Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 29. August 2021 bis Samstag 4. September 2021

Zweiundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Ein reines HerzSonntag
Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weiterMontag
Das Macht GottesDienstag
24 Stunden mit JesusMittwoch
Jesus beruft SĂŒnderDonnerstag
Der göttliche BrÀutigamFreitag
Der HerrSamstag


Ein reines Herz

29. August 2021

Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Enthauptung Johannes des TĂ€ufers

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Mk 7,1-8.14-15.21-23
In jener Zeit hielten sich die PharisĂ€er und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. Sie sahen, dass einige seiner JĂŒnger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen HĂ€nden aßen. Die PharisĂ€er essen nĂ€mlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die HĂ€nde gewaschen haben; so halten sie an der Überlieferung der Alten fest. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere ĂŒberlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das AbspĂŒlen von Bechern, KrĂŒgen und Kesseln. Die PharisĂ€er und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine JĂŒnger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen HĂ€nden? Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er ĂŒber euch Heuchler sagte, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. Vergeblich verehren sie mich; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. Dann rief Jesus die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage! Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, LĂ€sterung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, reinige mein Herz von Eitelkeit, denn ich will nicht nur von außen und vor den Menschen gut sein, sondern ĂŒber all das hinaus will ich wirklich gut sein vor dir, um dir wohlzugefallen.

Bitte: Herr Jesus, ich bitte dich, gib mir ein reines, ehrliches und aufrichtiges Herz.

1. Ein reines Herz ĂŒbernimmt Verantwortung. Pilatus hat vor allen seine HĂ€nde gewaschen und gesagt, dass er unschuldig an Christi Blut ist. Vielleicht passiert uns das auch manchmal: Es ist nicht meine Schuld... und dann folgen viele Argumente. Wir wollen einfach nichts Schlimmes an uns haften lassen, immer als Zuschauer unschuldig zuhören. Wann passiert mir das? Und warum wollen wir keine Verantwortung ĂŒbernehmen? Welche Wunde, die zwischen mir und Gott steht, erlaubt mir nicht, demĂŒtig zu bleiben?

2. Ein reines Herz lebt in Stille. Aber schauen wir auf Jesus. Er hat uns ein anderes Beispiel gegeben, besonders wĂ€hrend seiner Passion. Was tat Jesus, als Pilatus, die PharisĂ€er und die Leute ihn demĂŒtigten? Er blieb still. Sanft und demĂŒtig von Herzen. Er hat die ganze Verantwortung fĂŒr unsere SĂŒnde auf sich genommen, obwohl er schuldlos war. Jesus ist der echte Leader, der echte Vater. Er sagt nicht: Das ist nicht meine Sache! Es ist mir egal! Was will uns Jesus heute mit seinem Beispiel ĂŒber unsere Eitelkeit sagen? Was könnten wir Ă€ndern? Woran sollten wir arbeiten?

3. Ein reines Herz spĂŒrt die Not und verwandelt sie in Gebet. Das Böse kommt von innen. Jesus zĂ€hlt eine ganz lange Liste davon auf. Sollten wir uns deshalb etwa verstecken und vergessen, dass es möglich ist, heilig zu werden? – Nein! Heute will uns der heilige Johannes der TĂ€ufer auch daran erinnern, dass es nicht ĂŒber unsere KrĂ€fte geht: ĂŒber das, was wir tun können und was wir sind. Er hat vor den PharisĂ€ern bekannt, nicht der Messias zu sein, sondern sein Vorbote. Wir benötigen dringend Gottes Hilfe, seine Gegenwart in unseren Herzen. Wenn er dort ist, gibt es keinen Platz fĂŒr SĂŒnde und Eitelkeit. Deshalb ist es gut, uns heute zu fragen: Wer bin ich vor Gott? Glaube ich wirklich, dass ich ihn brauche? Warum? Wann genau habe ich seine Gegenwart in meinem Leben erkannt?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du kennst mich ganz und gar. Ich bitte dich, schicke mir einen Lichtstrahl vom Heiligen Geist, um meine Schwachheit zu erkennen. Aber lass mich frohgemut bleiben, da ich nicht allein bin. Ich brauche dich und du bleibst bei mir, in mir. Amen.

Vorsatz: Heute möchte ich meine Fehler vor Gott und vor anderen erkennen.


„Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weiter“

30. August 2021

Montag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Heribert von Köln, Bischof
Hl. Felix, MĂ€rtyrer

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Lk 4,16-30
In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkĂŒnde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfĂŒllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darĂŒber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs? Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat! Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel fĂŒr drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot ĂŒber das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele AussĂ€tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstĂŒrzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, es ist nicht immer einfach, dir zu folgen. Aber ich will es tun, ja ich will! Denn du hast Worte ewigen Lebens, du bist der Quell lebendigen Wassers. Hilf mir, diesen Weg als ein großes Abenteuer mit dir anzusehen.

Bitte: Jesus, ich will beharrlich sein wie du, um alles in deinem Namen zu ertragen.

1. Warum? Es war nie leicht fĂŒr die Apostel, Jesus nachzufolgen – und fĂŒr keinen Heiligen. Und fĂŒr Jesus selbst war es nie leicht, vorauszugehen. In solchen Momenten der Ablehnung, wie Jesus sie in Nazaret erfĂ€hrt, sollten wir nicht vergessen, warum wir das tun. Fragen wir uns deswegen: Warum folgst du Jesus? Wann hast du dich entschieden, Jesus nachzufolgen? Sag Jesus, was dir schwerfĂ€llt und hör ihm zu.

2. Akt des Willens. Es war auch nicht einfach fĂŒr die Leute, Jesus zuzuhören. Und das ist vielleicht ein guter Moment, um zu bekennen: Jesu Worte sind schwierig. Aber das ist genau der Anfang des Abenteuers mit Christus, der Anfang des Wegs zu unserer Heiligkeit, zu unserer Verwandlung in einen anderen Christus. Es ist eine Herausforderung, aber es ist auch spannend, wenn man sich schon entschieden hat, Jesus unter allen UmstĂ€nden nachzufolgen. Es hilft uns, jetzt diesen ersten Willensakt zugunsten Jesu zu erneuern. Bist du bereit? Willst du wirklich Jesus nachfolgen?

3. Ausdauer. Also heute, dieses Mal, war es fĂŒr Jesus nicht einfach. Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Vielleicht wir auch nicht, aber bedeutet es, dass wir aufgeben sollten? Hat Jesus das getan, als er einfach wegging? Nein. Er will niemanden zum Glauben zwingen. Wir wurden selbst nicht dazu gezwungen und sollen so etwas auch nicht tun. Es wird Leute geben, die uns hassen. Jesus hat in solchen Momenten nicht Feuer vom Himmel fallen lassen. Es war einfach nicht der Moment. Die Herzen waren diesmal nicht offen fĂŒr die Wahrheit. Er geht einfach weiter, betend, hoffnungsvoll.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, lass mich niemals aufgeben. Ich will dir nachfolgen, obwohl es manchmal fĂŒr mich schwierig werden mag, sehr schwierig. Bitte, gib mir Mut und Beharrlichkeit, um deine Botschaft immer wieder von neuem und in weiterem Umkreis zu verkĂŒnden.

Vorsatz: Ich werde einen Barmherzigkeits-Rosenkranz fĂŒr die Bekehrung der SĂŒnder beten.


Die Macht Gottes

31. August 2021

Dienstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Paulinus von Trier, Bischof, MĂ€rtyrer

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Lk 4,31-37
In jener Zeit ging Jesus hinab nach Kafarnaum, einer Stadt in GalilĂ€a, und lehrte die Menschen am Sabbat. Sie waren sehr betroffen von seiner Lehre, denn er redete mit göttlicher Vollmacht. In der Synagoge saß ein Mann, der von einem DĂ€mon, einem unreinen Geist, besessen war. Der begann laut zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stĂŒrzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der DĂ€mon warf den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihn jedoch zu verletzen. Da waren alle erstaunt und erschrocken, und einer fragte den andern: Was ist das fĂŒr ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern, und sie fliehen. Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich glaube an dich. Du bist der Herr, der alles vermag, der einzige, wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch. Ich habe keine Angst, denn alles ist dir möglich.

Bitte: Jesus, mehre meinen Glauben an deine Macht, damit ich dich inniger verehre.

1. Ă„ngste. Manchmal habe ich wirklich große Angst, wenn ich durch einen dunklen Gang gehe. Man weiß einfach nicht, was oder wer einen vorne erwartet. Man ist nicht sicher. Auch bei wichtigeren und grĂ¶ĂŸeren Dingen passiert es uns: Sind wir sicher, was vor uns liegt, was in der Zukunft passieren wird. Wovor hast du Angst? Jesus will, dass du die Angst mit ihm teilst, denn nur dann kann er dir helfen.

2. Verlassenheit. Jeder Mensch kennt Ängste in seinem Leben. Es ist gut, das jemandem mitzuteilen, besonders Gott, damit er dorthin Licht bringen kann. Dann ist dieser Gang nicht mehr ganz so dunkel. Jede Schwierigkeit und Angst ist eine Möglichkeit, uns noch mehr an Gott zu wenden und auf seine allmĂ€chtigen HĂ€nde zu verlassen. Aber tun wir es? Oder suchen wir fĂŒr alles selbst eine Lösung?

3. Er ist Gott. Die Leute im Evangelium sind ĂŒber die Taten Jesu schockiert. Es fehlt ihnen noch an Glauben und Erfahrung der Macht Gottes. Es gibt nichts, selbst keine bösen Geister, die uns schaden können, wenn Christus mit uns ist. Keine Krankheit, kein Gewitter, kein Unheil der Welt, denn er allein ist Gott. Nur er herrscht ĂŒber alles. Glaubst du an mich? - fragt er dich.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will immer mehr an dich glauben. Vielleicht erwarte ich zu sehr, dass du alles in meinem Leben tust, wie ich es will. Du weißt am besten, was ich, meine Familie und meine Verwandten brauchen. Jesus, ich vertraue auf dich.

Vorsatz: Eine Angst in meinem Leben erkennen, benennen, und Gott anvertrauen: „Jesus, kĂŒmmere dich darum.“


24 Stunden mit Jesus

1. September 2021

Mittwoch der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Lk 4,38-44
In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen. Er trat zu ihr hin, beugte sich ĂŒber sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte fĂŒr sie. Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die HĂ€nde auf und heilte alle. Von vielen fuhren auch DĂ€monen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war. Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen. Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen StĂ€dten das Evangelium vom Reich Gottes verkĂŒnden; denn dazu bin ich gesandt worden. Und er predigte in den Synagogen JudĂ€as.

EinfĂŒhrendes Gebet: Gott, hilf mir, in diesem Gebet zu lernen, wie ich deine Gegenwart tĂ€glich in meinem Leben entdecken kann. Ich will meinen Tag, das Heute, mit dir leben.

Bitte: Hilf mir, Jesus, meinen Tag so wie du und mit dir zu verleben.

1. Jesus unter den Leuten. Manchmal haben wir ein falsches Bild von Gott, zum Beispiel von einem Gott, der sehr weit weg von uns ist. Nicht in diesem Evangelium! Es ist Jesu Initiative, in das Haus des Simon zu gehen. Er will in unserem Leben gegenwĂ€rtig sein. Wie kann ich tĂ€glich Jesus sehen? Auf verschiedene Art und Weise, aber zuerst in meinen BrĂŒdern und Schwestern. Gott isst mit dir, lĂ€chelt dir zu, geht mit dir zur Arbeit und an die Uni, ins Stadion, um ein Spiel anzuschauen, und wir können durch Akte der NĂ€chstenliebe ihm selbst unsere Liebe erweisen.

2. Jesus macht es sich nicht bequem. Jesus sieht die Schwiegermutter des Simon und wartet nicht darauf, dass er gebeten wird, sie zu heilen. Noch einmal ist es seine Initiative. Diese Hilfsbereitschaft Jesu ist seine Einladung an uns, die Augen immer wieder fĂŒr die BedĂŒrfnisse der NĂ€chsten offen zu halten. Wie sehr mĂŒssen die JĂŒnger sich gefreut haben, besonders Simon, denn es kommen danach ganze Scharen von Menschen. Hier sehen wir einmal mehr Jesu Bereitschaft zu helfen, auch wenn es ihn etwas Schlaf oder einen gemĂŒtlichen Abend kostet, den er mit seinen JĂŒngern und einer ganz besonderen Dienerin verbracht hĂ€tte. Wie sieht es mit meiner Bereitschaft zu dienen aus? Kann ich auf meine GemĂŒtlichkeit verzichten?

3. Jesus im Gebet. Der Tag mit Jesus neigt sich dem Ende zu. Viele Menschen sind geheilt, jetzt können sie ruhig schlafen. Nicht aber Jesus. Er dĂŒrstet sehr nach... Schlaf, klar! Aber er sehnt sich auch nach Gebet, einfach nach Zeit, um mit dem Vater zu sein und ihm fĂŒr seine GroßzĂŒgigkeit zu danken. Er hat die ganze Nacht gewartet, bis zum Morgen des nĂ€chsten Tages. Erkenne ich wie Jesus den Wert des Gebets? Ist es eine wahre SĂ€ule meines Tages?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wie du will ich immer bereit und aufmerksam sein zu helfen, wenn ich meine Familie oder andere Personen treffe. Hilf mir, auch jeden Moment mit dem Vater zu schĂ€tzen.

Vorsatz: Ich werde wĂ€hrend des Tages einen Moment fĂŒr eine geistliche Kommunion finden.


Jesus beruft SĂŒnder

2. September 2021

Donnerstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Lk 5,1-11
In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drĂ€ngte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein StĂŒck weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren GefĂ€hrten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam fĂŒllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu FĂŒĂŸen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein SĂŒnder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des ZebedĂ€us, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: FĂŒrchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurĂŒck und folgten ihm nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: O Herr, du schaust direkt in mein Herz. Vor dir ist nichts verborgen. Du liebst mich trotzdem und rufst mich, dir zu folgen, so wie ich bin. Du nimmst meine Talente und bedienst dich ihrer. Außerdem bringst du denen das Licht, die dich noch nicht kennen.

Bitte: Jesus, hilf mir zu vertrauen und fĂŒr deinen großartigen Plan immer ein offenes Herz zu haben.

1. Immer mehr. Hör nicht auf zu staunen ĂŒber die wundervollen Taten Gottes. Jedes Mal, wenn ich meine Großeltern besuche, fragen sie mich: Willst du noch etwas (zum Essen)? Und wenn ich nicht zumindest drei Schnitzel und fĂŒnf fĂŒr meinen Bruder nehme, ist meine Oma sehr enttĂ€uscht. Gott will uns auch immer mehr schenken, aber wir sind manchmal zu kleinlich, gemĂŒtlich und mĂŒde, um noch einen Zuschlag zu erbitten, froh mit unserem kleinen Bisschen. Jesus sagt hier zu Petrus: Folge mir nach! Und du wirst wahre Wunder erleben! Du wirst ein Fischer werden, aber fĂŒr Millionen von Menschen.

2. Die GroßzĂŒgigkeit Gottes. Jesus hat Schwester Faustina gebeten, von seinem Herzen Gnaden zu erlangen fĂŒr sich selbst und fĂŒr andere, die die Liebe Christi nicht empfangen wollten. Wenn wir Ja zu Gott sagen, bekommen wir, was wir nötig haben, aber Gott vergisst auch nicht unsere Lieben. Durch das Ja des Simon schenkte Jesus auch Jakobus und Johannes sehr viel. Dein Ja zu Jesus ist eine große Hilfe fĂŒr die anderen, damit sie nĂ€her zu Gott kommen. Ist diese GĂŒte Gottes selbstverstĂ€ndlich fĂŒr mich? Soll sie es sein? Danke ich Gott jeden Tag fĂŒr alles, oder beklage ich mich nur?

3. Alles hinter sich lassen. Was muss ich noch hinter mir lassen, um Jesus nachzufolgen? Was hindert mich daran, mich ganz Gottes Sendung zu weihen? Und nicht in dem Sinn, dass ich meine Familie verlassen mĂŒsste, sondern dass ich mein Leben mit dieser Familie, diesen Leuten neben mir, heute und morgen, Gott ĂŒbergebe, meine Arbeit, Hobbies und Freizeit Gott schenke. Bitten wir den Heiligen Geist um Licht, um zu sehen, was noch in meinem Herzen ist, in diesen verschiedenen Momenten meines Lebens, wenn Jesus mich ruft, ich aber fĂŒr seine Stimme noch verschlossen bin. Was hindert mich daran, Jesus heute ganz nachzufolgen – so wie die Apostel?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich glaube an deinen wunderbaren Plan fĂŒr mich und die Welt. Ich habe schon Erfahrung von deiner Liebe, Macht, und GĂŒte gemacht. Dein Weg ist hoch ĂŒber allen unseren Gedanken, sogar den grĂ¶ĂŸten. Hilf mir, Herr, mit dir und meinen NĂ€chsten so großzĂŒgig zu sein, wie du es mir gegenĂŒber bist.

Vorsatz: Ich möchte dankbar sein. Auch wenn nicht alles perfekt ist, will ich einfach zuerst Gott, aber auch allen Leuten, die ich treffe, fĂŒr die kleinsten Dienste danken.


Der göttliche BrÀutigam

3. September 2021

Freitag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor der Große, Papst, Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Lk 5,33-39
In jener Zeit sagten die PharisĂ€er und Schriftgelehrten zu Jesus: Die JĂŒnger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die JĂŒnger der PharisĂ€er; deine JĂŒnger aber essen und trinken. Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die HochzeitsgĂ€ste fasten lassen, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; in jenen Tagen werden sie fasten. Und er erzĂ€hlte ihnen auch noch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein StĂŒck von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid; denn das neue Kleid wĂ€re zerschnitten, und zu dem alten Kleid wĂŒrde das StĂŒck von dem neuen nicht passen. Auch fĂŒllt niemand neuen Wein in alte SchlĂ€uche. Denn der neue Wein zerreißt die SchlĂ€uche; er lĂ€uft aus, und die SchlĂ€uche sind unbrauchbar. Neuen Wein muss man in neue SchlĂ€uche fĂŒllen. Und niemand, der alten Wein getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte Wein ist besser.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Gott, es gibt immer viele GrĂŒnde, um traurig zu sein, aber ich möchte meine negativen Neigungen hinter mir lassen und mich mit dir, dem BrĂ€utigam freuen.

Bitte: Jesus, ich bitte dich heute um so ein gutes Herz wie das deine, damit ich alle Leute lieben lerne, um jeden mit einem reinen Blick zu sehen und so freudig zu sein.

1. Ein Spiel zum Verlieren. Es gibt ein Spiel, das man nur verlieren kann. Wir spielen es gern - und die PharisĂ€er auch. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, wollen wir einerseits besser aussehen und deswegen sind wir stolz, andererseits sind wir in etwas schlechter als die anderen, und das enttĂ€uscht und verĂ€rgert uns. Es ist ein Spiel, bei dem man immer nur verlieren kann, sich immer nur selbst verletzt. Wie oft spielst du es am Tag? Mit welchem Ergebnis?

2. Der BrĂ€utigam. Also, wir beschweren uns gern und machen gern Kommentare ĂŒber andere. Aber Jesus will, dass wir froh sind! Mehr sogar! TatsĂ€chlich glĂŒcklich will er uns, im tiefsten Sinne von GlĂŒck. Er bezeichnet sich selbst als den BrĂ€utigam. Soll man auf der Hochzeit traurig sein? Und es gibt hier einen besonderen Moment, an dem wir ganz oft teilnehmen, nĂ€mlich die Eucharistiefeier. Jesus gibt sich selbst jedem von uns. Es ist dann nicht die Zeit, um sich zu beschweren, sondern um mit Gott fröhlich zu sein. Schau einmal und frage dich: Wie kommst du zur heiligen Messe und wie gehst du weg? Mit Freude? Glaubst du, dass Gott dich wirklich froh machen will, oder meinst du, Gott will dich nur fasten sehen?

3. Offenheit. â€žGott liebt einen fröhlichen Geber“ (2 Kor 9,7) – besonders, wenn wir geben, um in unserem Herzen das neue Gebot der Liebe, der Barmherzigkeit und der GĂŒte einzupflanzen. Aber manchmal folgen wir lieber der Regel „do ut des“ (lat. = „ich gebe, damit du gibst“): Wir erfĂŒllen unseren Teil und dafĂŒr soll dann Gott unsere Liste von Bitten erfĂŒllen. Wir können es uns in dieser Haltung ganz schön bequem machen. Die Frage ist: Wie ist deine Beziehung zu Gott? Bist du offen fĂŒr eine echte Beziehung zu ihm? Bist du offen fĂŒr das neue Gebot Christi und die tĂ€gliche Bekehrung zur Liebe?

GesprĂ€ch mit Christus: Guter Jesus, ich will froh und erfĂŒllt sein in meinem Leben. Ich suche danach an verschiedenen Orten, aber nur du weißt, was ich wirklich brauche. Hilf mir, fĂŒr dich immer offen zu sein, um immer mehr zu lieben. Lass mich nicht auf andere schauen, um mich mit ihnen zu vergleichen, sondern um dich in ihnen zu sehen.

Vorsatz: Ich nenne die Person beim Namen, die mich am meisten nervt (eine oder mehrere), um mit den Augen Jesu auf sie zu blicken und alles aufzuschreiben, was ich an Positivem an ihr finden kann.


Der Herr

4. September 2021

Samstag der zweiundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Br. Sebastian Jasiorkowski LC

Lk 6,1-5
Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine JĂŒnger Ähren ab, zerrieben sie mit den HĂ€nden und aßen sie. Da sagten einige PharisĂ€er: Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat verboten! Jesus erwiderte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren - wie er in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote nahm, die nur die Priester essen dĂŒrfen, und wie er sie aß und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fĂŒgte hinzu: Der Menschensohn ist Herr ĂŒber den Sabbat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du bist der Herr. Der Gott, der nicht nur oben und weit weg von seiner Schöpfung bleiben wollte, sondern Mensch geworden ist, um uns nah zu sein und uns zu seiner Ehre zu leiten. Wir wollen jetzt, in diesem Gebet, deinen Namen preisen.

Bitte: Hilf uns, Herr, in den Tugenden der Demut und der Gottesfurcht zu wachsen.

1. Der Herr der Geschichte. â€žDas ist am Sabbat verboten“, weil es so im Alten Testament steht, im Dekalog, den Geboten des Mose: „Gedenke, dass du den Sabbat heiligst“. Allerdings ist nur Gott der Herr der Geschichte. Er weiß, was wir brauchen und wann wir es brauchen. Jesus kennt am besten das Alte Testament, das auf ihn hin geschrieben ist, deswegen zitiert er jetzt ein Beispiel, das perfekt auf den Fall angewendet werden kann. Schauen wir nicht auch manchmal so sehr auf die Regeln, dass wir sagen: Es sollte soundso sein, und dabei vergessen wir, dass Regeln und Gebote da sind, um uns dabei zu helfen zu lieben und heilig zu werden, nicht um andere zu verurteilen.

2. Der Herr der Hungrigen. Nicht nur einmal hat uns Jesus gezeigt, dass er gekommen ist, um unseren Hunger zu stillen: durch die Einsetzung der Eucharistie, durch die Speisung der FĂŒnftausend und jetzt, wo er die JĂŒnger verteidigt. Auch im Alten Testament wird das gezeigt, zum Beispiel mit dem Manna in der WĂŒste. Aber er ist der Gott, der sich nicht nur darum kĂŒmmert, dass wir genug Brot zum Essen haben. Vor allem gibt er sich selbst, um unsere hungrigen Herzen zu fĂŒllen, um unsere tiefste, grenzenlose Not zu stillen – nach dem Herrn selbst, dem unbegrenzten Gott.

3. Der Herr ĂŒber den Sabbat. Vorher Sabbat, jetzt Sonntag – Tag des Herrn und klassische Routine: ein bisschen spĂ€ter aufstehen, sich waschen, zur heiligen Messe gehen, wieder zuhause frĂŒhstĂŒcken oder zu Mittag essen, dann die Zeit mit TV, Internet oder Sport verbringen und so lĂ€uft der Tag dann weiter. Und wo ist Gott in dieser ganzen Zeit? Nur in der Kirche? Wie feierst du den Tag des Herrn? Betest du und jubelst zusammen mit deiner Familie und den Freunden?

GesprĂ€ch mit Christus: O Herr, danke fĂŒr diesen Moment in der Woche, in dem wir aufhören zu arbeiten, ich mich wieder auf dich und deinen Reichtum ausrichten und in dir Ruhe finden kann. Danke, Jesus, fĂŒr meine Familie, meine Freunde und alles, was ich von dir geschenkt bekomme.

Vorsatz: Ich werde einen Weg finden, um zusammen mit der Familie oder mit Freunden den Tag des Herrn zu feiern (z.B. durch das Gebet, einen gemeinsamen Spaziergang, einen guten, gehaltvollen Film, den man sich gemeinsam anschaut und danach kommentiert).