Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 17. Januar 2021 bis Samstag 23. Januar 2021

Zweite Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Meister, wo wohnst du?Sonntag
Warum fasten deine Jünger nicht?Montag
Seine Jünger rissen Ähren abDienstag
Sie suchten einen Grund zur Anklage gegen ihnMittwoch
Du bist der Sohn Gottes!Donnerstag
Jesus rief die zu sich, die er erwählt hatteFreitag
Wieder kamen so viele Menschen zusammenSamstag


Meister, wo wohnst du?

17. Januar 2021

Zweiter Sonntag im Jahreskreis
Hl. Antonius der Große, Mönchsvater, Einsiedler

P. Anton Vogelsang LC

Joh 1,35-42
In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was sucht ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Seht, das Lamm Gottes! Johannes der Täufer sagt zu seinen Jüngern: „Seht, das Lamm Gottes!“ Er spielt aller Wahrscheinlichkeit nach auf zwei Bilder aus dem Alten Testament an. Das erste ist das Pascha-Lamm in Exodus 12. Durch die Opferung des Pascha-Lammes wurde das Volk Israel vor dem Tod bewahrt und aus der Sklaverei des Pharaos von Ägypten befreit. Damit begann die Reise des Volkes Israel in seine Heimat, in das Gelobte Land. Das zweite Bild bezieht sich auf den leidenden Gottesknecht aus Jesaja 53. Der leidende Gottesknecht nimmt alle Sünden des Volkes auf sich und wird deshalb zum Schlachten geführt, tut aber seinen Mund nicht auf – wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt. Johannes will uns mit seinem Evangelium deutlich machen, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um uns zu zeigen, wie wir leben sollen. Er ist gekommen, um für uns zu sterben und uns dadurch in die Freiheit zu führen.

2. Was sucht ihr? Als die Jünger ihm folgen, dreht sich Jesus um und fragt sie: „Was sucht ihr?“ Sie antworten mit einer Gegenfrage: „Wo wohnst du?“ Da es bereits um die zehnte Stunde des Tages ist (gegen 16.00 Uhr) suchten die Jünger vermutlich nach einem Platz zum Ãœbernachten. Jesus lädt sie ein, bei ihm zu bleiben. Das ist die wörtliche Bedeutung des Textes. Aber indem Jesus sie fragt, wonach sie suchen, blickt er tiefer. Er fragt sie: „Wonach sucht ihr wirklich in eurem Leben?“ Diese Frage taucht – jeweils in unterschiedlichen Formen – wiederholt im Johannesevangelium auf. Zum Beispiel in Kapitel 4, wo die Samariterin zum Brunnen kommt. Warum? Nun, einerseits, um Wasser zu holen. Aber auf einer tieferen Ebene dürstet sie nach lebendigem Wasser, das zu einer Quelle wird und bis ins ewige Leben fließt. Wonach suchst du wirklich in deinem Leben?

3. Sie blieben bei ihm. Die Jünger folgten Jesus und blieben bei ihm. Der wörtliche Sinn ist, dass sie Jesus einfach zu seinem Schlafplatz folgten. Aber auch hier gibt es eine tiefere Bedeutung. Sie bleiben nicht nur deshalb bei ihm, weil Jünger in der Bibel ihrem Lehrer folgen und bei ihm bleiben. Es reicht nicht aus, „nur“ an Jesus zu glauben, um sein Jünger zu werden. Wir müssen ihm auf seinem Weg folgen und bei ihm bleiben. Jesus lädt auch dich ein, sein Jünger zu werden. Aber um das zu werden, reicht es nicht aus, einfach nur zu glauben. Du musst ihm folgen und bei ihm bleiben, das bedeutet, du musst so leben, wie er gelebt hat.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du das Lamm Gottes bist. Ich danke dir, dass du, als leidender Gottesknecht, meine Sünde auf dich genommen hast. Gib mir deine Gnade, so dass ich dir auf deinem Weg nachfolgen kann und immer bei dir bin. Das ist meine Sehnsucht.

Vorsatz: Nach dem Beispiel des Johannes des Täufers, jemandem durch Wort oder Tat Zeugnis von meinem Glauben an Jesus geben.


Warum fasten deine Jünger nicht?

18. Januar 2021

Montag der zweiten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 2,18-22
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Auf den größeren Kontext schauen. Lasst uns diese Meditation damit beginnen, indem wir auf den größeren Kontext schauen. Das wird auch für den Rest der Woche hilfreich sein. In den ersten drei Kapiteln des Markusevangeliums lesen wir etwas über die Anfänge von Jesu öffentlichem Wirken. Jesus vollbringt mehrere Heilungswunder: ein Aussätziger (Mk 1, 40-45), ein Gelähmter (Mk 2, 1-12) und ein Mann mit einer verdorrten Hand (Mk 3, 1-6) werden geheilt. Natürlich bleiben diese Wunder nicht unbemerkt. Wie nicht anders zu erwarten, sind die einfachen Leute erstaunt über das, was dort geschieht. Sie fangen an, darüber zu reden, so dass sich der Ruf Jesu schnell verbreitet. Und jeder will die Gelegenheit nutzen, um die eigenen Kranken und Besessenen zu ihm zu bringen, damit er sie heilt.Aber Jesus ist nicht gekommen, um ein für alle Mal alle Kranken zu heilen. Seine Wunder haben eine tiefere Bedeutung. Im Licht des Alten Testaments betrachtet, will Jesus deutlich machen, dass er Gott ist. Die Wunder sollen wie ein Rätsel sein, das in uns die Frage aufkommen lässt: Wer ist dieser Mann? Oberflächliche Menschen stellen diese Frage nicht, sie freuen sich über die Wunder und machen sich keine Gedanken über deren tiefere Bedeutung.Die Pharisäer und die Schriftgelehrten dagegen sind gebildet und kennen das Alte Testament gut. Sie bringen die verschiedenen Aspekte zusammen und verstehen, was Jesus ihnen eigentlich durch die Wunder sagen will. Sie können das nicht akzeptieren, und das führt zu Konflikten zwischen Jesus und ihnen. Markus zeigt uns fünf Auseinandersetzungen, die zwischen die Wundergeschichten eingeflochten sind. Das heutige Evangelium zeigt die dritte dieser Auseinandersetzungen.

2. Warum fasten deine Jünger nicht? Die Pharisäer fragen Jesus: „Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?“ Sie sind nicht an der Auffassung Jesu über das Fasten interessiert. Sie wollen einen Keil zwischen Jesus und seine Jünger treiben. Im Grunde erzählen sie Jesus hinter dem Rücken seiner Jünger, dass diese es nicht wert seien, seine Jünger zu sein. Im Abschnitt, der dem heutigen vorausgeht, versuchen sie es genau in umgekehrter Weise: Sie erzählen den Jüngern hinter dem Rücken Jesu, dass er es nicht wert sei, ihr Lehrer zu sein, weil er mit Zöllnern und Sündern isst (vgl. Mk 2,16). In beiden Fällen wollen sie zwischen Jesus und seinen Jüngern Zwietracht säen.Das ist die bewährte Taktik des Satans: teilen und herrschen („divide et impera“), indem er Lügen streut, sodass wir einander misstrauen. So ging er im Garten Eden vor, als er Eva einflüsterte, sie könne Gott nicht trauen (Gen 3,1-5). So macht er es auch heute noch, wenn er uns ins Ohr flüstert, wie schlecht die anderen sind. Das sät Misstrauen in unsere Herzen und führt zu Spaltung und Trennung in unseren Familien und Beziehungen, in unserer Gesellschaft und Politik und auch in der Kirche. Hinter dem Rücken anderer fälschlich und in böser Absicht schlecht über diese zu sprechen, ist satanisch. Wenn es so etwas in unserem Leben gibt, müssen wir es überwinden.

3. Können denn die Hochzeitsgäste fasten? Jesus fragt die Pharisäer: „Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist?“ Diese Antwort impliziert, dass er der Bräutigam ist. Im Alten Testament ist Gott unser Bräutigam: „Denn dein Schöpfer ist dein Gemahl, HERR der Heerscharen ist sein Name“ (Jes 54,5). „Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“ (Jes 62,5). Wiederum enthüllt Jesus mit seiner Antwort indirekt, dass er Gott ist.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du der göttliche Bräutigam bist. Ich danke dir für deine Liebe zu mir! Sie ist so groß, als wäre ich deine einzige Braut. Ich will gern bereit sein, für dich auf alles zu verzichten, um dir zu zeigen, wie sehr ich mich nach dir sehne. Komm dieser meiner Sehnsucht mit deiner Gegenwart und Liebe entgegen. Schenke mir ein neues Herz und einen beständigen Geist, damit ich dir und meinen Mitmenschen voller Liebe begegnen kann.

Vorsatz: Etwas Nettes zu jemandem sagen, der mir lästig ist.


Seine Jünger rissen Ähren ab

19. Januar 2021

Dienstag der zweiten Woche im Jahreskreis

P. Anton Vogelsang LC

Mk 2,23-28
An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Sieh dir an, was sie tun! Das heutige Evangelium spricht über die vierte der fünf Auseinandersetzungen zwischen Jesus und den Pharisäern, die sich am Anfang des Markusevangeliums finden. Die Pharisäer sehen, wie die Jünger Jesu am Sabbat Ähren abreißen, was dem Gesetz nach verboten war. Was tun sie daraufhin? Wieder einmal versuchen sie, Unfrieden zwischen Jesus und seinen Jüngern zu stiften, indem sie Jesus vorhalten, er habe schlechte Jünger. „Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt.“

2. Spürst Du Hass in deinem Herzen? Woher wissen die Pharisäer, dass die Jünger Ähren abreißen? Ihr Hass auf Jesus hat sie so weit gebracht, dass sie ihm nachspionieren und überall Fehler suchen, wo sie sie finden können. Martin Luther King Jr. sagte: „Hass zerstört die Persönlichkeit wie ein unentdecktes Krebsgeschwür und frisst seine lebendige Einheit auf. Hass zerstört das Gespür eines Menschen für Werte und seine Objektivität. Es bringt ihn dazu, das Schöne als hässlich und das Hässliche als schön zu bezeichnen, die Wahrheit mit dem Falschen und das Falsche mit der Wahrheit zu vertauschen.“ Das geschieht mit den Pharisäern. Das kann auch uns passieren. Spürst Du manchmal Hass in deinem Herzen aufkommen? Sei vorsichtig! Sobald wir dem Gefühl nachgeben, wird dieser Hass wachsen und nach und nach unsere Herzen verhärten. Das können wir bei den Pharisäern beobachten.

3. Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht. Als die Pharisäer die Jünger beschuldigten, den Sabbat zu entheiligen, antwortete Jesus, dass er der Herr über den Sabbat ist. „Und Jesus sagte zu ihnen: Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.“ Im Alten Testament führt Gott den Sabbat ein und ist deshalb auch Herr darüber. „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem HERRN, deinem Gott, geweiht.“ (Ex 20,8-10). Indem Jesus sagt, dass er der Herr über den Sabbat ist, beansprucht er indirekt, Gott zu sein.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du der Herr über den Sabbat bist. Ich gebe dir mein Herz, so dass du alle meine inneren Verletzungen heilen kannst. So werde ich endlich in deine Ruhe eingehen können. Da möchte ich mit dir bleiben.

Vorsatz: Heute mit Jesus durch den Tag gehen, so wie die Jünger mit ihm durch die Kornfelder gegangen sind.


Sie suchten einen Grund zur Anklage gegen ihn

20. Januar 2021

Mittwoch der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Fabian, Papst, Märtyrer und Hl. Sebastian, Märtyrer

P. Anton Vogelsang LC

Mk 3,1-6
In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde. Im heutigen Evangelium sehen wir, wie das Krebsgeschwür im Herzen der Pharisäer wächst. Anstatt Jesus und seinen Jüngern nur hinterher zu spionieren, suchen sie nun aktiv nach einer Gelegenheit, ihn des Gesetzesbruchs anklagen zu können. Obwohl der Text das nicht ausdrücklich sagt, könnte man meinen, dass sie ihm mit der nächsten Situation absichtlich eine Falle gestellt haben. Es ist Samstag – der Tag des jüdischen Sabbats –, alle sind in der Synagoge versammelt. Sie lassen den Mann hervortreten in der Hoffnung, dass Jesus ihn heilen wird. Nicht weil sie den Mann lieben, sondern weil sie Jesus hassen und ihn des Gesetzesbruchs überführen wollen.

2. Was ist am Sabbat erlaubt? Natürlich kennt Jesus ihre Absicht. Er ist voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz. Aber er hat keine Angst vor ihnen und gibt nicht klein bei. Er weiß, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist und er nichts zu befürchten hat. Er lädt den kranken Mann ein hervorzutreten und fragt: „Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, Leben zu retten oder es zu vernichten?“ Dann heilt er den Mann. Indem er das tut, lehrt er uns, dass wir immer bedacht darauf sein sollten, Gutes zu tun – ungeachtet der Umstände. Das ist unsere Berufung als Christen in der Welt. An anderer Stelle sagt er: „Ihr seid das Salz der Erde“ (Mt 5, 13).

3. Ihre Herzen sind zu verhärtet. Man sollte erwarten, dass sich alle über ein solches Wunder freuen. Ein kranker Mann, der geheilt wurde! Aber die Pharisäer freuen sich nicht. Ihre Herzen sind zu verhärtet. Stattdessen wächst ihr Hass und bringt seine giftige Frucht hervor. Sie beschließen, Jesus umzubringen, und sind sogar bereit, dazu mit ihren alten Feinden, den Anhängern des Herodes, gemeinsame Sache zu machen. Ein altes Sprichwort sagt: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Wenn du Hass in deinem Herzen spürst, versuche alles, um ihn zu überwinden.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du unser Heiland bist. Ich gebe dir mein Herz, sodass du es heilen kannst. Hilf mir, meinen Hass und meine Verletzungen zu überwinden durch die Vergebung. Sonst befürchte ich, dass mein Hass in meinem verhärteten Herzen bleiben und mich dazu bringen wird, etwas zu tun, was ich nicht will.

Vorsatz: Ãœberlegen, wie mein Herz verhärtet sein könnte, und vertrauensvoll mit Jesus über mögliche Schritte sprechen, die das ändern könnten.


Du bist der Sohn Gottes!

21. Januar 2021

Donnerstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Agnes, Jungfrau, Märtyrin
Hl. Meinrad, Mönch, Einsiedler, Märtyrer

P. Anton Vogelsang LC

Mk 3,7-12
In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat. Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. Denn er heilte viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, bekannt zu machen, wer er sei.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Jesus zog sich zurück. Jesus begann sein Wirken, indem er an öffentlichen Orten lehrte, wie z.B. in den Synagogen Da nun die Pharisäer beschlossen haben, ihn umzubringen, muss er seine Pläne ändern. Er zieht sich mit seinen Jüngern an den See Gennesaret zurück. Von nun an wird er zu einem Wanderprediger, der von Ort zu Ort zieht und nirgends länger bleibt. Ich denke, dass wir alle einmal Ablehnung und Versagen erlebt haben. Jesus teilt diese Erfahrung. Wenn wir zu ihm wegen dieser schmerzvollen Erfahrungen beten, dann kann es tröstend sein zu wissen, dass er versteht, was wir gerade durchmachen.

2. Viele Menschen folgten ihm. Die einfachen Menschen kommen nach wie vor zu Jesus. Als sich sein Ruf immer weiter verbreitet, kommen noch mehr Menschen zu ihm. Es sind so viele, dass er von einem Boot aus lehren muss, um von der Menge nicht erdrückt zu werden. Einerseits ist dies positiv zu sehen. Aber andrerseits kommen die Menschen nicht mit hehren Absichten. Sie kommen wegen der Wunder zu ihm. Später kommen sie wegen des Brotes, das er ihnen gibt. Sie kommen nicht aus Liebe zu Jesus oder weil sie etwas von ihm lernen wollen. Am Ende werden die gleichen Leute rufen: „Ans Kreuz mit ihm! Ans Kreuz mit ihm!“ Diese Beispiele wollen uns lehren, die Dinge deshalb zu tun, weil es richtig ist, sie zu tun, und nicht deshalb, weil sie uns Ehre einbringen könnten. Diejenigen, die uns heute loben, können uns morgen verurteilen.

3. Du bist der Sohn Gottes! â€žWenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.“ Jesus selbst wird im Verlauf des Evangeliums öffentlich bekennen, wer er ist. Als der Hohepriester ihn während des Prozesses fragt: „Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?“ antwortete er: „Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen.“ Für diese Aussage wurde er zum Tode verurteilt. Deshalb möchte Jesus nicht, dass die Dämonen dies zum jetzigen Zeitpunkt schon kundtun. Er hat gerade erst mit seinem öffentlichen Wirken begonnen, und es ist noch nicht die Zeit, gekreuzigt zu werden. Aber wenn seine Zeit kommt, wird er sich öffentlich zu erkennen geben.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist. Ich glaube, dass du Mensch geworden bist, gelitten hast, gestorben und auferstanden bist, um mir ewige Freude zu schenken. Ich glaube an deine grenzenlose Barmherzigkeit und Liebe. Ich glaube, dass du mich liebst vor jeder Leistung und trotz aller Schuld. Ich glaube, dass mich nichts von deiner Liebe trennen kann. Und ich glaube, dass ich dir mit meinem Glauben eine Freude machen kann. Dich will ich preisen in Ewigkeit.

Vorsatz: Heute nachdenken über die Frage: Wer ist Jesus für mich?


Jesus rief die zu sich, die er erwählt hatte

22. Januar 2021

Freitag der zweiten Woche im Jahreskreis
Hl. Vinzenz, Diakon, Märtyrer

P. Anton Vogelsang LC

Mt 3,13-19
In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus - diesen Beinamen gab er dem Simon -, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus - ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. Die erste Dimension eines christlichen Lebens. Jesus „setzte zwölf ein, damit sie mit ihm seien“. Die erste Aufgabe der Jünger ist es, bei Jesus zu sein. Das ist wunderbar. Jesus möchte sein Leben mit uns teilen, und umgekehrt sollen auch wir unser Leben mit ihm teilen. Es gibt so viele Arten und Weisen bei Jesus zu sein, aber die wichtigste ist das Gebet. Wir müssen lernen zu beten, nachzudenken und vor allem auf ihn zu hören. Wie viel Raum und Zeit räumen wir Jesus in unserem Leben ein? Beten wir heute inniger als vor fünf Jahren? Der Katechismus sagt über das Geheimnis des katholischen Glaubens: „Die Gläubigen sollen an dies Geheimnis glauben, es feiern und in einer lebendigen, persönlichen Beziehung zum lebendigen und wahren Gott daraus leben. Diese Beziehung ist das Gebet.“ (KKK 2558). Jesus beruft uns, seine Freunde zu werden und ein Leben des Gebets zu entwickeln, in dem wir ihn ganz persönlich kennenlernen können – von Herz zu Herz. Das ist die erste Dimension eines christlichen Lebens.

2. Die zweite Dimension eines christlichen Lebens. Die zweite Dimension eines wahrhaft christlichen Lebens ist die Freundschaft. Jesus beruft uns nicht nur als Einzelne. Er berief Petrus, Jakobus, Andreas, Johannes und die anderen Jünger, um eine Gemeinschaft zu bilden. Mit anderen in Gemeinschaft zu leben, ist ein zentraler Aspekt unseres menschlichen Daseins. Wir wurden als Abbild Gottes erschaffen – der Gemeinschaft ist von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Der allererste Artikel des Katechismus der katholischen Kirche besagt, dass Gott „alle durch die Sünde voneinander getrennten Menschen in die Einheit seiner Familie, die Kirche“ ruft. Wir brauchen einander, weil wir nicht dazu geschaffen wurden, alleine zu leben, und weil wir alleine nicht überleben können. Wir brauchen die Kraft, das Licht, den Rat, die Ermutigung und die Hilfe, die andere uns schenken.

3. Die dritte Dimension eines christlichen Lebens. Jesus berief die Zwölf „damit er sie aussende, zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“. Die dritte Dimension eines wahrhaft christlichen Lebens ist das Apostolat. Ein „Apostel“ ist jemand, der ausgesendet wird und mit einer Mission beauftragt ist. Die Apostel agieren im Namen dessen, der sie ausgesendet hat. Ebenso sendet Jesus uns in die Welt, um heute seine Apostel zu sein. Dazu sagt der Katechismus der katholischen Kirche: „Die ganze Kirche ist apostolisch auch in dem Sinn, dass sie in die ganze Welt ‚gesandt‘ ist. Alle Glieder der Kirche haben, wenn auch auf verschiedene Weisen, an dieser Sendung teil. ‚Die christliche Berufung ist ihrer Natur nach auch Berufung zum Apostolat. Als ‚Apostolat‘ bezeichnet man ‚jede Tätigkeit des mystischen Leibes‘, die darauf gerichtet ist, ‚die gesamte Welt … auf Christus hinzuordnen‘.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du mich erwählt hast, dein Jünger zu sein. Ich danke dir für diese Erwählung, die du mir schon mit der Taufe erwiesen hast. Hilf mir, diese unvorstellbare Gnade, die ich bereits empfangen habe, in meinem Leben zur Entfaltung zu bringen. Mein Schicksal ist untrennbar mit dem deinen verbunden. Lass mich dir also nahe sein und die Sendung erfüllen, die du mir aufgetragen hast. Lass mich in der Welt ein Zeuge deiner Liebe sein.

Vorsatz: Im Bewusstsein meiner Sendung will ich mich heute bemühen, ein Werk der Nächstenliebe zu tun.


Wieder kamen so viele Menschen zusammen

23. Januar 2021

Samstag der zweiten Woche im Jahreskreis
Sel. Heinrich Seuse, Ordenspriester, Mystiker

P. Anton Vogelsang LC

Mt 3,20-21
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

Einführendes Gebet: Herr Jesus, ich danke dir für unsere gemeinsame Zeit. Ich möchte alle meine Sorgen und Aktivitäten hinter mir lassen, damit ich einfach nur hier bei dir sein kann. Ich glaube, dass du mich erschaffen hast und mich zu dir zurück in den Himmel führen willst. Danke für deine Liebe. Ich weiß, dass ich sie nicht verdiene, aber ich will versuchen, dich im Gegenzug zu lieben.

Bitte: Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde mein Herz nach deinem Herzen.

1. â€žEr ist von Sinnen.“ Zu Beginn der Woche haben wir gesehen, wie Jesus versucht, die Pharisäer und andere religiöse Autoritäten zu erreichen, indem er sie in den Synagogen aufsucht. Allerdings weisen sie ihn zurück und wollen ihn umbringen. Deshalb musste Jesus Kafarnaum verlassen. Das Ergebnis ist, dass Jesus sich zu Hause aufhält und mehr Zeit mit seiner Familie verbringt. Unglücklicherweise wird auch sie ihn zurückweisen. Im heutigen Evangelium wollen seine Verwandten seiner habhaft werden und ihn von seinem Tun abhalten, weil sie denken: „Er ist von Sinnen.“ Später werden wir in Kapitel 6 sehen, dass Jesus in Nazareth keine Wunder wirken konnte, weil sie ihm nicht glaubten. Das wird ihn veranlassen zu sagen: „Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“ Und er wird sich über ihren Unglauben wundern.

2. Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Gestern haben wir gesehen, dass ein wahrhaft christliches Leben bedeutet, im Gebet Zeit mit Jesus zu verbringen, in Gemeinschaft mit anderen zu leben und als Apostel in die Welt hinaus gesandt zu werden. Wenn wir dieses christliche Leben führen, werden Rückschläge und Widerstand von anderen nicht ausbleiben. Dieser Widerstand mag von Menschen kommen, die uns nahe stehen wie unsere Familie oder Freunde, aber er kann auch von Fremden kommen. Das sollte uns nicht überraschen. Jesus widerfuhr das Gleiche. Während des Letzten Abendmahles sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“

3. Fürchtet euch nicht! Wir müssen von Jesu Vorbild lernen und trotz aller Schwierigkeiten weitermachen. Nach der Auferstehung sagte Jesus: „Fürchtet euch nicht!“ Und unmittelbar vor seiner Aufnahme in den Himmel wies er die Apostel an: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Jesus sagt uns dasselbe zu. Er verspricht uns kein einfaches Leben oder dass alle uns mögen werden. Aber er verspricht uns, dass er immer bei uns sein wird, und am Ende wird er der Sieger sein. Diejenigen, die durch unser Leben und unser Apostolat zu Jesus gefunden haben, werden uns für unsere Beharrlichkeit danken.

Gespräch mit Christus: Jesus, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du der Sohn Gottes und wirklich Mensch geworden bist. So hast du das Schicksal alle Menschen geteilt, auch Rückschläge und Widerstand. Hilf mir, trotz meiner Schwierigkeiten immer weiterzumachen, bis der Tag kommt, an dem ich dir für ewig begegnen werde.

Vorsatz: Am Ende meines Arbeitstages mich ganz besonders den Sorgen und Nöten meiner Familie widmen.