Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 2. Mai 2021 bis Samstag 8. Mai 2021

Fünfte Woche der Osterzeit

Jan Burghardt

Jesus liebt michSonntag
Den Weg in Wahrheit gehenMontag
Der Friede des HerrnDienstag
Jünger seinMittwoch
In der Liebe Christi bleibenDonnerstag
Einander liebenFreitag
Botschafter der Liebe seinSamstag


Jesus liebt mich

2. Mai 2021

Fünfter Sonntag der Osterzeit – „Cantate“
Hl. Athanasius, Bischof, Kirchenlehrer

Jan Burghardt

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Einführendes Gebet: Gott Vater, ich danke dir, dass du dich wie ein Winzer um den Weinberg und um mich kümmerst. Ich bin so gesegnet, dass ich eine Rebe am Weinstock deines Sohnes, unseres Herrn, sein darf, der einfach viel größer und besser ist, als ich es mir je vorstellen kann.

Bitte: Lass mich immer mehr in dir wachsen und für die Menschen in meinem Umfeld reiche Frucht bringen. Dafür benötige ich deine ganze Kraft und Hilfe. Herr, stärke meine Liebe zu dir.

1. „Ich bin der wahre Weinstock.“ Jesus, wie schön sind Weinberge und wie schön sind prall gefüllte Früchte an einem Weinstock! Sie sind eine Augenweide, schön anzusehen, lecker, und sie werden am Ende zu etwas sehr Edlem. Du möchtest, dass auch ich edel und anmutig werde und dich ausstrahle in dieser Welt. Mehr noch wünschst du dir, dass ich reiche Frucht bringe und die Menschen um mich herum mit meiner Freude anstecke und anziehend bin. Jeder, der mir begegnet, soll wissen, dass ich dir nachfolge. Du bist der Weinstock, ohne den ich gar nicht leben kann.

2. „Mein Vater ist der Winzer.“ Jesus, du bist der Mittler zwischen Gott und uns Menschen. Ich kann mich so glücklich schätzen, dass ich ein Kind Gottes bin, und dass Gott mich hegt und pflegt. Gott ist immer bei mir, er ist immer da. Er liebt mich. Gott sagt mir zu, dass ich mich nicht fürchten muss. Er will mich ständig noch besser machen, bis ich zu etwas ganz Edlem werde, er will mich heiligen. Er wünscht sich von Herzen, dass ich immer mehr im Glauben und im Vertrauen zu ihm wachse.

3. „Jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er.“ Jesus, ich bin so dankbar, dass du uns als Gründer und Haupt der Kirche das Sakrament der Vergebung geschenkt hast. Diese Reinigung, die ich in der Beichte erfahren darf, hilft mir, zu wachsen und dir immer ähnlicher zu werden. Ohne die Beichte würde ich verdorren und im schlimmsten Fall nicht einmal merken, dass ich längst nicht mehr am Weinstock hänge, sondern getrennt von dir am Boden liege.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich bin so glücklich, dass ich dich kenne. Die Begegnung mit dir war das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte. Ich liebe dich und möchte mich nie mehr von dir trennen. Hilf mir, meine Erfahrungen mit dir auch mit meinen Mitmenschen zu teilen.

Vorsatz: Ich nehme mir heute vor, dich noch mehr im Geist anzubeten und eine stille Zeit ganz alleine mit dir zu verbringen.


Den Weg in Wahrheit gehen

3. Mai 2021

Hll. Apostel Philippus d. J. und Jakobus
Fest

Jan Burghardt

Joh 14,6-14
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Einführendes Gebet: Jesus, du sagst so große Worte. Du sagst von dir selbst, du bist der Weg. Ich möchte mit dir an der Seite den Weg gehen, den Weg zum Vater, den Weg zum ewigen Leben. An anderer Stelle sagst du, dass der Weg schmal ist und der breite Weg ins Verderben führt. Jesus, so oft schon bin ich den falschen Weg gegangen, abgebogen, wo ich dir hätte nachfolgen sollen. Oder ich bin stehen geblieben, wollte gar meinen eigenen Weg gehen, es besser wissen. Dabei sagst du es voller Liebe und Zärtlichkeit: „Ich bin der Weg“.

Bitte: Jesus, zeige mir immer und immer wieder, wo ich vom Weg abkomme. Hilf mir zurück, nimm mich an der Hand und lass mich an deiner Seite das Leben erfahren.

1. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Jesus, schon so oft habe ich diesen Satz gehört, „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Und doch übersteigt er immer noch meinen Verstand. Ich weiß, dass du mich an der Hand nimmst und mich zum ewigen Leben führst. Und ich weiß und glaube, dass jedes Wort aus deinem Mund genau so wahr ist, wie die gesamte Lehre der heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Du bist das Leben, du befreist von Sünden, Schuld und Tod. Deine heilige Kirche ist mir auf Erden Wegbegleiter. Ich bin so glücklich, dass du diese einzige Kirche gestiftet hast.

2. Jesus, zeig mir den Vater! Jesus, ich bin wie Philippus. Wie gerne würde ich Gott, meinen Vater, schon heute sehen wollen, nicht warten müssen auf das ewige Leben bei Gott. Wie ist Gott? Jesus, du sagst, wer dich sieht, sieht den Vater. An dir kann ich erkennen, dass Gott barmherzig, liebevoll, großzügig, hilfsbereit, verschenkend und sanftmütig ist. Gott kann ich vertrauen, er sorgt für mich. Und doch bin ich so oft in meinem Alltag gefangen, mit Sorgen belastet und sehe deine Güte und Großherzigkeit nicht.

3. „Ich bin die Wahrheit.“ Jesus, ich bin so glücklich darüber, dass du von dir sagst, du bist die Wahrheit. So viele Menschen um mich herum, die Medien, unsere Politiker, die Wissenschaft, alle nehmen für sich in Anspruch, im Besitz der Wahrheit zu sein, die Wahrheit zu kennen. Und doch treten so viele Menschen dich und deine Gebote mit Füßen. Sie erkennen nicht (an), dass du die Wahrheit bist. An einer Stelle des Lukasevangeliums (11,13) wirst du noch deutlicher: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“. Genau dieses „Gegen-dich-sein“ erlebe ich bei so vielen Menschen. Du wirst negiert, abgelehnt, ja häufig regelrecht bekämpft. Deine Gebote werden missachtet, Leben wird umgedeutet, der sündige Mensch macht sich zum Maßstab. Das sehen wir allerorts: zu Beginn eines menschlichen Lebens und auch wenn das irdische Leben dem Ende zugeht. Ich bin so froh, dass du die Wahrheit bist. Das gibt mir Halt und Kraft, auch in einer Welt voller Lüge und Egoismus.

Gespräch mit Christus: Jesus, so oft schon bin ich über deinen Satz „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen“ gestolpert. Ich glaube an dich. Doch oft fühle ich mich zu schwach und kraftlos. Hilf mir bitte, dass auch ich für dich und für das Reich Gottes auf Erden bescheidene (oder auch große) Werke vollbringen kann.

Vorsatz: Ich werde heute für die Wahrheit eintreten. Und ich werde den Menschen in meinem Umfeld erzählen, dass es nur eine Wahrheit und nur einen einzigen Weg in das ewige Leben gibt, und diese Wahrheit und dieser Weg ist Christus.


Der Friede des Herrn

4. Mai 2021

Dienstag der fünften Woche der Osterzeit
Hl. Florian, Märtyrer
Hl. Märtyrer von Lorch

Jan Burghardt

Joh 14,27-31a
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

Einführendes Gebet: Jesus, wie sehr brauchen wir Menschen deinen Frieden. Zunächst einmal den Frieden mit uns selbst, den Frieden mit unseren Nächsten, dem Ehepartner, den Kindern, den Eltern und Großeltern. Es ist solch ein großer Segen, wenn Frieden in den Großfamilien herrscht und wenn dieser Frieden dann auch noch von dir ausgeht und in die Familien strahlt, dann ist dies bereits wie der Himmel auf Erden.

Bitte: Jesus, bitte schenke heute all jenen Menschen, die ich dir nenne, und insbesondere allen Ehepaaren deinen Frieden. Wirke dort, wo Unfrieden herrscht, Spaltung entstanden und Chaos eingezogen ist. Wir alle benötigen deinen Frieden, ohne den das Leben nichts wert ist.

1. „Frieden hinterlasse ich euch.“ Jesus, wie viel Unfrieden und Unzufriedenheit herrscht in mir. Da nagen Zweifel, Sorgen und Ängste. Dann gibt es Zeiten, in denen Stolz, Überheblichkeit und Arroganz überwiegen. Hin- und hergerissen will meine Seele in der Welt so keinen Frieden finden. Sie will suchen hier und dort, dies und das ausprobieren. Wir Menschen suchen so häufig den Frieden an der falschen Stelle. Wir glauben, im Urlaub Ruhe und Frieden zu finden, wir flüchten mit einem guten Buch in die Berge, in der Hoffnung, dort Frieden zu finden. All dies ist nur ein kurzfristiger Friede. Letztlich finden wir den dauerhaften Frieden nur, wenn wir nicht von deiner Seite weichen und uns durch nichts und niemandem von dir trennen lassen.

2. „Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe.“ Jesus, das sind so große Worte. Ich denke gerade daran, was passiert, wenn ein guter Freund, ein Ehepartner oder gar das eigene Kind gestorben ist. Wie groß ist der Schmerz und das Leid über den Verlust des geliebten Menschen. Da verstörst du mit deiner Abschiedsrede die Welt. Wir sollen uns freuen. Die Welt versteht dies nicht. Der gläubige Christ sehr wohl, denn für den Christen gibt es nichts Schöneres, als bei Gott zu sein. Das ewige Leben in Frieden und Freude beim Herrn zu verbringen. Daran möchte ich das nächste Mal denken, wenn ein lieber Mensch von mir gegangen ist. Ich möchte mich freuen, dass er zum Vater geht.

3. „Der Herrscher der Welt hat keine Macht über mich.“ O Jesus, wenn ich dies doch auch nur sagen könnte, dass der Herrscher der Welt keine Macht über mich hat. Dazu bin ich viel zu schwach, das schaffe ich nicht. Und immer, wenn ich versuche, es alleine zu schaffen, versage ich kläglich. Mit dir an der Seite schaffe ich wenige Schritte, wie Petrus, als er mit dem Blick auf dich über das Wasser geht. Doch zu häufig wende ich den Blick in die falsche Richtung, zu Dingen hin, die mir nicht guttun. Und schon beunruhigt sich mein Herz, der Friede ist weg und die Sorgen des Lebens übermannen mich.

Gespräch mit Christus: „Selig sind die, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5,9). Jesus, bitte zeige mir, was mir den Frieden raubt. Wo ängstigen mich Bedenken und Sorgen? Wo mache ich mir das Leben selbst schwer oder werde gar zur Last für meine Liebsten und mein Umfeld? Ich hoffe, dass ich mit jedem Tag mehr lerne, auf deine Stimme zu hören und dir zu vertrauen, damit mein Herz in deinem Frieden ruhen kann.

Vorsatz: Ich nehme mir heute vor, die Freude des Ostersonntags in mein Herz zu lassen und Gott für alles Schöne in meinem Leben zu danken und ihn dafür zu lobpreisen. Heute lese ich die Seligpreisungen aus der Bergpredigt und genieße die Vorfreude auf Pfingsten.


Jünger sein

5. Mai 2021

Mittwoch der fünften Woche der Osterzeit
Hl. Godehard, Bischof

Jan Burghardt

Joh 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Einführendes Gebet: Herr, ich danke dir für diese Worte. Jedes Wort, das du sagst, ist Licht für mein Leben. Herr, ich glaube, dass du immer bei mir bist und dass du auch heute in mein Herz kommen möchtest, um mir zu begegnen. Ich will den Vater verherrlichen und als dein Jünger hier auf Erden reichlich Frucht bringen.

Bitte: Ich bitte dich darum, dass ich deine Worte aufnehmen kann, dass du mich erleuchtest und sie in mir Frucht bringen. Ich bitte dich um Kraft und Stärke, damit ich in dir bleibe. Bitte zeige mir, wie ich noch mehr dein Jünger sein kann und um welche Gnaden ich noch bitten muss.

1. „Bleibt in mir und ich bleibe in Euch.“ Jesus diesen Satz will ich in mein Herz schreiben. In Joh 6,56 sagst du „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm“. Und du wirst dort noch konkreter. Derjenige, der dich in der Eucharistie empfängt, den wirst du auferwecken am letzten Tag. – Stellen wir uns vor: Wir werden leben durch ihn und in Ewigkeit. Wie wunderbar ist es, dass Jesus uns in jeder heiligen Messe begegnet. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass du in mir bleibst. In jeder heiligen Messe erfreue ich mich zutiefst aufs Neue, dass du zu mir kommst. Es ist das Größte, was es gibt auf Erden. Steht Jesus im Mittelpunkt meines Lebens? Nehme ich mir mindestens sonntags die Zeit, um ihn in Würde zu empfangen?

2. „Wer in mir bleibt, der bringt reiche Frucht.“ Lieber Jesus, nachdem du uns gesagt hast, dass wir immer in dir bleiben sollen, erklärst du uns, dass wir dann Frucht bringen werden. Diese Sehnsucht, die uns unruhig macht: etwas tun zu wollen, Ergebnisse zu sehen… - Wir sollen demgegenüber Position beziehen, auf dein Wort vertrauen und daran glauben, uns sagen: „Ja, du wirst Frucht bringen! Wenn du in ihm bleibst.“ Denn du sicherst mir zu, dass wir als deine Jünger alles erhalten werden, worum wir bitten. Dafür danke ich dir, Herr.

3. „Werdet meine Jünger.“ Jesus, wir haben Ostern gefeiert, zuerst mit dir gelitten und uns dann über deine Auferstehung gefreut. Leiden und Freude lagen eng beieinander. Nun rufst du uns zur Nachfolge, wir sollen den Vater verherrlichen, indem wir deine Jünger werden. Wie freut sich mein Herz, dass ich dein Jünger sein darf. Doch oft bin ich mir gar nicht bewusst, was es heißt, Jünger zu sein. Ich möchte heute darüber nachdenken, was es bedeutet, Jünger zu sein. Und will mir überlegen, wo und wie ich diese Jüngerschaft in meinem Leben konkret umsetzen kann.

Gespräch mit Christus: Jesus, du weißt, wie angefochten „das Bleiben in dir“ in meinem Leben ist. Aber Herr, auch wenn meine Gedanken teils wirr umherspringen, so ist mein Herz immer bei dir, bei Tag und bei Nacht, ob ich sitze oder gehe, auch wenn ich schlafe. Komm immer mehr in alles hinein, lass mich tiefer in der Herzenskammer sein, in der du in mir wohnst.

Vorsatz: Ich nehme mir heute vor, eine längere Zeit still zu werden und mit dir, Jesus, über Jüngerschaft ins Gespräch zu kommen.


In der Liebe Christi bleiben

6. Mai 2021

Donnerstag der fünften Woche der Osterzeit

Jan Burghardt

Joh 15,9-11
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

Einführendes Gebet: Lieber Herr, danke für diese Worte. Sie sind so schön und zeigen den Weg, wie wir in deiner Liebe bleiben können und auch wissen können, dass wir in deiner Liebe sind.

Bitte: Jesus, ich bitte dich um die Gnade, in deiner Liebe zu bleiben. Ich weiß, dass ich das ohne deine Hilfe und die Hilfe der Muttergottes nicht schaffen werde. Und ich bitte dich auch für die mir anvertrauten Menschen: Lass auch sie deinen Weg finden, Freude an den Geboten haben, dich als den Weg zum Leben erkennen. Danke, Herr.

1. „Wenn Ihr meine Gebote haltet…“ Jesus, das scheint auf den ersten Blick einfach zu sein: dich über alles lieben, nicht fluchen, den Sonntag heiligen, Vater und Mutter ehren, nicht töten, nicht unkeusch leben, nicht stehlen, nicht lügen, nicht begehren des Nächsten Frau / Mann, … Und doch mache ich gern Kompromisse oder relativiere manches ein klein wenig. Denn ich will bequem und „glücklich“ leben. Wie schnell empfinde ich deinen Weg als Last, murre, habe Ausreden und Beschwichtigungen parat: Es wird schon nicht so schlimm sein, und Gott ist barmherzig und verzeiht mir alles.

2. „…werdet ihr in meiner Liebe bleiben.“ Jesus, dein Wort will ich glauben und dir vertrauen. Du möchtest etwas Tolles aus mir machen: ein liebendes Geschöpf. Ich werde nicht zu kurz kommen, wenn ich die Gebote halte. Du versprichst, dass es mir an nichts mangeln wird. Reichlicher Segen, überraschende Freude, ungeahnte Dinge werden sich auftun, nicht nur für mich, sondern für viele. Ich weiß, dass du mich unendlich liebst.

3. „…, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe.“ Du hast die Gebote gehalten, ja du warst gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Es ist möglich, obwohl es mir unmöglich scheint. Du hilfst mir so gern dabei, gerade auch wenn ich schwach bin. Und zum Schluss erklärst du noch: Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Jesus du willst, dass ich das weiß! Das Halten der Gebote soll der Schlüssel zur Freude sein, ja zur vollkommenen Freude! Ich muss es nur glauben und annehmen.

Gespräch mit Christus: Jesus, das ist für uns himmlische Mathematik. Wie gut, dass du uns das immer wieder zusprichst mit deiner grenzenlosen Liebe. Das Halten und freudige Tun deiner Gebote und die Liebe zu leben ist die Tür zur vollkommenen Freude. Wie anders tickt die Welt, in der wir leben. Hilf mir, mit der Kraft des Heiligen Geistes die Welt so zu sehen, wie du sie siehst. Lass mich achtsam sein, in meinem Umfeld Vorbild und Zeugnis geben, wenn es passt.

Vorsatz: Ich nehme mir heute vor, die 10 Gebote zu lesen und meine feste Entscheidung zu erneuern, danach zu handeln.


Einander lieben

7. Mai 2021

Freitag der fünften Woche der Osterzeit

Jan Burghardt

Joh 15,12-17
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Einführendes Gebet: Jesus das sind große Worte. So oft schon habe ich diese Worte gehört. Und immer und immer wieder kommen sie mir so übermenschlich vor, nicht zu schaffen. Das Leben für meine Freunde hingeben, wo ich doch so gerne hier auf Erden lebe. Das übersteigt meine ganze Vorstellungskraft.

Bitte: Jesus lehre mich, wie du die Menschen geliebt hast. Ich will dein Freund sein, dein Jünger sein, dir nachfolgen. Doch kann ich dir überhaupt genügen? Du bist für mich Vorbild. Ich möchte werden wie du. Doch es erscheint schier unmöglich. Aber ich warte und rechne mit deiner Gnade! Schenke mir Geduld, schenke mir deine Gnade, schenke mir ein neues Herz auf meinem Weg zu dir, damit ich immer mehr lieben kann wie du. Ich möchte hören wie du, sehen wie du, handeln wie du.

1. „Dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.“ Jesus, du bist für mich gestorben, hast für mich gelitten, hast meine Sünden liebend ans Kreuz getragen und mich befreit. So sehr hast du mich geliebt. Ein bequemes Leben war keine Option für dich. Bin auch ich bereit, mein Kreuz zu tragen für andere? Oberste Priorität in deinem Leben auf Erden war es, den Willen Gottes zu tun. Ja, es war deine Freude. So soll auch ich leben und lieben, meine Familie, meine Freunde, jeden Menschen und zuallererst Gott.

2. „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.“ Jesus in deiner zweiten Abschiedsrede sprichst du davon, dass wir deine Freunde sind, wenn wir tun, was du uns aufträgst. Und was wird das für mich sein? Schon sehe ich mir selbst ins Gesicht, und erkenne meine Ichbezogenheit. Hier ist große Demut von mir gefragt und auch das Wollen. Im Vaterunser bete ich ‚dein Wille geschehe‘. Und auch die Gottesmutter Maria ermutigt mich mit ihren Worten bei der Hochzeit von Kana: „Was er euch sagt, das tut“. Denn Gott möchte immer das Beste für mich, auch wenn ich das im Moment noch nicht sehe oder gar kaum glauben kann. Doch sein Wille ist immer das Gute, das Wohlgefällige, das Vollkommene, das Beste.

3. „Vielmehr habe ich euch Freunde genannt.“ Jesus, du sagst deinen Jüngern, dass sie keine Knechte mehr sind, sondern Freunde. Freunde wissen, was der andere tut, tun will. Der Herr sagt, dass er uns alles mitgeteilt hat, was er vom Vater gehört hat. Und im Stillen weiß ich auch vieles über Gott, und doch schaffe ich es im Alltag oft nicht, alles in deinem Sinne umzusetzen, wie es sich für einen Freund gehört. Wir dürfen täglich neu zu dir kommen wie zu einem Freund, lehre du uns, den Willen des Vaters zu erkennen, ihn zu lieben und ihm zu folgen.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich bin dein Freund, deine Freundin. Herr, sag mir dies immer wieder, das liebe und brauche ich. Jeden Tag. Und das tust du auch, wenn ich nur zuhöre. Lass mich wachsen in dieser meiner Identität, dein Freund zu sein. Ich will sehr darauf achten, die Stimme in mir hinauszuwerfen, die mir etwas anderes einreden will. In mir soll das ständige Lied sein: Jesus ist mein Freund! Er liebt mich und hat mich erlöst. Mein Freund, ich bekenne dir, schon oft daran gezweifelt zu haben, es tut mir leid. Bitte verzeih mir und hilf mir, mit ganzem Herzen an deine Liebe, an die Liebe des Vaters und des Heiligen Geistes zu glauben.

Vorsatz: Ich nehme mir heute vor, einen kleinen Zettel im Badezimmer am Spiegel aufzuhängen, auf dem steht: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5 – oder einen anderen Bibelvers). Dies will ich dann zukünftig auch beherzigen.


Botschafter der Liebe sein

8. Mai 2021

Samstag der fünften Woche der Osterzeit

Jan Burghardt

Joh 15,18-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet: Herr, trotz aller Angriffe in dieser Welt will ich dir vertrauen, an dich glauben, dir nachfolgen, dich in der Welt bekennen. Lass mich stets die Wahrheit erkennen. Öffne mein Herz für deine Stimme. Sende mir deinen Heiligen Geist und lass mich ein engagierter Jünger sein.

Bitte: Jesus, bitte hilf mir, mutig für dich und deine eine, heilige, katholische und apostolische Kirche einzutreten. Gib mir immer dazu die Kraft und sei immer an meiner Seite. Beispielweise, wenn ich die Möglichkeit habe oder herausgefordert bin, dich als meinen Erlöser zu bekennen, oder wenn ich mich schützend vor deine Kirche stellen darf. Sei bitte gerade in solchen Momenten an meiner Seite, und lege mir die richtigen Worte in den Mund.

1. „Wenn die Welt euch hasst…“ Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen. Jesus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Du bist die Liebe und Barmherzigkeit in Person. Du bist gnädig und gütig von Herzen. Du bist sanftmütig, den Menschen zugewandt, du bist der Heiland und Helfer der Menschen. Jesus, du sprichst davon, dass die Welt dich schon vor uns gehasst hat. Ich frage mich, wie man dich hassen kann, wo man dich, Jesus, doch nur lieben kann und sollte.

2. „Sie werden auch euch verfolgen.“ Jesus stellt seinen Jüngern die dunkelsten Schattenseiten der Welt dar. Eine Gesellschaft, in der Hass, Ablehnung und Verfolgung regieren. Doch durch Jesus und seine bedingungslose Liebe soll eine Veränderung auf den Weg gebracht werden. Nur die Liebe Christi kann die zu Stein gewordenen Herzen verwandeln. Wir sind aufgefordert, diese Liebe in die Welt zu bringen, selbst wenn wir deshalb verfolgt werden.

3. „Um meines Namens willen.“ Jesus zeigt uns, wie Gott mit Unrecht fertig wird: Er liebte seine Feinde, gab sein Leben hin für unsere Sünden. Er ertrug das Böse und die Schuld. Vertrauen wir ihm. Gott ist der gerechte Richter, lassen wir uns nicht zum Zorn oder Hass hinreißen. Kann auch ich im Namen Jesu Unrecht und Anfeindungen ertragen?

Gespräch mit Christus: Jesus, lass mich ein Botschafter deiner Liebe sein. Hilf mir dabei, trotz der Widerstände und Schwierigkeiten in der Gesellschaft weiter in der Liebe zu wachsen, bis zu dem Tag, an dem ich dir in der Ewigkeit begegnen werde.

Vorsatz: Ich möchte ein treuer und mutiger Botschafter deiner Liebe sein. Ich möchte den Menschen heute von meinen Erlebnissen mit dir erzählen. Und wenn ich dabei angefeindet und zurückgewiesen werde, dann erinnere ich mich daran, dass du schon vor mir angefeindet wurdest und wie sehr Gott die Welt geliebt hat.