Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 7. November 2021 bis Samstag 13. November 2021

Zweiunddrei├čigste Woche im Jahreskreis

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Die Freude der leeren H├ĄndeSonntag
St├Ąrke unseren GlaubenMontag
Ein lebendiger Tempel GottesDienstag
Gnade und DankbarkeitMittwoch
Das habt ihr mir getanDonnerstag
Eine gute InvestitionFreitag
Vertrauen wagenSamstag


Die Freude der leeren H├Ąnde

7. November 2021

Zweiunddrei├čigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Willibrord, Bischof, Glaubensbote

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 12,38-44
In jener Zeit lehrte Jesus eine gro├če Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gew├Ąndern umher, lieben es, wenn man sie auf den Marktpl├Ątzen gr├╝├čt, und sie wollen in der Synagoge die Ehrensitze und bei jedem Festmahl die Ehrenpl├Ątze haben. Sie fressen die H├Ąuser der Witwen auf und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Umso h├Ąrter wird das Urteil sein, das sie erwartet. Als Jesus einmal dem Opferkasten gegen├╝bersa├č, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine M├╝nzen hinein. Er rief seine J├╝nger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem ├ťberfluss hineingeworfen; diese Frau aber, die kaum das N├Âtigste zum Leben hat, sie hat alles hergegeben, was sie besa├č, ihren ganzen Lebensunterhalt.

Einf├╝hrendes Gebet: Ich danke dir, Herr, weil du immer bei mir bist und mich kennst. Mein Denken und Tun sind dir nicht verborgen. F├╝hre mich heute auf dem Weg zu dir und schenke mir von neuem die Gnade, dir zu begegnen.

Bitte: Herr, ├Âffne mein Herz und meine H├Ąnde, um dir alles zu geben und alles von dir anzunehmen.

1. Er sieht, was verborgen ist. W├Ąhrend die Schriftgelehrten die Aufmerksamkeit und das Lob des Volkes suchen, schaut Jesus auf das Opfer einer dem├╝tigen Witwe. Wie sein Vater richtet er seinen Blick auf die Kleinen und sch├Ątzt, was verborgen ist. Er hat sich selbst zuerst in der Menschwerdung erniedrigt und sein Opfer am Kreuz ohne Applaus vollendet. Er, der der Sohn Gottes war, lebte vor seinem Vater und nicht f├╝r die Meinung anderer.

2. Er nimmt meine zwei M├╝nzen an. Die Witwe l├Ąsst nicht zu, dass ihre Armut und das Urteil anderer sie daran hindern, sich Gott zu n├Ąhern. Im Gegenteil, vielleicht gerade weil sie sich in Not sieht, ist sie bereit, alles loszulassen, was ihr zum ├ťberleben noch geblieben ist. Durch diese Geste dr├╝ckt sie Gott gegen├╝ber aus, dass sie alles von Ihm erwartet: ÔÇ×Er nimmt meine zwei M├╝nzen an und freut sich, wenn ich ihm meine Bed├╝rftigkeit hingebe.ÔÇť

3. Ihm vertrauen. Da sie alles von Gott erwartet, wird ihr das zur Erfahrung der Freiheit: Welche Sicherheit k├Ânnen mir zwei M├╝nzen geben? Was sind sie im Vergleich zu dem, was ich t├Ąglich von Gott erhalte? Die leeren H├Ąnde sind so kein Zeichen von Versagen und Verlassenheit, sondern werden Ausdruck einer zuversichtlichen Haltung, dass ÔÇ×Gott mir gen├╝gtÔÇť.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, ich strecke dir meine leeren H├Ąnde hin. Ich gebe dir alles, was ich habe und was ich bin. Ich bin bereit, alles von deiner G├╝te zu empfangen und habe meine Hoffnung auf dich allein gesetzt. Du gen├╝gst mir. Du wachst Tag f├╝r Tag ├╝ber mich. Nichts wird mir fehlen.

Vorsatz: Am Ende des Tages werde ich f├╝r alles danken, was du mir heute geschenkt hast.


St├Ąrke unseren Glauben

8. November 2021

Montag der zweiunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,1-6
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Es ist unvermeidlich, dass Verf├╝hrungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es w├Ąre besser f├╝r ihn, man w├╝rde ihn mit einem M├╝hlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum B├Âsen verf├╝hrt. Seht euch vor! Wenn dein Bruder s├╝ndigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ├Ąndert, vergib ihm. Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich vers├╝ndigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ├Ąndern!, so sollst du ihm vergeben. Die Apostel baten den Herrn: St├Ąrke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so gro├č w├Ąre wie ein Senfkorn, w├╝rdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er w├╝rde euch gehorchen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, sende deinen Heiligen Geist und seine Kraft, sodass ich treu im Glauben bleiben kann. Ohne dich kann ich nicht bestehen. St├Ąrke mich und halte mich fest bei dir.

Bitte: Ich bitte dich f├╝r alle Menschen, die ihren Glauben verloren haben. Lass sie zu dir umkehren und zur├╝ckkommen.

1. Ist das nicht zu anspruchsvoll? Das Ideal, den authentischen Glauben zu leben, scheint in den Augen der J├╝nger unerreichbar. Wer kann wirklich ohne Ma├č verzeihen? Jesus hat allerdings nie gesagt, dass wir es allein tun m├╝ssen. Das w├Ąre vom menschlichen Standpunkt aus gesehen eindeutig unrealistisch. Wenn wir aber mit ihm vereint bleiben, erm├Âglicht uns seine Gnade, so zu leben, wie wir es allein nicht tun k├Ânnten.

2. Wer ist der, der Wunder tut? Gott ist der Einzige, der Wunder tut. Der Glaube ÔÇô verstanden als pers├Ânliche Beziehung ÔÇô besteht darin, dass wir ihm und seiner Macht vertrauen k├Ânnen. Zu glauben bedeutet, sicher in Gott zu wandeln, auch wenn wir dabei unsere eigenen Grenzen erfahren. Wir k├Ânnen jeden Tag Zeugen seines Handelns sein.

3. Warum gehorcht der Maulbeerbaum mir nicht? Glaube kann sogar Berge versetzen. Oft geschieht es aber, dass die Berge und die Maulbeerb├Ąume genau dort bleiben, wo sie sind, auch wenn wir uns etwas anderes gew├╝nscht h├Ątten. Reicht es, einfach zu sagen, dass man nicht ÔÇ×genugÔÇť glaubt? In dem Ma├če, in dem man mit Gott vereint lebt, lernt man auch zu begehren und zu bitten, was Gott will. Es ist nicht so wichtig, das zu erreichen, was man will, sondern sich dem Vater in seinem Willen anzuschlie├čen, wie es Christus getan hat.

Gespr├Ąch mit Christus: Ich danke dir, Herr, weil du mir Kraft gibst. Hilf mir, im Vertrauen zu dir zu wachsen und jeden Tag mit dir zu verbringen. Wirke in meinem Leben, was nur durch deine Gnade geschehen kann.

Vorsatz: Ich werde heute eine gute Tat vollbringen und keinem davon erz├Ąhlen.


Ein lebendiger Tempel Gottes

9. November 2021

Dienstag der zweiunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Weihetag der Basilika am Lateran in Rom
Fest

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Joh 2,13-22
Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verk├Ąufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort sa├čen. Er machte eine Gei├čel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld der Wechsler sch├╝ttete er aus, ihre Tische stie├č er um und zu den Taubenh├Ąndlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine J├╝nger erinnerten sich, dass geschrieben steht: Der Eifer f├╝r dein Haus wird mich verzehren. Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm: Welches Zeichen l├Ąsst du uns sehen, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Rei├čt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferweckt war, erinnerten sich seine J├╝nger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, lass mich deine Gegenwart in mir entdecken und mit dir meinen Tag verbringen. Reinige mein Herz, um es zu einem Zuhause zu machen, das deiner w├╝rdig ist.

Bitte: Ich bete zu dir f├╝r alle Menschen, die sich einsam f├╝hlen. Lass sie entdecken, dass sie nie allein sind.

1. Ein eifers├╝chtiger Gott. Der Tempel war das Herz der Heiligen Stadt. Es war der Ort, an dem der lebendige Gott wohnte. Als Jesus ein Kind war, war er dortgeblieben und es war f├╝r ihn das Haus seines Vaters gewesen. Seine Eifersucht zeigt, wie viel der Tempel seinem Herzen bedeutete und was er zu tun bereit war, um ihn zu verteidigen. Er sprach nicht nur von den Steinen, sondern von dem Ort der lebendigen Begegnung, der nichts im Weg stehen sollte.

2. Er meinte den Tempel seines Leibes. Die J├╝nger erinnerten sich an diese Worte, als Jesus am dritten Tag auferstanden war. Der Tempel war sein Leib. Sein Leib ist aber auch die Kirche, jeder Getaufte ist mit Christus vereint. Sein Eifer f├╝r den Tempel dr├╝ckt auch seine Liebe zur Kirche aus: Sie ist sein eigener Leib und seine Braut.

3. Ich werde ihn wieder aufrichten. Jesus offenbart hier seine Liebe und seinen Eifer f├╝r das Haus seines Vaters, f├╝r die Kirche und f├╝r jeden von uns. Seine Auferstehung gibt Anlass zur Hoffnung: Wo Menschen blo├č Steine und Ruinen sehen, baut Er alles wieder auf und macht alles neu.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, baue mich von neuem auf mit deinem Heiligen Geist.

Vorsatz: Ich werde heute die Baustellen meines Lebens, die Bereiche, wo ich am meisten Hilfe brauche, Gott anvertrauen.


Gnade und Dankbarkeit

10. November 2021

Mittwoch der zweiunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Leo der Gro├če, Papst, Kirchenlehrer
Gedenktag

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,11-19
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galil├Ąa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Auss├Ątzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und w├Ąhrend sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den F├╝├čen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien. Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die ├╝brigen neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, au├čer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, lass mich dich heute auf dem Weg erkennen. Ich glaube, dass du mir entgegenkommst und dass du mich heilen kannst.

Bitte: Ich bitte dich um die Gnade, dein Wirken heute mit Dankbarkeit zu erkennen.

1. Jesus kommt uns entgegen. Auf dem Weg nach Jerusalem nimmt Jesus sich die Zeit, die D├Ârfer zu besuchen. Obwohl die Kranken ihn aufsuchen, bevor er das Dorf betreten konnte ÔÇô als Auss├Ątzige m├╝ssen sie sich ja au├čerhalb aufhalten ÔÇô, war die Initiative in Wahrheit seine. Er m├Âchte die Menschen treffen, dort wo sie sind und kommt uns entgegen.

2. Die zehn wurden geheilt. Das Evangelium erw├Ąhnt zehn Auss├Ątzige, die geheilt wurden, obwohl nur einer zur├╝ckkehrte, um sich zu bedanken. Die anderen neun wurden aber auch geheilt. Was mit ihnen passiert ist, wissen wir nicht, aber wir wissen, dass Jesus ebenso gro├čz├╝gig zu ihnen war. Er bietet seine Gnade an, weil er gut ist, nicht weil er Anerkennung erwartet. So verh├Ąlt er sich auch im Alltag vieler, die vielleicht noch nicht einmal seinen Namen kennen oder von ihm geh├Ârt haben.

3. Er lobte Gott mit lauter Stimme. Der Auss├Ątzige, der dankbar zur├╝ckkehrte, kam doppelt gesegnet daraus hervor. Einerseits erlangte er die Gesundheit seines K├Ârpers wieder und konnte von neuem am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Andererseits begegnete er Christus pers├Ânlich und nah, was den anderen neun nicht gelang. Er konnte dann Gott mit lauter Stimme loben: einen Gott, der uns einl├Ądt, in F├╝lle zu leben, und uns im Glauben st├Ąrkt.

Gespr├Ąch mit Christus: Ich danke dir, Herr, f├╝r deine Gnade, die du mir jeden Tag schenkst. Dir zu begegnen, das ist mein Heil und meine Rettung, denn du selbst bist das Leben und du l├Ąsst mich in dir und mit dir leben.

Vorsatz: Heute m├Âchte ich Gott meine Dankbarkeit ausdr├╝cken, indem ich auch den Menschen danke, denen ich begegne.


Das habt ihr mir getan

11. November 2021

Donnerstag der zweiunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Martin von Tours, Bischof
Gedenktag

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 25,31-40
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle V├Âlker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den B├Âcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die B├Âcke aber zur Linken. Dann wird der K├Ânig denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt f├╝r euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gef├Ąngnis, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gef├Ąngnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der K├Ânig ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr f├╝r einen meiner geringsten Br├╝der getan habt, das habt ihr mir getan.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, ich m├Âchte dir folgen und dich in meinen Br├╝dern und Schwestern erkennen. Lehre mich deine Art und Weise, die Menschen zu sehen und zu behandeln.

Bitte: Ich bitte dich f├╝r alle Menschen in Not. Steh ihnen bei und schenke ihnen Hilfe und Trost.

1. Das menschliche Gesicht Gottes. Als Jesus Mensch wurde, nahm er alles Menschliche an. Er wusste, was Hunger und Durst war, wusste nicht, wo er sein Haupt hinlegen sollte, und er sp├╝rte, was es f├╝r ihn eine Schande war, bei der Kreuzigung entkleidet zu werden. Er kann sich wirklich mit jedem Menschen in Schwierigkeiten identifizieren. F├╝r jeden, der das Angesicht Gottes sucht, erinnert das Leiden des anderen an das menschliche Antlitz Christi, der alles mit uns teilen wollte.

2. Eine T├╝r, um Gott zu begegnen. Der Kontakt mit menschlichem Leid wird zu einer T├╝r zur Begegnung mit Gott. Einerseits kann ich Gott lieben und ihm dienen, wenn ich etwas f├╝r meinen N├Ąchsten tue. Andererseits kann ich auch die G├╝te und Liebe Gottes erfahren, wenn andere freiwillig etwas f├╝r mich tun.

3. Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid. Die Praxis der br├╝derlichen N├Ąchstenliebe ist eine Schulung f├╝r den Himmel. Im Himmel braucht es keine materielle Hilfe mehr, die Liebesf├Ąhigkeit wird aber in allen Dimensionen ihren maximalen Ausdruck erreichen. Unsere Bed├╝rftigkeit unterstreicht, dass wir Menschen Beziehungswesen sind: Sie erinnert mich daran, dass ich andere brauche und dass andere auch mich brauchen. Die Begegnung mit den Bed├╝rftigen st├Â├čt einen Lernprozess im Lieben und Geliebt-werden an, damit wir so zu handeln lernen, wie Christus an jedem von uns gehandelt hat.

Gespr├Ąch mit Christus: Hilf mir, Herr, lieben zu lernen, Liebe anzubieten und Liebe anzunehmen, um in diese Schule der Hingabe einzutreten, in der du der gro├če Meister bist.

Vorsatz: Ich m├Âchte heute etwas Konkretes tun, um jemand in Not zu helfen.


Eine gute Investition

12. November 2021

Freitag der zweiunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Josaphat, Bischof, M├Ąrtyrer
Gedenktag

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 17,26-37
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. Die Menschen a├čen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle. Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie a├čen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. Aber an dem Tag, als Lot Sodom verlie├č, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um. Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart. Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zur├╝ckkehren. Denkt an die Frau des Lot! Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen. Ich sage euch: Von zwei M├Ąnnern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zur├╝ckgelassen. Von zwei Frauen, die mit derselben M├╝hle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zur├╝ckgelassen. Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

Einf├╝hrendes Gebet: Leite mein Herz an, Herr, zu erkennen, was sich im Leben wirklich lohnt. Gib, dass ich keine Angst habe, alles zu verlieren, um dich zu besitzen.

Bitte: Gib mir die Gnade zu erkennen, was mich dir n├Ąher bringt.

1. Aufgaben oder Sinn? Das allt├Ągliche Leben besteht aus vielen Aufgaben, wie aufstehen, waschen, anziehen, essen oder trinken, arbeiten und ausruhen. Irgendwie m├╝ssen wir uns am Leben erhalten und uns darum sorgen. ÔÇ×Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlierenÔÇť bedeutet dahingegen aber auch, dass das wahre Leben ├╝ber die Aufgaben hinausgeht, die uns t├Ąglich besch├Ąftigen. Man muss sich immer wieder daran erinnern, warum, wof├╝r und f├╝r wen man lebt.

2. Welche Zeit ist mir zugestanden? Es kann vorkommen, dass man Wichtigeres verliert, wenn man sich allein darum k├╝mmert, sein Leben abzusichern. Die Lebenszeit, die wir haben, ist begrenzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, jeden Moment mit einem Horizont zu leben, der ├╝ber das Verg├Ąngliche hinausgeht. Es ist wichtig, zum Himmel zu blicken und das zu w├Ąhlen, was uns dorthin f├╝hrt.

3. In das investieren, was Frucht bringt. Auf dieser Erde ist nichts, was getan wird, f├╝r die Ewigkeit verloren, wenn es mit Sinnhaftigkeit und Liebe getan wird. Wenn wir vor Gott leben, ist nichts, was man ges├Ąt hat, umsonst. Die Handlungen jedes Tages erlangen einen neuen Wert, einen ewigen Wert, den uns nichts und niemand nehmen kann.

Gespr├Ąch mit Christus: Danke f├╝r die kleinen Dinge meines Alltags, f├╝r alles, was ich dir anbieten kann und Anlass ist, mehr zu lieben.

Vorsatz: Ich werde versuchen, etwas, was mir schwerf├Ąllt, zu betrachten, um herauszufinden, wie ich darin wachsen kann.


Vertrauen wagen

13. November 2021

Samstag der zweiunddrei├čigsten Woche im Jahreskreis

Alice Bresolin, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 18,1-8In jener Zeit sagte Jesus den J├╝ngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht f├╝rchtete und auf keinen Menschen R├╝cksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich f├╝rchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen R├╝cksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie l├Ąsst mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schl├Ągt mich ins Gesicht. Und der Herr f├╝gte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserw├Ąhlten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern z├Âgern. Ich sage euch: Er wird ihnen unverz├╝glich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

Einf├╝hrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, lenke meinen Tag und lege die Gef├╝hle eines Kindes in mein Herz. Ordne heute meine Gedanken und meine Worte.

Bitte: Herr, du bist mein Vater. Hilf mir, deine G├╝te wiederzuentdecken und zu wissen, dass du mich beh├╝test.

1. Hoffnung wider alle Hoffnung. Jesus erz├Ąhlt ein Gleichnis, das ein ung├╝nstiges Bild entwirft: Welche Gerechtigkeit kann man von einem Mann erwarten, der niemanden beachtet und Gott nicht f├╝rchtet? Welche Hoffnung konnte diese Witwe haben, dass am Ende jemand auf sie h├Ârt? Ihre Hoffnung aber erwies sich als gr├Â├čer als das Hindernis und sie blieb fest bei ihrer Bitte.

2. Es ist nichts falsch daran, nachzufragen. Man kann manchmal den Eindruck haben, dass Gott sich nicht um unsere Probleme k├╝mmert und nicht von unseren Gebeten bel├Ąstigt werden m├Âchte. Das Gleichnis lehrt ganz im Gegenteil, dass man selbstbewusst um alles bitten muss, was man braucht, wie es Kinder bei ihren Eltern tun. Gott wird wissen, wie er uns alles geben kann, was zu unserem Besten gereicht, wie Eltern das auch tun.

3. Er wei├č, was das Beste f├╝r mich ist. Es geht nicht darum, dass Gott all unsere Launen erf├╝llt. Er wird wissen, was er uns geben m├Âchte. Aber es ist keine S├╝nde zu fragen. Unser Teil ist es, ihm vertrauensvoll zu begegnen. ÔÇ×Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gem├Ą├č seinem Ratschluss berufen sind.ÔÇť

Gespr├Ąch mit Christus: Komm, Heiliger Geist, und lehre mich beten: ÔÇ×Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch f├╝r uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.ÔÇť

Vorsatz: Heute werde ich f├╝r die Menschen beten, die sich nicht trauen, sich Gott zu n├Ąhern.