Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. Januar 2022 bis Samstag 15. Januar 2022

Erste Woche im Jahreskreis

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Raum schaffenSonntag
Das Reich Gottes Montag
Mächtiger Jesus Dienstag
Jesus hatte viele geheiltMittwoch
Jesus hatte Mitleid mit ihmDonnerstag
Jesus anerkennt den GlaubenFreitag
Jesus ruftSamstag


Raum schaffen

9. Januar 2022

Taufe des Herrn
Fest

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Lk 3,15-16.21-22
In jener Zeit war das Volk voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich lege jetzt alles ab, ich möchte dir meine Zeit schenken, ich möchte bei dir sein, denn du liebst mich und du möchtest auch bei mir sein. Du sehnst dich nach mir.

Bitte: Jesus, vor langer Zeit wurde ich getauft, seitdem lebst du in meinem Herzen und ich bin froh darĂĽber. Möge das heutige Fest das Bewusstsein deiner Gegenwart und die Freude darĂĽber in mir stärken.

1. Das Volk war voller Erwartung. In Israel traten immer wieder Propheten auf, welche dem Volk Orientierung gaben. Johannes der Täufer war einer von diesen. Mit seiner Predigt hat er groĂźe Menschenmengen angesprochen. Das Volk ĂĽberlegte im Herzen, ob Johannes nicht der versprochene Messias sein könnte; denn sie sehnten sich nach ihm.

2. Es kommt aber einer… Johannes ist der größte Prophet, wie es der Herr selbst ĂĽber ihn sagt, denn er hat es verstanden, fĂĽr den Herrn Raum in seinem Herzen und im Herzen anderer zu schaffen. Wie oft begegnen wir dieser Herausforderung… Eltern brauchen Hilfe, um einem Ungeborenen einen Platz zu bereiten und es nicht abzulehnen; jĂĽngere Menschen machen in ihrem Herzen kein Platz fĂĽr die Erfahrung der Alten; die ältere Generation will nicht loslassen um den jĂĽngeren Platz zu machen… Johannes aber hat es verstanden, fĂĽr den Herrn Raum zu schaffen, obwohl es mit Verzicht verbunden war.

3. Auch Jesus lieĂź sich taufen. Obwohl Jesus es nicht nötig gehabt hätte, denn er hatte ja nicht gesĂĽndigt, lässt er sich taufen. Was können wir daraus lernen? – Jesus war ohne SĂĽnde, und dennoch hat er fĂĽr unsere SĂĽnden bezahlt; aus Solidarität hat er sich erniedrigt und steht mit den SĂĽndern an, um getauft zu werden. Durch sein Opfer am Kreuz hat er fĂĽr uns Raum im Himmel geschaffen, eine Wohnung fĂĽr uns.

Gespräch mit Christus: Jesus, am Tag meiner Taufe habe ich deine Gegenwart in mir empfangen. Die Gnade will sich weiterentwickeln. Habe ich dir in meinem Leben genug Raum geschaffen? Wie siehst du es, Jesus? Bist du zufrieden mit dem Raum, den du in meinem Leben einnimmst?

Vorsatz: Durch ein Werk der Barmherzigkeit werde ich in meinem Herzen ein wenig mehr Platz fĂĽr Jesus schaffen.


Das Reich Gottes

10. Januar 2022

Montag der ersten Woche im Jahreskreis

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, bitte erneuere in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Durch diese drei Tugenden habe ich Zugang zu dir. Ich möchte jetzt bei dir sein.

Bitte: Herr, errichte dein Reich in meinem Herzen.

1. Die Zeit ist erfĂĽllt, das Reich Gottes ist nahe. Diese Worte hat der Herr vor 2000 Jahren gesprochen, von daher ist unserer Generation das Reich Gottes vielleicht noch nähergekommen als der Generation Jesu. Schauen wir auf diese letzten zwei Jahrtausende zurĂĽck. Vieles ist schlecht gelaufen und doch hat die Gemeinschaft der Getauften – die Kirche – sehr viel Gutes hinterlassen. Sind wir uns dessen bewusst oder bleiben wir nur bei Schlechtem stehen? Wo in der Geschichte finden wir die Manifestierungen des Reiches Gottes?

2. Kommt, folgt mir nach! Warum waren Petrus und die anderen bereit, einfach alles stehen und liegen zu lassen? Was haben sie an Jesus gefunden? Er hat sie berufen und sie folgten ihm. Es scheint so, als ob sie gar keine Bedenkzeit brauchten. In dem Augenblick waren sie bereit zu vertrauen, und auch Sorgen ĂĽber die Zukunft haben sie nicht zurĂĽckhalten können.

3. Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Es wäre interessant, kurz darĂĽber nachzudenken, warum Jesus seine Apostel gerade unter Fischern ausgesucht hat. Was bringen Fischer mit? Sie können hart arbeiten, sie sind geduldig und verstehen es, sich an die Umgebung anzupassen, sie sind bereit, sich die Hände schmutzig zu machen und sind gerade dann verfĂĽgbar, wenn die Fische kommen. Diese Kombination bieten nur wenige Berufe an.

Gespräch mit Christus: Jesus, seit vielen Jahrhunderten berufst du Menschen, um dein Reich auszubreiten. Es gibt bereits viele FrĂĽchte und auch noch viel Arbeit, denn in unserer Zeit besteht ein noch größerer Handlungsbedarf, um das Reich deiner Liebe zu verbreiten.

Vorsatz: Ich ĂĽberlege mir, wo ich heute die Liebe Christi spĂĽrbar und erfahrbar machen kann und werde es tun; dadurch trage ich einen kleinen Beitrag zur Ausbreitung seines Reiches bei.


Mächtiger Jesus

11. Januar 2022

Dienstag der ersten Woche im Jahreskreis

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Mk 1,21-28
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, beschĂĽtze mich vor Gedanken und Haltungen, die mich beim Beten einfach meine Zeit vergeuden lassen. Es stimmt, ich könnte etwas anderes machen, aber ich möchte bei dir sein, weil ich dich liebe

Bitte: Jesus, bitte treibe alle unreinen Geister von mir aus.

1. Jesus ging am Sabbat in die Synagoge. Vielleicht scheint es uns selbstverständlich, denn der Synagogengang gehörte damals einfach zum Judentum dazu. Wenn wir uns umschauen, so ist es fĂĽr die Mehrheit der Getauften hingegen selbstverständlich, nicht zur Kirche zu gehen. Woran liegt das?

2. Was haben wir mit dir zu tun? Obwohl Jesus allgemein von der Schrift ausgeht und die Ankunft des Messias ankĂĽndigt, ist die Reaktion des bösen Geistes bemerkenswert. Der unreine Geist fĂĽhlt sich allein durch die Gegenwart Jesu bedroht, obwohl Jesus kein Wort an ihn gerichtet hat; erst als der Geist zu schreien begonnen hatte, ging Jesus auf ihn ein. Meinen wir manchmal, dass Gott gekommen ist, um uns ins Verderben zu stĂĽrzen? Meinen wir, Gott sei gegen uns? Scheint uns, dass wir den KĂĽrzeren ziehen, wenn wir mit Gott unterwegs sind? Die Bibel bezeugt uns, dass Gott immer auf unserer Seite steht, und wenn wir meinen, er sei gegen uns, dann wird diese innere Stimme von einem unreinen Geist ausgehen. Jesus erkannte die Stimme des bösen Geistes.

3. Lehre und Vollmacht. Wie anziehend ist es doch, wenn jemand Worte und Taten zu verbinden vermag. Jesus hat es geschafft. Seine Lehre und sein Wort waren Ausdruck seiner Vollmacht. Suchen wir bei Jesus nur seine Lehre oder auch seine Macht?

Gespräch mit Christus: Mächtiger Jesus, oft denke ich, dass du mir nicht helfen kannst, dass du vor allem erklären und annehmen kannst, aber die heutige Szene zeigt mir, dass du auch ein Machtwort hast und es sprechen kannst. Bitte sprich dein Wort und meine Seele wird gesund.

Vorsatz: Ich werde ein aktuelles Zeugnis darĂĽber suchen, wie Jesus jemandem geholfen hat, und dieses Zeugnis teilen.


Jesus hatte viele geheilt

12. Januar 2022

Mittwoch der ersten Woche im Jahreskreis

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Mk 1,29-39
In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich habe das Kreuzzeichen gemacht. Kein Kreuzzeichnen entgeht deiner Aufmerksamkeit und du hörst mir zu. Lass uns in aller Offenheit miteinander sprechen.

Bitte: Herr, bitte reinige mich von allem, was unserem Gespräch im Weg steht.

1. Man brachte alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Wir Menschen sind unvollständig, uns fehlt es ständig an etwas. Manchmal ist es das Wissen, manchmal ĂĽbersteigen uns die Probleme und wir sehen keinen Ausweg. Wir sind sehr empfänglich fĂĽr Hilfe, wenn wir merken, dass jemand die Lösung fĂĽr unser Problem hat. Im Evangelium gab es Kranke und Besessene. Sie hatten alle keine eigene Lösung und es hatte sich herumgesprochen, dass Jesus zu heilen vermag.

2. Er heilte viele. Dass die ganze Stadt sich vor der TĂĽr versammelt hatte, ist ein Zeichen dafĂĽr, dass viele Heilung brauchten, sei es von physischen oder spirituellen Gebrechen, sei es, dass sie selbst betroffen waren oder Betroffene kannten. Die Erwartung, geheilt zu werden, hat sich fĂĽr viele erfĂĽllt, und sie dĂĽrfen erleichtert nach Hause zurĂĽckkehren und dort ihr Leben mit einer ganz anderen Qualität weiterfĂĽhren. WĂĽrde ich auch vor der HaustĂĽr stehen?

3. Er ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Jesus stand frĂĽh auf, es war noch dunkel, denn er wusste, dass er sonst nicht mehr zum Beten kommen wĂĽrde. Aus der Zweisamkeit mit Gott schöpfte er seine Kraft. Wir glauben, dass Jesus selbst Gott ist und doch betet er – spricht er mit Gott mit einem wirklich menschlichen Herz. Die Liebe braucht auch Worte und Jesus liebt den Vater, von daher wĂĽrde es ohne das Beten gar nicht gehen. Ob wir in uns und um uns den Raum schaffen, um unsere Augen und Herzen zum Himmel zu richten, das wird immer eine Entscheidung der Liebe sein.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du zeigst uns, dass das Gebet eine Quelle der Kraft ist und vor allem eine Folge der Liebe. Erwärme bitte mein Herz mit deiner Liebe, und stärke in mir den Wunsch, Liebe mit Liebe zu beantworten.

Vorsatz: Ich lege dem Herrn meine Wunden offen.


Jesus hatte Mitleid mit ihm

13. Januar 2022

Donnerstag der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Hilarius, Bischof, Kirchenlehrer

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich falte nun meine Hände, es soll Ausdruck meiner inneren Haltung sein, ich möchte nun bei dir und mit dir sein.

Bitte: Jesus, sanft und demĂĽtig von Herzen, bitte forme mein Herz nach deinem Herzen.

1. Jesus hatte Mitleid mit ihm. Jesus sieht einen Mann, dessen Leib zerfällt. Die Gesellschaft musste sich vor den Aussätzigen schĂĽtzen und hatte wahrscheinlich vergessen, dass sich hinter der Gefahr ein bedĂĽrftiger Bruder verbarg. Jesus hatte es bemerkt, weil sein Herz aus Fleisch war. Jesus lieĂź nicht zu, dass sein Herz mit der Zeit härter wĂĽrde. Wie schmerzhaft ist es zu sehen, wenn Priester, die doch Christus vergegenwärtigen sollten, ein hartes Herz haben. Wie sehr tut ein hartes Herz in der Ehe weh…

2. Erzähl niemandem davon. Es war doch ein Riesenerfolg! Warum sollte man darĂĽber Stillschweigen bewahren? Was möchte Jesus dadurch erzielen? Wollte er dem Mann einfach einen Raum der Stille bereiten, damit er ĂĽber die Heilung nachdenkt? Wollte er nicht, dass die anderen wissen, dass er einen Aussätzigen berĂĽhrt hat? Wollte er sich mehr aufs Predigen konzentrieren und weniger auf die Heilungen? Fragen wir doch Jesus im Gebet…

3. Der Mann erzählte das bei jeder Gelegenheit. Das können wir ihm einfach nicht ĂĽbelnehmen. Es gibt Erfahrungen, die man partout nicht fĂĽr sich behalten kann. Die Freude ist einfach zu groĂź und das Staunen hat kein Ende. Der Aussätzige, der Mitleid erregt hatte, ist geheilt worden, was das Staunen verursacht. An diesem BedĂĽrftigen hat sich die Liebe Gottes erwiesen und er wurde dafĂĽr Zeuge. Wir alle sind eingeladen, diesen Weg zu beschreiten – im Gehorsam.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie suche ich dich auf? Komme ich als BedĂĽrftiger zu dir? Komme ich als jemand, der dir eine Falle bereiten möchte? Ich habe diese Verwandlung vom Aussätzigen zum Geheilten betrachtet und ich bin erstaunt, welche Heilkraft in dir wohnt.

Vorsatz: Ich werde heute etwas tun, was mein Herz weicher machen kann.


Jesus anerkennt den Glauben

14. Januar 2022

Freitag der ersten Woche im Jahreskreis

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Mk 2,1-12
Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, vielleicht kommen viele Ablenkungen und vielleicht halte ich in diesen Moment etwas anderes fĂĽr wichtiger als dich, aber ich weiĂź, dass es NICHTS Wichtigeres gibt als dich. Ich möchte bei dir sein.

Bitte: Herr, bitte lass mich nicht allein, wenn ich selber nicht mehr weiterkann. Sende mir die Menschen, die mir helfen werden, und lass mich auch zum Helfen bereit sein.

1. Ein Gelähmter. Der Gelähmte kann sich nicht bewegen, er kann nicht auf eigenen Beinen stehen und sich nicht aufrichten. Er ist auf die Hilfe anderer angewiesen. Wie demĂĽtigend das sein kann. Wir möchten unabhängig, selbständig sein, und wie schwer fällt es uns, um Hilfe zu bitten. Es gibt aber Menschen, die selber nicht weiterkönnen, sei es physisch oder geistlich.

2. Er wurde von vier Männern getragen. Lähmung bewirkt eine Starre und ein Helfer allein wird damit nicht fertig. Im Evangelium sehen wir, dass tatsächlich wegen der vielen Hindernisse einer allein nicht wirklich helfen konnte. Eine Gemeinschaft war vonnöten. Oft sind der gute Wille und die Opferbereitschaft eines Einzigen angesichts des Elends nicht genug. Es braucht eine Gemeinschaft, die mittragen kann, und auch da kann es sehr anstrengend sein. Die Alternative wäre, den Gelähmten sich selbst zu ĂĽberlassen.

3. Als Er ihren Glauben sah. Der Glaube dieser helfenden Gemeinschaft war sehr tatkräftig. Sie hatten sich von den Hindernissen nicht abschrecken lassen. Als sie bemerkten, dass die Menge nicht bereit war, den Raum zu schaffen, waren sie umgekehrt und hatten einen anderen Weg gesucht, damit der Gelähmte zu Jesus gelangen konnte. Sie haben dann das Dach abgedeckt und die Decke durchgeschlagen. Sie hatten in ihren Herzen beschlossen, dass das Ganze nur scheitern sollte, wenn Jesus nicht helfen wollte oder konnte. Jesus belohnt diese Haltung des Nichtaufgebens und er liest darin die Stärke des Glaubens.

Gespräch mit Christus: Jesus, oft reicht ein kleines Hindernis und ich bin bereit aufzugeben, denn im Verborgenen zweifle ich an dir. Bitte, verzeihe mir!

Vorsatz: Ich werde heute, das tun, was ich aus Angst verschoben habe, wovon ich aber weiĂź, dass es gut ist und ich es tun sollte.


Jesus ruft

15. Januar 2022

Samstag der ersten Woche im Jahreskreis

P. Ĺ tefan KaveckĂ˝ LC

Mk 2,13-17
In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern; denn es folgten ihm schon viele. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, oft meine ich, dass die Kranken die anderen sind, dass ich von dir keine Heilung nötig habe. Lass mich heute bitte tiefer verstehen, dass du auch mich heilen willst.

Bitte: Herr Jesus, bitte tritt in mein Herz ein, rette mich und lass mich deine Liebe spĂĽren.

1. In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Jesus war drei Jahre lang immer unterwegs, er hat sich nicht niedergelassen. Er ging immer weiter, Er war immer offen fĂĽr eine Begegnung und nicht nur passiv, sondern er hat die Begegnungen auch gesucht oder verursacht. Die Menschenmengen haben seine Bereitschaft zur Begegnung verstanden und sind zu ihm gekommen. Jesus ist heute immer noch unterwegs.

2. Doch nicht mit den Zöllnern! Das Wort Offenheit hört sich ja schön an und grundsätzlich befĂĽrworten wir sie, aber innerlich haben wir bestimmt gewisse Grenzen. Vielleicht gibt es Menschen und Themen, ĂĽber welche wir nicht zu sprechen bereit sind. Es gibt Menschen, die ein von uns aufgeklebtes Etikett tragen. Es gibt Menschen, so meinen wir, die nicht gut genug dafĂĽr sind, dass wir mit ihnen unsere Zeit verbringen. Was zeigt uns Jesus?

3. Ich bin gekommen, die SĂĽnder zu berufen. Berufen, auserwählt zu sein, erscheint wie eine Ehre, ein Privileg. Und das stimmt, es ist es auch. Stehen wir manchmal vor der Versuchung, auf andere herabzuschauen, weil wir erwählt worden sind? Vergessen wir doch nicht, dass wir nicht wegen unserer Verdienste berufen sind, sondern weil wir den Arzt brauchen. Vor Gott stehen wir bedĂĽrftig da. Wir sind sterblich und sĂĽndhaft und oft verwundet aus der Vergangenheit. Seien wir nicht blind.

Gespräch mit Christus: Jesus, wenn ich bereit bin, anzunehmen, dass ich der SĂĽnder bin, öffnet sich ein ganz anderer Zugang, nämlich jener: weil wir uns zur Wahrheit bekennen, ist es dir möglich, an uns zu handeln. Bitte, lass uns in der Wahrheit bleiben.

Vorsatz: Am Ende des heutigen Tages werde ich bewusst fĂĽr meine SĂĽnden um Verzeihung bitten.