Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 7. MĂ€rz 2021 bis Samstag 13. MĂ€rz 2021

Dritte Woche der Fastenzeit

P. Leonhard Maier LC

Meinen Tempel aufrÀumenSonntag
Was willst Du mir sagen?Montag
Meine Beziehungen von Groll befreienDienstag
In Kleinigkeiten spiegelt sich mein WesenMittwoch
Befreit fĂŒr das Leben im Reich GottesDonnerstag
Echte NĂ€chstenliebe durch Liebe zu GottFreitag
Erweckung der Kirche durch SĂŒndenbewusstseinSamstag


Meinen Tempel aufrÀumen

7. MĂ€rz 2021

Dritter Fastensonntag „Oculi“
Hll. Perpetua und Felizitas, MĂ€rtyrinnen

P. Leonhard Maier LC

Joh 2,13-25
Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die VerkĂ€ufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schĂŒttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den TaubenhĂ€ndlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine JĂŒnger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer fĂŒr dein Haus verzehrt mich. Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lĂ€sst du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine JĂŒnger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte. WĂ€hrend er zum Paschafest in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, als sie die Zeichen sahen, die er tat. Jesus aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte sie alle und brauchte von keinem ein Zeugnis ĂŒber den Menschen; denn er wusste, was im Menschen ist.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, wie siehst du mich? Mich interessiert deine Meinung. ErzĂ€hle mir, was du dir denkst, wenn ich jetzt in das Gebet mit dir starte!

Bitte: Mach mich zu einem Tempel, in dem du verherrlicht wirst!

1. Sieh das Chaos in mir! So viel Unordnung in meinem Leben, wo deine Harmonie sein könnte, Christus. So vieles schwirrt herum, ist nicht an seinem Platz, beunruhigt mich. So sieht es aus in mir: feindliche Gedanken fĂŒr meinen Bruder; keinen Fokus auf die wichtigen Themen, die mich weiterbringen und nĂ€her zu dir; ĂŒberflĂŒssige Ablenkungen von wahrer Liebe.

2. Schaffe du das weg! Ich bin zu schwach und habe kaum Willenskraft. Befreie du mich, Jesus, und gib mir Kraft, dir dabei zu helfen. Wie erleichtert darf ich leben, nachdem du die Harmonie und Ordnung in mir wiederhergestellt hast! Ich lade dich ein, Jesus: Stoße in mir alles um, was nicht am rechten Platz steht! Durchflute mich mit deinem mĂ€chtigen Heiligen Geist! Erfrische und belebe in mir den wahren Gottesdienst!

3. Du durchschaust mich. Ich bin gespannt, wie du mich einschĂ€tzt und was du ĂŒber mich zu sagen hast. Du siehst mein Herz. Da brennt ein Feuer fĂŒr dich, Christus. Lass es heute lichterloh und leidenschaftlich deinen ganzen Tempel in mir erhellen und wĂ€rmen! Ich bin bereit dazu! Dieser Tag soll eine festliche Liturgie sein, zu deiner Ehre: mein Sprechen und Denken, mein Gehen und Sitzen, meine Blicke und Gesten.

GesprĂ€ch mit Christus: Quelle und Höhepunkt meines Lebens mit dir ist die Eucharistiefeier, mein Gott. Ich will von ihr her die kommende Woche ordnen lassen. Ich opfere dir die anstehenden sieben Tage auf. Alles soll seinen Platz bekommen, doch die Beziehung zu dir bekommt eine ĂŒberragende Ehrenstellung. Du, Christus, bist meine Nummer Eins.

Vorsatz: Ich ordne mein Zimmer (meinen Schreibtisch, meine Unterlagen, meine TĂ€tigkeiten) so, dass alles an seinen dafĂŒr vorgesehenen Platz kommt. Die Ă€ußerliche Ordnung soll die innere vorbereiten, begĂŒnstigen und widerspiegeln.


Was willst Du mir sagen?

8. MĂ€rz 2021

Montag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Johannes von Gott, OrdensgrĂŒnder

P. Leonhard Maier LC

Lk 4,24-30
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel fĂŒr drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot ĂŒber das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele AussĂ€tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman. Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstĂŒrzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

EinfĂŒhrendes Gebet: Du, das ewige Wort des Vaters, bist zu uns und zu mir gekommen: Geht es mir vielleicht auch so, dass ich dich noch gar nicht aufgenommen habe?

Bitte: Gib mir ein hörendes Herz, damit ich verstehe und annehme, was deine Botschaft an mich ist!

1. Zurechtweisung ist mir spontan zuwider
 Deine Kritik und deine RatschlĂ€ge kannst du fĂŒr dich behalten! So reagiere ich innerlich gerne, wenn mich jemand korrigiert. Ich halte mich fĂŒr einen gerechten und guten Menschen, fĂŒr jemanden, der nichts verbrochen hat. Ich weiß es dem GefĂŒhl nach erst einmal besser als der, der mich zurechtweist. Jetzt will ich mir aber vor Augen halten, dass ich gebrochen bin und Heilung brauche. Ich muss mich heute tatsĂ€chlich bekehren, muss meine Einstellung berichtigen.

2. Jesus, bitte misch dich ein! Jesus, ich erlaube dir, dich in meine Angelegenheiten einzumischen. Ich allein komme nicht weiter. Immer die gleichen SĂŒnden. Immer dieselben Fallen des Teufels, in die ich hineintappe. Kannst du mich nicht mit deiner Kraft befreien? Bin ich zu verhĂ€rtet, um ein neuer Mensch zu werden? Das glaube ich oft nicht, dass heute alles neu werden kann. Doch jetzt sage ich zu dir: „Ich bin bereit“. Fange an, Herr, und gib mir ein neues Herz!

3. Was bewirken deine Worte in mir? Wut beherrscht deine Bekannten, sie wollen dich den Berg hinunterwerfen. Deine Worte können uns nicht kalt lassen. Mir geht es so: Ich will dir glauben, will dich deine Wunder wirken lassen, will dir freie Hand lassen. Theoretisch. Doch dann mĂŒsste ich in der Praxis auf das verzichten, worauf ich „sĂŒchtig“ bin, meine Meinung Ă€ndern und schlechte Angewohnheiten ĂŒberwinden. Genau das will ich heute wagen!

GesprĂ€ch mit Christus: In deiner Heimat glaubte niemand an dich, Christus. Ich als Glied deiner Kirche will es heute trotzdem wagen, damit du in deiner neuen Heimat, in der Kirche, Glauben findest. Ich will dich zum Mittelpunkt dieses Tages machen!

Vorsatz: Der nĂ€chste Mensch, der mir begegnet, soll sich von mir angenommen fĂŒhlen durch mein LĂ€cheln, meine BegrĂŒĂŸung und meine Gesten.


Meine Beziehungen befreien von Groll

9. MĂ€rz 2021

Dienstag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Franziska von Rom, Witwe, OrdensgrĂŒnderin
Hl. Bruno von Querfurt, Bischof, Glaubensbote, MĂ€rtyrer

P. Leonhard Maier LC

Mt 18,21-35
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versĂŒndigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurĂŒckzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurĂŒckzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, wĂŒrgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurĂŒckzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins GefĂ€ngnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die ĂŒbrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrĂŒbt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. HĂ€ttest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben mĂŒssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn ĂŒbergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ja, ich bin verletzt. Verletzt durch die SĂŒnde und verletzt durch Menschen, die selber wiederum unter den Folgen der SĂŒnde leiden. Verletzt starte ich diese Gebetszeit. Ich halte dir, Vater, meine Wunden hin.

Bitte: Ich bitte dich um ein weites Herz, um meinem NĂ€chsten ein „guter Samariter“ zu sein.

1. In den „Klauen“ meiner Unfreiheit. Warum entferne ich mich immer von dir, mein Gott? Ich verstehe mich selber nicht. Ich will das nicht mehr! Ich bin verloren, doch du kannst mich herausziehen aus dem Sumpf meiner schlecht genutzten Freiheit. Jesus, ich vertraue auf dich! Ich bin dir dankbar dafĂŒr, dass du mir meine Schulden nachlassen willst. Gerne nehme ich dein Angebot an.

2. Dein Mitleid nachahmen. Dir Ă€hnlich werden in deinen GefĂŒhlen, mein Gott: Danach habe ich Sehnsucht. Die Armut meiner Mitmenschen nicht verachten oder verurteilen, denn ich bin nicht besser als sie. Auf dem Meer der Welt sitzen wir alle im gleichen Boot, das immer wieder gefĂ€hrlich nahe auf den Ort zutreibt, der die Hölle ist, das Nicht-bei-Gott-sein. Bin ich in dieser Gebetszeit bei dir, Christus? Ohne deine Hilfe stecken ich und wir alle fest in der Hölle der Unfreiheit. Ohne dich gibt es daraus kein Entkommen. Ich will Mitleid spĂŒren mit dem Elend der Menschen. Du, Herr, gibst mir darin ein Beispiel.

3. Losgelöst von Groll und Feindschaft. Wer meine Meinung nicht teilt, den sehe ich schnell als Feind an. Ich tue mich schwer, in Auseinandersetzungen dem „Gegner“ liebevoll und voller FeingefĂŒhl in die Augen zu blicken. Manche spotten oder tuscheln ĂŒber mich, verurteilen mich, ziehen nicht mit mir an einem Strang: Wo das geschieht, will ich die personale WĂŒrde jedes Menschen ins Zentrum rĂŒcken, will alle Beleidigungen gleich vergessen und deinem Reich der Liebe zum Durchbruch verhelfen: in allen meinen Beziehungen.

GesprĂ€ch mit Christus: Mit all meiner Kraft, meiner Leidenschaft, meinen Gedanken und mit den besten Worten will ich jeden Menschen heute annehmen und bejahen. Ich will jeden von meinem Groll und meinen Vorurteilen „befreien“, wie du, Jesus, uns frei machst.

Vorsatz: Ich will demjenigen eine kurze, liebevolle und versöhnliche Nachricht schicken, mit dem ich in letzter Zeit nicht so versöhnlich auseinander gegangen bin.


In Kleinigkeiten spiegelt sich mein Wesen

10. MĂ€rz 2021

Mittwoch der dritten Woche der Fastenzeit

P. Leonhard Maier LC

Mt 5,17-19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfĂŒllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hĂ€lt und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ich will keine halben Sachen in meinem Leben, ich sehne mich nach dem Ganzen, nach der FĂŒlle. Nur ein bisschen meditieren ist mir zu wenig, ich will Gott in die Augen schauen, will Gemeinschaft mit der Quelle allen Lebens.

Bitte: Vater, deine Gesetze bringen Ordnung und Frieden in mein Leben. In mir so viel Chaos. Ich will mich von dir zum bestmöglichen Leben fĂŒhren lassen. Zeig mir den Weg!

1. Meinen Lifestyle korrigieren lassen. Ich frage mich: Werde ich mich an die Regeln des Gesundheitsamts halten, wenn mir die Zehn Gebote oft genug egal sind? Interessiere ich mich etwa mehr fĂŒr die neuesten Pandemie-Abstandsregeln als fĂŒr deinen Willen, Vater? Aber lassen wir das: Ich will aus voller Überzeugung und mit Liebe sowohl die Regeln der Gesellschaft als auch die Gebote des Glaubens erfĂŒllen. Wenn ich in deinem Gotteshaus die Kniebeuge mache, wenn ich das Freitagsfasten halte, wenn ich die Beichte ablege, wenn ich eine Stunde vor der Kommunion nichts esse, wenn ich bei der roten Ampel anhalte: dann immer, um damit meinen Gott groß werden zu lassen. Jede Regeleinhaltung soll mich meinem letzten Ziel ein kleines StĂŒck nĂ€herbringen!

2. Deine Treue gibt mir Zuversicht. Was du uns vorausgesagt hast, wird eintreten. Ich kann nicht mehr mit Misstrauen in die Zukunft blicken, denn du, Jesus, wartest am Ziel der Zeiten. Und was ist mit dem Heute? Ich darf ruhen in der Gewissheit, dass dieser Tag der beste meines Lebens ist, wenn ich ihn bewusst in die Gegenwart meines Gottes versetze. FrĂŒhstĂŒcken zur Ehre Gottes! Arbeiten und helfen, unterhalten und spielen, beten und singen: All das bekommt einen neuen, frischen Sinn, wenn ich darin Christus gefallen will.

3. Kleinigkeiten entscheiden meine Lebensausrichtung. Wie antworte ich dem, der mich korrigiert? Kann ich da liebevoll blicken? Wenn mich das kleine Kopfweh irritiert: Bringe ich trotzdem dem nervenden NĂ€chsten ein gĂŒtiges LĂ€cheln entgegen? Wenn niemand mich sieht: Mache ich trotzdem meine Aufgabe gewissenhaft? Mein Schreibtisch, meine KĂŒche, mein Zimmer und meine Dusche, mein beilĂ€ufiger Kommentar und meine kurze Nachricht: Das sind alles Orte, an denen sich meine wahre GrĂ¶ĂŸe zeigen wird. Eine GrĂ¶ĂŸe, die ich mir von meinem Gott schenken lassen kann.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bin dir nicht egal. Du blickst liebevoll auf meine kleinen Sorgen. Du rufst mich aus dem GefĂ€ngnis meiner begrenzten Sichtweise heraus und hinein in deine Freiheit. Du bist mein Leben in FĂŒlle!

Vorsatz: Heute will ich beim LĂ€uten der Kirchenglocken das Gebet des „Engel des Herrn“ bewusst beten, um meinem Gott in dieser „Kleinigkeit“ die Ehre zu geben.


Befreit fĂŒr das Leben im Reich Gottes

11. MĂ€rz 2021

Donnerstag der dritten Woche der Fastenzeit

P. Leonhard Maier LC

Lk 11,14-23
In jener Zeit trieb Jesus einen DĂ€mon aus, der stumm war. Als der DĂ€mon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem AnfĂŒhrer der DĂ€monen, treibt er die DĂ€monen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stĂŒrzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die DĂ€monen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die DĂ€monen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure AnhĂ€nger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die DĂ€monen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein StĂ€rkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der StĂ€rkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht fĂŒr mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich habe Einstellungen und Gewohnheiten, die in mir die Stimme deiner Gnade verstummen lassen können. Heute komme ich mit dieser meiner Stummheit zu dir und halte sie dir hin. Ich vertraue auf deine Macht!

Bitte: Bitte, Jesus, geh du voran, ich will dir folgen. Ich will nicht, dass wir vorangehen und du uns dann hinterhergehen musst. Deine Wege will ich heute erkennen können und ihnen auch folgen.

1. Meine Einstellung verwandeln lassen. Ja, ich habe meine Meinung. Doch noch wichtiger ist: Ich will durchdringen zur Wahrheit. Insofern ist mein Standpunkt immer revidierbar, ich bin kein AnhĂ€nger von „konservativ“ oder von „progressiv“, von einer Partei, einer Nation oder einer Religion als Brauchtum: Ich will nur die Wahrheit, und zwar ungeschminkt und ganzheitlich. Bitte keine halbe Wahrheit fĂŒr mich! Und deshalb werde ich mich darauf einstellen, meine Meinung heute – ein bisschen wenigstens – zu revidieren. Heute will ich mir ein wahreres Bild von Gott schenken lassen, aber auch von mir selbst und von meinem NĂ€chsten.

2. Keine Übermacht des Bösen mehr. Wir kennen das: Oft resigniere ich und halte Wunder fĂŒr realitĂ€tsfern. Ich habe die Einstellung, dass alles immer schlimmer wird und dass die Menschen sowieso verloren sind. Ich sehe ĂŒberall die SĂŒnde und verliere den Blick fĂŒr das Wirken und Eingreifen Gottes. Doch dir, Jesus, kann keine Macht des Bösen, kein DĂ€mon standhalten. Es geschieht letztlich nur, was du willst, und dein Wille ist immer gut. Ich darf hoffnungsfroh, freudig und enthusiastisch in diesen Tag blicken. Mich, der ich mit Jesus unterwegs bin, erwartet eine goldene Zukunft. Das soll heute meine Einstellung prĂ€gen: Fort mit dir, Schwermut! Weg von mir, ihr Sorgen! Mein König ist der Sieger!

3. Ankommen im Reich Gottes. Ich fahre durch die Landschaft, sehe die anderen Autos, blicke den Menschen in die Augen: Wie besonders glitzert diese Welt, wenn ich Sie als Geschenk Gottes sehen darf. Ich entdecke in der Landschaft das Design Gottes, in den Autos das menschliche Genie, in den Augen meines NĂ€chsten das Abbild Gottes. Ich verstehe immer mehr, wie dieser Gott ist, was Liebe bedeutet und wie ich Jesus nachfolgen kann. Ich muss nicht auf bessere Zeiten warten, denn heute ist der ideale Zeitpunkt. Ich habe die Wahrheit in Person gefunden, Jesus Christus, und darf ihr folgen. Es geht mir wirklich gut!

GesprĂ€ch mit Christus: Jubelnd erahnt mein Herz, dass du, mein Schöpfer, es so gut mit mir meinst. Dieser Tag soll ein Fest sein, eine Wonne, der Liebestaumel eines Kindes, das sich beim himmlischen Papa unendlich aufgehoben weiß. Es kann nichts schief gehen, es wird tĂ€glich schöner.

Vorsatz: Bei der nĂ€chsten Versuchung bitte ich den Heiligen Geist, mir die Kraft fĂŒr die richtige Entscheidung zu schenken.


Echte NĂ€chstenliebe durch Liebe zu Gott

12. MĂ€rz 2021

Freitag der dritten Woche der Fastenzeit

P. Leonhard Maier LC

Mk 12,28b-34
In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das Erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen NĂ€chsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist grĂ¶ĂŸer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den NĂ€chsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit VerstĂ€ndnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich ahne, dass heute ein entscheidender Tag ist. Es macht einen Unterschied, wie ich heute lebe. Was ich heute bin, bestimmt den weiteren Verlauf meines Lebens. Es ist gut, mit dir ins GesprĂ€ch zu gehen. Wir beide mĂŒssen uns austauschen. Ich will heute beim Thema Nummer Eins meines Lebens bleiben und mich wirklich bemĂŒhen, darin Fortschritte zu machen.

Bitte: Mir ist so vieles wichtig, doch dabei soll die oberste PrioritĂ€t meine Beziehung zu dir, Vater, sein. Alle Energie, die ich heute in die ErfĂŒllung meiner Aufgaben stecke, soll dir gelten und soll dich verherrlichen. Schenke mir die Reinheit der Absicht!

1. Geschaffen fĂŒr die Gemeinschaft mit Gott. Eine ganz tiefe Lust darf ich empfinden, wenn mein Leben in Ordnung ist. Wenn jeder Bereich seinen Raum bekommt, wenn Harmonie herrscht zwischen seelischer und körperlicher Gesundheit, zwischen Denken und FĂŒhlen, Geben und Empfangen, Sprechen und Zuhören. Ich habe alles von dir, Gott, erhalten. Ich bin da, weil du mich wolltest. Ich habe unendlich viele Schulden bei dir, doch du verlangst gar nichts. Du erwartest nichts von mir, willst meine Freiheit und mein GlĂŒck – und ja: meine Liebe. Ich vertraue mich dir an. Solange du, Vater, der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens bist, gelingt mein Leben.

2. Kann ein Atheist andere Menschen lieben? Wie könnte mir der NĂ€chste wichtig sein, wenn Gott mir egal ist? Wie könnte ich meine Feinde lieben, wenn ich nicht wĂŒsste, dass Gott auch sie erschaffen hat? So schnell nervt mich jemand und ich empfinde sogar Groll und Neid, bin beleidigt und verletzt. WĂŒrde ich in diesen mir feindlich gesinnten Menschen nicht geliebte Kinder Gottes sehen, was könnte mich davon abhalten, sie zu bekĂ€mpfen? Als JĂŒnger Jesu ist es mir unmöglich, andere Menschen zu bekĂ€mpfen. Ich suche immer ihr Heil.

3. Können Gottesanbeter andere Menschen hassen? Wenn ich sage, dass ich Gott liebe, wie ist es dann möglich, dass ich dem anderen seinen Erfolg nicht aus ganzem Herzen gönne? Gott hat jeden Menschen gewollt und sich mit göttlicher KreativitĂ€t ausgedacht: Wie könnte ich jemals einen SĂŒnder verachten? Vielmehr will ich staunen vor der Einzigartigkeit des anderen, ihm meine WertschĂ€tzung und Verehrung zum Ausdruck bringen, seine Talente fördern; ihn befĂ€higen, dass er zur FĂŒlle seiner Berufung kommen und sich entfalten kann; Gott leidenschaftlich bitten, allen meinen BrĂŒdern und Schwestern in ihren Nöten zu Hilfe zu kommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Vater, weil ich dich anbete, liebe ich alle Menschen. Wir sind SĂŒnder, die alles von dir erwarten. Lass heute meine Liebe zu dir grĂ¶ĂŸer werden und gib mir eine glĂŒhende NĂ€chstenliebe, die sich jetzt gleich ausdrĂŒckt in konkreter Hingabe an ganz konkrete Menschen.

Vorsatz: Der nĂ€chste Mensch, der mir begegnet, soll Christi Liebe spĂŒren durch meine Worte, meine Gesten oder meine Aufmerksamkeit.


Erweckung der Kirche durch SĂŒndenbewusstsein

13. MĂ€rz 2021

Samstag der dritten Woche der Fastenzeit
Hl. Paulina von Paulinzella, KlostergrĂŒnderin
Jahrestag der Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus

P. Leonhard Maier LC

Lk 18,9-14
In jener Zeit erzĂ€hlte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit ĂŒberzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei MĂ€nner gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein PharisĂ€er, der andere ein Zöllner. Der PharisĂ€er stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die RĂ€uber, BetrĂŒger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir SĂŒnder gnĂ€dig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurĂŒck, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Sehnsucht nach einer massiven Erweckung deiner Kirche zu tiefem geistlichen Leben wohnt in mir, Christus. Dass wir einfach eine echte Familie werden, voll Eifer fĂŒr dein Reich! ErfĂŒllt vom Feuer des Heiligen Geistes!

Bitte: Mach aus mir einen Baustein fĂŒr die Erweckung, die du dir fĂŒr die Kirche meiner Region wĂŒnschst!

1. Mein Urteil ĂŒber Andersdenkende. Meine Meinung zu aktuellen Themen finde ich natĂŒrlich viel besser durchdacht als die von der anderen Partei, der anderen Konfession und der anderen Weltanschauung. Und dabei lasse ich mich gerne dazu verleiten, die anderen zu verachten und sie als dumm zu bezeichnen. Geht es mir vielleicht wie dem PharisĂ€er, dass ich mich selbst fĂŒr gerecht halte? Warum heute nicht dem NĂ€chsten mit WertschĂ€tzung und Vertrauensvorschuss begegnen? Warum nicht in dem anderen Jesus sehen und ein Wunderwerk meines Schöpfers?

2. Womit vergleiche ich mich und welchen Maßstab lege ich an? Wenn ich dir danke, Vater, wofĂŒr tue ich das konkret? Ich danke dir dafĂŒr, dass ich so bin, wie du mich geschaffen hast. Ich nehme gerne meine StĂ€rken und meine SchwĂ€chen an und will dir beide als Opfer schenken, das du verwandeln und heiligen darfst. Du, Jesus, lĂ€dst mich ein, wie dein und mein Vater im Himmel zu sein: vollkommen.

3. Ăœber meine SĂŒnden weinen. Aufpassen! Das Schuldbekenntnis am Anfang jeder Eucharistiefeier ist zentral fĂŒr meine Erweckung: In mir muss der alte, gefallene Mensch sterben, damit ich neu geboren werden kann. Entweder tue ich weiterhin meinen Willen oder ich werde ein Tempel des Heiligen Geistes und habe, wie auch er, keine Freude mehr an der SĂŒnde. Ich werde ein Tempel, in dem nicht ich herrsche, sondern der Heilige Geist.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich will diesen tiefen Schmerz empfinden ĂŒber meine SĂŒnden. Du sollst mich neu beleben und erfrischen. Ich will dir Raum schaffen in mir, komm und erfĂŒlle mich mit deinem Heiligen Geist. Ich will in stĂ€ndiger Liebesvereinigung mit dir, Jesus Christus, leben. Ich will dein Tempel sein. Erwecke deine Kirche auch durch mich.

Vorsatz: Ganz bewusst will ich heute das Schuldbekenntnis beten: „Ich bekenne, Gott dem AllmĂ€chtigen, und allen BrĂŒdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
“.