Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 24. Januar 2021 bis Samstag 30. Januar 2021

Dritte Woche im Jahreskreis

Br. Peter Hemm LC und Br. Daniel Flores MondragĂłn LC

Eine unvergessliche BegegnungSonntag
Ein hoffnungsloser CholerikerMontag
Faszination JesusDienstag
Die verschiedenen Arten von BödenMittwoch
Licht unter dem Bett?Donnerstag
Gottes ReichFreitag
Wir wollen ans andere Ufer hinĂŒberfahrenSamstag


Eine unvergessliche Begegnung

24. Januar 2021

Dritter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Franz von Sales, Bischof, OrdensgrĂŒnder, Kirchenlehrer, Mystiker

Br. Peter Hemm LC

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes den TĂ€ufer ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach GalilĂ€a; er verkĂŒndete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nĂ€mlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein StĂŒck weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater ZebedĂ€us mit seinen Tagelöhnern im Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr Jesus, zu Beginn dieser Gebetszeit möchte ich dir einfach einmal danken. Ich möchte still werden und mich an die vielen Gnaden erinnern, die du mir schon geschenkt hast; heute, gestern, letzte Woche, dieses Jahr, in meinem Leben. Ich danke dir fĂŒr so viel! Du bist so wunderbar, o Jesus! Danke fĂŒr deine Liebe zu mir. Danke fĂŒr den Glauben, durch den auch ich mit Liebe dir entsprechen kann.

Bitte: Schenke mir die Gnade, dir innig mit ganzem Herzen zu begegnen.

1. Einzigartig. Was fĂŒr eine unglaublich anziehende Persönlichkeit Jesus doch ist! Welche Strahlkraft seiner Augen, seiner Haltung, seiner ganzen Person! Wie faszinierend ist dieser Mensch, der so gar nicht in ein normal menschliches Schema passt! Jesus zieht alle Menschen, die sich auf ihn einlassen, in seinen Bann. Er zeigt ihnen eine Tiefe in seinem Menschsein, die unsere eigene Erfahrung von dem, was es heißt, Mensch zu sein, völlig ĂŒbersteigt. Die JĂŒnger folgen ihm nach, weil sie etwas sehen, das sie sich nicht erklĂ€ren können. Jesus, ich möchte dich anschauen, dich mir vorstellen und mich von dir faszinieren lassen.

2. Unaufdringlich. Wie ruft Jesus hier in seine Nachfolge? Wie geht er auf die Menschen zu, die er zu grĂ¶ĂŸerem Vertrauen, brennenderer Liebe und entschiedenerer Nachfolge einlĂ€dt? Gott zwingt nicht, sondern spricht das Herz an. Er tritt in das Leben der Fischer ein und spricht sie dort an, wo sie stehen: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ Ein kurzes und sanftes, doch auch entschiedenes „Komm, folge mir nach!“ ist alles, was wir hier aus Jesu Mund hören. Er spricht in erster Linie nicht zu unseren Ohren, sondern zu unserem Herzen. Jesus, hilf mir, deine leise Stimme in meinem Herzen zu vernehmen. Wo möchtest du mir etwas sagen?

3. ErfĂŒllend. Jesus kennt uns durch und durch. Er weiß um unsere WĂŒnsche und tiefen SehnsĂŒchte. Er möchte uns nicht einfach nur irgendetwas geben (was unser Herz gar nicht wirklich erfĂŒllen kann). Er möchte sich selbst schenken und uns mit seiner Liebe erfĂŒllen. Deswegen lĂ€dt er in seine Nachfolge ein. – Nein, nicht nur die Priester und Ordensleute! Er sagt zu uns allen: „Komm, folge mir nach!“, da er auf diese Weise jedem von uns im tiefsten seines Herzens begegnen und ihn mit seiner Liebe erfĂŒllen kann.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, danke! Danke, dass du mich so liebst! Danke, dass du mich ganz heil und erneuert machst. Danke, dass du mich erfĂŒllst! Ich möchte dir begegnen. Offenbare dich mir und sprich auch zu meinem Herzen. Lass mich dir begegnen. Hier bin fĂŒr dich!

Vorsatz: Heute möchte ich mit jemandem kurz (eventuell auch lang) ĂŒber Jesus oder den Glauben reden.


Ein hoffnungsloser Choleriker

25. Januar 2021

Bekehrung des Hl. Apostels Paulus
Fest

Br. Peter Hemm LC

Mk 16,15-18
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkĂŒndet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lĂ€sst, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie DĂ€monen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die HĂ€nde auflegen, werden gesund werden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir und ich steh vor dir so, wie ich bin. Alles, was mich bewegt, lege ich vor dich hin. Herr, ich komme zu dir und ich schĂŒtte mein Herz bei dir aus. Was mich hindert ganz bei dir zu sein, rĂ€ume aus. (Lied: Herr, ich komme zu dir)

Bitte: Jesus, begegne auch mir, wie du damals dem heiligen Paulus begegnet bist. Verwandle auch mein Herz, wie du damals das seine verwandelt hast.

1. Ganz oder gar nicht. Paulus ist ein sehr interessanter Heiliger. FĂŒr ihn gibt es keine 80, 90 oder 95 Prozent. Er ist davon ĂŒberzeugt, dass die Christen gegen das Gesetz Mose verstoßen, also geht er brutal gegen sie vor und lĂ€sst sie umbringen. SpĂ€ter begegnet er Jesus, empfĂ€ngt von ihm Vergebung und ist ab diesem Augenblick ein nicht zu bremsender Apostel. Der Glaube ist ihm so wichtig, dass es keine Kompromisse, Ausreden oder Halbherzigkeiten gibt. Er legt sein ganzes Herzblut in das hinein, was er als Willen Gottes erkannt hat.

2. Der Glaube heilt. Jesus sagt im heutigen Evangelium nicht: „Wenn ihr glaubt, werdet ihr folgende Zeichen tun“, sondern „durch die, die zum Glauben gekommen sind
“. Der Glaube im Menschen macht das Wunder möglich. Der Mensch ist dabei nicht der Protagonist, sondern Gottes Kraft wirkt durch den Glauben. Paulus hat die durch ihn gewirkten Wunder und seine Missionsreisen nicht aus eigener Kraft gestemmt, sondern empfing seine Kraft von Gott dank seines Glaubens. Oft kann uns das Leben ĂŒberfordern: „Das wird mir jetzt zu viel; das schaffe ich nicht mehr.“ Woher schöpfen wir die Kraft, um weiterzumachen? – Bewirkt der Glaube Wunder in meinem Leben? Gibt er mir Kraft fĂŒr den Alltag?

3. Die Liebe Christi drĂ€ngt uns. Das war das Lebensmotto des Paulus nach seiner Bekehrung: Die Liebe Christi drĂ€ngt uns (2 Kor 5,14)! Paulus ist nur noch auf Jesus fixiert: Was freut Jesus? Wozu lĂ€dt er mich ein? Was erhofft er von mir? Was wĂŒrde er jetzt an meiner Stelle tun? In jedem Moment rĂŒckt Jesus ins Zentrum; Paulus selbst aber spielt keine Rolle mehr. Wie schön ist es, solch eine selbstlose, brennende Liebe zu Gott in seinem Herzen zu haben!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, es ist mir ein RĂ€tsel, wie dich jemand so innig lieben kann, dass er das alles tut, was der heilige Paulus getan hat. Wie viel Kraft musst du ihm durch diese Erfahrung deiner Liebe ins Herz gegeben haben! Schenke mir die Gnade, deine Liebe innig zu erfahren, damit auch ich nur fĂŒr dich und meine Mitmenschen lebe.

Vorsatz: Heute werde ich ganz bewusst das Credo beten.


Faszination Jesus

26. Januar 2021

Hl. Timotheus und Titus, Bischöfe, ApostelschĂŒler
Gedenktag

Br. Peter Hemm LC

Mk 3,31-35
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine BrĂŒder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen Jesus herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine BrĂŒder stehen draußen und fragen nach dir. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine BrĂŒder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine BrĂŒder. Wer den Willen Gottes erfĂŒllt, der ist fĂŒr mich Bruder und Schwester und Mutter.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, du nennst auch mich deinen Bruder, deine Schwester, dein geliebtes Kind. Mit demselben Vertrauen möchte ich jetzt zu dir kommen. Du bist nicht irgendein fremder, weit entfernter Gott, sondern mein Vater, mein Bruder und Freund. StĂ€rke mein Vertrauen, damit ich mich fĂŒr deine Liebe öffne.

Bitte: Jesus, lass mich deine Liebe erfahren. Schenke mir die Gnade, deinen liebenden Blick wahrzunehmen.

1. Jesus, ein Mann im Hier und Jetzt. Es ist immer wieder faszinierend, sich in Bibelstellen wirklich hineinzuversetzen. Auch hier scheint Jesus sich so ganz anders zu verhalten, als wir es oft im Alltag tun. Jesus steht da, in sein weißes Gewand gehĂŒllt, inmitten einer großen Gruppe MĂ€nner und Frauen, die dicht an dicht gedrĂ€ngt um ihn herumsitzen. Der ganze Raum ist voller Menschen und in den GĂ€ngen drĂ€ngen sich weitere. Alles ist mucksmĂ€uschenstill. Auch Jesus macht gerade eine Pause und schaut die Menschen der Reihe nach an. Außer den Menschen um ihn herum ist fĂŒr ihn in diesem Moment nichts von Bedeutung – diese Frau, dieser Mann, dieses Kind. Jesus fasziniert durch seine Persönlichkeit, durch sein Auftreten und seine Ausstrahlung. Betrachten wir ihn!

2. Welch ein Blick! Da geht eine Bewegung durch die Gruppe: Ein Mann steht plötzlich auf, bahnt sich einen Weg durch die dicht an dicht sitzende Gruppe und geht nach draußen. Der Blick Jesu hat etwas in ihm bewegt. Er muss sein Leben in Ordnung bringen. Dieser Streit, dieses Laster, diese AnhĂ€nglichkeit stören ihn in der Gegenwart Jesu und wĂŒhlen sein Inneres auf. Doch der Blick Jesu in seine Augen und sein Herz ist keineswegs ein richtender. Es ist vielmehr ein liebender Blick, der so vorbehaltlos und liebevoll ist, dass vor seiner Reinheit jede kleine Unvollkommenheit umso mehr schmerzt. Wer jedoch diesen Blick bis in sein Herz dringen lĂ€sst, der erfĂ€hrt auch tiefen Frieden, erfĂŒllende Freude, innige Liebe. Welch ein Blick!

3. Liebe fĂŒr alle. Wie groß ist diese Liebe Jesu! Wie ĂŒbergroß und alles Menschliche ĂŒbersteigend! Er schenkt und schenkt sich in ihr, allen gleich, ohne Unterschied. Jesu liebevoller Blick gilt allen ohne Unterschied, ob er seine leibliche Mutter oder einen ganz Fremden anschaut. Er schenkt sich jedem immer ganz und gar, und nach dem Maß, wie seine Liebe aufgenommen wird. Seine Liebe ist fĂŒr alle gleich!

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, wow! Ich bin ganz und gar fasziniert von dir. Wie kann ein Mensch so sehr lieben? Wie ist es möglich, dass du fĂŒr jeden einzelnen so viel Liebe ĂŒbrighast? Wie kann das sein, dass du mich so sehr lieben möchtest wie Maria, die so schön, so heilig, so einzigartig ist? Jesus, du faszinierst mich. Du bist so wunderbar! Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich möchte dich einfach betrachten, deinen Blick auf mich wahrnehmen und mich fĂŒr deine Liebe öffnen.

Vorsatz: Heute möchte ich allen meinen Mitmenschen mit einer Einstellung der Liebe begegnen.


Die verschiedenen Arten von Böden

27. Januar 2021

Mittwoch der dritten Woche im Jahreskreis
Hl. Angela Merici, OrdensgrĂŒnderin
Sel. Paul Josef Nardini, OrdensgrĂŒnder

Br. Daniel Flores MondragĂłn LC

Mk 4,1-20
In jener Zeit lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein SĂ€mann ging aufs Feld, um zu sĂ€en. Als er sĂ€te, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der SĂ€mann sĂ€t das Wort. Auf den Weg fĂ€llt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesĂ€t wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fĂ€llt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbestĂ€ndig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrĂ€ngt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fĂ€llt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trĂŒgerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesĂ€t, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, heute komme ich zu dir und trete vor dich hin. Du kennst mich und meine UmstĂ€nde tiefer und besser als ich selbst. Ich lege mein Leben in deine HĂ€nde, denn es soll wie Ton in den HĂ€nden seines Töpfers sein. Hilf mir zu erkennen, was du heute von mir willst.

Bitte: Hilf mir, Jesus, meine Seele darauf vorzubereiten, dein Wort zu empfangen; die Dornen zu entfernen, die es ersticken; die Steine zu entfernen, die es daran hindern, wirklich in mein Leben einzutreten.

1. Die Körner auf dem Weg. Die Straße ist ein Ort, an dem jeder vorbeikommt, jeder benutzt sie und niemand kontrolliert, wer ausgeht und wiederkommt. Ein Leben am Wegesrand könnte fĂŒr ein Leben im Schein stehen, fĂŒr ein Haschen nach Moden, GeschmĂ€ckern und VergnĂŒgungen, die kommen und gehen, die nicht unbedingt schlecht sind, die aber Gottes Stimme ĂŒbertönen. Manchmal ist es notwendig, sich an einen einsamen, weniger geschĂ€ftigen Ort zu begeben, um in die IntimitĂ€t mit Gott einzutreten und in der Beziehung zu ihm zu wachsen.

2. Der felsige Boden und die Dornen. Ein Land, in dem es Steine und Dornen gibt, ist kein schlechtes Land, aber es ist ein Land, das VerĂ€nderung und Pflege braucht. Ein Mensch mit einem Leben, in dem es „Steine“ und „Dornen“ gibt, ist kein schlechter Mensch. Es ist ein Mensch, der Umkehr braucht, auch eine radikale Umkehr. „Steine“ und „Dornen“ könnten Groll, Laster oder einfach ĂŒberflĂŒssige Dinge darstellen, die allesamt losgelassen werden mĂŒssen, damit der Same des Wortes keimen und gut Wurzel fassen kann. Sonst wird er sich, selbst wenn er keimt, nicht entwickeln. Diese Umkehr besteht nicht nur aus einem Willensakt, sondern auch darin, Gottes Gnade zu erbitten und hart daran zu arbeiten, die Dinge radikal zu Ă€ndern.

3. Der gute Boden. Niemand kann sich rĂŒhmen, Jesus in seiner Seele einen gĂ€nzlich guten Boden anzubieten, aber es gibt Menschen, die danach streben, das zu tun. Ein gutes Beispiel sind die Heiligen. Sie waren keine außergewöhnlichen Menschen, sondern gewöhnliche Menschen, die sich wirklich bemĂŒhten, den Samen des Wortes Gottes in ihr Herz und ihr Leben eindringen zu lassen. Auch sie hatten Probleme und Schwierigkeiten wie wir alle, aber sie verstanden es, das Feld ihres Lebens immer wieder von Unkraut zu reinigen, indem sie hĂ€ufig um die Gnade der Umkehr baten und ihre VorsĂ€tze in die Tat umsetzten.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du kennst mich, du weißt, wie sehr ich dich liebe und brauche. Öffne meine Ohren, um dein Wort zu hören und hilf mir, den Boden meines Herzens vorzubereiten, damit es in mir keimen kann. Möge dein Wort in meinem tĂ€glichen Leben FrĂŒchte tragen, möge ich die Menschen um mich herum mehr lieben. Meine Liebe zu dir soll nicht nur aus schönen GefĂŒhlen bestehen.

Vorsatz: Heute werde ich eine gute Gewissenserforschung machen und den Heiligen Geist um Licht bitten, um zu erkennen, wo es in meiner Seele „Dornen“ und „Steine“ gibt, die ich entfernen muss, damit sein Wort wirklich in mein Leben eindringen kann.


Licht unter dem Bett?

28. Januar 2021

Hl. Thomas von Aquin, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Gedenktag

Br. Daniel Flores MondragĂłn LC

Mk 4,21-25
In jener Zeit sprach Jesus: ZĂŒndet man etwa ein Licht an und stĂŒlpt ein GefĂ€ĂŸ darĂŒber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme zu dir und trete vor dich hin, um dir meinen Tag und mein Leben ganz anzuvertrauen. Sei du der Grund fĂŒr alles, was ich tue! Ich möchte dich lieben, dich kennen und immer mehr Erfahrung mit dir sammeln.

Bitte: Entfache in mir den Wunsch, dich zu lieben, zu kennen und immer mehr Erfahrung mit dir zu sammeln.

1. Das Licht unter dem Bett? Es scheint so, als ob Jesus selbstverstĂ€ndliche Dinge sagt, wenn er meint, dass man kein Licht anzĂŒndet, um es dann unter das Bett zu stellen. Aber oft tun wir gerade solch abstruse Dinge und deshalb tut er gut daran, uns darauf hinzuweisen. Obwohl wir zum Beispiel in einer Angelegenheit wissen, was richtig und was falsch ist, entscheiden wir uns dennoch oftmals dafĂŒr, das Falsche zu tun. Manchmal kann uns wirklich der gesunde Menschenverstand viel nĂ€her zur Heiligkeit bringen als komplizierte Theorien.

2. Alles wird an den Tag kommen. Jesus lĂ€dt uns ein, ein authentisches Leben zu fĂŒhren, in dem wir nichts zu verbergen haben. Das bedeutet nicht, dass wir keine Fehler machen oder dass wir plötzlich aufhören, schwach zu sein. Es bedeutet, mit dem aufrichtigen und stĂ€ndigen Wunsch zu leben, besser zu werden, heilig zu sein, je nach unseren UmstĂ€nden und unserem Lebensstand.

3. Das Maß. Christus lĂ€dt uns ein, die Barmherzigkeit entgrenzt zu leben, grenzenlos barmherzig zu sein. Die NĂ€chstenliebe wird das entscheidende Kriterium sein, nach dem wir am Ende der Zeit gerichtet werden. Schon in der Bergpredigt preist Jesus die Barmherzigen selig, weil sie Erbarmen finden werden.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, du hast mich fĂŒr dich geschaffen, und mein Herz wird unruhig sein, bis ich dir begegne, bis ich weiß, dass ich in deiner Gegenwart lebe. Hilf mir, nicht nur in den großen Entscheidungen des Lebens, sondern auch im Alltag konsequent zu sein, dir zu zeigen, wie sehr ich dich liebe, nicht nur mit Worten, sondern mit Taten.

Vorsatz: Heute werde ich mir fĂŒnfzehn Minuten Zeit nehmen, um mithilfe eines Buchs oder von Aufzeichnungen ein geistliches Thema zu vertiefen.


Gottes Reich

29. Januar 2021

Freitag der dritten Woche im Jahreskreis

Br. Daniel Flores MondragĂłn LC

Mt 4,26-34
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sĂ€t; dann schlĂ€ft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wĂ€chst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sĂ€t. Ist es aber gesĂ€t, dann geht es auf und wird grĂ¶ĂŸer als alle anderen GewĂ€chse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkĂŒndete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen JĂŒngern aber erklĂ€rte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich trete voller Vertrauen vor dich hin, um mein Leben in deine HĂ€nde zu legen. Du bist es, der mich zu seinem Freund machen wollte, und ich möchte deine Freundschaft erwidern.

Bitte: Gib mir die Gnade, dir immer treuer zu sein.

1. Der keimende Samen. In unserer Beziehung zu Gott gibt es viele Elemente zu berĂŒcksichtigen, aber zwei unverzichtbare sind unser persönliches BemĂŒhen und das Wirken seiner Gnade. Ohne unser persönliches BemĂŒhen bzw. unseren Willen kann Gott nichts in unserem Leben Ă€ndern, ohne dass wir es also versuchen, uns zu befreien und uns befreien zu lassen. Andererseits wĂ€ren wir ohne seine Gnade nicht in der Lage, vorwĂ€rts zu kommen, auch wenn alle Voraussetzungen auf unsere Seite stĂŒnden. Am Ende ist es wie bei einem keimenden Samen.

2. Das Senfkorn. Das Reich Gottes beginnt in jedem von uns auf eine versteckte, fast verborgene Weise. Es beginnt mit kleinen Taten der Liebe und der Hingabe an andere, mit Taten, die fĂŒr viele unbedeutend erscheinen mögen. Aber man muss mit diesen kleinen Schritten anfangen, denn Heiligkeit kann nicht improvisiert werden. Kein Anfang ist zu klein, um die Welt zu verĂ€ndern.

3. Die Gleichnisse. Jesus ist nie gleichgĂŒltig gegenĂŒber unserer RealitĂ€t, er begegnet uns an dem Ort und in dem Moment unseres Lebens, in dem wir uns befinden. Wie eine Mutter, die sich auf einfache Weise mit ihrem Sohn unterhĂ€lt, der gerade sprechen lernt, so versteht es Jesus, auf einfache Weise, aber in der Tiefe, ĂŒber das zu uns zu sprechen, was er in seinem Herzen trĂ€gt, von seiner Liebe zu uns, von seinen TrĂ€umen und WĂŒnschen in Bezug auf uns.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, nur du weißt, wo ich jetzt stehe, in meinem Leben, in meiner persönlichen Geschichte. Ich habe Angst, dass mir schwierige Dinge begegnen. Hilf mir zu verstehen, was sie bedeuten sollen. Hilf mir, mich zu Ă€ndern und nicht die Geduld zu verlieren, wenn sich die Dinge nicht so entwickeln, wie ich es gerne hĂ€tte. Hilf mir zu verstehen, dass du deine Zeiten hast, und dass, wenn du etwas zulĂ€sst, es immer aus Liebe zu mir geschieht.

Vorsatz: Heute werde ich den Heiligen Geist um Licht bitten, um seinen Willen in meinem Leben besser zu verstehen, aber auch um den Mut, seinen Eingebungen treu zu sein.


Wir wollen ans andere Ufer hinĂŒberfahren

30. Januar 2021

Samstag der dritten Woche im Jahreskreis

Br. Daniel Flores MondragĂłn LC

Mt 4,35-41
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen JĂŒngern: Wir wollen ans andere Ufer hinĂŒberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu fĂŒllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kĂŒmmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das fĂŒr ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, ich möchte dir diesen Moment meines Tages widmen. Ich möchte mit dir sprechen, dich einladen, in das Boot meines Lebens einzusteigen. Ich liebe dich, aber ich bitte dich, mich zu lehren, dich so zu lieben, wie du es willst. Ich hoffe auf dich, aber ich bitte dich, mein Vertrauen zu stĂ€rken. Ich glaube an dich, aber ich bitte dich, meinen Glauben zu mehren.

Bitte: Herr, vermehre meinen Glauben und mein Vertrauen in dich.

1. Wir wollen hinĂŒbergehen. Christus nachzufolgen ist nicht einfach. Das war es nie und wird es auch nie sein. Christus lĂ€dt uns immer wieder ein, aufs Meer hinauszufahren, ans andere Ufer zu gehen, unsere Komfortzone zu verlassen. Seine Einladung, ans andere Ufer zu gehen, kann als Anlass zur Suche nach großen Idealen und PlĂ€nen verstanden werden, deren Urheber nur Gott sein kann.

2. Der Schlaf Jesu. Manchmal scheint es, dass Gott uns mitten auf dem Weg allein lĂ€sst, uns im Stich lĂ€sst, aber in Wirklichkeit ist es nie so. Die Tatsache, dass Jesus schlĂ€ft, erinnert uns daran, dass Gott durchaus Dinge geschehen lĂ€sst, in die wir lieber nicht hineingeraten wĂŒrden, aber er lĂ€sst uns darin nie allein.

3. Die Angst der JĂŒnger. Angst zu haben ist eine Erfahrung, die wir alle kennen, eine normale Reaktion auf bestimmte Lebenssituationen. Der Unterschied zwischen einem Feigling und einem mutigen Mann ist nicht, dass der eine Angst empfindet und der andere nicht. Der eigentliche Unterschied ist, dass der Feigling sich von der Angst beherrschen lĂ€sst, der Mutige ĂŒberwindet seine Angst.

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, ich bitte dich, mich nicht allein zu lassen, dir zu folgen ist ein Abenteuer, aber ich weiß, dass ich es allein nicht schaffen wĂŒrde, du bist mein Vertrauen, du bist mein Fels. In dir habe ich meine Sicherheit gefunden. Ich bitte dich, mich nicht fallen zu lassen.

Vorsatz: Heute werde ich in einem Moment des Gebets alles, was ich in meinem Herzen trage: Freude, Erwartungen und Sorgen, in Jesu HĂ€nde legen.