Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. Februar 2022 bis Samstag 12. Februar 2022

FĂŒnfte Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Von der TiefeSonntag
Der Saum des GewandesMontag
Gottes HerzensanliegenDienstag
Äußere und innere OrdnungMittwoch
Eine hartnÀckige FrauDonnerstag
Effata!Freitag
NotlagenSamstag


Von der Tiefe

6. Februar 2022

FĂŒnfter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Paul Miki und GefÀhrten, MÀrtyrer

Ellen Charlotte Petermann

Lk 5,1-11
In jener Zeit, als die Volksmenge Jesus bedrĂ€ngte und das Wort Gottes hören wollte, da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein StĂŒck weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen. Und sie gaben ihren GefĂ€hrten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und fĂŒllten beide Boote, sodass sie fast versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu FĂŒĂŸen und sagte: Geh weg von mir; denn ich bin ein sĂŒndiger Mensch, Herr! Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen ĂŒber den Fang der Fische, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des ZebedĂ€us, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: FĂŒrchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, es gibt Momente in meinem Leben, in denen ich mich entmutigt und mĂŒde fĂŒhle. Schenke mir dann deinen Rat und Zuspruch, damit ich aufstehen und weiter bis zu dir gehen kann.

Bitte: Jesus, stĂ€rke mich in deiner Nachfolge.

1. Auf dein Wort hin. Jesus trifft Simon nicht im besten Moment an. Die ganze Nacht war er auf See gewesen und hatte nichts gefangen. Das kann man auch mal wegstecken, aber wenn das öfter passiert, geht das an die Existenz. Simon hat eine Familie zu ernĂ€hren. Die Bitte Jesu, von seinem Boot aus zu predigen, schlĂ€gt Simon nicht ab, aber den Vorschlag Jesu, mitten am Tag noch einmal die Netze auszuwerfen, findet er schon fast unprofessionell. Er stimmt dennoch zu, vielleicht sogar mit ein wenig Hoffnung, wenn er sagt: „Auf dein Wort hin.“

2. Fahr hinaus, wo es tief ist. Mit diesem Satz beginnt fĂŒr Simon die grĂ¶ĂŸte VerĂ€nderung seines Lebens und es ist der Anfang einer ganz großen Geschichte. Was Simon und seine GefĂ€hrten jedoch auf dem See erleben, macht sie nur auf kurze Zeit ekstatisch-glĂŒcklich, im Nachhinein werden sie eher Ă€ngstlich. Jesus beruhigt sie und sagt zu Petrus: „FĂŒrchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen.“ Und sie verließen alles und folgten ihm nach. Sie glaubten an seinen Plan und hatten keine Angst mehr.

3. OberflĂ€che oder Tiefe. Wenn wir nur an der OberflĂ€che leben, mag das zwar bequem sein, aber unser Leben wird dann seicht und belanglos, eben oberflĂ€chlich. Wenn wir unsere OberflĂ€chlichkeit durchbrechen und in die Tiefe unseres Selbst und Gottes eindringen, wird uns alle Furcht genommen sein und unser Leben wird neu. Denn in der Tiefe ist Wahrheit, in der Tiefe ist Freude, in der Tiefe ist Hoffnung. Aus der Tiefe kommt die Vernunft, die göttlich ist.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂŒr dieses Beispiel des Simon. Oftmals werden wir in der Hektik unseres Lebens von unserer OberflĂ€chlichkeit eingeholt. Hilf mir, immer wieder zurĂŒck in die Tiefe meines Glaubens zu finden.

Vorsatz: Heute werde ich mir Gottes Gegenwart schenken lassen und mich nicht der OberflĂ€chlichkeit hingeben, die ihn nicht wahrnehmen kann.


Der Saum des Gewandes

7. Februar 2022

Montag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Mk 6,53-56
In jener Zeit fuhren Jesus und seine JĂŒnger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war. Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berĂŒhren lassen. Und alle, die ihn berĂŒhrten, wurden geheilt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, kein Weg ist zu weit, um nicht zu dir zu kommen, wenn man Hilfe braucht. Immer kann ich zu dir kommen mit meinen seelischen Wunden und darauf vertrauen, dass du sie heilst. DafĂŒr danke ich dir.

Bitte: Jesus, schenke mir Heilung!

1. Das Vertrauen ist groß. Die Menschen hatten großes Vertrauen in die Macht Jesu, Menschen zu heilen. Allein von der BerĂŒhrung seines Gewandes versprachen sie sich Heilung. Jesu Kraft zu heilen entsprang seinem liebevollen Herzen, aber selbst von der BerĂŒhrung seiner Kleidung durfte man sich Heilung versprechen. Jesu Heilungswunder waren von Anfang an ein Zeichen dafĂŒr, das er tatsĂ€chlich der Messias ist, der in die Welt gekommen war, um die Menschen zu heilen und zu erlösen.

2. Mehr als nur der Saum des Gewandes. Wir berĂŒhren nicht nur den Saum des Gewandes, wir dĂŒrfen glĂŒcklich sein, denn wir nehmen den Leib Christi in uns auf. Das ist viel, viel mehr als eine flĂŒchtige BerĂŒhrung. Noch ĂŒber eine Heilung unserer physischen Erkrankungen hinaus heilt die Eucharistie die Erkrankungen unserer Seele. So sichert sie unsere Teilnahme am Leben Gottes selbst.

3. Heilung von Egoismus. Wir alle mĂŒssen von dem geheilt werden, was uns von Gott und unseren NĂ€chsten trennt. Die Eucharistie ist das wahre Gegenmittel gegen unseren Egoismus, der oft unseren Alltag kennzeichnet und belastet. Ebenso wie jene, die geheilt wurden, weil sie Jesu GewĂ€nder berĂŒhrten, können auch wir von unserem Egoismus und unserer Verschlossenheit dem NĂ€chsten gegenĂŒber geheilt werden, indem wir den Herrn wĂŒrdig empfangen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir fĂŒr die Eucharistie. Ich brauche nicht den Saum deines Gewandes zu berĂŒhren, denn du kommst zu mir, in mein Herz, du willst mich heilen. DafĂŒr danke ich dir.

Vorsatz: Ich nehme mir vor, beim nĂ€chsten Mal die Kommunion ganz wĂŒrdig zu empfangen.


Gottes Herzensanliegen

8. Februar 2022

Dienstag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Hl. Hieronymus Ämiliani, OrdensgrĂŒnder

Ellen Charlotte Petermann

Mk 7,1-13
In jener Zeit hielten sich die PharisĂ€er und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner JĂŒnger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen HĂ€nden aßen. Die PharisĂ€er essen nĂ€mlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Hand voll Wasser die HĂ€nde gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere ĂŒberlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das AbspĂŒlen von Bechern, KrĂŒgen und Kesseln. Die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine JĂŒnger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen HĂ€nden? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er ĂŒber euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist KorbĂĄn, das heißt: eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas fĂŒr Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und Ă€hnlich handelt ihr in vielen FĂ€llen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, aus Liebe zu dir möchte ich deine Gebote achten. Oftmals bin ich verwirrt, denn viele Menschen reden viel.

Bitte: Jesus, bitte schenke mir Weisheit und Erkenntnis zur Unterscheidung der Geister.

1. Menschengebote. Jesus befindet sich in diesem Abschnitt in einer Auseinandersetzung mit den fĂŒhrenden Menschen seiner Zeit. Er klagt eine fatale Fehlentwicklung an, nĂ€mlich die Heuchelei und die doppelbödige Lebensweise seiner Zuhörer. Anstatt eine herzliche Gottesbeziehung zu suchen, haben diese Menschen die Gebote aus menschlicher Tradition völlig ĂŒberbewertet und sie ĂŒber die Gebote Gottes gesetzt. Ja, schlimmer noch, sie setzten Gottes Gebot außer Kraft.

2. Einblick in Gottes Herz. Wenn wir in Gottes Herz schauen, spĂŒren wir etwas von dem Schmerz, den Gott beim Anblick seiner Menschenkinder erleidet, die sich ihm aus irgendeinem Grunde entziehen. In einer Gesetzesreligion, wie z.B. dem Islam, ist es schwer, zu einer vertrauensvollen Herzensbeziehung zu Gott zu finden. Man gibt Gott ein bestimmtes Quantum an Gehorsam, hĂ€lt sich an seine wirklichen oder vermeintlichen Regeln und glaubt, auf diese Weise vor Gott gerecht zu sein.

3. Zugang zum Herzen Gottes. Durch Jesus erhalten wir Zugang zum Herzen Gottes. Warum lassen sich viele Menschen nicht darauf ein? - Wenn sich jemand auf Gott einlĂ€sst, dann ergibt sich dadurch natĂŒrlicherweise, dass Gott den ersten Platz im Leben einnimmt und nicht mehr das Ich. Wer Gott vertraut, sieht ein, dass er viel grĂ¶ĂŸer ist als man selbst, dass man auf seine Gnade angewiesen ist.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, lass mich stets an deine Gnade glauben.

Vorsatz: Heute werde ich Jesus immer wieder um Zugang zu seinem Herzen bitten.


Äußere und innere Ordnung

9. Februar 2022

Mittwoch der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Sel. Anna Katharina Emmerick

Ellen Charlotte Petermann

Mk 7,14-23
In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn seine JĂŒnger nach dem Sinn dieses rĂ€tselhaften Wortes. Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklĂ€rte Jesus alle Speisen fĂŒr rein. Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du schaust in mein Herz und kennst meine tiefsten WĂŒnsche und Regungen. Du kennst auch die dunklen Stellen in meinem Herzen.

Bitte: Jesus, stĂ€rke mich in Versuchungen.

1. Es geht nicht um hygienische Reinheit. Die PharisĂ€er und Schriftgelehrten legen höchsten Wert auf die Einhaltung ihrer ĂŒberlieferten BrĂ€uche und Rituale. Es geht hier nicht um die Einhaltung der Hygiene, sondern um Kult. Und deshalb greifen die PharisĂ€er Jesus an, denn scheinbar hat er als „Rabbi“ seinen JĂŒngern diese Gesetze nicht vermittelt. Sie glauben: Wer sich nicht an die Gesetze hĂ€lt, dem ist Gott auch nicht wichtig, so jemand ist nicht rechtglĂ€ubig.

2. Mehr Schein als Sein. Was Jesus den Menschen vermitteln will, ist, dass es nicht genĂŒgt, detaillierte Regeln einzuhalten. Ohne inneren Anstand und Rechtschaffenheit ist das alles sinnlos. Die Reinheit des Herzens ist hier maßgeblich und entscheidend! Nicht auf die Ă€ußere, sondern vielmehr auf die innere Ordnung kommt es an, wodurch sich das Äußere dann wie durch eine unsichtbare Hand regelt. Jesus hĂ€lt hier den Menschen deshalb schonungslos den Spiegel vor.

3. Das eigene Innere. Es geht um mein eigenes Inneres. Der ehrliche Blick auf sich selbst ist nicht leicht und kann schmerzvoll sein. Gut-werden und -sein ist ein lebenslanger Prozess, der auch verbunden ist mit Selbstkritik und Selbsterziehung, der aber vor allem Offenheit fĂŒr Gottes Wege und Initiativen verlangt. Gott will keinen kalten Gesetzesgehorsam, Gott schaut auf das Herz, nicht auf das Ă€ußere Tun. Vor Gott kann nur bestehen, was bis ins Innerste echt ist, stimmig und gut.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, hilf mir, die Reinheit des Herzens endgĂŒltig zu leben. Wecke in mir jeden Tag neu, die Bereitschaft mein Handeln prĂŒfen zu lassen, und fĂŒhre mich so weiter auf dem Weg zu einem reinen Herzen.

Vorsatz: Ich werde heute die Reinheit meiner Absichten im Auge behalten und sie daran messen, wie bereitwillig ich Gottes Wirken im Wirken anderer annehme.


Eine hartnÀckige Frau

10. Februar 2022

Donnerstag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Hl. Scholastika, Jungfrau, Äbtissin

Ellen Charlotte Petermann

Mk 7,24-30
In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu FĂŒĂŸen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den DĂ€mon auszutreiben. Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Sie erwiderte ihm: Ja, du hast Recht, Herr! Aber auch fĂŒr die Hunde unter dem Tisch fĂ€llt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der DĂ€mon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der DĂ€mon es verlassen hatte.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wie diese heidnische Frau möchte ich den Mut finden, immer zu dir zu kommen und mich durch meine Ängste davon nicht abhalten lassen. Jesus, ich glaube an dich und vertraue dir.

Bitte: Jesus, schenke mir den Mut, um fĂŒr meinen Glauben zu kĂ€mpfen.

1. Eine Mutter kĂ€mpft. Eine heidnische Frau, das heißt, eine NichtjĂŒdin kommt zu Jesus und bittet ihn, ihre Tochter zu heilen. Sein Ruf ist Jesus wohl schon bis in heidnisches Gebiet vorausgeeilt. Jesus versucht zunĂ€chst, diese Frau abzuweisen, aber sie kĂ€mpft weiter. Sie macht sich klein und bettelt eigentlich um eine Art Almosen, um das, „was vom Brot unter den Tisch fĂ€llt fĂŒr die Hunde.“ Die HartnĂ€ckigkeit dieser Frau beeindruckt Jesus, und er kommt ihrem Wunsch nach.

2. Glaubensmodell. Eine nicht-jĂŒdische Frau lĂ€sst sich nicht entmutigen, den Messias zu bitten, ihre Tochter zu heilen. Ihr Verhalten steht in großem Kontrast zum Verhalten der PharisĂ€er mit ihren verhĂ€rteten Herzen, denn ihr Glaube ist echt, keine Show, keine Heuchelei.

3. Botschaft. Die Schönheit dieses Evangeliums besteht in seiner Botschaft. Niemand sollte sich unwĂŒrdig, zu sĂŒndig oder nicht rechtglĂ€ubig genug fĂŒhlen, um sich Jesus zu nĂ€hern. Dank Jesus, der alle unsere SĂŒnden auf sich genommen und uns vom Tod befreit hat, haben wir alle Zugang zum Throne Gottes und niemand wird aus den mĂ€chtigen Armen des Vaters herausfallen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, oft lasse ich mich davon abschrecken, zu dir zu kommen, weil ich mich nicht fĂŒr gut genug empfinde. Schenke mir die Kraft und den Mut, dich immer zu suchen, wenn ich dich brauche.

Vorsatz: Heute werde ich ein Credo beten.


Effata!

11. Februar 2022

Freitag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis
Unsere Liebe Frau in Lourdes
Welttag der Kranken

Ellen Charlotte Petermann

Mk 7,31-37
In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam ĂŒber Sidon an den See von GalilĂ€a, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berĂŒhren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berĂŒhrte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden. Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzĂ€hlen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt. Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich vertraue auf deine Kraft und FĂ€higkeiten, selbst in ausweglosen Situationen Menschen heilen zu können, Wunder zu wirken.

Bitte: Lass mich stets fest auf dich vertrauen.

1. Die Heilung eines Heiden. Jesus war also im heidnischen Gebiet unterwegs. Er war frĂŒher schon einmal dort gewesen und hatte einen Kranken geheilt. Die Menschen kannten ihn. Sie brachten einen Taubstummen zu ihm und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. Jesus tat es, fĂŒhrte den Taubstummen jedoch vorher beiseite, von der Menge weg. Damit drĂŒckte er aus, dass dieser Kranke ihm jetzt wichtiger war als all die anderen Menschen. Dann begann er mit der wunderbaren Heilung.

2. Eine BestĂ€tigung fĂŒr die göttliche Kraft Jesu. Die Wunder Jesu zeigen, dass er ĂŒber eine außerordentliche und ĂŒbernatĂŒrliche Macht verfĂŒgt. Sie sind das Zeichen fĂŒr sein göttliches Wesen. Er wirkt mit derselben Kraft wie Gott. So wird begreiflich, dass Jesus selbst Gott ist.

3. Effata! Im Blick auf dieses Heilungswunder Jesu sind wir es, denen Gehör und Sprache wiedergegeben werden soll. Hören wir ĂŒberhaupt noch, was Gott uns sagt, und hören wir auf ihn? Schenken wir Menschen, die zu uns kommen, Gehör? Erheben wir die Stimme, wenn wir Zeugen von Unrecht werden? Sprechen wir noch miteinander? Beim Sakrament der Taufe ist der Effata-Ritus optional, aber es ist sinnvoll, darauf zu bestehen, dass dieser Ritus am TĂ€ufling vollzogen wird, denn das Kind kommt damit in den Genuss eines weiteren Sakramentals, bei dem Jesus handelt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, schenke mir sehende Augen, Gehör fĂŒr deine Worte und den Mut zu sprechen, wenn es nötig ist.

Vorsatz: Heute werde ich bewusst mit jemandem ein GesprĂ€ch suchen, das schon lange ĂŒberfĂ€llig ist, und werde dabei den Akzent auf das Hören legen.


Notlagen

12. Februar 2022

Samstag der fĂŒnften Woche im Jahreskreis

Ellen Charlotte Petermann

Mk 8,1-10
In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die JĂŒnger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen. Seine JĂŒnger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen? Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen JĂŒngern zum Verteilen; und die JĂŒnger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen. Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die ĂŒbrig gebliebenen BrotstĂŒcke ein, sieben Körbe voll. Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause. Gleich darauf stieg er mit seinen JĂŒngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte diese Zeit des Gebetes nutzen, um mich dir völlig anzuvertrauen. Auch ich befinde mich oft in Notlagen und brauche deine Hilfe. Heute möchte ich mit dir darĂŒber sprechen.

Bitte: Jesus, hilf mir in meinen Notlagen.

1. Krisensitzung. Wieder einmal ist eine große Menschenmenge bei Jesus versammelt. Drei Tage lang hören die Menschen Jesus zu; dann haben sie nichts mehr zu essen und sind hungrig. Jesus ruft seine JĂŒnger zu einer „Krisensitzung“ zusammen und möchte mit ihnen das Problem besprechen. Es ist ihm wichtig, dass sie die Sache gemeinsam angehen. Sie sollen merken, dass es auch Notlagen gibt, wenn er anwesend ist. Die JĂŒnger bemerken, dass sie selbst den Menschen nicht das geben können, was sie brauchen. Aber genau das sollen sie auch bemerken.

2. Geistliche Notlagen. Auch geistlich können wir in Notlagen geraten. Wir sind hilflos und fĂŒhlen uns ohnmĂ€chtig. Wir merken das zum Beispiel daran, wenn unsere Sorgen grĂ¶ĂŸer sind als unser Gottvertrauen. Niemand kann sich selbst von der SĂŒnde erlösen, niemand kann sich durch Opfer oder SĂŒhneleistungen bei Gott „freikaufen“. Ja, dann stehen wir wirklich wie Bettler vor Gott.

3. Jesus hilft immer. Jesus nimmt sich immer unserer Notlagen an und hilft. Er lebt und hilft allen, die ihm vertrauen. Wer in Notlagen gerĂ€t, darf und soll ihm getrost vertrauen. Wer einmal an seinen SĂŒnden fast verzweifelt wĂ€re und dabei die eigene Ohnmacht erkannt hat, so jemand darf bei Jesus immer neu die Vergebung suchen, und er findet sie auch. Jesus kann das, Jesus will das, Jesus wird es auch tun – der Herr, der mit sieben Broten und ein paar Fischen viertausend Menschen satt bekommen hat.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du immer da bist, mir hilfst und fĂŒr mich sorgst.

Vorsatz: Heute werde ich ĂŒberlegen, wie ich mein Vertrauen in Jesus stĂ€rken kann.