Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 5. Dezember 2021 bis Samstag 11. Dezember 2021

Zweite Woche im Advent

P. Alejandro Espejo LC

Die Propheten von heuteSonntag
Anderen helfen, Jesus zu begegnenMontag
So wertvoll bin ichDienstag
Von Maria lernen, Gott zu vertrauen.Mittwoch
Prophet seinDonnerstag
Was fĂŒr einen Messias erwarte ich?Freitag
Sie haben ihn nicht erkanntSamstag


Die Propheten von heute

5. Dezember 2021

Zweiter Adventssonntag
Hl. Anno, Bischof von Köln

P. Alejandro Espejo LC

Lk 3,1-6
Es war im fĂŒnfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von JudĂ€a, Herodes Tetrarch von GalilĂ€a, sein Bruder PhilĂ­ppus TetrĂĄrch von IturĂ€a und der Trachonitis, Lysanias Tetrarch von Abilene; Hohepriester waren Hannas und Kajaphas. Da erging in der WĂŒste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias. Und er zog in die Gegend am Jordan und verkĂŒndete dort ĂŒberall die Taufe der Umkehr zur Vergebung der SĂŒnden, wie im Buch der Reden des Propheten Jesaja geschrieben steht: Stimme eines Rufers in der WĂŒste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! Jede Schlucht soll aufgefĂŒllt und jeder Berg und HĂŒgel abgetragen werden. Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Liebevoller Vater, danke fĂŒr mein Leben, danke, dass ich hier sein darf, danke fĂŒr meine Familie, Freunde und Bekannten!

Bitte: Schenke uns Glauben und Hoffnung auf dich.

1. Er lebt! Gott ist Mensch geworden, wir werden dieses unglaubliche Ereignis in ein paar Wochen noch einmal feiern. Er starb auch am Kreuz, aber nach seiner Auferstehung stirbt er nicht mehr und lebt bis heute. Im Himmel sitzt er zu Rechten des Vaters und gleichzeitig vergegenwĂ€rtigt er sich auf Erden in seiner Kirche, durch die Sakramente und durch die Christen, aber auch in jedem Menschen, der sich von seinem Geist leiten lĂ€sst. Er ist heute nahe bei dir, er ist Teil deiner Geschichte, auch wenn du ihn nicht erkennst.

2. Er wirkt heute durch Menschen. Wie vor 2000 Jahren klopft er durch normale Christen an die TĂŒre deines Herzens, durch Menschen wie du und ich, die ihn kennenlernen, lieben, nachahmen und bezeugen wollen. Ganz normale Menschen, die normalen Arbeiten und Berufen nachgehen: VĂ€ter, MĂŒtter, Facharbeiter usw., die in der Welt leben, ohne von der Welt zu sein. Sie sind die modernen „TĂ€ufer“, durch die Gott dir seine Liebe zeigen will. Was sagen sie dir?

3. Selber Prophet sein. Man ist nicht Prophet außerhalb der Zeit. Das Evangelium spricht davon, dass Johannes in einem ganz konkreten Moment in einer bestimmten Region PalĂ€stinas erschienen ist, als X, Y und Z regierten. So Ă€hnlich hat Gott dich unter bestimmten Ă€ußeren UmstĂ€nden, Regierenden und zeitlich komplexen Rahmenbedingungen dazu erwĂ€hlt, in deiner Familie oder im Arbeitsfeld Zeugnis von Hoffnung, Glaube und Liebe abzulegen.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, meine Berufung als Christ zum Zeugnis der Liebe und Hoffnung ist real und konkret. Du weißt, warum ich jetzt hier bin und nichts anderswo. Lass mich unter diesen UmstĂ€nden – seien sie von dir gewollt oder auch nur erlaubt – ohne zu jammern mein Herz fĂŒr deine Ankunft bereiten und dich in meinen Alltag bezeugen.

Vorsatz: Ich werde mir ein paar Minuten Zeit nehmen, um zu reflektieren: Durch wen spricht Gott zu mir? FĂŒr wen bin ich Zeuge der Hoffnung?


Anderen helfen, Jesus zu begegnen

6. Dezember 2021

Montag der zweiten Woche im Advent
Hl. Nikolaus, Bischof von Myra

P. Alejandro Espejo LC

Lk 5,17-26
Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch PharisĂ€er und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern GalilĂ€as und JudĂ€as und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drĂ€ngte ihn dazu, zu heilen. Da brachten einige MĂ€nner einen GelĂ€hmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine SĂŒnden sind dir vergeben. Da dachten die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er: Wer ist das, dass er eine solche GotteslĂ€sterung wagt? Wer außer Gott kann SĂŒnden vergeben? Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr fĂŒr Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass ich nahe bei dir sein darf und dass du mir deine Liebe jeden Tag offenbarst.

Bitte: Ich bitte dich, schenke diese Erfahrung auch meiner Familie, Freunden und Verwandten. Hier bin ich, sende mich.

1. OhnmĂ€chtig. Dieser Mann war völlig unfĂ€hig, sich Jesus aus eigener Kraft zu nĂ€hern. Vielleicht hatte er diesen Wunsch. Auch wenn er sich hĂ€tte bewegen können, es gab eine riesige Menschenmenge zwischen ihm und Jesus, den er sehen wollte. Der Mann war physisch gelĂ€hmt. Es gibt aber auch eine geistige LĂ€hmung, sie macht ohnmĂ€chtig im ĂŒbernatĂŒrlichen Bereich, uninteressiert an Jesus. Solche Menschen sehen nicht, wie sehr sie Jesus brauchen. Und irgendwie wissen sie auch, dass etwas nicht stimmt und dass ihnen in ihrem Leben etwas Wichtiges fehlt.

2. Gute Freunde. Dieses Wunder war einzig und allein wegen 4 guter Freunde möglich, die nie aufgegeben haben, die kreativ waren, die sich sehr bemĂŒhten, um ihren Freund Jesus vorzustellen. Vielleicht möchtest du heute einmal fĂŒr die Menschen danken, die dich in deinem Leben mit ihren Opfern und Gebeten nĂ€her zu Jesus gebracht haben.

3. Einen Freund tragen. Was wĂŒrdest du fĂŒr einen guten Freund tun? Was kannst du tun, um einen Freund, einen Verwandten zu Jesus zu „tragen“? Vielleicht fĂŒr ihn beten, ihn unterstĂŒtzen, mit ihm Geduld haben, ihm von Jesus erzĂ€hlen?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte, dass alle dich kennen lernen und Heilung von dir erfahren können. Zeige mir, wie ich dir helfen kann.

Vorsatz: Ich werde heute fĂŒr jemanden ein Opfer darbringen, damit diese Person nĂ€her zu Gott kommt.


So wertvoll bin ich

7. November 2021

Dienstag der zweiten Woche im Advent
Hl. Ambrosius, Bischof von Mailand, Kirchenlehrer
Gedenktag

P. Alejandro Espejo LC

Mt 18,12-14
In jener Zeit fragte Jesus seine JĂŒnger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lĂ€sst er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurĂŒck und sucht das verirrte? Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich ĂŒber dieses eine mehr als ĂŒber die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.

EinfĂŒhrendes Gebet: Vater, ich danke dir, dass du mich nie aufgibst und mich immer liebst.

Bitte: Schenke mir die Gnade, bei dir Ruhe und Freude zu finden.

1. Gott denkt nicht wie ein KrĂ€mergeist. Warum sollte ich riskieren, 99 wertvolle Schafe, die mir sicher sind, um eines einzigen Schafes willen zu verlieren, das zwar auch wertvoll ist, aber problematisch, da es immer wieder wegrennt? Ist es vielleicht besser oder wertvoller als alle anderen? Können die anderen 99 ohne dieses einzige nicht glĂŒcklich bei mir leben? Warum nicht?

2. Liebe kennt kein KalkĂŒl. Gott ist Vater, fĂŒr ihn haben alle seine Söhne und Töchter unendlichen Wert. Wir sind als Abbild Gottes geschaffen und da Jesus uns durch seine Menschwerdung in allem gleich geworden ist, außer der SĂŒnde, liebt er in uns, was er in seinem eigenen Sohn geliebt hat, wie es in der Liturgie heißt (vgl. SonntagsprĂ€fation VII). Liebe kalkuliert nicht die Kosten, sie liebt den verlorenen und verletzten Geliebten und lĂ€uft ihm hinterher.

3. Bin ich das eine oder eines der 99 Schafe? Oft stellen wir uns die Frage: Wer sind wir? Eines der 99 oder das verlorene Schaf. Ehrlich gesagt ist das nicht wichtig. Wichtig ist zu wissen, dass Gott mich so sehr liebt, dass er bereit ist, fĂŒr mich alles zu riskieren, alles zu geben, sogar sein Blut am Kreuz. Und dass er sich sehr freut und nicht wĂŒtend oder böse ist, wenn er mich findet. Er kommt zu Weihnachten um meinetwillen, wegen mir, und das muss mich freuen, nicht etwa Angst einflĂ¶ĂŸen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, wer wĂŒrde bereit sein, sein Leben fĂŒr mich hinzugeben? Mich zu suchen, nachdem ich ihn verraten habe? Meine Eltern? Mein Freund? Ich bin nicht sicher, aber du schon. Du kommst um meinetwillen. Du liebst mich. Danke!

Vorsatz: Ich werde die Liebe, die Gott mir entgegenbringt, feiern und dafĂŒr danken.


Von Maria lernen, Gott zu vertrauen

8. Dezember 2021

Mittwoch der zweiten Woche im Advent
Hochfest der ohne ErbsĂŒnde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

P. Alejandro Espejo LC

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebĂ€ren; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird ĂŒber dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guter Vater, du hast uns alle gut geschaffen und die Schöpfung gegeben, damit wir in ihr deine GĂŒte und Liebe entdecken.

Bitte: Schenke mir ein Herz, das dir völlig vertraut und dir sein ganzes Lob singt wie Maria.

1. Ist Gott wirklich gut? Bei der heiligen Messe hört die Kirche heute in der ersten Lesung die ErzĂ€hlung von Adam und Eva im Garten Eden und vom SĂŒndenfall. Gott sagt zu Adam: „Von allen BĂ€umen im Garten darfst du essen, nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lĂ€sst. Sobald du davon isst, musst du sterben!“ Die Schlange sagt zu Eva: „Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum die FrĂŒchte essen dĂŒrft?“ 
 „Unsinn! Ihr werdet nicht sterben, aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden eure Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.“ Die Schlange lĂŒgt und versucht Eva zu ĂŒberzeugen, dass Gott nicht gut ist, dass er etwas nur fĂŒr sich behĂ€lt und dass er nicht unser Bestes will. Eva glaubt es. Der gute Gott, der alles fĂŒr uns geschaffen und uns nur vor dem gewarnt hat, was fĂŒr uns schĂ€dlich ist, wird verkannt. Und du, glaubst du, dass Gott wirklich gut ist, dass er das Beste fĂŒr dich will und sucht?

2. Maria, die neue Eva. Maria ist die neue Eva, die Gott ganz glaubt. Ja, sie ist durch eine besondere Gnade des Vaters ohne ErbsĂŒnde geboren, aber sie hat in ihrem Leben diese Gnade freiwillig bewahrt und nie an der GĂŒte Gottes gezweifelt. Sie hat nie „AbkĂŒrzungen“ genommen. Alles hat sie erhofft und von Gott erhalten. Und sie war keine traurige Frau. Ja, sie hat gelitten wegen ihres Sohnes, aber sie war auch frohgemut, immer liebevoll und diejenige, die sich am meisten gefreut hat, als Jesus von den Toten auferstanden war.

3. Vertraue! Du brauchst die SĂŒnde nicht. Maria zeigt uns, dass man fĂŒr ein vollwertiges Leben oder um froh zu sein, die SĂŒnde nicht braucht. Es gibt keinen Grund, an Gott zu zweifeln oder seiner GĂŒte zu misstrauen. Wir brauchen die SĂŒnde nicht, um das Leben genießen zu können oder wirklich glĂŒcklich zu sein. Maria zeigt uns, wo das wahre GlĂŒck ist, immer, auch in Momenten von Leid und Kreuz.

GesprĂ€ch mit Christus: Maria, zeige mir, wie ich Gott ganz vertrauen kann. Bitte fĂŒr mich deinen Sohn um die Gnade, bei ihm zu sein und die LĂŒge der SĂŒnde aus meinem Leben zu verbannen.

Vorsatz: Ich werde heute eine Gewissenserforschung machen und mich fragen, wo ich noch nicht ganz auf Gott vertraue. In Maria kann ich den Weg zum Vertrauen erkennen.


Prophet sein

9. Dezember 2021

Donnerstag der zweiten Woche im Advent

P. Alejandro Espejo LC

Mt 11,7b.11-15
In jener Zeit begann Jesus zu der Menge ĂŒber Johannes zu reden: Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen grĂ¶ĂŸeren gegeben als Johannes den TĂ€ufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist grĂ¶ĂŸer als er. Seit den Tagen Johannes' des TĂ€ufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die GewalttĂ€tigen reißen es an sich. Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz ĂŒber diese Dinge geweissagt. Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre!

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich danke dir, dass du mir hilfst, mein Herz auf deine Ankunft vorzubereiten.

Bitte: Ich will auch helfen, deine Ankunft in anderen vorzubereiten. Lass mich dein Prophet sein.

1. Johannes, der Große. Warum sagt Jesus, dass Johannes der GrĂ¶ĂŸte gewesen war? NatĂŒrlich stammt alles, was Johannes war und vermochte, aus Gottes Gnade. Schon im Schoß seiner Mutter Elisabet war er erfĂŒllt von seiner Sendung als Prophet und Wegbereiter des Messias. Und er war dieser Berufung treu bis zum Ende. Nicht nur mit Worten hat er ohne Angst oder Menschenfurcht die Ankunft des Messias verkĂŒndigt, sondern ihn auch mit der richtigen Einstellung empfangen. Sein ganzes Leben, alle seine Gesten standen im Einklang mit seinen Worten. In Johannes gab es keine Heuchelei, kein Doppelleben. Er war ein Mann, der nur fĂŒr Gott lebte.

2. Prophet sein. Prophet sein bedeutet, Werkzeug Gottes in der Gesellschaft zu sein. Jemand, der dazu einlĂ€dt, an Gott zu glauben und ihm zu vertrauen, in Wort und Tat. Jemand, der hört, was Gott uns sagen will, und der das seinen Mitmenschen so ĂŒbersetzt, dass sie es verstehen können. Ein Zeichen der Hoffnung und gleichzeitig ein Skandal fĂŒr die Welt, die nichts von Bekehrung hören will. Ein Leben, das bezeugt, dass Gott lebt und dass er die Menschen noch liebt.

3. EmpfĂ€nger und TrĂ€ger des Geheimnisses. Wir merken schon in diesem Advent an den Lesungen, aber auch in unserem Leben, dass wir gleichzeitig EmpfĂ€nger einer Gnade und TrĂ€ger und Propheten derselben fĂŒr andere Menschen sind. Und das ist kein Widerspruch, sondern das Geheimnis des christlichen Lebens. Mit seiner Menschwerdung wollte Jesus jeden Menschen heiligen und zum Propheten machen, zum Werkzeug der Gnade fĂŒr seine Mitmenschen. Das Kind Jesus kommt, um uns von unseren SĂŒnden zu erlösen und uns zu Teilhabern seines Heilswerks und zu Aposteln zu machen. Er vertraut auf uns! Er gibt unserem Leben einen neuen Sinn.

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Jesus, dass du um meinetwillen kommst und mich dazu berufst, dein Apostel zu sein. Ich weiß noch nicht ganz wie, aber ich will verkĂŒnden, dass du vertrauenswĂŒrdig und gut bist, dass es in dir Hoffnung gibt.

Vorsatz: Ich werde heute mit Worten oder Taten bezeugen, dass Gott gut ist.


Was fĂŒr einen Messias erwarte ich?

10. Dezember 2021

Freitag der zweiten Woche im Advent

P. Alejandro Espejo LC

Mt 11,16-19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben fĂŒr euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem DĂ€mon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und SĂ€ufer, dieser Freund der Zöllner und SĂŒnder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, du sendest deinen geliebten Sohn auf Erden, und ich freue mich, dass ich ihn in meinem Herzen empfangen darf.

Bitte: Komm zu mir, Herr. Vater, lass mich deinen Sohn erkennen und bereit sein, mich von ihm ĂŒberraschen zu lassen. Lass nicht zu, dass mich meine Erwartungen daran hindern, ihn zu erkennen.

1. Ein Gott nach meiner Meinung. Jeder hat seine eigene Meinung darĂŒber, wie das perfekte Auto aussieht, welche elf Spieler die perfekte Fußballmannschaft ausmachen wĂŒrden oder wie der ideale Politiker agiert. Alles andere scheinen mittelmĂ€ĂŸige Kompromisse und man bleibt dabei unzufrieden: Das ist schön, aber es fehlt jenes. Dieser Mann ist gut darin, aber er ist schwach auf anderem Gebiet. Und wenn wir ĂŒber Gott reden, ĂŒber unseren Heiland nachdenken, liegt die Versuchung nahe, ihn nach unserer Meinung, nach unseren Erwartungen einzuschĂ€tzen: Er soll fromm sein, er soll meine Freiheit respektieren, er soll nicht


2. Der Gott deines Lebens kommt. Lass ihn dein Gott sein! Aber Gott ist viel grĂ¶ĂŸer als unsere Erwartungen. Er will kommen, um uns zu retten, auch von uns selbst, und unserem begrenzten Blick, unserer MittelmĂ€ĂŸigkeit. Lass Gott die Stelle in deinem Leben nehmen, die ihm gehört: die erste. Vertraue ihm und sage ihm nicht, was er in deinem Leben Ă€ndern muss, sondern ĂŒberlass ihm die Initiative und höre ihm zu, um zu erfahren, was du in deinem Leben Ă€ndern sollst. Nicht er soll deine Erwartungen erfĂŒllen, sondern umgekehrt.

3. Die Freiheit der Kinder Gottes. Wenn du Gott vertraust, dann wirst du merken, dass es Zeiten fĂŒr Buße und schwere Loslösung gibt, fĂŒr Umkehr und Opfer. Aber es gibt auch Momente fĂŒr Freude und Genuss, Lob und dankbare Feier. Dann wirst du merken, dass Gott deine Erwartungen ĂŒbersteigt, dass er gĂŒtiger ist, als du es dir je vorstellen könntest. Das Leben als Kind Gottes ist eine wunderbare Überraschung: Immer können wir glĂŒcklich sein. Auch in Momenten des Leids und der PrĂŒfung sind wir von ihm begleitet und gesegnet.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Gott, oft Ă€rgere ich mich ĂŒber dich, weil du ein Spielverderber zu sein scheinst, mich vor Herausforderungen stellst und zu gĂŒtig mit anderen umgehst. Oft bin ich darĂŒber sauer, dass du mir das, worum ich dich bitte, nicht gibst, egal ob das gut oder hilfreich fĂŒr mich ist. Verzeih mir bitte mein Misstrauen und meinen Hochmut, zu denken, dass ich es besser weiß. Ich vertraue ganz darauf, dass du gut bist.

Vorsatz: Ich werde heute in Vorfreude auf Weihnachten die GĂŒte Gottes feiern.


Sie haben ihn nicht erkannt

11. Dezember 2021

Samstag der zweiten Woche im Advent
Hl. Damasus I., Papst

P. Alejandro Espejo LC

Mt 17,9a.10-13
WĂ€hrend Jesus und seine JĂŒnger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die JĂŒnger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst mĂŒsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden mĂŒssen. Da verstanden die JĂŒnger, dass er von Johannes dem TĂ€ufer sprach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wir mĂŒssen genau hinschauen, um hinter dem Schleier des Sichtbaren, deine tiefe, unsichtbare Gottheit zu entdecken.

Bitte: Herr, leite mich vom Sichtbaren zum Unsichtbaren. Lass mich nicht an der OberflĂ€che stehen bleiben.

1. Die Augen gut öffnen. Wir Menschen neigen dazu, nur das zu sehen und zu hören, was wir wollen und erwarten. Wir verschwenden mehr Aufmerksamkeit fĂŒr das, was wir erwarten, und nehmen deswegen oft große Ereignisse nicht wahr, die vor unseren Augen geschehen. Bestes Beispiel: die Fahrradfahrer bei der FahrprĂŒfung und im Alltag. Suchen wir die wirklich aktiv? In Ă€hnlicher Weise haben die Juden in Johannes Elija nicht erkannt. Sie haben auch nicht das Kind in der Krippe in Bethlehem als den Messias erkannt. So kann es auch uns geschehen, dass Gott zu uns kommt, und wir sind abgelenkt.

2. Er muss kommen. Gott selbst muss und will zu dir kommen. Dem vielen Weihnachtsmarketing zum Trotz geschieht seine Ankunft in aller Schlichtheit und Stille. Bist du bereit, ihn zu suchen und zu erkennen? Merkst du, dass da etwas ist, das dich von der Wahrnehmung seiner Ankunft ablenkt? Oder welche falschen Erwartungen solltest du ablegen, um ihn so wunderbar zu entdecken, wie er ist?

3. Eine neue Art von Macht. Elija war bekannt fĂŒr seine machtvollen Zeichen: Der Regen ĂŒber Israel, der Wettkampf gegen die Baalspriester und das Gottesurteil, der Konflikt mit dem König, dem er seine SĂŒnden vorhielt, usw. Gott hatte versprochen, dass er wiederkommen wĂŒrde, um Hirte seines Volkes zu sein. Er kommt mit einer neuen Art von Macht: um zu heilen. Vor allem, um die Herzen der Menschen nicht mit Gewalt, sondern mit Barmherzigkeit zu gewinnen. Mit Geduld und Vergebung, nicht mit Pracht und Feuer will er zu dir kommen. Bist du bereit, ihn in einer solchen Art von Machterweisen zu erkennen?

GesprĂ€ch mit Christus: Ich merke, Jesus, dass ich immer wieder das Bild, das ich von dir habe, verfeinern und reinigen muss. Ich habe eine wachsende Sehnsucht, dich kennen zu lernen, wie du wirklich bist, dich zu lieben, wie du bist, und mich von dir lieben zu lassen. Danke, dass du zu mir kommst und fĂŒr mich kĂ€mpfst.

Vorsatz: Ich werde heute eine mir weniger bekannte Stelle des Evangeliums lesen, um Jesus besser kennen zu lernen.