Tägliche Meditationen

Tägliche Meditationen

Sonntag 1. November 2020 bis Samstag 7. November 2020

EinunddreiĂźigste Woche im Jahreskreis

Fabiola Marton

Euer Lohn wird groĂź seinSonntag
Glaubst du das?Montag
Damit sein Haus voll wirdDienstag
Jesu JĂĽnger seinMittwoch
Er gibt sich mit SĂĽndern abDonnerstag
Empfänger und VerwalterFreitag
Die ewigen WohnungenSamstag


Euer Lohn wird groĂź sein

1. November 2020

Allerheiligen
Hochfest

Fabiola Marton

Mt 5,1-12a
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. Zur Seligkeit berufen. Zur Heiligkeit berufen, zum GlĂĽck berufen, zur Seligkeit berufen… all das sind verschiedene AusdrĂĽcke ein und derselben Berufung des Menschen. Haben wir nicht alle eine Sehnsucht, die nicht einmal der ganze Reichtum dieser Erde, keine Freude dieser Welt stillen kann? Manchmal sind uns Freuden geschenkt, wir können auch das „Talent“ empfangen, viel Geld zu besitzen, doch im Letzten ist die Verbundenheit mit Jesus die ErfĂĽllung, denn es ist Verbundenheit mit dem, der uns bis zur Vollendung geliebt hat .

2. Ist heilig werden unmenschlich? Die Heiligen sind lebendige Zeichen von Jesus und auch unserer Berufung, der Berufung zum Mensch-sein. Je heiliger, desto lebendiger, desto menschlicher. Gott ist fĂĽr uns, nicht gegen uns. Wo Gott groĂź ist, da ist auch der Mensch groĂź. „Der Sabbat ist fĂĽr den Menschen da, nicht der Mensch fĂĽr den Sabbat“..

3. Um Jesu willen: fĂĽr ihn, wegen ihm. Das „um meinetwillen“ der Worte Jesu bedeutet wohl vor allem -fĂĽr ihn-. Gleichzeitig wird Jesus als der Lehrer in der Bergpredigt dargestellt, der sich setzt: Es handelt sich um eine feierliche Geste die damals Autorität und Vollmacht ausgedrĂĽckt hat. Ein paar Zeilen vor der Bergpredigt lesen wir, dass es sich um einen Wanderprediger handelt, der sogar heilt. Jesus wird als ErfĂĽllung des Alten Testamentes dargestellt. Also der, der nicht nur Heil verkĂĽndet, sondern selbst der Heiland, das Heil, ist und durch den unsere von SĂĽnde kranken Herzen geheilt werden.

Gespräch mit Christus: Jesus, in der Bergpredigt hast du deine Autorität kundgetan, indem du ähnliche feierliche Gesten wie Mose damals annahmst, wie das Lehren, das Sich-setzen als Lehrer. Doch gleichzeitig setzt du dich nun zu uns. Ins Gras? Auf einen Felsen neben uns? Auf ein StĂĽck Holz? Danke fĂĽr deine Nähe.

Vorsatz: Verbringe heute Zeit mit Jesus, indem du dich fĂĽr ein paar Minuten zu ihm setzt. In deinem Herzen, in einer Kirche, oder deiner Gebetsecke.


Glaubst du das?

2. November 2020

Allerseelen
Gedenktag

Fabiola Marton

Joh 11,17-27
Als Jesus in Betánien ankam, fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen. Betánien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. Jesus kommt. Jesus geht auf den Kranken zu, um ihn zu heilen, er macht sich auf den Weg nach Betanien. Jesus geht jedem Sterbenden entgegen, denn im Haus seines Vaters gibt es viele Wohnungen. Er hat den Platz schon vorbereitet und wird uns zu sich holen, was unsere ErfĂĽllung ist. Der hl. Augustinus sagt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir.“ Er will uns bei sich haben, damit die Liebe, mit der der Vater ihn geliebt hat, in uns ist und damit er in uns ist.

2. Sie geht ihm entgegen. Das Auf-Jesus-zugehen ist eine schöne Beschreibung dessen, was unser Leben ist. Wir gehen während der Lebensjahre auf Jesus zu, das ist unumgänglich. Ihm am Ende des Lebens als Richter zu begegnen, scheint oft erschreckend. Doch „Richter“ hat auch mit dem Verb „richten“ zu tun: etwas wieder richten, flicken, Zerstörtes eben richten. Wenn wir Jesus annehmen, zu ihm und seiner Heilsbotschaft Ja sagen, dĂĽrfen wir mit Freude dem Gerichtet-werden entgegengehen. Es ist Auferstehen zur ewigen Begegnung mit ihm, der uns liebt.

3. â€žIch bin das Leben.“ â€žSo spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. (…) Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin“. Der Geist Gottes ist Frucht der Liebe des Vaters und des Sohnes, die „höchste Konzentration der Liebe Gottes“ ist in uns eingehaucht. Warst du schon einmal verliebt? Liebe macht einen sehr lebendig. Gottes Liebe macht uns lebendig fĂĽr alle Ewigkeit. Ich bin die Auferstehung und das Leben, sagt uns Jesus.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich möchte mit dir verbunden sein, fĂĽr immer. Jetzt schon und dann noch mehr nach dem Tod. Danke, dass du schon auf mich zugegangen bist, danke, dass du meinen Platz fĂĽr mich schon vorbereitet hast. Herr Jesus, ich komme dir entgegen, jetzt schon und jeden Tag meines Lebens.

Vorsatz: Denke heute an die Verstorbenen der Familie, unter deinen Freunden und im Bekanntenkreis, bete fĂĽr sie und vertraue sie dem Herrn an.


Damit sein Haus voll wird

3. November 2020

Dienstag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Hubert, Bischof
Hl. Martin von Porres, Ordensmann

Fabiola Marton

Lk 14,15-24
In jener Zeit sagte einer der Gäste, der zusammen mit Jesus eingeladen worden war, zu ihm: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf. Jesus sagte zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein. Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit! Aber einer nach dem andern ließ sich entschuldigen. Der Erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich! Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich! Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen. Der Diener kehrte zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei. Bald darauf meldete der Diener: Herr, dein Auftrag ist ausgeführt; aber es ist immer noch Platz. Da sagte der Herr zu dem Diener: Dann geh auf die Landstraßen und vor die Stadt hinaus und nötige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird. Das aber sage ich euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. Komm zum Festmahl, es steht alles bereit. Warst du schon einmal in der Situation wie dieser Gastgeber? Es ist alles vorbereitet, das Essen ist warm, der Tisch ist gedeckt, alles mit Liebe zubereitet, und man will schon die Gäste rufen, die natĂĽrlich von der Einladung wussten, und plötzlich sagt einer nach dem anderen ab. Es ist etwas dazwischengekommen. Kannst du dir die Enttäuschung des Gastgebers vorstellen? Was sind deine Prioritäten im Leben?

2. Noch ist die Zeit der Einladung. Es ist noch nicht zu spät. Gott lädt ein, weiterhin. Es dĂĽrfen alle kommen, sogar Arme, KrĂĽppel, Blinde, Lahme. Komm einfach zum Herrn, so wie du gerade bist. Du bist eingeladen zum Festmahl.

3. â€žUnd alle aĂźen und wurden satt.“ Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern“. „Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkĂĽndet. Selig, wer an mir keinen AnstoĂź nimmt“.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, und ich bin selig, glĂĽcklich, wenn ich im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf. Danke fĂĽr deine Einladung, fĂĽr deinen beständigen Wunsch, uns teilhaben zu lassen an deinem Familientisch, an deiner Liebe. Es ist noch Platz. O Herr, damit dein Haus voll wird, möchte ich wie die Diener im Evangelium deine Einladung an die Menschen weitergeben.

Vorsatz: ĂśberprĂĽfe in deinem Alltag deine Prioritäten und erneuere mithilfe des Heiligen Geistes deine Sehnsucht auf die Gemeinschaft mit Jesus.


Jesu JĂĽnger sein

4. November 2020

Hl. Karl Borromäus, Bischof von Mailand
Gedenktag

Fabiola Marton

Lk 14,25-33
In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten; wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben geringachtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. Wenn du zu Jesus kommst… â€¦ dann hast du es mit einem König zu tun. „Mein Königtum“ sagt er selbst im Johannesevangelium. Wenn du zu Jesus kommst, dann hast du es mit Gott zu tun, dem „Sohn des Hochgelobten“, der von sich selbst sagt, dass er eins mit dem Vater ist, dem einzig wahren Gott. Wenn du Jesu JĂĽnger bist, dann hast du dem wichtigsten Dienst zugesagt, dem sich die anderen Aufgaben anpassen.

2. â€žWer nicht sein Kreuz trägt…“ â€¦ und mir nachfolgt, kann nicht mein JĂĽnger sein.“ Wie kann ein guter Gott uns ein Kreuz aufladen? Es ist nicht einfach, mit dieser Frage umzugehen. Doch ist sie richtig formuliert? In Jesu Leben war das Kreuz Konsequenz der SĂĽnde der Menschen. Bei uns? Manchmal sind wir uns selbst ein Kreuz, manchmal sind es die anderen oder schwere Umstände wie Krankheit und Leid. Schwierigkeiten gibt es, mit oder ohne Gott. – Besser mit Gott, oder? Nachfolge Jesu ist mehr als nur ein Imitieren seiner Einstellung gegenĂĽber dem Kreuz. Es ist vereint sein, eins sein mit ihm.

3. Auf Besitz verzichten. Als Jesu JĂĽnger geht es nicht darum, wie gut du bist, wie viel du hast und mitbringen kannst. Es geht darum, ob du Platz hast und aufnehmen kannst, was er dir geben möchte. Er möchte dich in dieser JĂĽngerschaft fĂĽr deine Aufgaben richtig und gut ausrĂĽsten. Es ist die RĂĽstung Gottes. „Wir leben zwar in dieser Welt, kämpfen aber nicht mit den Waffen dieser Welt. Die Waffen, die wir bei unserem Feldzug einsetzen, sind nicht irdisch, aber sie haben durch Gott die Macht, Festungen zu schleifen, mit ihnen reiĂźen wir Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftĂĽrmen“.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, ich danke dir das du nicht nur rufst, einlädst, manchmal sogar forderst, sondern auch befähigst. Danke, Jesus, dass ich die Gewissheit haben darf, dass du die Kraft gibst fĂĽr das, was ansteht. Deine RĂĽstung will ich anziehen, Herr, und als dein JĂĽnger will ich mit dir der Welt verkĂĽnden, wer du bist.

Vorsatz: Erneuere dein Bewusstsein deiner JĂĽngerschaft, sodass du im Dienst des Herrn stehst. Höre hin, was er dir sagt.


Er gibt sich mit SĂĽndern ab

5. November 2020

Donnerstag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Bernhard Lichtenberg, Priester

Fabiola Marton

Lk 15,1-10
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet. Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte. Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. SĂĽnder nähern sich Gott. Wer ist dieser Jesus, sodass SĂĽnder sich ihm nähern? Wie ist wohl sein Blick, dass SĂĽnder sich angenommen fĂĽhlen, gerne zu ihm kommen? Jesus ist die komplette Offenbarung Gottes und siehe, der Allmächtige hat Freude an der Tischgemeinschaft mit seinen geliebten Geschöpfen, seinen Söhnen und Töchtern. Er hatte Mitleid mit ihnen, „denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“.

2. Barmherzigkeit. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf ist die Antwort auf das Verhalten von hohen religiösen WĂĽrdenträgern, die sich fĂĽr heilig halten und den Umgang mit SĂĽndern meiden, denn dabei könnte ihre „Ehre“ beschmutzt werden. Jesus spricht klar ĂĽber ihr Fehlverhalten, doch greift er sie nicht direkt abwertend an. Er ruft sie mit diesem Gleichnis auch zur Umkehr.

3. Sicherheit. â€žIch bin der gute Hirt“, sagt uns Jesus. Gott ist Hirte seiner Schafe und ĂĽbernimmt sogar soweit Verantwortung fĂĽr seine Herde, dass er dem Verlorenen nachläuft, um ihn zu retten. Zusammen mit dem Psalmisten dĂĽrfen wir voller Zuversicht ausrufen: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“. Die größte Sicherheit im Leben, die beste Versicherung und Garantie ist diese: zur Herde eines Hirten zu gehören, der sogar sein Leben fĂĽr seine Schafe hingibt.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, danke, dass du auf mich aufpasst, mich beschĂĽtzt, fĂĽr mich sorgst. Danke, dass ich dir so wichtig bin, dass du mir nachläufst, egal, was passiert, und mich suchst, bis du mich findest. Unter deinem suchenden Blick möchte ich stehen, ein Leben lang.

Vorsatz: Bete heute fĂĽr alle, die in der Kirche Verantwortung tragen und die Berufung des Hirten empfangen haben (deinen Bischof, deinen Pfarrer).


Empfänger und Verwalter

6. November 2020

Freitag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Leonhard, Einsiedler

Fabiola Marton

Lk 16,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich. Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig“. Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig“. Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. Empfänger und Verwalter der Gaben Gottes. Im Gleichnis geht es um Geld, doch wie so oft in den Gleichnissen wird hier ĂĽber mehr gesprochen als nur materielle GĂĽter. Es geht um Fähigkeiten, Talente, Gnaden, das Leben. Alles hat seinen Ursprung im reichen Vermögen Gottes, der den Menschen an allem teilhaben lässt und noch mehr, sich selbst sogar dem Menschen hingibt. Wir sind Verwalter eines uns zugänglichen Vermögens. „Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein“.

2. Mit Blick auf die ewige Zukunft. Weshalb nennt Jesus den Verwalter des Evangeliums klug, obwohl er das Vermögen des Herrn einfach verschleudert? Er denkt an die Zukunft. Jesus lobt wohl nicht den Egoismus des Verwalters, auch nicht den Betrug, denn das wĂĽrde nicht mit seiner Botschaft und Person im Einklang stehen. Doch der Verwalter denkt an ein Danach. So sind auch wir eingeladen, auf ein Ziel hin zu leben, die ewige Gemeinschaft mit dem Herrn.

3. Gabe und Verantwortung. Das uns anvertraute Vermögen birgt eine Verantwortung, ähnlich wie es beim Gleichnis ĂĽber die Talente zu lesen ist. Was machst du mit den Gaben Gottes? Erinnern wir uns an die Worte Jesu vom Fruchtbringen: „Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“. „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht“.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, mit dir möchte ich mein Leben verbringen, in dir und somit in deiner Liebe möchte ich bleiben. Durchdringe mich mit deinem Heiligen Geist und lass mich Frucht bringen zur Ehre des Vaters. Lass mich erkennen, was im Leben bleibend ist, und hilf mir, meine Kräfte danach zu richten.

Vorsatz: Ich versuche, nicht auf die Dinge zu schauen, die mich im irdischen Leben voranbringen, sondern ĂĽberlege mir, welche Handlungen mir später im Himmel angerechnet werden.


Die ewigen Wohnungen

7. November 2020

Samstag der einunddreiĂźigsten Woche im Jahreskreis
Hl. Willibrord, Bischof, Glaubensbote

Fabiola Marton

Lk 16,9-15
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn. Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Gräuel.

EinfĂĽhrendes Gebet: Komm, Heiliger Geist, du mir geschenkte Gabe des Vaters und des Sohnes! Danke, Herr, dass du den Geist unbegrenzt geben willst. Komm und entzĂĽnde mein Herz mit Liebe. Lass mich in diesem Gebet Jesus mit ganzem Herzen suchen und lieben. Jesus, ich sehne mich nach dir.

Bitte: Jesus, in diesem Gebet möchte ich dich mehr kennenlernen und dir begegnen.

1. FĂĽr Freunde ausgeben. Jesus bezeichnet den Mammon (aramäischer Begriff fĂĽr Geld) als Mittel, um Freunden zu dienen. Er gibt einem die Möglichkeit, groĂźzĂĽgig zu sein, und dies wiederum lässt einen erkennen, fĂĽr wen oder was man lebt. Wie wichtig ist mir das Geld? Ohne Geld geht heutzutage wenig, doch – ist es das Fundament meines Lebens? Baue ich meine Sicherheit auf Geld, auf etwas Vergängliches? „Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher, du hältst mein Los in deinen Händen.“

2. Sichtbare Zeichen. Es gibt in unserem Leben Zeichen, die unsere innere Einstellung offenbaren. Der Mensch hat einen Sinn fĂĽr Authentizität in anderen. Er spĂĽrt schnell, ob er benĂĽtzt wird, ob er wirklich geliebt ist oder ob ihm doch zweideutige Botschaften vermittelt werden. Schwieriger ist es, bei einem selbst zu erkennen, ob man fĂĽr sich selbst lebt, fĂĽr Geld oder fĂĽr Gott und damit den Nächsten. Niemand kann zwei Herren dienen.

3. Ein freies Herz. Die Worte Jesu zu den Pharisäern sind mahnend, denn sie verhalten sich zweideutig in ihren Handlungen. Sie versuchen, sich den Schein der Heiligkeit zu geben und hängen sehr am Geld. Jesus lädt ein, das Herz zu befreien und Platz zu schaffen fĂĽr wahre Vollkommenheit. „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen, so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben, dann komm und folge mir nach“.

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, dich möchte ich vor Augen haben – und noch mehr: Dir möchte ich in meinem Herzen Platz schaffen. Zeige mir, wo ich an Dingen, Personen, Erfahrungen (etc.) so sehr hänge, dass ich sie dir vorziehe. Du bist König, und diesen Platz darfst du im Thron meines Herzens einnehmen. Danke, Jesus fĂĽr deine Gegenwart.

Vorsatz: Ich ĂĽberlege mir, welchen „weltlichen Göttern“ ich evtl. sogar unbewusst diene. Was ziehe ich der Beziehung zu Gott vor? Welche Bereiche meines Lebens haben meine Aufmerksamkeit schon so sehr eingenommen, dass ich darĂĽber das Gebet oder die stille Zeit mit Gott vergesse?