Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 30. Januar 2022 bis Samstag 5. Februar 2022

Vierte Woche im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Deine Wege, nicht meine
Sonntag
Mich losreißen und eintreten in die FreiheitMontag
Jesus, ich berĂŒhre dichDienstag
Nicht mein Wille geschehe
Mittwoch
Hier bin ich: BefÀhige mich!Donnerstag
Demut, die befreitFreitag
Mein Herz bei Jesus ausschĂŒttenSamstag


Deine Wege, nicht meine


30. Januar 2022

Vierter Sonntag im Jahreskreis
Sonntag des Wortes Gottes

P. Leonhard Maier LC

Lk 4,21-30
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfĂŒllt. Alle stimmten ihm zu; sie staunten ĂŒber die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen, und sagten: Ist das nicht Josefs Sohn? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in KafĂĄrnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elja, als der Himmel fĂŒr drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot ĂŒber das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elja gesandt, nur zu einer Witwe in SarĂ©pta bei Sidon. Und viele AussĂ€tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten ElĂ­scha. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer NĂĄaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstĂŒrzen. Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging weg.

EinfĂŒhrendes Gebet: Du willst zu mir sprechen, Jesus. Doch ich bin oft nicht bereit dazu, habe andere PlĂ€ne. Bin ich wirklich so beschĂ€ftigt, dass ich mir nichts von meinem Gott erwarte? Denke ich etwa, meine Hilfe kommt von meinem eigenen Tun? Jetzt bete ich ganz bewusst: „Meine Rettung kommt allein von dir, Jesus!“

Bitte: Nimm mein verletztes Herz, Jesus, ich halte es dir hin: heile mich!

1. Was ich von Jesus erwarte. Niemand konnte es leugnen, dass dieser Jesus ĂŒberall große Wunder tat. Wie die Menschen aus Nazaret komme auch ich mit gewissen Erwartungen zu dir. Jesus, du kennst meine Gedanken. Du siehst meine EnttĂ€uschungen. Ich will das annehmen, dass deine Wege nicht meine sind. Ich akzeptiere, dass du Gott bist und ich ein Geschöpf in deinen guten HĂ€nden. Ich erwarte viel – ja alles – von dir, mein Christus, doch ich will dir ĂŒberlassen, wie du mich fĂŒhren willst.

2. Meine Wege. Wie wĂŒrde ich mir mein Leben eigentlich wĂŒnschen? Wenn ich z.B. wie Gott die Macht hĂ€tte, die Pandemie zu beenden, wie wĂŒrde ich es tun? Auf einmal wird mir bewusst, dass Jesus die Menschen nur persönlich heilt, nicht in Massen, durch seine Zuwendung, und dass er uns die Freiheit lĂ€sst, seine Hilfe hierfĂŒr zu erbitten, auch gemeinsam. Du, Jesus, bist der allmĂ€chtige Gott. Ich weiß, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich weiß es auf keinen Fall besser als du. Ich vertraue dir: Deine Wege sind besser als meine.

3. Wie ich mit Jesus umgehe. Sie wollten dich in Nazaret den Berg hinabstĂŒrzen. Unterscheide ich mich wirklich von diesen Nazarenern, oder bin ich nicht auch manchmal versucht, in dir einen Hochstapler und Unruhestifter zu vermuten? Jesus, ich will mich in dieser Gebetszeit dir anvertrauen. Ich stelle mich unter deinen Schutz. Ich höre dir zu. Ich bete dich an, staune ĂŒber dich und deine Wege. Meine SehnsĂŒchte vertraue ich dir an, bitte dich um ein weises Herz, dass sich voll Freude kindlich auf deine Gedanken einlĂ€sst.

GesprĂ€ch mit Christus: Die weitere Gestaltung dieses Tages soll sich an dir, Jesus, orientieren. Bei den weiteren Entscheidungen, die ich treffe, will ich dich vor Augen haben. Dir will ich gefallen, nicht zuerst mir oder den Menschen!

Vorsatz: Die nĂ€chste AktivitĂ€t will ich bewusst Jesus schenken.


Mich losreißen und eintreten in die Freiheit

31. Januar 2022

Montag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Bosco, Priester, OrdensgrĂŒnder
Gedenktag

P. Leonhard Maier LC

Mk 5,1-20
In jener Zeit kamen Jesus und seine JĂŒnger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bĂ€ndigen, nicht einmal mit Fesseln. Schon oft hatte man ihn an HĂ€nden und FĂŒĂŸen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen. Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quĂ€le mich nicht! Jesus hatte nĂ€mlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist! Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele. Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen. Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde. Da baten ihn die DĂ€monen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren! Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stĂŒrzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken. Die Hirten flohen und erzĂ€hlten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion DĂ€monen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fĂŒrchteten sie sich. Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen. Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den DĂ€monen besessen war, bei ihm bleiben zu dĂŒrfen. Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr fĂŒr dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat. Da ging der Mann weg und verkĂŒndete in der ganzen Dekapolis, was Jesus fĂŒr ihn getan hatte, und alle staunten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, es ist mir recht, wohin immer du mich leitest. Mir ist allein wichtig, mit dir zu gehen. Auch heute soll mein Herz an deinem Herzen ruhen.

Bitte: Lass mich meine eigenen PlĂ€ne beiseitelegen und Platz schaffen fĂŒr das, was du mit mir vorhast.

1. Göttliche Befreiungskraft. Ă„ngste, EnttĂ€uschungen, Erwartungen, SĂŒchte fesseln auch mich. Ich kann mir nicht vorstellen, davon frei zu werden. Jetzt bist du dran, Jesus. Du weißt um das Potential in mir und ich weiß um das Potential in dir. Den Besessenen hast du in einen Menschen verwandelt, der geordnet war und bei Verstand. Auch in mir steckt diese Sehnsucht nach harmonischer Ordnung in Leib und Seele.

2. Jesus grenzenlos wirken lassen. Eine einzige Begegnung mit Jesus bedeutete bisher bei vielen eine krasse lebensverĂ€ndernde Wandlung. Ich will dir keine Grenzen setzen, Jesus. Ich lasse mich gerne von dir ĂŒberraschen. Was wĂŒrdest du mir jetzt gerne schenken? Ich habe Krankheiten, Komplexe, Sorgen und auch gewissen Druck verspĂŒre ich. Komm herein in meine SchwĂ€che, du bist hier willkommen!

3. Wen rufst du in deine Nachfolge? Hier bin ich. Rufe mich, Jesus! Wohin schickst du mich? Ich sehe meine Verpflichtungen, die ich aus Dankbarkeit dir gegenĂŒber gewissenhaft erfĂŒlle. Du hast mich in eine Familie gestellt, hier sehe ich meine Aufgabe. Du hast mir in meinem Leben bestimmte Menschen zur Seite gestellt. Herr, ich weiß, dass ich anderen oft auf die Nerven gehe, und so will ich dich in diesen Menschen sehen, die auch auf mich manchmal wie „NervensĂ€gen“ wirken, dich, der du bei mir anklopfst.

GesprĂ€ch mit Christus: Heute noch einmal. Ich reiße mich los von der SĂŒnde, folge deinem Ruf in die Freiheit, zur wahren Liebe. Du wirst nie mĂŒde, dich mir barmherzig zu zeigen. Wie ein Kind lass ich mich von dir in den Arm nehmen.

Vorsatz: Heute will ich den „Engel des Herrn“ in der besonderen Meinung „um die Ausgießung des Hl. Geistes“ beten.


Jesus, ich berĂŒhre dich

1. Februar 2022

Dienstag der vierten Woche im Jahreskreis

P. Leonhard Maier LC

Mk 5,21-43
In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von GalilĂ€a hinĂŒber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. WĂ€hrend er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher namens JaĂŻrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu FĂŒĂŸen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die HĂ€nde auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drĂ€ngten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drĂ€ngte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berĂŒhrte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berĂŒhre, werde ich geheilt. Sofort hörte die Blutung auf, und sie spĂŒrte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fĂŒhlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem GedrĂ€nge um und fragte: Wer hat mein Gewand berĂŒhrt? Seine JĂŒnger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drĂ€ngen, und da fragst du: Wer hat mich berĂŒhrt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. WĂ€hrend Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu JaĂŻrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemĂŒhst du den Meister noch lĂ€nger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den LĂ€rm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schlĂ€ft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt ĂŒbersetzt: MĂ€dchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das MĂ€dchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schĂ€rfte ihnen ein, niemand dĂŒrfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem MĂ€dchen etwas zu essen geben.

EinfĂŒhrendes Gebet: So oft begegne ich dir, Christus. Ganz oft unbewusst und ungeduldig. Du weißt das schon. Ich halte jetzt an, um dir in die Augen zu schauen. In diesem Gebet.

Bitte: Gib mir Glaube an dich und Hoffnung!

1. Jesus geht mit mir. Der Synagogenvorsteher erzĂ€hlt dir von seinem Anliegen. Du gehst gleich mit ihm. So erzĂ€hle ich dir jetzt auch von meinen Anliegen. Ich flehe dich an, ich brauche dich! Geh heute diesen Tag mit mir! Heute ist der Höhepunkt meines Lebens, in deiner Gegenwart.

2. Ich habe dich berĂŒhrt! Was fĂŒr ein Glaube im Herzen der blutflĂŒssigen Frau! Wow! So will ich zur heiligen Kommunion gehen. Ich werde bald Gemeinschaft haben mit meinem Gott! Er wird sich um mich bestens kĂŒmmern, ich weiß es!

3. Du sorgst fĂŒr mich. Erstaunlich, dass extra erwĂ€hnt wird, wie wichtig es Jesus war, dass dem zum Leben erweckten MĂ€dchen etwas zu essen gegeben wird. Typisch Jesus, er weiß, was jeder von uns braucht und was ihn aufbaut! Bei dir bin ich in guten HĂ€nden, mein Gott. Bei dir geht es mir gut.

GesprĂ€ch mit Christus: Erwartungsvoll bin ich mit dir zusammen, mein großer WohltĂ€ter! Du wirst mich nicht enttĂ€uschen. Zu wem sonst sollte ich gehen? Deshalb „verschwende“ ich meine Zeit gerne mit dir, da nĂŒtze ich meine Zeit am besten.

Vorsatz: Ich werde heute oft mit Jesus sprechen, sei es unterwegs im Alltagsgeschehen oder in Momenten der Ruhe.


Nicht mein Wille geschehe


2. Februar 2022

Darstellung des Herrn
Fest

Tag des geweihten Lebens

P. Leonhard Maier LC

Lk 2,22-40
Als sich fĂŒr die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfĂŒllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede mĂ€nnliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde vom Geist in den Tempel gefĂŒhrt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz ĂŒblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lĂ€sst du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit fĂŒr dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten ĂŒber die Worte, die ĂŒber Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter PĂ©nuĂ«ls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges MĂ€dchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich stĂ€ndig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach ĂŒber das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach GalilĂ€a in ihre Stadt Nazaret zurĂŒck. Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfĂŒllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Dir, Jesus, schenke ich mein Leben. Ich setze alles auf die eine Karte, auf dich: meine Gesundheit, meine SchĂ€tze, meine PlĂ€ne und besonders meinen Willen.

Bitte: Gib mir die Gnade, dass in meinem Leben dein Wille geschehe!

1. Den Schatz meines Willens opfere ich auf. In mir gibt es SehnsĂŒchte, die ich verwirklichen will. Ich will jetzt Abstand nehmen von diesen, um dir zuzuhören, was deine SehnsĂŒchte sind. Dein Wille ist besser fĂŒr mich als mein eigener. Du weißt besser um das wahre Gut als ich. Dir vertraue ich mehr als meiner eigenen Neigung.

2. Meine Zukunft ist Jesus Christus. Wo soll es hingehen? Was habe ich vor Augen bei allem, was ich unternehme? Wie Simeon darf ich erleben, dass meine Augen das Heil gesehen haben, das allen Völkern bereitet ist. Als katholischer Christ begegne ich Christus kraft des Glaubens bei jeder Eucharistiefeier, jeder Beichte, jeder Anbetung und in meinen hilfebedĂŒrftigen Geschwistern. Das Ziel meines Lebens ist, Jesus Christus einmal ohne Schleier zu schauen, von Angesicht zu Angesicht, fĂŒr immer.

3. Das Geheimnis der verhĂ€rteten Herzen. Jesus, wieso können viele dich nicht als ihren Retter annehmen? Warum sehen sie deine Zeichen und lehnen dich dennoch ab? Ich kenne selbst viele, die nicht begeistert sind von dir. Wenn sie dich doch kennen wĂŒrden!

GesprĂ€ch mit Christus: Mach mich zu einem Werkzeug, das verhĂ€rteten Herzen einen Zugang ermöglicht zu dir! Sende mich!

Vorsatz: Wenn der Herr mich darum bittet, melde ich mich heute bei jemandem, der sich noch schwer tut mit Jesus und interessiere mich fĂŒr ihn.


Hier bin ich: BefÀhige mich!

3. Februar 2022

Donnerstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Blasius, Bischof, MĂ€rtyrer
Hl. Ansgar, Bischof, Glaubensbote

P. Leonhard Maier LC

Mk 6,7-13
In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im GĂŒrtel, kein zweites Hemd und an den FĂŒĂŸen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schĂŒttelt den Staub von euren FĂŒĂŸen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele DĂ€monen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

EinfĂŒhrendes Gebet: Warum sendest du Menschen, damit Menschen gerettet werden können? Ich staune ĂŒber deine Wege! Die Menschheit erlösen ist sicher sehr erfĂŒllend, deshalb willst du uns dabeihaben!

Bitte: BefĂ€hige mich zur Sendung, die du mir anvertraust!

1. In deine Schule gehen. Was liegt dir am Herzen? Was ist dir wichtig? Ich packe gerne an, doch vielleicht ist das nicht immer in deinem Sinne. Schnell erledige ich, was mir Spaß macht. Kann es sein, dass ich mich bekehren und umdenken muss, um deiner Sendung dienen zu können? Ich will dir jetzt zuhören und lernen, worauf es dir ankommt.

2. Deine Macht macht mich stark. Ich traue mich nicht, bin unsicher und feige. Da verstehe ich, dass es nicht auf mich ankommt, sondern auf dein Wirken. Ich muss dich wirken lassen, deine Worte verkĂŒnden und deine Gebote. Der Rest geschieht durch deine Macht. Du sprichst direkt zu jedem Menschen. Ich darf dich zu denen bringen, die du mir anvertraust. Das macht mir Hoffnung und Freude. Du kĂ€mpfst fĂŒr uns, wir dĂŒrfen uns auf dich stĂŒtzen und das tun, was du uns eingibst.

3. Die FrĂŒchte meiner Sendung erwarten. Was darf ich erwarten als Frucht meiner Sendung? Heilungen, Befreiungen und Frieden. Warum machen da nicht mehr mit? Warum folgen nicht alle dir? Ich will mich auf dieses Abenteuer einlassen und mich senden lassen. Dorthin, wo du mich brauchst. Ich bin mir sicher: durch mich willst du FrĂŒchte bringen, die ewiges Leben hervorbringen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herrlich, dass diese Gebetszeit reiche Frucht bringt. Mit dir Zeit verbringen heißt im ewigen Leben ankommen. Beten bedeutet, den Sinn meines Lebens zu verwirklichen. Ich genieße es.

Vorsatz: Die jetzt anstehende TĂ€tigkeit will ich bewusst zur Verherrlichung meines Gottes leben, als Apostel.


Demut, die befreit

4. Februar 2022

Freitag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Rabanus Maurus, Bischof

P. Leonhard Maier LC

Mk 6,14-29
In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der TĂ€ufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche KrĂ€fte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Herodes hatte nĂ€mlich Johannes festnehmen und ins GefĂ€ngnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen, denn Herodes fĂŒrchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schĂŒtzte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu. Eines Tages ergab sich fĂŒr Herodias eine gĂŒnstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten BĂŒrgern von GalilĂ€a zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen GĂ€sten so sehr, dass der König zu ihr sagte: WĂŒnsch dir, was du willst; ich werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die HĂ€lfte meines Reiches wĂ€re. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wĂŒnschen? Herodias antwortete: Den Kopf des TĂ€ufers Johannes. Da lief das MĂ€dchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des TĂ€ufers Johannes bringen lĂ€sst. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen GĂ€sten einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins GefĂ€ngnis zu gehen und den Kopf des TĂ€ufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes. Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem MĂ€dchen, und das MĂ€dchen gab ihn seiner Mutter. Als die JĂŒnger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, oft verfehle ich mich gegen dich, verletze Menschen und begehe Unrecht in der Weise, wie ich ĂŒber andere Menschen rede und denke. Und dann fehlt mir auch noch die Freiheit, mein Unrecht voll und ganz einzusehen und Wiedergutmachung zu leisten.

Bitte: Gib mir Demut, damit ich meine Fehler bekenne und mich bekehre.

1. Ich bin ein SĂŒnder. Ich ĂŒbertreibe, gebe an, beschimpfe zu Unrecht, vergreife mich im Ton und vernachlĂ€ssige meine Pflichten. Menschen leiden unter mir. Ich unterlasse Hilfeleistungen und Worte der Sanftmut, die andere von mir brauchen wĂŒrden. Ich habe Menschenfurcht und verzichte auf Heldenmut. Ich brauche deine Hilfe, Jesus!

2. Auch ich habe mich oft verrannt. In so manchen Themen und Bereichen bin ich extrem unausgeglichen. Da lasse ich mir auch kaum helfen und bin nicht bereit, eine neue Herangehensweise zu erlernen. Und doch hoffe ich auf dich, Christus, dass du mir deinen heiligen Geist sendest. Der darf mich fĂŒhren und begleiten und korrigieren. Dein Geist darf mich innerlich erneuern und beleben, wenn ich nicht mehr allein aus der WĂŒste meiner Ichbezogenheit herausfinde.

3. Raus aus dem Irrweg. Von dir, Jesus, lasse ich mich gerne in Frage stellen. Auch gegenĂŒber den Kommentaren meiner Mitmenschen will ich kritikfĂ€hig werden. Da will ich mich entschuldigen und frei bekennen, dass ich falsch gehandelt habe. Wie anders wĂ€re die Geschichte von Johannes dem TĂ€ufer weitergegangen, wenn Herodes sein irres Versprechen bereut und nicht danach gehandelt hĂ€tte! Ich will nie ein Gefangener meiner SĂŒnde sein!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich denke gerade an sehr konkrete Menschen, die ich falsch behandelt habe. Ich will in diesen Beziehungen den Neuanfang wagen. Deine Gnade soll mich dabei beflĂŒgeln.

Vorsatz: Ich bete heute den Tag ĂŒber immer wieder fĂŒr die Menschen, die ich verletzt habe und lege sie in Jesu HĂ€nde.


Mein Herz bei Jesus ausschĂŒtten

5. Februar 2022

Samstag der vierten Woche im Jahreskreis
Hl. Agatha, Jungfrau, MĂ€rtyrin
Gedenktag

P. Leonhard Maier LC

Mk 6,30-34
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen StĂ€dten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gut, dass ich jetzt zu dir kommen kann, Jesus. Ich muss dir vieles berichten. Mich bewegt gerade einiges. Ich habe es schon mit einigen Menschen besprochen. ich konnte da aber noch nicht ganz offen sein. Bei dir darf ich ganz frei reden, ohne Bedenken. Du verstehst mich.

Bitte: Gib mir ein tiefes und echtes Gebetsleben, einen wahren Austausch mit meinem Schöpfer und Erlöser und Heiligmacher.

1. Jesus interessiert sich fĂŒr meine Erlebnisse. Ich bin dir nicht egal. Ich darf spĂŒren, wie du mir zuhörst und mich ernst nimmst. Das beruhigt mich. Ich erzĂ€hle dir, worauf ich stolz bin und was mir peinlich ist. Ich zeige dir die Wunden, die von meinen SĂŒnden kommen. Auch meine SehnsĂŒchte und TrĂ€ume will ich mit dir besprechen und dich bitten, dass dein Wille geschehe und dass dein Reich komme!

2. Mein Erlöser will „QualitĂ€tszeit“ mit mir verbringen. Du nimmst mich in den Arm und wir gehen spazieren. Endlich Zeit mit diesem starken und wunderbaren Jesus! Nur er und ich! Was fĂŒr ein Privileg, dass wir Freunde sein dĂŒrfen! Ich werde erhoben durch die Beziehung mit dir, ich werde ganz neu und frisch. Es ist genau das, was ich brauche.

3. Jesu Offenheit fĂŒr die Nöte der Menschen. Und dann darf ich dir von den Anliegen erzĂ€hlen, die mir viele Menschen fĂŒr dich mitgegeben haben. Ich sehe dich, wie du mir zuhörst und mein Vertrauen schĂ€tzt. Jesus, wir vertrauen auf dich, deshalb wenden wir uns an dich. Es ist so gut, dass du ein Gott bist, mit dem wir reden können. Bei dir erfĂŒllen sich meine SehnsĂŒchte nach gesunder und heilsamer Kommunikation. Keiner ist wie du!

GesprĂ€ch mit Christus: Und nach einiger Zeit merke ich, dass es gut ist. Du nimmst dich meiner Anliegen an. Ich habe sie bei dir „deponiert“ und erfahre, wie ich frei werde von Sorgen.

Vorsatz: Sobald ich eine Sorge verspĂŒre, gebe ich sie bei Jesus ab.