Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 16. Januar 2022 bis Samstag 22. Januar 2022

Zweite Woche im Jahreskreis

P. Raphael Ballestrem LC

Jesus wirkt in deinem Leben!Sonntag
Der BrÀutigam ist heute bei dir!Montag
Sabbat geschlabbert?Dienstag
LebenslustMittwoch
Wer ist JesusDonnerstag
Name, nicht NummerFreitag
Probleme, Probleme, ProblemeSamstag


Jesus wirkt in deinem Leben!

16. Januar 2022

Zweiter Sonntag im Jahreskreis

P. Raphael Ballestrem LC

Joh 2,1-11
In jener Zeit fand in Kana in GalilĂ€a eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine JĂŒnger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne WasserkrĂŒge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefĂ€hr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: FĂŒllt die KrĂŒge mit Wasser! Und sie fĂŒllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der fĂŒr das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den BrĂ€utigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die GĂ€ste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in GalilĂ€a, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine JĂŒnger glaubten an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein Wort in meinem Herzen wirken.

Bitte: Herr, ich erfahre immer wieder Nöte. Meine SchwĂ€chen und Unvollkommenheiten machen mir manchmal zu schaffen. Aber du bist da. Du bist allmĂ€chtig. Du kannst auch heute Wunder wirken. Komm und hilf!

1. Die Unvollkommenheit des Brautpaares. Das Brautpaar, das inmitten der Feier keinen Wein mehr anbieten kann, erinnert uns an unsere menschliche Unvollkommenheit. Oft bleibt unser Dienst hinter den Nöten der eigenen Familie, Freunde und Bekannten zurĂŒck. Unser Herz brennt nicht in der Weise fĂŒr Gott, wie er es eigentlich verdienen wĂŒrde. Und bei unseren tĂ€glichen Aufgaben kommen wir oft an unsere Grenzen. All das könnten wir beklagen. Aber gerade in unserer SchwĂ€che kann Gott seine StĂ€rke zeigen.

2. Die FĂŒrsprache Mariens. Ist es nicht beeindruckend, dass Maria diese Situation wahrnimmt? Und wie reagiert sie? Sie klagt nicht, sie urteilt nicht und sie schaut nicht weg. Sie geht zu Jesus und bittet ihn, zu helfen. Das darf uns Zuversicht geben: Maria sieht auch unsere Herausforderungen. Und auch da sieht sie nicht tatenlos zu. Sie ist unsere FĂŒrsprecherin bei ihrem Sohn.

3. Das Wunder Jesu. Jesus ist Mensch geworden, weil wir Menschen ihn brauchen. Er ist Mensch geworden, weil wir schwach und durch die SĂŒnde verletzt sind. Er ist Mensch geworden, um uns aufzurichten und zu stĂ€rken. So beschenkt Jesus die Hochzeitsgesellschaft mit einem Wein, der die Erwartungen aller ĂŒbersteigt. Der neue Wein erinnert uns an das Blut Jesu und an seine Liebe, die unsere menschliche Liebe weit ĂŒbertrifft. Jesus lĂ€sst uns an seiner Liebe teilhaben. Das gibt uns Kraft, Geduld und Ausdauer in unseren PrĂŒfungen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mein Leben und meine Sorgen. Mit Zuversicht komme ich zu dir und zeige dir meine Nöte. Beschenke mich heute mit deiner Liebe. Mutter Maria, bitte fĂŒr uns.

Vorsatz: Ich möchte heute bewusst FĂŒrbitte halten, in der hl. Messe oder zu einem anderen Zeitpunkt.


Der BrÀutigam ist heute bei dir!

17. Januar 2022

Zweiter Montag im JahreskreisHl. Antonius der Große, Mönchsvater
Gedenktag

P. Raphael Ballestrem LC

Mk 2,18-22
Da die JĂŒnger des Johannes und die PharisĂ€er zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend die JĂŒnger des Johannes und die JĂŒnger der PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste fasten, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand nĂ€ht ein StĂŒck neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch grĂ¶ĂŸerer Riss. Auch fĂŒllt niemand neuen Wein in alte SchlĂ€uche. Sonst zerreißt der Wein die SchlĂ€uche; der Wein ist verloren, und die SchlĂ€uche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue SchlĂ€uche.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein Wort in meinem Herzen wirken.

Bitte: Herr, du bist da, unabhĂ€ngig davon, ob ich es gerade fĂŒhlen kann oder nicht. Deine Gegenwart ist ein Geschenk. Lehre mich, mich an dir zu erfreuen!

1. Der BrĂ€utigam ist da! Johannes schreibt zu Beginn seines Evangeliums: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut“ (Joh 1,14). Das klingt sehr abstrakt. Das heutige Evangelium fĂŒhrt uns vor Augen, was das bedeutet: Jesus ist bei ihnen, er zieht mit ihnen umher, er isst mit ihnen, er schaut sie an, sie können mit ihm reden. Ja, der BrĂ€utigam ist wirklich da. Das Besondere: Jesus wollte nicht, dass das Privileg, sein Fleisch zu sehen, nur einer kleinen Zahl von Menschen zuteilwird. Deswegen ist er in der Eucharistie bei uns geblieben. Auch fĂŒr uns gilt: Der BrĂ€utigam ist da!

2. Der BrĂ€utigam ist nah! Die PharisĂ€er hatten Schwierigkeiten, den BrĂ€utigam als solchen zu erkennen. Äußerlich hatte er wenige Besonderheiten aufzuweisen. Ehrlich gesagt ist das fĂŒr uns auch nicht immer einfach. Auch wir mĂŒssen uns darin ĂŒben, das Wirken Gottes in unserem Alltag zu erkennen: in den konkreten UmstĂ€nden, die unsere Arbeit manchmal einfacher oder schwieriger machen, in der helfenden Hand, die wir nicht erwartet hatten, in dem bedĂŒrftigen Nachbarn, der auf unsere Zuwendung wartet.

3. Fasten? MĂŒssen wir ĂŒberhaupt noch fasten, wenn Jesus in unserem Leben so gegenwĂ€rtig ist? Wie schön ist es, wenn wir mit freudigem Herzen die Feste feiern, wie sie fallen! Zwischendurch braucht es aber immer wieder die Zeiten des Fastens. Es stĂ€rkt unseren Hunger nach Gott, unseren Wunsch, ihn und den NĂ€chsten zu lieben. Jesus selber hat gefastet, als er 40 Tage in der WĂŒste war.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich möchte dich sehen. Du hast so vielen Menschen das Augenlicht zurĂŒckgeschenkt. Erlaube auch mir, dich zu sehen und in meinem gewöhnlichen Leben dein Wirken zu entdecken.

Vorsatz: Ich möchte heute Abend kurz innehalten und Jesus fĂŒr die Momente des heutigen Tages danken, in denen ich ihm begegnen durfte.


Sabbat geschlabbert?

18. Januar 2022

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Beginn der Weltgebetsoktav fĂŒr die Einheit der Christen

P. Raphael Ballestrem LC

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine JĂŒnger Ähren ab. Da sagten die PharisĂ€er zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fĂŒgte hinzu: Der Sabbat ist fĂŒr den Menschen da, nicht der Mensch fĂŒr den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein Wort in meinem Herzen wirken.

Bitte: Heiliger Geist, schenke mir Einsicht und lehre mich, den Sinn des Gesetzes zu erfassen. Forme in mir ein liebendes Herz.

1. Die Sklaverei ist zu Ende! Die Israeliten verbrachten lange Zeit als Sklaven in Ägypten, bis Gott sie aus der Sklaverei herausgefĂŒhrt hat. Die Menschheit weilte lange in der Sklaverei der SĂŒnde, bis Jesus gekommen ist und sie durch sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung befreit hat. Jesus möchte unsere Freiheit. Und auch die Gesetze, so notwendig sie sein mögen, dĂŒrfen nicht eine neue Sklaverei begrĂŒnden. Im Gegenteil, sie sollen uns helfen, als das zu leben, was wir sind: geliebte Töchter und Söhne Gottes!

2. Ihr Herz ist beunruhigt. Die Beschwerde der PharisĂ€er kann mehrere Ursachen haben. Vielleicht waren sie um die treue Weitergabe der Gesetze und Vorschriften besorgt. Vielleicht meinten sie, auf diese Weise Gott zu ehren. Vielleicht waren sie neidisch. Auf jeden Fall scheinen sie verĂ€rgert und aufgeregt zu sein. Wie wichtig ist es, die anderen nicht vorschnell zu verurteilen, ihnen eine gute Absicht zu unterstellen und ihnen vielleicht sogar etwas Gutes zu gönnen.

3. Der Sabbat ist fĂŒr den Menschen da. Am siebten Tag ruhte Gott. Er lĂ€dt uns ein, jede Woche einen Ruhetag zu halten, an dem wir mehr Zeit haben, um Gott zu preisen und an dem wir unserer Familie und den NĂ€chsten Zeit schenken können. Der Mensch ist keine Maschine. Je intensiver wir den Sabbat leben, umso menschlicher wird unser Leben, da es aus der Beziehung mit Gott und den Anderen Kraft schöpft.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist der gute Hirte, der mich zum Ruheplatz am Wasser fĂŒhren will. Du möchtest mir inneren Frieden schenken. Du möchtest mir Kraft schenken. Löse mich aus der Sklaverei der SĂŒnde und unguter Gewohnheiten.

Vorsatz: Ich schmiede heute schon PlĂ€ne, wie ich den nĂ€chsten Sonntag bewusst und entschieden als „Tag des Herrn“ begehe.


Lebenslust

19. Januar 2022

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis

P. Raphael Ballestrem LC

Mk 3,1-6
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nĂ€mlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer ĂŒber ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die PharisĂ€er hinaus und fassten zusammen mit den AnhĂ€ngern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein Wort in meinem Herzen wirken.

Bitte: Herr, hilf mir zu begreifen, dass du mich mit einem neuen Leben beschenken möchtest. Wecke in mir Vorfreude auf das ewige Leben bei Dir.

1. Eine Herzenssache. Jesus schaut auf unser Herz. Es geht ihm in erster Linie nicht darum, ob wir Regeln befolgen. Er freut sich viel mehr, in uns ein liebendes, großzĂŒgiges Herz zu finden. Gott ist die Liebe, nicht ein Gesetz. Derjenige, der wahrhaft liebt, strebt danach, gewisse Regeln zu erfĂŒllen, die das liebende Herz schĂŒtzen und stĂ€rken.

2. Die verdorrte Hand. Die Begegnung mit Jesus war fĂŒr den Mann in der Synagoge so verĂ€ndernd. Er wurde geheilt. Die verdorrte Hand konnte wieder fĂŒhlen und wurde krĂ€ftig. Man könnte fast sagen, sie wurde lebendig. Jesus will Gesundheit schenken, er will uns Leben geben. Und er beschrĂ€nkt sich nicht auf das biologische Leben. Er möchte uns ein Leben in Freundschaft mit ihm ermöglichen und uns eines Tages im ewigen Leben umarmen.

3. Der Preis. Die letzten Verse des Evangeliums deuten schon an, welchen Preis Jesus dafĂŒr bezahlen musste, dass er uns das ewige Leben schenken wollte: „Sie fassten den Beschluss, Jesus umzubringen.“ Jesus sehnt sich so sehr danach, uns ein neues Leben zu geben, dass ihm dieser Preis nicht zu hoch ist. Wenn der Mann mit der verdorrten Hand Grund hatte, Jesus dankbar zu sein, haben wir zu dieser Dankbarkeit noch viel mehr Grund!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bin so oft in den kleinen Dingen meines Alltags gefangen, Ă€hnlich wie die PharisĂ€er, die sehr um die Einhaltung des Gesetzes besorgt waren. Öffne mir die Augen und das Herz fĂŒr das Große, das du mir und allen Menschen bereitet hast.

Vorsatz: In Vorfreude auf das ewige Leben möchte ich eine Schwierigkeit meines heutigen Tages mit einem LĂ€cheln annehmen.


Wer ist Jesus?

20. Januar 2022

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian, Papst, MĂ€rtyrer
Hl. Sebastian, MĂ€rtyrer

P. Raphael Ballestrem LC

Mk 3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen JĂŒngern an den See zurĂŒck. Viele Menschen aus GalilĂ€a aber folgten ihm. Auch aus JudĂ€a, aus Jerusalem und IdumĂ€a, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen JĂŒngern, sie sollten ein Boot fĂŒr ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrĂŒckt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrĂ€ngten, um ihn zu berĂŒhren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein Wort in meinem Herzen wirken.

Bitte: Jesus, hilf mir, dich so zu kennen, dass ich nicht anders kann, als dich zu lieben.

1. Die Ă€ußere Schale. Hunderte Menschen kamen an den See Gennesaret. Von weit her machten sie sich auf. Sie scheuten keine MĂŒhen. Warum? Weil sie gehört hatten, dass Jesus Unglaubliches tut, dass Taube hören, dass Lahme gehen. Das ist eine erste Stufe in der Kenntnis Jesu: das Wahrnehmen der Ă€ußeren Taten. Das ist nicht schlecht, aber das ist nicht alles. Jesus nutzt die Neugierde dieser Menschen, um sich noch viel mehr zu offenbaren.

2. Das Innere. Jesus berĂŒhrt die Kranken. Zum einen ist das der Moment, in dem ein Wunder geschieht. Aber die BerĂŒhrung und der liebevolle Blick Jesu bewirken noch viel mehr: In diesem Moment erfĂ€hrt jeder, dem er sich zuwendet, seine persönliche Liebe. Was die Menschen sich ursprĂŒnglich in ihrer Neugierde zu sehen erhofften, wird nun bei weitem ĂŒbertroffen.

3. Der Kern. Die Offenbarung geht noch weiter, dieses Mal kommt sie aus dem Mund der Besessenen. Sie rufen: „Du bist der Sohn Gottes!“ SpĂ€testens jetzt muss es allen wie Schuppen von den Augen fallen. Jesus ist nicht irgendein ĂŒberraschender WundertĂ€ter. Er ist Gottes Sohn. In seiner menschlichen Natur wird er berĂŒhrbar und ist den Menschen nahe. Auf diese Weise möchte er alle in Freude versetzen, sie wissen lassen, wie sehr er sie liebt und seine Freundschaft anbieten.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Jesus, es ist unfassbar, wie nah du uns Menschen bist und wie sehr du unsere menschlichen Nöte, Herausforderungen und Leiden kennst. Du bist kein Gott in der Ferne. Im Gegenteil, du sehnst dich danach, mir und allen Menschen deine Liebe zu offenbaren.

Vorsatz: Ich möchte heute ein Vaterunser fĂŒr alle Menschen beten, die Jesus nicht kennen.


Name, nicht Nummer

21. Januar 2022

Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Agnes, Jungfrau, MĂ€rtyrin
Hl. Meinrad, Mönch, Einsiedler, MÀrtyrer

P. Raphael Ballestrem LC

Mk 3,13-19
In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwĂ€hlt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht DĂ€monen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des ZebedĂ€us, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, dazu Andreas, Philippus, BartholomĂ€us, MatthĂ€us, Thomas, Jakobus, der Sohn des AlphĂ€us, ThaddĂ€us, Simon KananĂ€us und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein Wort in meinem Herzen wirken.

Bitte: Jesus, jedem von uns gibst du eine spezifische Aufgabe und Berufung. Hilf mir, meine Berufung tiefer zu verstehen und sie mit Freude zu leben.

1. Sein Herz brennt. Jesus ist von dem Wunsch beseelt, dass alle Menschen seine Liebe kennen und erfahren dĂŒrfen. Es reicht nicht, dass er alleine umherzieht und Wunder tut. Er möchte, dass die Apostel ihm dabei helfen. Die Liebe Christi kann ein Leben komplett verĂ€ndern und ihm einen neuen Lebenssinn verleihen. Wie wĂ€re es, wenn auch wir heute anderen Menschen diese Erfahrung ermöglichen?

2. Die Zwölf. Jesus geht zunĂ€chst auf den Berg, um zu beten. In stiller Zweisamkeit bespricht er mit dem himmlischen Vater, was er tun will. Und dann wĂ€hlt er die Zwölf aus. Diese Zahl zeigt die KontinuitĂ€t in der Heilsgeschichte. Durch die zwölf StĂ€mme Israels und ihre StammvĂ€ter hatte Gott diesen Augenblick vorbereitet.

3. Name, nicht Nummer. Jesus ruft jeden der Apostel bei seinem Namen. Er schaut liebevoll auf die Person. Er kennt sie, mit ihrer Geschichte, ihren StĂ€rken und SchwĂ€chen. Er liebt jeden Einzelnen. Und er beehrt sie wie kein anderer es könnte, indem er sie zu sich einlĂ€dt. Das ist das Faszinierende an jeder Berufung.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, es ist geradezu unglaublich, dass du uns mit deiner Liebe so beschenkst. Es ist eine Ehre, dass wir deine Mitarbeiter sein dĂŒrfen. Danke dafĂŒr!

Vorsatz: Ich möchte heute meine Standespflichten mit Liebe und Dankbarkeit erfĂŒllen.


Probleme, Probleme, Probleme

22. Januar 2022

Samstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, Diakon, MĂ€rtyrer

P. Raphael Ballestrem LC

Mk 3,20-21
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die JĂŒnger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurĂŒckzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, dein Wort ist kraftvoll, es ist belebend und inspirierend. Öffne mein Herz und lass dein in meinem Herzen wirken.

Bitte: Herr, in meinem Leben gibt es auch immer wieder MĂŒdigkeit und Schwierigkeiten. Zeige mir, wie ich damit umgehen soll.

1. Keine „Erfolgsstory“. Jesus erfĂŒllt das Lebenswerk, das der Vater ihm aufgetragen hat. Er zieht umher, erzĂ€hlt den Menschen vom himmlischen Vater, heilt viele und lĂ€sst sie seine Liebe spĂŒren. Dabei nimmt er immer wieder Strapazen auf sich. Sie konnten nicht einmal essen, so viele Menschen waren in das Haus gekommen. Und das ist nicht alles. Er stĂ¶ĂŸt bei seinen Angehörigen auf großes UnverstĂ€ndnis. Sie halten ihn fĂŒr verrĂŒckt. Wie sehr muss das Jesus geschmerzt haben.

2. Jesus kennt dein Leid. Oft erfahren auch wir Leid und Schwierigkeiten. Und es fĂ€llt uns schwer, auch nur andeutungsweise zu verstehen, warum Gott das zulĂ€sst. Vieles werden wir vielleicht erst in der Ewigkeit begreifen. Aber schon heute wissen wir, dass Jesus uns versteht. Er weiß, wie es ist, ausgelaugt zu sein oder nicht verstanden zu werden. Seine NĂ€he kann uns in diesen Momenten Mut und Trost schenken.

3. Der andere Blickwinkel. Wenn Jesus heute auf die Begebenheit, die das Evangelium uns erzĂ€hlt, zurĂŒckschaut, was fĂŒr GefĂŒhle regen sich dann in ihm? Ist er verbittert, weil seine Angehörigen ihn so schlecht behandelt haben? Ist er verĂ€rgert, weil alles viel glatter hĂ€tte laufen können? Oder ist er vielleicht froh, diese Herausforderungen mit viel Geduld gemeistert zu haben und damit auch heute vielen Menschen Mut zu machen? Wie werden wir spĂ€ter auf unsere Schwierigkeiten schauen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich vertraue auf dich. Auch dann, wenn mein Alltag schwer ist. Du bist bei uns alle Tage bis ans Ende der Welt. Schenke mir Ausdauer und Geduld, wenn ich sie am meisten brauche.

Vorsatz: Mit einem kleinen Akt der NĂ€chstenliebe werde ich heute jemandem in meinem Umfeld den Tag etwas angenehmer machen.