Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 11. April 2021 bis Samstag 17. April 2021

Zweite Woche der Osterzeit

P. Alejandro Espejo LC

Habt keine Angst von mir!Sonntag
Wenn man nichts verstehtMontag
Neu beginnenDienstag
Die offene Tür zum Herzen des VatersMittwoch
Gott ist nicht mehr fernDonnerstag
Die Liebe wirkt WunderFreitag
In stürmischen ZeitenSamstag


Habt keine Angst von mir!

11. April 2021

Zweiter Sonntag der Osterzeit
Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit
Weißer Sonntag
Hl. Stanislaus, Bischof, Märtyrer

P. Alejandro Espejo LC

Joh 20,19-31
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Einführendes Gebet: Barmherziger Vater, ich danke dir für deine Liebe, die so geduldig mit mir ist. Ich trete in deine Gegenwart wie ich bin, als dein Kind.

Bitte: Ich bitte dich, stärke meinen Glauben. Lass mich dir vertrauen und keine Angst vor dir haben.

1. Habt keine Angst! Ist es nicht wunderbar, dass die erste Botschaft Jesu an die Apostel lautet: Habt keine Angst! Ich bin es! Ein normaler Mensch würde den Jüngern in dieser Situation vorwerfen, dass sie ihn in Leid und Tod verlassen haben und wie Feiglinge davongelaufen sind. Jesus kennt keine harten Gefühle gegenüber den Aposteln, er beschwert sich nicht über sie, er fängt das Gespräch nicht mit einem „Warum?“ oder „Wieso?“ an. Stattdessen mit einem: „Habt keine Angst!“ Jesus kommt nicht, um Rache zu üben, sondern um Vergebung und Heilung anzubieten. – Glaube ich an die Vergebung? an die Wirksamkeit der Beichte? Hab ich keine Angst? Glaube ich, dass Gott mich liebt, dass er nicht rachsüchtig ist, dass er bewirkt, dass ich an ihn glaube und Gnade erlange, Leben in Christus, das kein Ende hat, und Kindschaft Gottes? „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

2. Der Liebe vertrauen. Was willst du Herr? Kommst du wirklich in friedlicher Absicht, nachdem ich dich verletzt und verraten habe? Er sagt zu uns: Ja! Ich komme, weil ich dich liebe, ich biete dir ein neues Leben, eine neue Chance an! Komm, nimm meine Hand und glaube! Vertraue auf mich! Vertraue, dass ich dich von Ewigkeit her grenzenlos liebe. Glaube an mich und meine Liebe zu dir!

3. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Wir können nicht wie Thomas unsere Hand in die Seite Jesu legen, doch bietet der Herr uns die Gnade des Glaubens an. Er leidet nicht mehr, aber die Male der Wunden wollte er behalten, damit wir uns daran erinnern, was er aus Liebe zu uns getan hat. Damit wir ihn erkennen. Wenn wir unsere eigenen Narben und Wunden sehen, können wir uns daran erinnern, wie Gott uns heilt, oder geheilt hat, wir können uns daran erinnern, dass er uns liebt, wie wir sind, mit unserer aus Liebe und Sünde gewobenen Lebensgeschichte. Er ist treu. Glaube an ihn!

Gespräch mit Christus: Jesus, du kommst zu mir mit einer Botschaft der Versöhnung, um mir deine Freundschaft noch einmal anzubieten. Ich glaube an dich und an deine Liebe. Ich glaube, dass du gern bei mir bist.

Vorsatz: Heute werde ich die Liebe Gottes zu mir feiern. Ich werde etwas Gutes, etwas, was ich mag, in seinem Namen genießen!


Wenn man nichts versteht

12. April 2021

Montag der zweiten Woche der Osterzeit

P. Alejandro Espejo LC

Joh 3,1-8
Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden. Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist. Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden. Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Einführendes Gebet: Jesus, danke für meine Taufe. Wie Nikodemus suche auch ich dich auf und komme mit vielen Fragen. Es gibt viele Dinge, die ich nicht verstehe, über dich und deinen Plan. Aber ich glaube an dich.

Bitte: Jesus, stärke meinen Glauben. Hilf mir zu verstehen.

1. Verstehen, um zu glauben oder umgekehrt? Erinnern wir uns an den Beginn des Lukasevangeliums: Maria und Zacharias, beide stellen Fragen, als der Engel erscheint: „Wie soll das geschehen?“ Zacharias wird zur Strafe stumm, weil er nicht geglaubt hat, Maria hingegen erhält eine Erklärung darüber, wie Gott an ihr wirken wird. Wieso hat die gleiche Frage verschiedene Folgen? Maria glaubt, und sie fragt nach, um besser zu verstehen. Zacharias zweifelt, er will erst verstehen, um zu glauben. Thomas sagte gestern: Wenn ich nicht sehe (und verstehe), werde ich nicht glauben. Und du, glaubst du ihm? Oder musst du zuerst verstehen?

2. Der Glaube sucht zu verstehen. Wenn wir etwas voll verstehen, glauben wir es nicht mehr, wir wissen es mit Sicherheit. Wenn wir etwas glauben, haben wir keine eigene verstandesmäßige Sicherheit, aber der, dem wir glauben, gibt uns die Sicherheit, die wir verlangen. Glauben und verstehen stehen nicht im Widerspruch zueinander. Unser Glaube will wissen und verstehen, um fester zu glauben, um den, an den er glaubt, besser zu erkennen, aber das ändert nichts an seinem Vertrauen. Unser Wunsch zu verstehen, ist gut und richtig, er ist ein Zeichen unserer Liebe und unseres Interesses am Geliebten. Dennoch müssen wir demütig anerkennen, dass Gottes Geheimnisse uns übersteigen. Nikodemus kommt, weil er auf der Suche ist. Jesus lädt ihn ein zu glauben, nur so wird er dieses neue Leben, das Jesus ihm anbietet, verstehen.

3. Unsere Taufe lässt uns an Jesus glauben. Die Evangelien und die Briefe vom heiligen Paulus stellen klar: Was uns ändert, was den Menschen rechtfertigt, ist der Glaube an Jesus Christus. Zu glauben, dass er Gott ist, dass er aus Liebe zu mir – für uns – Mensch geworden ist und uns von unseren Sünden befreien kann und will. Dies zu Glauben, ist schon eine – die erste – Gnade, aus der alle anderen Gnaden folgen. Das ist die Gnade, die wir am Tag unserer Taufe kostenlos und als Geschenk empfangen haben. Und von dieser Gnade spricht Jesus heute: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Die Taufe ist die größte Gnade, die wir bekommen haben, sie befähigt uns, zu glauben und öffnet uns das Tor zu allen weiteren Gnaden, auch jener des Verstehens.

Gespräch mit Christus: Herr, danke für die Gnade meiner Taufe! Ich bitte für alle, die sich auf die Taufe vorbereiten und für alle Kindern, die in diesen Tagen die Taufe empfangen. (Wenn du Elternteil oder Pate von einem Getauften bist, kannst du zu Jesus sagen: Ich bitte dich für mein Kind, stärke uns durch die Gnade der Taufe. Vielleicht verstehe ich nicht alles, aber ich glaube fest an dich und suche dich mit Herz und Verstand)

Vorsatz: Ich werde Gott mit einem kleinen Opfer eine Freude bereiten oder eine Kerze anzünden, um ihm für meine Taufe zu danken.


Neu beginnen

13. April 2021

Dienstag der zweiten Woche der Osterzeit
Hl. Martin I. Papst, Märtyrer

P. Alejandro Espejo LC

Joh 3,7-15
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche? Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Einführendes Gebet: Jesus, gerne komme ich wieder zu dir, um deine Gegenwart zu genießen. Du weißt um die Herausforderungen, die es in meinem Leben jetzt gibt.

Bitte: Bitte, Heiliger Geist, stärke meinen Glauben. Du kannst mich erneuern, lass mich die Welt mit meinem Glauben neu sehen, wie du sie siehst und mit diesen Herausforderungen nach deinen Eingebungen umgehen.

1. Der Heilige Geist wirkt in uns. Auch wenn wir ihn nicht sehen oder nicht bemerken, ist der Heiliger Geist in uns wirksam. Er bereitet unser Herz, um Jesus zu empfangen, er legt in uns einen Durst nach ihm, eine Sehnsucht nach Liebe. Darum gilt: Die Wandlung unseres Herzens IST möglich! Den Ruf zur Umkehr in uns können wir nicht auslöschen.

2. Der Heilige Geist lehrt uns. Jesus sprich nicht nur darüber, was der Mensch ist, was er tun soll und in seinem Inneren trägt, er spricht auch über die Weisheit in der Schöpfung: All das erlaubt uns, neu zu verstehen, was wir schon gesehen haben. Aber er lehrt uns auch das, worüber nur er uns belehren kann: das Himmlische. Wenn wir diese Worte Jesu verstehen wollen, hilft uns der Heilige Geist dabei, sie zu verstehen und zu glauben. Warum hat Gott uns geschaffen? Was bewegt Gott Vater? Wie ist Gott? Der Heilige Geist offenbart uns die grenzenlose Liebe Gottes zu uns!

3. Nur die Liebe ist glaubwürdig. Die Schlange, die Mose in der Wüste erhoben hat, war ein Vorausbild Jesu am Kreuz. Wenn ich Jesus am Kreuz betrachte, sehe ich den sanftmütigen Hirten, der aus Liebe zu mir und an meiner Stelle die Bestrafung auf sich nimmt, um mich zu befreien. Ich sehe in ihm nicht Hass oder Zorn, sondern Liebe. Wenn er sogar das für mich tut, was wird er dann nicht für mich tun? Ich kann ihm vertrauen, ich kann ohne Angst seine Liebe annehmen. Hans Urs von Balthasar sagte: „Glaubhaft ist nur die Liebe.“

Gespräch mit Christus: Jesus, durch den Heiligen Geist, den ich durch deinen Tod und deine Auferstehung empfangen habe, glaube ich an deine Liebe. Ich weiß, dass du mir die Weisheit schenkst, um mein Umfeld mit neuen Augen zu sehen, um zu erkennen, wie geliebt ich bin und wie ich nach deinem Vorbild lieben kann. Es ist okay, wenn ich nicht alles verstehe, aber lass mich heute doch wissen, wie ich besser lieben kann.

Vorsatz: Ich werde mindestens zwei Personen einen kleinen Dienst oder Gefallen tun.


Die offene Tür zum Herzen des Vaters

14. April 2021

Mittwoch der zweiten Woche der Osterzeit

P. Alejandro Espejo LC

Joh 3,16-21
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Einführendes Gebet: Lieber Vater, hier bin ich, dein Kind. Ich suche Zuflucht, Licht und Kraft bei dir. Durch die Worte deines Sohnes weiß ich, wie sehr du mich liebst. Danke.

Bitte: Jesus, stärke meinen Glauben. Befreie mein Herz von allen Schlacken der Angst vor dir, die es dort noch gibt.

1. So sehr. So sehr. Als kleines Kind habe ich meine Mama gefragt: Wie sehr liebst du mich? Sie breitete ihre Arme ganz weit aus und sagte: „sooo“ und gleich danach hat sie mich fest umarmt. Und wir haben das mehrmals wiederholt. Irgendwann habe ich auch gefragt: Mama, und Gott, wie sehr liebt er mich? Meine Mama war wegen der Frage überrascht, verblieb still und sagte dann zu mir: „Sehr, sicher sehr“ und sie gab mir eine nüchterne Umarmung. Nicht so beruhigend… Nur Jesus kann mir offenbaren, wie sehr mich Gott liebt, und er tut es in dieser Unterhaltung mit Nikodemus. So sehr! So sehr! Worte reichen nicht, um es zu beschreiben. Viel mehr als wir uns vorstellen können! Ja, viel mehr als wir verlangen, ersehnen können. Er liebt uns wie seinen ewigen Sohn! Darum hat er seinen Sohn zu uns als Mensch geschickt, aus Liebe! Und auch er breitet seine Arme am Kreuz aus, um uns seine Liebe zu zeigen. Wenn du das Kreuz betrachtest, sieh diese Arme als Bereitschaft, dich zu umarmen.

2. Gesandt, damit wir glauben. Glaubst du schon, dass Gott dich bedingungslos und unendlich liebt? Dass du, obwohl ein Sünder, von Ewigkeit her gewollt und geliebt bist? Dass du nichts machen musst, um geliebt und angenommen zu sein? Dass du einzigartig, vor seinen Augen unersetzbar bist? Jesus sagt dir heute: Glaube mir und dem, was ich dir heute offenbare. Ich habe den Himmel verlassen, bin Mensch geworden, habe meine Passion und das Kreuz erlitten, damit dieser Moment kommt: dass du glaubst und vertraust, dass ich dich liebe.

3. Das Leben in Jesus. Wenn du an mich glaubst, wirst du immer noch in der Welt Schwierigkeiten haben, aber hab keine Angst, ich bin bei dir. Genieße das Licht, du muss nicht mehr aus Angst vor dem Feind, der Welt, oder anderen Menschen handeln. Sei frei und handle aus Dankbarkeit und Liebe. Lebe das Leben, das ich von Ewigkeit für dich gedacht habe: Die Freiheit der Kinder Gottes.

Gespräch mit Christus: Jesus, danke! Danke für deine Liebe, danke für deine Vergebung, danke für deine Geduld mit mir, danke für deine Heilung, danke für deinen Frieden. Ich glaube, dass du mich liebst.

Vorsatz: Ich werde heute aus Dankbarkeit gegenüber Gott genießen, was ich besonders mag, und auch für das danken, was ich als Opfer bringen kann.


Gott ist nicht mehr fern

15. April 2021

Donnerstag der zweiten Woche der Osterzeit
Hl. Damian de Veuster, Priester, Ordensmann

P. Alejandro Espejo LC

Joh 3,31-36
Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

Einführendes Gebet: Lieber Vater, ich komme zu dir und will hier bei dir bleiben. Ohne Masken, du kennst mich und nimmst mich an, wie ich bin. Ich spüre den Frieden und die Hoffnung, die nur du mir geben kannst.

Bitte: Jesus, stärke meinen Glauben. Lass mich fest an deine Liebe glauben.

1. Oben und unten. Wenn man Kinder bittet, ein Bild von Gott zu malen, stellen ihn die meisten in den Wolken oder über den Wolken dar, „da oben“ in Gegensatz zu uns „hier unten“. Er sieht uns, passt auf uns auf und so ist es gut. Aber wir sind nicht mehr Kinder, wir wollen jemand neben uns haben, „hier unten“, einen, der uns versteht, der uns begleitet und uns rettet. Jesus, komm zu uns und schick uns deinen Geist, sodass wir nicht nur die Geheimnisse von oben kennen, sondern auch verstehen, was wir hier unten tun können und müssen.

2. Denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater gib uns den Heiligen Geist unbegrenzt, das heißt, er nimmt an unserem Leben so viel teil und in ihm so viel Platz ein, wie wir ihm geben. Er „stupst“ nicht, rempelt uns nicht an. Wenn wir auf ihn vertrauen und ihm freie Hand lassen, verwandelt er uns nach dem Vorbild Jesu und bereitet uns für das ewige Leben bei ihm vor. Gott in uns, nicht mehr fern, verwandelt uns und macht uns ihm ähnlich.

3. Das Leben als Kind Gottes. Warum sollte ein Kind, das sich geliebt weiß, nicht gehorchen? Warum sollte es nicht tun, was sein Vater für gut hält? Gehorsam, Vertrauen, Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. All das sind die Früchte des Wirkens des Heiligen Geistes in uns. Ist das nicht genau das, was wir wollen? Genau das will er uns geben.

Gespräch mit Christus: Danke, Vater, für deine Liebe, die mich in einen neuen Menschen verwandelt! Ich kann noch nicht ganz deine Liebe fassen, aber ich versuche, sie jeden Tag tiefer anzunehmen, mehr zu verstehen, und ich freue mich, dass ich dein Kind sein darf. Deine Liebe gibt mir Frieden und Zuversicht.

Vorsatz: Ich werde dem Heiligen Geist mein Herz öffnen und werde bereit sein, mit ihm zu kooperieren.


Die Liebe wirkt Wunder

16. April 2021

Freitag der zweiten Woche der Osterzeit
Hl. Bernadette Soubirous, Seherin von Lourdes, Ordensfrau

P. Alejandro Espejo LC

Joh 6,1-15
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele! Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt. Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Einführendes Gebet: Lieber Vater, Jesus, Heiliger Geist, ich weiß, dass ihr bei mir seid, dass ich von euch geliebt bin. Ich will in eurer Gegenwart bleiben. Ihr wisst, wie es mir geht.

Bitte: Jesus, stärke meinen Glauben. Ich schenke dir, was ich habe. Gib mir ein Herz wie das deine, und lass mich dir helfen.

1. Jesus bemerkt unsere Not. Jesus will diesen Menschen seine Lehre vermitteln, will sie heilen und ihnen die Augen für eine neue Art und Weise zu leben und zu lieben öffnen. Der Meister lehrt mit Leidenschaft. Dennoch vergisst er nicht, dass seine Zuhörer auch Menschen sind, die materielle Bedürfnisse, Hunger haben.

2. Für Gott ist nichts unmöglich. Jesus weiß schon, was ich brauche und was er mir geben will. Für ihn ist nichts unmöglich, er kann alles, und er will mir helfen, und wird mir helfen… wenn auch ich es will. Unsere Freiheit ist das einzige Stopp-Schild, vor dem seine Liebe anhält. Er hat mich frei geschaffen und will, dass ich frei bin. Er wird mich weder zwingen noch überrumpeln. Lasse ich mir von ihm helfen? Öffne ich mich für seine Gnade, seine Vergebung? Glaube ich an ihn, dass er es kann und mit gutem Willen auf mich zugeht?

3. Und dennoch will er, dass wir mit ihm mitwirken. Gott will uns nicht retten ohne uns. Er könnte es, will aber, dass wir es auch wollen. Nur so können wir ihn freiwillig lieben und genau das beabsichtigt er am Ende: dass wir ihn lieben, wie er uns geliebt hat. Die Jünger haben bei diesen Wundern der Brotvermehrung mitgewirkt. Sie haben geglaubt, dass Jesus es vermochte, sie wussten sicherlich nicht, wie er es bewerkstelligen würde, haben aber getan, was er ihnen befohlen hatte. Die Menschen haben Jesus auch geglaubt und sich gruppenweise ins Gras gesessen und darauf gewartet, dass die Apostel auch ihnen Brot brachten. Hatte niemand Angst, dass es nicht genug für alle gäbe? Sicherlich, aber sie haben weiter geglaubt und gesehen, dass, was Jesus versprochen hatte, Realität wurde. Was er sagt, geschieht. Wir haben Gott in unserem Leben schon wirken gesehen. Diese Erfahrung bereitet uns darauf vor, ihm zu helfen und größere Taten der Liebe zu tun. Er will, dass auch wir lieben und dienen. So werden auch andere Menschen durch uns zu seinen Aposteln, die seine Liebe erfahren.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich vertraue auf dich. Ich weiß, dass du für mich sorgst und ich nichts fürchten muss. Bitte hilf mir, und gibt mir, was ich brauche, nicht nur um zu überleben, sondern auch um meine Mitmenschen in deinem Namen zu dienen und sie zu lieben. Ich will dir helfen.

Vorsatz: Ich werde heute mit 2 Personen teilen, was ich habe: Essen, Getränke, Freude (oder was hast du, um es mit anderen zu teilen?)


In stürmischen Zeiten

17. April 2021

Samstag der zweiten Woche der Osterzeit

P. Alejandro Espejo LC

Joh 6,16-21
Als es aber spät geworden war, gingen seine Jünger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren über den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewühlt. Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus über den See ging und sich dem Boot näherte; und sie fürchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.

Einführendes Gebet: Jesus, du sorgst für mich und freust dich, wenn ich zu dir komme. In deiner Gegenwart fühle ich mich wohl.

Bitte: Jesus, stärke meinen Glauben. Lass mich deine Hilfe und deine Gegenwart in meinem Alltag erkennen.

1. Jesus kümmert sich um seine Apostel. Jesus weiß, dass seine Zwölf Apostel gerade viel gearbeitet haben, und die Brotverteilung war sehr mühsam. Er will, dass sie ausruhen, und deswegen schickt er sie ans andere Ufer. Jesus hat gearbeitet und der Arbeit neue Würde verliehen. Produktiv zu sein, kann mit Jesus auch ein Opfer werden, dass Gott gefällt. Aber wir sollen auch ruhen, vor allem am Sonntag – wie Gott am siebten Tag ruhte, sollen wir nach unserer Arbeit ruhen. Jesus will es, es ist keine „verlorene“ Zeit. Oft wird aber diese Ruhe durch eine Versuchung oder eine Krise unterbrochen.

2. Inmitten des Sturms. Jesus war nicht bei den Aposteln, und gerade dann kam der Sturm. Die Apostel haben nicht gebetet, sie wussten nicht, dass Jesus nahe war. Er nähert sich und sagt auch dir: „Hab keine Angst. Ich kenne deine Kämpfe und deine Probleme. Vertraue auf mich und gemeinsam werden wir sie lösen. Der Sturm hat keine Macht über uns, wenn Jesus es nicht erlaubt. Warum erlaubt er es? Damit wir in Glaube und Hoffnung wachsen.

3. Wieder am Ufer. Wenn ich Jesus einlade, bei mir einzusteigen, kommt bald die Lösung, Licht dringt ein in meine Probleme, meine Krisen. Jedes Problem hat seine Dauer, jedes Kreuz sein Ende. Im Moment des Sturms wachsen wir in unserer Beziehung zu Jesus.

Gespräch mit Christus: Jesus, heute will ich nicht so viel denken, sondern mit dir mein Leben leben und mit dir betrachten, was mir Sorgen bereitet. Ich vertraue auf dich. Komm näher zu mir. Bleibe bei mir den ganzen Tag.

Vorsatz: Ich werde heute das Vaterunser beten und um Vertrauen bitten.