Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 10. Januar 2021 bis Samstag 16. Januar 2021

Erste Woche im Jahreskreis

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Du bist mein geliebtes Kind!Sonntag
Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe!Montag
LĂŒgen entlarvenDienstag
Die Kraft des VatersMittwoch
Ich will es, werde rein!Donnerstag
Die Freunde des GelÀhmtenFreitag
Gib mir ein Herz aus Fleisch!Samstag


Du bist mein geliebtes Kind!

10. Januar 2021

Taufe des Herrn
Fest

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 1,7-11
In jener Zeit trat Johannes in der WĂŒste auf und verkĂŒndete: Nach mir kommt einer, der ist stĂ€rker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bĂŒcken, um ihm die Schuhe aufzuschnĂŒren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in GalilĂ€a und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ewiger Vater, du öffnest den Himmel, um uns deinen Sohn vorzustellen. Auch wir sind durch die Taufe deine Söhne und Töchter geworden, erfĂŒllt mit dem Heiligen Geist.

Bitte: Vater, erneuere an diesem Tauftag deines geliebten Sohnes auch meine Taufgnade. Öffne mein Herz vollkommen, damit auch ich deine Worte der BestĂ€tigung hören kann, und erfĂŒlle mich ganz mit deinem Heiligen Geist.

1. Mit dem Sohn in die Wasser tauchen. Was bedeutet fĂŒr dich, mein Jesus, in die Wasser des Jordans einzutauchen? Und was bedeutet es fĂŒr mich? Welche Bereiche meines Herzens brauchen heute dieses Bad der Liebe und der Reinigung? Der Frische und Erquickung?

2. Du bist mein geliebter Sohn. Als du aus dem Wasser kamst, öffnete sich der Himmel und du hörtest die Stimme des Vaters, die ĂŒber dich sprach „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden“. – Merke ich, dass Gott diese Worte ĂŒber jedes seiner Kinder spricht? Will ich sie mit ihm ĂŒber jeden meiner Mitmenschen sprechen? Diese Worte spricht der Vater auch ĂŒber mich aus. Kann ich das glauben? Wie fĂŒhlt sich das an, wenn ich den Blick des Vaters ĂŒber mir spĂŒre, der diese Worte zu mir spricht? Gibt es etwas, das mich daran hindert, sie glauben zu können?

3. ErfĂŒllt vom Heiligen Geist. Der Geist kam wie eine Taube auf dich herab und fĂŒhrte dich zuerst in die WĂŒste und anschließend zu den Menschen, um das Reich Gottes zu verkĂŒnden. Was passierte dabei in deinem Inneren?Habe auch ich diesen Geist empfangen? Gebe ich ihm vollkommene Freiheit in mir, damit er mich auch dorthin fĂŒhren kann, wo er möchte? Habe ich Angst davor? Gibt es irgendein Hindernis in meinem Herzen, das mich gebunden hĂ€lt und mich die Stimme des Geistes nicht hören lĂ€sst?

GesprĂ€ch mit Christus: Komm, Heiliger Geist, und zerreiße alle Fesseln, bewege dich frei in meinem Herzen und meinem Leben!Mein geliebter Jesus, nimm mich mit dir mit. Tauche mich in die Wasser deiner Liebe und öffne mir die Augen fĂŒr die Liebe des Vaters!Heiliger Vater, lass mich ganz in deinem liebenden und bestĂ€tigenden Blick ruhen. Durchdringe mich mit ihm, damit ich mich selbst und die Menschen um mich herum durch deine Augen sehen kann.

Vorsatz: Wenn ich wĂ€hrend dieser Betrachtung irgendein Hindernis gespĂŒrt habe, werde ich den Herrn bitten, es mit seiner Kraft zu ĂŒberwinden.


Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe!

11. Januar 2021

Montag der ersten Woche im Jahreskreis

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 1,14-20
Nachdem man Johannes ins GefĂ€ngnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach GalilĂ€a; er verkĂŒndete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von GalilĂ€a entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nĂ€mlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein StĂŒck weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des ZebedĂ€us, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater ZebedĂ€us mit seinen Tagelöhnern im Boot zurĂŒck und folgten Jesus nach.

EinfĂŒhrendes Gebet: Als die Zeit sich erfĂŒllte, hast du, Vater, uns deinen eingeborenen Sohn gesandt, um uns den Weg in das Himmelreich zu zeigen und uns seine Pforten zu öffnen.

Bitte: Vater, zeige auch mir diesen Weg, den Weg des grĂ¶ĂŸten Abenteuers meines Lebens.

1. Die Zeit ist erfĂŒllt! Mein Jesus, ich möchte dich in diesem ersten Augenblick betrachten, wie du durch das Land gezogen bist und verkĂŒndet hast: „Die Zeit ist erfĂŒllt, das Reich Gottes ist nahe!“ Was ging dabei in deinem Herzen vor? Du hattest 30 Jahre lang auf diesen Moment gewartet und jetzt war er gekommen. – Wie haben die Menschen darauf reagiert? Was geht in meinem Herzen vor, wenn ich diese Worte höre?

2. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Wenn wir uns umschauen, dann scheint es manchmal, dass dein Reich immer noch weit entfernt ist. Die Welt sieht nicht so aus, als ob sie dein Reich wĂ€re. Weshalb, mein Jesus?Und hier höre ich jetzt genau diese Worte: „Kehrt um und glaubt!“ Denn das Reich Gottes beginnt in meinem Herzen, sobald ich umkehre und beginne, mein Leben im Glauben zu leben. Dann wird dein Reich plötzlich lebendig und deine Gegenwart wird spĂŒrbar. Gibt es etwas, das sich in mir noch strĂ€ubt, dir ganz zu glauben?

3. Kommt her, folgt mir nach! Wie war dein Blick, als du Simon und Andreas anschautest? Wo sahst du sie? Was hat dein Blick in diesen zwei Fischern gesehen?Und wenn du mich anblickst? Was siehst du in mir? Was fĂŒr eine Lebensaufgabe hast du fĂŒr mich?Du hast ihnen nicht deinen ganzen Plan enthĂŒllt. Du sagtest nur: „Kommt her, folgt mir nach!“ und das sagst du auch zu mir. Wenn ich dir Schritt fĂŒr Schritt nachfolge, jeden Tag, dann enthĂŒllst du mir langsam, aber sicher meine eigene und ganz besondere Aufgabe in dieser Welt.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr Jesus Christus, dein Reich hat schon begonnen und wĂ€chst in den Herzen der Menschen, auch wenn manchmal feindliche KrĂ€fte die Oberhand zu gewinnen scheinen. Hilf mir, Angst und Mutlosigkeit zu ĂŒberwinden und dir ganz zu vertrauen. Wenn ich dir Schritt fĂŒr Schritt nachfolge, dann kannst du auch in und durch mein Leben Wunder wirken und dein Reich in dieser Welt zum BlĂŒhen bringen.

Vorsatz: Falls ich in mir Mutlosigkeit, Angst oder Ähnliches verspĂŒre, möchte ich diesen GefĂŒhlen in deinem Namen widersagen, damit du mich mit der Kraft deines Geistes erfĂŒllst und ich dir mit ganzem Herzen nachfolgen kann.


LĂŒgen entlarven

12. Januar 2021

Dienstag der ersten Woche im Jahreskreis

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 1,21-28
In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stĂŒrzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkĂŒndet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von GalilĂ€a.

EinfĂŒhrendes Gebet: Ewiger Vater, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt, um Gutes zu tun, um zu heilen und zu retten. Du hast ihn mit deiner ganzen göttlichen Vollmacht ausgestattet, und doch haben so viele Menschen ihn nicht erkannt und waren wie mit Blindheit geschlagen.

Bitte: Ă–ffne jetzt mein Herz, damit ich Jesus begegnen kann, wie diese Menschen damals in der Synagoge in Kafarnaum. Befreie mich von der Blindheit und von allem, was mich hindert, dich in Wahrheit zu erkennen.

1. Die Menschen waren sehr betroffen. Wie war dein Auftreten und deine Lehre, Jesus, dass die Menschen in dieser Synagoge so betroffen davon waren? Was hast du da mit göttlicher Vollmacht gelehrt? Und was lehrst du heute? Macht die Lehre der Kirche, die versucht, in dieser Welt die Wahrheit zu verkĂŒnden, die Menschen nicht auch betroffen?

2. Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stĂŒrzen? Der Teufel, die unreinen Geister oder die MĂ€chte der Finsternis versuchen immer dafĂŒr zu sorgen, dass wir uns mit LĂŒgen und Halbwahrheiten beschĂ€ftigen und zufriedengeben. Du bist gekommen, um uns aus dem Verderben zu retten und uns die Liebe und Barmherzigkeit des Vaters zu offenbaren. Und deine Feinde behaupten genau das Gegenteil.Welche LĂŒgen ĂŒber dich haben sich in meinem Herzen eingenistet? Glaube ich vielleicht unbewusst, dass du ein harter und richtender Gott bist? Ein strafender WĂ€chtergott? Dass du es bist, der Krankheiten als Strafe schickt? Oder glaube ich, dass du ein schwacher und ohnmĂ€chtiger Gott bist? Uninteressiert an unserem Schicksal?

3. Schweig und verlass ihn! Herr, ich kann mich dieser Gedanken oft nicht erwehren. Sie sind so unbewusst und wollen auch verdeckt bleiben, da sie dem Licht der Wahrheit nicht standhalten können. Komm mir zu Hilfe! Offenbare mir, welche LĂŒgen sich in meinem Leben ĂŒber dich und ĂŒber mich selbst verbreitet haben. Denn dann kannst du auch mit deiner göttlichen Vollmacht sprechen: „Schweig und verlass ihn (sie)!“

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, du bist die Liebe des Vaters. Du bist das Licht der Welt. Du bist nicht gekommen, um zu richten, sondern um zu heilen und zu retten, was verloren war. Du löschst den glimmenden Docht nicht aus, sondern kannst ihn neu entflammen. Lass auch in mir deine Liebe, neue Hoffnung und Lebensfreude aufflammen. Denn du hast göttliche Vollmacht, um mich zu einem Leben in FĂŒlle zu fĂŒhren.

Vorsatz: Heute möchte ich den Heiligen Geist bitten, mich zu erleuchten, und mein Gottesbild zu reinigen, damit es immer mehr der Wahrheit entsprechen kann.


Die Kraft des Vaters

13. Januar 2021

Mittwoch der ersten Woche im Jahreskreis
Hl. Hilarius, Bischof, Kirchenlehrer

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 1,29-39
In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus ĂŒber sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte fĂŒr sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der HaustĂŒr versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele DĂ€monen aus. Und er verbot den DĂ€monen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller FrĂŒhe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz GalilĂ€a, predigte in den Synagogen und trieb die DĂ€monen aus.

EinfĂŒhrendes Gebet: Jesus, danke, dass du uns so nahekommst, dass du in unser Haus eintreten möchtest, um uns zu heilen, aufzurichten, Kraft zu geben.

Bitte: Ich bitte dich, dass du jetzt auch in mein Haus, in mein Herz eintrittst und mich an der Hand nimmst. Du allein weißt, wie sehr ich dich brauche und mich nach dir sehne.

1. Er fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Jesus, deine JĂŒnger sprachen mit dir ĂŒber die Krankheit der Schwiegermutter des Simon Petrus. Auf ihre FĂŒrsprache hin nĂ€hertest du dich ihr. Wie war diese Begegnung? Welche GefĂŒhle regten sich in deinem Herzen, als du auf diese leidende Frau sahst? Wie war ihre Reaktion? – Jesus, nimm auch mich an der Hand und richte mich auf!

2. Und sie sorgte fĂŒr sie. Was fĂŒr eine Lebensenergie und Freude muss in den Körper und Geist dieser Frau geflossen sein, dass sie sofort aufstehen konnte und sich um dich und die Apostel kĂŒmmerte!Was ging da in ihrem Herzen vor? Wonach sehnt sich mein Herz bei dieser Betrachtung? Was hindert mich daran, mich in den Dienst der anderen stellen zu können?

3. Im GesprĂ€ch mit dem Vater. Jesus, du wusstest, dass deine Kraft nur aus der Einheit mit dem Vater kam. Und du bist noch bei Dunkelheit aufgestanden, um das GesprĂ€ch mit dem Vater zu suchen. Was habt ihr da gemeinsam besprochen? Wie hörtest du seine Stimme? Was verunsichert mich beim Beten?

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, nimm auch mich hinein in dein GesprĂ€ch und deine Beziehung zum Vater. Durch die Taufe wohnst du, Heilige Dreifaltigkeit, in mir. Ich sehne mich danach, mir dieser Gegenwart bewusster zu werden, ganz in ihr zu ruhen und aus ihr meine Kraft schöpfen zu können.

Vorsatz: Ich werde versuchen, mir der Gegenwart Gottes in meiner Seele bewusst zu werden, und mich auch tagsĂŒber immer wieder an sie zu erinnern.


Ich will es, werde rein!

14. Januar 2021

Donnerstag der ersten Woche im Jahreskreis

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mk 1,40-45
In jener Zeit kam ein AussĂ€tziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berĂŒhrte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schĂ€rfte ihm ein: Nimm dich in acht! ErzĂ€hl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll fĂŒr sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein. Der Mann aber ging weg und erzĂ€hlte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der StĂ€dte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von ĂŒberallher zu ihm.

EinfĂŒhrendes Gebet: AllmĂ€chtiger Gott, ich komme jetzt in deine Gegenwart. Ich möchte mir deines liebenden Blicks bewusstwerden, mit dem du auf mich schaust.

Bitte: Herr, öffne mein Herz, damit auch ich aus der Tiefe meines Seins dich um Hilfe bitten und dir vollkommene Freiheit in meinem Leben geben kann.

1. Ein AussĂ€tziger. Mein Jesus, dieser Mann war sich seiner Krankheit bewusst. Durch den Aussatz war er von der Gesellschaft ausgestoßen. Er lebte in Scham und Einsamkeit, die vielleicht noch mehr schmerzten, als die verfaulende Haut an seinem Leib. Was ging in seinem Herzen vor? Wie muss er sich gefĂŒhlt haben? – Gibt es auch in meinem Herzen Bereiche der Einsamkeit, der Scham und des Schmerzes? Wie lebe ich damit? Wo suche ich Hilfe?

2. Wenn du willst, kannst du mich rein machen! Wir dĂŒrfen zu dir mit all unseren Schmerzen kommen, mit unserem Aussatz und unserer Scham. Ob körperlich, psychisch oder geistig. Und du willst uns heilen! – Was hindert mich daran, dich um Hilfe zu bitten? Zweifle ich daran, dass du mich heilen kannst und vor allem heilen willst? Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen!

3. Ich will es – werde rein! Du willst es, denn du willst immer mein Heil, mein Leben, meine FĂŒlle. Und wird der Schöpfer des Universums, der sichtbaren und unsichtbaren Welt nicht die Macht dazu haben mich von diesem Leiden zu befreien? – Und doch gibt es oft Hindernisse, die zuerst ĂŒberwunden werden mĂŒssen, damit die Kraft der Gnade fließen kann.

GesprĂ€ch mit Christus: Herr, was fĂŒr Hindernisse gibt es in meinem Herzen? Wo bin ich noch in SĂŒnde, LĂŒge oder Zweifel gefangen? Ich will dir meine eigene SchwĂ€che bekennen, denn bei dir bin ich geschĂŒtzt, und du verurteilst mich nicht. Du bist der beste Arzt der Welt und weißt welche „Medizin“ ich in diesem Moment am meisten brauche. Mein Jesus, öffne mir die Augen und mache mich frei!

Vorsatz: Heute möchte ich dem Herrn ohne Scham meine Wunden zeigen und ihn um Heilung bzw. um Licht bitten, um zu sehen, was er in mir reinigen möchte.


Die Freunde des GelÀhmten

15. Januar 2021

Freitag der ersten Woche im Jahreskreis

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 2,1-12
Als er einige Tage spĂ€ter nach Kafarnaum zurĂŒckkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der TĂŒr Platz war; und er verkĂŒndete ihnen das Wort. Da brachte man einen GelĂ€hmten zu ihm; er wurde von vier MĂ€nnern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den GelĂ€hmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem GelĂ€hmten: Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben! Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lĂ€stert Gott. Wer kann SĂŒnden vergeben außer dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was fĂŒr Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem GelĂ€hmten zu sagen: Deine SĂŒnden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde SĂŒnden zu vergeben. Und er sagte zu dem GelĂ€hmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

EinfĂŒhrendes Gebet: Herr, ich komme in deine Gegenwart mit einem Herzen voll Dankbarkeit fĂŒr alles, was du in meinem Leben getan hast. Ich lobe und preise dich fĂŒr deine Liebe und Barmherzigkeit und möchte, dass alle Menschen um mich herum auch deine Liebe erfahren können.

Bitte: Herr, zeige mir, wie ich vor dich all die Menschen bringen kann, die ich leiden sehe, die dich noch nicht als ihren Herrn und Erlöser kennengelernt haben, die wie gelĂ€hmt zu sein scheinen.

1. Von vier MĂ€nnern getragen. Dieser Mann war selbst zu schwach, um zu dir zu kommen. Er brauchte die Hilfe seiner Freunde, die ihn mit ihrem Glauben und ihrer Liebe umgaben. Was ging in den Herzen dieser vier MĂ€nner vor? Und wie hat wohl der GelĂ€hmte reagiert?

2. Sie schlugen die Decke durch. Dem Weg der Heilung standen sehr viele Hindernisse im Weg: die LĂ€hmung, die Menschenmenge, die Zeit, ein solides Haus. Und trotzdem gaben die Freunde nicht auf. Was bewegte sie im Herzen? Welche Hindernisse könnten im Weg meiner Freunde zu Christus stehen? Wie können wir diese mit deiner Hilfe ĂŒberwinden?

3. Mein Sohn, deine SĂŒnden sind dir vergeben! Als sie es geschafft hatten, ihren Freund zu dir zu bringen, gaben sie dir nicht vor, was du zu tun hĂ€ttest, sondern sie prĂ€sentierten ihn einfach vor dir. Und du kanntest die tiefsten SehnsĂŒchte und Wunden dieses Mannes. Statt dich mit einer Ă€ußeren Heilung zufriedenzugeben, blicktest du in seine Seele, um eine viel tiefere Heilung zu erreichen. – Worum bitte ich fĂŒr meine Bekannten und Verwandten? Vertraue ich darauf, dass ich es ganz ihm ĂŒberlassen kann, ganz gleich, wie er handeln möchte?

GesprĂ€ch mit Christus: Jesus, fĂŒr dich war es so eine große Freude, den Glauben und die Initiative dieser Freunde zu sehen, die nicht lockergelassen haben, bis ihr kranker Freund bei dir war.Wen möchtest du durch meine Vermittlung berĂŒhren können?

Vorsatz: Vor dem Herrn fĂŒr die Menschen beten, die er mir in diesem Augenblick ins GedĂ€chtnis ruft. Und mir ĂŒberlegen, welche anderen Freunde ich bitten kann, um gemeinsam fĂŒr diese Menschen zu beten und sie in seine Liebe einzuhĂŒllen.


Gib mir ein Herz aus Fleisch!

16. Januar 2021

Samstag der ersten Woche im Jahreskreis

Johanna Siemens, Gottgeweihte Frau des Regnum Christi

Mt 2,13-17
In jener Zeit ging Jesus wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des AlphĂ€us, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und SĂŒnder zusammen mit ihm und seinen JĂŒngern; denn es folgten ihm schon viele. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der PharisĂ€er gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und SĂŒndern aß, sagten sie zu seinen JĂŒngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und SĂŒndern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die SĂŒnder zu rufen, nicht die Gerechten.

EinfĂŒhrendes Gebet: Mein geliebter Jesus, ich möchte jetzt bewusst in deine Gegenwart kommen und bitte dich, mein Herz mit deinem Licht, deiner Freude und GĂŒte zu erfĂŒllen.

Bitte: Herr Jesus, bitte verwandle meine Art und Weise, die Menschen um mich herum zu sehen. Reinige jedes harte Urteil und wandle meine Einstellung in wahre GĂŒte und VerstĂ€ndnis.

1. Levi, der Zöllner. Levi war von den meisten Menschen seiner Gesellschaft abgeschrieben, kritisiert und gemieden. Und genau auf ihn fiel dein Blick, um ihn zu einem der 12 Aposteln zu erwĂ€hlen, zu einer der SĂ€ulen der Kirche. – Gibt es Menschen, auf die ich herabblicke? Mit denen ich nichts zu tun haben möchte? Die ich abgeschrieben habe? Herr, wie schaust du auf sie?

2. Wie kann er mit SĂŒndern essen? Die PharisĂ€er richteten in ihrem Herzen nicht nur ĂŒber Levi, sondern um deines Verhaltens willen auch ĂŒber dich. Und damit stellten sie ihr eigenes Urteil ĂŒber das des Herrn der Welt. Was passiert in meinem Herzen, wenn ich ĂŒber andere richte? Geschieht es vielleicht aufgrund einer tiefen Unsicherheit bezĂŒglich meines eigenen Werts, den ich auf Kosten anderer unter Beweis stellen muss?

3. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt. Die HĂ€rte des ĂŒber andere richtenden und nicht vergebenden Herzens ist wie ein Krankheitszeichen: Es gibt da einen Krebs, der sich langsam immer tiefer in unsere Seele fressen und sie eines Tages womöglich vor KĂ€lte erstarren lassen könnte. Aber die frohe Botschaft ist, dass du auch fĂŒr mich als Arzt gekommen bist, um mein Herz aus Stein in ein barmherziges und demĂŒtiges Herz umzuwandeln, sofern ich mich dir öffne.

GesprĂ€ch mit Christus: Mein geliebter Jesus, wenn ich ĂŒber andere Menschen richte, verbirgt sich hinter dieser harten Fassade oft eine große Unsicherheit und die BefĂŒrchtung, selbst nicht angenommen und geliebt zu sein. Ein Wunsch, besser da zu stehen. Doch mein Wert hĂ€ngt weder von den anderen ab noch von meinen großen Taten und Tugenden. FĂŒr dich bin ich unendlich viel wert, weil du fĂŒr mich Mensch geworden und am Kreuz gestorben bist, um mir das Himmelreich zu erschließen. Und diesen unendlichen Wert besitzt jeder Mensch auf dieser Welt, ganz gleich, wie er sich verhĂ€lt.

Vorsatz: Ich möchte mir heute kurz die Zeit dazu nehmen, mir bewusst zu werden, auf wen ich herabsehe und zu wem ich aufblicke, um dann Jesus zu bitten, mir zu zeigen, mit wie viel Liebe und VerstĂ€ndnis er auf diese Menschen blickt, genauso wie auf mich.