Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 31. Oktober 2021 bis Samstag 6. November 2021

EinunddreiĂźigste Woche im Jahreskreis

Br. José Andrés González Fernández LC

Der SchlĂĽssel zur LiebeSonntag
Der Himmel ist mein ZielMontag
Ich bin das LebenDienstag
Mein GepäckMittwoch
FREUDEDonnerstag
Auch von den Bösen lernen wir Freitag
FĂĽr Gott geschaffen!Samstag


Der SchlĂĽssel zur Liebe

31. Oktober 2021

EinunddreiĂźigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Wolfgang von Regensburg, Bischof

Br. José Andrés González Fernández LC

Mk 12,28b-34
In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr und es gibt keinen anderen außer ihm und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Guter Vater, ich glaube, dass du in diesem Augenblick bei mir bist, ich glaube, dass du in meiner Gegenwart sein willst und dass du mich immer mit einer väterlichen Umarmung empfängst. Du weiĂźt, dass ich dich und alle Menschen lieben möchte, aber wenn ich meine Kleinheit, meine SĂĽnde sehe, denke ich, dass es fĂĽr mich unmöglich ist. Guter Vater, wie kann ich lieben und an diesem groĂźen Wunder deiner Barmherzigkeit teilnehmen, wenn ich so klein, schwach und sĂĽndig bin?

Bitte: Heute bitte ich um die Gnade, zu wissen und zu verstehen, dass ich von dir geliebt bin, damit ich an dieser Liebe teilhabe und sie durch mein Leben mit anderen teilen kann.

1. Gott hat mich zuerst geliebt. Jesus, du hast uns die Liebe des Vaters offenbart, der uns aus Liebe geschaffen hat, und seine Liebe ist treu und ewig. Johannes erinnert uns daran, dass die Liebe nicht darin besteht, dass wir lieben können, sondern darin, dass wir wissen, dass wir von dir geliebt werden. Ich möchte deine Liebe erfahren, ich möchte, dass sie die Grundlage meines Lebens ist, denn alles andere mag vergehen, aber deine Liebe währt ewig.

2. An seiner Liebe teilhaben. Gott ist die Liebe und er hat uns nach seinem Bild geschaffen. Gott hat uns mit der Fähigkeit geschaffen, an seiner größten Eigenschaft teilzuhaben, er hat uns mit der Fähigkeit zu lieben geschaffen. Es gibt nichts Größeres, was der Mensch tun kann, als zu lieben. Kein anderes Geschöpf auf Erden kann an diesem Geheimnis teilhaben wie wir. Wir können Gott ablehnen oder seine Liebe annehmen. Wir können in uns selbst verschlossen leben oder an der Liebe Gottes teilhaben, die Leben, Freiheit, Frieden, Freude und Harmonie schenkt!

3. â€žKostenlos“ weitergeben. Wenn wir es aus freien StĂĽcken empfangen haben, mĂĽssen wir es auch anderen aus freien StĂĽcken weitergeben. Die Liebe, das Leben und die Freude Gottes gehören nicht uns. Manchmal denken wir, dass wir die EigentĂĽmer unseres Lebens und unserer Talente sind, aber wir haben alles vom Vater erhalten. Es ist gut, sich im Gebet daran zu erinnern, dass ich alles, wirklich alles, aus Liebe von Gott erhalten habe und dass ich es zu meiner Heiligung nutzen und mit Liebe an andere weitergeben kann. Auf diese Weise schlieĂźt sich der Kreislauf: Ich empfange Liebe von Gott, ich nehme mit meiner Freiheit an dieser Liebe teil und ich gebe sie an andere weiter!

Gespräch mit Christus: Guter Vater, ich danke dir fĂĽr diesen Moment des Gebets. Danke, dass du mich daran erinnerst, wie groĂź deine Liebe zu mir ist, wie groĂź das Geschenk ist, lieben zu können und geliebt zu werden. Ich möchte mit dieser Wahrheit in meinem Herzen leben, ich möchte offen sein, deine Liebe zu empfangen und bereit, sie anderen zu geben. Ich bitte die Jungfrau Maria um ihre FĂĽrsprache, damit ich ihrem Beispiel der Liebe und Demut folge.

Vorsatz: Heute werde ich andere mit den Augen Gottes sehen. Ich werde jeden Menschen als einen geliebten Sohn und eine geliebte Tochter des Vaters sehen, als Menschen, die dazu berufen sind, an der Liebe teilzuhaben, so wie ich.


Der Himmel ist mein Ziel

1. November 2021

Allerheiligen
Hochfest

Br. José Andrés González Fernández LC

Mt 5,1-12a
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, du hast in unsere Herzen einen Durst und eine Sehnsucht nach unendlicher Liebe gelegt, eine Sehnsucht, die durch nichts hier auf Erden gestillt werden kann. Danke, dass du uns auch in deiner Liebe die Antwort auf diese Sehnsucht gibst, danke, dass du zu uns kommst und unsere Herzen erfĂĽllst.

Bitte: Ich bitte um die Gnade, in der rechten Beziehung zu den Dingen dieser Welt zu leben, die uns entweder helfen oder daran hindern, zu dir zu kommen. Du bist unser Ziel, zu dir wollen wir gelangen. Hilf uns, unsere Augen auf dich zu richten.

1. Freude finden, wenn ich traurig bin. Herr, du hast uns in dieser Bergpredigt die FĂĽlle des Gesetzes, den Weg zur GlĂĽckseligkeit offenbart. Manchmal schaue ich auf das, was mir die Welt anbietet – an VergnĂĽgen, GlĂĽck und Komfort, und ich fĂĽhle mich davon eher angezogen. Manchmal verstehe ich nicht, wie ich im Leid und in der Traurigkeit die FĂĽlle des GlĂĽcks finden kann, von dem die Seligpreisungen sprechen. Hilf mir, dich in mein Herz eintreten und an jedem Augenblick meines Lebens teilnehmen zu lassen, um in der Traurigkeit GlĂĽck und im Schmerz die Liebe zu entdecken.

2. Freude finden, wenn ich verfolgt bin. Herr, es ist mir sehr wichtig, was andere von mir denken. Ich stelle mir dann vor, dass das meine Identität ausmacht, und deshalb leide ich darunter, wenn ich verfolgt, kritisiert oder abgelehnt werde. Hilf mir, zu entdecken, dass ich meine Identität und mein Leben aus deiner Liebe empfangen habe und dass ich an dieser Liebe teilhaben kann. Herr, ich möchte mit mehr Frieden und Freiheit leben, denn ich weiĂź, dass mir gleichgĂĽltig ist, wer gegen mich steht, wenn du nur bei mir bist.

3. Schaue ich wirklich zum Himmel auf? Herr, wenn ich den Himmel im Blick hätte, wĂĽrde ich auf Erden freier leben. Das ist die Botschaft dieses Evangeliums: Du willst mir GlĂĽck und Freiheit schenken. Hilf mir, diese Botschaft zu verstehen, damit ich zu allen Dingen, die du geschaffen hast, in der rechten Beziehung stehe, ihre Schönheit sehe und weiĂź, dass sie mir helfen sollen, dich zu erreichen. Erinnere mich daran, dass ich nur ein Pilger auf Erden bin und mich auf dem Heimweg zum Himmel befinde.

Gespräch mit Christus: Mein Gott, das ist alles sehr schwierig fĂĽr mich. Aber du bist das vollkommene Vorbild, du verstehst mich, weil du ein Mensch bist wie ich. Komm, sende mir deinen Heiligen Geist, damit ich dich in jeder Erfahrung meines Lebens entdecke, damit ich Schritt fĂĽr Schritt lerne, nach dem Gesetz deiner Liebe zu leben.

Vorsatz: Wenn ich heute etwas sehe, das mich traurig macht, werde ich mich fragen, ob ich meine Augen auf den Himmel gerichtet habe oder ob ich nur auf vorĂĽbergehende Dinge schaue. Vielleicht bin ich deshalb so traurig, weil mir entfallen ist, dass es etwas Größeres gibt, dass der Himmel mein Ziel ist!


Ich bin das Leben

2. November 2021

Allerseelen
Gedenktag

Br. José Andrés González Fernández LC

Joh 11,17-27
Als Jesus in Betanien ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, ich suche das Leben. Ich fĂĽhle mich manchmal innerlich tot, ohne Sinn, ohne Motivation, um in den Schwierigkeiten weiterzumachen, ohne Hoffnung. Heute möchte ich dir sagen, dass ich an dich glaube, ich glaube an deine Macht ĂĽber den Tod und ĂĽber meine SĂĽnde. Ich glaube an dich.

Bitte: Komm, berĂĽhre mein ungläubiges Herz. Komm, Herr, zögere nicht, denn ich dĂĽrste nach dir wie ausgedörrte Erde. Komm, und gib meinem Herzen neues Leben, gib neue Hoffnung. Komm, und stärke meinen Glauben.

1. â€žWenn du hier gewesen wärst…“ Herr, ich fĂĽhle mich oft wie Marta und Maria, die an dich glauben, dich aber nicht sehen können, die denken, du bist abwesend und nichts kann ihnen helfen. Manchmal sage ich das Gleiche: Herr, wenn du in meinem Leben anwesend wärst, wäre alles anders. Wie kann ich glauben, dass du da bist und dass du mich liebst, wenn ich nur Leid, Tod und Schmerz sehe? Herr, hilf mir, dich in dieser Erfahrung zu entdecken, mein Herz fĂĽr dein Kommen und deine Antwort zu öffnen, denn auch wenn es manchmal dauert, so kommen sie doch immer.

2. Ich bin die Auferstehung. Jesus sagt: Ich bin die Auferstehung. Wenn wir Gott darum bitten, uns das Leben zu schenken, vergessen wir oft, dass er nicht nur fähig ist, uns dieses Leben zu schenken, sondern dass er das Leben selbst ist. Schauen wir nicht so sehr auf die Wunder Gottes, sondern auf den Gott, der die Wunder vollbringt... denn er ist die Quelle des Lebens, er ist die Quelle der Barmherzigkeit, die wir suchen. Wenn wir uns auf die Wunder konzentrieren, vergessen wir, dass er das eigentliche Wunder ist.

3. Glaubst du? Lass Jesus dir heute diese Frage stellen: „Du, mein Sohn/meine Tochter, die ich so sehr liebe, glaubst du an mich, glaubst du an meine Liebe, glaubst du an meine Macht?“ - „Ihr Kleingläubigen“, sagte er bei einer anderen Gelegenheit zu seinen JĂĽngern. Schauen wir ihn an und lassen wir uns von ihm anschauen, lassen wir ihn zu unserem Herzen sprechen und vergessen wir nie, dass er immer gegenwärtig ist, dass er uns liebt und dass er alles unter Kontrolle hat, dass er Gott ist!

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, vermehre aber meinen Glauben. Gib mir die Gnade, dir zu vertrauen, wie ein Kind seiner Mutter oder seinem Vater vertraut; gib mir die Gnade, dir die Kontrolle ĂĽber mein Leben zu geben und zu wissen, dass du die Macht und die Liebe besitzt, um mich glĂĽcklich, erfĂĽllt und heilig zu machen.

Vorsatz: Wenn mich heute eine negative Nachricht erreicht oder ein negativer Gedanke beschäftigt, etwas, das mir den Frieden des Herzens nimmt, werde ich wiederholen: „Herr, ich glaube an dich, du bist die Auferstehung und das Leben, ich glaube an dich.


Mein Gepäck

3. November 2021

Mittwoch der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hubert, Bischof
Hl. Martin von Porres, Ordensbruder
Hl. Pirmin, Abt, Glaubensbote

Br. José Andrés González Fernández LC

Lk 14,25-33
In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten; wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, du hast mir das Leben geschenkt, du hast mir all meine Talente gegeben, all meine Schwächen, du hast mir meinen Auftrag gegeben und alles, was ich brauche, um ihn zu erfĂĽllen.

Bitte: Jesus, hilf mir, mein Leben zu prĂĽfen, um deine Gaben zu erkennen und zu wissen, wie ich sie im Rahmen meiner Sendung in den Dienst der anderen stellen kann.

1. Mich selbst kennen. Ich habe einmal gehört, dass der Mensch, der sich und die Dinge prĂĽft, schwerer getäuscht werden kann. NatĂĽrlich wissen wir, dass keiner von uns frei von Fehlern ist, aber wir sehen ein, dass jemand, der sich angewöhnt, sein Herz, seine Gedanken, WĂĽnsche und Handlungen zu prĂĽfen und dies in einen ständigen Dialog mit Gott verwandelt, leichter zur Selbsterkenntnis gelangt. Selbsterkenntnis ist ein wichtiger Schritt, um zur Erkenntnis Gottes zu gelangen.

2. Mich annehmen. Der nächste Schritt zur Reifung in meinem Christsein besteht darin, mich selbst zu akzeptieren. Denn wenn wir eine tiefe, ehrliche und echte PrĂĽfung vornehmen, erkennen wir meistens das AusmaĂź unserer SĂĽnde, unseres Elends, unserer Selbstsucht. Der Schritt dieser Selbstannahme ist nicht leicht, aber wenn wir ihn vor Gott tun und seinen liebenden Blick sogar in unserem Elend erfahren, können wir auch uns selbst annehmen und uns von Gott lieben und läutern lassen.

3. Mich bessern. Nachdem wir uns so gesehen haben, wie Gott uns sieht, mit Liebe und Barmherzigkeit, ist noch ein weiterer Schritt zu tun, um als Person zu wachsen. Gott liebt uns so, wie wir sind, aber er liebt uns zu sehr, um uns am Boden liegen zu lassen. Gott will uns zu sich selbst zurĂĽckfĂĽhren, er will uns läutern, heiligen, mit seiner Liebe erfĂĽllen, denn dafĂĽr hat er uns geschaffen. Das bedeutet, dass ich mich entscheiden muss, jeden Tag an meiner Liebe zu ihm und zu den anderen zu arbeiten und darin zu wachsen, mich zu verbessern. All das empfangen wir natĂĽrlich immer aus seiner Hand, denn ohne ihn können wir nichts tun.

Gespräch mit Christus: Jesus, du kennst mich, wie ich bin. Hilf mir, mich so zu sehen, wie du mich siehst, mich so anzunehmen, wie ich bin, aber nicht dort stehen zu bleiben, sondern jeden Tag auf dich zuzugehen.

Vorsatz: Heute werde ich mir tagsĂĽber oder abends Zeit fĂĽr eine Gewissenserforschung nehmen, um Gott fĂĽr seine Gaben zu danken, um meine Schwierigkeiten in seine Hände zu legen, meine Ă„ngste, WĂĽnsche, Träume, Freuden und um auch fĂĽr meine Fehler um Vergebung zu bitten.


FREUDE

4. November 2021

Donnerstag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Karl Borromäus, Bischof
Gedenktag

Br. José Andrés González Fernández LC

Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wieder gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet? Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wieder gefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, danke, dass du in deinem Sohn auf die Suche nach mir gehst, danke, dass du nicht mĂĽde wirst, zu mir zu kommen, mir entgegenzulaufen, mich auf deine Schultern zu nehmen, mich zu heilen, mir zu sagen, wie sehr du mich liebst. Ich glaube, du willst mich glĂĽcklich machen und mich lieben. Ich glaube an dich!

Bitte: Jesus, ich bitte um die Freude, die du versprichst. Hilf mir, die Freude zu erfahren, dass du mein Freund bist, dass du kommst, um mich zu suchen und mich zu retten.

1. Nur SĂĽnder und solche, die sĂĽndigen wĂĽrden, kann man erlösen. Es klingt ein bisschen skandalös, aber um gerettet zu werden, muss man entweder ein SĂĽnder sein oder hilflos der Gefahr ausgesetzt sein, ein SĂĽnder zu werden. Ich sage das nicht, damit wir sĂĽndigen... sondern um uns der Tatsache bewusst zu werden, dass wir bereits SĂĽnder sind und dass es, um in den Himmel, in die ewige Freude zu gelangen, nicht so sehr auf unser BemĂĽhen ankommt, aus eigener Kraft perfekt zu sein oder zu werden, sondern darauf, dass Jesus uns durch sein Verdienst am Kreuz gerettet und den Himmel fĂĽr uns verdient hat. Denn wenn wir glaubten, dass wir keine SĂĽnder sind, wer bräuchte dann Jesus am Kreuz? Um dieses Blut zu empfangen, das uns reinigt und rettet, mĂĽssen wir SĂĽnder sein, wir mĂĽssen akzeptieren, dass wir seine Barmherzigkeit brauchen und dass Gott sie uns aus freien StĂĽcken schenkt.

2. SĂĽnder, nicht Zuschauer. Im Evangelium gibt uns Jesus dieses klare Beispiel. Er zeigt uns die Pharisäer, die sich fĂĽr perfekt halten und das sĂĽndige Volk verteufeln, das hinter ihnen im Tempel steht. Wir sollten lieber wie diese SĂĽnder sein, die in den Tempel gehen, weil sie wissen, dass sie gesĂĽndigt haben, dass sie unwĂĽrdig sind, aber dass Gott sie mit offenen Armen empfängt, denn dazu ist Jesus gekommen, um den SĂĽndern zu vergeben!

3. Freude und Demut gehören zusammen. Diese Freude, dass wir von Gott gerettet und erlöst sind, dass er uns vergeben hat, setzt eine tiefe Demut voraus. Wir mĂĽssen erfahren und wissen, wie sehr es schmerzt, so klein und sĂĽndig zu sein. Diese Erfahrung wĂĽrde uns ohne Gott zur Verzweiflung fĂĽhren, aber mit Gott schenkt sie uns die Freude der Heiligen.

Gespräch mit Christus: Jesus, bitte gib mir ein Herz wie das deine. Ein Herz, das fähig ist, andere so zu sehen, wie du sie siehst. Ich möchte akzeptieren, dass ich deine Hilfe brauche, dass ich mein Herz fĂĽr deine Barmherzigkeit öffnen muss und gleichzeitig darauf vertrauen, dass du alles tun kannst, dass du größer bist als meine SĂĽnde... daraus entsteht wahre Freude.

Vorsatz: Heute werde ich mich jedes Mal, wenn ich einen Menschen sehe und ein Urteil ĂĽber ihn fälle, fragen: „Wie sieht Gott diese Person?“


Auch von den Bösen lernen wir

5. November 2021

Freitag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Bernhard Lichtenberg, Priester

Br. José Andrés González Fernández LC

Lk 16,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig“. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, nach der Lesung dieses Evangeliums bitte ich dich, meinem Herzen ein Feuer und einen Eifer fĂĽr die Rettung meiner Seele und fĂĽr die Ausbreitung deines Reiches einzugeben.

Bitte: Jesus, ich bitte dich, mein Herz zu entzĂĽnden, um alles zu tun, was möglich ist, damit mehr Seelen zu dir finden.

1. Weltlicher Eifer. Jesus hebt bei diesem Arbeiter seinen groĂźen Eifer und sein BemĂĽhen hervor, sein Ziel zu verwirklichen. NatĂĽrlich fordert er uns nicht dazu auf, den Zweck die Mittel heiligen zu lassen, aber er zeigt uns, dass wir etwas von diesem Arbeiter lernen können, der groĂźe Anstrengungen unternommen hat, um aus seiner schwierigen Lage herauszukommen. Die Art und Weise, wie er es tat, ist unvollkommen, aber wir können etwas von seiner Einstellung lernen.

2. Göttlicher Eifer. Jesus fordert uns auf, den gleichen Eifer zu haben und dieselben Anstrengungen fĂĽr die Dinge des Himmels zu unternehmen, wie die Menschen sie in die Dinge der Welt investieren. Wir sehen heute, dass es Menschen gibt, die ihr ganzes Leben, ihre BemĂĽhungen und ihre Talente einsetzen, um hier auf Erden Erfolg, Ruhm oder Geld zu erlangen. Was wĂĽrde geschehen, wenn wir lernen wĂĽrden, dieselbe MĂĽhe, Hingabe und all unsere Talente in den Dienst Gottes zu stellen, in den Dienst seiner Sendung und in die Ausbreitung seines Reiches, das ein Reich der Liebe ist?

3. Mein „fast nichts“ einsetzen. Ein Vater hat mir einmal gesagt: „Gott gibt fast alles und ich gebe fast nichts, aber Gott gibt sein fast alles nicht, wenn ich nicht mein fast nichts gebe.“ Es ist ein Geheimnis, aber wohl wahr, dass Gott derjenige ist, der rettet und alles unter seiner Kontrolle hat, – und dennoch braucht er mich, braucht er meine Freiheit und meinen Willen, um in der Welt präsent zu sein. Er will durch mich gegenwärtig sein, er will durch mich und durch dich lieben!

Gespräch mit Christus: Jesus, es ist nicht leicht, das Gleichgewicht zwischen einem kontemplativen Leben und einem aktiven, missionarischen Leben zu finden. Hilf mir, zu handeln, um dein Reich der Liebe auszubreiten, aber lass dies immer so geschehen, dass es mein Gebet und meine Verbundenheit mit dir zur Grundlage hat.

Vorsatz: Ich ĂĽberlege, wie ich meinen Glauben, meinen Auftrag als Christ in die Tat umsetzen kann. Dazu könnte ich mich einer Gruppe anschlieĂźen oder einen Priester um geistliche Begleitung bitten, Zeit zum Gebet verwenden usw.


FĂĽr Gott geschaffen!

6. November 2021

Samstag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Leonhard, Einsiedler

Br. José Andrés González Fernández LC

Lk 16,9-15In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn. Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Gräuel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Himmlischer Vater, der heilige Augustinus erinnert uns daran, dass wir fĂĽr dich geschaffen wurden und dass unser Herz nicht zur Ruhe kommt, solange es nicht in dir ruht. Heute bin ich gekommen, um dieses Verlangen in meinem Herzen zu erneuern, um mein Herz zu öffnen, damit du eintreten und die Leere fĂĽllen kannst, die dein Kommen erwartet und ersehnt.

Bitte: Ich bitte dich, mir zu helfen, mich in jedem Augenblick meines Lebens daran zu erinnern, mein Herz nicht mehr mit irdischen Dingen zu fĂĽllen, sondern es diesen Durst, diese Sehnsucht spĂĽren zu lassen und den Blick auf den Himmel, auf dich zu richten!

1. Clare Crockett. Ich weiĂź nicht, ob Sie von dieser groĂźartigen jungen Frau gehört haben, aber sie ist ein wunderbares Beispiel fĂĽr die Sehnsucht unseres Herzens nach Gott, nach FĂĽlle, nach GlĂĽck. Sie war eine junge Frau mit Talent, Schönheit und einer Persönlichkeit, die sie zur Verwirklichung ihres Traums hätten fĂĽhren können, Schauspielerin zu werden und das zu finden, wonach sie suchte. Sie begegnete Gott und konnte erkennen, dass er derjenige war, den sie suchte, dass nur er ihr Herz zu erfĂĽllen vermochte. So beschloss sie, alles zu verlassen und ihrer Berufung zu folgen, ihr Leben Gott zu schenken und diese Liebe mit anderen zu teilen. Jesus, hilf mir, diesem Beispiel zu folgen. Es hört sich einfach an, aber es fällt mir schwer, selbst danach zu leben.

2. Die Berufung des heiligen Matthäus. Es gibt ein Gemälde von Caravaggio, das die Berufung des heiligen Matthäus darstellt. Auf diesem Bild sieht Jesus ihn an, erleuchtet ihn, ruft ihn und Matthäus wird von diesem Blick angezogen, von der Liebe, der Schönheit, der Wahrheit, die er immer gesucht hatte. Mit einer Hand gibt er zu verstehen, dass er ihm folgen will, die andere Hand liegt auf dem Tisch mit den MĂĽnzen, die er gerade noch gezählt hatte. Die eine Hand will Jesus folgen und vertrauen, aber die andere will die Sicherheit, die ihm das Geld gegeben hatte, nicht so recht loslassen. So geht es auch uns. Was werden wir tun? Werden wir Jesus folgen oder werden wir uns von unserer anderen Hand und unseren anderen Sicherheiten versklaven lassen?

3. Der heilige Augustinus. Der heilige Augustinus hat wie du und ich die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, den groĂźen Vorsatz zu verwirklichen, Jesus nachzufolgen, aber gleichzeitig schwach und arrogant zu sein. Erst nach langem Ringen gelang es ihm, mit dem Herzen zu verstehen, dass Gott nicht nur Gott, sondern auch die Quelle des Wassers war, das er suchte. Er sagte zu ihm: „Spät habe ich dich geliebt... denn ich habe dich auĂźerhalb von mir gesucht, als du in mir warst.“ Folgen wir dem Beispiel dieses groĂźen Heiligen, um zu erkennen, dass wir uns in Wirklichkeit nach Gott sehnen, und um uns von seiner Liebe erfĂĽllen zu lassen.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich suche dich drauĂźen und vergesse, dass du in mir bist. In meinen Leidenschaften suche ich das GlĂĽck und vergesse, dass du die Quelle dieses GlĂĽcks bist. Lehre mich, mit dir zu leben, dich in jede Erfahrung einzuladen, das GlĂĽck zu entdecken in allem, was ich tue, im GroĂźen und im Kleinen, im Schmerz und in der Freude.

Vorsatz: Heute werde ich die Entscheidung treffen, einem einzigen Herrn zu dienen, nicht fĂĽr mich selbst zu leben, sondern fĂĽr Gott, fĂĽr andere. Wenn es mir in irgendeinem Moment schwerfällt zu lieben, werde ich Jesus um die Kraft bitten, zu lernen, fĂĽr andere zu leben und dort das wahre GlĂĽck zu finden.