Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 23. Mai 2021 bis Samstag 29. Mai 2021

Achte Woche im Jahreskreis

Br. Andr├ęs Poblete LC

├ľffnet die T├╝ren weit!Sonntag
Ein Herz, das Gott lobtMontag
Die wahre BelohnungDienstag
Zwei Arten von GebetMittwoch
Er ruft michDonnerstag
Ich bin ein Tempel GottesFreitag
Die Schl├╝ssel zum Herzen JesuSamstag


├ľffnet die T├╝ren weit!

23. Mai 2021

Pfingstsonntag

Br. Andr├ęs Poblete LC

Joh 20,19-23
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die J├╝nger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen T├╝ren beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und seine Seite. Da freuten sich die J├╝nger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die S├╝nden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Einf├╝hrendes Gebet: Heiliger Geist, gib mir ein, was ich denken soll, was ich sagen soll, was ich schreiben soll, was ich tun soll, wie ich arbeiten soll, um mich f├╝r das Wohl der Menschen, die Erf├╝llung meiner Sendung und den Triumph des Reiches Christi einzusetzen. Amen.

Bitte: Ich bitte dich, Jesus, den Heiligen Geist auf mich zu senden und mich mit seinen Gaben zu erf├╝llen, damit ich diesen Tag und mein Leben mit dem Frieden und der Gewissheit leben kann, in deinen H├Ąnden zu sein.

1. Angst verschlie├čt uns. Mit das Schlimmste, was es im Leben gibt, ist das Gef├╝hl der Angst und in Angst zu leben. Angst nimmt uns den Frieden, sie macht uns misstrauisch gegen├╝ber anderen, wir errichten Barrieren zwischen uns und der Au├čenwelt. Sie nimmt uns die Freiheit und sperrt uns in die Sicherheit der kleinen Welt des Nichtstuns ein. Alles au├čerhalb dieses Ortes scheint uns feindlich gesinnt zu sein. Das ist die Situation, in der sich die J├╝nger befanden. Sie waren von Furcht vor den Juden, die gerade ihren Meister get├Âtet hatten, erf├╝llt und dachten, dass sie als seine Nachfolger das gleiche Schicksal erfahren k├Ânnten. Sie misstrauten jedem au├čerhalb dieser Tore und vielleicht sogar einander, denn einer von ihnen hatte sie schon vor ein paar Tagen verraten. Der einzige Ort, an dem sie die Angst ertragen konnten, war dort, eingeschlossen in diesem Raum, wo sie sich gegenseitig beobachteten. Aber so zu leben, in Misstrauen und ohne Frieden, ist weder die Lebensweise, die sie erwartet, noch der Weg, zu dem Christus sie berufen hatte.

2. Christus hingegen sendet uns aus, um missionarisch zu wirken. ÔÇ×So sende ich euchÔÇť - Diese Worte stehen in krassem Gegensatz zu der Verschlossenheit und Angst, in der sich die J├╝nger befanden. Wenn Christus in unser Leben tritt, bringt er uns Dynamik, Freude, Frieden, Zuversicht. Im Evangelium hei├čt es, dass die J├╝nger sich freuten, den Herrn zu sehen, und aus dieser Freude entsteht der missionarische Geist. Wenn wir die allerbeste Nachricht, die es je gegeben hat, erfahren haben und sie unser Herz erf├╝llt, wie k├Ânnten wir sie dann f├╝r uns behalten und nicht hinausgehen, um sie in der ganzen Welt zu verk├╝nden? Was f├╝r einen Unterschied macht es doch, unser Leben mit Christus zu leben!

3. Der Heilige Geist erf├╝llt uns mit Vertrauen und Freude. Christus schickt uns nicht ohne Hilfe auf Mission. Heute, an Pfingsten, feiern und erinnern wir uns an den Heiligen Geist, die dritte Person der Heiligen Dreifaltigkeit, der die Gegenwart Gottes und seiner Liebe in uns ist. Mit seinen Gaben treibt er uns zur Erf├╝llung unserer Sendung an: Er f├╝hrt uns, erleuchtet uns und zeigt uns den Weg, dem wir folgen sollen, damit jeder von uns die Berufung zur Heiligkeit verwirklichen kann, die in nichts anderem besteht, als die F├╝lle des christlichen Lebens zu erreichen, die Gott f├╝r uns vorgesehen hat. So wie Christus seine J├╝nger angehaucht und ihnen den Heiligen Geist geschenkt hat, so wollen wir ihn heute bitten, auch uns den Heiligen Geist zu senden und uns mit seinen Gaben und Fr├╝chten zu erf├╝llen, vor allem mit Frieden, Vertrauen und Freude. So werden wir die T├╝ren unseres Lebens weit ├Âffnen und verk├╝nden k├Ânnen, was es hei├čt, von Gott geliebt zu werden und ihn zu lieben.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, du mein Gott und Freund meiner Seele, du hast mich geschaffen und von Ewigkeit her gew├╝nscht, dass ich in deiner Gegenwart gl├╝cklich werde. Du hast mich als Gesch├Âpf voller Leben, Licht und Gnade gedacht. Du hast mich nicht geschaffen, um in Dunkelheit, Angst oder S├╝nde zu sein. Danke, dass du mir den Heiligen Geist gesandt hast, der mich dazu f├╝hrt, in dir zu leben, immer wieder zum Licht zur├╝ckzukehren und die unermessliche Freude zu erfahren, in der mir geschenkten Heiligkeit zu leben.

Vorsatz: Ich will ├╝berlegen, welche Gabe des Heiligen Geistes ich in meinem Leben am meisten brauche, und bitte Jesus heute darum.


Ein Herz, das Gott lobt

24. Mai 2021

Montag der achten Woche im Jahreskreis
Pfingstmontag
Maria ÔÇô Mutter der Kirche

Br. Andr├ęs Poblete, LC

Lk 10,21-24
In jener Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erf├╝llt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unm├╝ndigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem Vater ├╝bergeben worden; niemand erkennt, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand erkennt, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die J├╝nger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und K├Ânige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten h├Âren, was ihr h├Ârt, und haben es nicht geh├Ârt.

Einf├╝hrendes Gebet: Herr, wenn ich mir nun vornehme, die n├Ąchsten Minuten dem Gebet zu widmen, so wei├č ich, dass du bereits mit Sehnsucht und Liebe auf mich wartest. Ja mehr noch, du bist es, der mich mit sanfter Hand zu sich zieht; du erweckst in mir den unendlichen Durst, den nur du zu stillen vermagst.

Bitte: Ich bitte dich, Jesus, forme in mir das Herz eines Kindes. Ich will mich von deiner Hand und deinem Willen leiten lassen, immer ├╝ber das gro├če Geschenk, in der Kirche zu leben, staunen, und nie vergessen, dankbar zu sein f├╝r deine unendliche Liebe.

1. Damals ÔÇ×rief Jesus, vom Heiligen Geist erf├╝llt, voll FreudeÔÇŽÔÇť. Gestern haben wir Pfingsten gefeiert und vielleicht sp├╝ren wir es: Unser Herz ist mit dem Heiligen Geist erf├╝llt und voller Freude. Und was kommt im heutigen Evangelium spontan aus dem freudevollen Herzen Christi? ÔÇô Ein Loblied auf den Vater: ÔÇ×Ich preise dich, VaterÔÇť. Jesus wei├č, dass ihm alles vom Vater gegeben wurde, dass sein Vater mit ihm ist, wie er mit dem Vater. Lobpreisen wir immer wieder Gott f├╝r alles, was er uns gegeben hat? Wenn wir jemandem, den wir sehr lieben, ein Geschenk machen und diese Person sich bei uns bedankt, sind wir sehr gl├╝cklich. Denken wir nun in dieser Meditation daran, wie viele Gaben Gott uns jeden Tag schenkt und wie sehr wir sein Herz tr├Âsten k├Ânnen, wenn wir ihm daf├╝r danken.

2. Weil du ÔÇ×es den Unm├╝ndigen offenbart hast.ÔÇť Gott offenbart sich den Kleinen und Dem├╝tigen. In Maria fand Gott eine so gro├če Demut, dass er in ihr Fleisch angenommen hat: ÔÇ×denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.ÔÇť Heute feiern wir neben Pfingstmontag auch den Gedenktag Marias, der Mutter der Kirche. Dieses Ged├Ąchtnis l├Ąsst uns Einblick dar├╝ber gewinnen, wie Gott in geheimnisvoller Weise den Dem├╝tigen geistlich fruchtbarmacht. Die Dem├╝tigen lassen eben zu, dass sie zum lebendigen Werkzeug Gottes werden, damit er erkannt und geliebt wird. Wie fruchtbar war doch Maria, da wir sie ÔÇ×Mutter der KircheÔÇť nennen k├Ânnen. Auch wir sind berufen, in der Kirche viel Frucht zu bringen. Nach dem Beispiel unserer Mutter wird diese Frucht durch eine gelebte Dienstbereitschaft, durch das H├Âren auf das Wort Gottes und durch ein Leben entstehen, das sich nach ihrer Antwort an den Engel gestaltet: ÔÇ×Mir geschehe nach deinem WortÔÇť.

3. ÔÇ×Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht!ÔÇť Es kommt bei uns Menschen sehr h├Ąufig vor, dass wir in Routine geraten und uns an das gew├Âhnen, was zu unserem Leben geh├Ârt. So kann auch unser Glaube zur Routine werden. H├Ąufig k├Ânnen wir daher die Realit├Ąt des ├ťbernat├╝rlichen und die wirksame Kraft der Gnade vergessen und diese Einstellung ├Ąu├čert sich dann in unserem Verhalten. Jesus will uns mit diesen Worten ÔÇ×Selig sind die Augen, die sehen, was ihr sehtÔÇť, an das Wunder erinnern, das unsere Augen jeden Tag in der Familie der Kirche sehen. Wie viele Propheten und K├Ânige des Alten Testaments h├Ątten gerne Momente der Intimit├Ąt mit Gott von Angesicht zu Angesicht gehabt und haben sie nicht erhalten. Stattdessen k├Ânnen wir Jesus so leicht in der eucharistischen Anbetung begegnen. Wir k├Ânnen Gott selbst in den Evangelien sprechen h├Âren oder an der heiligen Messe teilnehmen und dabei Jesus in seinem Leib und seiner Gottheit in unser Herz aufnehmen. Was f├╝r ein Geschenk ist es doch, Mitglied der Kirche zu sein! Gott gew├Âhnt sich nicht daran, bei uns zu sein, und er kommt uns jeden Tag entgegen. Werden wir ihn heute entdecken?

Gespr├Ąch mit Christus: Ich danke dir, Jesus, f├╝r das Geschenk deiner Kirche. Sie ist dein pulsierendes Herz, dein heiliges Volk, das sich ├╝ber die ganze Welt verbreitet und niemanden verwaist zur├╝ckl├Ąsst, niemanden ohne die Liebe einer Familie und besonders niemanden ohne die Liebe einer Mutter. Ich bin nicht nur ein lebendiger Stein deiner Kirche, sondern ich bin auch ein Sohn Marias und ein Bruder Jesu. M├Âge ich meinen heutigen Tag und mein ganzes Leben mit dem Bewusstsein, dem Vertrauen und der Freiheit leben, ein geliebter Sohn, eine geliebte Tochter der Kirche zu sein ÔÇô meiner geistlichen Familie im Jetzt und in der Ewigkeit.

Vorsatz: Ich werde heute f├╝r alle beten, die weit von der Kirche entfernt sind, dass Jesus ihnen die Gnade schenkt, zu ihr zur├╝ckzukehren und die Freude des Evangeliums zu erfahren.


Die wahre Belohnung

25. Mai 2021

Dienstag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Gregor VII, Papst
Hl. Beda der Ehrw├╝rdige, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Hl. Maria Magdalena von Pazzi, Ordensfrau

Br. Andr├ęs Poblete LC

Mk 10,28-31
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du wei├čt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Br├╝der, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder ├äcker verlassen hat, wird das Hundertfache daf├╝r empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er H├Ąuser, Br├╝der, Schwestern, M├╝tter, Kinder und ├äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Einf├╝hrendes Gebet: Hier bin ich, Herr! Ich stehe vor dir in Freundschaft gebunden und als Kind. Ich gebe dir diese Zeit meines Tages, nur um bei dir zu sein, deine Stimme zu h├Âren und meinen Tag auf dich auszurichten. Bitte st├Ąrke meinen Glauben daran, dass du immer bei mir bist, dass ich in meiner Seele immer mit dir sprechen kann. Hilf mir, in meiner Hoffnung zu wachsen, auf dein Wort in den Evangelien zu vertrauen und zu wissen, dass du mich wie niemand sonst kennst. Du wei├čt, was ich brauche, und gibst es mir. Vermehre auch meine Liebe zu dir und den Mitmenschen, damit du in mir Gestalt annehmen kannst. Jesus, du wei├čt alles, du wei├čt, dass ich dich liebe!

Bitte: Jesus, ich bitte dich um diese Gnade: Sei du allein und das ewige Leben mit dir der Lohn, den ich in meinem Leben suche.

1. Liebe geht ├╝ber blo├če Gerechtigkeit hinaus. Vieles von dem, was wir tun, tun wir, weil wir im Gegenzug etwas erhalten werden, und wir wollen, dass es einen Ausgleich gibt zwischen dem, was wir geben, und dem, was wir erhalten. Wir k├Ânnen z.B. etwas tun, um Spa├č zu haben oder um Geld zu erwerben, um uns zu vergn├╝gen oder um Ruhm zu erlangen, usw. Aber was passiert, wenn wir etwas aus Liebe zu einem anderen Menschen tun? Der Fokus liegt nicht mehr auf dem, was wir empfangen k├Ânnten, sondern nur noch auf dem Geben. Was wir zur├╝ckbekommen, ist nicht so wichtig, aber es ist erf├╝llend zu wissen, dass wir etwas f├╝r die andere Person getan haben, dass die andere Person gl├╝cklich ist.

2. Die wahre Belohnung. Was passiert aber, wenn wir zu Gott gehen? Suchen wir ihn nur, wenn wir in Not sind? Suchen wir Gott als jemanden, der uns f├╝r das, was wir ihm gegeben haben, vergeltende Gerechtigkeit widerfahren lassen muss? O Jesus, vergilt uns bitte nicht mit demselben Ma├č, mit dem wir deine Gnaden beantworten oder nach deinen Geboten leben. Gottes Lohn, und doch Gottes unverdientes Geschenk an uns, ist, dass er uns zuerst geliebt hat, dass er sich selbst und sein Leben f├╝r uns hingegeben hat. Was kann ich da noch mehr von Gott verlangen oder fordern? ÔÇô Deine Liebe und deine unendliche Barmherzigkeit bedeuten mir alles, Jesus.

3. ÔÇ×Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegebenÔÇť (Mt 6,33). Gott entt├Ąuscht uns nicht, aber hoffentlich suchen wir Gott nicht nur in Krankheit, Gefahren oder angesichts einer Pr├╝fung. Gott m├Âchte in unserem Leben viel mehr sein als ein Mittel, dessen ich mich bediene, um etwas Vor├╝bergehendes zu erwerben. Er m├Âchte der Protagonist sein, er m├Âchte in Krankheit und Gesundheit anwesend sein, er m├Âchte eine liebevolle Beziehung zu uns haben. Hoffentlich werden wir ihn suchen, wie sich Ehepartner gegenseitig suchen, und in dieser Liebesbeziehung wird sich alles f├╝gen, sogar das Leiden wird einen Sinn haben. Und wir werden in der Lage sein, die harten und schwierigen Dinge zu ertragen, die in diesem Leben unweigerlich passieren.

Gespr├Ąch mit Christus: Du kennst mich, Jesus, und du wei├čt, wie schnell ich alle deine Gnaden, deine Barmherzigkeit vergesse. Ich fange sofort an, von dir Vergeltung zu fordern oder dir aufzuz├Ąhlen, was ich f├╝r dich getan habe. Ich lege mein uners├Ąttliches, rastloses und ehrgeiziges Herz in deine H├Ąnde. Lass mein Herz nur in deiner Liebe ruhen.

Vorsatz: Heute werde ich in meinem Haus oder meiner Familie ein Opfer bringen, ohne dass es jemand bemerkt und ich den Dank anderer suche. Ich werde es nur aus Liebe zu Gott tun.


Zwei Arten von Gebet

26. Mai 2021

Mittwoch der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Philipp Neri, Priester

Br. Andr├ęs Poblete LC

Mk 10,32-45
In jener Zeit, als Jesus und seine J├╝nger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich ├╝ber ihn, die J├╝nger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zw├Âlf wieder um sich und k├╝ndigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ├╝bergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, gei├čeln und t├Âten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes, die S├Âhne des Zebed├Ąus, zu ihm und sagten: Meister, wir m├Âchten, dass du uns eine Bitte erf├╝llst. Er antwortete: Was soll ich f├╝r euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. K├Ânnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir k├Ânnen es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, f├╝r die diese Pl├Ątze bestimmt sind. Als die zehn anderen J├╝nger das h├Ârten, wurden sie sehr ├Ąrgerlich ├╝ber Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre V├Âlker unterdr├╝cken und die M├Ąchtigen ihre Macht ├╝ber die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch gro├č sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als L├Âsegeld f├╝r viele.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, was f├╝r ein Geschenk, bei diesem Gebet in deiner Gegenwart zu sein. Ich schenke dir diese Minuten meines Tages und du schenkst mir daf├╝r deine N├Ąhe. Es sind diese Momente mit dir, die meiner ganzen Existenz und besonders meinem heutigen Tag einen Sinn geben. Sende deinen Heiligen Geist, Jesus, und er m├Âge derjenige sein, der in mir betet, der mich um die Gnaden bitten l├Ąsst, die dich am gl├╝cklichsten machen und die mir helfen, deinen Willen zu erf├╝llen.

Bitte: Ich bitte dich, Jesus, f├╝r die Absichten meines und deines Herzens. Deine Anliegen sind meine. Und du nimmst dich der meinen an.

1. Ein Gebet, das sich auf mich selbst konzentriert. Die erste Art des Gebets, die wir in diesem Evangelium sehen, ist jenes, das sich auf einen selbst konzentriert. Es ist nicht schlecht, es ist nicht falsch, und es ist legitim. Es ist das Gebet, das wir bei den Kranken sehen, bei den Armen, das Gebet der Kinder, die darum bitten, geheilt zu werden, Hilfe zu erhalten, getr├Âstet zu werden. Oder es ist ein Gebet, wie wir es bei Jakobus und Johannes sehen, dass sie also Jesus bitten, ihnen das zu geben, wonach sie sich sehnen.

2. Ein auf Gott schauendes Gebet. Eine zweite Art von Gebet ist das auf Gott zentrierte. Das ist das Gebet der Verliebten, derjenigen, die immer das Interesse des anderen suchen und dort ihr Gl├╝ck finden. Das ist das Gebet, zu dem Jesus seine J├╝nger anleitet. Jesus hilft seinen J├╝ngern, nicht mehr an sich selbst zu denken, sondern an sein bevorstehendes Leiden und daran, wie sie ihn in seinem Leiden begleiten k├Ânnen. Er selbst sagt ihnen, dass sie nicht wissen, was sie da verlangen. Tatsache ist, dass diejenigen, die Gott lieben, ihn im Gebet um die Gnade bitten, seinen Willen zu tun, um die Kraft, ihn immer gl├╝cklich zu machen, um ein Herz wie das seine und darum, seine Anliegen und Interessen zu den ihren zu machen.

3. Ich bin gekommen, um zu dienen. Der beste Weg, die zweite Art von Gebet in die Tat umzusetzen, ist der des Dienstes. Darin besteht wahre Gr├Â├če und das ist der Weg zum Himmel: der Dienst. Jesus zeigt seinen J├╝ngern geduldig, dass ein Gebet, das sich auf Gott konzentriert, ein vollkommeneres Gebet ist als eines, das sich auf sich selbst konzentriert. Darin liegt die F├╝lle, die tiefste Freude: im Dienst an den anderen, darin, sein Leben f├╝r andere zu geben. Es ist nicht falsch, f├╝r die eigenen Bed├╝rfnisse zu beten, aber vertrauen wir noch mehr auf Gott, der uns einl├Ądt, unser Leben auf ihn auszurichten. Er wird sich um unsere Bed├╝rfnisse k├╝mmern.

Gespr├Ąch mit Christus: Wie sehr bist du in mich verliebt, Jesus. Ich bin in deinen Gedanken und deinen Sorgen zu jeder Zeit. W├Ąre ich der einzige Mensch, der erschaffen wurde, w├Ąrst du auch f├╝r mich gestorben, um mich zu retten und um mir pers├Ânlich zu sagen, dass du mich liebst. Ich liebe dich auch, Jesus.

Vorsatz: Ich werde heute der Muttergottes vor einem Marienbild einen Besuch machen und um ihre F├╝rsprache f├╝r alle Gebetsanliegen bitten, die dem Papst, dem Bischof meiner Di├Âzese und meinem Pfarrer am Herzen liegen.


Er ruft mich

27. Mai 2021

Donnerstag der achten Woche im Jahreskreis
Hl. Augustinus von Canterburry, Bischof, Glaubensbote

Br. Andr├ęs Poblete LC

Mk 10,46-52
In jener Zeit als Jesus mit seinen J├╝ngern und einer gro├čen Menschenmenge Jericho verlie├č, sa├č an der Stra├če ein blinder Bettler, Bartim├Ąus, der Sohn des Tim├Ąus. Sobald er h├Ârte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ├Ąrgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich m├Âchte wieder sehen k├Ânnen. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, heute willst du am Rande meines Weges vor├╝bergehen und mir entgegenkommen. Du willst mir in die Augen schauen, und du willst, dass der Blick meiner Augen den deinen trifft. Du willst mir sagen, wie sehr du mich liebst. Lass unsere Herzen vereint sein, ohne jemals getrennt zu werden.

Bitte: Gew├Ąhre mir die Gnade, deine Stimme inmitten von so viel L├Ąrm in der Welt immer herauszuh├Âren, zu erkennen und ihr zu folgen.

1. ÔÇ×Sobald er h├Ârte.ÔÇť Wie lange hat Bartim├Ąus darauf gewartet, dass Jesus an ihm vor├╝bergeht? Sicherlich eine lange Zeit. Da Bartim├Ąus als Blinder ein gutes Geh├Âr entwickelt hatte, erkannte er sofort, als er von Jesus h├Ârte, dass er der Sohn Davids, der Messias ist und dass er ihn heilen konnte. Machen wir auch Stille in unseren Sinnen, in unserem Leben, um das Ohr unseres Herzens zu sch├Ąrfen und die s├╝├če Stimme Jesu zu erkennen, der auch heute an unserer Seite vor├╝bergeht.

2. ÔÇ×Er aber schrie noch viel lauter.ÔÇť Die Welt, das Fleisch und der Teufel wollen nicht, dass wir auf Gottes Stimme h├Âren und ihr folgen. Sie werden uns wie die Menge im Evangelium sagen, dass wir aufh├Âren sollen, zu Gott zu beten, dass es sich nicht lohnt, Gott mit unserem Schreien zu bel├Ąstigen, dass nichts etwas an unserer Situation als blinde Bettler und S├╝nder ├Ąndern kann. Angesichts dieser Versuchungen gibt uns Bartim├Ąus ein Beispiel, indem er noch lauter zu schreien begann: Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Nichts kann mich von der Liebe Christi trennen, weder Bedr├Ąngnis noch Not, weder Verfolgung noch Schwert, weder Hunger noch Gefahr. Vertrauen wir darauf, dass Christus trotz der St├Ąrke der Versuchung, trotz der Gr├Â├če meiner S├╝nde mein Gebet erh├Ârt. Er h├Ârt mein Schreien und wie der Vater des verlorenen Sohnes, kommt er mir entgegengelaufen, wirft seine Arme um mich und k├╝sst mich.

3. Da warf er seinen Mantel weg und sprang auf. Der Glaube an Christus ist dynamisch, voller Leben, voller Licht, das immer w├Ąchst ÔÇô wenn auch unter M├╝hen. Dahingegen ist die S├╝nde schwer, trocken, voller Dunkelheit, sie l├Ąsst das Leben stagnieren und bettelt um ein fl├╝chtiges und falsches Gl├╝ck. Der arme Bartim├Ąus war dieses Lebens in der Dunkelheit schon m├╝de, wo doch seine Seele geschaffen worden war, um voller Licht zu sein. Es gen├╝gte ihm zu h├Âren, wie Christus ihn rief, und das drang wie ein Lichtstrahl in seine Seele ein. ÔÇ×Christus ruft mich.ÔÇť Die Stimme Christi brachte ihn dazu, seinen Mantel abzuwerfen, das hei├čt alle S├╝nden und seine Herzensh├Ąrte. Es lie├č ihn aus seinem Elend herauskommen und zur Quelle des Lebens gehen. Christus ruft auch uns st├Ąndig auf, zu ihm zu gehen und das wahre Leben zu w├Ąhlen, die F├╝lle des Lebens in ihm.

Gespr├Ąch mit Christus: Meine Sinne sind bereit, dich zu erkennen, Jesus. In dieser Meditation habe ich gesehen, dass ich das H├Âren meines Herzens verfeinern kann, wenn ich meine ├Ąu├čeren Sinne kontrolliere. Ich muss nicht alles h├Âren oder alles sehen, aber ich versuche, dich in allem zu sehen. Auch ich schreie zu dir wie Bartim├Ąus: ÔÇ×Erbarme mich meinerÔÇť, denn ich brauche deine Gnade, um dich erkennen zu k├Ânnen und dir entgegenzugehen, ja zu springen.

Vorsatz: Mitten am Tag und vor dem Schlafengehen nehme ich mir einen Moment der Stille und des Gebets, um zu erkennen, wie Gott in meinem Tag gegenw├Ąrtig war.


Ich bin ein Tempel Gottes

28. Mai 2021

Freitag der achten Woche im Jahreskreis

Br. Andr├ęs Poblete LC

Mk 11,11-25
In jener Zeit zog Jesus nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er sp├Ąt am Abend mit den Zw├Âlf nach Betanien hinaus. Als sie am n├Ąchsten Tag Betanien verlie├čen, hatte er Hunger. Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit Bl├Ąttern und ging hin, um nach Fr├╝chten zu suchen. Aber er fand an dem Baum nichts als Bl├Ątter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine J├╝nger h├Ârten es. Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die H├Ąndler und K├Ąufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stie├č die Tische der Geldwechsler und die St├Ąnde der Taubenh├Ąndler um und lie├č nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug. Er belehrte sie und sagte: Hei├čt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes f├╝r alle V├Âlker sein? Ihr aber habt daraus eine R├Ąuberh├Âhle gemacht. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten h├Ârten davon und suchten nach einer M├Âglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie f├╝rchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren. Als es Abend wurde, verlie├č Jesus mit seinen J├╝ngern die Stadt. Als sie am n├Ąchsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr m├╝sst Glauben an Gott haben. Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor, und st├╝rz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

Einf├╝hrendes Gebet: Ich glaube fest daran, dass du, Jesus, in mir lebendig bist. Ich glaube, dass du in mir lebst, und wie der heilige Paulus kann ich sagen: ÔÇ×Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.ÔÇť Danke, Jesus, dass du mich zuerst geliebt hast, dass du mich so intensiv liebst, dass du immer zu mir kommen und mit mir vereint sein willst.

Bitte: Hilf meinem schwachen Glauben, hilf mir zu erkennen, dass ich dein Tempel bin und mache meinen Leib und meine Seele jeden Tag zu einem w├╝rdigeren Ort f├╝r dich.

1. ÔÇ×Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel des Heiligen Geistes seid?ÔÇť Im Evangelium sehen wir, wie Jesus in den Tempel in Jerusalem geht. Der Tempel war f├╝r die Juden der Ort, an dem Gott auf Erden wohnte. Ebenso ist durch die Taufe meine ganze Person, Seele und Leib, ein Tempel Gottes, da Gott durch das Leben der Gnade in mir wohnt. Und Christus will auch mit seinem Leib in diesen Tempel kommen, jedes Mal, wenn ich ihn in der Eucharistie empfange. Was f├╝r eine Freude, dass Christus zu mir kommt und ich sein Tempel bin!

2. ÔÇ×Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein.ÔÇť Wenn ich einen so wichtigen Gast, n├Ąmlich Gott selbst, empfange, ist es besser, wenn ich alles w├╝rdig habe. Christus gibt uns in diesem Evangelium ein Beispiel daf├╝r, wie wir unsere Seelen am besten darauf vorbereiten k├Ânnen, ihn zu empfangen. Er z├Âgert nicht, all jene aus dem Haus seines Vaters zu entfernen, die nicht helfen, den Tempel zu heiligen, die den Tempel nicht zu einem Ort des Gebets und der Begegnung mit Gott machen. Genauso sollten wir nicht z├Âgern, alles aus unserem Leben auszumerzen, was uns von Gott fernh├Ąlt und uns daran hindert, eine Beziehung zu ihm einzugehen. Vielleicht m├╝ssen wir, wie im Evangelium, bestimmten Gewohnheiten Gewalt antun, um sie aus dem Tempel unserer Seele zu entfernen. Vielleicht m├╝ssen wir unsere Menschenfurcht ├╝berwinden und so leben, dass es Gott gef├Ąllt und nicht den Kriterien oder Erwartungen der Welt. Meine Seele ist dein Haus, ein Haus des Gebets, Jesus!

3. ÔÇ×Glaubt nur!ÔÇť Jede Ver├Ąnderung in unserer Seele zum Guten ist nicht nur unser Bem├╝hen, sondern vor allem Gottes Gnade. Sp├Ąter im Evangelium sagt uns Jesus, dass wir mit Glauben beten und an das glauben sollen, worum wir bitten. Bitten wir ihn, uns zu helfen, unsere Seele darauf vorzubereiten, ihn zu empfangen. Scheuen wir uns nicht, Tische umzust├╝rzen und alles aus unserer Seele zu vertreiben, was sie daran hindert, zu einem wahren Ort des Gebets zu werden. Glauben und vertrauen wir nur auf Jesus. Er kann den Tempel unserer Seele mit seiner Gegenwart f├╝llen und uns die Freude geben, nach der wir uns sehnen.

Gespr├Ąch mit Christus: Ich glaube an dich, Jesus. Was f├╝r ein Geschenk, was f├╝r eine Gnade, sagen zu k├Ânnen, ÔÇ×ich glaube an dichÔÇť. Ich glaube, dass du Gott bist, dass du das Universum mit all seinen Planeten und Sternen erschaffen hast, und gleichzeitig hast du mich erschaffen, um mir zu sagen, dass du mich liebst und dass du willst, dass ich mit dir im Himmel ewig gl├╝cklich bin.

Vorsatz: Heute werde ich mich um das k├╝mmern, was ich sehe und h├Âre. Ich werde einen Besuch vor einem Jesus-Bild machen und ihn bitten, mein Herz zu reinigen.


Die Schl├╝ssel zum Herzen Jesu

29. Mai 2021

Samstag der achten Woche im Jahreskreis

Br. Andr├ęs Poblete LC

Mk 11,27-33
In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger wieder nach Jerusalem. Als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm und fragten ihn: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir die Vollmacht gegeben, das zu tun? Jesus sagte zu ihnen: Zuerst will ich euch eine Frage vorlegen. Antwortet mir, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von den Menschen? Antwortet mir! Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Sollen wir also antworten: Von den Menschen? Sie fürchteten sich aber vor den Leuten; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Jesus erwiderte: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

Einf├╝hrendes Gebet: Jesus, heute ist ein anderer Tag in meinem Leben, den ich mit dir leben m├Âchte. Was f├╝r ein gro├čes Geschenk, mein Leben mit dir zu leben. Im Gebet sehe ich dein L├Ącheln, wenn sich unsere Augen treffen. Ich liebe dich, Jesus, danke f├╝r diesen Moment, in dem du und ich es genie├čen, die Gegenwart des anderen zu teilen. Ich sehe dich und du siehst mich an.

Bitte: Ich bitte dich, Jesus, meinen heutigen Tag im Glauben und in Demut leben zu d├╝rfen; wahrzunehmen, dass du neben mir gehst, dass du dich f├╝r mein Leben interessierst und dass du der Protagonist darin sein willst. Wirke durch mich, Jesus, damit dein Wille in meinem Leben geschehen kann.

1. Ein kontrastierendes Evangelium. In diesem Abschnitt des Evangeliums sehen wir eine Haltung Jesu, die im Rest der Evangelien nicht ├╝blich ist. Der Hohepriester, die Schriftgelehrten und die ├ältesten kommen, um Jesus etwas zu fragen, und er will ihnen nicht antworten. Es ist wahr, dass es eine Gruppe ist, die sich gegen Jesus stellt, aber auch bei anderen Gelegenheiten antwortet Jesus ihnen, zum Beispiel wenn sie ihn fragen, ob es rechtm├Ą├čig ist, Steuern an den Kaiser zu zahlen oder nicht. Bei dieser Gelegenheit gibt Jesus keine Antwort, er stellt ihnen einfach eine Bedingung, und als sie diese nicht erf├╝llen, sagt er ihnen in einer harschen Weise, dass er ihnen nicht antworten wird. Fragen wir uns: Was geht in dieser Szene im Herzen Christi vor? Warum ist Jesus so distanziert und trocken gegen├╝ber seinen Gespr├Ąchspartnern?

2. Die Stolzen vor Christus. Christus hat bei einer anderen Gelegenheit darauf hingewiesen: ÔÇ×Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommenÔÇť. Ein Kind stellt die Autorit├Ąt seiner Eltern nicht in Frage; es ist einfach, das Kind gibt aufrichtige Antworten und es gibt sie sofort. Aber in dieser Gruppe von Hohepriestern und Schriftgelehrten sieht Jesus nur Arroganz, harte Herzen und Beharren auf den eigenen Urteilen. Mit den Stolzen verschwendet Christus keine Zeit, er h├Ârt ihnen zu, ja, aber er wei├č, dass sie nicht auf ihn h├Âren werden. In der Stunde seines Todes zeigt uns Jesus, dass er sie liebt und will, dass sie gerettet werden, und er bittet seinen Vater f├╝r sie: ÔÇ×Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.ÔÇť

3. Demut; der Schl├╝ssel zum Herzen Jesu. Die Evangelien sind voll mit Momenten, in denen Jesus viele Menschen willkommen hei├čt und alle ihre Gebete und Fragen beantwortet. Wir lesen von Jesus, der zu uns sagt: ÔÇ×Lasst die Kinder zu mir kommenÔÇť, oder zum blinden Bartim├Ąus: ÔÇ×Was willst du, dass ich dir tue?ÔÇť, der seinen J├╝ngern die Gleichnisse erkl├Ąrt, seiner Mutter Maria in Kana ihre Bitte erf├╝llt und dem guten Dieb am Kreuz das ewige Leben schenkt. In all diesen Beispielen k├Ânnen wir sehen, dass der Schl├╝ssel zum Herzen Jesu Demut und Glaube sind. Sie sind auch der Schl├╝ssel, der uns erlaubt, unsere Herzen f├╝r Gottes Gnade zu ├Âffnen. Ich kann es nicht alleine tun, ich bin nicht der Retter der Welt, mit meiner eigenen Kraft komme ich nicht aus meiner Realit├Ąt der S├╝nde heraus. Aber mit Demut und Glauben mache ich f├╝r Gott den Weg frei, um in mir zu handeln. Ich werde weiterhin ein S├╝nder sein, aber ein erl├Âster und von Gott sehr geliebter.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, vor dir m├Âchte ich mich immer wie ein Kind f├╝hlen, zu dir sprechen mit Spontaneit├Ąt, mit Einfachheit, mit totalem Vertrauen. An deiner Seite bin ich nie allein, denn wer liebt, macht den anderen gegenw├Ąrtig. Wenn ich bei dir bin, schl├Ągt mein Herz vor Freude, und ich m├Âchte, dass jeder Schlag heute ein ÔÇ×Ich liebe dichÔÇť ist.

Vorsatz: Heute werde ich jemandem in meiner Familie oder Gemeinschaft verborgen einen Gefallen tun, ohne zu sagen oder zu zeigen, dass ich es getan habe. Und ich werde das f├╝r Berufungen zum Priestertum aufopfern.