt, dringt nicht einfach ein, sondern er wirbt mit Respekt und FeinfĂĽhligkeit um Einlass. Wie wunderschön ist es, wenn wir mit solch einer Einstellung vor Gott hintreten: indem wir mit Zuversicht und Liebe bei ihm anklopfen. Dann wird uns geöffnet…

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich immer wieder einlädst, in meiner Beziehung mit dir, dem Vater und dem Heiligen Geist zu wachsen. Ich sehne mich danach, in eurer Gemeinschaft der Liebe meine Heimat zu finden.

Vorsatz: Heute möchte ich in einigen Momenten meines Alltags Gott ganz bewusst um Hilfe bitten.


Eine Gerechtigkeit nach dem MaĂź Christi

11. März 2021

Freitag der ersten Woche der Fastenzeit

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 5,20-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, erfĂĽlle mein Herz und entzĂĽnde in mir das Feuer deiner Liebe! Sende aus deinen Geist, Herr, und alles wird neu geschaffen und du wirst das Angesicht der Erde erneuern. Auch mein Herz ist ein StĂĽck dieser Erde, die du erneuern möchtest. Ich möchte mich fĂĽr dich öffnen.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, deine Gerechtigkeit besser zu verstehen und nachzuahmen.

1. Mögen deine Worte Leben retten. Jesus wendet sich den JĂĽngern mit anspruchsvollen Worten zu. Was sucht er? Vielleicht möchte er sie aufrĂĽtteln? Worin besteht diese größere Gerechtigkeit, die er von ihnen verlangt? Wahrscheinlich ist es die Gerechtigkeit Gottes, die Barmherzigkeit. Das fĂĽnfte Gebot: Du sollst nicht töten, bedeutet auch: Selbst mit deinen Worten sollst du deinen Nächsten nicht vernichten. Sie sollen vielmehr darauf abzielen, zu helfen, aufzubauen, ja sogar das Leben anderer zu retten, auch wenn sie manchmal hart klingen können, so wie Jesu Worte von heute.

2. Hat dein Bruder etwas gegen dich? Wenn wir beten, einen geistlichen Vortrag hören oder eine Messe besuchen, kann es manchmal passieren, dass wir uns an eine Situation erinnern, wo wir versagt haben, jemandem schlecht geantwortet oder ihn ungerecht behandelt haben. Wenn unser Gewissen spricht, ist es gut, entsprechend zu reagieren. Im Matthäusevangelium (9,13) sagt Jesus: „Geht aber hin und lernt, was das heiĂźt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer.“ Ja, wenn wir wirklich in Liebe leben, ist das nicht die beste Art, Gott zu verherrlichen?

3. Sei ein Friedensstifter! Unter zwei Gegnern muss immer einer den ersten Schritt tun und Frieden anbieten. Das kann unter Umständen viel Mut oder auch viel Demut verlangen. Man könnte es durchaus als Schwäche interpretieren, wenn man sich dem anderen nähert. FĂĽr Jesus ist das ein Zeichen jener Stärke, die Gott eigen ist. Er lädt uns immer zur Versöhnung ein, ist immer bereit, unseren Bund mit ihm zu erneuern, uns eine neue Chance anzubieten. Wie und mit wem kann ich in meinem Alltag Frieden stiften?

Gespräch mit Christus: Jesus, es ist nicht einfach, was du mir heute vorschlägst. Ich möchte dein JĂĽnger werden, dir nachfolgen, aber gib mir die Kraft dazu! Möge deine Barmherzigkeit sich auch durch mich in der Welt verbreiten.

Vorsatz: Ich möchte heute jemanden anrufen, den ich seit einiger Zeit anrufen wollte, aber keine Zeit dafĂĽr hatte.


Ein Herz fĂĽr alle

12. März 2021

Samstag der ersten Woche der Fastenzeit

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 5,43-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich komme in deiner Gegenwart, mein Vater. Ich darf immer kommen, du freust dich ĂĽber mich, ich bin eine Freude deines Herzens. Danke! Ă–ffne mein Herz fĂĽr dein Wort. Verwandle mich durch dein Wort und deine Gnade.

Bitte: Hilf mir, Herr, besser zu verstehen und zu erspĂĽren, wie ich als dein Kind die Liebe leben kann.

1. Liebt auch eure Feinde. Wenn wir als Kinder Gottes leben wollen, ändert sich unsere Beziehung zu den Menschen. Wir entdecken, dass alle – unsere Verwandten, Freunde, Fremde, Querdenker, Gegner – unsere Geschwister sind und ebenfalls geliebte Kinder Gottes. Auch diejenigen, die Gott jetzt hassen, liebt Gott als seine Kinder, weil er sie geschaffen hat und sich danach sehnt, sie im Himmel zu empfangen. Herr, gib mir die Gnade zu erahnen, wie du das alles erlebst!

2. Betet fĂĽr sie. Eine konkrete Form der Liebe ist die FĂĽrbitte. Ich muss dazu nicht der beste Freund jener Menschen sein, mit denen mir die Beziehung schwerfällt. Aber ich kann fĂĽr sie beten, und nicht nur fĂĽr ihre Umkehr, sondern auch fĂĽr ihre Anliegen, BedĂĽrfnisse und Sorgen, dafĂĽr, dass Gott sie segnet. Es kann sein, dass ich gerade durch das Gebet eine neue Perspektive gewinne, um diese Menschen zu betrachten. Fällt mir jemand ein, fĂĽr den ich heute besonders beten möchte?

3. GrĂĽĂźt ihr nur eure BrĂĽder? Wie wohltuend ist es, plötzlich von jemandem mit diesen Worten angesprochen zu werden: Schön dich zu sehen! Es ist eine Bestätigung der eigenen WĂĽrde, eine WĂĽrde, die jeder Mensch in Gottes Augen hat. Jesus lädt uns ein, die Menschen mit seinen Augen zu betrachten und ihnen einen GruĂź zu schenken – sei es mit Worten oder einfach mit einem freundlichen Blick. Nur er weiĂź, wie viel Gutes wir fĂĽr andere Menschen tun können und inwiefern dadurch auch unser Herz seinem Herzen ähnlicher wird.

Gespräch mit Christus: Herr, belebe mein Herz, lass es zum MaĂź deiner Liebe gelangen und wachsen. Möge ich in meinem Alltag die Menschen mit deinen Augen betrachten und sie in dir und mit dir lieben.

Vorsatz: Ich beschenke heute jemanden mit meinem Gebet oder einem freundlichen GruĂź.