Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 21. MĂ€rz 2021 bis Samstag 27. MĂ€rz 2021

FĂŒnfte Woche der Fastenzeit

P. Raphael Ballestrem LC und Ellen Charlotte Petermann

Ein fruchtbares LebenSonntag
Barmherzigkeit will ichMontag
Mit Freude Kind Gottes seinDienstag
Die Wahrheit als SchlĂŒssel zur FreiheitMittwoch
Das JA Gottes und das JA Marias begegnen sichDonnerstag
Jesus, Stein des AnstoßesFreitag
FĂŒr uns aus LiebeSamstag


Ein fruchtbares Leben

21. MĂ€rz 2021

FĂŒnfter Fastensonntag „Judica“

P. Raphael Ballestrem LC

Joh 12,20-33
In jener Zeit traten einige Griechen, die beim Osterfest in Jerusalem Gott anbeten wollten, an Philippus heran, der aus Betsaida in GalilĂ€a stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht auf die Erde fĂ€llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hĂ€ngt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschĂŒttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten ĂŒber diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich ĂŒber die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Herr, wecke in mir den Wunsch nach einem fruchtbaren Leben. Wecke in mir die Sehnsucht, jeden Tag in meiner Freundschaft mit dir zu wachsen.

1. Wir möchten Jesus sehen. Diese Griechen waren Nichtjuden, glaubten an den einen Gott und hielten sich an die Gesetze des Mose. Und sie hatten eine Sehnsucht: Jesus zu sehen. Anderen erging es Ă€hnlich. Herodes hatte Johannes enthaupten lassen und hörte von Jesus. Und siehe da: Er wollte ihn sehen. ZachĂ€us stieg auf einen Baum, auch er wollte ihn sehen. Jesus möchte, dass unser Leben fruchtbar wird. Wenn wir in uns die Sehnsucht wecken, Jesus zu sehen, und sie stĂ€rken, wird unsere Begegnung mit ihm tief und schön sein. Und er kann beginnen, unser Leben sehr fruchtbar zu machen.

2. Der Weg zur Fruchtbarkeit. â€žWenn das Weizenkorn nicht in die Erde fĂ€llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“. Immer wieder sind wir der Versuchung ausgesetzt, unsere eigenen PlĂ€ne und Vorlieben auf den ersten Platz zu stellen. Wir suchen nach Anerkennung und Erfolg. Und ein gemĂŒtliches Leben ist uns auch ganz recht. Erst, wenn wir selber aus der Mitte unserer Interessen verschwinden, kann Gott diesen Platz einnehmen. Das ist ein schmerzhafter Prozess. Aber er ist gleichzeitig heilend. Da beginnt das wahre Leben. Und da beginnen wir, bleibende FrĂŒchte zu bringen. Je mehr unser Egoismus stirbt, umso mehr kann Gott in unserem Leben FrĂŒchte hervorbringen, die bleiben.

3. Gott dienen. Wenn wir uns von unserem Egoismus nach und nach lösen, werden wir frei, um Gott zu dienen. Das Geheimnis der Fruchtbarkeit besteht darin, in Einheit mit Gott zu leben und unseren Willen nach seinem Willen auszurichten. Obwohl er ĂŒber alles herrscht, unterdrĂŒckt Gott seine Diener nicht. Im Gegenteil: Er macht sie groß. Er fĂŒhrt sie zu einem Leben in FĂŒlle. Und das wird unsere grĂ¶ĂŸte Freude sein!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, kurz vor deinem Leiden erinnerst du uns daran, dass es notwendig ist, der SĂŒnde und dem Egoismus zu sterben, um das wahre Leben zu empfangen. Nimm von uns jede Angst. Gib uns die Kraft, die wir brauchen, um uns fĂŒr dich zu entscheiden. ErfĂŒlle unsere Herzen mit tiefer Freude.

Vorsatz: Ich spreche heute ein kurzes Gebet vor einem Kreuz und danke Christus, dass er mir den Weg zur wahren Fruchtbarkeit zeigt.


Barmherzigkeit will ich

22. MĂ€rz 2021

Montag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Sel. Clemens August von Galen, Bischof, Kardinal

P. Raphael Ballestrem LC

Joh 8,1-11
In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frĂŒhen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die PharisĂ€er eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bĂŒckte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnĂ€ckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne SĂŒnde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bĂŒckte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem Anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurĂŒck mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sĂŒndige von jetzt an nicht mehr!

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Herr, du kennst mein Herz. Du kennst die schönen Seiten darin, die GroßzĂŒgigkeit und Liebe. Aber du kennst auch den Egoismus, der sich dort immer wieder breit macht. Gib mir ein neues Herz, ein Herz aus Fleisch, ein barmherziges und liebevolles Herz.

1. Herzen aus Stein. Was war denn mit den Schriftgelehrten und PharisĂ€ern los? Es stimmt natĂŒrlich: Ehebruch verdient kein Lob und ist eine SĂŒnde. Aber darum ging es ihnen nicht, sie hatten etwas anderes im Herzen: Sie wollten Jesus auf die Probe stellen. Es ging ihnen nicht darum, Jesus oder der Frau zu helfen. Sie wollten recht behalten. Das ist die Wurzel der schlechten Gedanken, die uns manchmal umtreiben. Wir wollen nicht mehr dem anderen zu einem Leben in FĂŒlle verhelfen, sondern wir wollen uns in unserer Meinung bestĂ€tigt sehen.

2. Ein Herz aus Fleisch. â€žAuch ich verurteile dich nicht“. Jesus sehnt sich nicht danach, recht zu behalten, sondern ein Herz zu gewinnen. Das ist Liebe. Das ist Barmherzigkeit. Was fĂŒr einen genialen Gott haben wir: Er ist unser Schöpfer. Aber nicht nur das. Er interessiert sich fĂŒr jeden von uns, er liebt uns und ist fĂŒr uns Mensch geworden. Und nicht nur das. Er wirbt um unsere Freundschaft und ist sich nicht zu schade, uns dafĂŒr unsere SĂŒnde zu vergeben. Da zeigt sich die GrĂ¶ĂŸe unseres Gottes!

3. Dein Herz. Was fĂŒr ein Herz hast du? Ist dein Herz schon so gĂŒtig und liebevoll, so barmherzig und langmĂŒtig wie das Herz Jesu? Keine Panik, wenn dein Herz teilweise eher dem der PharisĂ€er und Schriftgelehrten gleicht. Gott kann dein Herz verwandeln. Je mehr du selber seine Barmherzigkeit und sein Erbarmen erfĂ€hrst, wirst du auch selber barmherzig mit deinem NĂ€chsten umgehen können.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, lehre mich, gut ĂŒber die anderen zu denken und das Gute in ihnen zu sehen. Gib mir den Wunsch, ihnen zu helfen.

Vorsatz: Heute tue ich einer Person etwas Gutes, die ich sonst als „mĂŒhsam“ empfunden habe.


Mit Freude Kind Gottes sein

23. MĂ€rz 2021

Dienstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Turibio von Mongrovejo, Bischof

P. Raphael Ballestrem LC

Joh 8,21-30
In jener Zeit sprach Jesus zu den PharisĂ€ern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer SĂŒnde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren SĂŒnden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren SĂŒnden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich ĂŒberhaupt noch mit euch? Ich hĂ€tte noch viel ĂŒber euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bĂŒrgt fĂŒr die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefĂ€llt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, gib mir jetzt die nötige Ruhe, um dein Wort zu betrachten. Erleuchte mich und stĂ€rke mich. Schenke mir die Gnaden, die ich am meisten brauche.

Bitte: Vater im Himmel, wir gehören dir. Du sorgst fĂŒr uns. Du fĂŒhrst uns. Lass mich heute deine Hilfe und FĂŒrsorge erfahren.

1. Der Vater ist da. Jesus gibt uns hier einen Einblick in seine Beziehung mit dem Vater. Er sagt, der Vater habe ihn nie alleingelassen. Alle VĂ€ter, die diese Zeilen lesen, können diese Aussage Jesu hernehmen, um das eigene Leben zu prĂŒfen: Wie ist es um die Beziehung mit meinen Kindern bestellt? Beschenke ich meine Kinder auch damit, ihnen in jeder Lebenslage beizustehen? Als Getaufte sind wir Kinder Gottes. Auch uns lĂ€sst der himmlische Vater nie allein. Er ist bei uns bei Tag und bei Nacht, in Gesundheit und Krankheit, in Leid und Freud. Wie erfĂŒllend ist es, wenn wir rĂŒckblickend seine Gegenwart entdecken.

2. Jesus lebt in Einklang mit seinem Vater. Jesus gibt uns eine wichtige Lektion: Der Plan des Vaters ist grĂ¶ĂŸer und schöner als unsere menschlichen Vorhaben. Das darf uns ermutigen, in unseren großen und kleinen Entscheidungen in erster Linie nach Gottes Plan zu fragen. Vielleicht krempelt das unser Leben um. Aber wie erfĂŒllend ist die Gewissheit, dass meine Arbeit und mein Einsatz dem Plan Gottes fĂŒr mein Leben entsprechen.

3. Nichts soll uns vom Vater trennen. Es ist den PharisĂ€ern so schwergefallen, an Jesus zu glauben. Dabei sehnt er sich danach, dass alle – auch wir – die Erfahrung machen, wie schön und erfĂŒllend die Freundschaft mit Gott ist. Und er kommt, um alles wegzunehmen, was uns von Gott trennen könnte, jede noch so kleine SĂŒnde. Lassen wir uns darauf ein?

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, ich möchte diesen Tag als treuer Sohn/treue Tochter leben. Hilf mir, mein Leben nach deinem Willen auszurichten. Ich vertraue auf deine Hilfe.

Vorsatz: Ich werde heute aufmerksam ein Vaterunser beten und dabei den ganzen Tag dem himmlischen Vater anvertrauen.


Die Wahrheit als SchlĂŒssel zur Freiheit

24. MĂ€rz 2021

Mittwoch der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Ellen Charlotte Petermann

Joh 8,31-42
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine JĂŒnger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die SĂŒnde tut, ist Sklave der SĂŒnde. Der Sklave aber bleibt nicht fĂŒr immer im Haus; nur der Sohn bleibt fĂŒr immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wĂ€rt, wĂŒrdet ihr so handeln wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkĂŒndet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott. Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wĂ€re, wĂŒrdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du kennst mich durch und durch. Du weißt, wie wichtig fĂŒr mich diese Zeit des Gebets ist. Jesus, ich brauche deine NĂ€he und Hilfe so sehr.

Bitte: Jesus, schenke mir die Gnade, heute der Wahrheit, die einzig und allein du bist, nĂ€her zu kommen.

1. Die Wahrheit befreit. â€žWahrheit“ – ein starkes Wort und doch so zerbrechlich! Ein Wort mit hohem Anspruch. Jesus spricht im heutigen Evangelium von Wahrheit und von Freiheit; davon, dass die Wahrheit uns befreit. Jesus ist die Wahrheit, sein Wort ist die Wahrheit, wer auf ihn hört, wer sein JĂŒnger wird, der wird frei. Diese Worte Jesu können wir auch als Einladung zur SelbstprĂŒfung nehmen: Bin ich denn wirklich frei? Gibt es keine Probleme, die ich mit mir herumschleppe, keine Bereiche in meinem Leben, in denen ich diese Freiheit gar nicht habe?

2. Die LĂŒge versklavt. Wer sein Gewissen an eine LĂŒge verkauft hat, lebt in SĂŒnde. Er lebt nicht in der Wahrheit, ist nicht frei. Wenn Jesus im Evangelium sagt, dass der Sklave das Haus verlĂ€sst, meint er damit, der SĂŒnder verlĂ€sst die Kirche, das Haus der Wahrheit, und damit Jesus Christus, der jeden erlösen möchte. Jede SĂŒnde treibt uns noch weiter weg von „zuhause“, von der Wahrheit und versklavt uns immer mehr.

3. Die Sehnsucht nach der Wahrheit. Jedem Menschen hat Gott die Sehnsucht nach der Wahrheit ins Herz gelegt. Wir mĂŒssen uns an diese Wahrheit erinnern, die Wahrheit nĂ€mlich, dass wir ganz zu Gott gehören., dass wir seine geliebten Kinder sind. Gott hat uns seinen Sohn gesandt, Jesus Christus, und wenn wir ihm folgen und nach seinen Gesetzen der Liebe und Demut leben, leben wir in der Wahrheit und das ist der SchlĂŒssel zur Freiheit.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte in der Wahrheit leben und frei sein. Ich möchte mich jeden Tag neu in Freiheit dazu entscheiden, dir zu folgen und nicht meinen egoistischen Vorstellungen nachzulaufen. Hilf mir, wenn ich schwach werde.

Vorsatz: Heute will ich mehrmals am Tag kurz innehalten und das, was ich tue, nach Gottes Willen ausrichten und in seine HĂ€nde legen.


Das JA Gottes und das JA Marias begegnen sich

25. MĂ€rz 2021

VerkĂŒndigung des Herrn
Hochfest

Ellen Charlotte Petermann

Lk 1,26-38
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in GalilĂ€a namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrĂŒĂŸt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak ĂŒber die Anrede und ĂŒberlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: FĂŒrchte dich nicht, Maria, denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebĂ€ren; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird ĂŒber das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird ĂŒber dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich ĂŒberschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn fĂŒr Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte sein wie Maria. In tiefem Vertrauen möchte ich dich genauso in mein Leben aufnehmen, wie sie es getan hat. Meine Liebe zu dir soll immer grĂ¶ĂŸer sein als alle Zweifel und Ängste.

Bitte: Herr, erleuchte mich, damit ich immer mehr das Geheimnis deiner Menschwerdung und die darin verborgene Liebe verstehe.

1. Gott greift ein. Gott sagt JA zu uns Menschen. Er liebt uns bedingungslos. Er sehnt sich nach uns, nach unserer Hinwendung zu ihm, nach unserer Liebe. Gott greift deshalb ein, er möchte mit uns einen neuen und ewigen Bund schließen, indem er als Mensch gewordener Sohn zu uns kommt, in Jesus Christus. Er macht sich ganz klein, ganz hilfsbedĂŒrftig. Er macht sich fĂŒr uns berĂŒhrbar, ein Gott zum Anfassen, als kleines Kind in der Krippe.

2. Gott schaut auf Maria. Gott schaut auf sie, die Muttergottes. Er ist angezogen von Marias Reinheit, ihrer JungfrĂ€ulichkeit. Sie ist die AuserwĂ€hlte, Maria, eine bescheidene, demĂŒtige, einfache und junge Frau. Gott hat Gefallen an Maria und möchte in ihr Mensch werden durch seinen eingeborenen Sohn, Jesus Christus. Und auch Maria hört, prĂŒft und sagt JA, stellvertretend fĂŒr uns alle. So trĂ€gt sie nicht nur ein Kind aus; sie trĂ€gt den neuen Menschen aus, die Hoffnung, das Heil der Welt.

3. Maria, meine Mutter. Gottes JA zu uns und unser JA zu Gott begegnen einander, als der Engel Gabriel Maria die Botschaft bringt und sie Gottes Wort zustimmt. Als menschliche Mutter ist sie bereit, Gottes Sohn anzunehmen und in ihm gelten ihre mĂŒtterliche Liebe und ihr Schutz uns allen. Sie ist ganz erfĂŒllt von der Liebe Gottes, die sie uns weiterschenkt. Sie ist ganz fĂŒr uns da, und wir dĂŒrfen sie immer um Hilfe anrufen. Wir dĂŒrfen uns reich beschenkt wissen und dankbar sein. Wie großzĂŒgig kann ein JA zu Gottes Plan doch sein! Werden wir ihr darin Ă€hnlicher!

GesprĂ€ch mit Christus: GĂŒtiger Gott, ich danke dir, dass zu uns kommst, um uns zu erlösen. In Maria hast du auch uns eine Mutter geschenkt. DafĂŒr preise und lobe ich dich.

Vorsatz: Heute werde ich ein GesĂ€tz vom Rosenkranz fĂŒr alle schwangeren Frauen beten.


Jesus, der Stein des Anstoßes

26. MĂ€rz 2021

Freitag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit
Hl. Liudger, Bischof

Ellen Charlotte Petermann

Joh 10,31-42
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. FĂŒr welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen GotteslĂ€sterung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott. Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann, dĂŒrft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lĂ€sterst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin. Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes ĂŒber diesen Mann gesagt hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, richte in diesem Gebet alle meine Sinne, mein Denken allein auf dich aus. Reinige mein Herz von allen verkehrten und fremdartigen Gedanken, erleuchte meinen Verstand und öffne mein Herz fĂŒr das, was du mir sagen möchtest.

Bitte: Jesus, schenke mir die Gnade, niemals an deinen Worten zu zweifeln.

1. Die Juden können es einfach nicht glauben. Die Juden heben Steine auf und wollen Jesus töten. Sie bezichtigen ihn der GotteslĂ€sterung. Jesu Argumente kommen in den Herzen der Juden nicht an. Er will ihnen erklĂ€ren, dass er seine Werke im Auftrage Gottes getan hat und dass er der Sohn Gottes ist. Aber alles, was Jesus sagen möchte, ist so groß, dass seine aufgebrachten Zuhörer ihn nicht verstehen können. Nur einfache und schlichte Menschen können ihn verstehen, weil das Himmelreich den Weisen und Klugen verborgen bleibt.

2. Die Wahrheit wird Jesus umbringen. Wie fĂŒhlt Jesus sich, wenn er von seinem Volk, das er so sehr liebt, derartig abgelehnt wird? Warum spricht er so lange mit ihnen, obwohl er weiß, dass sie ihn nicht als den Messias annehmen werden? Er möchte ihnen die Möglichkeit geben, umzukehren, an ihn zu glauben und so das ewige Leben zu gewinnen. Es ist eine große Tragödie, dass das jĂŒdische Volk Jesus nicht annahm, die Wahrheit von sich stieß und Jesus hinrichten ließ.

3. Aus Liebe unter dem Kreuz. Jesus ist der Weg zum Vater. Er ist unser Mittler bei ihm. Auch heute gibt es sehr viele Menschen, die nicht an Jesus Glauben. Das wusste er und auch fĂŒr sie ist er am Kreuz gestorben. Weil Jesus jeden Menschen liebt. Aber wie ist es um unseren Glauben bestellt? Ist er unerschĂŒtterlich, solange es uns gut geht? Oder fangen wir an zu wanken, wenn es echte Probleme gibt? Bin ich bereit, Jesus zu folgen, mit und fĂŒr ihn zu leiden? Begleite ich ihn auf dem Kreuzweg aus Liebe bis unter das Kreuz oder kehre ich nach der zweiten Station um? All diese Fragen sollten wir uns gerade in dieser Zeit stellen und sie ganz ehrlich beantworten.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich möchte dich begleiten bis zum Kreuz, weil ich dich sehr liebe. Ich werde mich von Menschen oder UmstĂ€nden, die mich verunsichern wollen, nicht abschrecken lassen.

Vorsatz: Heute werde ich ganz bewusst den Kreuzweg beten.


FĂŒr uns – aus Liebe

27. MĂ€rz 2021

Samstag der fĂŒnften Woche der Fastenzeit

Ellen Charlotte Petermann

Joh 11,45-57
In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den PharisĂ€ern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die PharisĂ€er eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewĂ€hren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige StĂ€tte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht ĂŒberhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser fĂŒr euch ist, wenn ein einziger Mensch fĂŒr das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus fĂŒr das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur fĂŒr das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der WĂŒste zurĂŒck, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen JĂŒngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, wĂ€hrend sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die PharisĂ€er hatten nĂ€mlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhĂ€lt, soll er es melden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, nimm alle GleichgĂŒltigkeit und Feigheit von mir. Schenke mir Kraft, mit dir weiter zu gehen. Das Kreuz ist nicht mehr fern und ich möchte es mit dir teilen.

Bitte: Jesus, schenke mir die Gnade im Kreuz das Heil zu erkennen!

1. Lazarus und die Folgen. Die Auferweckung des Lazarus durch Jesus blieb nicht ohne Folgen. Die JĂŒnger banden sich noch enger an ihn und viele Juden fanden zum Glauben. Sie waren schließlich Zeugen einer Auferstehung gewesen. Ihre Traurigkeit wurde in Freude verwandelt. Aber die Nachricht von diesem Wunder versetzte ganz Jerusalem in Aufruhr. FĂŒr die PharisĂ€er war diese Nachricht eine Schreckensnachricht. Jesus war das GesprĂ€chsthema Nummer 1. Es gab zu viele Zeugen fĂŒr dieses Wunder und deshalb bestand Handlungsbedarf!

2. Der Rat ist ratlos. Jesu Wirken rief eine fĂŒr die Hohepriester unerwĂŒnschte Bewegung hervor und sie hatten Angst, dass sich die Bevölkerung gegen sie stellen könnte. Deshalb beriefen sie eine Versammlung ein und waren erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes ratlos. Jesus verursachte Unruhe. Was sollte man tun? Man wollte auf keinen Fall die Römer verĂ€rgern und ihnen einen Grund liefern, einzugreifen. Also wurde Jesus zum Staatsfeind erklĂ€rt und man beschloss: Er muss weg!

3. Die prophetische Eingebung des Kajaphas. Der Hohepriester Kajaphas hielt es fĂŒr nötig Jesus zu töten, denn, es sei besser, ein Mensch sterbe, als dass ein ganzes Volk zugrunde gehe. Diese Aussage war eine prophetische Eingebung, was Kajaphas jedoch nicht bewusst war. Kajaphas meinte es politisch, aber es war Jesus vorherbestimmt, fĂŒr alle zu sterben, fĂŒr uns alle, um uns zu erlösen. Also „Einer fĂŒr alle“. Wenn dieser eine, Jesus, fĂŒr uns starb, sollte es fĂŒr uns keine Frage sein, ob wir fĂŒr diesen einen-wenn schon nicht sterben, so doch leben wollen!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, bald ist Karfreitag, der Tag an dem du hingerichtet wirst. Mit deinem Tod wirst du nicht nur mich, sondern die ganze Menschheit erlösen. DafĂŒr liebe ich dich sehr, ich danke dir und preise dich. Dein Tod am Kreuz ist mein Heil!

Vorsatz: Ich werde mich - wie immer – aber besonders in der nĂ€chsten Woche bemĂŒhen, kein leichtfertiges Urteil ĂŒber andere Menschen zu fĂ€llen.