Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 9. Mai 2021 bis Samstag 15. Mai 2021

Sechste Woche der Osterzeit

P. Georg Rota LC

MuttertagSonntag
Der AdvokatMontag
Hin und wegDienstag
Be-Geist-ertMittwoch
Die AufhebungDonnerstag
Mehr Licht Freitag
Kein anderer NameSamstag


Muttertag

9. Mai 2021

Sechster Sonntag der Osterzeit – „Vocem iucunditatis“
Muttertag

P. Georg Rota LC

Joh 15,9-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir, dass du mir die Liebe deines Vaters offenbart hast. Hilf mir, bewusst immer mehr aus der Kraft des liebevollen Blicks des Vaters zu leben und mich von ihm leiten zu lassen.

Bitte: Herr, schenke mir deine Liebe!

1. Bleibt in meiner Liebe! Was genau bedeutet das „in seiner Liebe BLEIBEN“? Meint Jesus vielleicht, dass wir immer wieder aus seiner Liebe herausfallen? Ist seine Liebe vielleicht wie ein schlechtes Radiosignal? Bloß nicht zu viel bewegen, sonst ist der Empfang weg? – In unserer Welt und in unserem Leben gibt es eine Fülle von Störsendern, die uns mit anderen Arten von Liebe schmeicheln: Liebe zur Bequemlichkeit, Liebe zum eigenen Ego, Liebe zu materiellem Besitz, Liebe, die Macht über andere verspricht etc. Die Auswahl ist groß und es ist für jeden etwas dabei. Jesus bittet uns daher eindringlich: Bleibt in MEINER Liebe!

2. Was bringt mir seine Liebe? Wie unterscheidet sich die Liebe Jesu von den anderen Angeboten an Liebe, die mich umwerben? Er sagt, seine Liebe ist dieselbe Liebe, mit welcher der Vater ihn, seinen Sohn, liebt: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“. – Wie fühlt es sich an, wenn du dir vorstellst, dass der himmlische Vater voller Stolz und Freude mit seiner Liebe auf dich, sein vielgeliebtes Kind, schaut? Schließe jetzt die Augen und lass diesen liebevollen Blick des Vaters auf dich einige Augenblicke wirken. Er liebt dich so, wie er Jesus liebt: völlig frei, bedingungslos, treu und grenzenlos.

3. Was macht seine Liebe mit mir? Wie erfüllt ist dein Herz von SEINER Liebe? Auf einer Skala von 1-100, zu wie viel Prozent ist dein Liebestank gefüllt? – Es ist wichtig, dass wir ihn immer wieder bewusst aufsuchen, und uns von ihm erfüllen lassen. Ganz besonders dürfen wir ihm die wunden Punkte unseres Herzens hinhalten, damit er den Schmerz mit seinem Balsam der Liebe wieder lindert. Ohne seine Liebe wird das Leben mühsam und das Kreuz des Alltags unerträglich. Mit seiner Liebe wird das Leben hell und wir sehen die Freude inmitten so mancher Kreuze. Zu guter Letzt: Wenn unser Liebestank von Gott erfüllt ist, werden wir auch fähig, andere Menschen so zu lieben, wie er sie liebt.

Gespräch mit Christus: Herr, erfülle mich mit deiner Liebe. Gieße den Balsam deiner Liebe über meine Herzenswunden aus. Gib mir die Kraft, alle Menschen, die mir heute begegnen, so zu lieben, wie du sie liebst.

Vorsatz: Ich werde heute allen Müttern meinen besonderen Dank und meine Wertschätzung aussprechen.


Der Advokat

10. Mai 2021

Montag der sechsten Woche der Osterzeit
Hl. Damian de Veuster, Priester, Ordensmann, Lepraapostel

P. Georg Rota LC

Joh 15,26-16,4a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.

Einführendes Gebet: O Jesus, erfülle mich jetzt mit deinem Heiligen Geist, damit er in mir betet, damit er mich leitet und tröstet.

Bitte: Herr, sende aus deinen Heiligen Geist!

1. Der Beistand. Jesus versprach den Jüngern seinen Beistand, und somit gilt dieser Beistand auch uns. Es ist manchmal gut zu wissen, dass man jemanden hat, der einem beisteht, einem den Rücken stärkt, an dessen Schulter man sich anlehnen kann, der sich bei Bedarf auch schützend vor einen stellt. Wie bewusst nehme ich diesen Beistand, der mir ja in der Taufe und vielleicht sogar schon in der Firmung verliehen wurde, in Anspruch?

2. Unser Zeugnis. Der Heilige Geist ist der Beistand, der Zeugnis ablegt für Jesus und uns dazu befähigt, dasselbe zu tun. Wer von uns outet sich schon gerne als ein Mensch, der an Jesus glaubt und ihn liebt? Wer von unseren Kollegen, unseren Nachbarn, unseren Freunden weiß denn von unserem Glauben? – Immer wieder ergibt sich vielleicht doch die Gelegenheit, Zeugnis abzulegen, aber fühlen wir uns nicht meistens eher überfordert, wenn wir den bohrenden Fragen und dem Spott der Mitmenschen Rede und Antwort stehen müssen?

3. Sein Zeugnis durch uns. „Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“ Ein echtes Zeugnis für Jesus können wir wohl kaum aus eigener Kraft ablegen. Die Wirksamkeit und Fruchtbarkeit unseres Zeugnisses ist vor allem ein Geschenk des Heiligen Geistes. Legen wir, wenn wir Zeugnis geben, unsere Ängste und unser schlechtes Gewissen ab, damit sie uns nicht quälen. Machen wir den Heiligen Geist zum Protagonisten unseres Zeugnisses. Er soll die Umstände so fügen, dass unser Zeugnis fruchtbar wird. Er soll uns eingeben, wann wir schweigen und wann wir reden sollen.

Gespräch mit Christus: Heiliger Geist, ich gebe dir Erlaubnis, durch mich zu wirken, und wenn nötig, sogar mit Worten. Gib du mir ein, wann ich reden und wann ich schweigen soll. Wirke du durch mein Sein und mein Tun. Amen.

Vorsatz: Ich werde heute eine Person, die mir begegnet, still segnen.


Hin und weg

11. Mai 2021

Dienstag der sechsten Woche der Osterzeit

P. Georg Rota LC

Joh 16,5-11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; Sünde: dass sie nicht an mich glauben; Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Einführendes Gebet: Herr, du weißt alles, du weißt auch, wie sehr ich mich danach sehne, von deinem Heiligen Geist erfüllt zu werden, damit er in mir betet, arbeitet und lebt!

Bitte: Jesus, sende uns deinen Heiligen Geist!

1. Wohin gehst du? „Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt.“ – Wie groß muss die Trauer und der Schmerz der Jünger gewesen sein, als Jesus ihnen ankündigte: „Ich gehe fort“. „Aber warum denn gerade jetzt, wo wir wirklich gut als Gruppe zusammengefunden haben, wo die Leute in Scharen kommen, um deine Worte zu hören und deine Wunder zu bestaunen?“ „Warum aufhören, wenn es am schönsten ist?“ – Oder habe ich mich vielleicht schon daran gewöhnt, dass Jesus „eh nicht da“ ist? Dass er fort ist? Und wo er jetzt gerade ist und was er gerade tut, frage ich mich genauso wenig, wie die Jünger ihn gefragt haben: Wohin gehst du denn eigentlich, Jesus?

2. Wenn ich weg bin, bin ich da. „Es ist gut für euch, dass ich fortgehe.“ Ein Paradox, das nur in der Logik Gottes Sinn macht. Das Weizenkorn muss sterben, um Frucht zu bringen. Die Letzten werden die Ersten sein, und umgekehrt. Wer sein Leben gewinnen will, muss es verlieren. Wenn ich jetzt weggehe, dann kann ich für immer bei euch bleiben. Nur so kann ich den Heiligen Geist senden, und dadurch potentiell zu allen Zeiten, in allen Situationen, an allen Orten, bei jedem Menschen gegenwärtig sein. Das hätte ich als auf Erden wandelnder Mensch rein physisch nie gekonnt.

3. Der Überführer. „Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen.“ Das heißt, er wird Verborgenes ans Licht bringen, er wird Verbogenes geradebiegen, er wird Verdrehtes neu ausrichten. Er wird die Heuchler und die Scheinheiligen entlarven und die verwässerte Wahrheit als solche offenbar werden lassen. Er wird die Wölfe im Schafspelz aus dem Schafstall verbannen und den zu Unrecht Verkannten, Verfolgten und Verspotteten zu ihrem Recht verhelfen.

Gespräch mit Christus: Komm, Heiliger Geist, komm bald! Wir brauchen deine Wahrheit, deine Klarheit, dein Licht der Unterscheidung.

Vorsatz: Ich möchte heute mit Hilfe des Heiligen Geistes mein Gewissen ausleuchten und mir von ihm meine blinden Flecken zeigen lassen.


Be-Geistert

12. Mai 2021

Mittwoch der sechsten Woche der Osterzeit
Hl. Pankratius, Märtyrer
Hl. Nereus und Hl. Achilleus, Märtyrer

P. Georg Rota LC

Joh 16,12-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, Herr Jesus, öffne meine Ohren für deine Worte; hilf mir jetzt, das Wort zu verstehen, das du mir für heute zusprechen möchtest, und gib mir die Kraft, es auch zu leben.

Bitte: Öffne mein Herz!

1. Der Geist der Wahrheit. Der Sieg der Wahrheit ist die Liebe! Denn die Wahrheit für sich allein genommen, ohne Liebe, kann manchmal so hart sein, dass sie kaputt macht. Wie schwer fällt es den „rechtgläubigen“ den „guten Katholiken“ unter uns, barmherzig und liebevoll mit denen zu sein, die „unsere Wahrheit“ nicht teilen? – Jesus sprach zu seinen Jüngern: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ Wenn nicht einmal seine Jünger, die mit ihm Jahre unterwegs gewesen waren, die Wahrheit tragen konnten, wie sieht es dann mit uns aus? Nur im Heiligen Geist werden wir überhaupt fähig, die Wahrheit zu tragen.

2. Der Geist des Gebetes. Wenn wir die „volle“ Wahrheit nur im Heiligen Geist er-tragen können, dann sollten wir uns fragen, wie und wo denn der Geist uns die Wahrheit vor allem offenbart. – An erster Stelle im Gebet. Am Gebet erkenne ich das Maß meiner Nähe zum Heiligen Geist. Gerade in der Intimität des Gebetes offenbart der Heilige Geist mir die Wahrheit über Jesus und sein Evangelium. Lassen wir uns von ihm lehren und leiten.

3. Der Geist des Vaters und des Sohnes. Der Geist offenbart uns den Vater und den Sohn. „Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.“ – So wie der Vater und der Sohn alles teilen, und das, was der Vater hat, auch dem Sohn gehört, so möchten Vater und Sohn auch alles, was ihnen gehört, mir mit-teilen. Diese Mitteilung geschieht durch den Heiligen Geist. Er ist der Kommunikationskanal und der Versorgungskanal in Person, durch welchen der Vater und der Sohn mit meinem Herzen in Kontakt treten.

Gespräch mit Christus: Sprich zu mir, Heiliger Geist, offenbare mir die Worte deiner Weisheit!

Vorsatz: Ich möchte heute achtsam auf meinen Tag zurückschauen, um dort die Hand des Heiligen Geistes zu entdecken.


Die Aufhebung

13. Mai 2021

Christi Himmelfahrt
Hochfest

Unsere Liebe Frau von Fatima

P. Georg Rota LC

Mk 16,15-20
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und verkündeten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte das Wort die Zeichen, die es begleiteten.

Einführendes Gebet: Jesus, ich preise dich dafür, dass du in den Himmel aufgefahren bist. Damit hast du mir gezeigt, wofür ich geschaffen bin.

Bitte: Nimm auch mich hinauf zu dir in den Himmel!

1. Geht hinaus! Jesus will nicht, dass seine Jünger sich in ihr trautes Heim zurückziehen. Er will scheinbar auch nicht, dass sie sich in ihrer Komfortzone einrichten und sich dort wohlfühlen. Wenn er gewollt hätte, dass sie sich von allen Andersgläubigen und Andersdenkenden fernhalten sollen, hätte er das bestimmt ausdrücklich gesagt. Stattdessen sagt er: Geht hinaus! Was oder wen wollte er denn damit erreichen?

2. Die ganze Schöpfung! Die Jünger waren nicht nur dazu angehalten, mit klugen Worten zu predigen, sondern sie sollten der ganzen Schöpfung eine existentielle Botschaft vermitteln: die gute Nachricht – das Evangelium. Die ganze Schöpfung sehnt sich nach dieser Botschaft, nicht nur die Menschen, sondern alles Geschaffene. Die Jünger sind dazu aufgerufen, auch der Tier- und Pflanzenwelt, ja der ganzen Erde die Erfüllung dieser Sehnsucht nach ihrem Schöpfer zuzusprechen. Dieser Auftrag ergeht auch an uns als heutige Jünger Jesu.

3. Die Zeichen. Warum fällt es uns so schwer, einfach das zu glauben und zu tun, was Jesus uns schwarz auf weiß hinterlassen hat? „In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.“ Warum kommt in mir das Bedürfnis hoch, die Konkretheit seiner Aussage wegzurationalisieren? Warum stoße ich mich daran, wenn meine Mitbrüder und -schwestern Kranke heilen und Dämonen austreiben?

Gespräch mit Christus: O Jesus, stärke meinen Glauben, damit ich ein fähiger Verkünder deiner guten Nachricht werde. Begleite meine Worte durch deine Wunderzeichen und nimm von mir die Angst, mich für diesen Dienst bereitzuhalten: in deinem Namen Kranke zu heilen und Dämonen auszutreiben.

Vorsatz: Falls mir heute eine kranke Person begegnet, werde ich sie fragen, ob ich ihr die Hände auflegen und um ihre Heilung beten darf.


Mehr Licht!

14. Mai 2021

Freitag der sechsten Woche der Osterzeit

P. Georg Rota LC

Joh 16,20-23a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln. Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wieder sehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

Einführendes Gebet: Jesus, ich flehe dich an: Gieße deinen Heiligen Geist wieder neu über uns aus! Gieße ihn über die Welt aus, über deine Kirche, über die Bischöfe und Priester, über die Laien, über alle Frauen und Männer und Kinder. Über unser Land, über meine Stadt! Geist Gottes, durchflute unsere Welt!

Bitte: Komm Heiliger Geist!

1. Licht am Ende des Tunnels. Manchmal fällt es uns schwer, Gottes Plan anzunehmen. Manchmal zweifeln wir daran, ob sein Plan wirklich gut ist. Vielleicht zweifeln wir sogar daran, ob Gott wirklich gut ist und er es auch tatsächlich gut mit uns meint. – Das ist verständlich und menschlich, aber auch sehr kurzsichtig! Daher hat Jesus es uns schon im Voraus gesagt, damit wir, wenn wir in der Dunkelheit des Tunnels stecken, nicht daran zweifeln, dass am Ende des Tunnels doch das Licht scheint.

2. Schau auf das Ende! In omnia respice finem! – Schau immer (in allem) auf das Ziel! So lautet eine klassische Maxime. Kreuz und Leiden können das Leben eines Menschen bitter machen und den Menschen selbst verbittern lassen. Dort, wo Sinn und Ziel verdunkelt sind, bleibt nur mehr Verzweiflung. Daher der Wert der christlichen und göttlichen Tugend der Hoffnung! Sie ist das Licht, dass uns im Leiden erleuchtet und uns vor Augen führt, dass unser Leben nicht für immer dauert, dass es nicht sinnlos ist und, dass wir im Leiden nicht alleine sind.

3. Ungebremste Freude. „An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.“ Wenn wir in der Gegenwart Gottes sind und ihn von Angesicht zu Angesicht schauen, dann vergeht alle Sehnsucht, und alle Fragen und Zweifel werden obsolet. Oft hört man Aussprüche, die besagen, dass man den lieben Gott im Himmel dann schon ein paar Fragen stellen wird, meist wohl in Bezug auf das Leiden unschuldiger oder geliebter Menschen oder gescheiterter Pläne. Jesus sagt ganz deutlich: Alle eure Fragen werden wie hinfällig sein. Ihr werdet euch einfach grenzenlos über die Liebe und die Güte Gottes freuen.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich bitte dich, mir jetzt schon Anteil an dieser großen Freude des Himmels zu geben – durch das Kommen des Heiligen Geistes in mein Herz.

Vorsatz: Ich möchte heute alle Momente der Freude als Vorfreude auf die ewige Freude wahrnehmen.


Kein anderer Name

15. Mai 2021

Samstag der sechsten Woche der Osterzeit

P. Georg Rota LC

Joh 16,23b-28
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde. An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

Einführendes Gebet: Vater, ich öffne dir mein Herz und bekenne, dass du der gute Vater bist, der mir gute Dinge gibt! Vater, danke, dass du mich kennst und trotzdem wahrhaft liebst!

Bitte: Vater, sende mir deinen Heiligen Geist!

1. Im Namen Jesu! Es gibt keinen anderen Namen, der so machtvoll ist: Jesus, Jesus, Jesus! Fällt es mir schwer, diesen Namen auszusprechen? Spreche ich lieber vom „lieben Gott“, oder vom „Herrn“ oder von „Christus“. Warum kommt mir dieser salbungsvolle Name so schwer über die Lippen? Vielleicht sollte ich üben, seinen Namen öfter, langsam und laut auszusprechen: „Jesus… Jesus… Jesus.“

2. Bittet im Namen Jesu! Es gibt keinen anderen Namen, in dem wir besser bitten können. Wenn wir etwas von Gott erbitten, dann sollen wir diese Bitte stets im Namen Jesu formulieren: Im Namen Jesu bitte ich um… - Die liturgischen Gebete schließen gerne mit der Formel „durch Christus, unsern Herrn“, was nichts anderes ist als: „das erbitten wir im Namen Jesu“. Aber warum eigentlich in seinem Namen bitten? – Weil Jesus dann derjenige ist, der sich um unsere Bitte kümmert. Er macht sich diese Bitte zu eigen, sorgt dafür, dass alles zu unserem Allerbesten in Erfüllung geht.

3. Freude im Namen Jesu. „Es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.“ Der Name Jesu gewährt uns Zugang zum Vater. Der große und ferne Gott wird auf einmal für uns kleine Menschen zugänglich – durch Jesus. Er ist die Brücke zum Vater; Es gibt keinen anderen Namen, durch den wir Gott so nahe kommen, ja, in sein Innerstes eintreten können. Wenn es Freude bringt, Gott nahe zu sein, dann bringt der Name Jesus uns Freude.

Gespräch mit Christus: Sprich gefühlte 25-mal langsam und laut den Namen „Jesus“ aus.

Vorsatz: Ich will von heute ab öfter „Jesus“ und seltener „lieber Gott“ sagen.