Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 26. September 2021 bis Samstag 2. Oktober 2021

Sechsundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Br. Peter Hemm LC

Radikale LiebeSonntag
Mein Papa macht mich starkMontag
Jesus bleibt gelassenDienstag
Boten zwischen Himmel und ErdeMittwoch
Das Reich Gottes ist nahe!Donnerstag
Immer wieder nur JesusFreitag
Geliebtes KindSamstag


Radikale Liebe

26. September 2021

Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Hll. Kosmas und Damian, MĂ€rtyrer

Br. Peter Hemm LC

Mk 9,38-43.45.47-48
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist fĂŒr uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, fĂŒr den wĂ€re es besser, wenn er mit einem MĂŒhlstein um den Hals ins Meer geworfen wĂŒrde. Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser fĂŒr dich, verstĂŒmmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei HĂ€nden in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser fĂŒr dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei FĂŒĂŸen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser fĂŒr dich, einĂ€ugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, ich trete vor dich hin und möchte dir mein Herz schenken. In diesen nĂ€chsten Minuten soll nichts anderes mein Herz ausfĂŒllen. Ich möchte still werden vor dir, um deine Worte zu hören und deine Gegenwart zu erfahren. Komm in mein Herz!

Bitte: Jesus, lass mich dir begegnen und aus dieser Erfahrung heraus lieben.

1. Ganz oder gar nicht. Jesus erhebt hier einen sehr hohen Anspruch an die GlĂ€ubigen. Jeder noch so kleine Makel muss ausgemerzt und schon in seiner Wurzel erstickt werden. Doch liegt das nicht weit ĂŒber unseren FĂ€higkeiten? Ist eine solche Lebensform nicht schon im Vorhinein zum Scheitern verurteilt? Zeigt sich Jesus hiermit nicht als weltfremd und unrealistisch? Warum fordert er so viel von mir?

2. Sein Blick zeigt alles. Jesus schaut auf das Herz. Er ist so ganz anders als wir. Wir sehen oft auf das Geleistete, den Erfolg und die Resultate. Jesus hingegen blickt auf das Herz, ein liebevoller und sehnsuchtsvoller Blick. Er möchte sich uns hingeben. Er möchte unser Herz ganz erfĂŒllen. Deswegen soll dort nichts anderes wohnen, nichts anderes Platz einnehmen als nur Gott allein. Sein Blick lĂ€dt zu radikaler Liebe ein, damit er uns radikal lieben kann. Er stellt keine Gebote auf, um fehlerfreie JĂŒnger zu haben, sondern um unser Herz noch mehr mit seiner Liebe erfĂŒllen zu können.

3. Jesus in mir, Jesus durch mich. Liebe holt immer das Beste aus uns heraus. Denken wir an unsere Eltern, Geschwister, Ehepartner, Kinder, Freunde, an ein erhaltenes Lob: „Gut gemacht! Weiter so!“ Je mehr Liebe wir von einer Person empfangen, desto tiefer unser Wunsch, diese Person zurĂŒckzulieben. In diesem Evangelium lĂ€dt uns Jesus ein, im Alltag immer wieder seine Liebesbeweise zu entdecken. Wenn seine Liebe lebendiger Teil unseres Tages ist, holt er das Beste aus uns heraus, indem er uns mit seiner radikalen Liebe besucht.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte dir immer wieder neu begegnen. Nichts in meinem Herzen soll den Platz belegen, den du erfĂŒllen möchtest. Zeig mir deine Liebe und hilf mir, deine Liebe heute zu entdecken.

Vorsatz: Im Laufe des Tages möchte ich einen Moment innehalten und entdecken, wo Gott in mir gewirkt hat.


Mein Papa macht mich stark

27. September 2021

Montag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz von Paul, Priester, OrdensgrĂŒnder
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Lk 9,46-50
In jener Zeit kam unter den JĂŒngern die Frage auf, wer von ihnen der GrĂ¶ĂŸte sei. Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen DĂ€monen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist fĂŒr euch.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist! Komm zu Beginn dieser Gebetszeit und erleuchte mich! Das Gebet ist deine Gabe. GewĂ€hre mir dieses Geschenk, und bewirke du in mir diese Verbindung mit Gott. Bring mein Herz zum GlĂŒhen, erleuchte meinen Verstand, richte meine GefĂŒhle auf dich aus, erhebe meine Seele! Lass mich betend vor dich treten.

Bitte: Jesus, schenk mir ein unerschĂŒtterliches Vertrauen.

1. Abba, Papa. Wie schön ist es, ein kleines Kind zu sehen, das sich an das Bein seines Vaters schmiegt oder seine Hand hĂ€lt, wĂ€hrend es die Straße ĂŒberquert! Vertrauen erweckt das GefĂŒhl von Sicherheit und Geborgenheit, selbst beim Zuschauen. Wie faszinierend, Jesus zu betrachten, wie er allein frĂŒhmorgens droben auf einem Berg kniet und zum Vater betet! Wie innig seine Vertrautheit mit dem Vater doch ist, da er ihm dankt, bevor er ĂŒberhaupt seine Bitte ausgesprochen hat!

2. Vertrauen und Kontrolle. Es ist angenehm, den eigenen Tag, die Woche, den Monat, sein Leben unter Kontrolle zu haben. Nichts Unerwartetes erschĂŒttert den durchdachten Plan oder ĂŒbersteigt plötzlich die eigenen FĂ€higkeiten. So stellen sich einige ein perfektes Leben vor. Gott und Glaube dĂŒrfen gerne auch einen Platz einnehmen, doch selbstverstĂ€ndlich nur jenen, den ich ihnen gebe. Auf diese Weise gibt es jedoch keinen Raum fĂŒr Vertrauen, fĂŒr eine Vater-Kind-Beziehung mit Gott, fĂŒr eine Vertrautheit mit dem Vater, wie Jesus sie besaß. Ein scheinbarer Gegensatz: Je mehr ich abgebe und vertraue, desto sicherer und gelassener kann ich mein Leben bestreiten, denn Gott hĂ€lt meine Hand!

3. Vertrauen und Kraft. Wie kommt es, dass ein Mann DĂ€monen austreibt, obwohl er gar nicht von Jesus in den Kreis der 12 berufen wurde? Woher hat er diese Macht? Hat er selbst so viel Kraft, dass er dies von sich aus könnte? FĂŒr mich ist dieser Mann ein großes Vorbild. Welch großes Vertrauen auf Jesus muss dieser Unbekannte besitzen! Ohne mit Jesus unterwegs zu sein, traut er ihm und seinem Namen alles zu! Dieses Vertrauen möchte ich haben.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mich beeindruckt deine Beziehung zum Vater. Sie ist so einfach, unkompliziert und ehrlich. Schenk auch mir eine solche Vertrautheit mit Gott. Hilf mir, weniger auf mich und meine FĂ€higkeiten zu vertrauen und mehr auf dich.

Vorsatz: Eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt, möchte ich heute bewusst an Jesus abgeben.


Jesus bleibt gelassen

28. September 2021

Dienstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Lioba, Äbtissin
Hl. Wenzel, MĂ€rtyrer

Br. Peter Hemm LC

Lk 9,51-56
Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft fĂŒr ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die JĂŒnger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fĂ€llt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich werde still vor dir. Ich möchte alles beiseitelassen, um zur Ruhe zu kommen. Ich möchte die Augen meines Herzens schließen, um mich auf dich zu besinnen.

Bitte: Jesus, lass mich das Herz fĂŒr dich öffnen. GewĂ€hre mir die Gnade, dich in meinem Herzen aufzunehmen. Schenke mir deine Gelassenheit!

1. Gelassen im Plan Gottes. Jesus geht nicht nach Jerusalem, um in den Himmel aufgenommen zu werden, sondern zunĂ€chst um zu sterben. Er ist sich dessen nur allzu bewusst. Er entschließt sich dennoch frei, nach Jerusalem zu ziehen. Und obwohl ihn Leiden und Tod erwarten, scheint das seinen Umgang mit den Menschen um ihn herum nicht im Geringsten zu beeinflussen. Er ist in keinster Weise unsicher oder gereizt. Seine einzige Sorge gilt dem Plan Gottes, ihn zu erkennen und zu befolgen.

2. Die Stimme des Heiligen Geistes unterscheiden. Jesus geht den Weg, den der Vater fĂŒr ihn vorbereitet hat. Er macht alles richtig und doch kommt plötzlich eine Störung in diesen Plan. Die Bewohner eines Dorfes wollen ihn nicht aufnehmen. Was tut Jesus? Zweifelt er daran, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet? Oder sieht er dieses Dorf bzw. seine Bewohner jetzt als Feinde von Gottes Plan an und vernichtet sie? Nein! Jesus bleibt total ruhig. Er geht einfach weiter und sucht sich ein anderes Dorf zum Übernachten. Im Weitergehen weist er seine JĂŒnger allerdings noch kurz zurecht. Er zeigt ihnen an sich selbst, wie man jeden Moment auf den Heiligen Geist hört und ihn selbst in Unannehmlichkeiten entdeckt.

3. Die Ruhe als Folge. Aus dieser Einstellung Jesu entspringt eine tiefe Ruhe und Gelassenheit, die ihn so anziehend macht. In seiner NĂ€he verlieren viele Probleme, Schwierigkeiten und Nöte ihre Wichtigkeit. Sein Friede erfĂŒllt die, die zu ihm kommen und sich auf ihn einlassen. Wie einzigartig ist diese Ruhe Jesu, dieses Leben mit und im Heiligen Geist!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wenn ich dich betrachte, komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Du bist die Antwort auf so viele Fragen und die Lösung auf so viele Probleme, die ich habe. Ich möchte mehr auf dich schauen und vereint mit dir leben, statt woanders Antworten und Lösungen zu suchen. Schenk mir eine Gelassenheit und Geborgenheit in Gott, wie du sie hast!

Vorsatz: Ich nehme mir vor, ein Lobpreislied zu hören und mit ins Gebet zu nehmen.


Boten zwischen Himmel und Erde

29. September 2021

Mittwoch der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hll. Erzengel Michael, Gabriel und Rafael
Fest

Br. Peter Hemm LC

Joh 1,47-51
In jener Zeit sah Jesus Natanael auf sich zukommen und sagte ĂŒber ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanael fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanael antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch GrĂ¶ĂŸeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen ĂŒber dem Menschensohn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, inmitten des Alltags möchte ich mich an dich wenden. Das Leben ist laut und voll. Mir fĂ€llt es schwer, Zeit zu finden, um in Ruhe zu beten. Und doch ist jetzt Zeit, mich dir zuzuwenden. Nimm meine Gedanken und meine Unruhe. Lass mich bei dir verweilen und mit dir sprechen. Ich komme zu dir und öffne mich fĂŒr das, was du mir sagen möchtest.

Bitte: Vater, mach mich offen fĂŒr die Wege, durch die du zu mir sprechen möchtest.

1. Himmlische Boten. Heute gedenken wir der Erzengel. Gott liebt uns Menschen so sehr, dass er die Engel nicht bei sich behĂ€lt, sondern immer wieder zu uns Menschen schickt, um uns seine Liebe und NĂ€he kundzutun. In wichtigen Momenten und Zeiten der Trostlosigkeit zeigt die Bibel immer wieder, wie Gott durch seine Engel eingreift. Dies sehen wir beispielsweise bei der VerkĂŒndigung des Herrn, bei der letzten Plage in Ägypten oder bei Elija, der sich völlig erschöpft in der WĂŒste den Tod wĂŒnscht. Gott schickt seine Engel, um in das Geschick dieser Welt einzugreifen! Er möchte uns seine Liebe auf allen erdenklichen Wegen offenbaren.

2. Jesus bringt uns Gott. Niemand kann uns Gott so ĂŒberzeugend und authentisch bringen wie Jesus, Gott selbst. Er ist der Bote schlechthin zwischen Himmel und Erde. Die tiefsten Geheimnisse Gottes möchte er uns offenbaren. Er wurde Mensch, damit wir auf menschliche Art und Weise die Liebe des unsichtbaren Gottes sehen, anfassen und erfahren können. Höre ich auf das, was mir Jesus sagen möchte?

3. Und was bringe ich? Jeder Getaufte ist eingeladen, ein Bote zwischen Himmel und Erde zu sein. Wir dĂŒrfen nicht nur mit unseren eigenen Sorgen und Nöten zu Gott kommen, sondern auch die unserer Mitmenschen vor ihn bringen. Gleichzeitig sind wir durch die Taufe dazu berufen, Gottes Liebe in der Welt sichtbar zu machen. Er möchte durch jeden von uns wirken und seine Liebe offenbaren. Werden wir zu BrĂŒckenbauern zwischen Gott und den Menschen!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, heute werde ich mir wieder einmal bewusst, wie sehr du mich liebst und wie sehr du mir zeigen möchtest, dass du mich liebst. Ich danke dir fĂŒr diese deine Liebe. Ich danke dir, dass ich dir wichtig bin. Ich danke dir, dass du in mein Leben eingreifen möchtest und mich immer nĂ€her an dich ziehen möchtest. Lass mich deine Boten und dein Wirken in dieser Welt entdecken!

Vorsatz: Ich nehme mir vor, heute fĂŒr eines meiner Familienmitglieder „Engel“ zu sein, freiwillig und von mir aus zu helfen und fĂŒr die anderen da zu sein.


Das Reich Gottes ist nahe!

30. September 2021

Donnerstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hieronymus, Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Lk 10,1-12
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle StĂ€dte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter fĂŒr seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! GrĂŒĂŸt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wĂŒnscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurĂŒckkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren FĂŒĂŸen klebt, lassen wir euch zurĂŒck; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist! Komm in mein Herz und richte mich auf Gott aus! Komm und erfĂŒlle mich! Schenk mir Glauben, auf dass ich mich ganz auf Gott ausrichten kann. StĂ€rke meine Hoffnung, auf dass ich auf dein Wirken in meinem Leben vertraue. EntzĂŒnde meine Liebe, auf dass in meinem Herzen vor allem du Platz hast.

Bitte: Jesus, komm in mein Herz und durch mich zu allen Menschen.

1. Gott kommt zu den Menschen. Der große Schöpfer aller Dinge wird ein Mensch. Welch ein Skandal fĂŒr andere Religionen! Welch eine Herabsetzung Gottes! Wir sind schon so daran gewohnt, dass uns die Einzigartigkeit und Tiefe dieses Geheimnisses gar nicht mehr ĂŒberrascht. Wie faszinierend ist ein Gott, der alles tut, um bei uns zu sein! Wie schön das Leben eines Christen, der schon auf dieser Erde in enger Verbundenheit mit Gott lebt, da sich dieser als Mensch offenbart hat.

2. Das Reich Gottes erleben. Es gibt wunderbare Landschaften auf dieser Erde: schöne Felder, herrliche FlĂŒsse und Meere, traumhafte Berge. Wie herrlich kann ein Sonnenaufgang oder -untergang sein! Und wie schade ist es, wenn wir solch eine Schönheit miterleben zu dĂŒrfen, aber innerlich ganz woanders sind! Manchmal tragen wir so viel mit uns herum, dass wir die schönen Dinge des Lebens gar nicht wahrnehmen können. Ähnliches passiert uns auch im geistlichen Leben: Es fĂ€llt uns schwer, ganz still die Gegenwart Gottes in unserem Herzen zu entdecken. Er wohnt in uns und möchte mit uns zu all den Menschen gehen, denen wir begegnen.

3. Geht hinaus! Jesus möchte uns nicht allein in die Welt hinausschicken. Er lĂ€sst seine JĂŒnger nicht allein. Er möchte vielmehr sein Reich durch unsere Herzen zu unseren Mitmenschen bringen. Warum sollen seine JĂŒnger in dieser Sendung nichts mitnehmen? Damit er ihr Herz ausfĂŒllen und sein Reich in und durch sie verwirklichen kann. Das Reich Gottes bricht ĂŒberall dort an, wo Jesus in einem offenen Herzen gegenwĂ€rtig werden und wirken darf. Wie traurig ist das, wenn ein Herz, eine Stadt, ein Land sich selbst genĂŒgt und das Reich Gottes nicht aufnehmen möchte!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, komm in mein Herz und durch mich zu allen Menschen. Werde gegenwĂ€rtig in mir! Lass mich alles aus meinem Herzen nehmen, was Platz belegt und verhindert, dass du einkehren kannst. Ich möchte mich dir zur VerfĂŒgung stellen. Ich möchte deiner Einladung nachkommen, auf dass du durch mich dein Reich der Liebe, der Vergebung und des Friedens unter den Menschen ausbreiten kannst.

Vorsatz: Ich möchte heute jemandem eine unerwartete Freude bereiten.


Immer wieder nur Jesus

1. Oktober 2021

Freitag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Theresia vom Kinde Jesu, Ordensfrau
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Lk 10,13-16
In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wĂ€ren, die bei euch geschehen sind - man hĂ€tte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mutter Maria, zu Beginn dieser Gebetszeit wende ich mich an dich. Du bist meine Mutter. Du möchtest mich zu Gott fĂŒhren. Nimm mich an der Hand und leite mich zu ihm. Ich vertraue dir ganz und gar. Du bist eine feinfĂŒhlige Mutter und möchtest mich dort abholen, wo ich mich gerade befinde. FĂŒhre mich jetzt zu Gott und öffne ihm mein Herz. Danke, Mama!

Bitte: Herr, schenke mir ein großes Herz. LĂ€utere mein Herz im Feuer deiner Liebe.

1. Immer wieder Umkehr. Jesus macht uns in diesem Evangelium eine Sache ganz klar: Ohne Umkehr und Buße können wir im geistlichen Leben nicht wachsen. Im Buch der SprĂŒche heißt es: Denn siebenmal fĂ€llt der Gerechte und steht wieder auf, doch die Frevler stĂŒrzen ins UnglĂŒck (Spr 24,16). Den Gerechten, also den Heiligen, zeichnet nicht etwa aus, dass er nicht sĂŒndigt und keine Fehler begeht, sondern dass er sich immer wieder neu auf sein Ziel ausrichtet. Alle Menschen begehen SĂŒnden. Das lĂ€sst sich nicht vermeiden. Doch Umkehren und das Herz durch Buße reinigen, darin besteht der SchlĂŒssel zu einem Gott wohlgefĂ€lligen Herzen.

2. Gerechtigkeit und Gericht. Es ist ein psychologisches PhĂ€nomen, dass traumatische oder negative Erlebnisse aus der Erinnerung ausgeklammert werden. Wir versuchen, das zu verdrĂ€ngen und zu vergessen, was uns innerlich bedrĂŒckt. Das JĂŒngste Gericht, die reale Möglichkeit der Verdammnis in der Hölle und die EndgĂŒltigkeit unserer Entscheidung fĂŒr oder gegen Gott sind Wahrheiten, die erschrecken können. Doch sind sie deswegen nicht weniger wahr. Wie selten hören wir etwas ĂŒber diese Grundwahrheiten! Lebe ich jetzt so, dass ich auf einen barmherzigen Richter hoffen kann? Lasse ich meinen Lebensstil von Jesus hinterfragen? Welche Rolle spielt fĂŒr mein jetziges Leben das zukĂŒnftige Gericht?

3. Supergau ohne Gott. Jesus spricht Klartext. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder wir entscheiden uns fĂŒr Gott oder gegen ihn. Es gibt keine Alternative! Er verheimlicht uns das nicht. Er legt von vornherein die Karten offen auf den Tisch. Wie hart erscheinen uns deswegen seine Worte! Er droht nicht nur einigen Personen oder einer Stadt, sondern gleich mehreren StĂ€dten, dass sie in die Hölle hinabgeworfen werden. Wie traurig ist ein Leben ohne Gott! Und wie furchtbar die Konsequenz eines solchen Lebens fĂŒr die Ewigkeit! Wie oft lehne ich Gott ab? Höre ich auf seine leisen Eingebungen im Alltag? Lebe ich manchmal ohne ihn?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte mich neu auf dich ausrichten. Hilf mir, dich nicht aus den Augen zu verlieren, wenn ich mit anderen Dingen beschĂ€ftigt bin. Lass mich nicht vergessen, dass du mir aufhelfen möchtest, wenn ich hinfalle. Du verlangst nicht, dass ich fehlerfrei lebe. Du möchtest, dass ich immer wieder umkehre und in Liebe zu dir lebe. Lass mich immer zu dir zurĂŒckkehren.

Vorsatz: Ich werde heute Abend mein Gewissen gut erforschen und mich neu auf Gott ausrichten.


Geliebtes Kind

2. Oktober 2021

Samstag der sechsundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Heilige Schutzengel
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Mt 18,1-5.10In jener Stunde kamen die JĂŒnger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der GrĂ¶ĂŸte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. HĂŒtet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, wie schön ist es, in deiner Gegenwart verweilen zu dĂŒrfen! Wie schön ist es, deine NĂ€he genießen zu dĂŒrfen! Ich möchte fĂŒr immer in deiner Liebe bleiben. Mit meinem ganzen Herzen lasse ich mich auf diesen Moment mit dir ein. Danke fĂŒr deine Gegenwart!

Bitte: Vater, schenke mir die Gnade, als dein Kind zu leben.

1. Wahre GrĂ¶ĂŸe liegt im Dienst. Warum sind Engel eigentlich so schön? Was macht sie so besonders? Wie kommt es, dass sie reine Lichtwesen zu sein scheinen? NatĂŒrlich liegt es in erster Linie daran, dass sie stĂ€ndig in der Gegenwart Gottes leben und dadurch gereinigt werden. Ebenso wichtig ist jedoch auch, dass sie mit ihrem ganzen Wesen dienen. Sie sind Diener Gottes und der Menschen. Sie erfĂŒllen einen Dienst, der nicht versklavt und unfrei macht, sondern einen, der befreit, heiligt, erhebt und verklĂ€rt. Wie schön und groß ist ein Leben, das selbstlos im Dienst an Gott und den Menschen gelebt wird! Dies ist wahre GrĂ¶ĂŸe in den Augen Gottes.

2. Niemals allein. Gott kennt uns durch und durch. Er weiß um unsere SchwĂ€chen und Unvollkommenheiten. Er weiß, dass wir immer wieder fĂŒr die Versuchungen des Teufels anfĂ€llig werden. Als guter Vater möchte er uns gerade in diesen Momenten besonders nahe sein. Deswegen hat er jedem von uns einen persönlichen Schutzengel an die Seite gestellt. Was fĂŒr eine geniale Idee, um uns, seinen Kindern, dauerhaft nahe zu sein!

3. Wir haben eine Mama. Wir sind Kinder Gottes! Seine Söhne und Töchter! Das haben wir schon oft gehört. Doch hoffentlich werden wir nie abstumpfen und uns nie an diese wunderbare Wahrheit gewöhnen. Neben sich als Vater hat Gott uns aber noch ein Geschenk bereitet: seine Mutter. Wir haben jemanden, eine ganz besondere Frau, die wir Mama nennen dĂŒrfen. Sie wohnt im Himmel und schaut liebevoll auf uns herab. Sie ist immer da, wenn wir sie brauchen. Sie bittet Gott um alles, was wir brauchen. Sie tröstet, ermutigt, leitet und begleitet uns. Sie ist immer da. Vater, ich danke dir, fĂŒr diese wunderbare Mutter!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte mir wie du meiner Gotteskindschaft bewusst sein. Ich danke dir fĂŒr die Gnade, dass ich Maria zur Mutter habe. Schenke mir die Einstellung eines Kindes, das voller Vertrauen lebt. Lass mich nicht fĂŒr mich selber leben, sondern ganz fĂŒr die anderen. Ich lege mich neu in deine und in Mariens HĂ€nde. Ganz und gar möchte ich euch gehören, damit ihr durch mich zu den Menschen gelangen könnt.

Vorsatz: Ich werde Gott von Herzen fĂŒr seine NĂ€he und seine Hilfe danken.