Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 12. Dezember 2021 bis Samstag 18. Dezember 2021

Dritte Woche im Advent

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi, und P. Bertalan Egervári LC

Weihnachten will vorbereitet seinSonntag
Das Recht des AllerhöchstenMontag
Kinder bei der ArbeitDienstag
Die Zweifel des JohannesMittwoch
Bereit fĂĽr die BegegnungDonnerstag
Von wem stammt der Messias ab?Freitag
FĂĽrchte dich nicht!Samstag


Weihnachten will vorbereitet sein

12. Dezember 2021

Dritter Adventssonntag
Unsere Liebe Frau von Guadalupe

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 3,10-18
In jener Zeit fragten die Leute Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso! Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und fragten ihn: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist! Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemanden, erpresst niemanden, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich begebe mich in die Gegenwart Gottes, wie Maria nach der VerkĂĽndigung: „Der Herr ist in mir und wird bald geboren.“ Ich bitte ihn, meinen Glauben, meine Hoffnung und Liebe zu stärken, und mich bei diesem Gebet zu leiten.

Bitte: Herr, hilf mir, mein Herz auf deine Ankunft vorzubereiten!

1. Stimme eines Rufers in der WĂĽste: Achtung! Die WĂĽste ist ein Ort der Stille und Einsamkeit. Ein Ruf in der WĂĽste erregt Aufmerksamkeit: Da ist jemand und er hat eine wichtige Botschaft. Welche Botschaft hatte Johannes der Täufer?: „Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade gerade!“ (Mk 1,3) Wacht auf, eine entscheidende Zeit kommt, etwas Wichtiges passiert gleich! Seid ihr darauf vorbereitet? Der Herr kommt! In zwölf Tagen ist Weihnachten. Freue ich mich darauf oder bin ich gerade im Stress? Sind fĂĽr den Herrn in mir die Wege blockiert, weil ich keine Zeit habe, um an ihn zu denken? Was sagt mir diese Stimme in der WĂĽste, heute?

2. Was sollen wir denn tun? Die Menschen, die zu Johannes gekommen sind, um sich taufen zu lassen, hören zu und stellen ihm die Frage: Was soll ich tun? Was heiĂźt es fĂĽr mich, den Weg des Herrn vorzubereiten? Die Antwort ist einfach, doch sehr persönlich: Sei authentisch und wachse in der Liebe. Mach deinen Weg gerade, wo er vielleicht ein bisschen von der Gerechtigkeit, Wahrheit, Verantwortung usw. abgewichen ist. Baue deinen Weg aus und mach ihn breiter, wo deine Nächstenliebe und Liebe fĂĽr Gott ein bisschen kalt geworden ist. Wenn man einen Besuch erwartet, bereitet man sich darauf vor, zieht sich etwas Schönes an, schmĂĽckt die Wohnung… Wie kann ich mich vorbereiten?

3. Es kommt einer, der stärker und größer ist als ich. Die Gestalt des Johannes weckt Interesse, der Vorläufer Jesu regt zu Umkehr und Wandel an und er schafft Erwartungen: Wer kommt? Wen soll ich erwarten? Wie ist er? Wenn man diese Fragen beantwortet hat, kann man auch entsprechende Vorbereitungen treffen. Sollten wir Christen uns vielleicht im Advent öfter diese Frage stellen: Wer kommt an Weihnachten? Wer ist er fĂĽr mich? Wer ist er fĂĽr diese Welt?

Gespräch mit Christus: Ich verweile bei dem Punkt, der mich am meisten berĂĽhrt hat und nehme mir die Zeit, die dabei aufkommenden Fragen im Gespräch mit Jesus zu beantworten.

Vorsatz: Kann ich heute fĂĽr jemanden eine Stimme in der WĂĽste sein und an den Sinn des Advents oder Weihnachten erinnern?


Das Recht des Allerhöchsten

13. Dezember 2021

Montag der dritten Woche im Advent
Hl. Luzia, Jungfrau, Märtyrin
Hl. Odilia, Ă„btissin

P. Bertalan Egervári LC

Mt 21,23-27
In jener Zeit, als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ă„ltesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben? Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da ĂĽberlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann mĂĽssen wir uns vor den Leuten fĂĽrchten; denn alle halten Johannes fĂĽr einen Propheten. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du bist der König der Könige und der Herr der Herren. Sende deinen Geist und hilf mir, dich zu betrachten. Ich will mich sammeln, alle anderen Gedanken, Sorgen und Tätigkeiten beiseitelassen und ganz fĂĽr dich da sein.

Bitte: Lass uns dich besser erkennen!

1. Der König der Könige… Mit welchem Recht tust du das alles? An dieser Evangelienstelle bleibt die Frage unbeantwortet. Die Heilige Schrift gibt uns jedoch viele Antworten; lassen wir diese Antworten auf uns wirken und stellen wir uns Jesus vor in all seiner Macht und Herrlichkeit: Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Er ist der Erstgeborene der Toten, der Herrscher ĂĽber die Könige der Erde, der uns liebt und uns von unseren SĂĽnden erlöst hat durch sein Blut. Er ist das Alpha und das Omega, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher ĂĽber die ganze Schöpfung. Er ist der Erste und der Letzte und der Lebendige. Er war tot, doch nun lebt er in alle Ewigkeit, und er hat die SchlĂĽssel zum Tod und zur Unterwelt. Er ist der Sieger, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids.

2. â€¦ und Herr der Herren. Er ist das Lamm, das geschlachtet wurde und mit seinem Blut Menschen fĂĽr Gott erworben hat aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern. Er ist der Treue und Wahrhaftige. Sein Name heiĂźt das Wort Gottes, König der Könige und Herr der Herren. Er ist der, „der wie ein Mensch aussah; er war bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die FĂĽĂźe reichte, und um die Brust trug er einen GĂĽrtel aus Gold. Sein Haupt und seine Haare waren weiĂź wie weiĂźe Wolle, leuchtend weiĂź wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen; seine Beine glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glĂĽht, und seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen. In seiner Rechten hielt er sieben Sterne, und aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert, sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne. Das alles ist Jesus Christus, auch heute, hier und jetzt.

3. Handeln vor Gott. Die Antwort der Hohepriester und Ă„ltesten ist unaufrichtig. Sie wissen nur, dass sie bei einer ehrlichen Antwort vor den Leuten schlecht dastehen wĂĽrden. Also wählen sie den Ausweg in die „Unwissenheit“. „Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?“ fragt Jesus an einer anderen Stelle. Auch wir kommen ständig in Versuchung, mehr vor den Menschen zu handeln als vor Gott, mehr unsere eigene Ehre zu suchen als die Ehre Gottes. Doch wie groĂź ist der Wert der Aufrichtigkeit vor Gott, vor uns selbst und vor den anderen! Seien wir immer bereit, unsere Fehler und SĂĽnden, unsere Niederlagen und unser Versagen einzugestehen. Das ist ein Weg der Demut, der uns Gott näherbringt.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du dich und deine frohe Botschaft offenbarst. Ich danke dir, dass du immer bei uns bist und unsere Geschicke liebevoll lenkst. Erweise dich in unserem Leben als König der Könige und Herr der Herren und lass dein Wirken an uns offenbar werden!

Vorsatz: Ich werde heute mehr vor Gott als vor den Menschen handeln.


Kinder bei der Arbeit

14. Dezember 2021

Dienstag der dritten Woche im Advent
Hl. Johannes vom Kreuz, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Gedenktag

P. Bertalan Egervári LC

Mt 21,28-32
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und zu den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Guter Vater, voll Vertrauen komme ich zu dir. Mit kindlicher Liebe will ich dir begegnen und deine Gaben empfangen. Ich bitte dabei nicht nur fĂĽr mich, sondern auch fĂĽr alle Menschen, die mir nahestehen, fĂĽr alle Leidenden, Hungernden, Ausgebeuteten, Einsamen, Kranken und Sterbenden.

Bitte: Hilf uns, wie der zweite Sohn zu sein und tatsächlich im Weinberg zu arbeiten!

1. Söhne und Töchter. Auf gewisse Weise dĂĽrfen wir uns alle in den beiden Söhnen wieder finden. Der Mann im Gleichnis bittet nicht irgendwen, sondern seine Kinder, im Weinberg zu arbeiten. Welch ein Geschenk ist es doch, Kind des Allerhöchsten zu sein! Dazu noch sein geliebtes Wunschkind! Denn es liegt in der Hand des Allmächtigen, die Kinder zu erschaffen, die er gern hätte. Und er wollte uns genau so, wie wir sind. Wenn er irgendwie nicht zufrieden mit uns wäre, hätte er uns ja problemlos etwas klĂĽger, größer, schöner, mitfĂĽhlender… machen können, wo er doch im Voraus wusste, wie wir sein und handeln wĂĽrden. Aber er wollte uns eben genau so, wie wir sind, mit den Eigenschaften, die wir haben. So liebt er uns und so will er seine Macht und Liebe und Barmherzigkeit an uns erweisen.

2. Zöllner und Hohepriester. Einigen seiner Kinder, nämlich den Hohepriestern und den Ă„ltesten, wirft Jesus jedoch vor, Johannes dem Täufer nicht geglaubt zu haben. Sie hätten auf seine Worte hören, bereuen und umkehren sollen. Diese Botschaft der Reue und Umkehr richtet sich ebenso an uns alle. Jeder von uns hat „Dreck am Stecken“ und braucht diese Ă„nderung und Erneuerung seines Lebens. Reue und Umkehr sind immer wieder nötig, um in das Reich Gottes zu gelangen. Sie bereiten uns vor auf die Begegnung mit Jesus Christus, mit seiner Liebe und Barmherzigkeit. Genau das war die Aufgabe von Johannes: dem Herrn den Weg zu bereiten. Darin liegt auch der Sinn von Reue und Umkehr. Sie ermöglichen uns eine Erfahrung der Liebe Jesu in der Tiefe unseres Herzens, und das Reich Gottes beginnt so, in unserem Inneren Gestalt anzunehmen.

3. Arbeit im Weinberg. Im Gleichnis besteht die Aufgabe der Söhne darin, im Weinberg zu arbeiten. Diese Arbeit wird sicher nicht einmal in der Woche, sonntags, fĂĽr eine Stunde getan. Im Weinberg arbeiten erfordert viel mehr: tägliche MĂĽhe von morgens bis abends. Es ist die Hauptbeschäftigung des Tages. Reue und Umkehr, ein Leben gemäß dem Evangelium zu fĂĽhren, sollen unser Hauptaugenmerk sein, auch im Alltag, inmitten aller Pflichten, Beschäftigungen und Ablenkungen. Es ist möglich und gar nicht so schwer, den Alltag auf christliche Weise zu leben. Es ist möglich, am Arbeitsplatz als Christ zu handeln. Es ist möglich, zuhause die Familie mit christlicher Liebe zu behandeln. Es ist auch möglich, dem Herrn täglich eine gewisse Zeit im Gebet zu widmen. Das alles ist sogar ganz natĂĽrlich, wenn fĂĽr uns die Arbeit im Weinberg im Mittelpunkt steht.

Gespräch mit Christus: Herr und Vater, ich stehe vor dir als dein geliebtes Kind. Ich bin mir bewusst, dass du auch mich zur Arbeit im Weinberg rufst, dass mein Leben mehr Reue und Umkehr, mehr Glauben an dein Wort braucht. Sieh auf meinen guten Willen und hilf du mir mit deiner Kraft.

Vorsatz: Ich werde heute umkehren, indem ich mich bemĂĽhe, einen bestimmten Bereich meines Lebens auf christlichere Weise zu leben.


Die Zweifel des Johannes

15. Dezember 2021

Mittwoch der dritten Woche im Advent

P. Bertalan Egervári LC

Lk 7,18b-23
In jener Zeit rief Johannes der Täufer zwei von seinen Jüngern zu sich, schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Als die beiden Männer zu Jesus kamen, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Damals heilte Jesus viele Menschen von ihren Krankheiten und Leiden, befreite sie von bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. Er antwortete den beiden: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du hast die Kranken geheilt, den Leidenden Linderung geschenkt, das Böse vertrieben und Liebe gegeben. Wirke auch heute und schenke Vergebung, Heilung und Heiligung.

Bitte: Stärke unseren Glauben!

1. Seltsame Zweifel. Wie ist das möglich? Johannes der Täufer schickt zwei seiner JĂĽnger zu Jesus mit der Frage, ob er der Messias ist oder nicht. Hat er nicht kurze Zeit zuvor Jesus im Jordan getauft? Hat er nicht gesehen, wie sich der Himmel geöffnet hat und der Heilige Geist wie eine Taube auf Jesus herabgestiegen ist? Hat er nicht die Stimme vom Himmel gehört, die sprach: Das ist mein geliebter Sohn? Hat er nicht selbst gesagt, Jesus sei das Lamm Gottes, und sogar bezeugt, dass er der Sohn Gottes ist? Und trotz allem diese Frage. Es gibt zumindest zwei denkbare Erklärungen dafĂĽr. Die eine ist, dass solche Glaubenszweifel selbst nach deutlichen Erfahrungen tatsächlich möglich sind. Auch eine heilige Therese von Lisieux hat am Ende ihres Lebens, als sie längst auf mystischen Höhen des inneren Lebens angekommen war, noch starke Zweifel.

2. Glaubenszweifel. Der Grund fĂĽr solche Glaubenszweifel liegt in der Natur des Glaubens: Er ist ein reines Geschenk Gottes. Wenn Gott den Glauben gibt, dann können wir ihn ĂĽben und nach ihm leben. Gibt er ihn aber noch nicht, dann können wir uns nur darum bemĂĽhen und darum bitten. Allerdings will Gott den Glauben geben! Wie sollen wir uns im Falle eines Zweifels aber verhalten? Nun, wir sollten jeden Glaubenszweifel zuerst dem vortragen, der ihn lösen kann: Jesus, und den Zweifel so im Gebet entgegentreten. Wir sollten es also dem Täufer gleichtun und Jesus oder jemandem, der Jesus dient, unsere Frage vortragen und so Hilfe empfangen. Und wir können den Katechismus lesen oder ĂĽber unsere Frage sprechen. Jedenfalls gibt uns der Glaube, den Gott schenkt, eine Art innere „Gewissheit“. Der Glaubenszweifel dagegen ist eine Versuchung, die diese Gewissheit erschĂĽttert. Suchen wir immer wie der Täufer, diese Gewissheit zurĂĽckzuerhalten.

3. Raffinierte Zweifel. Eine zweite mögliche Erklärung fĂĽr die Frage des Johannes ist folgende: Er hat schon vor einiger Zeit auf Jesus als den Messias hingewiesen und seinen JĂĽngern gesagt, sie sollen Jesus folgen und nicht ihm selbst. Nun erfährt Johannes von all den Zeichen und Wundern, die Jesus tut und sieht das als Gelegenheit, endlich auch die Männer zu ĂĽberzeugen, die immer noch bei ihm sind. Unter dem Vorwand seines Zweifels schickt er die beiden Männer zu Jesus, damit sie höchstpersönlich erfahren, wer Jesus ist und was er tut. Die scheinbare Ungewissheit des Johannes soll den beiden Männern Gewissheit darĂĽber geben, dass Jesus der Messias ist. Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben, sagt Jesus. Man darf auch einmal unwissend tun, wenn das anderen zu ihrem GlĂĽck verhilft.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, stärke unseren Glauben. Vermehre unseren Glauben und hilf uns, ihn auch im Alltag zu leben und nicht geringzuschätzen, was du uns gibst. Lehre uns auch, mit Zweifeln umzugehen. Hilf uns, sie als Versuchungen zu erkennen und zu ĂĽberwinden.

Vorsatz: Heute werde ich Gott um Glauben fĂĽr meine Mitmenschen bitten.


Bereit fĂĽr die Begegnung

16. Dezember 2021

Donnerstag der dritten Woche im Advent

P. Bertalan Egervári LC

Lk 7,24-30
Als die Boten des Johannes weggegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die vornehm gekleidet sind und üppig leben, findet man in den Palästen der Könige. Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Ich sage euch: Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er. Das ganze Volk, das Johannes hörte, selbst die Zöllner, sie alle haben den Willen Gottes anerkannt und sich von Johannes taufen lassen. Doch die Pharisäer und die Gesetzeslehrer haben den Willen Gottes missachtet und sich von Johannes nicht taufen lassen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr Jesus, durch die Taufe haben wir Anteil an deinem göttlichen Leben. Wir sind Tempel des Heiligen Geistes, der in uns wohnt und uns nach deinem Vorbild umgestaltet. In dieser Betrachtung will ich mich öffnen fĂĽr das Wirken des Heiligen Geistes und dir ähnlicher werden.

Bitte: Bilde mein Herz nach deinem Herzen!

1. Schwanken im Wind. Ein Schilfrohr ist völlig den Launen des Windes ausgesetzt. Kommt der Wind von links, neigt es sich nach rechts; kommt er von rechts, neigt es sich nach links. Johannes hat sich nicht mal nach hier, mal nach da geneigt, sondern stand felsenfest in seinem Reden und Tun. Er lieĂź sich von den Menschen nicht beeinflussen, hatte keine Angst vor den Repressalien der Mächtigen, auch ĂĽber seine GefĂĽhlslage und Stimmungsschwankungen war er Herr. Warum blieb er fest in der Wahrheit? Er wusste, dass Gott sie ihm geoffenbart hatte. Ebenso besitzen auch wir die von Gott geoffenbarte Wahrheit. Sicher, wissenschaftlich beweisen lässt sie sich nicht, denn dazu ist die Wissenschaft (unsere Vernunft) zu kurzsichtig. Gott und Glaube stehen ĂĽber der bloĂź diesseitigen Empirie. Aber wir haben moralische Gewissheit, denn wir kennen den Herrn und die vielen Argumente fĂĽr den Glauben. Stehen wir also zur Wahrheit und seien wir kein Spielball der Meinungen.

2. Feine Kleidung und ĂĽppiges Leben. Weder eine gut ausgestattete Garderobe noch reichhaltiges Essen gehörten zum Leben des Täufers. Er wohnte in der WĂĽste und besaĂź so gut wie nichts. Und doch besaĂź er mehr als alle anderen. Die Menschen spĂĽrten das und kamen in Scharen zu ihm. Er fand zum Leben, indem er auf das Nötige zum Leben verzichtete. Das wahre Leben, das von Gott kommt und Gott ist, erschlieĂźt sich uns besonders in der BedĂĽrftigkeit und Schwäche. Wie sollen wir erkennen, dass wir völlig auf Gott angewiesen sind, wie bemerken, dass unsere Seele ihn braucht wie die Luft zum Atmen? Wer materiell im Ăśberfluss lebt, ist dadurch oft wie betäubt und erkennt nicht den groĂźen Mangel seiner Seele. Materielle BedĂĽrftigkeit hilft uns, den Blick auch auf die seelischen Nöte zu richten. Jesus sagt ja: „Selig, die arm sind vor Gott.“

3. Mehr als ein Prophet. Ein Prophet wird von Gott erwählt, um das Volk zur Bekehrung zu rufen. Es sollte zum Leben der Gebote zurĂĽckkehren, gemäß dem Bund, den es mit Gott geschlossen hat. Aber ohne es zu wissen, haben die Propheten noch mehr getan: Sie haben auf Jesus hingewiesen. Die fĂĽnf BĂĽcher des Mose schreiben ĂĽber Jesus, ja sogar die gesamte Heilige Schrift. Es ist interessant, das Alte Testament zu lesen und darin Hinweise auf Jesus zu suchen. Johannes hatte die besondere Berufung, noch mehr zu tun, als nur aus der Ferne auf Jesus hinzuweisen. Er durfte direkt auf ihn weisen und ihm den Weg bereiten. Die Befolgung seiner Botschaft der Umkehr macht uns Menschen bereit fĂĽr eine echte, innerliche Begegnung mit dem Erlöser.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich will in der Wahrheit leben. Ich möchte mir aufs Neue bewusst machen, dass mein Leben hier nur ein Pilgerweg ist und dass die Ewigkeit mich erwartet. Hilf mir, mein Herz nicht an irdische Dinge zu hängen und stattdessen die Begegnung mit dir zu suchen.

Vorsatz: Ich werde heute einen kleinen materiellen Verzicht auf mich nehmen.


Von wem stammt der Messias ab?

17. Dezember 2021

Freitag – erster Tag in der Oktav vor Weihnachten

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 1,1-17
Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Im ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich begebe mich in die Gegenwart Gottes, wie Maria nach der VerkĂĽndigung: „Der Herr ist in mir und wird bald geboren.“ Ich bitte ihn, meinen Glauben, meine Hoffnung und Liebe zu stärken, und mich bei diesem Gebet zu leiten.

Bitte: Herr, hilf mir, mein Herz auf deine Ankunft vorzubereiten!

1. Jesus hat einen Stammbaum. FĂĽr viele mag diese Bibelstelle sehr langweilig klingen. Warum haben sich sogar zwei Evangelisten die MĂĽhe gemacht, einen Stammbaum Jesu aufzustellen? FĂĽr sie war der Stammbaum so etwas wie ein Ausweis, wie ein Beweis der Zugehörigkeit Jesu zu einer konkreten Königsfamilie, mit allen Rechten und Pflichten. Der Sohn Gottes wollte fĂĽr immer auch Mitglied einer menschlichen Familie werden.

2. Was ist das fĂĽr eine Familie? Lesen wir langsam die Namen in Jesu Stammbaum. Ăśber welche von diesen Menschen wissen wir etwas? Wie sah ihr Leben aus? Was waren sie fĂĽr Menschen? Und etwas ganz Bemerkenswertes: Matthäus erwähnt auch fĂĽnf MĂĽtter von auĂźerordentlichem Karat. Es ist eine lange Liste von Patriarchen, Gläubigen, Helden, Königen, aber auch von SĂĽndern, feigen und vielen, scheinbar ganz unbedeutenden Menschen. So eine Verwandtschaft hat sich der Sohn Gottes ausgesucht. Und er schämt sich nicht dafĂĽr. Er nimmt sie an, so wie sie ist: Menschen von jedem Schlag kommen darin vor. Zu diesen Menschen und fĂĽr diese Menschen ist er gekommen, auch fĂĽr mich.

3. Wie sieht mein Stammbaum aus? Vielleicht kann ich mich an meinen Stammbaum erinnern: Woher komme ich? Wer sind meine Vorfahren? Wie ist meine Beziehung zu ihnen? Ich kann mir auch einen Stammbaum meines Glaubens vorstellen: Wer sind die Personen, die mir den Glauben beigebracht und weitergegeben haben? Durch Jesus bin auch ich Mitglied der Familie Gottes geworden. Was bedeutet das fĂĽr mich heute?

Gespräch mit Christus: Ich verweile bei dem Punkt, der mich am meisten berĂĽhrt hat und nehme mir die Zeit, die dabei aufkommenden Fragen im Gespräch mit Jesus zu beantworten.

Vorsatz: Ich sammle mich einen Moment und bete fĂĽr meine Familie.


FĂĽrchte dich nicht!

18. Dezember 2021

Samstag – zweiter Tag in der Oktav vor Weihnachten

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 1,18-24
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

EinfĂĽhrendes Gebet: Ich begebe mich in die Gegenwart Gottes, wie Maria nach der VerkĂĽndigung: „Der Herr ist in mir und wird bald geboren.“ Ich bitte ihn, meinen Glauben, meine Hoffnung und Liebe zu stärken, und mich bei diesem Gebet zu leiten.

Bitte: Herr, hilf mir, mein Herz auf deine Ankunft vorzubereiten!

1. Josef erschrak. Als Marias Verlobter wusste Josef, dass das Kind nicht sein eigenes war. Und als frommer Jude sah er nur zwei Alternativen: Marias BloĂźstellung oder eine stille Trennung von ihr. Er war tief erschrocken. Vielleicht hatte er geweint und geklagt: Herr wie kannst du so etwas zulassen? Warum? Ich verstehe nicht… Er entschied sich fĂĽr die Alternative, die wahrscheinlich fĂĽr ihn eine DemĂĽtigung darstellte, die aber Maria und ihrem Kind das Leben retten wĂĽrde. So tief war seine Liebe zu ihr. Tiefer als seine Angst und jeder Frust.

2. Josef, Sohn Davids, fĂĽrchte dich nicht… Durch die Krise offenbart ihm Gott seine Identität und Sendung: „Josef, du bist Sohn Davids, du gehörst zum Stamm des Messias. Du bist dazu bestimmt, ihm eine Familie zu geben und stellvertretend als Vater fĂĽr ihn zu sorgen.“ -Kann es sein, dass auch ich schwierige Momente erlebt habe, durch die mir ein StĂĽck meiner Identität, meiner Talente oder Sendung bewusst wurde?

3. Als Josef erwachte, tat er, was ihm gesagt worden war. Es ist beeindruckend, wie Josef reagiert: mit Vertrauen und Entschlossenheit. Als er aus dem Traum erwachte, tat er alles, was ihm gesagt worden war. Er hatte klar erkannt, was seine Aufgabe war, er wankte nicht und machte sich an die Arbeit. Es war fĂĽr ihn ein Sprung in den Glauben. Bin ich fähig in meinem Herzen die leisen Einladungen Gottes wahrzunehmen und sie zu befolgen?

Gespräch mit Christus: Ich denke darĂĽber nach, welcher Gedanke am meisten Bezug zu meinem eigenen Leben hat. Ich spreche mit Gott darĂĽber und bitte ihn um die Gnade, die ich jetzt am dringendsten brauche.

Vorsatz: Ich suche eine Gelegenheit, um meinen Glauben an meine persönliche Berufung und Sendung neu zu erwecken und bitte den heiligen Josef um seinen Rat und seine FĂĽrsprache.