Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 20. Februar 2022 bis Samstag 26. Februar 2022

Siebte Woche im Jahreskreis

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Eine grĂ¶ĂŸere LiebeSonntag
Der GlaubeMontag
Eine tiefere IdentitÀtDienstag
Zu BrĂŒcken werdenMittwoch
Freunde ChristiDonnerstag
Unser Herz nicht hart werden lassenFreitag
Wie die Kinder werdenSamstag


Eine grĂ¶ĂŸere Liebe

20. Februar 2022

Siebter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Korona, MĂ€rtyrin
Hl. Jacinta Marto, Seherin von Fatima

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Lk 6,27-38
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Euch, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen! Segnet die, die euch verfluchen; betet fĂŒr die, die euch beschimpfen! Dem, der dich auf die eine Wange schlĂ€gt, halt auch die andere hin und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd! Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand das Deine wegnimmt, verlang es nicht zurĂŒck! Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen! Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafĂŒr? Denn auch die SĂŒnder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafĂŒr? Das tun auch die SĂŒnder. Und wenn ihr denen Geld leiht, von denen ihr es zurĂŒckzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafĂŒr? Auch die SĂŒnder leihen SĂŒndern, um das Gleiche zurĂŒckzubekommen. Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurĂŒck erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gĂŒtig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehĂ€uftes, ĂŒberfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, heute trete ich vor dich hin mit dem Vertrauen eines kleinen Kindes, das weiß, dass es ihm in der NĂ€he seines Vaters an nichts fehlt und wie in der Gegenwart seiner Mutter beschĂŒtzt wird.

Bitte: Herr, gib mir die GroßzĂŒgigkeit, dir nicht nur das zu geben, was ich von mir aus zu geben bereit bin, sondern auch das, was du von mir verlangst.

1. Liebt eure Feinde. Auf den ersten Blick kann es sein, dass die Forderungen Christi unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch erscheinen, er scheint nicht einmal den geringsten Raum fĂŒr eine elementare Gerechtigkeit zu lassen. Er weiß aber, dass diese Art von „Gerechtigkeit“, wenn sie eingefordert wird, schnell in Legalismus umschlagen kann, in ein „Auge um Auge und Zahn um Zahn“. Er selbst lehrt uns, bis zum Äußersten zu lieben, nicht nur mit Liebe zu antworten, sondern auch ĂŒberschwĂ€nglich zu lieben. Das verlangt er ebenso von seinen JĂŒngern.

2. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben
 Es ist sehr einfach, diejenigen zu lieben, die uns lieben, und denen Gutes zu tun, die uns Gutes tun. Aber Jesus will unsere Herzen weiten, und er zeigt uns das, indem er uns mit gutem Beispiel vorangeht, besonders in der Stunde des Kreuzes, als er hĂ€tte sagen können, dass das, was ihm angetan wurde, ungerecht war. Er zog es damals vor, zum Vater um Hilfe zu schreien und um Vergebung fĂŒr diejenigen zu bitten, die ihm Unrecht getan hatten. Niemand kann uns garantieren, dass es sich gut anfĂŒhlen wird, aber es wird sich immer lohnen, in die Fußstapfen des Meisters zu treten.

3. Denn nach dem Maß, mit dem ihr messt
 Wenn Jesus sagt, dass wir mit dem Maß gemessen werden, mit dem wir messen, dann ist das keine Drohung, sondern er unterstreicht damit die Aufforderung, großzĂŒgig zu geben. Indem er uns daran erinnert, dass wir alles, was wir haben, von Gott erhalten haben, auch die Liebe und die Vergebung. Er fĂŒhrt uns vor Augen, wie sehr wir geliebt sind und wie wir alles von ihm in FĂŒlle erhalten haben. Genauso sollen wir es unseren BrĂŒdern und Schwestern weitergeben. Unser Leben und unsere Werke mĂŒssen in irgendeiner Weise die Liebe, die Gott Vater zu unseren NĂ€chsten hat, widerspiegeln.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, gib mir den Mut, deiner Stimme zu folgen, und die Kraft, das zu tun, was du von mir verlangst, auch wenn das bedeutet, dass ich meine Komfortzone verlassen muss. Mögen die Menschen bei mir immer UnterstĂŒtzung und Hilfe finden, so wie ich sie bei dir immer gefunden habe.

Vorsatz: Heute werde ich fĂŒr jemanden, durch den ich mich einmal verletzt gefĂŒhlt habe ein Opfer darbringen.


Der Glaube

21. Februar 2022

Montag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Petrus Damiani, Bischof, Kirchenlehrer

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Mk 9,14-29
In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen JĂŒngern zurĂŒckkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrĂŒĂŸten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn ĂŒberfĂ€llt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den ZĂ€hnen und wird starr. Ich habe schon deine JĂŒnger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu. Da sagte er zu ihnen: O du unglĂ€ubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man fĂŒhrte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wĂ€lzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurĂŒck! Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine JĂŒnger: Warum konnten denn wir den DĂ€mon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater, ich lege diesen Tag in deine HĂ€nde. Ich lege auch alles, was ich in meinem Herzen und meinem Geist trage, in deine HĂ€nde. Ich möchte in deine Gegenwart eintreten. Lass mich diese Zeit nur dir widmen.

Bitte: Lass mich dich kennenlernen, dich lieben und dich erleben.

1. Warum streitet ihr mit ihnen? Den ersten Anhaltspunkt in diesem Evangelium fĂŒr einen Sieg des Teufels haben wir nicht anhand des Jungen, der von einem stummen Geist besessen ist, sondern aufgrund der Anwesenden, die nicht in der Lage sind, in Ruhe miteinander zu sprechen, und anfangen zu streiten. Der Böse trennt, was vereint sein sollte, und verhindert, dass BrĂŒder einander als solche erkennen. Wir mĂŒssen immer wachsam sein, denn der ungute Geist dringt oft nicht auf extravagante Weise in unser Leben ein, sondern gewinnt nach und nach an Boden, in Dingen, die unbedeutend erscheinen mögen.

2. Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Von allen Bitten, die dieser verzweifelte Vater an Jesus richtete, ist dies vielleicht die treffendste. Wie viel Glaube, aber auch wie viel Demut ist in diesen Worten enthalten. Einerseits bringt er von Herzen die Tiefe und Reife seines Glaubens zum Ausdruck, andererseits erkennt er dessen UnzulĂ€nglichkeit, Armseligkeit, ja DĂŒrftigkeit und bittet um Hilfe. Es reicht nicht aus, einmal geglaubt zu haben. Der Glaube muss immer wieder erneuert werden, um seine Frische zu bewahren.

3. Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden. Auf unserem Weg zur Heiligkeit gibt es viele Dinge, die wir „tun“, viele praktische Mittel, die wir einsetzen können, und es ist sehr gut, dass wir so handeln. Aber wir dĂŒrfen nicht vergessen, dass am Ende alles Gnade ist und von ihr abhĂ€ngt. Wir mĂŒssen um alles bitten und alles von unserem Vater erwarten, der noch besser als wir weiß, was wir brauchen. Deshalb muss unser Gebet auch unablĂ€ssig sein.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, öffne mir die Augen, um zu sehen, wo ich dem Feind in meinem Leben Raum gegeben habe. Ich möchte lernen, demĂŒtig zu sein, damit ich erkennen kann, dass ich in deiner Gegenwart bedĂŒrftig bin. Ja, ich glaube, aber du weißt, dass auch mein Glaube ins Wanken gerĂ€t und manchmal sogar Aussetzer hat. Deshalb bitte ich dich zu ergĂ€nzen, was meinem Glauben fehlt.

Vorsatz: Heute werde ich ein tief vollzogenes Vaterunser beten, um mein Vertrauen in Gottes Vorsehung ĂŒber mein Leben zu erneuern.


Eine tiefere IdentitÀt

22. Februar 2022

Dienstag der siebten Woche im Jahreskreis
Kathedra Petri
Fest

Br. Daniel Flores Mondragon LC

M 16,13-19
In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von CĂ€sarea Philippi kam, fragte er seine JĂŒnger: FĂŒr wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen fĂŒr Johannes den TĂ€ufer, andere fĂŒr Elija, wieder andere fĂŒr Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, fĂŒr wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die MĂ€chte der Unterwelt werden sie nicht ĂŒberwĂ€ltigen. Ich werde dir die SchlĂŒssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, heute bitte ich dich, mir zu erlauben, mich dir zu nĂ€hern, wie man sich dem vertrautesten Freund nĂ€hert, mit dem grĂ¶ĂŸten Vertrauen und der grĂ¶ĂŸten Freude, weil ich weiß, dass du nur das Beste fĂŒr mich willst und suchst.

Bitte: Schenke mir eine genauso leidenschaftliche Liebe zu dir wie die Liebe des Petrus.

1. FĂŒr wen halten die Leute den Menschensohn? Die erste Frage kommt ein wenig ĂŒberraschend. Warum sollte sich Jesus fĂŒr den „Ruhm“ interessieren, den er bei den Menschen hatte? Er war nicht daran interessiert, sondern er sah es auf die Herzen seiner Apostel ab. Er war sich darĂŒber im Klaren, wie sehr die UmstĂ€nde einen Menschen beeinflussen können, und deshalb wollte er wissen, wie die UmstĂ€nde seiner Apostel aussahen. Wie oft lassen wir doch zu, dass negative Kommentare oder schlechte Nachrichten das Bild, das wir von Jesus haben, trĂŒben! Wie oft lassen wir uns doch des Friedens, den der Herr uns schenkt, berauben und geben dem Druck der Welt nach! Dies ist ein guter Zeitpunkt, um sich zu fragen, wie meine persönlichen LebensumstĂ€nde aussehen und wie sie das Bild, das ich von Gott habe, beeinflussen.

2. â€žDu bist der Messias.“ Du bist der Messias – eine stĂ€rkere und bedeutendere Aussage als diese konnte es zur Zeit Jesu nicht geben, und doch zögert Petrus nicht, sie zu machen. Nach Monaten des Zusammenlebens mit dem Meister erkennt er, wer er ist, sein tiefstes Selbst, und beschließt, dies vor den anderen Aposteln zu bekennen. Ihn zu bejahen, ist nicht nur eine nette Floskel, sondern hat praktische Konsequenzen, es bedeutet, ihm den Platz zu geben, der ihm in meinem Leben und in meiner persönlichen Lebensgeschichte zusteht. Ich, der ich Jesus meinen „Herr und Meister“ nenne – gebe ich ihm den gebĂŒhrenden Platz in meinem Leben?

3. â€žDu bist Petrus.“ Wenn Gott erst einmal den ihm gebĂŒhrenden Platz in unserem Leben eingenommen hat, nimmt ĂŒberhaupt alles seinen rechten Platz ein, denn nur Gott weiß, wer wir wirklich sind. Er kennt uns sogar besser, als wir uns selbst kennen, und deshalb kann er uns unsere tiefste IdentitĂ€t offenbaren, er offenbart uns den Sinn unseres Lebens. Er ist in der Lage, uns bei unserem Namen zu rufen und uns den Frieden zu geben, nach dem wir uns sehnen, denn er hat uns geschaffen, und unser Herz wird nur dann Ruhe finden, wenn es in ihm ruht.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, lass nicht zu, dass die UmstĂ€nde meines Lebens das Bild, das ich von dir habe, verwischen, lass nicht zu, dass ich dir allmĂ€hlich deinen Platz in meinem Leben wegnehme und dich auf einen anderen Platz verweise. Denn nur wenn ich anerkenne, dass du Gott bist, kann ich wissen, wer ich bin und was du von mir erwartest.

Vorsatz: Heute werde ich das Glaubensbekenntnis fĂŒr die Anliegen des Heiligen Vaters beten.


Zu BrĂŒcken werden

23. Februar 2022

Mittwoch der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Polykarp, Bischof, MĂ€rtyrer
Gedenktag

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Mk 9,38-40
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist fĂŒr uns.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guten Morgen, Herr, heute komme ich in deine Gegenwart, weil ich weiß, dass nur du den Durst, den ich habe, stillen kannst. Ich lege alles, was ich bin und alles, was ich habe, in deine HĂ€nde. Sieh meine SchwĂ€che und meine Armut, erbarme dich meiner und stĂ€rke mich.

Bitte: Gib mir die Gnade, dass ich deinen Namen allen Menschen in Wort und Tat verkĂŒnden will.

1. â€žJemand, der in seinem Namen DĂ€monen austreibt
“ Das Geheimnis Christi und seines Heils ist so groß, dass keine Gruppe ein Monopol auf seinen Namen beanspruchen kann. Er hat uns gesandt, aber er hat uns auch gesagt, dass er Schafe aus einem anderen Stall hat. Wie auch immer die anderen Charismen beschaffen sein mögen, die Christus seiner Kirche verleiht, wir können uns nur mit ihm freuen – in dem Wissen, dass die Sendung, die der Vater ihm anvertraut hat, erfĂŒllt wird.

2. â€žHindert ihn nicht.“ Christus vergisst nicht, dass wir Menschen sind und daher immer Fehler und SchwĂ€chen haben, selbst wenn wir die besten Absichten verfolgen. Deshalb erneuert er immer wieder den Aufruf, ihm zu folgen, den Aufruf zur Heiligkeit. Aber niemand erreicht die Heiligkeit allein. Das Leben eines Christen hat immer eine Dimension, die den anderen berĂŒhrt, so dass die Suche nach der eigenen Heiligkeit in gewisser Weise auch die Suche nach der Heiligkeit unserer BrĂŒder und Schwestern bedeutet. Es bedeutet, dass sie nicht daran gehindert werden sollen, zu Christus zu kommen.

3. â€žWer nicht gegen uns ist, der ist fĂŒr uns.“ Um das Reich Christi in der Welt zu errichten, muss man vor allem lernen, den anderen mit den Augen der Barmherzigkeit zu sehen und sich trotz unterschiedlicher GeschmĂ€cker und Meinungen als BrĂŒder und Schwestern zu behandeln. Christus ruft uns immer wieder aus unseren eigenen vorgefertigten Mustern heraus, um uns fĂŒr die bereichernde Vielfalt zu öffnen, die uns die anderen Charismen bieten, die er selbst seiner Kirche geben wollte.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, es ist zu einfach, sich niederzulassen und nur in dem zu bleiben, was bequem und bekannt ist. Hilf mir, aus mir selbst herauszugehen und zu lernen, auch in anderen zu sehen, was du von mir verlangst. Gib mir den Mut und die Kraft, weiterhin großzĂŒgig auf das zu antworten, was du von mir verlangst.

Vorsatz: Heute werde ich ein Geheimnis des Rosenkranzes fĂŒr die Einheit der Kirche beten.


Freunde Christi

24. Februar 2022

Donnerstag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Matthias, Apostel
Fest

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Joh 15,9-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine grĂ¶ĂŸere Liebe, als wenn einer sein Leben fĂŒr seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwĂ€hlt, sondern ich habe euch erwĂ€hlt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich danke dir so sehr fĂŒr deine NĂ€he und deine Liebe zu mir. Du bist der Freund, der immer da ist und der nie versagt. Dir kann ich mein Herz öffnen und alles sagen, was ich in mir trage. Danke, dass du mir Kraft und Halt im Leben gibst.

Bitte: Gib mir die Gnade, dich immer mehr zu lieben.

1. Bleibt in meiner Liebe. Das Wort Liebe wurde fĂŒr so vieles und unter so vielen verschiedenen UmstĂ€nden verwendet, dass es in seiner Bedeutung leicht missverstanden werden kann. Wenn Christus von Liebe spricht, meint er nicht ein schönes GefĂŒhl, Schmetterlinge im Bauch und Regenbögen am Himmel, sondern er spricht vom Geben, von Hingabe und von GroßzĂŒgigkeit. Die Liebe fĂŒhlt sich nicht immer schön an, aber sie wird immer das Beste sein, was wir tun können. Das grĂ¶ĂŸte Zeichen wahrer Liebe zu uns ist Christi Kreuz.

2. Liebt einander, sowie ich euch geliebt habe. Wir finden die Liebe Christi zu uns auf jeder Seite des Evangeliums, wenn wir sehen, wie er arm geboren wird, wie er predigt und wie er das Brot bricht. In dem allen liebt er uns. Er bittet uns zu lieben, wie er es fĂŒr uns tut, nicht nur mit Worten oder in vereinzelten Momenten, er bittet uns, aus unserem Leben einen stĂ€ndigen Akt der Liebe zu ihm und zu unseren BrĂŒdern und Schwestern zu machen.

3. Ich habe euch Freunde genannt. Es heißt, dass Freunde die Familie sind, die man sich aussucht. Indem Christus uns Freunde nennt, will er die Unentgeltlichkeit seiner Liebe zu uns unterstreichen. Es ist nicht so, dass er uns lieben muss, dass er keine andere Wahl hat, sondern dass er uns, jeden Einzelnen von uns, persönlich sehen und lieben wollte und uns dazu aufruft, mit ihm Freud und Leid zu teilen, mit ihm das ganze Leben zu teilen. Aber damit Freundschaft entsteht, muss sie auf Gegenseitigkeit beruhen, wir mĂŒssen sie erwidern wollen.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Herr, fĂŒr die Liebe, die du mir zeigst und fĂŒr mich ĂŒbrighast. Ich danke dir, weil du deiner Liebe und deinen Verheißungen immer treu bleibst. Hilf mir, sie mit echter und leidenschaftlicher, mit tiefer Liebe zu erwidern. Mit einer Liebe, die nicht nur aus GefĂŒhlen besteht, sondern auch aus Taten.

Vorsatz: Heute werde ich einen Akt der NĂ€chstenliebe tun.


Unser Herz nicht hart werden lassen

25. Februar 2022

Freitag der siebten Woche im Jahreskreis
Hl. Walburga, Äbtissin

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Mk 10,1-12
In jener Zeit kam Jesus nach JudĂ€a und in das Gebiet jenseits des Jordan. Wieder versammelten sich viele Leute bei ihm, und er lehrte sie, wie er es gewohnt war. Da kamen PharisĂ€er zu ihm und fragten: Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen? Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die JĂŒnger noch einmal darĂŒber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlĂ€sst und eine andere heiratet, begeht ihr gegenĂŒber Ehebruch. Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlĂ€sst und einen anderen heiratet.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, hilf mir, mein Herz auf die Begegnung mit dir vorzubereiten. Gib mir ein aufmerksames Ohr, um zu verstehen, was du mir sagst, einen starken Glauben, um deinen Willen anzunehmen, und ein mutiges Herz, um zu erfĂŒllen, was du von mir verlangst.

Bitte: Hilf mir, meine Liebe zu dir zu erneuern.

1. Da kamen die PharisĂ€er zu ihm und fragten
 In den verschiedenen Evangelien sehen wir, wie Menschen zu Jesus kommen, um ihn um ein Wunder zu bitten, ihm zuzuhören und ihm Fragen zu stellen. Der große Unterschied zu den PharisĂ€ern liegt nicht darin, dass sie das ĂŒberhaupt tun, sondern wie sie es tun. Die Haltung ihrer Herzen ist eine ganz andere, denn sie kommen nicht zu ihm, um zu lernen, sondern um Jesus auf die Probe zu stellen. Auch wir mĂŒssen also nicht nur unsere Handlungen, sondern auch die ihnen zugrundeliegenden BeweggrĂŒnde und Einstellungen prĂŒfen.

2. Nur weil ihr so hartherzig seid
 An einer anderen Stelle des Evangeliums sagt Jesus, dass der Mund spricht, wovon das Herz voll ist. Es ist sehr leicht zu erkennen, was in den Herzen der Menschen vorgeht, wenn man den Worten aufmerksam zuhört und die Handlungen der Menschen beobachtet. Manchmal lassen wir es zu, dass wir uns verhĂ€rten, nicht aus Bosheit, sondern aus Routine oder einfach, weil wir mit schwierigen Lebenssituationen konfrontiert sind. Dann mĂŒssen wir uns selbst prĂŒfen und die Frische der Liebe erneuern.

3. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Gottes Plan ist immer grĂ¶ĂŸer und vollkommener, denn er will immer unser Wohl, und doch lĂ€sst er immer Raum fĂŒr unsere Freiheit. Da Liebe nicht erzwungen werden kann, möchte er zwar, dass wir sie erwidern, aber er möchte auch, dass unsere Antwort völlig frei ist. Er möchte, dass wir frei sind zu lieben.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, hilf mir, die GrĂ¶ĂŸe deiner Liebe zu erkennen und die Verantwortung, die mit dem Freisein einhergeht. Hilf mir, mich darauf zu besinnen, wie sehr du mich liebst, und lass meine Reaktion nichts anderes sein, als dich mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand zu lieben.

Vorsatz: Heute werde ich eine Gewissenserforschung machen und prĂŒfen, wo ich zugelassen habe, dass mein Herz sich verhĂ€rtet hat.


Wie die Kinder werden

26. Februar 2022

Samstag der siebten Woche im Jahreskreis

Br. Daniel Flores Mondragon LC

Mk 10,13-16
In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die HĂ€nde auflegte. Die JĂŒnger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die HĂ€nde auf und segnete sie.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, heute komme ich zu dir auf der Suche nach dem, was mir niemand sonst geben kann: Heil und wahre Freude. Nur du kannst meinen Durst stillen. Maria, meine Mutter, ich bitte dich, mir zu helfen, deinem Sohn mit einem Glauben wie dem deinen zu begegnen.

Bitte: Maria, forme in mir ein Herz wie das deines Sohnes.

1. Die JĂŒnger wiesen die Leute ab. Im Evangelium steht nicht, warum die JĂŒnger das Volk ablehnten, es wird uns nur ein Szenario gezeigt, in dem sie nicht gut dastehen. Wie oft ist das bei uns doch auch der Fall? Wie oft, vielleicht nicht aus Bosheit, sondern aus MĂŒdigkeit, Routine oder schlichter Faulheit, sind wir unseren BrĂŒdern und Schwestern ein schlechtes Beispiel, und statt BrĂŒcken zu sein, die sie Christus nĂ€her bringen, werden wir zu einem Hindernis fĂŒr sie?

2. Lasst die Kinder zu mir kommen. Jesus bittet darum, die Armen und Einfachen zu ihm kommen zu lassen. Es ist unsere Aufgabe als Christen, diese Vermittler zu sein, die anderen die Begegnung mit Gott ermöglichen. Wir mĂŒssen lernen, BrĂŒcken und KanĂ€le zu sein, durch die der Herr erreicht werden kann.

3. Das Reich Gottes wie ein Kind annehmen. Kinder sind einfach, sie geben sich mit wenig zufrieden, sie brauchen keinen Vortrag ĂŒber die Liebe zu hören, um sich geliebt zu wissen und zu fĂŒhlen – die Anwesenheit ihrer Eltern genĂŒgt ihnen. So mĂŒssen auch wir sein. Wir mĂŒssen lernen, uns in die HĂ€nde des Vaters zu begeben, der nur das Beste fĂŒr uns will.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, gib mir die Gnade, in deiner Gegenwart wie ein Kind zu sein. Hilf mir, mit dir das Vertrauen und die Sicherheit zu spĂŒren, die Kinder erfahren, wenn sie ihren Eltern nahe sind. Du liebst mich mehr, als ich mir je vorstellen kann, hilf mir, dich mit meinem ganzen Wesen zu lieben.

Vorsatz: Heute werde ich ein Vaterunser beten und Gott fĂŒr die Gnade danken, dass ich ihn Vater nennen darf.