Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Oktober 2021 bis Samstag 16. Oktober 2021

Achtundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Der wahre ReichtumSonntag
Der Prophet JonaMontag
Gottes Willen suchenDienstag
Lasten, die belastenMittwoch
Neues LebenDonnerstag
Zum Zeugen berufenFreitag
Geist Gottes, komm!Samstag


Der wahre Reichtum

10. Oktober 2021

Achtundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 10,17-30
In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrĂŒbt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine JĂŒnger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es fĂŒr Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die JĂŒnger waren ĂŒber seine Worte bestĂŒrzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber gerieten ĂŒber alle Maßen außer sich vor Schrecken und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: FĂŒr Menschen ist das unmöglich, aber nicht fĂŒr Gott; denn fĂŒr Gott ist alles möglich. Da sagte Petrus zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder BrĂŒder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafĂŒr empfangen. Jetzt in dieser Zeit wird er HĂ€user und BrĂŒder, Schwestern und MĂŒtter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du schaust auf mich mit einem liebenden Blick. Ich komme zu dir mit allem, was mich heute bewegt, vor allem mit meiner Sehnsucht, dir enger nachzufolgen und fĂŒr dein Reich zu leben. Du weißt um meine innigsten WĂŒnsche. Du weißt auch um meine fehlenden KrĂ€fte. Sie sind die Ursache deiner Barmherzigkeit.

Bitte: Gib mir die Gnade, dich als meinen einzigen Reichtum und als die kostbarste aller Perlen zu lieben, um so die Angst vor der Armut zu verlieren, zu der du mich berufst. Lass mich spĂŒren, dass du voll Liebe auf mich blickst.

1. â€žEin Mann lief auf Jesus zu.“ Manchmal sehen wir, dass Jesus auf die Menschen zugeht und erkennt, dass sie wie eine Herde ohne Hirte sind. Hier findet die Begegnung auf andere Weise statt. Wir hören von einem Mann, der zu Jesus kommt. Wir können uns förmlich vorstellen, was er empfindet. Sicher hat er von Jesus gehört und seinen Worten schon oft gelauscht. Vielleicht hat er sogar einige seiner Wundertaten gesehen. Doch es war nicht Neugierde, die ihn dazu antrieb, Jesus aufzusuchen. Sein Herz war voller neuer Lebensenergie. Es schien so etwas wie ein neuer FrĂŒhling in ihm zu beginnen. Er sehnte sich nach Leben in FĂŒlle und wusste, wo er es finden wĂŒrde.

2. Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Der Mann steht direkt vor Jesus, vor dem guten Meister, wie er ihn nennt. Mit einer Frage bricht seine ganze Sehnsucht aus ihm hervor: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Er sehnt sich also nicht nach einem besseren Leben mit weniger Sorgen und ohne Leid. Sein Herz sieht, dass es mehr gibt als Reichtum und Macht auf dieser Welt, aber er kann es nicht genau erfassen. Vielleicht sieht er deshalb in Jesus einfach nur einen guten Meister, der gute RatschlĂ€ge gibt. Er erkennt nicht, dass Jesus der Arzt sein will, der ihn heilt, mehr noch, er will sein Gott sein, der fĂŒr ihn Wunder wirken will. Es scheint, als ob die Frage des Mannes anders hĂ€tte lauten mĂŒssen: Welche Wundertaten willst du in mir tun, um mir Leben in FĂŒlle zu schenken und mich zum ewigen Leben zu fĂŒhren? Lasst uns Jesus diese Frage stellen und ihm unsere Antwort geben.

3. Einen Schatz im Himmel. Doch ganz ohne unser Zutun geht es auch nicht. Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Loslassen, frei sein, das Wesentliche begreifen. Was bedeuten diese Schritte heute fĂŒr uns? Wozu lĂ€dt Jesus uns heute ein? Wohin sollen wir heute gehen? Was haben wir, das wir verkaufen sollen? Wo gibt es Arme, die uns brauchen? Wie können wir Jesus nachfolgen? Wir können Jesus ein offenes Ohr schenken, sicher gibt er uns Antwort auf diese Fragen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir, dass du mich durch die Taufe in deine Nachfolge berufen hast. Jeden Tag erneuerst du deine Liebe zu mir. Ich preise dich fĂŒr die Wunder, die du in meinem Leben tust. Gib mir immer offene Ohren fĂŒr dein Wort.

Vorsatz: Ich will heute Jesus von meinen SehnsĂŒchten erzĂ€hlen und ihn voll Vertrauen um ein Wunder in meinem Leben bitten.


Der Prophet Jona

11. Oktober 2021

Montag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes XXIII., Papst

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,29-32
In jener Zeit als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona fĂŒr die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn fĂŒr diese Generation sein. Die Königin des SĂŒdens wird beim Gericht gegen die MĂ€nner dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die MĂ€nner von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

EinfĂŒhrendes Gebet: Bitte den Heiligen Geist mit diesen oder Ă€hnlichen Worten, dass er dich in diesem Gebet leitet und schenke ihm diese Zeit: Komm, Heiliger Geist! Wirke in mir. ErfĂŒlle mein Herz mit deiner Gegenwart. Ich schenke dir diese Minuten des Gebets. Sie sollen dir gehören, dass du mich immer nĂ€her zum Herzen des Vaters fĂŒhrst.

Bitte: Herr, schenke mir die Gnade, Zeugnis abzulegen fĂŒr deine Wunder in meinem Leben, nicht nur durch meine Worte, sondern vor allem durch das neue Leben, das du mir tĂ€glich gibst.

1. Jonas Lebensweg. Sicherlich kennen wir alle die biblische ErzĂ€hlung vom Propheten Jona: Er sollte die Einwohner Ninives zu Umkehr und Buße aufrufen. Da er aber Gottes Ruf nicht folgen wollte, floh er mit einem Schiff in die Ferne, um von Gott nicht gesehen zu werden. Wegen eines großen Sturmes glauben die SeemĂ€nner auf dem Schiff, dass ein Gott auf einen der im Schiff Mitreisenden wĂŒtend ist. Jona begreift, dass es um ihn geht, denn Gott ruft ihn noch immer. So wird Jona ĂŒber Bord geworfen und der Sturm legt sich. Der Prophet wird von einem großen Fisch verschluckt und nach drei Tagen am Strand ausgespuckt. Nun folgt er bereitwillig Gottes Ruf.

2. VerkĂŒnder und Zeuge. Jona war ein Zeichen fĂŒr die Einwohner von Ninive. Sein Leben sprach von der GrĂ¶ĂŸe und Liebe Gottes. Er war Zeuge der FĂŒrsorge Gottes, die selbst den rettete, der vor ihm die Flucht ergriff. Gott hatte eine Aufgabe fĂŒr ihn. Sie schien noch grĂ¶ĂŸer geworden zu sein, nachdem Jona versucht hatte zu fliehen. Die SchwĂ€che Jonas hat den Herrn nicht daran gehindert, seine Liebe kundzutun. Nein! Sie hat sie nur noch mehr ans Licht gebracht. Der Aufruf zu Umkehr und Buße, den Jona durch sein Wort verkĂŒnden sollte, wurde noch glaubwĂŒrdiger, denn er hatte die Liebe Gottes am eigenen Leib erfahren, als er vor ihr fliehen wollte. Er hatte erfahren, dass Gott niemals aufhört, seine Kinder zu suchen. So predigte der Prophet nicht nur mit seinen Worten, sondern auch mit seinem Dasein.

3. Gott tiefer kennenlernen. Jona hatte erfahren, dass Gott sich um ihn sorgt. Allerdings musste er noch tiefer verstehen, dass das Wirken Gottes nicht nur fĂŒr ihn gedacht war, sondern auch fĂŒr seine Mitmenschen. Nach und nach begreift der Prophet, dass Gott auch fĂŒr andere sorgt, wie er sich um ihn gekĂŒmmert hat. Er ist ein Vater, dem seine Kinder sehr viel bedeuten. Er will sie alle retten, ihnen einen neuen Anfang ermöglichen und in ihrer Schwachheit fĂŒr sie da sein. So wird jeder, der das erlebt, zum Zeichen fĂŒr andere.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, ich danke dir, dass du mich bei meinem Namen gerufen hast. Du machst auch in meinem Leben alles neu. DafĂŒr preise ich dich und danke dir. Ich bitte dich, dass jeder, der mir heute begegnet, dir ein wenig nĂ€herkommt und deine Liebe und deinen Frieden spĂŒrt.

Vorsatz: Ich will heute meine Augen fĂŒr die Spuren der Liebe offenhalten, die mein himmlischer Vater im Alltag hinterlĂ€sst, und voll Dankbarkeit leben.


Gottes Willen suchen

12. Oktober 2021

Dienstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,37-41
In jener Zeit lud ein PharisĂ€er Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der PharisĂ€er sah, dass er sich vor dem Essen nicht die HĂ€nde wusch, war er verwundert. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr PharisĂ€er! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr UnverstĂ€ndigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den SchĂŒsseln ist, den Armen, dann ist fĂŒr euch alles rein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, mein Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir. Sei jetzt bei mir. Ich schenke dir diese Zeit des Gebets. Mach mit mir, was du willst. Ich gebe dir mein Leben, meine Projekte, meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sei du mein Herr und mein Gott.

Bitte: Jesus, mach mein Herz dem deinen gleich. Schenke mir das Vertrauen, dass du mir diese Bitte erfĂŒllen wirst.

1. PharisĂ€er auf der Suche. Die PharisĂ€er waren eine der vielen Gruppierungen innerhalb des Judentums zur Zeit Jesu. Viele suchten ehrlich nach Gott durch die strikte ErfĂŒllung des Gesetzes. Schließlich hatte Gott selbst diese Worte zu Mose gesprochen. Gottes Wunsch war schon immer gewesen, dass seine Kinder heilig werden, wie er selbst heilig ist. Er will, dass sie vollkommen sind, das heißt, erfĂŒllt und nicht gespalten, sondern ganz. Das ist der sehnlichste Wunsch eines jeden Menschen. Auch die PharisĂ€er suchten nach dieser Vollendung. Deshalb lebten sie nach Gottes Gesetz, nach dem Wort Gottes, nach der Schrift. Doch Jesus zeigt, dass es eine Art gibt, dieses Wort auszulegen, die verkehrt ist, weil sie den Menschen nicht so sieht, wie Gott ihn geschaffen hat, und nicht erkennt, wozu er berufen ist, nĂ€mlich Kind Gottes zu sein.

2. Jesus zeigt den Weg. Im MatthĂ€usevangelium sagt Jesus, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfĂŒllen. Er richtet seine Augen immer zum Vater im Himmel auf. Immer erfĂŒllt er den Willen des Vaters. Darin besteht das wahre Gesetz. Die Worte der Tora brachten den Israeliten diesen Willen Gottes nĂ€her. Doch um dem Herrn tiefer als nur im Buchstaben zu begegnen und seine Stimme klarer zu hören, gießt Jesus den Heiligen Geist in unsere Herzen aus. Gott selbst wohnt in jedem Menschen und spricht zu ihm in der Stille und im Verborgenen. So wird das Ă€ußere Handeln dem entsprechen, was Gott in das Herz gelegt hat.

3. Wir sind auf der Suche. Jesus beginnt, von der großen Botschaft, das heißt von der Barmherzigkeit seines Vaters, Zeugnis abzulegen. Er schaut auf den ganzen Menschen. Er will, dass jedes seiner Kinder frei und glĂŒcklich lebt. Nehmen wir uns einen Moment, um den Herrn darum zu bitten, uns die Ketten zu zeigen, die uns gefangen halten. Voll Vertrauen wollen wir ihn bitten, dass er sie löst, denn wir wollen ihm im Geist und in der Wahrheit dienen. Er will uns den Weg der Freiheit der Kinder Gottes zeigen, damit unser Leben Licht in die Welt bringt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist mein Bruder. Ich danke dir fĂŒr deine Menschwerdung und dein Leben, dass du mich frei gemacht und mir Leben in FĂŒlle geschenkt hast. Du bist so gut zu mir. Du bist treu und wirst deine Versprechen halten.

Vorsatz: Wie am Tag meiner Taufe will ich heute bewusst dem Bösen widersagen und mich neu dem Herrn anvertrauen.


Lasten, die belasten

13. Oktober 2021

Mittwoch der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,42-46
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch PharisĂ€ern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, GewĂŒrzkraut und allem GemĂŒse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch PharisĂ€ern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und PlĂ€tzen von allen gegrĂŒĂŸt werden. Weh euch: Ihr seid wie GrĂ€ber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darĂŒber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rĂŒhrt ihr keinen Finger dafĂŒr.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme und trete vor dich hin mit allem, was mich bewegt, und mit all meinen Lasten und Sorgen. Nimm sie an als Opfergabe und verwandle sie. Jetzt will ich erst einmal bei dir sein und dir diese Zeit schenken. Ich danke dir, dass du mich gerufen hast, dir jetzt und hier zu begegnen, so wie ich bin und wie ich komme.

Bitte: Vater, in Jesu Namen bitte ich dich, dass du mich durch die Kraft deines Geistes neu machst. Lass mich tiefer eintauchen in euer göttliches Leben.

1. Jesu Last. Es gibt so vieles, das uns belasten kann. Unser Alltag ist voll von Herausforderungen. Kreuze verschiedenster Art begegnen uns hier und da. Jesus verspricht uns, dass sein Joch sanft ist und seine Last leicht. Es ist eine Last, doch tragen wir sie nicht alleine. Durch ein Joch werden immer zwei Ochsen miteinander verbunden, damit sie gemeinsam auf dem Feld arbeiten. Jesus kennt dieses Bild. Er versichert uns dadurch, dass wir sein Kreuz immer mit ihm tragen werden. So dĂŒrfen wir erfahren, dass seine Last leicht ist, denn wir sind niemals allein.

2. Unsere Last. Es gibt Momente, in denen wir vergessen, auf Ihn zu schauen. Mit schweren Schritten bewĂ€ltigen wir den Alltag. Doch wer wirklich ĂŒberzeugt ist und erfahren hat, dass er geliebt und angenommen ist, dessen Lasten werden leicht und er lebt unbeschwert und frei. Wir verlieren so schnell die Sicherheit, dass Gottes uns liebt und somit auch die Liebe zu Gott. So bleiben wir oft bei Äußerlichkeiten und suchen die WertschĂ€tzung unserer Mitmenschen auch im Geistlichen. Wir geben zwar den Zehnten, doch unser Herz ist nicht beim Herrn. Wir respektieren zwar unsere Mitmenschen, doch sehen wir in ihnen nicht unseren Bruder und unsere Schwester.

3. Bitte um Licht. Heiliger Geist, komm jetzt mit deinem Licht und deiner Kraft. Lass uns gemeinsam auf mein Leben sehen, auf meinen Alltag, auf den heutigen Tag. Zeige mir die Lasten, von denen du mich befreien willst. Lass mich deinen liebenden Blick erfahren. Lass mich sehen, was mich trennt von dir. Du willst mein Leben neu machen. Du willst deine Kirche erneuern. Ich bin Teil deiner Kirche. Erneuere mich heute. Komm mit deiner Liebe. Du lĂ€sst mich nie allein.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich danke dir. Du lebst und du wirkst in meinem Leben. Du hast mich jetzt ein bisschen mehr dir Ă€hnlich gemacht. Vielleicht spĂŒre ich es nicht. Vielleicht ist es unscheinbar und verborgen. Doch ich vertraue dir. Du bist da.

Vorsatz: Ich will heute den Alltag mit dem Herrn an meiner Seite bewĂ€ltigen und die Spuren seiner Gegenwart suchen.


Neues Leben

14. Oktober 2021

Donnerstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Kallistus I., Papst, MĂ€rtyrer

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 11,47-54
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet DenkmĂ€ler fĂŒr die Propheten, die von euren VĂ€tern umgebracht wurden. Damit bestĂ€tigt und billigt ihr, was eure VĂ€ter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerĂ€cht wird, vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerĂ€cht werden. Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den SchlĂŒssel der TĂŒr zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er, ihn mit vielerlei Fragen hartnĂ€ckig zu bedrĂ€ngen; sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du sagst, dass derjenige, der sein Leben um deinetwillen verliert, es durch dich gewinnen wird. Du bist grĂ¶ĂŸer und stĂ€rker, als alle Ungerechtigkeit und alles Böse. Dein Heilsplan ist so viel schöner und wunderbarer, als wir uns ertrĂ€umen können.

Bitte: Durch deine Menschwerdung willst du uns göttliches, ewiges Leben schenken. Lass mich heute diese Wahrheit neu erfahren.

1. Das Blut Jesu. Blut steht in der Bibel fĂŒr den Sitz des Lebens. Deshalb ist es heilig. Gott allein ist der Herr ĂŒber das Leben. Wer mit Blut in Kontakt kommt, muss sich reinigen, nicht wie jemand, der schmutzig ist, sondern wie der Priester die GefĂ€ĂŸe in der heiligen Messe reinigt, damit nichts vom Allerheiligsten verloren geht oder vergessen wird. Viele Propheten und Gesandte Gottes haben ihr Leben bis zur völligen Erschöpfung hingegeben. Auch Jesus vergießt sein Blut fĂŒr uns. Aus seinem durchbohrten Herzen flossen Blut und Wasser. Bis zum letzten Tropfen lĂ€sst er uns an seinem Leben teilhaben. Deshalb sagt Paulus den Ephesern, dass wir durch sein Blut erlöst sind, denn wir empfangen das göttliche Leben und werden immer tiefer in Jesus Christus selbst verwandelt. So bringt das Weizenkorn, das in die Erde fĂ€llt und stirbt, reiche Frucht.

2. Taufe. Durch das Wasser der Taufe öffnen sich die Tore unseres Herzens weit fĂŒr die Gnade. Wir geben dem Herrn die Erlaubnis, in uns und durch uns zu wirken. Wir nehmen Jesu Heilsopfer ganz an. Er allein ist unser Retter. Uns ist der Geist gegeben, der in uns wie in einem Tempel wohnt. Er betet in uns den Vater an und erinnert uns daran, dass wir Gottes Söhne und Töchter sind. Das Blut ist auch ein Zeichen dieses Geistes, Geist des Lebens und der Liebe in FĂŒlle, der sich bis zum Letzten hingibt.

3. Eintauchen in die Liebe. Wir sind dazu berufen, in den Schoß der Dreifaltigkeit einzutauchen. Dort ist die Liebe, die Hingabe und die Annahme der Liebe, das Einzige, was zĂ€hlt. Ich preise euch, Vater, Sohn und Geist, fĂŒr eure GĂŒte. Löst mich von allem, was mich trennt von euch. Gebt mir alles, was mich tiefer in eure Liebe und euer Leben eintauchen lĂ€sst. Macht mich zum Zeugen. Auf Griechisch bedeutet „MĂ€rtyrer“ (martyrein) Zeuge sein. So will auch ich mein Blut, mein Leben hingeben, um durch mein Leben der Welt, ja, meinen Mitmenschen, von eurem Leben zu erzĂ€hlen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist Mensch geworden, um uns am göttlichen Leben teilhaben zu lassen. Dein Blut ist Zeichen und Wirklichkeit dieses Geschenks. Ich preise dich dafĂŒr und danke dir. Deine Liebe ist so wunderbar. Lass dein heilbringendes Blut ĂŒber mich und ĂŒber die ganze Welt kommen.

Vorsatz: Ich möchte heute mit dem Bewusstsein leben, dass ich Zeuge bin fĂŒr Gott, der die Liebe ist.


Zum Zeugen berufen

15. Oktober 2021

Freitag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Teresa von Avila, Ordensfrau, Kirchenlehrerin
Gedenktag

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 12,1-7
In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefĂ€hrliches GedrĂ€nge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine JĂŒnger und sagte: HĂŒtet euch vor dem Sauerteig der PharisĂ€er, das heißt vor der Heuchelei. Nichts ist verhĂŒllt, was nicht enthĂŒllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen TĂŒren ins Ohr flĂŒstert, das wird man auf den DĂ€chern verkĂŒnden. Euch aber, meinen Freunden, sage ich: FĂŒrchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. Ich will euch zeigen, wen ihr fĂŒrchten sollt: FĂŒrchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fĂŒrchten. Verkauft man nicht fĂŒnf Spatzen fĂŒr ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezĂ€hlt. FĂŒrchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Im gestrigen Gebet haben wir kurz angedeutet, was es bedeutet, Zeuge zu sein. Jesus, heute legst du uns im Evangelium diese Wirklichkeit noch nĂ€her. Du bist gekommen, um Feuer auf die Erde zu bringen. Ich schenke dir diese Zeit und bitte dich: EntzĂŒnde mein Herz mit deiner Liebe. FĂŒlle mich mit deiner Gegenwart, dass ich vor der Welt deine Freundlichkeit verkĂŒnden kann.

Bitte: Herr, nimm mein Leben in deine Hand und mach mich zum Zeugen deiner Liebe in meiner Familie, an meiner Arbeitsstelle, in meinem Alltag, ĂŒberall dort, wo du mich hinstellst.

1. Auf den DĂ€chern verkĂŒnden. Bei unserer Taufe wurde uns unser Name gegeben zum Zeichen fĂŒr Gottes persönlichen Ruf an uns. Er sendet uns, wie er auch seinen Sohn gesandt hat. Das ist das schönste Geschenk, das wir empfangen können. Gott ist Vater und er will, dass alle seine Kinder ihn so kennen lernen, wie er wirklich ist. Deshalb brauchen wir uns vor niemandem zu schĂ€men. Wir sind Zeugen einer Botschaft, mehr noch, eines Gottes, der uns auserwĂ€hlt hat. Diese Mission gehört uns nicht. Aus diesem Grund sind wir frei, uns von Gott auf die DĂ€cher stellen zu lassen und unseren Mitmenschen Gottes Liebe zu bezeugen, manchmal mit Worten, immer mit dem Zeugnis.

2. Der Weg mit Jesus. Doch Jesus fĂŒhrt uns nicht hinters Licht. Er weiß, dass uns Verfolgungen, Dunkelheit und UnverstĂ€ndnis erwarten. Zugleich versichert er uns auch immer wieder, dass wir nicht allein sind. Gott vergisst uns nicht. Jesus selbst hat Kreuz und Tod erlebt. Er erinnert uns daran, dass in unseren Herzen und in der Welt ein heftiger geistiger Kampf stattfindet. Wir erfahren Leid und Schmerz, aber der wahre Feind will unserem Leben tieferen Schaden zufĂŒgen. Er will uns von unserem Vater trennen. Er flĂŒstert uns ins Ohr, dass Gott weder gut noch vertrauenswĂŒrdig ist. Er will das Feuer auslöschen, das unser Licht vor den Menschen leuchten und sie Gott erkennen lĂ€sst. Vor diesem Feind warnt uns Jesus, damit wir ihn mithilfe seiner Gnade erkennen und besiegen.

3. Das Ziel unseres Lebens ist die Herrlichkeit. Wir haben im vorherigen Punkt beschrieben, dass es um einen geistigen Kampf geht. Der Feind will uns von der Liebe Gottes abbringen. Doch wir haben die Gewissheit, dass der Herr schon gesiegt hat. Die Liebe hat triumphiert. Unsere Hoffnung ist das ewige Leben. Jesus, der Gesandte des Vaters, unser Bruder, hat uns versprochen, dass er uns einen Platz vorbereitet, denn er will, dass alle, die er liebt, bei ihm sind. Er wartet voller Sehnsucht auf den Augenblick, in dem wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen dĂŒrfen und er uns zurufen wird: Komm her zu mir, du von meinem Vater Gesegneter, empfange das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt fĂŒr dich bestimmt ist! Es ist das Erbe der Kinder Gottes.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich weiß, dass du immer bei mir bist und dich danach sehnst, mein Leben und mein Herz dir Ă€hnlich zu machen. Verwandle mich ganz, dass diejenigen, die mich sehen, dir begegnen. Lass dein Feuer in mir brennen, damit dein Licht diese Welt erleuchtet und neue Hoffnung schenkt.

Vorsatz: Ich möchte heute bei jeder Begegnung den Herrn bitten, die jeweilige Person zu segnen und ihr seine Liebe zu schenken.


Geist Gottes, komm!

16. Oktober 2021

Samstag der achtundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hedwig von Schlesien
Hl. Gallus, Mönch, Einsiedler, Glaubensbote
Hl. Margareta Maria Alacoque, Ordensfrau

Maria Hemm, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 12,8-12
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lĂ€stert, dem wird nicht vergeben. Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen mĂŒsst.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich komme zu dir mit allem, was ich auf dem Herzen habe. Du freust dich, dass ich da bin, denn du wartest immer voll Sehnsucht auf mich. Heute will ich dich um die grĂ¶ĂŸte und schönste Gabe bitten, die du mir geben kannst, und ich weiß, dass du nur darauf wartest, dass ich dich darum bitte. Du wirst sie mir geben.

Bitte: Schenke mir von neuem deinen Heiligen Geist. ErfĂŒlle mich ganz mit ihm. Er soll mich eintauchen lassen in das göttliche Leben und mich zu deinem Zeugen machen.

1. Das Wirken des Geistes. Jesus verspricht, dass der Geist in der BedrĂ€ngnis unser Beistand sein wird. Wer ihm folgen und ihn bezeugen will, wird Widerstand erfahren. Der Weg zum Leben ist eng und steil, doch das Wichtigste ist, dass es kein einsamer Pfad ist. Unser guter Hirte ist immer da, ganz egal ob wir ihn spĂŒren oder nicht. Durch den Heiligen Geist wurde der Sohn Gottes Mensch in Mariens Schoß. Durch denselben Geist wird Jesus auch in uns neu geboren und gegenwĂ€rtig. So dĂŒrfen wir teilhaben am Leben der Dreifaltigkeit.

2. Geist des Trostes. Der Heilige Geist ist Beistand und Tröster. Jesus hat uns versprochen, dass er uns diesen Geist senden wird und er ist bereits in uns am Wirken. Laden wir ihn ein, tiefer in uns zu leben. Bitten wir ihn, uns unsere Ängste zu nehmen – unsere Angst, alleine oder verlassen zu sein, unsere Angst, in Jesu Namen verspottet oder misshandelt zu werden. Wo der Geist Gottes ist, ist auch der Vater und der Sohn gegenwĂ€rtig. Wo Gott ist, ist Leben in FĂŒlle. Der Heilige Geist fĂŒhrt uns immer weiter hin zum ewigen Leben. Wenn wir ihn einladen, schenkt er uns Trost auch im Kreuz.

3. Komm, Heiliger Geist! Ich öffne mein Herz und meine HĂ€nde, um dich, Heiliger Geist, neu zu empfangen. Komm in mein Leben. Komm in meine Familie, an meinen Arbeitsplatz und in meine Umgebung. Lass mich deine Kraft erfahren. Ich weiß, dass du da bist, obwohl ich dich nicht immer spĂŒre und deine Spuren auch nicht immer sehe. Ich vertraue darauf, dass du immer wirkst und Leben spendest. Komm und lass mich teilhaben am göttlichen Leben, das in dir mit dem Vater und dem Sohn ist. Komm wie Wasser, das in der WĂŒste Leben gibt. Komm wie Feuer, das reinigt und wĂ€rmt. Komm wie eine warme Umarmung in dunkler Zeit.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich preise dich fĂŒr das Geschenk deines Geistes. Ich preise dich, denn du hast nichts zurĂŒckbehalten. Du bist so gut zu mir. Ich vertraue mich dir an. Alles, was ich habe und bin, gehört nur dir. Du wirst meine tiefsten SehnsĂŒchte stillen.

Vorsatz: Ich will heute immer wieder um die Gabe des Geistes bitten und ihm bewusst mein Herz öffnen.