Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 6. Juni 2021 bis Samstag 12. Juni 2021

Zehnte Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Wer den Willen Gottes tutÔÇŽSonntag
Selig sindÔÇŽMontag
Das Licht der guten WerkeDienstag
Gross sein im HimmelMittwoch
Eure Gerechtigkeit muss gr├Â├čer seinDonnerstag
Das Herz JesuFreitag
Euer Ja sei ein JaSamstag


Wer den Willen Gottes tutÔÇŽ

6. Juni 2021

Zehnter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Norbert von Xanten, Bischof, Ordensgr├╝nder

Anton Stehmer

Mk 3,20-35
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die J├╝nger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angeh├Ârigen davon h├Ârten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zur├╝ckzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Be├ęlzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der D├Ąmonen treibt er die D├Ąmonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus pl├╝ndern. Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und L├Ąsterungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch l├Ąstern m├Âgen; wer aber den Heiligen Geist l├Ąstert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine S├╝nde wird ewig an ihm haften. Sie hatten n├Ąmlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist. Da kamen seine Mutter und seine Br├╝der; sie blieben drau├čen stehen und lie├čen ihn herausrufen. Es sa├čen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Br├╝der stehen drau├čen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Br├╝der? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsa├čen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Br├╝der. Wer den Willen Gottes tut, der ist f├╝r mich Bruder und Schwester und Mutter.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Unverst├Ąndige Angeh├Ârige. Die Angeh├Ârigen Jesu, seine Verwandten, hatten ein Problem mit Jesus. Sie kannten ihn als den Zimmermannssohn, als einen netten, liebensw├╝rdigen jungen Mann, der vielleicht etwas eigen war. Nun aber predigte dieser Jesus mit Vollmacht ├╝ber Gott und Gottes Reich und tat Wunder und viele Menschen str├Âmten zu ihm. Sie h├Ątten sich freuen sollen, aber sie sagten: ÔÇ×Er ist von SinnenÔÇť und wollten ihn mit Gewalt zur├╝ckholen. Es ging ihnen nicht um Jesus und was Jesus lehrte, sondern um ihr Ansehen vor den Menschen, denn Schriftgelehrte setzten sie hart unter Druck.

2. Unbelehrbare Schriftgelehrte. Die Schriftgelehrten, die eine weite Reise nach Galil├Ąa gemacht hatten, um diesen Jesus zu pr├╝fen, hatten ein ├╝bles Ger├╝cht verbreitet. Sie sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der D├Ąmonen treibt er die D├Ąmonen aus. Jesus hatte allen Grund, sehr aufgebracht und zornig auf sie zu sein. Doch er versuchte, ihnen durch Gleichnisse zu helfen, ihren Irrtum zu erkennen. Wer solchen logischen und vern├╝nftigen Gr├╝nden nicht mehr zug├Ąnglich ist, steht in gro├čer Gefahr, seiner Phantasie zum Opfer zu fallen, sich gegen Gott zu stellen und, wenn er sich wissentlich darin verh├Ąrtet, selbst das ewige Leben zu verlieren. Ein J├╝nger Jesu hat immer die Haltung eines Lernenden.

3. Wer den Willen Gottes tut. Seine n├Ąchsten Verwandten gaben nicht auf. Sie bedr├Ąngten sogar seine Mutter, mit ihnen zu gehen. Jesus kam nicht aus der Versammlung heraus, wie sie es forderten, sondern sagte: ÔÇ×Wer ist meine Mutter und wer sind meine Br├╝der?ÔÇť Und meinte weiter: ÔÇ×Das hier sind meine Mutter und meine Br├╝der. Wer den Willen Gottes tut, der ist f├╝r mich Bruder und Schwester und Mutter.ÔÇť Jesus kam in die Welt, um den Willen Gottes zu tun. J├╝nger Jesu zu werden bedeutet, von Jesus zu lernen, was der Wille Gottes ist und wie man den Willen Gottes tun kann.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, dein ganzes Leben bestand nur aus einer Gesinnung: den Willen des Vaters zu tun. Ebenso war es bei deiner Mutter. Hilf mir durch den Heiligen Geist, in dieser Gesinnung zu wachsen. Schenke mir ein lernwilliges Herz.

Vorsatz: Was habe ich heute gelernt? Was w├Ąre demnach ein guter Vorsatz f├╝r mich?


Selig sindÔÇŽ

7. Juni 2021

Montag der zehnten Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Mt 5,1-12
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine J├╝nger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen geh├Ârt das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getr├Âstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und d├╝rsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden S├Âhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen geh├Ârt das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle m├Âgliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird gro├č sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Selig, die arm sind vor Gott. Alle Menschen haben den Wunsch, gl├╝cklich zu sein. Und man versucht auf vielerlei Weise, dieses Ziel zu erreichen. Und obwohl das Streben nach Gl├╝ck so gro├č ist, ist es dennoch schwer zu finden. Wo suche ich denn mein Gl├╝ck? Worin? Jesus lehrt uns Menschen den Weg zum wahren Gl├╝ck. Es beginnt damit, dass man arm wird vor Gott. Es bedeutet einfach, von Jesus zu lernen. Wer sich Jesus ├Âffnet und von ihm lernt, in dem w├Ąchst das Gl├╝ck, von Tag zu Tag.

2. In einer harten Welt das wahre Gl├╝ck finden. Wie kann Jesus einen Menschen gl├╝cklich preisen, wenn ihn ein harter Schicksalsschlag getroffen hat? Wenn die, die f├╝r Gerechtigkeit k├Ąmpfen, unterdr├╝ckt werden? Wenn die, die barmherzig sind, selbst keine Barmherzigkeit erfahren? Wenn die, die versuchen, Frieden zu stiften, Hass ernten? Wie kann er die gl├╝cklich preisen, die von einer unmoralischen Gesellschaft bedr├Ąngt werden? Es ist nur m├Âglich, wenn wir von Jesus lernen, wie wir im Gl├╝cklich-sein wachsen k├Ânnen. Um der Welt das Gl├╝ck zu bringen, musste er sogar bereit sein zu leiden, bis zum Tod am Kreuz. Wir k├Ânnen der Welt das Gl├╝ck nur bringen, wenn wir bereit sind, es auf Jesu Weise zu tun. Unsere eigene Natur und die Vorstellungen der Welt vom Gl├╝ck stellen sich uns dabei entgegen. Bin ich dazu bereit?

3. Euer Lohn wird im Himmel gro├č sein. Jesus pries die selig, die um seinetwillen beschimpft, verfolgt und verleumdet werden. Ja, man soll sich sogar freuen und jubeln, weil der Lohn im Himmel gro├č sein wird. Das stellt sich unserem Streben nach Gl├╝ck in dieser Welt entgegen. Die J├╝nger stellten sich die Nachfolge Jesu auch nicht so vor. Sie erwarteten f├╝r sich hier in der Welt ein gl├╝ckliches und sorgenfreies Wohlstandsleben. Jesus aber lenkt ihren Blick auf den Himmel. Nur dort ist uns das wahre Gl├╝ck bereitet.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, meine Vorstellung von Gl├╝ck ist, dass du mir alle Probleme l├Âst und mich vor Leiden bewahrst. Doch du zeigst mir, dass alle Wechself├Ąlle des Lebens: Leiden und Probleme, Freud und Trauer, Schmerz und Heilung, Leben und Tod, mich und andere zum Gl├╝ck f├╝hren, wenn ich sie mit dir durchlebe.

Vorsatz: Verhelfe jemandem zu etwas Gl├╝ck.


Das Licht der guten Werke

8. Juni 2021

Dienstag der zehnten Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man z├╝ndet auch nicht ein Licht an und st├╝lpt ein Gef├Ą├č dar├╝ber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Salz der Erde sein. Ohne Salz sind viele Speisen fad. Man salzt etwas und es schmeckt einem besser. Salz, das keine Wirkung zeigt, ist nutzlos. Ein J├╝nger Jesu soll wie Salz wirken. Darum muss er darauf achten, dass er diese Wirkung nicht verliert. Jesus warnt hier seine J├╝nger sehr eindringlich, ihr geistliches Leben nicht zu vernachl├Ąssigen.

2. Licht der Welt sein. Jesus, das Licht, das in die Welt kam und im Finstern leuchtet, sagt hier seinen J├╝ngern, dass auch sie Licht ausstrahlen sollen. Wie Licht, das in der Nacht von einer auf dem Berg gelegenen Stadt ausgeht, sollen sie sein, wie eine Kerze, die einen Raum ausleuchtet. Allerdings ist nur Jesus das Licht der Welt. Aus uns selbst sind und haben wir kein Licht. Doch das Licht, das wir durch Jesus aufgenommen haben, soll anderen leuchten, damit sie den Weg zu ihm erkennen und ihn finden.

3. Das Licht der guten Werke. Licht sein und gute Werke geh├Âren zusammen. Gute Werke zu tun bedeutet, dass man das Leben Jesu nachahmt. Dass man ein geistliches Leben f├╝hrt, hilfsbereit ist, bereit ist zu vergeben, Kranken beisteht, freundlich ist und vieles mehr. Jesus lehrte, dass man seine J├╝nger an ihren guten Werken erkennen w├╝rde.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du lehrst mich, dass man einen J├╝nger an seinen guten Werken erkennt. Vergib mir, wo ich gefehlt habe, und hilf mir, gute Werke zu tun.

Vorsatz: Finde ein gutes Werk, das du heute tun willst. Oder tu eines, vor dessen Ausf├╝hrung du bisher gez├Âgert hast.


Gro├č sein im Himmel

9. Juni 2021

Mittwoch der zehnten Woche im Jahreskreis
Hl. Ephr├Ąm der Syrer, Diakon, Kirchenlehrer

Anton Stehmer

Mt 5,17-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erf├╝llen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber h├Ąlt und halten lehrt, der wird gro├č sein im Himmelreich.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Jesus erf├╝llte das Gesetz. Das Gesetz, die f├╝nf B├╝cher Mose im Wesentlichen und die prophetischen B├╝cher, wie Jesaja oder Ezechiel, nehmen bei den Juden die zentrale Stellung ein. Die Pharis├Ąer und Schriftgelehrten kritisierten Jesus hart, weil sie meinten, dass seine Lehre gegen das Gesetz versto├če. Damit verunsicherten sie die J├╝nger, die mehr oder weniger gesetzestreue Juden waren. Doch Jesus sagte zu seinen J├╝ngern, dass er gekommen sei, das Gesetz und die Propheten zu erf├╝llen. Die Schriftgelehrten und Pharis├Ąer hielten dies f├╝r eine Anma├čung und Gottesl├Ąsterung. Doch Jesus bewies durch seinen Tod und seine Auferstehung, dass die gesamte Schrift ├╝ber ihn sprach und er sie in ihrem w├Ârtlichen und geistlichen Sinn erf├╝llte.

2. Gottes Wort erf├╝llt sich. Das Gesetz und vor allem die prophetischen B├╝cher berichten ├╝ber Gottes Wirken in der Menschheitsgeschichte und seinen Plan, sich ein Volk zu schaffen, das ihm dient. Sie berichten ├╝ber das Kommen des Messias, sein Leiden und seine Auferstehung. Sie enthalten die Heilsgeschichte. Nun kann niemand die Erf├╝llung der im Wort Gottes enthaltenen Verhei├čungen aufhalten. Der Wille Gottes geht in Erf├╝llung, selbst wenn sich ihm vieles entgegenzustellen versucht. Wir k├Ânnen aber auch an dessen Erf├╝llung mitwirken, wenn wir es wollen, wie es uns z.B. die Apostelgeschichte zeigt.

3. Gro├č sein im Himmel. Jesus lehrte sein J├╝nger eindringlich, die Gebote Gottes zu lehren. Wer die Gebote Gottes relativiert, wird die Konsequenzen sp├╝ren. Die Gebote sind sehr gut, weil sie aus der Liebe Gottes zum Menschen entsprungen sind. Wer sie relativiert, beginnt, sich an die Stelle Gottes zu setzen. Das taten die Pharis├Ąer und Schriftgelehrten, in der irrigen Meinung, dass sie damit dem Willen Gottes entspr├Ąchen. Jesus war nicht gl├╝cklich ├╝ber sie.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, indem du mich bittest, die Gebote zu halten, forderst du von mir ein hohes Ideal ein, und ich erkenne meine Begrenztheit, Ohnmacht, Kleinheit und S├╝nde. Nur durch dich ist es m├Âglich.

Vorsatz: Danke Jesus, denn er hat f├╝r dich das Gesetz erf├╝llt.


Eure Gerechtigkeit muss gr├Â├čer sein

10. Juni 2021

Donnerstag der zehnten Woche im Jahreskreis

Anton Stehmer

Mt 5,20-26
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit gr├Â├čer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharis├Ąer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt geh├Ârt, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht t├Âten; wer aber jemand t├Âtet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur z├╝rnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der H├Âlle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einf├Ąllt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und vers├Âhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schlie├č ohne Z├Âgern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener ├╝bergeben, und du wirst ins Gef├Ąngnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Eine gr├Â├čere Gerechtigkeit. Von welcher gr├Â├čeren Gerechtigkeit spricht Jesus? Die Pharis├Ąer und Schriftgelehrten hielten sich f├╝r gerecht. Jesus aber sagte zu seinen J├╝ngern, dass ihre Gerechtigkeit noch gr├Â├čer sein m├╝sse als die der Pharis├Ąer. Die J├╝nger fragten sich, wie das denn m├Âglich sein solle, denn sie hatten gro├čen Respekt vor den religi├Âsen Autorit├Ąten. Jesus zeigte ihnen durch sein Leben, worin die gr├Â├čere Gerechtigkeit besteht, die ins Himmelreich f├╝hrt.

2. Es f├Ąngt ganz klein an. Aus dem Herzen des Menschen kommen die b├Âsen Gedanken, sagte Jesus einmal zu den Pharis├Ąern. Mit einem b├Âsen Gedanken ├╝ber einen anderen f├Ąngt es an, dann steigert sich das zum Zorn und schlie├člich folgt die b├Âse Tat. Jesus lehrt hier seine J├╝nger, dass man das B├Âse schon von der Wurzel her bek├Ąmpfen muss. Das k├Ânnen wir aber nur mit Jesu Hilfe. Unsere Kraft reicht dazu nicht aus.

3. Selbstgerechtigkeit bek├Ąmpfen. Das Problem der Schriftgelehrten und Pharis├Ąer, ja selbst der J├╝nger, war die Selbstgerechtigkeit. Auch f├╝r uns heute gilt dasselbe. Wenn man mit einem anderen in Konflikt steht und meint, im Recht zu sein, soll man sich selbstkritisch fragen, ob man nicht auch f├╝r den Streit mitverantwortlich ist. Man soll Vers├Âhnung suchen, statt auf sein Recht zu pochen, r├Ąt Jesus. Es ist nicht nur eine rein menschliche Frage, denn letztendlich muss man sich f├╝r sein Handeln vor Gott verantworten. Und das k├Ânnte f├╝r einen schlecht ausgehen, denn Gott fordert von seinen J├╝ngern eine gr├Â├čere Gerechtigkeit.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, auch in mir steckt eine gewisse Selbstgerechtigkeit. Und manchmal rede ich zu negativ oder richte ├╝ber andere. Doch du hilfst mir, in deiner Gerechtigkeit zu wachsen, wenn ich dich darum bitte und mich selbst loslasse.

Vorsatz: Am Abend pr├╝fe ich mich, was ich so geredet und gedacht habe und mache mir bewusst, welche Folgen es haben k├Ânnte, hat oder h├Ątte haben k├Ânnen.


Das Herz Jesu

11. Juni 2021

Heiligstes Herz Jesu
Hochfest

Hl. Barnabas, Apostel

Anton Stehmer

Joh 19,31ÔÇô37
Weil R├╝sttag war und die K├Ârper w├Ąhrend des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten ÔÇô dieser Sabbat war n├Ąmlich ein gro├čer Feiertag ÔÇö, baten die Juden Pilatus, man m├Âge ihnen die Beine zerschlagen und sie dann abnehmen. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stie├č mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr. Und er wei├č, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erf├╝llte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Das Menschenherz eines K├Ânigssohns, der sein Leben hingab. Heute feiern wir das Herz-Jesu-Fest. Man sagt ├╝ber einen Menschen, er ÔÇ×habe HerzÔÇť oder sei ÔÇ×ein herzloser GeselleÔÇť. Hat ein Mensch Herz, so ist er wohltuend aktiv und hingebungsvoll. Die Dinge des Lebens ber├╝hren ihn. Er will etwas ├Ąndern und verbessern. Bei solchen Menschen f├╝hlt man sich wohl. Umso mehr am Herzen Jesu. Er ist der Gute Hirt, der sein Leben hingab f├╝r seine Freunde. Er nahm unsere S├╝nde auf sich und leistete S├╝hne f├╝r uns, in dem er unsere Schuld und Strafe auf sich nahm. Er hat ein Herz, das voll Liebe f├╝r uns brennt.

2. Ein kaltes Herz. Der Apostel Johannes bezeugt, was er gesehen hat. Er sah, wie der grausame Soldat die Lanze in Jesu Seite stie├č, um sicher zu gehen, dass er tot war. Damit erf├╝llte er, was im Alten Testament schon vorausgesagt worden war. Kalte Herzen k├Ânnen den Erl├Âsungsplan Gottes nicht aufhalten. Jesus ging diesen Weg, um auch erkaltete Herzen zu erneuern. Das alles fing auf Golgota an.

3. Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben. Der Apostel Johannes ist Zeuge f├╝r Jesu Tod und Auferstehung. Er sah den auferstandenen Jesus und seine Wunden. In seinem Evangelium legt er Zeugnis daf├╝r ab. Das Herz Jesu verwandelte sein Herz. Er war ein junger Mann voller Ehrgeiz, der vom Himmel Feuer auf die Menschen fallen lassen wollte, die nicht seinen Vorstellungen folgen wollten. Doch weil Jesus ein Herz f├╝r den N├Ąchsten besa├č, erkannte er das Wesen der Bruderliebe (vgl. 1. Johannesbrief) und wandelte sein Herz. Es hilft unserem Herzen, auf Jesu Herz zu schauen.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, was f├╝r ein wundervolles Herz hast du! Lass mich die Abgr├╝nde deiner Liebe noch tiefer erkennen, und hilf so meinem Herzen.

Vorsatz: Nimm dir Zeit, das hingebungsvolle Herz Jesu zu betrachten.


Euer Ja sei ein Ja

12. Juni 2021

Samstag der zehnten Woche im Jahreskreis
Unbeflecktes Herz Mari├Ą

Anton Stehmer

Mt 5,33-37
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen J├╝ngern: Ihr habt geh├Ârt, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schw├Âren, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schw├Ârt ├╝berhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel f├╝r seine F├╝├če, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des gro├čen K├Ânigs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schw├Âren; denn du kannst kein einziges Haar wei├č oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom B├Âsen.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, du hast deine J├╝nger gelehrt und sie haben dir zugeh├Ârt und von dir gelernt. Nun komme ich zu dir, um zu h├Âren und zu lernen und so als dein J├╝nger zu wachsen.

Bitte: Heiliger Geist, lehre und inspiriere mich, damit ich das Wort Gottes recht aufnehme und eine praktische Orientierung finde.

1. Halten, was man geschworen hat. Wer einen Meineid schw├Ârt, begeht eine gro├če Ungerechtigkeit. Es bedeutet, dass jemand absichtlich zum Schaden eines anderen die Unwahrheit sagt. Einen Schwur soll man halten, ganz besonders, wenn man vor Gott etwas geschworen hat. Es erfordert vollkommene Aufrichtigkeit. Doch die Realit├Ąt zeigt, dass Menschen daran auch scheitern. Selbst├╝bersch├Ątzung ist gef├Ąhrlich.

2. ÔÇ×Du kannst kein einziges Haar schwarz oder wei├č machen.ÔÇť Jesus lehrte seine J├╝nger, dass sie gar nicht schw├Âren sollten. Warum nicht? Jesus sagte: denn du kannst kein einziges Haar wei├č oder schwarz machen. Jesus sch├Ątzt einen Menschen, der schw├Âren will, sehr realistisch ein. Er sah zum Beispiel schon voraus, wie Petrus ihn verleugnen w├╝rde, obwohl der schwor, f├╝r ihn zu sterben. Wer vor Gott schw├Ârt, etwas zu tun, was nicht wirklich in seiner Macht liegt, ist wie ein Mann, der hofft, seine grauen Haare wieder schwarz zu machen.

3. ÔÇ×Euer Ja sei ein Ja.ÔÇť Diese Aufforderung, wahrhaftig zu sein, richtet Jesus an seine J├╝nger. Man soll nicht ÔÇ×vor Gott im HimmelÔÇť schw├Âren, den Tempel oder anderes zur Hilfe nehmen, um seine Aufrichtigkeit zu beteuern. Nein, Jesus fordert einfach: Euer Ja sei ein Ja. Das hei├čt, dass Herz und Rede eins sein sollen. Dass ich von Herzen zu dem stehe, was ich gesagt habe. Als Petrus Jesus verleugnet hatte, geriet er in eine gro├če Krise, denn er hat nicht aufrichtig gehandelt. Seine Aufrichtigkeit war gepr├╝ft und ersch├╝ttert worden. Jesus suchte ihn am See Genezareth auf und fragte ihn: ÔÇ×Liebst du mich?ÔÇť Petrus antwortete: ÔÇ×Ja, Herr, du wei├čt, dass ich die lieb habe.ÔÇť Ein Ja, das nun auf einer korrekten Selbsteinsch├Ątzung basierte. Ein Ja, das auch den eigenen Fehler zugeben konnte.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, ich rede und rede und merke gar nicht, wie ich mich selbst ├╝bersch├Ątze. Schenke mir eine gesunde Selbstkritik, und lass mich die berechtigte Kritik anderer annehmen.

Vorsatz: Ich pr├╝fe mich am Abend, worin ich in letzter Zeit den Mund (oder meine Gedanken) zu voll genommen habe, etwas gesagt und gedacht, aber doch nicht gehalten habe.