Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 13. Juni 2021 bis Samstag 19. Juni 2021

Elfte Woche im Jahreskreis

Br. Jonathan Fuhr LC

Gott, der GĂ€rtner unseres HerzensSonntag
Gottes PĂ€dagogikMontag
Gerechtigkeit und LiebeDienstag
Der Weg zur Begegnung mit JesusMittwoch
Zum Vater kommenDonnerstag
Das Herz bereitenFreitag
Vertrauen auf GottSamstag


Gott, der GĂ€rtner unseres Herzens

13. Juni 2021

Elfter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Antonius von Padua, Ordenspriester, Kirchenlehrer

Br. Jonathan Fuhr LC

Mk 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sĂ€t; dann schlĂ€ft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wĂ€chst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sĂ€t. Ist es aber gesĂ€t, dann geht es auf und wird grĂ¶ĂŸer als alle anderen GewĂ€chse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkĂŒndete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen JĂŒngern aber erklĂ€rte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater. (Charles de Foucauld)

Bitte: Herr, lass mich dein Wirken in meinem Leben entdecken.

1. Gottes Aussaat in unserem Leben. Gott ist im Leben eines jeden von uns gegenwĂ€rtig. Und er wirkt in uns wie dieser Samen im Evangelium. Er sĂ€t mit Liebe seine Gnade, sein Reich, sich selbst in unser Herz hinein. Wie macht er das? – Durch das Zusammentreffen mit Mitmenschen, die uns in Liebe begegnen, durch sein Wort in der Bibel, welches wir im Glauben hören. Er sĂ€t seine Liebe in tiefen persönlichen Erfahrungen seiner Gegenwart und Person. Schauen wir in diesem ersten Punkt, wie Gott in meinem Leben gesĂ€t hat: Wo habe ich seine Liebe das erste Mal persönlich erfahren, sein Wirken in meinem Leben entdeckt? Danken wir dem Herrn von Herzen fĂŒr sein Wirken in unserem Leben. Diese Woche schlage ich vor, zu Beginn der Betrachtung das Hingabegebet von Charles de Foucauld zu beten. Es ist von großer Tiefe, weil es unserem Herz dazu verhilft, eine Haltung des Vertrauens einzunehmen.

2. Gott sorgt sich um uns. Wer im Garten arbeitet, der weiß, dass die Pflanzen von alleine wachsen und man nicht wirklich etwas dafĂŒr tun muss: Die Kraft dazu kommt von der Pflanze und vom Boden selbst. Doch spricht man auch immer wieder von GĂ€rtnern mit einem „grĂŒnen Daumen“. Sie pflegen die Pflanzen mit FĂŒrsorge, gießen sie, rupfen das Unkraut usw. Sie „helfen“ der Pflanze beim Wachsen. So wirkt auch Gott in unserm Leben, er fĂŒhrt uns und begleitet uns und hilft der Pflanze der Heiligkeit, in unserem Herzen zu wachsen. Das merken wir oft nicht, und dennoch können wir Gott Vater in vielen Momenten immer wieder begegnen. Und jedes Mal lĂ€sst er uns tiefer eindringen in seine Liebe.

3. Gott kommt, um zu ernten. Der Tag der Ernte kommt, es ist der Tag, an dem wir vor den Herrn treten – nach unserem Leben. Gott möchte ernten und er möchte reichlich ernten, denn die Frucht dieses Baums ist das ewige Leben. Und diese Frucht wĂ€chst dadurch, dass wir uns der Liebe des Herrn aussetzen, seine Liebe in unser Herz hineinlassen. Leben wir jeden Tag in dem Bewusstsein, dass dieser Moment der Ernte kommen wird. Es ist ein Moment der Freude, weil die Liebe Gottes immer ganz fĂŒllt und erfĂŒllt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr diese Zeit des Gebets und dafĂŒr, dass du uns diese Woche an die Hand nimmst und nahe sein möchtest. Du und ich, wir gehen den Weg gemeinsam durch das Leben. Ich bitte dich, hilf mir, im Vertrauen zu dir zu wachsen, und lass mich dein Wirken in meinem Leben entdecken. Lass mich sehen, wo du mein Herz dĂŒngen möchtest und wo du Unkraut entfernen willst. Lass mich deine Stimme hören, Jesus.

Vorsatz: Ich will mir vornehmen, diese Woche beichten zu gehen, um einen besonderen Ort der Begegnung mit dem Herrn zu schaffen.


Gottes PĂ€dagogik

14. Juni 2021

Montag der elften Woche im Jahreskreis

Br. Jonathan Fuhr

Mt 5,38-42
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge fĂŒr Auge und Zahn fĂŒr Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlĂ€gt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.

Bitte: Jesus, lass mich deine Begleitung verstehen.

1. Gott Vater, der PĂ€dagoge. In dieser Woche betrachten wir gemeinsam einen großen Teil der Bergpredigt, sie ist eine Zusammenfassung des christlichen Lebens. Jesus lĂ€dt uns ein, zu vertiefen. Er geht von der gĂ€ngigen jĂŒdischen Tradition aus. Gott hat sein Volk ĂŒber Jahrhunderte gefĂŒhrt und gelehrt, auf eine gute Art und Weise miteinander zu leben. Er hat seinem auserwĂ€hlten Volk eine besondere WĂŒrde gegeben und besondere Regeln, die die Herzen fĂŒr das Kommen des Herrn bereitet haben. Wenn wir das auf unser Leben beziehen, dann entspricht das gewissen Grundwerten. Was ist mein Grundstock in meinem Leben? Was gibt meinem Leben Sinn?

2. Jesus ist da und vollendet alles. Jesus kommt und vollendet alles. Auf sein Kommen wurden die Israeliten so lange vorbereitet. Mit Jesus beginnt eine neue Etappe der Geschichte, er gibt etwas Neues, bringt einen neuen Geschmack in das Leben der Menschen. Jesus kommt auch in unser Leben: Er ist in irgendeinem Moment auf eine neue und besondere Art und Weise in unser Leben eingetreten. Was hat das geĂ€ndert? Wozu lĂ€dt uns Jesus ein?

3. Jesus bringt die Liebe und eröffnet eine neue Dimension. Worin besteht diese neue Dimension, die Jesus in das Leben von uns Christen bringt? Was beinhalten die Beispiele, die er nennt? Sie haben alle eines gemeinsam: Sie bedĂŒrfen der Liebe, um gelebt werden zu können. Nur mit seiner Liebe ist ein solches Leben möglich, nur wenn wir in seiner Liebe leben, seine Liebe weitergeben, können wir die Ressourcen finden, um diese „Extrameile“ zu gehen. Öffnen wir dem Herrn unser Herz und bitten wir ihn, dass seine Liebe unser Herz regiert.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr diesen neuen Tag, fĂŒr diese Zeit mit dir. Weißt du, dass ich beim Hören deiner Worte mir manchmal denke: Mann, das ist schon ganz schön anspruchsvoll. Doch wenn ich von dir geleitet und in deiner Liebe geborgen bin, weiß ich, dass ich diesen Weg gehen kann. Allein kann ich es nicht. Ich bitte dich deshalb, weite mein Herz und hilf mir, deine Liebe an meine Mitmenschen weiterzugeben.

Vorsatz: Heute werde ich mit jemandem die „Extrameile“ gehen.


Gerechtigkeit und Liebe

15. Juni 2021

Dienstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Vitus (Veit), MĂ€rtyrer

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 5,43-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet fĂŒr die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lĂ€sst seine Sonne aufgehen ĂŒber Bösen und Guten, und er lĂ€sst regnen ĂŒber Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nĂ€mlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafĂŒr erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure BrĂŒder grĂŒĂŸt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.

Bitte: Herr, schenke mir ein Herz, das von deiner Liebe ĂŒberströmt.

1. Der Mehrwert eines Christenlebens. Was Jesus hier sagt, ist schon ziemlich anspruchsvoll. Wenn wir diese Stelle im Kontext der Bergpredigt betrachten, dann sehen wir zum einen, welchen Wert schon ein „normales“ menschliches Leben, das im Rahmen einer wĂŒrdigen Weise gefĂŒhrt wird, besitzt. Als Christen sind wir aber zu mehr berufen: zur Vollkommenheit. Die Liebe Gottes ist der Maßstab und nicht mehr eine rein menschliche, anthroposophische Liebe.

2. Die Gerechtigkeit wird ĂŒbertroffen. Diese vollkommene Liebe, die uns Jesus vorlebt und zu der uns Gott Vater einlĂ€dt, hat keine Grenzen. Sie ist anspruchsvoll und fĂŒr jemanden, der nicht die Erfahrung der Liebe Gottes gemacht hat, im ersten Moment durchaus auch schwer verstĂ€ndlich.

3. Gott steht auf unserer Seite. Damit wir so leben können, bedarf es zunĂ€chst unserer rechten Einstellung zu Jesus: unseres offenen Herzens. Dann haben wir aber auch einen wichtigen Player auf unserer Seite, und dieser ist Gott Vater höchstpersönlich. Denn seine Liebe geben wir weiter, wenn wir so leben, wie Jesus es uns auftrĂ€gt. Allerdings können wir diese Liebe nur weitergeben, wenn wir sie vorher selbst erfahren haben und sie aus unserem Herzen strömt, wenn unser Herz davon ĂŒberströmt.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr deine Worte, fĂŒr deine Leitung! Ich bitte dich auch heute: Lass mich deine Liebe erfahren. Du liebst mich so, wie ich bin, auch mit meinen Fehlern und SchwĂ€chen, und gerade da, wo ich schwach bin, da zeigst du mir deine StĂ€rke. Hilf mir, anhand dieser Erfahrung deiner GĂŒte auch meinen Mitmenschen mit GĂŒte und NĂ€chstenliebe zu begegnen und die Spirale des Hasses und der GleichgĂŒltigkeit zu durchbrechen.

Vorsatz: Ich werde heute einen Akt der NĂ€chstenliebe tun.


Der Weg zur Begegnung mit Jesus

16. Juni 2021

Mittwoch der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Benno von Meißen, Bischof

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: HĂŒtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die TĂŒr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trĂŒbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.

Bitte: Herr, fĂŒlle mein Herz mit deiner Liebe und lass mich dir begegnen.

1. Das Verborgene. Hier im Evangelium können wir etwas Spannendes betrachten: Gott wirkt und liebt das Verborgene. Dort, in der Stille, in der Vertrautheit wirkt Gott sehr viel und möchte uns begegnen. Er lĂ€dt uns ein, in der Verborgenheit nach ihm zu suchen; sein Antlitz dort zu suchen, wo wir es nicht erwarten.

2. Das Herz öffnen durch Fasten. Durch Fasten werden wir frei fĂŒr den Herrn. Wir werden aufnahmefĂ€higer fĂŒr Gottes sanfte Impulse, weil wir uns mehr auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Wir werden uns durch Fasten bewusst, was wir wirklich brauchen, und unsere Herzen werden weit und empfĂ€nglich fĂŒr Gott und fĂŒr den NĂ€chsten.

3. Dem Herrn begegnen im Gebet und im NĂ€chsten. Im Evangelium schlĂ€gt uns Jesus auch zwei konkrete Orte vor, an denen uns Gott begegnen möchte: im Gebet und im NĂ€chsten. Öffnen wir an diesen Stellen unser Herz fĂŒr ihn und bitten wir ihn, dass wir ihm im NĂ€chsten und im vertrauten Gebet begegnen dĂŒrfen. Bitten wir den Herrn um diese Gnade der persönlichen Begegnung mit ihm. Wir können die Tugend der NĂ€chstenliebe immer ĂŒben, doch wenn wir ihn dabei um eine lebendige Begegnung bitten, ĂŒbernimmt der Herr eine besondere Rolle und schenkt uns Gnade.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, auch heute möchte ich dir fĂŒr deine Gegenwart in meinem Leben danken. Ich danke dir auch dafĂŒr, wenn ich sie manchmal gar nicht wahrnehme. Bitte zeige mir, wie ich deine Stimme noch deutlicher wahrnehmen kann. Hilf mir, frei zu werden von Dingen, die mich daran hindern, deine Stimme zu hören und deine Gegenwart zu spĂŒren.

Vorsatz: Ich werde heute jemandem, dem ich vertraue, von einer persönlichen Begegnung mit Jesus erzĂ€hlen.


Zum Vater kommen

17. Juni 2021

Donnerstag der elften Woche im Jahreskreis

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 6,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und fĂŒhre uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.

Bitte: Herr, lehre mich beten.

1. Der wissende Vater. Gott Vater weiß, was wir brauchen. Das ist schon genial, was uns Jesus da sagt. Noch einmal: Gott Vater weiß, was wir brauchen. Also können wir mit viel Vertrauen zu ihm kommen und mĂŒssen ihm nicht alles groß erklĂ€ren. Es ist eher so, dass wir zu ihm kommen und er schon an unserem Gesicht ablesen kann, was wir brauchen.

2. Der fĂŒrsorgliche Vater. Dann ist er der fĂŒrsorgliche Vater, der uns annimmt und uns das gibt, was wir brauchen. Das geschieht nicht immer so, wie wir uns das vorstellen, doch er fĂŒhrt und fĂŒgt alles und gibt mit GĂŒte und in der Liebe. Gott Vater kennt unsere Herzen, und er gibt, damit wir in der Liebe wachsen. Er möchte unsere Herzen weiten und sorgt so fĂŒr uns.

3. Der vergebende Vater. Wir sind in diese Welt gestellt und darin stets auf dem Weg, und es ist nicht immer alles so, wie wir uns das vorstellen. Wir kommen vom Weg ab und begegnen zum Beispiel unseren Mitmenschen nicht mit der Liebe, mit der wir ihnen begegnen möchten. Doch wenn wir mit Reue zu Gott Vater kommen, dann vergibt er uns und richtet uns wieder auf und fĂŒhrt uns weiter auf dem rechten Weg. Wir brauchen uns nicht in Selbstmitleid auf dem Boden zu wĂ€lzen, sondern er richtet uns auf und möchte, dass wir weitergehen. Kommen wir voll Vertrauen zu Gott Vater und bitten wir ihn um Vergebung.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke, dass du uns gezeigt hast, dass wir einen liebenden Vater im Himmel haben. FĂŒhre mich auf dem Weg der Gotteskindschaft, und hilf mir, das Vaterunser wirklich in seiner Tiefe zu verstehen. Lass mich entdecken, wie unser Vater im Himmel fĂŒr mich sorgt und mir nahe ist.

Vorsatz: Heute Gott Vater fĂŒr einen Fehler, den ich begangen habe, um Verzeihung bitten.


Das Herz bereiten

18. Juni 2021

Freitag der elften Woche im Jahreskreis

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 6,19-23
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Sammelt euch nicht SchĂ€tze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch SchĂ€tze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.

Bitte: Herr, reinige und weite mein Herz!

1. Nach welchen SchĂ€tzen strebe ich? Heute lĂ€dt uns Jesus ein, auf unser Leben zu schauen und einige Haltungen unseres Herzens zu untersuchen. Zuerst spricht er ĂŒber die „SchĂ€tze“ – das sind die Dinge, die mir wirklich wichtig sind, nach denen ich immer wieder ausschaue und die fĂŒr mich eine PrioritĂ€t darstellen. Sind es Dinge, die mich nĂ€her zu Jesus bringen und mein Herz weiten und schmĂŒcken, oder sind es sperrige Dinge, die viel Platz wegnehmen und am Ende eigentlich „geistige“ StaubfĂ€nger sind? Schauen wir in unser Herz. Was ist da alles drinnen?

2. Wo ist mein Herz? Mein Herz befindet sich an einem Ort. Ist es ein Ort, wo ich Jesus finden kann und ich nahe bei ihm bin, oder ist mein Herz an einem lauten und unruhigen Ort, an einem Platz, an dem es in Dunkelheit befangen ist? Es ist in gewisser Art und Weise die Frage: Wo stehe ich?

3. Licht ins Herz einlassen. Jesus bringt seine Liebe, sein Licht in unser Herz. Er möchte dort einen Platz haben und klopft immer wieder an. Diese seine Liebe und ihr Licht sind der wahre Schatz, der unser Herz erfĂŒllen und ganz ausfĂŒllen kann. Er steht da und wartet auf unsere Einladung. Schauen wir auf unser Herz und erkennen wir, was uns noch daran hindert, den Herrn vollkommen in uns aufzunehmen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, heute möchte ich dich bitten, dass du mir hilfst, zu entdecken, wo mein Herz steht. Wie möchtest du mein Herz formen, wie formst du es jetzt schon? Wo siehst du, dass ich in dieser Welt ein Werkzeug deiner Liebe sein kann? Zeige mir den Weg, und zeige mir, wie ich gemeinsam mit dir Schritte auf dem Weg zur Heiligkeit tun kann.

Vorsatz: Heute werde ich eine Kirche besuchen und so Raum schaffen fĂŒr den Herrn.


Vertrauen auf Gott

19. Juni 2021

Samstag der elften Woche im Jahreskreis
Hl. Romuald, Abt, OrdensgrĂŒnder

Br. Jonathan Fuhr LC

Mt 6,24-34
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie sĂ€en nicht, sie ernten nicht und sammeln keine VorrĂ€te in Scheunen; euer himmlischer Vater ernĂ€hrt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlĂ€ngern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prĂ€chtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr KleinglĂ€ubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird fĂŒr sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein Vater, ich ĂŒberlasse mich dir, mach mit mir, was dir gefĂ€llt. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfĂŒllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine HĂ€nde lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine HĂ€nde zu legen, ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen; denn du bist mein Vater.

Bitte: Herr, schenke mir die Gnade, vollkommen auf dich zu vertrauen.

1. Vertrauen, d.h. dem Herrn unser Herz in die HĂ€nde geben. Am Anfang des Christentums steht die persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen, mit Jesus, der uns erlöst hat. Diese Begegnung mit dem Herrn beinhaltet eine Umkehr. Ein wichtiger Bestandteil dieser Umkehr besteht darin, dem Herrn zu vertrauen. Das ist auch eine Entscheidung. Bitten wir den Herrn um die Gnade, ihm persönlich zu begegnen und entschlossen mit ihm durch das Leben zu gehen.

2. Welchem Herrn diene ich? Jesus spricht dann im Evangelium davon, das wir nur einem Herrn dienen können. Das ist eine Einladung, sich zu entscheiden. Jesus fĂŒhrt uns auf diesem Weg. Es geht nicht an, dass man sich immer alle Optionen offenhĂ€lt und versucht, auf vielen verschiedenen Hochzeiten zu tanzen. Wenn wir dem Mammon dienen, dann sind wir auf eine Art und Weise habgierig, d.h. ganz davon vereinnahmt, etwas zu haben oder zu erreichen. Hier kommt wieder die Frage auf: Woran hĂ€nge ich? Was ist mir wirklich wichtig?

3. Eine gesunde Gelassenheit. Jesus lĂ€dt uns ein, mit einer gesunden Gelassenheit zu leben. Was heißt das? Dass wir versuchen, im Heute zu leben und uns nicht Sorgen ĂŒber das machen, was war und was kommen wird. Wir können Jesus nicht im Gestern oder im Morgen begegnen, sondern nur in der Gegenwart, im aktuellen Moment. Hier wartet der Herr auf uns. Wenn wir uns also mit vielen anderen Dingen beschĂ€ftigen, die nicht wesentlich sind, dann kann es sehr leicht geschehen, dass wir Momente verpassen, um dem NĂ€chsten zu dienen.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr diese Begegnung am heutigen Tag. Danke, dass du mit mir durch das Leben gehen möchtest. Weißt du, ich möchte dir immer mehr vertrauen, hilf mir, immer mehr im Heute zu leben und zeige mir den Weg, um dahin zu gelangen. Zeige mir die Orte, an denen du heute auf mich wartest, und schenke mir ein feinfĂŒhliges Herz, das die Antennen nach dir ausfĂ€hrt und dich wahrnimmt.

Vorsatz: Heute einen Moment innehalten und mir bewusstwerden, wo ich bin und was ich tue.