Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 22. August 2021 bis Samstag 28. August 2021

Einundzwanzigste Woche im Jahreskreis

Dorit Wilke-Lopez

LebendigkeitSonntag
Blinde und HeuchlerMontag
SehenDienstag
Barmherzigkeit will ich, nicht OpferMittwoch
Gottes VermögenDonnerstag
Schlafen und WachenFreitag
Die Freude am Aufbau des GottesreichesSamstag


Lebendigkeit

22. August 2021

Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Maria Königin

Dorit Wilke-Lopez

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der JĂŒnger Jesu, die ihm zuhörten: Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören? Jesus erkannte, dass seine JĂŒnger darĂŒber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nĂŒtzt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nĂ€mlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn ausliefern wĂŒrde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele seiner JĂŒnger zurĂŒck und gingen nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte jetzt mit dir sprechen. Du redest mit mir in diesem Evangelium von heute. Deine Worte sind Geist und Leben. Ich möchte mich jetzt öffnen und dir zuhören. Die Zeit mit dir ist mir wichtig, Herr. Lass unseren Dialog jetzt fruchtbar werden.

Bitte: FĂŒhre mich in eine entschiedenere Nachfolge!

1. Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören? Es ist schwer zu verstehen und durch die Jahrtausende immer wieder Stein des Anstoßes, auch heute noch, dass Gott wirklich Fleisch geworden ist. Er ist der allschaffende unendliche Geist. Und der hat das Leben eines Menschen angenommen? Und damit alle Aspekte des Lebens eines Menschen geheiligt? Auch meines Menschseins: Mein Wachen, mein Schlafen, mein Essen, meine Phasen der MĂŒdigkeit, meine Begeisterung, meine MĂŒhen und Schmerzen? Ist das nicht zu banal fĂŒr Gott? Daran scheiden sich bis heute die Geister. Wie entscheide ich mich?

2. Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nĂŒtzt nichts. Jesus sagt, dass all das rein Materielle, das rein Irdisch-Menschliche, nichts nĂŒtzt. Sondern der Geist, also Gott, macht lebendig. Ist denn also das, was wir als lebendig empfinden und definieren, nicht das wahre Lebendigsein? Gibt es da noch mehr? Jesus sagt: Lebendig ist man erst durch den Geist Gottes, den Jesus uns gibt und der uns in die Mitte der Liebe des Vaters und des Sohnes bringt. Wir empfangen ihn durch unseren Glauben und die Sakramente. Das ist zunĂ€chst in gewisser Weise kontra-intuitiv – ich fĂŒhle mich doch lebendig, oder? Ich atme, ich esse, ich bewege mich, das ist doch das Leben, oder? Schon dieses rein biologische Leben fĂŒhlt sich gut an - welche Lebendigkeit werden wir erst durch den heiligen Geist erfahren, der die göttliche Liebe ist! Wo bin ich in letzter Zeit der Kraft dieser Liebe begegnet?

3. Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Das ewige Leben beginnt, sobald ich die Worte Jesu annehme und glaube. Es beginnt schon hier und jetzt. Es beginnt schon durch die Sakramente, in denen Gott im Hier und Jetzt, im Diesseits, gnadenvoll wirksam gegenwĂ€rtig ist. Die Lebendigkeit, die wir durch Jesus erfahren, der das Leben selbst ist, beginnt schon jetzt! Heute! Und weil Gott unendlich ist und Jesus Gott ist und wir mit Jesus eins sind, werden wir in Ewigkeit immer lebendiger werden. Es wird immer mehr zu er-leben sein! Der Tod ist nur noch ein Tor zu einem weiteren Abschnitt dieses stets wachsenden Lebens.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, du sagst: „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des AllmĂ€chtigen. Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fĂŒrchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, noch vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wĂŒtet am Mittag. (Ps 91,1;5).“ Und beim Gedenken an die eucharistische Gegenwart deines Sohnes antworte ich mit dem Hl. Paulus: „Denn was kann uns scheiden von der Liebe Christi? BedrĂ€ngnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder KĂ€lte, Gefahr oder Schwert? Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch MĂ€chte, weder GegenwĂ€rtiges noch ZukĂŒnftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Vorsatz: Ich möchte dir mehr vertrauen, Jesus. Und ich möchte mich heute immer wieder freuen, dass Gott mir nahe ist. Danke, Herr!


Blinde und Heuchler

23. August 2021

Montag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Rosa von Lima, Jungfrau

Dorit Wilke-Lopez

Mt 23,13-22
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr zieht ĂŒber Land und Meer, um einen einzigen Menschen fĂŒr euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde FĂŒhrer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Guten Morgen, Jesus. Danke fĂŒr den neuen Tag. Du bist Herr ĂŒber die Zeit, der Tag ist dein Geschenk. Danke fĂŒr die Zeit mit dir heute Morgen. Danke, dass du mit mir sprichst. Hilf mir, jetzt ganz ruhig zu werden und ganz bei dir zu sein, mit ungeteiltem Herzen. Alles, was heute noch auf der To-do-Liste steht, will ich jetzt lassen und mich dir anvertrauen. Ich will ganz Ohr sein.

Bitte: Zeige mir, wo ich in meinem Glaubensleben vielleicht legalistisch bin und wo ich in der Liebe und Barmherzigkeit lebe.

1. Weh euch, ihr Heuchler! Jesus, du wĂŒnschst dir, dass wir unser ganzes Wesen auf dich hin ausrichten. Wir sollen auf dich bezogen sein, nicht auf die anderen Menschen und nicht auf uns selbst. Wenn wir religiöse Pflichten verrichten, um vor uns selbst oder anderen gut dazustehen, dann dienen wir damit nicht dir, sondern dem bloßen Anschein, also der Hölle! Jesus, du kennst meine Versuchung, andere beeindrucken zu wollen, und du kennst auch meine Versuchung, vor dir eine religiöse Checkliste abarbeiten zu wollen. Befreie mich zur Liebe, Herr!

2. Ihr Blinden! Jesus, du wirfst hier den PharisĂ€ern vor, blind zu sein. Sie sind blind fĂŒr die Heiligkeit des Altars, des Opfers, des Tempels, des Himmels. Das Heilige wird von ihnen instrumentalisiert fĂŒr eigene Zwecke – um ihrem Schwur Gewicht zu verleihen. Jesus, du kennst die Unempfindlichkeit, die ich oft gegen Heiliges habe. Befreie mich zur Ehrfurcht, Herr! Lass mich Heiliges erkennen und davor staunen!

3. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein! Jesus, du bist die Wahrheit. In dir sein heißt daher auch wahrhaftig sein. Schwören heißt, eine Aussage als Wahrheit zu bekrĂ€ftigen. Wer die Gewohnheit hat zu schwören, zeigt damit indirekt, dass er nicht immer die Wahrheit sagt. Manchmal benutze ich „NotlĂŒgen“, um einen Konflikt zu umgehen. Jesus, du willst aber, dass ich wahrhaftig bin. Du kennst meine Angst vor ehrlichen und dennoch konstruktiven KonfliktgesprĂ€chen, die unangenehm, aber notwendig sind. Alle Menschen haben ein Recht darauf, von mir die Wahrheit in Liebe zu erfahren. Befreie mich, damit ich in Liebe die Wahrheit sagen kann und sie anderen nicht „wie einen nassen Lappen um die Ohren haue“!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Du möchtest Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Hilf mir, dir heute treu zu sein und meinen Glauben barmherzig zu leben: barmherzig mir selbst gegenĂŒber, dass ich mich nicht ĂŒberfordere. Und barmherzig anderen gegenĂŒber, dass ich auch sie nicht ĂŒberfordere. Lass mich treu in der Liebe und mit dir und den anderen tief verbunden sein.

Vorsatz: Vielleicht möchte ich heute einmal versuchen, alles Heilige besonders wahrzunehmen und zu staunen. Oder vielleicht bedeutet das Evangelium heute fĂŒr mich, in einer Situation klar und wahrhaftig zu sein. Oder vielleicht lĂ€dt Gott mich durch sein Wort heute ein, mich wie ein kleines Kind dem himmlischen Vater anzuvertrauen, das vor ihm nichts leisten muss.


Sehen

24. August 2021

Dienstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. BartholomÀus, Apostel
Fest

Dorit Wilke-Lopez

Joh 1,45-51
In jener Zeit traf Philippus Natanael und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, ĂŒber den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanael zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanael auf sich zukommen und sagte ĂŒber ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanael fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanael antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch GrĂ¶ĂŸeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen ĂŒber dem Menschensohn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, wer Jesus sieht, sieht dich. Ich bin jetzt in Stille vor dir und öffne mich fĂŒr dich. Ich hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen, sammle mich und vertraue mich dir an. Du begegnest mir im lebendigen Wort, das ich jeden Tag höre und aufnehme. Forme mich durch dein lebendiges Wort: Jesus Christus.

Bitte: Lass deinen Segen auf mir ruhen und mich deinen Segen aussprechen ĂŒber die Schöpfung, die mich umgibt.

1. Komm und sieh! Der heilige Philippus nimmt mich heute mit zu Jesus, damit ich komme und sehe. Ich kann jetzt meine Ă€ußeren Augen schließen, meine inneren Augen bewusst öffnen und mir Jesus vorstellen. Wie begegnet er mir heute? Er ist Mensch geworden, also darf ich mir ihn mit allen Sinnen vorstellen. Wie sehe ich ihn? Wie nah ist er mir? Was hat er an? Wie schaut er mich an? Herr, schenke mir jetzt etwas Zeit mit dir!

2. Ich habe dich unterm Feigenbaum gesehen
 Jetzt darf ich Jesus, dessen Bild ich in meinem Herzen sehe, fragen: Wie siehst du mich, Jesus? Was bedeute ich dir? Nicht nur so als Mensch im Allgemeinen, sondern ich ganz persönlich? Was denkt der himmlische Vater ĂŒber mich? Bitte sprich mir die Antwort jetzt in mein Herz.

3. Du wirst noch GrĂ¶ĂŸeres sehen. Gott ist der immer GrĂ¶ĂŸere, „Deus semper maior“, hat der heilige Ignatius von Loyola gesagt. Jesus macht uns allen hier die Zusage, die Verheißung, dass wir unterwegs mit Gott immer GrĂ¶ĂŸeres sehen werden. In alle Ewigkeit werden wir in Ihm Neues zu entdecken haben. Ich kann Jesus in meinem Herzen fragen, welche Zusage er mir heute fĂŒr mein Leben macht.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich rede jetzt ganz persönlich und ganz tief in meinem Herzen mit Jesus und sehe ihn an, und er sieht mich an.

Vorsatz: Die Augen öffnen fĂŒr das GrĂ¶ĂŸere, das Jesus mir heute zeigt. Oder dafĂŒr, dass Gott mich voller Liebe und WertschĂ€tzung im Auge hat, ob ich sitze oder stehe, ob ich ruhe oder gehe. Dazu passt Psalm 139.


Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer

25. August 2021

Mittwoch der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Josef von Calasanz, Priester, OrdensgrĂŒnder
Hl. Ludwig, König

Dorit Wilke-Lopez

Mt 23,27-32
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr seid wie die GrĂ€ber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und PharisĂ€er, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten GrabstĂ€tten und schmĂŒckt die DenkmĂ€ler der Gerechten und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer VĂ€ter gelebt hĂ€tten, wĂ€ren wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden. Damit bestĂ€tigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer VĂ€ter voll!

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, danke fĂŒr dein lebendiges Wort, Jesus Christus. Ich werde jetzt still und hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen. Ich will dir zuhören. Ich will mich öffnen und meine Seele dir geöffnet hinhalten. Ich lege mich in dich hinein wie in eine große Hand.

Bitte: Hilf mir, meinen Zustand vor dir zu erkennen.

1. Ihr erscheint wie GrĂ€ber, die von außen schön aussehen. Ich glaube, dass Jesus hier vom Zustand meiner eigenen Seele spricht. Die PharisĂ€er waren fromme Leute, die sich bemĂŒhten, vor Gott alles richtig zu machen und denen das sicher auch grĂ¶ĂŸtenteils gelang. Ich gebe mir auch MĂŒhe. Gott schaut aber tiefer und sieht den Zustand der Seele. In einer Predigt habe ich neulich gehört, dass der heilige Pfarrer von Ars Gott um die Gnade gebeten habe, den Zustand seiner eigenen Seele sehen zu dĂŒrfen, und er sei entsetzt gewesen ĂŒber den furchtbaren Anblick. Wenn das schon bei einem Heiligen so ist, um wie viel mehr dann bei meiner Seele! Aber ich selbst erkenne das nicht, weil die ErbsĂŒnde meine Augen verdunkelt.

2. Wenn wir in den Tagen unserer VĂ€ter gelebt hĂ€tten. â€žIch wĂŒrde es besser machen, wenn ich an seiner Stelle wĂ€re!“ Die Empörung ĂŒber ein Unrecht wird schnell zur Empörung ĂŒber die vermeintliche Schlechtigkeit derer, die es begehen. Wir sitzen mit unserer SĂŒndhaftigkeit aber alle im selben Boot. Der heilige Pfarrer von Ars sagt: „Die Heiligen erkannten sich selbst besser, als dies bei den ĂŒbrigen Menschen der Fall ist; denn sie waren demĂŒtig. Es ist unbegreiflich, wie und worauf so kleine Geschöpfe wie wir stolz sein können
 Weniger als eine Handvoll Staub sind wir nach unserem Tode. Das ist nicht sehr viel, um ĂŒberheblich zu sein.“

3. Vater unser im Himmel. Erst wenn ich bereit bin, den wahren Zustand meiner Seele anzuschauen und zu akzeptieren, kann ich sie unserem Vater im Himmel bringen und ihn bitten, sie zu heilen, so wie der verlorene Sohn zum Vater zurĂŒckkehrt. So wie der verlorene Sohn Gewand, Siegelring und Sandalen erhĂ€lt, ist die neue Beziehung zu Gott dann tiefer und schöner als vor der RĂŒckkehr. Der hl. Bernhard von Clairvaux predigte einmal: „Es war vor etlicher Zeit, da kam ich zu der Überzeugung, ich mĂŒsse Erbarmen mit meiner Seele haben, um dadurch Gott besser zu gefallen. Seitdem denke ich oft an sie
. Es gab eine Zeit, in der ich meine Seele weniger, oder eigentlich nicht weniger, sondern gar nicht liebte
 Wer die Schlechtigkeit liebt, hasst seine Seele. Ich hasste meine Seele also, und wĂŒrde sie bis zur Stunde hassen, wenn mir nicht der, der sie als erster geliebt hat, den Anfang dazu geschenkt hĂ€tte, sie wenigstens ein bisschen zu lieben.“

GesprĂ€ch mit Christus: Vater unser im Himmel, ich brauche mich vor dir nicht hinter Ă€ußerer religiöser PflichterfĂŒllung zu verstecken. Bevor ich damit anfange, darf ich erst einmal in dein Vaterhaus kommen und mich von dir umarmen lassen. Ich möchte deinen Namen heute heiligen durch die Liebe, die ich zu leben versuche. Lass dein Reich heute in mein Leben kommen und deinen Willen geschehen - vertreibe du alles, was der Liebe entgegensteht.

Vorsatz: Ich will Barmherzigkeit mit meiner eigenen Seele haben und sie zum himmlischen Vater bringen (vielleicht in einer Beichte?) und ich will die Seelen der anderen mit Barmherzigkeit umgeben, besonders die Seelen derer, ĂŒber die ich mich heute Ă€rgere.


Gottes Vermögen

26. August 2021

Donnerstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Dorit Wilke-Lopez

Mt 24,42-51
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wĂŒsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, wĂŒrde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit beschĂ€ftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, und anfĂ€ngt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in StĂŒcke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, du gibst uns dein Wort, das bei uns ist bis zum Ende der Welt. Dein Wort ist Jesus Christus. Jesus, du begegnest mir in diesem Moment in deinem heiligen Wort. Danke, dass du im Wort des Evangeliums jetzt bei mir bist. Ich will jetzt mit ganzem Herzen zu dir kommen. Heiliger Geist, hole mich aus aller Zerstreutheit zusammen und lege mich in dich hinein wie in eine große Hand.

Bitte: Bitte zeige mir, was ich heute fĂŒr dich tun soll.

1. Seid wachsam! So ein Glaubensleben ist lang und der Alltag ist voll mit vielen Dingen. Da gerĂ€t Gott leicht in den Hintergrund. Es ist eine stĂ€ndige Anstrengung nötig, damit das nicht passiert. Es ist wie in der Ehe – zumindest erlebe ich das so: Wenn ich mich nicht immer ein bisschen anstrenge und mir MĂŒhe gebe, meinem Mann aufmerksam und liebevoll zu begegnen, fĂ€ngt die Beziehung an, abzukĂŒhlen.

2. Haltet auch ihr euch bereit! Ich denke da an meinen Ă€rztlichen Bereitschaftsdienst im Kreißsaal, den ich lange Jahre gemacht habe. Es gab immer wieder ruhige Stunden, aber es war wichtig, immer zum Handeln bereit zu sein. Diese Bereitschaft galt es aktiv zu pflegen: durch Ordnen und Pflege der Instrumente, GerĂ€te und Kreißsaaleinrichtung, durch gute Abstimmung der Aufgaben im Team, durch stĂ€ndige eigene Fortbildung und durch Einteilung der eigenen KrĂ€fte –ausreichend Schlaf, ein bisschen Sport, Alkoholverzicht etc. Ich finde, das ist eine gute Analogie zu unserem christlichen „Bereitschaftsdienst“: Unsere Pflicht im Bereitschaftsdienst fĂŒr Gott ist es, eine innere geistliche Ordnung aus Gebet, Gemeinschaft mit der Gemeinde, Bibellesung und Empfang der Sakramente herzustellen.

3. Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. Wenn wir das gewissenhaft investieren, wird Gott uns sein ganzes Vermögen schenken! Sein Vermögen ist es, selbstlose Liebe zu schenken. Wenn wir ihm mit unserer Wachsamkeit auch nur einen Schritt entgegenkommen, wird der himmlische Vater zehn Schritte auf uns zu machen und uns in seine Arme schließen. Der Heilige Geist wird uns achtsam dafĂŒr machen, wo wir Jesus begegnen: im Ehegatten, in dem Bettler an der Ecke, im Kollegen - vielleicht auch in dem Autofahrer, der uns die Vorfahrt nimmt, weil wir da eine Gelegenheit haben, sofort zu vergeben. Und wie der barmherzige Samariter werden wir mit Hilfe des göttlichen Vermögens im Heiligen Geist ohne Zögern zu unserem NĂ€chsten gehen können, in dem Jesus uns begegnen will. Und immer wieder wird Jesus selbst kraft des göttlichen Vermögens unser barmherziger Samariter sein, der in unserer eigenen Not unsere Wunden verbindet, uns auf sein Reittier hebt und selbst fĂŒr uns sorgt.

GesprĂ€ch mit Christus: Ich stecke mitten im Alltag, Herr, bin umgeben von der Welt. Ich danke dir fĂŒr jeden Moment, den du mir schenkst. Ich möchte die FĂŒĂŸe auf der Erde haben und den Kopf im Himmel bei dir. Dazwischen liegt dann mein Herz, Herr. Nimm mein Herz aus Stein und gib mir dafĂŒr ein wachsames Herz aus Fleisch. Öffne es fĂŒr den Heiligen Geist. Gib mir die Kraft, meine weltlichen und religiösen Alltagspflichten gern zu tun, und gib mir Achtsamkeit auf die Momente, in denen du mir in besonderer Weise begegnest.

Vorsatz: Heute Abend zurĂŒckschauen, wo Gott mir heute besonders begegnet ist.


Schlafen und wachen

27. August 2021

Freitag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Monika, Mutter des hl. Augustinus
Gedenktag

Dorit Wilke-Lopez

Mt 25,1-13
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem BrĂ€utigam entgegengingen. FĂŒnf von ihnen waren töricht, und fĂŒnf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in KrĂŒgen mit. Als nun der BrĂ€utigam lange nicht kam, wurden sie alle mĂŒde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der BrĂ€utigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder fĂŒr uns noch fĂŒr euch; geht doch zu den HĂ€ndlern und kauft, was ihr braucht. WĂ€hrend sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der BrĂ€utigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die TĂŒr wurde zugeschlossen. SpĂ€ter kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Vater, ich komme heute wieder zu dir und freue mich, dass du mir dein Wort schenkst und im Wort deinen Sohn Jesus Christus. Danke fĂŒr diese Begegnung. Ich will jetzt erst einmal innerlich still werden und mich ganz auf dich einstellen. Öffne dann mein Herz und meinen Verstand.

Bitte: StĂ€rke meinen Glauben und meine Langmut.

1. Das Öl. Wir befinden uns in einer Übergangszeit des Wartens – Christus ist in den Himmel aufgefahren und wir warten darauf, dass er wiederkommt. „Wir wissen ja, dass die gesamte Schöpfung jetzt noch leidet und stöhnt wie eine Frau in den Geburtswehen“, sagt Paulus im Römerbrief (8,19). Wir alle schlafen wie die Jungfrauen dabei ein, das ist im Gleichnis offenbar nicht das Problem. Aber nur die Jungfrauen, die das Öl zum NachfĂŒllen der Lampen haben, treffen den BrĂ€utigam. Dieses Öl ist etwas ganz Persönliches, es ist nicht teilbar.

2. Die Lampen. Die Lampen sind die Voraussetzung, um den BrĂ€utigam zu treffen. In unserem Leben sind die Voraussetzungen, Jesus zu begegnen, im Allgemeinen die Taufe und der persönliche Glaube. Was fĂŒr eine Lampe habe ich bekommen? Wenn mein Glaube eine Lampe wĂ€re, wie sĂ€he die aus?

3. Ich kenne euch nicht. Die Lampen werden mit Öl gefĂŒllt, damit die Begegnung mit dem BrĂ€utigam möglich wird, wenn er endlich kommt. Unser Glaube brennt wie die Lampen erst dann, wenn er mit Liebe gefĂŒllt wird: Liebe zu Gott, die sich im Gottesdienst, im persönlichen Gebet und in der Liebe zum NĂ€chsten zeigt. Davon braucht es einen großen Vorrat, weil wir alle zwischendurch auch einmal einschlafen! Wenn wir den NĂ€chsten nicht in ganz praktischem Tun lieben, wird Christus bei seiner Wiederkunft zu uns sagen: Weg von mir, ich kenne euch nicht! Denn er wohnt in unserem NĂ€chsten. Brennt meine Lampe im Moment?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, mein BrĂ€utigam, schenke mir Ausdauer in der Liebe, damit die Flamme meines Glaubens immer heller brennt. Schenke mir Ausdauer im Gebet, damit ich auch in Zeiten der inneren Trockenheit weiterbete. Schenke mir Langmut, damit ich immer weiter liebe.

Vorsatz: Heute will ich geduldig weiter beten und weiter lieben. Und ich werde Vertrauen schöpfen, da es bei Gott auch einen Platz fĂŒr unser Ausruhen und Einschlafen gibt.


Die Freude am Aufbau des Gottesreiches

28. August 2021

Samstag der einundzwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Augustinus, Bischof von Hippo, Bischof, Kirchenlehrer
Gedenktag

Dorit Wilke-Lopez

Mt 25,14-30
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus seinen JĂŒngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fĂŒnf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen FĂ€higkeiten. Dann reiste er ab. Sofort begann der Diener, der fĂŒnf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fĂŒnf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr zurĂŒck, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fĂŒnf Talente erhalten hatte, brachte fĂŒnf weitere und sagte: Herr, fĂŒnf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fĂŒnf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe ĂŒbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tĂŒchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe ĂŒbertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesĂ€t hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesĂ€t habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. HĂ€ttest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hĂ€tte ich es bei meiner RĂŒckkehr mit Zinsen zurĂŒckerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die Ă€ußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den ZĂ€hnen knirschen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Himmlischer Vater, ich komme jetzt zu dir. Du schaust mich an und ich schaue dich an. Danke, dass du immer Zeit fĂŒr mich hast. Danke, dass ich dir wichtig bin. Danke, dass du mich immer liebst. Ich lege jetzt alle Gedanken an meinen Tag, an die Dinge, die noch zu erledigen sind, beiseite. Selbst meine Sorgen um andere Menschen lasse ich jetzt ruhen bei dir. Ich will wirklich hören, was du mir heute sagen willst.

Bitte: Lass mich teilhaben an deiner Freude, du mein Herr.

1. Vermögen. Im Wort „Vermögen“ klingt an: das, was ich vermag. Das, was ich kann. Das Vermögen kommt vom Herrn. Es gehört ihm. Das, was ich kann, verbindet mich mit Gott. Es ist ein Teil von ihm. Ich stelle mir vor, dass jeder Mensch in seiner Einmaligkeit eine Seite Gottes reprĂ€sentiert und ins Reich der Materie ĂŒbersetzen soll. Darin steckt eine große WĂŒrde. Ich bin nach seinem Ebenbild geschaffen. Durch mich kommt ein Aspekt Gottes in die Welt, der ohne mich keinen konkreten Ausdruck finden wĂŒrde. Welche meiner Eigenschaften spiegeln Gott wider? Ich nehme mir Zeit, mich daran zu freuen und Gott dafĂŒr zu danken.

2. Gelegenheiten. Mit dem, was ich kann, soll ich etwas im Reich Gottes bewirken. Das ist nicht jeden Tag gleich. Es hĂ€ngt nicht nur von meinen Begabungen ab, sondern auch von den UmstĂ€nden, von den Menschen, die mir begegnen, von meiner Tagesform. Die Talente, mit denen ich fĂŒr das Reich Gottes arbeiten soll, sind die Gelegenheiten, die ich heute dazu habe. Welche Gelegenheiten hatte ich in letzter Zeit, und wie habe ich sie genutzt? Ich versuche, die Freude Gottes darĂŒber nachzuempfinden.

3. Entfremdung. Der letzte Diener im Gleichnis will mit dem König ĂŒberhaupt nichts zu tun haben. Er schreckt vor dem Thema Talente zurĂŒck und verdrĂ€ngt es. Der König bestraft ihn, indem er ihm sein Vermögen wegnimmt. Das ist eine bildhafte, aber exakte Beschreibung des geistlichen Lebens: Im geistlichen Leben gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder du wendest dich Gott mit deinen seelischen und praktischen FĂ€higkeiten zu, und dann wirst du Gott und seiner Freude entgegenwachsen. Dabei ist es ganz egal, ob es nur wenige FĂ€higkeiten oder Gelegenheiten sind! Oder du kĂŒmmerst dich nicht um das Reich Gottes. Dann wird deine Gottesbeziehung verkĂŒmmern und schließlich wird nicht einmal mehr das Wenige ĂŒbrig sein, das ursprĂŒnglich einmal vorhanden war. Damit wirst du selber verkĂŒmmern und in Finsternis sitzen, denn das Licht ist in Gott. Wie ist das bei mir? Wo wachse ich Gott und seiner Freude entgegen? Welche Gelegenheiten gibt es, die ich fĂŒr ihn noch mehr nutzen könnte? Wo spĂŒre ich Dunkelheit?

GesprĂ€ch mit Christus: Vater unser, dein Name werde jetzt geheiligt dadurch, dass ich dein Evangelium lese und mit dir meditiere. Dein Reich komme, indem ich heute die Gelegenheiten nutze, mein Vermögen fĂŒr dich einzusetzen. Zeige mir, was ich am heutigen Tag fĂŒr dein Reich tun soll. Dein Wille geschehe. Zeige mir deinen Willen deutlich, Herr. Er soll mein tĂ€gliches Brot sein. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Lass mich teilnehmen am Aufbau des Reiches der Barmherzigkeit und der Vergebung und lass mich heute die Gelegenheiten dazu erkennen. Und fĂŒhre uns nicht in Versuchung. Bewahre mich vor religiösem Leistungsdruck und schenke mir Vertrauen zu dir. Erlöse uns von dem Bösen. Bewahre mich vor dem Gottesbild, dass du streng und fordernd bist. Bewahre mich vor der Angst. Denn dir, Herr, gehört das Reich, und von dir bekomme ich Kraft, und ich darf deine Herrlichkeit immer mehr genießen. Amen.

Vorsatz: Heute eine FĂ€higkeit oder Gelegenheit nutzen und fĂŒr Gott und sein Reich einsetzen.