Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 15. August 2021 bis Samstag 21. August 2021

Zwanzigste Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Meine Hoffnung und meine FreudeSonntag
Eine Suche nach mehrMontag
NachfolgeDienstag
GroĂźherzigkeitMittwoch
Der König lädt einDonnerstag
Du sollst liebenFreitag
Die wahre Größe des MenschenSamstag


Meine Hoffnung und meine Freude

15. August 2021

Sonntag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Mariä Aufnahme in den Himmel
Hochfest

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 1,39-56
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, ich möchte in deiner Gegenwart verweilen, ich möchte dir begegnen. Zu Anfang dieses Gebetes möchte ich in meinem Herzen singen und bekennen: Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau' ich und fĂĽrcht' mich nicht, auf dich vertrau' ich und fĂĽrcht' mich nicht.

Bitte: Sei du, Herr, auf immer tiefere Weise die Quelle meiner Hoffnung und meiner Freude, wie du es auch fĂĽr Maria, meine Mutter, warst.

1. Maria eilte zu Elisabet. Nachdem Maria die frohe Botschaft ĂĽber das Kommen des Messias empfangen hatte, zusammen mit dem Zeichen, dass ihre Verwandte Elisabet im hohen Alter auch ein Kind erwartete, machte sie sich auf den Weg zu ihr und war in Eile. Was sie beflĂĽgelte, war nicht nur die Sehnsucht zu helfen, sondern die Freude darĂĽber, dass der treue Gott gerade sein groĂźes Versprechen erfĂĽllte. Kann ich mich an einen Moment aus meinem Leben erinnern, an dem ich Gottes Treue und Hilfe ganz konkret erlebt habe? Wie war das damals?

2. Freude, die in Begegnungen zunimmt. Ich kann versuchen, die Szene zu betrachten: Maria erreicht das Haus und schon von weitem begrĂĽĂźt sie Elisabet; ihr Kind hĂĽpft vor Freude, Elisabet ist zutiefst berĂĽhrt und mit lauter Stimme rief sie Worte aus, die vom Heiligen Geist inspiriert sind. Lobpreis und Jubel quellen aus allen Herzen hervor. Sicher auch aus dem Herzen Gottes. Ich kann mein eigenes Herz fĂĽr diese Freude öffnen und mit Maria, Elisabet und Johannes Gott danken.

3. Meine Seele preist… Maria singt ihr Magnifikat wenige Tage, nachdem sie das Wort des ewigen Vaters in ihrem Leib empfangen hat und Mutter des Messias geworden ist. Es passt auch gut zum heutigen Fest, denn am Ende ihres irdischen Lebens singt Maria immer noch und fĂĽr alle Zeiten ihren Lobpreis Gottes weiter. Ihr Leben war nicht einfach, aber Gott hat sie immer begleitet und zu sich in den Himmel gebracht. Was wir erwarten, dĂĽrfen wir in Maria schon erfĂĽllt sehen. Unsere Hoffnung ist nicht umsonst.

Gespräch mit Christus: Herr, ich möchte wie Maria, meine Mutter, meine Augen und meine Hoffnung beständig auf dich setzen. Danke fĂĽr deine Treue! Sei du auch meine Hoffnung und meine Freude!

Vorsatz: Ich möchte heute Gott fĂĽr jede kleine Freude danken.


Eine Suche nach mehr

16. August 2021

Montag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Stephan von Ungarn, König

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 19,16-22
Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, du bist die Quelle des Lebens. Ich komme zu dir und möchte bei dir verweilen, von dir lernen, mein Leben nach dir ausrichten. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich will dich mehr und mehr lieben!

Bitte: Erwecke und stärke in mir, Herr, die Sehnsucht nach mehr in meinem geistlichen Leben.

1. Was muss ich Gutes tun? Hier ist ein junger Mann, der sein Leben wirklich ernst nimmt und bis in die Ewigkeit hineinwachsen möchte. Er sucht bei Jesus Orientierung, und auch der Meister nimmt seine Frage und seine Suche ernst. Um das Leben zu gewinnen, soll der JĂĽngling die Gebote halten. Sie sind tatsächlich keine Einschränkungen oder bloĂźe Verbotsschilder, sondern Wegweiser zur wahren FĂĽlle des Lebens. Was möchte ich Jesus heute fragen?

2. Ganz konkret. Der junge Mann will Klarheit. In jener Zeit befolgten die Schriftgelehrten und Pharisäer hunderte von Geboten, kleine und groĂźe. Die Frage, welche die wichtigsten sind, war sehr klug. Vielleicht bräuchte ich auch manchmal in meinem Leben mehr Klarheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Vielleicht wäre es auch fĂĽr mich hilfreich, manchmal ĂĽber das Wesentliche zu reflektieren. Welches Echo erzeugen diese Worte Jesu in meinem Herzen?

3. Was fehlt mir jetzt noch? Er fragt noch einmal nach mehr. Wieso ist er nicht zufrieden, wo er doch alles richtig macht? Wenn unser Herz lebendig ist, sehnt es sich nach mehr – wir wollen noch mehr lieben, noch mehr wachsen, Gott noch näher sein… Jesus begegnet diese Sehnsucht mit groĂźer Freude, aber auch mit groĂźem Respekt. Hier gebietet er nicht, er lädt einfach ein. Er möchte, dass wir die FĂĽlle des Lebens und der Freude erfahren, indem wir seine Liebe nachahmen. Habe ich einmal solch eine Einladung nach mehr in mir vernommen? Wie habe ich reagiert? Welche FrĂĽchte hat es in meinem Leben gebracht?

Gespräch mit Christus: Jesus, danke, dass du mich in die FĂĽlle des Lebens begleiten möchtest. Hilf mir, dass ich nicht mit wenig zufrieden bin, sondern mich traue, mehr und mehr zu lieben.

Vorsatz: Ich möchte heute mit jemandem etwas teilen: z.B. eine Spende geben, jemanden zum Essen einladen, jemanden ein bisschen von meiner Zeit und Aufmerksamkeit schenken.


Nachfolge

17. August 2021

Dienstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 19,23-30
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, auch heute möchte ich mir die Zeit nehmen, bei dir zu sein, mit dir zu sprechen. Ă–ffne mein Herz fĂĽr dein Wort. Heiliger Geist, hilf mir zu beten, wenn ich nicht weiĂź, wie ich beten soll.

Bitte: Zeige mir, Herr, wie ich dir besser nachfolgen kann, in meinem Lebensstand, in meiner Situation.

1. Reich und trotzdem traurig? Im gestrigen Evangelium ist der junge Mann von Jesus traurig weggegangen, weil er ein groĂźes Vermögen hatte. Heute hören wir von einem Gespräch, das Jesus unmittelbar danach mit seinen JĂĽngern fĂĽhrte. Er ĂĽberrascht sie, denn Reichtum wurde in damaliger Zeit als ein Zeichen des Segens Gottes und als Lohn fĂĽr ein aufrechtes Leben angesehen. Warum sagt also Jesus, dass Reiche nur schwer in das Himmelreich kommen können? Die JĂĽnger stellen ihm darĂĽber ihre Fragen. Traue ich mich, Gott zu fragen, wenn er mich mit etwas ĂĽberrascht?

2. FĂĽr Menschen ist das unmöglich. Die JĂĽnger fragen: Wer kann dann noch gerettet werden? Seine Antwort erinnert uns daran, dass die Erlösung ein aus freien StĂĽcken gegebenes Geschenk Gottes ist. Ab und zu sind wir versucht, uns selbst erlösen oder uns die Liebe Gottes verdienen zu wollen. Bei manchen kann auch die Versuchung auftauchen, dass sie meinen, zu schlecht zu sein, um von Gott geliebt zu werden. Auf beide Versuchungen antwortet Jesus: FĂĽr Menschen ist das unmöglich, fĂĽr Gott aber ist alles möglich.

3. Und wir? Petrus spricht einen Gedanken aus, der vielleicht auch in mir irgendwann aufgekreuzt ist. Gut, die Reichen haben wegen ihres Vermögens im Himmel durchaus keinen Platz reserviert. Die Erlösung ist ein freies Geschenk Gottes. Welchen Sinn hat dann mein Gebet, mein Opfer, mein ernstes BemĂĽhen um ein gutes Leben? Die Antwort Jesu ist geheimnisvoll. Vielleicht deutet sie auf eine Logik der Liebe, die aufhört zu kalkulieren und sich freimĂĽtig und groĂźzĂĽgig hingibt.

Gespräch mit Christus: Jesus, du liebst mich im ĂśbermaĂź und lädst mich ein, dir in Liebe nachzufolgen. Hilf mir! FĂĽr dich ist nichts unmöglich. Ich vertraue auf dich.

Vorsatz: Ich nehme mir heute einen Moment Zeit, um Gott fĂĽr viele Geschenke und Gnaden zu danken, die ich von ihm in den letzten Wochen erhalten habe.


GroĂźherzigkeit

18. August 2021

Mittwoch der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Helena, Kaiserin

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 20,1-16a
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den Letzten, bis hin zu den Ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die Ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, jetzt ist der besondere Moment, in dem ich ganz fĂĽr dich da sein, dein Wort hören, mit dir sprechen, von dir lernen und Kraft fĂĽr den Alltag schöpfen möchte. Hilf mir dabei!

Bitte: Gib mir die Gnade, Jesus, dein Herz besser kennenzulernen.

1. Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer… Jesus erzählt ein Gleichnis ĂĽber das Himmelreich. Sehr oft – und hier ist es wahrscheinlich der Fall – kann man das Himmelreich mit Jesus selbst identifizieren. Hier spricht er also von sich selbst, ĂĽber sein Herz, darĂĽber, was ihm wichtig ist. Ich möchte aufmerksam lesen und verstehen.

2. Die Person im Zentrum. Jesus, der Gutsbesitzer, sucht Mitarbeiter fĂĽr seinen Weinberg. Er möchte nicht alles allein schaffen, er will uns an seiner Sendung teilhaben lassen. Alle sind eingeladen, auch wenn es in unterschiedlichen Momenten und Umständen geschieht. Er weiĂź, dass jeder von uns eine persönliche Aufgabe braucht, einen Sinn im Leben, viel mehr als das Geld fĂĽr seinen Lebensunterhalt. Jesus, der Gutsbesitzer, schenkt jedem eine sinnvolle Arbeit und WĂĽrde. Was sagt das mir?

3. Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Ich lese noch einmal langsam diesen starken Satz. Wie kann ich ihn verstehen? Jesus erwähnt die beiden inneren Haltungen, die ich ihm gegenĂĽber einnehmen kann: eine selbst-zentrierte, kalkulierende (und dann entsteht in mir die Frage: wieso bekomme ich nicht mehr als der Letzte, da ich doch viel mehr geleistet habe?) oder eine, die vor der GroĂźherzigkeit Gottes nur staunt. Du Herr, liebst alle Menschen so sehr, dass du jedem, auch dem letzten, die FĂĽlle der Gnade schenken möchtest! Was bewirkt dieser Gedanke in mir?

Gespräch mit Christus: Herr, ich danke dir fĂĽr deine groĂźe GĂĽte, deine unerschöpfliche Liebe zu uns und deinen groĂźen Respekt fĂĽr die menschliche WĂĽrde. Ich lobe dich und preise dich.

Vorsatz: Ich versuche heute, die Menschen, mit denen ich etwas zu tun habe, im Blick zu halten, nicht nur das, was ich eventuell von ihnen brauche oder erwarte.


Der König lädt ein

19. August 2021

Donnerstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Johannes Eudes, Priester, OrdensgrĂĽnder

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 22,1-14
In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Herr, mein König, du lädst mich heute wieder ein, mit dir diese Zeit zu verbringen. Ich möchte alles beiseitelegen, was mich stören kann, innere Stille und Ruhe suchen, fĂĽr dich da sein. Sprich, Herr, dein Diener, dein Kind, hört.

Bitte: Herr, schenk mir die Gnade, deine Einladungen in meinem Alltag aufmerksam zu hören und groĂźzĂĽgig anzunehmen.

1. Eine Einladung vom König. Jesus erzählt heute wieder ein Gleichnis ĂĽber das Himmelreich. Die starken GefĂĽhle und Bilder sind deshalb eher im ĂĽbertragenen Sinn zu verstehen. Aber sie tragen dazu bei, die Ernsthaftigkeit der Botschaft zu spĂĽren. Der König lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein – die erwählten Gäste bekommen nach dem damaligen Brauch zusammen mit der Einladung auch ein prächtiges Festkleid dazu. Und wenn der erwartete Tag kommt, werden sie von den Dienern des Königs vorgeladen. So viel Ehre, GroĂźzĂĽgigkeit und FeingefĂĽhl von Seiten des Gastgebers treffen leider auf eine schwer nachvollziehbare Antwort: Niemand will kommen.

2. Einladung wiederholt. Wie reagiert der König? Er wiederholt die Einladung, gibt eine zweite Chance, wie Gott im Alten Testament seinen Bund immer wieder erneut angeboten hat, jedes Mal, wenn sein Volk ihn brach. Dann weitet er seine Einladung auf alle Menschen aus – eine GroĂźzĂĽgigkeit ohne Gleichen. Gott sehnt sich nach uns – weil er weiĂź, dass wir ihn brauchen. Unser Herz ist fĂĽr Gott gemacht und bei ihm finden wir unser GlĂĽck. Mit wie viel Hoffnung erfĂĽllt es uns doch, wenn wir betrachten, dass Gott uns immer wieder von neuem zu sich ruft!

3. Und dein Hochzeitsgewand? Das Hochzeitsgewand war ein Geschenk des Königs, zusammen mit der Einladung zur Hochzeit. So wie die Gnaden, die wir in der Taufe empfangen haben: die göttlichen Tugenden – Glauben, Hoffnung, Liebe, die Vergebung der SĂĽnden, die WĂĽrde der Kinder Gottes… Wir sind zum Festmahl Gottes im Himmel eingeladen und Gott selbst schenkt uns so viele Mittel, die uns zu diesem Ziel verhelfen sollen. Glaube ich daran?

Gespräch mit Christus: Herr, danke, dass du mich immer wieder einlädst, näher zu dir zu kommen. Danke, dass du mich mit so vielen Gnaden und Tugenden beschenkst. Hilf mir, sie dankbar anzunehmen, indem ich sie in meinem Alltag lebe. Schenke mir die Gnade, an deinem Festmahl im Himmel teilnehmen zu dĂĽrfen und mein Hochzeitsgewand rein zu bewahren.

Vorsatz: Aus Dankbarkeit gegenĂĽber Gott möchte ich heute jemandem etwas Gutes tun.


Du sollst lieben

20. August 2021

Freitag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Bernhard von Clairvaux, Abt, Kirchenlehrer
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 22,34-40
In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

EinfĂĽhrendes Gebet: Jesus, danke, dass ich in deiner Gegenwart leben darf. Danke, dass du mich liebst. Auch heute möchte ich mit dir sprechen, von dir lernen, dir danken und bei dir Hilfe und Kraft fĂĽr meinen Alltag finden.

Bitte: Hilf mir, Herr, besser zu verstehen, was dein Gebot der Liebe heute fĂĽr mich bedeutet.

1. Das wichtigste Gebot im Gesetz. Der Gesetzeslehrer wollte Jesus auf die Probe stellen, aber ich kann seine Frage als Ausgangspunkt fĂĽr mein Gebet nehmen. Herr, welches Gebot in der Bibel ist das wichtigste? Was ist das Wichtigste, das du von mir erwartest? Ich kann den ersten Teil der Antwort langsam lesen und innerlich verkosten. Was bedeutet das fĂĽr mich? Was sagt es mir heute? Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.

2. Meinen Nächsten lieben. Ergänzend sagt Jesus, dass es ein zweites Gebot gibt, das ebenso wichtig ist wie das erste. Meinen Nächsten zu lieben ist ebenso wichtig fĂĽr meine Beziehung mit Gott, wie meine Liebe zu Gott selbst. Durch meine Liebe, meine Achtung, meinen Dienst am Mitmenschen, erweise ich sie auch Gott selbst. Wie schön ist es, solche konkreten Gelegenheiten zu haben, Gott zu lieben! Wie schön ist es, zu wissen, dass auch manche verborgenen oder unbemerkten Dienste an den Menschen Gott viel bedeuten!

3. Mich selbst lieben? Das MaĂź fĂĽr die Nächstenliebe lautet: Wir sollen den Nächsten lieben „wie uns selbst“. Das setzt voraus, dass wir uns selbst lieben. Doch manchmal kann uns das schwerfallen, denn wir wollen doch nicht „egoistisch“ sein. Der Egoismus ist eine ungeordnete Eigenliebe, bei der wir uns in irgendeinem Aspekt ĂĽber die anderen Menschen und ĂĽber Gott stellen wollen. Es gibt durchaus auch eine aufrechte Eigenliebe – wir dĂĽrfen und sollen uns Gutes tun und ein gutes Leben fĂĽhren.

Gespräch mit Christus: Herr, erinnere mich immer wieder daran, dass meine Berufung die Liebe ist – dich zu lieben, meine Mitmenschen und auch mich selbst. Ich will mich nicht in Kleinigkeiten verlieren, ich möchte das Wesentliche klar haben und es leben.

Vorsatz: Ich möchte etwas ausdrĂĽcklich aus Liebe zu Gott tun.


Die wahre Größe des Menschen

21. August 2021

Samstag der zwanzigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Pius X., Papst
Gedenktag

Eva Gloserová, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 23,1-12
In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister – nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du Geist der Wahrheit, du Geist der Liebe, du Beistand und Tröster, begleite und leite mich in diesem Gebet. Ich möchte in deinem Licht leben. Maria, du bist meine Mutter, ich stelle mich unter deinen Schutz.

Bitte: Herr, zeig mir, worin die wahre Größe des Menschen liegt.

1. Suche nach mehr. Jesus spricht ĂĽber die Schriftgelehrten und Pharisäer, ĂĽber die GroĂźen der damaligen Zeit. Gibt es ähnliche Gestalten in unserer Zeit? Menschen, die Macht, Einfluss, Erfolg, Ehre suchen? Vielleicht sind es einige AusdrĂĽcke unserer Sehnsucht nach mehr – nach Wachstum, Entwicklung, Fortschritt, ErfĂĽllung… Jesus kritisiert nicht die Sehnsucht selbst, sondern die Art und Weise, wie die Menschen sie stillen. Habe ich in mir selbst eine Sehnsucht nach mehr gespĂĽrt? Wie gehe ich damit um?

2. Befolgt nicht, was sie tun. Jesus zeigt, wie leer und unbeständig die angebliche Größe dieser Menschen ist: Sie reden nur und tun nichts, sie wollen beeindrucken, unverdient und ohne Grund anerkannt und geehrt werden… Die anderen Menschen sind fĂĽr sie ein Mittel, um ihren eigenen Ehrgeiz zu befriedigen. Ihre Beziehungen sind nur auf sich selbst zentriert. Was fĂĽr ein trauriges Menschenbild! So hat uns Gott nicht geträumt. So erreichen wir kein erfĂĽlltes und glĂĽckliches Leben.

3. Der Größte von euch. Jesus sagt nichts dagegen, dass wir Größe anstreben. Welcher Vater wĂĽrde sich nicht wĂĽnschen, dass seine Kinder wachsen und sich immer mehr entwickeln. Er möchte uns nur den richtigen Weg zeigen. Der Größte im All ist Gott selbst – er ist unser Schöpfer, Vater und Meister. Wir glaubenden Menschen sind seine Söhne und Töchter in Christus, dem eingeborenen Sohn Gottes. Er ist unser Lehrer: Von ihm lernen wir, dass unsere wahre Größe darin besteht, fähig zu werden, einander zu lieben und zu dienen.

Gespräch mit Christus: Jesus, du bist nicht gekommen, um dich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Hilf mir, dass ich dein Beispiel oft betrachte und meine Leidenschaften immer wieder neu nach deinem Wort ausrichte.

Vorsatz: Ich möchte jemandem heute aus Liebe einen Dienst erweisen.