Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 14. Februar 2021 bis Samstag 20. Februar 2021

Sechste Woche im Jahreskreis

Eva GloserovĂĄ, Gottgeweihte Frau im Regnum Christi, und Betti Duda

Begegnung mit einem AussÀtzigenSonntag
Begegnung mit den PharisÀernMontag
Begegnung mit den JĂŒngernDienstag
Die Fastenzeit beginntMittwoch
Nachfolge ChristiDonnerstag
Feiern und FastenFreitag
Jesus ruft die SĂŒnder und KrankenSamstag


Begegnung mit einem AussÀtzigen

14. Februar 2021

Sechster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Cyrill, Mönch, und hl. Methodius, Bischof, Glaubensboten und Schutzpatrone Europas

Eva GloserovĂĄ

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein AussĂ€tziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berĂŒhrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schĂ€rfte ihm ein: Nimm dich in acht! ErzĂ€hl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll fĂŒr sie ein Beweis meiner Gesetzestreue sein. Der Mann aber ging weg und erzĂ€hlte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der StĂ€dte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von ĂŒberallher zu ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, danke, dass ich dir heute begegnen kann, dass ich mit dir sprechen darf, wie ein Kind mit seinem Vater, wie ein Freund mit einem Freund. Ich schenke dir diese Zeit, die du mir selbst geschenkt hast. Vermehre meinen Glauben, stĂ€rke meine Hoffnung, entzĂŒnde meine Liebe. Heiliger Geist, bitte komm und leite mich in diesem Gebet.

Bitte: Schenke mir, Herr, die Gnade, dein Herz besser kennenzulernen, und mach mein Herz dem deinen Ă€hnlich.

1. Ein Mann in großer Not. Das Evangelium erzĂ€hlt heute von einer beeindruckenden Begegnung. Ich kann versuchen, mir die Szene vorzustellen, die Personen anzuschauen – ihre Gesichter, ihre Gesten, ihre Worte zu hören, ihren GefĂŒhlen in mir nachzuspĂŒren: Ein AussĂ€tziger setzt alle seine Hoffnung auf Jesus und kommt mutig zu ihm. Er fĂ€llt vor ihm auf die Knie. - Was sagt das aus? Wie formuliert er seine Bitte? Möchte ich mich vielleicht fĂŒr einen Moment in ihn hineinversetzen und meine eigene Bitte an Jesus richten? Habe ich auch eine Not, die ich Jesus gern offenlegen möchte?

2. Jesus sieht ihn. Ich richte jetzt meine Aufmerksamkeit auf Jesus, der den AussĂ€tzigen anschaut, ihm zuhört, bevor er antwortet. Was bewirkt in ihm, in seinem Herzen, diese Begegnung? Was sieht er? Was spĂŒrt er? Welche Gedanken kommen ihm in den Sinn? Ich kann einen Moment lang in Stille darĂŒber nachdenken, dem nachspĂŒren. Jesus hatte Mitleid mit ihm. Er litt mit. – So schaut Jesus auch mich an, er weiß um meinen Schmerz oder meine Not, er ist nicht gleichgĂŒltig mir gegenĂŒber. Er weiß genau, was sie fĂŒr mich bedeuten. Was bewirkt dieser Gedanke in mir?

3. Jesus streckt die Hand aus und berĂŒhrt ihn. Ich möchte den dritten Teil der Szene betrachten, bewusst, aufmerksam: Jesus streckt die Hand aus und berĂŒhrt den, der sich niemandem nĂ€hern und von niemandem berĂŒhrt werden darf. Wo berĂŒhrt er ihn wohl? Was bedeutet es fĂŒr den Kranken? Jesu Worte sind eine klare Aussage. Er verbindet darin seine Macht mit seiner ZĂ€rtlichkeit: „Ich will es – werde rein.“ Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Ich kann versuchen nachzuempfinden, was sich in dem Mann in diesem Moment alles abgespielt haben muss. Vielleicht kann ich mich auch an einen Augenblick erinnern, in dem mir Gott eine große Gnade oder viel Trost geschenkt hat. Wie war es?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du siehst mich, siehst meine Nöte, meine Freuden und meine Schmerzen. Ich danke dir! Danke, dass du so nah bist und mich so sehr liebst. Gib mir die Gnade, meinen Mitmenschen heute mit Aufmerksamkeit und GĂŒte zu begegnen.

Vorsatz: Ich möchte heute in meinen Begegnungen mit den Menschen jedem meine volle Aufmerksamkeit schenken.


Begegnung mit den PharisÀern

15. Februar 2021

Montag der sechsten Woche im Jahreskreis

Eva GloserovĂĄ, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 8,11-13
In jener Zeit kamen die PharisĂ€er und begannen ein StreitgesprĂ€ch mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden. Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir und möchte dir begegnen. Ich weiß, dass du immer bei mir bist, auch wenn ich dich nicht spĂŒren kann, aber ich weiß auch, dass diese Momente unsere Freundschaft stĂ€rken und vertiefen. Ich danke dir fĂŒr deine Treue. Danke, dass du mich so sehr liebst! Danke, dass du mich mit deiner Weisheit belehrst und mit deiner Macht beschĂŒtzt. Leite mich in diesem Gebet. Und gib mir die Kraft, alles zu ĂŒberwinden, was mich daran hindert, gut zu beten.

Bitte: Jesus, ich möchte dich besser kennenlernen. Lass mich heute ein wenig mehr erkennen, wie du denkst, was du fĂŒhlst, welche Beziehung du mit uns haben möchtest.

1. Ein StreitgesprĂ€ch mit Jesus. Nach der Speisung der Viertausend, schickte Jesus diese Menschen nach Hause, stieg mit seinen JĂŒngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta (vgl. Mk 8,9-10). Dort kommen zu ihm die PharisĂ€er. Ich betrachte die Szene, die Personen, ihre Worte, Gesten, GesichtsausdrĂŒcke
 Warum wollen sie mit ihm sprechen? Sie initiieren ein StreitgesprĂ€ch und fordern von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Warum? Was ist in ihren Herzen? Vielleicht haben sie von anderen gehört, Jesus sei ein Gottesmann, ein Prophet. Dann soll er es beweisen, er soll sie ĂŒberzeugen, weil sie 
 nicht glauben können – oder nicht glauben wollen?

2. Jesus seufzte tief. Jetzt richte ich meine Aufmerksamkeit auf Jesus. Wie reagiert er in dieser Situation? Markus, der viele sehr konkrete Details in seinem Evangelium gesammelt hat, bemerkt, dass Jesus tief seufzte. Was könnte das bedeuten? Was tut ihm so leid? Dann gibt er eine geheimnisvolle Antwort und verlĂ€sst sie. So beendet er das StreitgesprĂ€ch und vielleicht bringt er sie zum Nachdenken. Hartherzigkeit und Unglaube sind Krankheiten der Seele, die viel schwerer als Aussatz zu heilen sind.

3. Ein Zeichen. Jesus hat in seinem öffentlichen Leben viele Zeichen und Wunder mit dem Ziel getan, unserem Glauben zu helfen. Aber sie sollen uns nicht mit Gewalt ĂŒberzeugen oder unseren Glauben ĂŒberflĂŒssig machen. Sie sind eine Einladung, in Jesus Gott Vater zu erkennen, der sich in ihm offenbaren wollte. Jesus selbst ist viel mehr als ein Zeichen, er ist das menschgewordene Wort des Vaters.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du hast gesagt: Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen (vgl. Joh 14,9). Danke, dass du Mensch geworden bist, um uns zu retten und uns den Vater zu offenbaren. Ich vertraue dir und möchte dir meinen Glauben schenken. Gib mir deine Gnade dazu.

Vorsatz: In einem bestimmten Moment des Tages möchte ich ganz bewusst meinen Glauben erneuern, entweder mit einem einfachen Akt in meinem Herzen oder indem ich dazu langsam das Glaubensbekenntnis bete.


Begegnung mit den JĂŒngern

16. Februar 2021

Dienstag der sechsten Woche im Jahreskreis
Die heiligen GrĂŒnder des Servitenordens

Eva GloserovĂĄ, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 8,14-21
In jener Zeit hatten die JĂŒnger vergessen, bei der Abfahrt Brote mitzunehmen; nur ein einziges hatten sie dabei. Und Jesus warnte sie: Gebt acht, hĂŒtet euch vor dem Sauerteig der PharisĂ€er und dem Sauerteig des Herodes! Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten. Als er das merkte, sagte er zu ihnen: Was macht ihr euch darĂŒber Gedanken, dass ihr kein Brot habt? Begreift und versteht ihr immer noch nicht? Ist denn euer Herz verstockt? Habt ihr denn keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu hören? Erinnert ihr euch nicht: Als ich die fĂŒnf Brote fĂŒr die FĂŒnftausend brach, wie viele Körbe voll BrotstĂŒcke habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten ihm: Zwölf. Und als ich die sieben Brote fĂŒr die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten: Sieben. Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?

EinfĂŒhrendes Gebet: Lieber Jesus, jetzt ist mein besonderer Moment, bei dir zu sein. Ich möchte mit dir sprechen, dich betrachten, von dir lernen, denn auch ich möchte dein JĂŒnger sein. Lehre mich zu beten, und lehre mich zu leben, wie es meiner Berufung entspricht. Vermehre meinen Glauben, stĂ€rke meine Hoffnung, entzĂŒnde meine Liebe.

Bitte: Herr, hilf mir, dass mein Glaube nicht etwas Theoretisches bleibt, sondern dass er mich in meinem Alltag begleitet und stĂŒtzt.

1. Jesus ist mit den JĂŒngern allein. Heute betrachten wir wieder eine andere Begegnung zwischen Jesus und den Menschen. Diesmal sind es seine JĂŒnger, die ihn ĂŒberallhin begleiten, seine Predigten gehört und seine Wunder gesehen haben. Das GesprĂ€ch mit den PharisĂ€ern war so rasch zu Ende und vielleicht hat es die JĂŒnger sogar ein bisschen entsetzt und zum Nachdenken gebracht, sodass sie keinen Proviant fĂŒr die nĂ€chste Reise mitgebracht hatten. Erst als Jesus den Sauerteig der PharisĂ€er erwĂ€hnt, fĂ€llt ihr Blick auf das letzte Brot in der Vorratstasche und da empfinden sie große Sorge. – Passiert es manchmal, dass mich eine Kleinigkeit aus dem Gebet herausreißt? Die JĂŒnger haben es auch erfahren


2. Jesus merkt es. Ich versuche, die Szene weiter zu betrachten. Jesus erteilt ihnen eine Lehre. Möglicherweise versucht er, seinen JĂŒngern seine geheimnisvolle Antwort, die er eben den PharisĂ€ern gegeben hat, verstĂ€ndlich zu machen. Statt zuzuhören, starren seine JĂŒnger auf die leere Vorratstasche, vielleicht starren sie auch einander an, um zu klĂ€ren, wer der Schuldige ist oder wer dem Meister mitteilen soll, was geschehen ist. Jesus bemerkt es und kommt ihnen entgegen. Wie trostreich ist es, zu wissen, dass du, Herr, uns immer dort begegnest, wo wir gerade sind. Was bedeutet das fĂŒr mich in diesem Moment meines Lebens?

3. Erinnert euch
 Jesus lĂ€dt die JĂŒnger dazu ein, sich an die großen Zeichen zu erinnern. Wie oft begegnet uns in der Bibel eine Ă€hnliche Einladung: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat
 der Herr vollbringt Taten des Heils
“ (Psalm 103,2.6). Es stĂ€rkt unsere Beziehung mit dem Herrn, uns daran zu erinnern, was wir mit ihm erlebt haben, und es zu meditieren. Welche Erlebnisse mit Gott sind fĂŒr mich wichtig gewesen?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, danke, dass du mir so nah bist, dass du mich kennst und mich verstehst. Hilf mir, dass ich dein Wirken in meinem Leben mehr und mehr entdecken kann.

Vorsatz: In einem Moment des Gebets möchte ich Gott ausdrĂŒcklich fĂŒr etwas loben, was er fĂŒr mich getan hat.


Die Fastenzeit beginnt

17. Februar 2021

Aschermittwoch

Eva GloserovĂĄ, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 6,1-6.16-18
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: HĂŒtet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die TĂŒr zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trĂŒbseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, heute fĂ€ngt die Fastenzeit an. Möge sie mir helfen, dir nĂ€her zu kommen, auch durch diese Meditation. Beruhige mein Herz, öffne meine Seele fĂŒr dein Wort, erleuchte und stĂ€rke mich durch deinen Heiligen Geist!

Bitte: Herr, bereite mein Herz durch dieses Gebet fĂŒr die vierzig Tage der Fastenzeit vor.

1. Almosen, Gebet und Fasten. In dieser Bibelstelle spricht Jesus ĂŒber die drei traditionellen Mittel, deren hĂ€ufigen Gebrauch die Kirche fĂŒr diese Jahreszeit besonders empfiehlt: mit BedĂŒrftigen zu teilen, Gott unsere Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und uns in Entsagung zu ĂŒben. Welche Beziehung habe ich dazu? Sind sie ein Teil meines christlichen Lebens, oder sind sie mir eher fremd? Ich kann darĂŒber mit Jesus sprechen.

2. Macht es nicht wie die Heuchler! Es geht nicht nur darum, was ich tue, sondern auch darum, wie und warum ich es tue. Es geht um mein Herz: Wenn mein Almosen, meine Gebete und mein Fasten ein ehrliches Geschenk an Gott und meinen NĂ€chsten sind, dann wĂ€chst mein Herz in der Liebe. Wenn sie mich eher dazu bringen, mich mit mir selbst zu beschĂ€ftigen oder andere zu beeindrucken, dann sollte ich vielleicht etwas daran Ă€ndern. Jesus, wie siehst du mein Herz?

3. Dein Vater und das Verborgene. Es kann sein, dass ich mich wie so viele Menschen in heutiger Zeit nach einer BestĂ€tigung sehne. Jesus zeigt mir, wo ich immer geliebt, geschĂ€tzt und bestĂ€tigt bin: im Herzen meines himmlischen Vaters. Er sieht meine Hingabe, meine gute Absicht, sogar meine Liebe, auch dort, wo sie meine Mitmenschen manchmal nicht wahrnehmen können. Im Vertrauen auf ihn kann mein Herz zu Ruhe kommen.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, ich vertraue dir diese Fastenzeit an. Hilf mir, sie mit dir zu leben, unter deinem liebenden Blick, in deiner Wahrheit.

Vorsatz: Ich könnte heute Gott eine Freude machen, um die nur er allein weiß.


Nachfolge Christi

18. Februar 2021

Donnerstag nach Aschermittwoch

Eva GloserovĂĄ, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Lk 9,22-25
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen JĂŒngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein JĂŒnger sein will, der verleugne sich selbst, nehme tĂ€glich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nĂŒtzt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein himmlischer Vater, du bist immer bei mir, auch in diesem Moment. Ich möchte still werden und dein Wort hören. Erleuchte meinen Verstand und entzĂŒnde mein Herz. Ich vertraue auf dich.

Bitte: Schenke mir die Gnade, besser zu verstehen, worin fĂŒr mich die Nachfolge Jesu besteht.

1. Jesus, der Weg. In welchem Moment spricht Jesus diese Worte? FĂŒr die JĂŒnger könnte es wie ein Höhepunkt seines öffentlichen Wirkens erscheinen: Jesus hat viel gepredigt, viele geheilt, zweimal Brot vermehrt und seine JĂŒnger sind begeistert von ihrer ersten Aussendung zurĂŒckgekommen. Petrus hat Jesus ausdrĂŒcklich als den Messias Gottes bekannt. Der Meister fĂŒgt jetzt hinzu, dass auch Leid und Tod zu seinem Weg gehören, wie bei uns allen. Aber die Auferstehung hat das letzte und entscheidende Wort! Was bewirken diese Gedanken in mir?

2. Die JĂŒngerschaft. Im zweiten Teil des Textes spricht Jesus alle an. Er spricht eine offene Einladung aus, auch fĂŒr die, die bereits zu seinen JĂŒngern zĂ€hlen. Er möchte vor ihnen nicht verbergen, welche AnsprĂŒche seine Nachfolge stellt: Es geht nicht nur darum zu lernen, Jesus zu betrachten, sondern auch darum, so zu leben, wie er gelebt hat, in meinen eigenen UmstĂ€nden. Worin besteht gerade mein Kreuz, das ich tragen soll? Wo spĂŒre ich die Einladung Gottes, mich selbst zu ĂŒberwinden?

3. Gewinne ich meine Seele? Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh 14,6). Er möchte, dass ich das ewige Leben erlange, und zeigt mir den Weg. Allerdings spĂŒre ich in mir auch Impulse, egoistisch zu sein oder zu sĂŒndigen – Dinge, denen gegenĂŒber ich nicht neutral bleiben kann: Entweder stelle ich mich dagegen oder sie reißen mich mit. Vielleicht habe ich schon erfahren, wie die mĂŒhsame Überwindung einer Versuchung mir spĂ€ter Freude und Frieden gebracht hat.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke fĂŒr deine Einladung, dir nachzufolgen. Schenk mir die Kraft dazu! Lass nicht zu, dass ich mich tĂ€uschen lasse.

Vorsatz: Ich kann heute ein kleines Opfer bringen.


Feiern und Fasten

19. Februar 2021

Freitag nach Aschermittwoch

Eva GloserovĂĄ, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 9,14-15
In jener Zeit kamen die JĂŒnger Johannes‘ des TĂ€ufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine JĂŒnger nicht, wĂ€hrend wir und die PharisĂ€er fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die HochzeitsgĂ€ste trauern, solange der BrĂ€utigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der BrĂ€utigam genommen sein; dann werden sie fasten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Hier bin ich, Herr, du hast mich gerufen! Sprich, Herr, ich möchte dich hören. Es ist ein Geschenk, mit dir ins GesprĂ€ch kommen zu dĂŒrfen. Ich lobe dich und danke dir.

Bitte: Gib mir die Gnade, mein Leben immer mehr im GesprĂ€ch mit dir zu verbringen.

1. Warum fasten deine JĂŒnger nicht? Die JĂŒnger Johannes des TĂ€ufers kamen zu Jesus mit dieser Frage, die auch ein gewisses Entsetzen und Empörung in ihnen verrĂ€t. Wer ist dieser Rabbi, der fĂŒr die Seinen Brot und Fische vermehrt und Wasser in Wein verwandelt? Sollten sie sich nicht mit weniger zufrieden geben? Sollten sie sich nicht in Entsagung ĂŒben? Warum machen sie es nicht wie wir? Unser fröhlich-christlicher Lebensstil kann in unserem Umfeld auch solchen Ärger hervorrufen. Oder ich selbst kann ihn in Bezug auf andere spĂŒren. Wie klug ist es, in solchen Situationen einfach nachzufragen!

2. Die Hochzeit und der BrĂ€utigam. Mit seiner Antwort gibt Jesus etwas Preis, worauf sie nicht vorbereitet waren: Er offenbart sich! – Oder hatten sie es doch geahnt und ihre Frage ging in diese Richtung? Durch das Bild von der Hochzeit lĂ€sst Jesus sie verstehen, dass die messianische Zeit bereits da und er selbst der Messias ist. So eine große Freude, die ErfĂŒllung der Hoffnung Israels – das ziemt sich groß zu feiern. Was haben die JĂŒnger des Johannes in diesem Moment gespĂŒrt? Der Messias ist endlich da!

3. Alles hat seine Stunde (Koh 3,1). Es gibt Tage, um Feste zu feiern, aber es gibt auch Fastentage. Wie heute, Freitag, wenn wir uns an Jesu Leiden und Tod erinnern. Beides hat Platz in meinem Leben, manchmal sogar eng nebeneinander. In Freud und Leid begleitet mich der Herr. Wie erfahre ich das heute?

GesprĂ€ch mit Christus: Mein Jesus, danke, dass du gekommen bist, um uns die Freude der Erlösung zu bringen. Hilf mir, jeden Moment meines Lebens mit dir und in FĂŒlle zu leben, sei es, dass wir feiern oder fasten.

Vorsatz: Bei etwas, was ich heute tue, möchte ich mich daran erinnern, dass Jesus bei mir ist und es mit ihm tun.


Jesus ruft die SĂŒnder und Kranken

20. Februar 2021

Samstag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hl. Korona, MĂ€rtyrin

Betti Duda

Lk 5,27-32
In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab fĂŒr Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere GĂ€ste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die PharisĂ€er und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen JĂŒngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, du sehnst dich danach, mir jetzt zu begegnen. Öffne mein Herz fĂŒr deine Gegenwart, wenn du nun auch mich siehst und zu mir „Folge mir nach“ sprichst. Komm mir entgegen und richte mein Inneres ganz auf dich aus, damit ich dir mit Vertrauen so begegnen kann, wie ich jetzt bin.

Bitte: Lass mich erfahren, wie sehr ich dich brauche und wie sehr du dich danach sehnst, mein Erlöser zu sein.

1. Folge mir nach! Jesus sah einen Zöllner dasitzen, einen BetrĂŒger, der sich an anderen bereichert und von der Gesellschaft dafĂŒr (fast verstĂ€ndlicherweise) abgelehnt wird, als er seiner Arbeit nachging. Wie muss der Blick Jesu auf ihn gewirkt haben? Er wusste genau um sein Leben, was in ihm vorging, um seine Schuld. Mit wie viel Mitleid und Liebe muss er ihn angeschaut haben, obwohl er in diesem Moment vielleicht sogar ein Unrecht beging? Welches Vertrauen und welche Kraft muss Jesus ausgestrahlt haben! Wie klangen wohl Seine Worte „Folge mir nach!“? Was muss in MatthĂ€us in diesem Moment vorgegangen sein, dass er einfach aufstand und ihm nachfolgte? Bin ich mir bewusst, dass Jesus trotz meiner Schuld genauso auch auf mich blickt und ebenso auf meine Mitmenschen? Lasse ich mich von seinem Blick und seiner Einladung ebenso aufrichten, um ihm nachzufolgen?

2. Der PharisĂ€er in mir. Die PharisĂ€er mĂŒssen sehr empört gewesen sein, als sie Jesus und seine JĂŒnger beim Festmahl mit Menschen sahen, die ganz offensichtlich SĂŒnder, Zöllner oder BetrĂŒger waren. An ihrer Reaktion erkenne ich auch den kleinen PharisĂ€er in mir, der sich schnell ĂŒber andere erhebt, neidisch wird und ĂŒber andere urteilt. Der polnische Primas Kardinal WyszyƄski sagte einmal: Achte jeden Menschen, denn Christus lebt in ihm [
] Denke gut ĂŒber jeden. BemĂŒhe dich, selbst im Schlimmsten etwas Gutes zu finden.

3. GlĂŒckliche Schuld. Jesus hat keine Angst vor SĂŒnde und Krankheit, er begibt sich sogar mitten in sie hinein. Er ist vielmehr ein Freund der SĂŒnder und Kranken, denn ohne dieses Übel wĂ€re die Erlösung ĂŒberflĂŒssig. Je mehr ich mir meines eigenen Elends bewusst bin und der Tatsache, dass ich „den Arzt brauche“, ganz und gar von ihm abhĂ€ngig bin, desto bereitwilliger und besser kann er mir Arzt und Erlöser sein. Denn dazu ist er, wie er selbst sagt, gekommen. An Ostern werden wir im Exsultet sogar von der „felix culpa“, der glĂŒcklichen Schuld hören, ohne die wir nicht einen solchen Erlöser hĂ€tten. Auf welch barmherzige Weise haben das wohl die GĂ€ste bei dem Festmahl im Haus des MatthĂ€us erfahren? Wo in meinem Leben, in welcher SĂŒnde, in welcher Krankheit, brauche ich gerade besonders den Herrn?

GesprĂ€ch mit Christus: Danke, Jesus, dass du immer gleich auf mich schaust und mich immer wieder neu einlĂ€dst, dir zu folgen. Du weißt, wo ich krank, schwach und sĂŒndhaft bin und möchtest genau dort hinkommen. Schenke mir großes Vertrauen auf deine Barmherzigkeit.

Vorsatz: Ich möchte den Herrn bitten, mir in einer konkreten SchwĂ€che Arzt und Erlöser zu sein.