Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 18. April 2021 bis Samstag 24. April 2021

Dritte Woche der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Friede sei mit euch!Sonntag
Was m├╝ssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?Montag
Ich bin das Brot des LebensDienstag
Der Wille dessen, der mich gesandt hatMittwoch
Die Liebe Gottes, das Fundament unseres GlaubensDonnerstag
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige LebenFreitag
Du hast Worte des ewigen LebensSamstag


Friede sei mit euch!

18. April 2021

Dritter Sonntag der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Lk 24,35-48
Die beiden J├╝nger, die von Emmaus zur├╝ckgekehrt waren, erz├Ąhlten den Elf und den anderen J├╝ngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. W├Ąhrend sie noch dar├╝ber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten gro├če Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so best├╝rzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine H├Ąnde und meine F├╝├če an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine H├Ąnde und F├╝├če. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein St├╝ck gebratenen Fisch; er nahm es und a├č es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erf├╝llung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen ├╝ber mich gesagt ist. Darauf ├Âffnete er ihnen die Augen f├╝r das Verst├Ąndnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen V├Âlkern, angefangen in Jerusalem, verk├╝nden, sie sollen umkehren, damit ihre S├╝nden vergeben werden. Ihr seid Zeugen daf├╝r.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Gott, ich glaube an deine Gegenwart, besonders in meinem Herzen und in der Heiligen Schrift. Du hast schon vieles in meinem Leben gewirkt und jetzt will ich mich dir ganz ├Âffnen, um deine Gnade in mich einstr├Âmen zu lassen.

Bitte: Herr, bitte lass mich an der tiefen Freude und dem Frieden deiner Auferstehung teilhaben!

1. Jesus selbst trat in ihre Mitte. Stell dir die J├╝nger vor, wie sie ├Ąngstlich und niedergeschlagen im Abendmahlssaal sitzen. Es scheint keine Zukunft mehr zu geben f├╝r all das, was Jesus begonnen hat; sie m├╝ssen um ihr eigenes Leben bangen; nichts scheint mehr Sinn zu machen. Und doch, die Frauen behaupten, ihn lebend gesehen zu haben ÔÇô unm├Âglich! Da erscheint er pl├Âtzlich in ihrer Mitte und sagt: ÔÇ×Friede sei mit euch!ÔÇť Was m├╝ssen diese Worte nicht alles in den Herzen der Apostel ausgel├Âst haben! Stell es dir vor und versuche, dasselbe zu f├╝hlen.

2. Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen. Wie gesagt, die J├╝nger mussten mit Verfolgung, Leiden und sogar dem Tod rechnen. Jesus selbst hatte es ihnen vorausgesagt. Also keine rosigen Aussichten. Da machte ein Detail an Jesus bestimmt gro├čen Eindruck auf sie: Er trug die Wundmale trotz seiner Auferstehung. Was bedeutete das f├╝r sie? Doch wohl, dass in ihm ein neues Leben beginnt, welches durch nichts getr├╝bt werden kann, nicht einmal Folter und Tod! Jesus ist K├Ânig und Herr f├╝r alle Ewigkeit und das darf ihre (und meine) Hoffnung sein, selbst inmitten der gr├Â├čten Schwierigkeiten.

3. Sie konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Wenn ich die J├╝nger in ihrer gro├čen Freude betrachte, steigt die Frage auf, wie es denn mit meiner Freude steht. In welchen Momenten versp├╝re ich am meisten Euphorie und Begeisterung? Beim Fu├čball, an meinem Geburtstag, bei politischen EreignissenÔÇŽ? Das w├Ąre an sich ja nichts Schlechtes, nur zeigt es doch, wie wenig der Glaube in mir verwurzelt ist. Wenn etwas wahre Freude verdient, dann gerade das, was Jesus am Kreuz und in seiner Auferstehung f├╝r mich und uns alle getan hat.

Gespr├Ąch mit Christus: Jesus, oft bin ich mir gar nicht bewusst, was es bedeutet, dass du auferstanden bist. Die Freude und der Frieden, die der Teilhabe an deinem ewigen Leben entspringen, sind wunderbar. Sie k├Ânnen mir von keiner Unruhe, keinem Leid in der Welt genommen werden. Danke daf├╝r und bitte lass mich sie immer erfahren!

Vorsatz: Heute Mittag werde ich kurz innehalten, Gott die schwierigen Momente des Tages hinhalten und ihn um die Gabe des Friedens bitten.


Was m├╝ssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?

19. April 2021

Montag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Leo IX., Papst

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 6,22-29
In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen J├╝ngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die J├╝nger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die N├Ąhe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine J├╝nger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. M├╝ht euch nicht ab f├╝r die Speise, die verdirbt, sondern f├╝r die Speise, die f├╝r das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was m├╝ssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Herr, du wei├čt, was am besten f├╝r mich ist. Ich will also auf dich vertrauen und jetzt nach deinem Willen f├╝r mein Leben suchen.

Bitte: Hilf mir zu suchen, was du f├╝r mich willst, anstatt rein menschliche Ziele zu verfolgen!

1. Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Diese Evangeliumsstelle beschreibt einen Dialog, der kurze Zeit nach der wunderbaren Brotvermehrung stattgefunden hat. Als die Leute Jesus in Kafarnaum treffen und merken, dass er auf wundersame Weise dort hingelangt sein muss, sind sie nat├╝rlich noch erstaunter und neugieriger. Doch Jesus antwortet nicht auf ihre Frage, sondern kritisiert sie. In diesem Moment werden sie sich wohl ein wenig vor den Kopf gesto├čen gef├╝hlt haben. Was wird sich Jesus dabei gedacht haben?

2. Die Speise, die f├╝r das ewige Leben bleibt. Es ist bemerkenswert, dass Jesus sein frisch gewonnenes Ansehen anscheinend ├╝berhaupt nichts bedeutet. Er r├╝gt die Menschen, die nur seinetwegen hergekommen sind, und riskiert somit, sich Feinde zu machen bzw. Anh├Ąnger zu verlieren. Wieso tut er das? Weil er sich im Klaren ist, dass ihre Motivationen vor allem rein menschlich sind: unbegrenzt Brot zu empfangen, von au├čergew├Âhnlichen F├Ąhigkeiten zu profitieren etc. Er wei├č aber, dass wir das im Grunde nicht brauchen. Wir ben├Âtigen eher das, was uns bis ins ewige Leben in Gott hin├╝bertr├Ągt ÔÇô und gerade das will Jesus uns bringen. Aber daf├╝r m├╝ssen wir unser Herz von allzu irdischen Dingen losmachen. Welche sind diese Gesch├Âpfe, die mein Herz mehr vereinnahmen als der Glaube?

3. Glaubt an den, den er gesandt hat. Die Leute scheinen Jesu Kritik anzunehmen und m├Âchten wissen, was sie also tun sollen. Jesus nennt hier jedoch nicht die typischen Dinge, an die die Israeliten gew├Âhnt waren: einzuhaltende Gesetze, Riten oder sogar besondere Praktiken. Nein, er fordert sie auf, an ihn zu glauben! Er will sie von der Gefahr des Pharis├Ąismus befreien, damit sie nicht mehr auf ihre eigenen Werke vertrauen (die zwar auch notwendig sind, aber niemals ausreichen). Sie sollen sich ganz ihm anvertrauen und in ihrem Leben allein auf ihn bauen. Das ist die Speise, die f├╝r das ewige Leben bleibt. Habe ich diese Speise oder bin ich vielleicht ein wenig am Verhungern?

Gespr├Ąch mit Christus: O Herr, du kennst mich und wei├čt, wie oft ich in den Gesch├Âpfen nicht dich suche, sondern meinen Genuss, mein Ansehen, KontrolleÔÇŽ Ich lege mein Herz vor dich hin und will in allem nur noch dich suchen. Jesus, ich vertraue auf dich!

Vorsatz: Wenn ich heute irgendwann einen Augenblick ausruhe oder einem Hobby nachgehe, werde ich diesen Moment bewusst Gott zu seiner Ehre aufopfern.


Ich bin das Brot des Lebens

20. April 2021

Dienstag der dritten Woche der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 6,30-35
In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du? Unsere V├Ąter haben das Manna in der W├╝ste gegessen, wie es in der Schrift hei├čt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Einf├╝hrendes Gebet: Mein Gott, ich liebe dich ├╝ber alles oder w├╝rde dich zumindest gern so sehr lieben. Denn du bist unendlich liebenswert und in dir finde ich die Quelle alles Guten.

Bitte: Herr, gew├Ąhre mir eine gr├Â├čere Sehnsucht nach dir, dem Brot, das allen Hunger stillt!

1. Mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Die Israeliten damals kannten die Geschichte vom Manna sehr gut ÔÇô eines der gro├čen Werke Gottes w├Ąhrend der Wanderschaft des Volkes Israel durch die W├╝ste. Und k├╝rzlich erst hatten sie dem Wunder der Brotvermehrung beigewohnt. Als Jesus dann sagt, der Vater gebe das wahre Brot, versteht man, weshalb sie ihn so begeistert bitten, ihnen immer dieses Brot zu geben ÔÇô was sie bisher als Brot vom Himmel ansahen, das war ja schon unglaublich, musste jetzt aber im Vergleich dazu unbedeutend wirken! Welche Erwartungen habe ich in meinem Leben? Bin ich mir bewusst, dass sie von dem, was Gott mir geben will, bei Weitem ├╝bertroffen werden?

2. Das Brot, das Gott gibt, gibt der Welt das Leben. In der gestrigen Meditation war vom Glauben an Jesus als der Speise die Rede, die f├╝r das ewige Leben bleibt. Heute geht Jesus sogar so weit, sich selbst als das Brot des Lebens zu bezeichnen. Jetzt kann man aber fragen: wonach genau habe ich als Mensch denn Hunger, wonach sehnt sich meine Seele? Die Erfahrung zeigt, dass es im Grunde die Liebe ist, die wir am meisten brauchen ÔÇô zu lieben und geliebt zu werden. Jesus sagt hier also gewisserma├čen zu der Menge (und zu mir): Ich wei├č, wie sehr du dich nach Liebe sehnst, aber auch, dass du nie satt wirst. Freue dich, denn in mir wirst du unendliche Liebe finden ÔÇô und durch mich die F├Ąhigkeit, selbst immer mehr zu lieben!

3. Jesu vor Liebe ├╝bersch├Ąumendes Herz. Wie sch├Ân ist es, die Liebe zu betrachten, die Jesus zu solchen Worten veranlasst. Und nicht nur zu diesen Worten, sondern zu zahlreichen Taten, die genau das suchen: unsere Herzen mit seiner unendlichen Liebe zu erf├╝llen und uns so zum Gl├╝ck zu f├╝hren. Es tut gut, die Seele einen Moment lang im Auskosten dieser Wahrheit verweilen zu lassen ÔÇô und dadurch eine tiefe und Halt gebende Erfahrung seiner Liebe zu machen.

Gespr├Ąch mit Christus: Herr, oft merke ich gar nicht, wie geistig ausgehungert ich bin. Ich bet├Ąube die Symptome dieser geistigen Unterern├Ąhrung mit zahlreichen berauschenden Sinneserfahrungen, Zerstreuungen etc. Dabei bist du die Liebe, die allein die Sehnsucht meines Herzens bis auf den Grund stillen kann. N├Ąhre in mir diese Sehnsucht nach dir und hilf mir so, immer mehr nach dir zu suchen!

Vorsatz: Ich werde heute ein Opfer beim Essen bringen, um mich daran zu erinnern, dass ich letztlich f├╝r Gottes Liebe geschaffen bin, nicht f├╝r verg├Ąngliche G├╝ter.


Der Wille dessen, der mich gesandt hat

21. April 2021

Mittwoch der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Anselm von Canterbury, Bischof, Kirchenlehrer
Hl. Konrad von Parzham, Ordensbruder

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 6,35-40
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag. Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

Einf├╝hrendes Gebet: Ich dem├╝tige mich vor dir, o Herr. Du bist mein Sch├Âpfer, dem ich alles in meinem Leben verdanke. Noch dazu habe ich dich mit meiner S├╝nde so oft beleidigt und verdiene dein Erbarmen nicht, das du dennoch so gro├čz├╝gig ├╝ber mich ausgie├čt.

Bitte: Mein Gott, schenke mir ein neues Herz, das in allem dich liebt und nur das will, was du willst!

1. Ich bin nicht gekommen, um meinen Willen zu tun. Diese Stelle des Evangeliums verweist auf den einen gro├čen Moment der Erf├╝llung des Willens Gottes, der von Getsemani bis zum Golgotha dauert. Wenn Jesus sagt, dass er gekommen sei, um den Willen des Vaters zu erf├╝llen und uns zu retten, dann ist er sich dieses Momentes durchaus bewusst. Er sieht das ungeheure Leiden voraus, welches ihm bestimmt ist ÔÇô k├Ârperlich und geistig! Dennoch nimmt er es aus Liebe entschieden aus den H├Ąnden des Vaters an und ergibt sich so in dessen Willen. Oft scheint es unm├Âglich, Gottes Willen zu erf├╝llen, aber Jesus geht uns hier mit gutem Beispiel voran und erwirbt uns die Gnaden, es ihm in seiner Nachfolge gleichzutun.

2. ÔÇŽdass ich sie auferwecke am letzten Tag. Jesus selbst brauchte keine Erl├Âsung. Er tat das alles nicht, um sich selbst zu retten. Nein, er erf├╝llte den Willen des Vaters einzig und allein aus Liebe zu ihm und zu uns! Und das trotz unserer so h├Ąufigen Undankbarkeit und Gleichg├╝ltigkeit. Wie kann ich mich da weigern, zu tun, worum Gott mich bittet? Ich bin es doch, der die Erl├Âsung braucht! Jesus tat das f├╝r mich, ohne selbst direkt etwas davon zu haben, und ich werde lieber meinen eigenen Willen tun? Alles, was Gott von mir will, dient doch letzten Endes zu meinem Heil.

3. Ihr habt gesehen, und doch glaubt ihr nicht. Jesus tadelt den Unglauben der Leute, der ja gewisserma├čen im Kontrast steht zu seinem Gehorsam dem Vater gegen├╝ber. Auch heutzutage geschieht es, dass wir ÔÇ×sehenÔÇť und doch nicht glauben. Wir haben in der Kirche die volle geoffenbarte Wahrheit des Glaubens, durften Zeuge sein von Gottes Wirken in verschiedenen Personen oder Ereignissen und in uns selbstÔÇŽ trotzdem leben wir manchmal, als ob Gott nicht existierte. Wahrer Glaube bringt Gehorsam gegen├╝ber dem Willen Gottes mit, d.h. die S├╝nde zu vermeiden, die Gebote zu erf├╝llen und zu versuchen, immer die Liebe zu leben. Wo k├Ânnte mein Glaube noch authentischer sein?

Gespr├Ąch mit Christus: Danke Jesus, weil du den Willen des Vaters ├╝ber allesÔÇô sogar dein Leben ÔÇô gestellt und uns damit gerettet hast. Es tut mir leid, dass ich oft misstrauisch bin und meinen eigenen Willen tue. Hilf mir, im Willen des Vaters seine Liebe zu entdecken und kindlich zu gehorchen!

Vorsatz: Ich werde mir heute ein paar Minuten zum Nachdenken nehmen und pr├╝fen, ob Gott mich in letzter Zeit um irgendetwas gebeten hat, das ich aber ignoriert habe. Wenn ja, dann werde ich versuchen, das umzusetzen.


Die Liebe Gottes, das Fundament unseres Glaubens

22. April 2021

Donnerstag der dritten Woche der Osterzeit

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 6,44-51
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir f├╝hrt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten hei├čt es: Und alle werden Sch├╝ler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater h├Ârt und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen au├čer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure V├Ąter haben in der W├╝ste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin f├╝r das Leben der Welt.

Einf├╝hrendes Gebet: Ich will mir jetzt mit einem dankbaren Herzen deiner Gegenwart bewusst werden, Herr. Du hast mir schon so Vieles und so Wunderbares geschenkt: mein Leben, meine Familie, meine Gesundheit, den Glauben und so viele andere kleine und gro├če Zeichen deiner f├╝rsorglichen Liebe. Danke, Herr!

Bitte: Mein Herr, ich flehe dich an, lass mich deine grenzenlose Liebe erfahren, denn durch diese Erfahrung kann mein Glaube wirklich mein ganzes Leben umgestalten.

1. Eure V├Ąter haben in der W├╝ste das Manna gegessen und sind gestorben. Im Evangeliumstext von vorgestern waren die Menschen noch begeistert vom Brot des Himmels. Was Jesus im heutigen Text aber dar├╝ber sagt, wird vielen schon nicht mehr gefallen haben, wie man an den Texten von morgen und ├╝bermorgen sehen kann. Er scheint das Manna ja irgendwie geringzusch├Ątzen und noch dazu spricht er davon, dass man sein Fleisch essen soll. Die Leute denken: ÔÇ×Wie kann er es wagen?ÔÇť Jesus sprengt eben ihre rein irdischen Denkmuster. Auch heute noch besteht sein Vorschlag nicht vorrangig in politischen Programmen oder irgendwelchen Methoden. Er selbst, der sich mit der Liebe identifiziert, ist die L├Âsung!

2. Mein Fleisch, ich gebe es hin f├╝r das Leben der Welt. Es ist interessant, dass Jesus nicht so sehr versucht, mit Argumenten oder logischen Beweisen auf ihr Unverst├Ąndnis zu antworten. Vielmehr verweist er einfach auf das Fleisch seines Leibes, das er f├╝r sie hingeben wird. Er wei├č n├Ąmlich, dass sie Vieles nicht richtig begreifen k├Ânnen und sich oft schwer tun, ihr Leben und ihre Ansichten zu ├Ąndern. Deswegen zeigt er auch mir manchmal die Taten seiner Liebe anstelle von ├╝berzeugender Eloquenz. Er will mein Herz ansprechen, nicht nur meinen Verstand ÔÇô das soll zuweilen als Beweis gen├╝gen.

3. Jeder, der auf den Vater h├Ârt, wird zu mir kommen. Die Aussage Jesu, dass jeder, der auf den Vater h├Ârt, zu ihm, Jesus, kommen wird, ist in absolutem Sinn gemeint. In Jesus allein ist der Weg zum Vater! Heutzutage k├Ânnen viele das nicht mehr akzeptieren. Jesus h├Ątte jeden Grund, als Gelehrter aufgebl├Ąht und von sich selbst eingenommen aufzutreten. Nur tut er so etwas nicht. Stattdessen beweist er die Wahrheit seiner Lehren mit dem gr├Â├čten Ausdruck der Liebe, den es je gegeben hat und geben wird: die Hingabe seiner selbst am Kreuz, die in die Auferstehung m├╝ndet. Das ist auch eine Lehre f├╝r uns, die wir seine Boten sind: Es geht nicht darum, anderen das Evangelium aufzuoktroyieren, sondern darum, ihnen die Liebe Gottes erfahrbar zu machen.

Gespr├Ąch mit Christus: Was f├╝r ein Gl├╝ck ist es, den Glauben an dich empfangen zu haben, und noch mehr, deine Liebe erfahren zu haben ÔÇô Danke Herr. Niemand hat mich jemals so geliebt wie du! Ich will dein treuer J├╝nger sein ÔÇô hilf mir, zu glauben, weil du mich liebst.

Vorsatz: Heute werde ich einer Person, die vielleicht von Gott entfernt ist, einen v├Âllig selbstlosen Gefallen tun, um sie die Liebe Gottes ein St├╝ck weit erfahren zu lassen.


Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben

23. April 2021

Freitag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Adalbert von Prag, Bischof, Glaubensbote, M├Ąrtyrer
Hl. Georg, M├Ąrtyrer

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 6,52-59
In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die V├Ąter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Einf├╝hrendes Gebet: Dieser Moment ist nur f├╝r dich, mein Gott. Du freust dich noch viel mehr dar├╝ber als ich. Er ist ein Geschenk von dir an mich, aber ich will ihn auch dir als Geschenk widmen, als einen Trost f├╝r all die K├Ąlte und Gleichg├╝ltigkeit der Menschen.

Bitte: Herr, bitte lass mich tiefer erkennen und erfahren, was f├╝r ein immenses Geschenk das Sakrament der Eucharistie doch ist!

1. Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Die Leute sind offenkundig ├╝ber Jesu Worte bez├╝glich seines Fleisches erstaunt, wenn nicht sogar geschockt. Er muss es aber todernst meinen, denn, anstatt seine Worte abzuschw├Ąchen oder richtigzustellen, besteht er darauf. Ich selbst messe diesen Worten Jesu vielleicht nicht immer genug Bedeutung bei. Da bietet es sich an, ihn zu fragen, warum sie ihm so wichtig sind. Was dachte sich Jesus dabei, als er entschied, in der Eucharistie bis zum Ende der Welt gegenw├Ąrtig zu sein?

2. Wer mein Fleisch isst, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wer h├Ątte sich so etwas jemals ausdenken k├Ânnen? Gott wird nicht nur Mensch und befreit uns aus der S├╝nde, damit wir in den Himmel gelangen k├Ânnen. Nein, er bleibt sogar sakramental bis zum Ende der Welt bei uns ÔÇô mit Fleisch und Blut! Wir haben die M├Âglichkeit, ihn wahrhaft in unserem eigenen Fleisch zu empfangen. Das ist eine Einheit, die selbst tiefer reicht als die eheliche Vereinigung von Mann und Frau! Und das Wunderbare ist, dass diese Gegenwart und diese Vereinigung eben nicht nur metaphorisch oder bildlich zu verstehen, sondern ganz konkret sind und so auch unsere Sinne, nicht nur unseren Verstand, ansprechen.

3. Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst, habt ihr das Leben nicht in euch. Es stimmt wohl, dass Gott ├╝berall erfahrbar ist und dass sich unser geistliches Leben nicht auf die Sakramente beschr├Ąnken sollte; damit diese fruchtbar sein k├Ânnen, brauchen sie Vorbereitung, Gebet, konkret gelebte Liebe usw. Aber in der Eucharistie ist Jesus wirklich da ÔÇôsein gr├Â├čtes Geschenk ├╝berhaupt! Sie ist der Gnadenquell schlechthin in unserem Alltagsleben. Wei├č ich diese Gabe zu sch├Ątzen und nutze ich sie voll aus? Oder gebe ich der Eucharistie eher weniger Bedeutung oder habe sogar gewisse Vorbehalte?

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, viele Menschen glauben nicht an deine sakramentale Gegenwart oder, im Gegenteil, sch├Ąnden deinen heiligen Leib. Schenke mir Glauben, denn ich will dich lieben ÔÇô jeden Tag mehr. ÔÇ×Entferne dich nie von deiner kleinen Hostie!ÔÇť (s. Weiheakt an die barmherzige Liebe Gottes, Theresia von Lisieux)

Vorsatz: Wenn m├Âglich werde ich heute eine Kirche mit dem Allerheiligsten besuchen (wenn nicht, zumindest eine geistige Kommunion machen), um Jesus f├╝r das Geschenk seiner Gegenwart zu danken und ihn f├╝r die erlittenen Sch├Ąndungen zu tr├Âsten.


Du hast Worte des ewigen Lebens

24. April 2021

Samstag der dritten Woche der Osterzeit
Hl. Fidelis von Sigmaringen, Ordenspriester, M├Ąrtyrer

Br. Valentin Schmidts LC

Joh 6,60-69
In jener Zeit sagten viele der J├╝nger Jesu, die ihm zuh├Ârten: Was er sagt, ist unertr├Ąglich. Wer kann das anh├Âren? Jesus erkannte, dass seine J├╝nger dar├╝ber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Ansto├č? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch n├╝tzt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste n├Ąmlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten w├╝rde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele J├╝nger zur├╝ck und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zw├Âlf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Einf├╝hrendes Gebet: Ich glaube an dich, den dreifaltigen Gott. An dich den Vater, der du in deiner Vorsehung immer liebevoll ├╝ber mich wachst. An dich den Sohn, der du Mensch wurdest, um mir ganz nahe zu sein. Und an dich den Heiligen Geist, der du Schritt f├╝r Schritt dein g├Âttliches Leben in mich eingie├čt.

Bitte: Vater, in dieser Meditation bitte ich dich: Hilf mir heute und jeden Tag, in der Freundschaft zu deinem Sohn zu wachsen, damit er mein Halt in allen Schwierigkeiten sei!

1. Wollt auch ihr weggehen? Betrachte Jesu Herz: Die ganze Rede ├╝ber das Brot des Himmels ist eine Offenbarung der Liebe Gottes zu uns. Jesus hat uns tief in sein Herz schauen lassen ÔÇô doch was geschieht? Man lehnt seine Worte ab und damit ihn selbst. Wie sehr muss ihn das geschmerzt haben! Als er sich dann aber an seine Apostel wendet, l├Ąsst er ihnen die totale Freiheit, ihn genauso wie die anderen zu verlassen. Zum Gl├╝ck wird seine Hoffnung auf ihre Treue in Petri Antwort erf├╝llt ÔÇô was f├╝r ein Trost f├╝r ihn! Genau dieses Herz ist es, das auch heute nach meiner Freundschaft verlangt ÔÇô es will nichts als mein Wohl.

2. Herr, zu wem sollen wir gehen? Was unterschied die Apostel von den anderen Leuten? Was erm├Âglichte ihnen, unter denselben Umst├Ąnden eine v├Âllig gegenteilige Entscheidung zu f├Ąllen? War es nicht die tiefe Beziehung zu Jesus, die im Laufe der Zeit gewachsen war und ihnen nun gestattete, trotz eines gewissen Unverst├Ąndnisses und der Menschenfurcht zu Jesus zu stehen? Habe ich bereits eine solche Beziehung zu ihm? Was kann ich tun, um sie zu vertiefen? Ich muss zuerst Jesus sich mir als Freund offenbaren lassen.

3. Ausharren in der Pr├╝fung. Man kann sich fragen, wieso Gott so schwierige Momente wie diesen oder viele andere ├╝berhaupt zul├Ąsst: Krisen, Zweifel, Ungewissheit, die aktuelle PandemieÔÇŽ Aber gerade an den Aposteln sieht man doch, wie treu sie auch in Zukunft Jesus nachfolgen konnten, weil sie durch diesen und andere schwierige Momente im Glauben gewachsen waren. Gott erlaubt solche Momente der Reinigung und Pr├╝fung zu unserem Besten ÔÇô aber wir k├Ânnen sie nur in dem Ma├č ├╝berwinden, in dem wir in der Freundschaft zu Christus verwurzelt sind! Gerade die Augenblicke, die uns am meisten kosten, sollen eine Gelegenheit sein, uns an ihm festzuhalten und so in der Beziehung zu ihm zu wachsen.

Gespr├Ąch mit Christus: Mein Jesus, ich kann gar nicht erahnen, wie sehr du mich liebst und wie sehr du w├╝nschst, mein Freund zu sein. Ich will dich immer mehr kennenlernen, um dich so mehr lieben zu k├Ânnen und dir dadurch immer ├Ąhnlicher zu werden und dich in mir handeln zu lassen.

Vorsatz: Ich werde mir heute etwas Zeit nehmen, um alle Geschenke aufzuschreiben, die Jesus mir diese Woche gemacht hat, f├╝r sie zu danken und meine Liebe zu ihm zu erneuern.