Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 28. November 2021 bis Samstag 4. Dezember 2021

Erste Woche im Advent

Edeltrud Fuhr

Der „Startschuss“Sonntag
Göttliche TugendenMontag
Apostel seinDienstag
Jesus, der MessiasMittwoch
Felsen-fester GlaubeDonnerstag
BlindheitFreitag
Dein Reich komme!Samstag


Der „Startschuss“

2028. November 2021

Erster Adventssonntag

Edeltrud Fuhr

Lk 21,25-28.34-36
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe. Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht wie eine Falle; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt!

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, heute will ich mit dir in das neue Kirchenjahr starten. Jedes Jahr von neuem gibst du mir eine Chance, in deine göttlichen Heilsgeheimnisse tiefer „einzutauchen“ und so immer mehr aus deiner FĂĽlle zu schöpfen.

Bitte: Stärke in mir eine freudige Erwartung auf dein Kommen.

1. Neujahr. Heute, zu Beginn des neuen Kirchenjahres, hören wir im Evangelium von turbulenten Zeiten, von Angst und ErschĂĽtterung. Wenn wir nicht das Ziel im Auge behalten, könnte uns dieses Ende beunruhigen. Aber wenden wir unseren Blick auf den Herrn! Im Advent erwarten wir die Menschwerdung Jesu. Gott macht sich klein und will einer von uns sein. Nur Mut!

2. Kopf hoch! â€žDann richtet euch auf und erhebt eure Häupter.“ - Welch ein Zuspruch und eine Ermutigung! Papst Franziskus beschreibt es so in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“: „Mit einem FeingefĂĽhl, das uns niemals enttäuscht und uns immer die Freude zurĂĽckgeben kann, erlaubt er uns, das Haupt zu erheben und neu zu beginnen. Fliehen wir nicht vor der Auferstehung Jesu, geben wir uns niemals geschlagen, was auch immer geschehen mag.“ (Nr. 3)

3. Wachet und betet. Herr, lass mich feinfĂĽhlig und aufmerksam sein fĂĽr deine Gegenwart in meinem Alltag. Nicht Lichterketten und glitzernde Sterne sollen mein Herz erhellen, sondern die Freude ĂĽber deine unendliche und bedingungslose Liebe zu uns. Bahnt einen Weg unserem Gott. Ă–ffnet die Herzen und macht euch bereit.

Gespräch mit Christus: Jesus, mit dem heutigen ersten Adventssonntag beginnt eine gnadenreiche Zeit. Lass mich wachsam und aufmerksam sein. Du rufst uns zur Umkehr auf. Lass mich in dieser Adventszeit erkennen, wo bei mir noch Wandlung notwendig ist. Schenke mir ein offenes Herz, damit alle „HĂĽgel“ abgetragen und alle „Täler“ gefĂĽllt werden können.

Vorsatz: Heute bete und betrachte ich den Text eines Adventslieds.


Göttliche Tugenden

29. November 2021

Montag der ersten Woche im Advent

Edeltrud Fuhr

Mt 8,5-11
In jener Zeit, als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich danke dir fĂĽr diese Gebetszeit mit dir. Räume alles weg, was mich hindert, ganz bei dir zu sein.

Bitte: Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

1. Ein Hauptmann mit Nächstenliebe. Es ist wohl nicht selbstverständlich, dass ein Hauptmann sich so fĂĽr einen Diener einsetzt. Er scheut keine Anstrengung und Unannehmlichkeiten. Man könnte auch sagen: Mut zum Dienen = Demut. Selbst Jesus war ĂĽberrascht und erstaunt ĂĽber diesen Hauptmann. Wie steht es bei mir so mit der Demut? Welchen „Dienst“ könnte ich heute verschenken?

2. Felsenfester Glaube. Jesus ist erstaunt ĂĽber diesen starken Glauben des Hauptmannes. Wer hätte gedacht, dass die Worte eines römischen Soldaten einmal einen festen Platz in unsere Liturgie bekommen wĂĽrden? „Herr, ich bin nicht wĂĽrdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ Jesus, dieses Gebet hilft mir immer wieder, mich auf dein Kommen in der heiligen Kommunion vorzubereiten. Nie werde ich wohl ganz begreifen und ausschöpfen, wie nahe du mir in diesem Moment bist. Du, Gott, kommst zu mir und willst mich „wandeln“

3. Hoffnungszeichen. Viele werden kommen, von Osten und Westen. Jesus, du bist fĂĽr alle Menschen gekommen. In Jesaja lesen wir: „Ich mache dich zum Licht fĂĽr die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.“ – Wie tröstlich! Es verändert meinen Blick auf meinen Nächsten. Auch fĂĽr ihn ist Jesus Mensch geworden und hat ihn mit seinem Kreuzestod und seiner Auferstehung erlöst.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke fĂĽr das Geschenk der drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. In meiner Taufe sind sie kraft deines Heiligen Geistes in mich „hineingepflanzt“ worden. Lass sie in mir wachsen und fruchtbar werden.

Vorsatz: Heute werde ich bewusst das Gebet: „Herr, ich bin nicht wĂĽrdig“ vor der heiligen Kommunion sprechen. Wenn ich nicht zur Messfeier gehe, besuche ich eine Kirche bzw. einen stillen Raum, mache eine geistige Kommunion und spreche bewusst dieselben Worte.


Apostel sein

30. November 2021

Dienstag der ersten Woche im Advent
Hl. Andreas, Apostel
Fest

Edeltrud Fuhr

Mt 4,18-22
In jener Zeit als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, ich will jetzt ganz fĂĽr dich da sein. Ă–ffne die Ohren meines Herzens, damit ich verstehe, was du mir heute durch dieses Evangelium sagen willst.

Bitte: Jesus, schenke mir apostolischen Mut und Entschiedenheit. Und stärke mich in meiner ganz persönlichen Nachfolge.

1. Fischer. Warum hat Jesus gerade „Fischer“ berufen? Welche Talente und Lebenserfahrung hat wohl ein Fischer? Er kennt sich aus mit Gezeiten, Strömungen und Gewohnheiten der Fische. Er kennt die Stellen, wo er seine Netze auswerfen muss und braucht Geduld fĂĽr den richtigen Zeitpunkt. Er kennt die Weite des Meeres und kann auch mit stĂĽrmischen Zeiten umgehen.

2. Sofort. Bei Jesus gibt es keine „halben Sachen“. Ich glaube, Jesus war fĂĽr die JĂĽnger keine fremde Person. Im Evangelium lesen wir, dass Johannes der Täufer Andreas auf Jesus aufmerksam gemacht hat. Andreas ist nach der Begegnung mit Jesus so begeistert, dass er die gute Nachricht sofort an seinen Bruder Simon weitergibt: „Wir haben den Messias gefunden.“

3. Nachfolge. Was bedeutet das Wort „Folgen“ fĂĽr mich? Im ersten Petrusbrief lesen wir: „Er hat euch aus der Finsternis herausgefĂĽhrt in sein wunderbares Licht“. ER geht voran und ich gehe hinterher. In dem Lied „Werd ich dir folgen“ heiĂźt es: „Werd ich dir folgen, was auch geschieht? Werd ich dir treu sein, wenn keiner mich sieht? Kann ich mein Kreuz tragen, den schmalen Weg gehen, und mich selbst verleugnen, dem Stolz widerstehen? Werd ich dir folgen ans Ende der Welt, alles verlassen, was mich noch hält? Werd ich im Kampf bis zum Ende bestehen, die Hände am Pflug und nicht mehr rĂĽckwärts sehn?

Gespräch mit Christus: Jesus, jeden Tag sagst du von neuem mir: „Folge mir nach.“ Lass mich aufmerksam sein fĂĽr deinen Ruf. Schenke mir den nötigen Mut und die Entschiedenheit, in den heutigen „StĂĽrmen“ und „Flauten“ zu bestehen. Danke, dass du es bist, der mir vorausgeht und den Weg bahnt.

Vorsatz: Heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine WĂĽnsche anpassen.


Jesus, der Messias

1. Dezember 2021

Mittwoch der ersten Woche im Advent
Sel. Charles de Foucauld, Missionar

Edeltrud Fuhr

Mt 15,29-37
In jener Zeit kam Jesus an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels. Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen. Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen? Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische. Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Leute. Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, du wurdest Mensch, um uns zu erretten. So wie die vielen Menschen damals zu dir Zuflucht genommen haben, so komme auch ich jetzt zu dir. Du hast die Menschen geheilt und gestärkt, bis zum heutigen Tag.

Bitte: Nimm alle Ablenkung weg von mir, damit ich jetzt ganz bei dir sein kann.

1. Ein Thron. â€žJesus stieg auf einen Berg und setzte sich.“ Es kommt mir so vor, als säße Jesus auf einem „Thron“ und die Menschen kämen in Scharen zu ihm. Sie sehen mit ihren Augen die Wunder und beginnen sofort, Gott zu preisen. Haben sie Jesus in seiner wahren Mensch- und Gottheit erkannt?

2. VerheiĂźung des messianischen Heils. Sogleich wird man an die Prophezeiung aus dem Buch Jesaja erinnert. „Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.“ Wir sind gerade jetzt in der Adventszeit eingeladen, Jesus, als unseren Messias zu erwarten. Und so heiĂźt es in Jesaja: „Die vom Herrn Befreiten kehren zurĂĽck und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.“ Danke Jesus!

3. Die himmlische Nahrung. Jesus, du hast die vielen Menschen mit den wenigen Broten, die die JĂĽnger hatten, satt gemacht. Schon am Anfang deiner Menschwerdung hat man dich in eine Futterkrippe gelegt und der Ort deiner Geburt, Betlehem, heiĂźt ĂĽbersetzt: „Haus des Brotes“. Ich kann immer wieder nur staunen ĂĽber deine göttliche Weisheit, Klarheit und Logik.

Gespräch mit Christus: Danke, Jesus, fĂĽr deine groĂźe Liebe zu uns Menschen. Du kennst uns, du heilst uns und du nährst uns mit deinem eucharistischen Leib. Du bist die wahre Quelle unserer Freude und schenkst uns Leben in FĂĽlle.

Vorsatz: Gibt es heute vielleicht eine Gelegenheit, mein „Brot“ mit anderen zu teilen?


Felsen-fester Glaube

2. Dezember 2021

Donnerstag der ersten Woche im Advent
Hl. Luzius von Chur Bischof, Märtyrer

Edeltrud Fuhr

Mt 7,21.24-27
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

EinfĂĽhrendes Gebet: Danke, Jesus, du bist ein fester Halt fĂĽr mich. Jeden Tag neu komme ich zu dir. Lass mein Gebet nicht nur leere Worte sein, sondern in meinem Leben Wirklichkeit werden.

Bitte: Jesus, stärke meinen Glauben!

1. Der Wille des Vaters. Wie kann ich den Willen des Vaters erfĂĽllen? Da geht es ums Hören und darum, das Gehörte in seinem Leben umzusetzen. Nicht nur mit Worten „plappern“, sondern meinen Glauben leben. Können die Menschen in meiner Umgebung meine Liebe zum Herrn, an meinem Leben erkennen?

2. Der „Bautipp“ fĂĽr das Fundament. Jesus hat wohl mit seinem Pflegevater, Josef, einige Häuser gebaut. So ist es verständlich, dass er ein sehr eindringliches Bild benutzt. Das Haus braucht ein sicheres Fundament. Felsen oder Sand! Schon in den Psalmen begegnet uns der „Fels“: Ich will dich rĂĽhmen; Herr, meine Stärke, Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.

3. Petrus, der Fels. Jesus, auch fĂĽr deine Kirche hast du dir einen sicheren Felsen ausgesucht. Dir war klar, dass auch stĂĽrmische und unheilvolle Tage kommen wĂĽrden. Danke fĂĽr das „Petrusamt“. Petrus, der Fels. Beten wir fĂĽr Papst Franziskus: dass er, geleitet vom Heiligen Geist, Christi Kirche bewahre, fĂĽhre und leite.

Gespräch mit Christus: Jesus, wie wichtig und notwendig ist fĂĽr mich ein sicherer Halt und ein fester „Boden unter meinen FĂĽĂźen“. Stärke meinen Glauben und mein Vertrauen, dass, egal was passiert, du da bist. Ja, Vater, du weiĂźt, was du mir zutrauen kannst.

Vorsatz: Ich bete und bekenne bewusst das Glaubensbekenntnis.


Blindheit

3. Dezember 2021

Freitag der ersten Woche im Advent
Hl. Franz Xaver, Ordenspriester, Glaubensbote

Edeltrud Fuhr

Mt 9,27-31
In jener Zeit, als Jesus vorüberging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids! Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr. Darauf berührte er ihre Augen und sagte: Wie ihr geglaubt habt, so soll es geschehen. Da wurden ihre Augen geöffnet. Jesus aber befahl ihnen: Nehmt euch in Acht! Niemand darf es erfahren. Doch sie gingen weg und erzählten von ihm in der ganzen Gegend.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Gib alles mir, was mich fĂĽhret zu dir. Herr, nimm mich mir und mach mich ganz zu eigen dir.

Bitte: Herr, zeige mir meine „blinden Flecken“.

1. Keine ruhige Minute. Ăśberall hatte es sich herumgesprochen. Die Kunde von den vielen Heilungen und Wundern verbreitete sich in der ganzen Gegend. Wie muss es wohl dem Herrn ergangen sein? Immer wieder von einer drängenden Menschenmenge umringt zu sein. Heute folgen ihm die Blinden im Evangelium bis ins Haus. Jesus hatte wohl null „Privatsphäre“. UnermĂĽdlich ist er in seiner Geduld. Wie oft komme ich an meine Grenzen?

2. Blind und doch sehend! Die zwei Blinden waren zwar vom Augenlicht her blind, doch von ihrem Herzen her waren sie „sehend“. Sie benennen Jesu als „Sohn Davids“, also erkennen sie ihn als den Messias. Jesus fragt sie: „Glaubt ihr, dass ich euch helfen kann? FĂĽr unsere Heilung ist es notwendig, dass wir auch unseren „Teil“ in die Waagschale hineinlegen. „Glaube aber ist; feststehen in dem, was man erhofft, ĂĽberzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.

3. Meine „Blindheit“. Von welcher „Blindheit“ muss ich geheilt werden? Ist es die Unachtsamkeit meinem Nächsten gegenĂĽber? Denke ich, ich mache immer alles richtig? Ist mein Fokus nur auf weltliche Dinge gerichtet?

Gespräch mit Christus: Jesus, unermĂĽdlich bietest du uns deine Liebe an. Ă–ffne mein Herz und zeige mir, wo ich noch in meiner Eigensinnigkeit und Egozentrik gefangen bin. Stärke meinen Glauben und mein Vertrauen, dass nur du es bist, der mich retten kann.

Vorsatz: Ich ĂĽberlege mir, wem ich heute helfen kann und tue es!


Dein Reich komme!

4. Dezember 2021

Samstag der ersten Woche im Advent
Hl. Barbara, Märtyrin
Hl. Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer

Edeltrud Fuhr

Mt 9,35-10,1.6-8
In jener Zeit zog Jesus durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Er gebot ihnen: Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, lenke und leite mein Gebet. Ă–ffne mich fĂĽr deine Gegenwart. Lehre mich, in rechter Weise zu beten.

Bitte: Jesus, zeige mir, welchen „Dienst“ du fĂĽr mich in deiner „Ernte-arbeit“ vorgesehen hast.

1. Das Himmelreich ist nahe. Jesus verkĂĽndet das „Evangelium vom Reich“ und beauftragt auch seine JĂĽnger: „Geht und verkĂĽndet: Das Himmelreich ist nahe.“ Die Bitte: „Dein Reich komme!“, ist mir schon sehr lieb geworden, und es kommt mir auch schnell ĂĽber die Lippen. Aber was heiĂźt das eigentlich? Hat sein Reich nicht schon begonnen? Wie sensibel bin ich fĂĽr SEINE Gegenwart? Darf sich sein „Reich“ in meinem eigenen Herzen durchsetzen?

2. Die Ernte ist groĂź. Es gibt scheinbar viel zu tun. Und das sollte uns froh stimmen. Der Herr selbst ist der „Herr der Ernte“. Es ist alles bereitet. Er sorgt schon dafĂĽr. Bin ich bereit? Bin ich dabei? Bete ich fĂĽr die Berufung von Menschen, die ganz in seinem „Dienst“ stehen wollen?

3. Umsonst empfangen – umsonst geben! Maria, die Mutter des Herrn, ist die ganz Empfangende und ganz Schenkende. Sie war und ist vollkommen offen fĂĽr die Liebe des Vaters. Mit ihrem „Fiat“ wurde sie die Braut des Heiligen Geistes und trug Jesus unter ihrem Herzen. Wir gedenken und feiern alle Jahre wieder die Menschwerdung Jesu. Vertrauen wir uns auch in diesem Advent besonders der Gottesmutter an.

Gespräch mit Christus: Jesus, du kennst jeden von uns. Du beschenkst uns jeden Tag mit deiner Liebe. Lass mich aus deiner „LiebesfĂĽlle“ schöpfen und sie zu meinen Nächsten tragen. Verhilf deinem Reich immer mehr in allen Herzen zum Durchbruch, dann wird sich die Erde verwandeln.

Vorsatz: Heute betrachte ich das Gebet „Der Engel des Herrn“.